@Slaterator
Slaterator schrieb:Nun, der Schreinermeister und auch der Soldat waren nicht nur erwachsen, sie fühlten sich von der Beobachtung die sie an diesem Abend gemacht hatten genötigt, sich freiwillig bei der Polizei zu melden und eine Aussage zu machen. Ich gehe davon aus, ihre Aussage wurde auf Plausibilität geprüft, ihre Anwesenheit am Ort ebenfalls nachvollzogen und für plausibel empfunden und alles ordnungsgemäß protokolliert, die Identität zweifelsfrei festgestellt. Daher ist das alles zumindest für mich persönlich erst einmal formaljuristisch korrekt.
Ja, so stelle ich mir das auch vor. Polizeiarbeit, wie man sie sich als Laie vorstellt und wünscht. Da wir beide nicht dabei waren, mutmaßen wir das natürlich nur, nehmen es aber in der Falldiskussion als Tatsache an. Denn sonst:
Der_Schwabe schrieb:Naja, dann muss ich aber auch alle anderen Zeugenaussagen anzweifeln. Genauso gut könnte man dann annehmen, dass die gesehenen Fahrzeuge gar kein VW und kein Porsche waren. Und vielleicht war der VW ja gar nicht grün sondern blau. Die mutmaßlichen Zeugen waren vielleicht übermüdet und konnten das gar nicht mehr so genau erkennen. Ich frage mich aber, was dann hier noch zu diskutieren bleibt...
Ich gehe davon aus, dass auch deren Aussagen auf Plausibilität geprüft wurden, die angegebenen Umstände ( Orte, Zeiten, Zeiträume ) ebenfalls nachvollzogen, für plausibel empfunden, ordnungsgemäß protokolliert worden sind.
Ich gehe sogar davon aus, dass man die Aussagen der Freundinnen miteinander verglich und auf Übereinstimmungen und Abweichungen abklopfte. Eine Möglichkeit, die man bei Einzelzeugen in dem Maße nicht hat.
Ich gehe ebenfalls davon aus, dass die Ermittler keine Praktikanten waren, sondern entsprechend ausgebildet und erfahren, um die Besonderheiten von Aussagen von Kindern/Jugendlichen zu kennen und zu berücksichtigen. Hier konnte man sogar noch Eltern und Lehrer fragen, ob die Mädchen zu überbordender Fantasie neigten.
Auch hier waren wir nicht dabei und müssen uns darauf verlassen, dass das, was uns als bisheriges
Ergebnis bekanntgegeben wurde, den Tatsachen entspricht oder zumindest von den Ermittlern als Tatsachen angesehen wird. Das gilt.
Mehr haben wir nicht und erst wenn wir im weiteren Verlauf der Ermittlungen mehr, genauere oder gegenteilige Informationen erhalten, können wir die in unsere Gedankengebäude integrieren.
Also frage ich mich, wie Du dazu kommst, den wahrscheinlich selben Polizisten durch die Hintertür zu unterstellen, sie hätten bei der Einvernahme der Freundinnen von M.B. nicht genau dieselbe Sorgfalt an den Tag gelegt wie bei dem Schreinermeister und dem Soldaten und diese
Ergebnisse in Zweifel zu ziehen. Also das Extrakt nach Abzug aller Einschränkungen, die man gegenüber jedewedem Zeugen haben kann. Für mich lautet die Antwort schlicht: Kraft Deiner Wassersuppe. Und die ist mir zu dünn.
Slaterator schrieb:Oder eben auch die angenommenen Treffen zwischen Marion und jenem Chris(sy), die mutmaßlich nur aufgrund der Aussage von Marions Freundinnen angenommen werden, die hier von einigen Usern aber als Fakt betrachtet werden, weil Eduard Zimmermann keinen Konjunktiv benutzte.
Und der benutzte keinen Konjunktiv, weil die präsentierten Informationen als Fakten angesehen wurden. Und solange keine anderslautende offizielle Information rauskommt, bleibt´s dabei.
Slaterator schrieb:
Dew schrieb:Sie hat daheim behauptet, sie hätte das vor. Das kann auch tatsächlich das geplante Endziel ihrer Route gewesen sein. Ob sie Zwischenziele geplant hatte und wie viele, wissen wir nicht.
Hier hakt es schon. Sie (Marion) hat -so mein Stand der Information- ihren Eltern angekündigt, die Oma zu besuchen.
Sachlich hakt ( bis ) da gar nichts. Du drückst die bekannten Fakten nur anders aus.
Slaterator schrieb:Tatsächlich traf sie sich allerdings zunächst mit einer Freundin auf dem Fest.
Sachlich scheinbar korrekt, Du beginnst allerdings hier schon, die Fakten zu interpretieren, möglicherweise ohne es zu merken.
Du sagst, sie traf
sich mit der Freundin. Das impliziert eine Verabredung
mit der Freundin. Das ist möglich, schränkt aber die neutrale Sicht ein.
Es kann ja auch sein, dass sie dort nur
auf die Freundin traf, während sie eigentlich mit jemand anderem verabredet war.
Und es kann sein, dass sie
zuerst mit der Freundin verabredet war und unabhängig davon oder für später noch mit jemand anderem.
Das wären zwei naheliegende Erklärungen für ihre Rückkehr, nachdem die Freundin gegangen war.
Gerade diese Rückkehr macht die Möglichkeit, dass sie
spontan auf das Fest ging, also ursprünglich
nur zur Oma wollte, und die Möglichkeit, dass sie
nur mit der Freundin verabredet war
meiner Meinung nach ( Achtung: Interpretation! ) weniger wahrscheinlich aber nicht unmöglich.
Slaterator schrieb:Dies spricht mMn eindeutig dafür, dass sie dort auch mit ihr primär verabredet war und anschließend der Besuch bei der Oma stattfinden sollte.
Das ist Deine Meinung, das ist
eine Möglichkeit,
eindeutig ist da gar nichts. Kann man so sehen.
Du schränkst Dich nur in der Betrachtung darauf ein. Die anderen von mir aufgezeigten Möglichkeiten werden in keinster Weise widerlegt.
Je früher man sich in der Betrachtung solcher Vorgänge festlegt, desto mehr gerät man in einen Tunnel.
Ich sage, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Verabredung bei der Gesamtbetrachtung steigt, beschränke mich aber nicht auf die Freundin oder darauf, dass es nur
eine Verabredung gab. Damit halte ich alle Möglichkeiten im Blick und muss keine Zusatzannahmen erfinden, für die es keine Hinweise gibt.
Slaterator schrieb:So konnte auch der Festbesuch erfolgreich vor den Eltern vertuscht werden.
Das halte ich in der Gesamtbetrachtung auch für sehr wahrscheinlich. Ich erinnere mich aus meiner Kindheit an Diskussionen bezüglich erlaubter und nicht erlaubter Dinge. Wenn meine Eltern etwas nicht erlauben wollten, hieß es mitunter, dass die Nachbarskinder das schließlich auch nicht dürften oder täten. Das wäre o. k. gewesen, wenn nicht nicht bei anderen Anlässen etwas verboten wurde, was diese durften. Ich habe diese Argumentationsschiene gehasst. Das war so beliebig und immer zu meinem ( empfundenen ) Nachteil, obwohl sich meine Eltern bestimmt was dabei dachten.
Bei der Festbesuchsfrage stelle ich mir eine ähnliche Situation vor. Das Argument, die Freundin dürfe auch alleine dort hin, hätte vermutlich nicht geholfen.
Ich finde es übrigens interessant und bemerkenswert, dass Du an dieser Stelle eine Vertuschung auch für plausibel hältst.
Gleichzeitig blockst Du den "Chrissy" vehement ab, obwohl man da auch von Verheimlichung ausgehen kann, ja sogar muss, wenn M.B.´s Freundinnen ihn in Person kannten und die Eltern nichts von ihm wussten.
Die Festbesuchsfrage mit dem Zusatz, dort einen den Eltern unbekannten Jungen ( jungen Mann ) treffen zu wollen, hätte vermutlich zu Hausarrest geführt.
Slaterator schrieb:Das Endziel wird dann deutlich, als sie sich von dieser Freundin verabschiedet. Sie will zur Oma. Die ihr ja letzten Endes auch das "Alibi" für diesen wahrscheinlich nicht erlaubten Festbesuch verschaffen soll.
Das sehe ich ganz genauso, wie schon angesprochen.
Slaterator schrieb:Warum sollte sie da Zwischenziele mit ständigem Hin- und Her planen? Das erschließt sich mir nicht. Zumal ja auch Sonntag war....
Von ständigem Hin und Her war doch in der Betrachtung der Planung keine Rede und ich weiß nicht, wo Du das hernimmst. Der Plan für den Sonntagnachmittag sah doch, soweit ich Dich verstehe, so aus: Start zu Hause,
verheimlichtes Zwischenziel Freundin auf dem Fest treffen, Ziel ( -angabe ) Oma.
Für mich kann der Plan von vornherein so ausgesehen haben:
Zu Hause - Fest
( erst verheimlichte Freundin, später noch verheimlichterer X ) -
unbekannter Ort? - Oma
Das Hin und Her war m. E. nicht geplant, das entstand aus der Situation.
Es entstand folgendes Bild:
Zu Hause - Fest ( verheimlichte Freundin) - unbekannter Ort - Fest ( warum? wegen oder mit wem? ) - unbekannter Ort? - Tatort/Fundort
Ist das mit den
Zwischenzielen so verständlicher?
Slaterator schrieb:
Dew schrieb:Wir wissen nur, dass sie das angegebene ( End- ) Ziel nicht erreichte.
Sie erreichte ihr Endziel nicht. Korrekt. Weder die Oma, noch ihre Wohnadresse. Es erscheint mir allerdings wenig plausibel, dass diese "Zielverfehlung" bewusst von ihr geplant war.
Was soll denn jetzt auf einmal hier die Wohnadresse, also zu Hause? Das ergibt doch selbst in Deinem eigenen Szenario vom verschleierten Festbesuch kaum Sinn.
Wenn die Oma als Alibi für´s Fest herhalten sollte und unter der Vorgabe, dass es für die Familie nicht ungewöhnlich war, dass M.B. bei der Oma übernachtete, dann war doch der Witz an der Sache,
nach dem Festbesuch bei der Oma zu bleiben und wegen der späten Rückkehr zu Hause keinen Abriss zu kriegen.
Eine Tour Fest - Oma - nach Hause wäre ja nur noch später geworden und hätte genau diesen provoziert.
Natürlich war die Verfehlung des Endziels "Oma" nicht geplant.
Slaterator schrieb:Ich denke vielmehr, sie lief dem Täter quasi in die Arme, er nutzte sie Situation und das war es dann.
Meinst Du jetzt einen reinen Gelegenheitstäter ohne vorherigen Bezug zum Opfer? Das kann selbstverständlich sein. Sogar unter allen vorher angesprochenen Möglichkeiten kann es darauf hinausgelaufen sein.
Will sagen, sie kann
nur mit der Freundin auf dem Fest verabredet gewesen sein und später auf dem Weg zur Oma ihren Mörder getroffen haben.
Dann ergibt aber die Rückkehr zum Fest, nachdem die Freundin weg war, ein großes Fragezeichen.
Sie kann mit der Freundin und einem Unbekannten verabredet gewesen sein, diesen auch nach der Rückkehr zum Fest getroffen und eine gute Zeit gehabt haben. Später, auf dem Weg zur Oma, traf sie ihren Mörder.
Sie kann mit der Freundin und einem Unbekannten verabredet gewesen sein, diesen auch nach der Rückkehr zum Fest getroffen und eine gute Zeit gehabt haben. Später, auf dem Weg zur Oma, brachte der sie um.
Slaterator schrieb:
Dew schrieb:d.)Sie hatte schon von vornherein vor, auf das Fest zu gehen und anschließend zur Oma, um auf dem Fest jemand bestimmten zu zu treffen, war mit der Person oder den Personen verabredet.
Ja korrekt, davon gehe ich ja auch aus. Aber die Verabredung war mit ihrer Freundin. Die hat sie dort getroffen und Zeit mit ihr dort verbracht, bis sie sich dann auf den Weg zur Oma machte und sich von ihr verabschiedete.
Hierbei ergibt die Rückkehr zum Fest das große Fragezeichen, wie schon gesagt.
Slaterator schrieb:Warum sie zurück kam ist tatsächlich merkwürdig. Was ist denn eigentlich wenn sie etwas verloren hat? Den Schlüssel zum Beispiel oder irgendetwas für sie wertvolles? Das könnte auch ein Grund zur Rückkehr sein. Sie merkte es spät, kehrte um und ging in das Festzelt um das verlorene Stück zu suchen. Nur mal als Idee...
Das ist sicher eine theoretisch mögliche Erklärung aber darauf gibt es meines Wissens keine Hinweise. Weder habe ich bisher von irgendeinem fehlenden Gegenstand gehört, noch hat sie z.B. die später getroffene Freundin, die mit ihren Eltern da war, daraufhin angesprochen. Es wäre naheliegend gewesen, sie um Hilfe beim Suchen zu bitten. Das bleibt also reine Spekulation zum im Hinterkopf behalten.
Wenn Du schon über verschwundene Dinge spekulierst:
Ich weiß, dass Dich das jetzt ärgern wird, aber der einzige Part aus ihrem Umfeld, von dem wir wissen und der nach der Tat weg war, ist der "Chrissy". Den muss ich mir nicht dazuerfinden, um ein ansonsten schwer erklärbares Verhalten leichter zu erklären.
Slaterator schrieb:
Dew schrieb:Mit dem kategorischen Ausschluss von "Chrissy" entfernst Du Dich aber völlig willkürlich von den bis zur detaillierten Personenbeschreibung veröffentlichen Informationen bis hin zur Falschbehauptung "nie gesehen und/oder identifiziert".
Laut E. Zimmermann und EB wurde er vor der Tat oft gesehen und von den Freundinnen, die ihn sahen, anhand der genannten Merkmale als "Chrissy" identifiziert.
Nein, ich entferne mich nicht willkürlich. Mir eine Falschbehauptung zu unterstellen ist -mit Verlaub- eine Frechheit. Nur weil irgendwelche Freundinnen von Marion angeblich irgendeine Person mit schwarzem Moped und rotem Helm irgendwo gesehen haben, ist nicht bewiesen, dass es sich um ein und dieselbe Person handelt, die angeblich mit Marion zusammengetroffen ist und identifiziert ist ist bis heute nicht. Auch das Verhältnis zu Marion ist nicht geklärt.
Ich möchte nicht frech sein und ich halte Dir die unchristliche Zeit, zu der Du das geschrieben hast zugute, aber diese künstliche Aufregung steht Dir wirklich nicht.
Wie soll ich es denn nennen, wenn Du mit schon absurder Sturheit in Zweifel ziehst und das Gegenteil von dem behauptest, was den Ermittlern als Ergebnis ihrer Ermittlungen plausibel und für die Öffentlichkeitsfahndung wichtig und erwähnenswert erschien? Pathologisch auffällig?
Slaterator schrieb:Die anderen Zeugen meldeten sich bei der Polizei, machten konkrete Angaben zu möglicherweise verdächtigen Beobachtungen. Diese in Frage zu stellen finde ich persönlich unverständlich. Wie wahrscheinlich ist es denn, dass auf einer einsamen Straße durch ein Neubaugebiet (Großbaustelle) in Gegenrichtung ein so auffälliger Porsche 911 neben oder nahe einer Kinderleiche zum stehen kommt und ein Mann mit einer Frau/Mädel im Fahrzeug kämpft, aber das alles nur Zufall ist und nicht mit dem Mord zusammenhängt? Und warum haben sich diese beobachteten Personen nicht gemeldet?
Sind die nicht abgetaucht so wie angeblich jener Chris(sy)? Sind die weniger verdächtig?
Ich wüsste jetzt nicht, wo ich diese
Zeugenaussagen in Zweifel gezogen hätte, dass Du ausgerechnet mir damit ständig kommst. Die Beobachtungen stehen. Ich bezweifle höchstens den
Bezug der beobachteten
Tatbestände zum Fall und habe diese Zweifel auch jeweils begründet.
Völlig abgesehen davon vergleichst Du hier Äpfel mit Birnen.
Im Gegensatz zu "Chrissy" sind nämlich die genannten Personen, also der Typ mit dem auffälligen Porsche, den es mitten in der Nacht auf die falsche Straßenseite verschlagen hatte und der ( deswegen? ) einen bewegten Disput mit seiner Begleitung hatte, oder der unbekannte GI zu keinem Zeitpunkt
vor der Tat irgendwie als in M.B.´s Umgebung befindlich erwähnt worden. Dafür hat vermutlich die Phantasie ihre Freundinnen nicht gereicht...
Oder habe ich was übersehen? Ich lasse mich da gerne korrigieren, wenn´s doch so war.
Slaterator schrieb:
Dew schrieb:Um Deinen persönlichen Schwerpunkt zu begründen halte ich es nur für völlig unnötig und nicht nachvollziehbar, Fakten wortreich zu ignorieren oder zu verdrehen bis hin zur Leugnung.
Das wiederum ist jetzt einfach mal eine -wie ich es empfinde- schon recht freche Unterstellung, mir hier vorzuwerfen etwas zu leugnen oder zu verdrehen. Das sehe ich hier abolut nicht als gegeben an. Zumal hier schonmal behauptet wurde, der Zeuge der Porschesichtung wäre unglaubwürdig. DAS ist Verdrehung von Tatsachen und Verleugnung von Tatsachen meiner Meinung nach.
Das ist schon keine Sackgasse mehr, in der Du da steckst, das ist ein Sackloch mit einem bündig abgerissenen Bolzen, mindestens M10.
Schönes Wochenende.
MfG
Dew