Bundesferkel schrieb:In diese Richtung geht meine Vermutung auch.
Interessant wären aus meiner Sicht Informationen zu eventuellen Porsche-Liebhaber-Treffen 1973 im Raum Fürth/Nürnberg und 1981 in Kempten.
Natürlich sind solche Treffen immer eine gute Informationsquelle für Ermittlungen. Es ist nicht gänzlich unwahrscheinlich, dass z.B. der beobachtete Porschefahrer selbst dort vernetzt war oder Clubmitglieder zumindest sein Fahrzeug kannten und es ihm zuordnen können. Denn zu dieser Zeit (Anfang der 70´er) waren -vor allem so auffällige Porsche 911 Targa- sicher nur selten im Stadtbild anzutreffen. Es waren noch Exoten, die sich nur Personen mit gutem bis sehr guten Einkommen leisten konnten, von denen sich aber nur wenige so ein Fahrzeug auch tatsächlich leisteten. Somit ist es sehr gut denkbar, dass er Porsche 911 Fahrern mal aufgefallen sein könnte. Oder das man ihn mal auf das Fahrzeug angesprochen hat.
321meins schrieb:(...) wenn ich Bild 3 betrachte mit der doch konkreten Personenbeschreibung, liesse sich dies ableiten sollte Marion lediglich ihrer Freundin von Chris erzählt haben und weder diese noch andere Personen ihn je gesehen haben?
Der User
@Bundesferkel sagt dazu:
Bundesferkel schrieb:Es mag zwar nicht auf alle zutreffen, aber viele Mädels mit beginnender Pubertät träumen von ihrem Traumprinzen; der wird dann auch bis ins Detail beschrieben und ein kleiner Sprachfehler erhöht noch die Glaubwürdigkeit und macht den Knaben noch süßer.
Ich halte es durchaus für möglich, dass es Chris in dieser Art nicht gab.
321meins schrieb:Das ist völlig richtig, da würde ich die Uhrzeit und Strecke nicht als Punkt ansehen, tatsächlich lediglich die Umstände der Beschreibung Antenne/Nummernschild wo ich persönlich nicht sicher bin ob es möglich war dies in der Situation zu erkennen, dazu noch das Weiterfahren und nicht nachfragen, aber das halte ich tatsächlich für möglich, selbst in deutlichen Notsituation greift nicht jeder ein, vielleicht hatte der Bundeswehrsoldat auch die Situation vor Ort nicht als bedrohlich eingeschätzt. Die Zeugen im Fall Sonja hatten ja auch erst später gemeldet dass sie ein Mädchen um Hilfe rufen gehört haben.
Der User
@HolzaugeSHK ergänzt:
HolzaugeSHK schrieb:Wir verschwenden hier in der Diskussion nur unnötige Energie, der Chris(sy) ist ein Phantom - Sorry!
Ich würde mich den Ausführungen beider User (
@Bundesferkel und
@HolzaugeSHK ) anschließen. Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass Marion Baier möglicherweise die alleinige Urheberin dieser angeblich amourösen "Beziehung" zwischen ihr und diesem "Chris(sy)" war. Ich habe früher des Öfteren geschrieben, dass es diese als "Chris(sy)" bezeichnete Person auch mit deren ungefähren Eigenschaften im echten Leben gegeben haben mag. Doch ich persönlich mutmaße, dass er mit Marion Baier keinerlei Beziehung pflegte und Marion ihrer Freundin oder Freunden gegenüber da einfach eine Phantasiegeschichte aufgetischt hat.
Der User
@Der_Schwabe sagt dazu:
Der_Schwabe schrieb:Ede sagt bei der Personenbeschreibung von Chris: "... er wurde sehr oft mit einem schwarzen Moped gesehen und trug dazu einen roten Sturzhelm."
Streng genommen lautet die Frage dazu doch, ob es wirklich "Chris(sy)" war der gesehen wurde oder ob diese Person in den Beschreibungen der Marion Baier ihrer Freundin/ihren Freunden gegenüber nur zufällig ähnelte. Vielleicht hatte Marion diesen Mopedfahrer ja auch mal gesehen, empfand das als cool und dichtete ihm noch weitere Eigenschaft zu, die der reale Mopedfahrer vielleicht gar nicht erfüllte. Das zumindest würde erklären, warum man diesen Mann nicht identifizieren konnte. Vielleicht wurde er gefunden. Hatte aber schwarze Haare, keinerlei Sprachfehler und konnte sich an keine Marion erinnern. Vielleicht hieß er auch Manfred und nicht Chris(sy). Man weiß es nicht.
Der_Schwabe schrieb:(...)"Aus den Vernehmungen ihrer Freundinnen wissen wir..." kann man also durchaus schlussfolgern, dass Marion von ihren Freundinnen zumindest wiederholt mit jemandem gesehen wurde, auf den diese Beschreibung passt.
Das ist jetzt deine Interpretation der Dinge. Wenn in der Vernehmung die Freundinnen übereinstimmend berichten, sie hätten den zuvor von Marion beschriebenen Fahrer eines schwarzen Mopeds und mit rotem Helm gesehen, heißt das nicht, dass Marion mit ihm zusammen beobachtet wurde. Es heißt auch nicht, dass diese Person tatsächlich die von Marion beschriebene Person war. Nur das sie jemanden beobachtet haben, der auf Marions Beschreibung passt, zumindest, was Moped und Helm angeht.
Harald111 schrieb:Die Jugendlichen die sich zu meinerzeit aus der näheren oder weiter entfernten ländlichen Umgebung in der "Großstadt Nürnberg meistens heimlich" rumgetrieben haben waren jetzt nicht viel älter als Marion Baier so um die 15 Jahre. Mofa Führerschein haben wir damals bei uns in der Schule gemacht, manche sind auch ohne Führerschein schon mit 13 regelmäßig Mofa gefahren auch weite strecken. Ich schätze und spekuliere das "Chris" so zwischen 13 und 16 Jahren alt gewesen sein könnte wenn er ein Mofa oder eine Moped besessen hat.
Ja und wo hat man andere Kinder oder Jugendliche getroffen die nicht zu den eigenen engen Freundeskreis zählen,
Spielplatz, Freibad, beim einkaufen oder Besorgungen machen, auf dem Schulsportplatz - Vorplatz beim abhängen nach der Schule, in der Bücherei bei Rollschuh laufen auf der Straße usw.
Das ist erst einmal ja auch ein völlig logischer Gedanke. Das passt. Aber mich stören an dieser Annahme 1-2 Details. Zunächst ist dann einmal unklar, warum sich Marion scheinbar allein an diesen Plätzen aufgehalten haben muss. Denn wir wissen nichts darüber, an welchen Plätzen sich Marion mit jenem Chris(sy) getroffen haben will., folglich kann auch niemand aus ihrem nahen Umfeld dabei gewesen sein. Hinzu kommt, dass sich nach der Beschreibung in XY niemand meldete, der Marion an diesen Orten jemals gesehen/getroffen haben will. Ist doch merkwürdig oder? Wenn sich eine "Clique" von mehreren Jugendlichen regelmäßig irgendwo z.B. auf einem bestimmten Parkplatz etc. trifft, dann bleibt doch eine stets allein dort erscheinende Marion Baier, die 12 ist aber wie 15-16 wirkt nicht unbemerkt. Da hätte sich sicher noch jemand erinnert. Auch daran, dass sie Kontakt zu einem gewissen "Chris(sy)" aus der Clique gehabt hat.
Umgekehrt hätten sich ja auch Marions Freundinnen daran erinnern müssen, wo sich Marion für gewöhnlich aufhielt und wie sie diesen Chris(sy) überhaupt kennenlernte. Also mir scheint das einfach viel zu ungenau zu sein. Da fehlen jede Menge Infos und Details, die bewusst oder unbewusst nie veröffentlicht wurden. Aus welchen Gründen auch immer.
Harald111 schrieb:(...) trotzdem haben sich Menschen getroffen und verabredet, auch hatten die Menschen früher ein soziales Umfeld \ Leben und haben vielleicht gerade deswegen viel schneller als heute neue Menschen Kennengelernt.
Ich bin ja selbst in Zeiten aufgewachsen, wo es weder Internet, noch Social Media usw. gab. Allerdings hatten zumindest meine Eltern und die meiner Freunde damals schon ein Festnetztelefon (in meinem Fall sogar anfangs noch mit Wählscheibe
:D ). Für gewöhnlich hat man es dann in meinem Fall so gemacht, dass man sich entweder in der Schule verabredete, wenn die Möglichkeit bestand anrief oder einfach bei Freund/Freundin geklingelt hat, um zu fragen ob man mit ihm/ihr spielen kann. Manchmal traf man sich auch in der Siedlungsstraße. Aber es war ein sehr überschaubarer Bereich. Da hätte Marion auffallen müssen, wenn sie immer mit älteren Mopedcasanovas abhängt. Sicher hätte sie auch mal eine Freundin begleitet. Ein 12 Jahre altes Mädel geht für gewöhnlich auch nicht allein ins Freibad und oft sind da auch immer Leute, die sie kennen.
Harald111 schrieb:Marion Baier ist ohne wissen Ihrer Eltern auf einem Fest gewesen schwärmt von einem "Chris" wollte zur Oma und ist ein Mordopfer.
Mehr ist über Sie öffentlich nicht bekannt gegeben worden und mehr braucht die Öffentlichkeit nicht zu wissen, auch wenn es uns beim Spekulieren wie es gewesen sein könnte helfen würde.
Das sie zu ihrer Oma wollte ist unbestritten, da sie ja auch ihrer Verabredung auf dem Fest mit ihrer Freundin beendete, um dann schnell zu ihrer Oma zu gehen. Ja, sie hat ihren Eltern gegenüber unterschlagen, dass sie mit einer Freundin auf dem Fest verabredet war. Aber auf dem Fest gab es kein außergewöhnliches Verhalten mMn. Man trank vielleicht eine Cola und schaute sich dort um und dann brach sie zu ihrer Oma auf.
Ich finde, man sollte diesen Sachverhalt nicht überbewerten. Wenn sie bewusst mit irgendeinem geheimen Freund verabredet gewesen wäre, wäre es wesentlich schlauer gewesen, erst die Oma zu besuchen und dann der Oma gegenüber angeblich nach hause zu den Eltern zu gehen, weil am nächsten Tag Schule war. So hätte sie sich nicht zwei Male auf das Fest begeben müssen, hätte den Besuch bei Oma aufrecht erhalten können und alles wäre gut gewesen. Doch das Verbrechen beginnt meines Erachtens bereits zu dem Moment, wo Marion nicht mehr bei ihrer Oma eintrifft.
Agrimony schrieb:Woher wissen wir denn, dass damals Chris nicht gefunden wurde und auch befragt wurde?
Genauso der Porschefahrer, der durch die Beschreibung des Autos eventuell ermittelt wurde, könnte befragt worden sein.
Das wissen wir nicht. Allerdings steht bei aktuellen Meldungen besagte Personen nicht mehr im Fokus. Warum auch immer.
Agrimony schrieb:Allerdings wurde von den Ermittlern gesagt, dass sie die damaligen Zeugen nochmal befragen und ich gehe davon aus, auch bei einigen DNA-Tests durchführen und eventuell ist ja da auch Chris und der Porschefahrer mit dabei.
"Damalige Zeugen" zu befragen bedeutet ja nicht "damalige Tatverdächtige" befragen. Wer das ist wissen wir nicht. Ob Porschefahrer und Mopedcasanova ermittelt werden konnten ist völlig unklar.
HolzaugeSHK schrieb:Ist die US-Army kooperativ und gibt Personendaten an die Ermittler in Fürth raus?
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass die MP der in meiner Heimatstadt stationierten Briten was Strafverfolgung eigener Soldaten anging mitunter ziemlich unkooperativ war. Ich weiß nicht wie es bei Kapitaldelikten war. Aber bei Zechprellerei, Fahrgeldunterschlagung, Sachbeschädigung und Körperverletzungen hatte wenig Chance den Täter ausgeliefert zu bekommen. Aber das ist meine persönliche Erfahrung. Wie es bei der US Army war, vermag ich nicht zu sagen.
321meins schrieb:Gibt es denn Informationen dass das Auto am Strassenrand der Hainbergstraße stand?
Nein, gab/gibt es nicht. Aber mMn wird das im XY Filmfall suggeriert, da die Gegend der ersten Sichtung der von der zweiten Sichtung ziemlich gleicht. Es wird auch nicht explizit ein Ortwechsel erwähnt.