Gildonus schrieb:Das sie in einem Auto zum Tatort kam, erscheint mir auch wahrscheinlicher als zu Fuß und weshalb hätte sie dann zu einem Baggerloch "gehen" sollen.
Das denke ich auch. Vor allem deshalb, weil Marion ja an ihrer mutmaßlichen Wohnadresse bewusst vorbei gegangen wäre. Das hätte sie ja nicht freiwillig getan, wenn sie nur heim wollte und kein Austausch von Zärtlichkeiten von ihr vorgesehen war. Abgesehen davon war auch die finale Örtlichkeit in dieser Großbaustelle kein geeigneter Ort, den man für romantische Zweisamkeit aufgesucht hätte. Der Sand, ölige Baumaschinen, keine vernünftigen Sitzgelegenheiten, Steine, eine Brachfläche. Da ist für mich nur sehr schwer vorstellbar, dass sie diesen Ort freiwillig zu fuß mit dem Täter ansteuerte. Auch ein Moped fällt für mich da raus. Ein Auto hingegen kommt sehr wohl in Frage und scheint mir auch äußerst wahrscheinlich.
Gildonus schrieb:Bei einer "braven" 12 Jährigen, die am nächsten Tag zur Schule soll, erwarte ich eigendlich das sie spätestens um 22 Uhr zuhause ist und dann hat sie schon großzügige Eltern. Ein solches Mädchen weiss auch, das man nicht zu fremden Männern ins Auto steigt.
Das sehe ich auch so. Ich hätte -als Eltern in der Situation- der 12 Jährigen Marion schon nicht erlaubt, völlig unbegleitet ohne eine erwachsene Vertrauensperson länger als bis 18-19 Uhr dort zu sein. Sie hatte am nächsten Tag eben Schule und war erst 12. Da spielt es für mich persönlich keine Rolle ob sie älter wirkt oder wie reif sie ist. Da braucht sie ein vernünftiges Abendbrot, ausreichend Schlaf und die Hausaufgaben müssen erledigt und der Ranzen gepackt sein. Von daher kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen, dass die Eltern ihr erlaubt hätten bis 22 Uhr oder länger unterwegs zu sein. Die gingen einfach davon aus, dass Marion brav bei der Oma war und spontan dort übernachtet hat.
Aus diesem Grund kann Marion mMn eigentlich schon ab kurz nach 20 Uhr nicht mehr wirklich freiwillig unterwegs gewesen sein. Wahrscheinlich hätte sie schon um diese Zeit Ärger bekommen, wenn sie nach Hause gekommen wäre. Das sie dann noch bis nach 22 Uhr oder sogar nach Mitternacht mit einem "Freund" freiwillig unterwegs war, glaube ich nicht. Das hätte ihr wahrscheinlich ohne eine sehr, sehr gute Begründung eine mächtige Ansage und sicherlich ein halbes Jahr Hausarrest eingebracht.
Gildonus schrieb:Die Folgefrage lautet doch wo sie sich nach 20 Uhr, als sie das letzte mal gesehen wurde, aufgehalten hat. Das man sie als einen der letzten Gäste aus dem Bierzelt herausgekehrt hatte, glaube ich aus verschiedenen Gründen nicht
So ist es. Wenn sie mit dem Täter unterwegs war, kann er spätestens als er sie eben nicht daheim absetzte nur unter Zwang weiter transportiert haben. Da Marion später mit einem Stein erschlagen wurde deutet für mich darauf hin, dass der Täter keine Waffe dabei hatte, um das Mädchen einzuschüchtern/gefügig zu machen.
Die Frage die sich stellt ist, wie lange ihm das in einem Fahrzeug während der Fahrt gelang. Es ist aus meiner Sicht daher denkbar, dass der Täter einen "Zwischenstopp" eingelegt hat. Sollte medizinisch nachgewiesen worden sein, dass Marion Baier tatsächlich vergewaltigt wurde, könnte diese Tat theoretisch auch an einem anderen Ort erfolgt sein. Nach der Tat verbrachte sie der Täter dann an den Tatort des Mordes, wo er sie dann letzten Endes erschlug. Ich halte das Szenario deshalb für durchaus plausibel, weil der Mord wahrscheinlich nicht schon zwischen 20 und 23 Uhr, sondern sehr wahrscheinlich später stattfand. Das der Täter erst nach 22 Uhr mit Marion das Fest verließ, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Das er mit ihr stundenlang im Auto gegen deren Willen durch die Gegend fuhr auch. Insofern könnte Marion auch in der Wohnung/dem Haus oder sonst einem geeigneten Objekt zu dem der Täter Zugang hatte und ungestört war vergewaltigt worden sein.
Gildonus schrieb:Eine abendliche Spritztur mit dem Auto bietet einen Erklärungsansatz wo sie geblieben sein könnte und weshalb die Geschicht am Baggerloch endete. Wie du selber schreibst ist es etwas sonderbar, das sie nicht auf dem Heimweg gesehen wurde.
Das Marion nicht auf dem Heimweg gesehen wurde spricht in meinen Augen klar für einen Transport in einem Fahrzeug und zwar ab der direkten Umgebung zum Festplatz. Da waren mit Sicherheit viele Menschen unterwegs. Auch solche, die Marion Baier zumindest vom sehen her kannten. Das sie ab 20 Uhr komplett von der Bildfläche verschwand, halte ich für ein Indiz, dass der Täter Marion bereits zu dieser Zeit in seiner Gewalt gehabt haben könnte.
Höhenburg schrieb:Marion muß, nach allem was wir wissen, für ihr Alter (12, fast 13) geistig relativ, ich sage relativ. erwachsen gewesen sein, denn sie wurde durch die Bank von Außenstehenden für 16-17 gehalten. Das kann nicht nur am Aussehen gelegen haben.
Das erkenne ich so in den vorliegenden Quellen nicht. Das sie rein äußerlich älter wirkte, ist wohl unbestritten. Wie reif ihre geistige Entwicklung respektive Persönlichkeit war, ist allerdings unbekannt und eine Bewertung dessen daher reine Spekulation. Das sich Mädchen in diesem Bereich für gewöhnlich schneller als gleichaltrige(!) Jungs entwickeln heißt nicht automatisch, dass sie da bereits mit 16-20 Jahre alten Jungs/Männern auf Augenhöhe war. Insofern lege ich mich was diesen Bereich angeht auch nicht fest, wenngleich ich es für nicht sehr wahrscheinlich halte, dass Marion mit 12 schon so weit gewesen sein könnte.
Höhenburg schrieb:Wenn "Chris", wie ich spekuliere, der Täter wäre, dann hätte er sicherlich pädophile Neigungen, denn wie @Gildonus ja auch erwähnt hat, war Sonja Hurler ebenfalls erst 13.
Da verweise ich auf die werten Beiträge des Users
@sooma . Pädophilie liegt aufgrund der mutmaßlich überdurchschnittlichen, körperlichen Entwicklung Marions in Bezug auf deren Lebensalter hier wohl nicht vor. Das der Täter aber sehr junge, vorzugsweise minderjährige Mädels bevorzugte, ist schon recht klar erkennbar.
Höhenburg schrieb:Ich habe die Theorie, daß die arme Marion das erste Opfer, die Initialzündung, war und der Täter deswegen viel näher und über einen längeren Zeitraum an ihr "drangeblieben"ist. Dafür spräche auch die plötzliche Eskalation. Wie erwähnt, denke ich, der Täter wollte dann nach einiger Zeit mehr als nur Knutschen und Fummeln und als Marion nicht wollte, hat er sie umgebracht.
Möglicherweise war Marion sein erstes Opfer. Möglicherweise wurde der Täter aber auch schon vorher verhaltensauffällig oder versuchte/beging sogar strafbare Handlungen, die nicht zur Anzeige gebracht wurden oder für die er nicht als Täter ins Visier der EB geriet. Schwer zu sagen. Es ist ja auch unbekannt, wie er zu Marion tatsächlich gestanden hat. Was haben die beiden gemacht, wie weit ging das Ganze, für wie lange schon? Das ist alles auch sehr spekulativ.
Höhenburg schrieb:Der Punkt ist folgender: Dieser auffällige Porsche hätte Autofans rund ums Fischerfest ins Auge fallen müssen, daß war ein absoluter Traumwagen seiner Zeit.
Ja es war ein recht seltener Traumwagen zu dieser Zeit und mit den Anbauten auch sehr individuell und auffällig. Keine Frage. Trotzdem muss der Wagen ja nicht unmittelbar am Festgelände in exponierter Position gestanden haben. Er kann auch zufällig zwischen zwei Transportern/LKW gestanden haben oder in einer schlecht einsehbaren Ecke, hinter Gebüsch etc., weshalb er nicht gut zu sehen war. Das er nicht gesehen wurde heißt nicht, dass er nicht dort war.
Höhenburg schrieb:Ein dermaßen ausgefallenes Fahrzeug war selbst mit den Mitteln der 70er zu finden, denn die Polizei mußte sich nicht durch zehntausende gleichartige Autos durchbuddeln. Ich glaube, die Ermittler haben relativ rasch herausfinden können, wer einen solchen Porsche im Raum Nürnberg sein eigen nannte, selbst wenn sie nur nach gelben Targas gesucht hätten, wären das auch nicht dermaßen viel mehr "Hausbesuche" gewesen. Ebenso glaube ich, daß die Polizei inzwischen weiß, ob damals tatsächlich ein Targa mit streitender Besatzung am Hainweg gestanden hat oder ob es nur eine erfundene Geschichte war.
Das ein Fahrzeug wie dieses nicht in Massen vorhanden war, erklärt sich von selbst. Von daher bin ich auch erstaunt, dass man das Fahrzeug offensichtlich nicht sehr zeitnah ausfindig gemacht hat und bei XY danach fahnden musste. Vielleicht lag es am Kennzeichen, vielleicht daran, dass der Nutzer des Fahrzeuges dort nur kurze Zeit zugegen war und dann in seinen Wohnort irgendwo anders in Deutschland oder Ausland zurückkehrte. Das die RB das Fahrzeug als Spur ausschließen konnte wurde nie verlautbart. So lange das nicht der Fall ist, gehe ich davon aus, dass es noch eine tatsächliche Spur ist.
Höhenburg schrieb:Namentliche Bekanntheit ist völlig belanglos, solange wir nicht sicher sagen können, ob "Chris" die Kurzform seines wirklichen Namens war oder nur ein Spitzname. Verbleib in den Stunden zuvor war in den 70er Jahren viel schwieriger genau zu rekonstruieren als heute.
Selbst wenn sie erkannt hätten, daß der Melder "Chris" wäre und kein gutes Alibi verweisen könnte, müßten sie ihm die Tat oder Tatbeteiligung erst nachweisen.
Der Name ist völlig egal. Aber der Rest der Beschreibung inkl. Sprachfehler etc. hätte ihn doch direkt als "Chris(sy) identifiziert. Auch wenn er im wahren Leben z.B. Bernhard oder Manfred heißt. Wäre das der Fall gewesen und man hätte ihm nur die Tat nicht nachweisen können, dann hätte man doch nicht nach dem "Chris(sy)" in der Sendung fahnden brauchen. Die EB hätten ihn ja dann schon identifiziert. Von daher kann in meinen Augen Chris(sy) nicht der BW-Soldat sein.
Mickelangelo schrieb:Vielleicht hatte er von daher sogar auch ein geringeres Selbstvertrauen / Unsicherheiten und war in Bezug auf gleichaltrige Mädels eher schüchtern, da kam ein jüngeres Mädchen doch gerade recht, das ihn schon aufgrund seines Alters bewundert hat.
Ja das mag sein. Allerdings verwundert mich dann der weitere Verlauf des Abends. Das der Täter Marion per pedes oder mit dem Moped zum Tatort verbrachte bzw. über Stunden auf freiwilliger Basis seitens des späteren Opfers irgendwo mit ihr unterwegs war, kann ich mir aus weiter oben im Beitrag genannten Gründen nicht vorstellen. Ich vermute deshalb derzeit einen erwachsenen Täter. Keinen Teen.
Ahn-Dung schrieb:(...) Von daher gehe ich in die Annahme, dass spätestens ab einer Vorbeifahrt an der Merkurstraße die Marion in Panik geraten war, weil nun für sie ersichtlich war, dass der Täter sie nicht nach Hause bringen wollte und die Fahrt ins Dunkle ging und dann hat sie etwa weitere 130 Meter Fahrt gebraucht, um auf die Idee zu kommen, einfach den Zündschlüssel abzuziehen, um so den Wagen zum Stehen zu bringen und ist dann aus dem Wagen geflohen.
Also das sie den Zündschlüssel abzog ist erstmal reine Spekulation, denn es gibt dafür kein sicheres Indiz, außer das die Medaille an jenem Schlüssel gehangen haben könnte. Doch auch da bin ich skeptisch. Der obere Ring am Anhänger ist nicht gedehnt/verbogen, was gegen ein gewaltsamen Abreißen z.B. von einem Schlüsselring spricht. Man hätte den Schlüssel auch vor dem Abziehen nach hinten drehen müssen. Sonst lässt er sich normalerweise nicht abziehen. Wenn man das macht, würde dann auch bei Bewegung des Lenkers das Lenkradschloss einrasten. Das Auto wäre dann bis zu dessen Stillstand nicht mehr steuerbar. Ist es da -aus Sicht der Marion- nicht viel einfacher, erfolgversprechender und nahliegender die Handbremse zu ziehen oder zu versuchen die Seitenscheibe herunterzukurbeln und auf sich aufmerksam zu machen?
Dio Christopherusmedaille sieht für mich so aus, als wäre sie einfach nur lose als Talisman mitgeführt, am Innenspiegel an einem Stoff- oder Lederband aufgehangen oder als Kette am hals getragen worden. An eine besonders feste Verbindung z.B. Schlüsselring, dicke Gliederkette etc. denke ich nicht. Dann wäre der Befestigungsring verbogen/gerissen.
Bundesferkel schrieb:Möglicherweise hat sie auf dem Fischerfest in Zirndorf ihren Unmut über den Heimweg ausgedrückt und jemand hat ihr daraufhin angeboten, sie im Auto mitzunehmen, weil er vielleicht auch in diese Richtung musste. Zu diesem Zeitpunkt muss es noch keinen zwingenden Vorsatz zu einem Verbrechen gegeben haben. Manchmal ergibt eines das andere, da kann sich in wenigen Minuten viel entwickeln.
Ja das halte ich aktuell für die wahrscheinlichste Variante.
Gildonus schrieb:So wie sich die Sache für mich darstellt sucht der Täter "harten Sex" mit sehr jungen Frauen und erzwingt den Sex auch. Mir ist da der Begriff "Lolita" nach einem Roman über eine "Kindfrau" eingefallen, vieleicht trifft das besser.
Ach bitte. Das driftet jetzt in einen ziemlich unschönen Bereich ab. Welche Vorlieben oder Phantasien der Täter gehabt haben könnte und was er tatsächlich mit dem Opfer versucht oder gemacht hat, ist reine Spekulation und wird ohne Kenntnis des Obduktionsberichtes und/oder Ermittlungsakte bzw. bewusste Mitteilung durch die EB auch nicht publik werden. Solange das der Fall ist, sollten wir da aus Respekt vor dem Opfer auch nicht über sowas spekulieren.
HolzaugeSHK schrieb:Dank des Berichtes bei FRANKENFERNSEHEN.TV können wir uns jetzt auch noch ein besseres Bild über die Örtlichkeiten machen.
Vielen Dank für deine Recherche! Bislang war ja der Wohnort nur eine ungesicherte Spekulation aus einer ungesicherten/unerwünschten Quelle. Hier ist es schon recht deutlich und offiziell. Danke dafür!
Gildonus schrieb:Möglicherweise hat man die beiden Fahrzeuge auch nur deshalb in die Handlung eingefügt, um damit in "implizierter Form" auf den Tatzeitraum hinzuweisen. Das ergibt für mich keinen gesteigerten Sinn, aber als Spekulation ist das zulässig.
Das glaube ich nicht. Erstens weil es -wie du selbst sagst- absolut keinen Sinn hat, da man den Zeitraum auch ohne Fahrzeuge einfach benennen könnte, wenn er dann z.B. durch das Obduktionsergebnis bekannt ist. Zweitens weil die Fahrzeuge dafür auch zu spezifisch sind. Einen gelben Porsche 911 Targa mit 4 Zusatzscheinwerfern und Antenne, sowie einen VW 1500 mit US-Kennzeichen denkt sich doch keiner aus, nur um Zeit im Beitrag zu füllen. Mal davon abgesehen würde damit auch der Sinn und Zweck der Sendung verfehlt. Es geht ja darum Zeugen/Mitwisser der Tat zu akquirieren, nicht Zeugen auf den Plan zu rufen, die Aussagen zu fiktiven Fahrzeugen machen. Das wäre absolut kontraproduktiv und mMn völlig sinnfrei.