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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

164 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mutmaßliche Kriminalfälle, mysteriöse Beobachtungen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

05.03.2026 um 22:28
@Grillage

Ich kann mich noch gut an DDR-Zeiten erinnern, als ich mit 12 Jahren XY geschaut hab. Ja, ZDF war empfangbar. Grad so, aber es ging.

Wie oft hab ich da gedacht, der Westen muss ja einziges Schlachthaus sein, sowas gibt's bei uns nicht. Nach der Wende stellte sich raus, dass es hier genauso war, aber alles vertuscht wurde.

Will sagen, dass man durch die Berieselung vielleicht ein falsches Bild bekommt oder bekommen kann.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

05.03.2026 um 22:38
"Unterwegs mit Cops", Geschichten aus grauer Vorzeit :D

1. Der Umtrunk

Zwei angehende Polizisten aus dem Freundeskreis nehmen mich, damals gerade so eben noch ohne Führerschein, mit zu einem ihrer üblichen Party- und Discoabende. Beide betrinken sich stundenlang hemmungslos und sind weit nach Mitternacht zweifellos nicht mehr fahrtauglich. Nummer 1 fährt natürlich trotzdem, denn es ist ja schließlich sein Auto und er könne niemals verantworten, einen führerscheinlosen Jugendlichen in so einer Situation ans Steuer zu lassen, oder alternativ ohne Bahn- und Busanbindung in der nächtlichen Einöde allein zurück.
Besagter Jugendlicher hingegen, also ich, ist noch (beinahe) völlig nüchtern. Seine Argumente, ihn eben doch fahren zu lassen oder gemeinsam im Auto zu pennen, scheitern.

Nach einigen zurückgelegten Kilometern der eigenen Spurhalteschwierigkeiten durchaus bewusst, fällt der Fahrer die einsame Entscheidung, doch lieber bei einem Bekannten zu übernachten, der in einem winzigen Dorf irgendwo in dieser einsamen Gegend wohnt. Unangekündigt natürlich, denn Handies gibt es noch nicht.
Für alle Beteiligten außer mir vollkommen überraschend, ist dieser Bekannte jedoch abwesend oder öffnet mit Absicht nicht die Tür, als zwei ganz offensichtlich Volltrunkene in Begleitung eines schweigsamen Unbekannten vor seinem Bauernhof lautstark randalieren, gelegentlich Sturm klingeln und an Fenster und Türen trommeln. Als Quittung für derlei ungerechte Behandlung urinieren die angehenden Beamten schließlich gemeinsam in einen Blumenkübel und entfernen sich so unauffällig, wie sie zuvor erschienen waren (brüllender Motor, durchdrehende Räder). Noch immer reagiert darauf niemand; es gibt überhaupt nur wenige Gebäude dort.

Kaum einen Kilometer später warnt ein einsames Verkehrszeichen keineswegs grundlos vor einer scharfen Kurve, dringt damit aber nicht zum Fahrzeugführer durch.
Der alte Ford nimmt eine Böschung im Sturm, fliegt mit bereits verstummtem Motor ein kurzes Stück und landet dann in einem prächtigen Weizenfeld, durch das er sich viele Meter weit schiebt.
Ganz ehrlich, den Moment mit dem "WUMP!" - vollkommene Stille - Weizenfeld schräg von oben im Scheinwerferlicht - nochmal "WUMP!" und dem seltsamen Zischeln, das die umknickenden Halme verursacht haben, vergesse ich nie. Völlig irre.
Anschließend wieder Stille.
Ich wühle mich auf der Rückbank zwischen Schlafsäcken, Jacken, Schuhen, leeren Dosen, Essensresten und zahlreichen anderen Utensilien wie z.B. einem Baseballschläger hervor, Fahrer und Beifahrer starren sich wortlos an, verletzt ist offenbar niemand. Der markante Geruch warmen Kühlwassers breitet sich aus.

Wir steigen aus. Der Wagen wirkt auf den ersten Blick beinahe unversehrt, nur ein Vorderrad steht seltsam zur Seite. Das Wasser ist raus, aber der Motor startet noch. Also gut. Einer fährt, zwei schieben an. Nach einigem Geruckel will der Wagen ein Stück rückwärts, bis das Motorthermometer am Anschlag ist, mit einem blockierten Vorderrad zwar, aber immerhin, er fährt. Ich stolpere beim Anschieben, falle in den Dreck und hole mir eine Beule am Schädel, einzige Verletzung bei allen Beteiligten soweit.
Eine Weile warten wir, dann folgt der zweite Versuch - anschieben, ein Stück rückwärts ruckeln, Motor heiß, nächste Pause.
Wenig später steht der Wagen tatsächlich wieder auf der Straße, aber ans Fahren ist natürlich nicht zu denken. Wir ruckeln ihn, mit mehreren weiteren Pausen, zurück ins Dorf und dort in eine Seitenstraße, wo er unter einer Laterne quasi auf dem Präsentierteller geparkt wird (ich bin dagegen, aber man mag nicht auf mich hören).

Lautstarke Diskussion zwischen zweien im Laternenlicht, was nun zu tun sei. Der Dritte steht abseits und schweigt.
Der Fahrer will sich bei seinen Kollegen selbst anzeigen, aber nirgends ist eine Telefonzelle aufzutreiben. Handies, wie gesagt, gibt es noch nicht.
Nach Hause laufen ist eher keine Option, das wären gut über 20 Kilometer. Der Beifahrer schlägt das vor, rennt auch erstmal ein Stück, gibt dann aber auf und trottet zurück.

All das bleibt einem Anwohner nicht verborgen, der auf seinen Balkon hinaus tritt und dort vernehmlich diskutiert - nicht etwa mit uns, sondern mit seiner Frau, die im Hintergrund aus der Bude keift. Ein Ehestreit um Meinungen, Standpunkte und Optionen entbrennt - womöglich lauter, als alle vorangegangenen Ereignisse.
Das reißt einen weiteren Anwohner aus dem Schlaf, der nun im Schlafanzug sein Haus verlässt und auf uns zukommt.
Er scheißt erstmal Ehepaar im Nachbarhaus zusammen, dort gibt man auch tatsächlich Ruhe und die Balkontür wird wieder geschlossen.

Der Fremde, zu uns:
"Aus der Kurve geflogen, hmm? Das passiert immer wieder. Ist ja auch fies da."
Nach kurzem Überlegen und einer Musterung von Ross und Reitern:
"Stellt den bei mir in die Scheune, ich fahr' euch erstmal heim."
Was er dann auch tut. Im Schlafanzug, mit Badelatschen.

Am Folgetag.
Einer der angehenden Beamten, zuvor "Fahrer" genannt, besinnt sich seiner guten Kontakte zum örtlichen Autohändler, wo er vor seinem Berufswechsel eine Ausbildung gemacht hat. Zusammen mit einem ehemaligen Kollegen rückt er mit dem firmeneigenen Abschleppwagen aus, um sein verbogenes Fahrzeug einfach selbst abzuholen - den nun wieder keifenden Nachbarn gegenüber angeblich "im Kundenauftrag"; man wisse ja nun auch nicht, was da genau passiert sei. Unser Retter in der Not kommentierte das demnach nur mit einem Schulterzucken.

Nein, gemeldet hat da nie jemand irgendwas.
Wäre damals aber so zehn, fünfzehn Jahre später gewesen, dann wäre der Fahrer sehr wahrscheinlich niemals Cop geworden, dafür aber erstmal Fußgänger: Er hätte ganz sicher wirklich selbst die Polizei gerufen.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 08:21
Zitat von alex1987alex1987 schrieb:gutaussehne Männer haben des ja auch nicht nötig.
Triebtäter sind ja eher die unscheinbaren schüchternen Typen die aus dem Hinterhalt zuschlagen, und jetz nicht die Typen die Discos abhängen, ist meine Meinung jetz, aber klar gibts auch Außnahmen
Ted Bundy drückt grad vor Freude auf die Hupe seines VW Käfers (würde er noch leben)

Leider ist das Aussehen eher zweitrangig und hat mit den pathologischen Trieben wenig oder gar nichts zu tun. Evtl sind die „verlotterten“ insofern im Nachteil, als dass sie nicht so gut getarnt unter dem Radar fliegen, weil sie jeder beäugt und es ihnen eher zutraut und so kommt dieser Bias zustande?


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 08:48
Zitat von cfwcfw schrieb:Bias
Was ist das?


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 08:49
Zitat von DobieDobie schrieb:Unterwegs mit Cops", Geschichten aus grauer Vorzeit
Du hast mir mit deiner toll formulierten Vorzeitgeschichte den Morgen gerettet.👍🏻
Dürfen wir uns auf weitere Erlebnisse von dir freuen?😊


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 08:53
@SomertonMan
Bias bedeutet Voreingenommemheit.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 08:56
@Dobie
Zitat von nachtblaunachtblau schrieb:Du hast mir mit deiner toll formulierten Vorzeitgeschichte den Morgen gerettet.👍🏻
Dürfen wir uns auf weitere Erlebnisse von dir freuen?😊
Same here!
Herrlich, wenn auch nicht mysteriös 😉


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 09:14
Zitat von nachtblaunachtblau schrieb:Bias bedeutet Voreingenommemheit
Ok, Danke. Ich kannte das Wort bis vor etwa 10 Jahren überhaupt nicht. Hab mich immer gewundert, was das zu bedeuten hat. Jetzt musst ich aber mal fragen zwecks Zusammenhang finden.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 12:00
Zitat von nachtblaunachtblau schrieb:Du hast mir mit deiner toll formulierten Vorzeitgeschichte den Morgen gerettet.👍🏻
Dürfen wir uns auf weitere Erlebnisse von dir freuen?😊
Zitat von ZiegenpetraZiegenpetra schrieb:Same here!
Herrlich, wenn auch nicht mysteriös 😉
Oh, dankeschön!
Viele nicht ganz so mysteriöse, aber unterhaltsame Geschichten gibt es schon dort, da sind bestimmt auch ein paar von mir dabei:
Die echten, wirklich wahren kuriosen Ereignisse 2

In diesem Thread hier soll es ja um "nicht gemeldete" Vorfälle unter der Überschrift "Kriminalfälle" gehen, also soll halt auch ein kriminelles Element enthalten sein. Ist oder verursacht man dieses gleich selbst, kann das zumindest auf Unbeteiligte mysteriös wirken. :D

Zu den "Cops" und dem gemeinsamen Freundeskreis habe ich noch viele Geschichten; bei einigen davon spielen der "Fahrer" oder der "alte Ford" eine tragende Rolle, häufig beide, und ich fand es bestimmt zehn Jahre lang spannend, was so ein Auto alles aushalten kann und wie oft es von den Toten auferstanden ist.
Die schlimmste, aber auch lustigste aller Geschichten inklusive verknüpfter Ereignisse über mehrere Wochen hinweg (Kettenreaktion! Karma! Rache der Milchkühe! Erschossenes Auto!) kann ich leider niemals öffentlich erzählen, und auch keinen Fremden. Die ist einfach zu durchgeknallt und hat eben auch wirklich kriminelle Elemente, obwohl wir auch dabei niemandem wirklich geschadet haben - dafür aber, wenn man es so betrachten mag, eine ausgewachsene Kuh einem anderen alten Ford. Der war am Ende mausetot.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 13:06
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Will sagen, dass man durch die Berieselung vielleicht ein falsches Bild bekommt oder bekommen kann.
Ja. Das ist richtig und ein altbekannter Effekt. Man liest ja auch häufig, dass es heutzutage so gefährlich sei. Dabei ist die Zahl der Gewalttaten, trotz eines gewissen Anstieges in den letzten paar Jahren, immer noch auf einem historisch äußerst niedrigen Niveau. Und zwar bezüglich aller Deliktarten.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 13:31
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Ich kann mich noch gut an DDR-Zeiten erinnern, als ich mit 12 Jahren XY geschaut hab. Ja, ZDF war empfangbar. Grad so, aber es ging.

Wie oft hab ich da gedacht, der Westen muss ja einziges Schlachthaus sein, sowas gibt's bei uns nicht. Nach der Wende stellte sich raus, dass es hier genauso war, aber alles vertuscht wurde.

Will sagen, dass man durch die Berieselung vielleicht ein falsches Bild bekommt oder bekommen kann.
Ja, da hast Du absolut recht. Ich bin als junges Mädchen zusammen mit meiner besten Freundin oft stundenlang auf Ponys im Wald rumgestromert. Mein Opa hat zuviel bekommen, er fand es völlig unverantwortlich, dass zwei Mädchen alleine im Wald unterwegs sind, weil hinter jedem Buch doch eine Vergewaltiger und Kindermörder hocken könnte. Die Gefahr, dass eine von uns vom Pony fällt, beim Striegeln einen Pferdetritt abbekommt oder von einem Pferd an die Stallwand gequetscht wird, oder meinetwegen auf dem Weg zum Stall von einem Auto angefahren wird, und dabei schwer verletzt wird, war sicher um einige Zehnerpotenzen höher, als dass mitten im Wald eine Kinderfänger tage- und wochenlang drauf lauert, ob nicht zufällig mal ein Kind vorbeikommt.
Die Wahrnehmung einer drohenden Gefahr war halt eine völlig eindere als die tatsächlich drohrende reale.

Bei Aktenzeichen XY wurden halt die Gewalttaten aus dem ganzen Land (bzw. aus drei ländern, denn früher waren ja auch noch die Schweiz und Österreich angeschlossen) und über einen längeren Zeitraum gebündelt dargestellt und da konnte es einem schon vorkommen, als lauere das Böse immer und überall, an jeder Ecke und hinter jeder Straßenbiegung.
Trotzdem muss ich sagen, dass es nicht schlecht ist, für gefährliche Situationen sensibilisiert zu sein. Einfach, damit man sie rechtzeitig wahrnehmen und reagieren kann, wenn noch Zeit dafür ist. Wenn ich überlege, wie oft ich als junge Frau, in meinen 20er-Jahren sexuelle Übergriffigkeiten im öffentlichen Raum erlebt habe, dann ist das eben nicht wirklich selten. Es waren Gott sei Dank eher harmlose Sachen - ein Exhibitionist im Park, ein wixender alter Sack im Zug und ein in die Gegensprechanlage stöhnender und anzügliche Bezeichungen albernder Kerl - und ich war in den Situationen nie alleine.
Als der Türklingler zwei Tage später ein zweites Mal geklingelt und in die Gegensprechanlage gestöhnt hat, bin ich 3 Stockwerke runtergerannt und hab die Haustür aufgerissen, hab ihn aber nur noch um die Hausecke verschwinden sehen, weil er wohl gehört hat, dass jemand die Treppe runterkommt. Der junge Streifenpolizist, der die Anzeige aufenommen hat, meinte, dass soll ich beim nächsten Mal lieber nicht machen, nicht weil solche Typen gewalttätig werden könnten und einen angreifen würden, sondern weil es passieren könnte, dass er mich "anspritzen" würde, weil ihm in dem Moment dann richtig einer abgeht.

Ich denke, dass die meisten solcher Typen eher harmlos sind. Es geilt sie auf, dass die junge Frauen in Angst versetzen und belästigen, sie unegfragt und ungebeten ihrer Sexualität aussetzen, obwohl die Opfer das nicht wollen - also in gewisser Weise Macht über sie haben. Die wenigsten von denen werden sich in ihren Taten steigern und irgendwann zu Serienvergewaltigern werden, sondern für immer kleine Wixwichte bleiben, deren Pimmelchen nur steht, wenn jemand Angst vor ihnen hat.
Aber ob das, was die da tun, wirkölich harmlos ist, liegt vielleicht auch daran, wer ihr Opfer ist. Eine Frau Mitte 20, in Begleitung einer Freundin, wird vielleicht angewidert wegschauen und am nächsten Tag drüber lachen, wenn sie es anderen Freundinnen erzählt. Aber ein Kind oder eine Frau, die nachts alleine unterwegs ist, kann sowas schon nachhaltig verstören und verängstigen.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 14:17
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Aber ob das, was die da tun, wirkölich harmlos ist, liegt vielleicht auch daran, wer ihr Opfer ist. Eine Frau Mitte 20, in Begleitung einer Freundin, wird vielleicht angewidert wegschauen und am nächsten Tag drüber lachen, wenn sie es anderen Freundinnen erzählt. Aber ein Kind oder eine Frau, die nachts alleine unterwegs ist, kann sowas schon nachhaltig verstören und verängstigen.
Das ist wohl wahr. Es kommt sicher stark darauf an, wie das Opfer die Situation empfindet, ob eine solche Tat wirklich harmlos ist. Eine Bekannte von mir hat so einen Exhibitionisten mal im Urlaub erlebt. Sie hat laut ihrer Aussage dabei einen Lachkrampf gekriegt. So lächerlich empfand sie die Situation. Der Typ hat die Reaktion dann auch nicht erwartet und sich direkt entfernt. Er hat wohl auf eine andere Reaktion spekuliert. Andere würden einen solchen Übergriff eben nicht so lächerlich empfinden und unter Umständen auch durchaus Nachwirkungen davontragen. Verharmlosen sollte man solche Taten daher nicht.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 15:26
Zitat von simiesimie schrieb:Das ist wohl wahr. Es kommt sicher stark darauf an, wie das Opfer die Situation empfindet, ob eine solche Tat wirklich harmlos ist. Eine Bekannte von mir hat so einen Exhibitionisten mal im Urlaub erlebt. Sie hat laut ihrer Aussage dabei einen Lachkrampf gekriegt. So lächerlich empfand sie die Situation. Der Typ hat die Reaktion dann auch nicht erwartet und sich direkt entfernt. Er hat wohl auf eine andere Reaktion spekuliert. Andere würden einen solchen Übergriff eben nicht so lächerlich empfinden und unter Umständen auch durchaus Nachwirkungen davontragen. Verharmlosen sollte man solche Taten daher nicht.
Ganz genau. Eine Freundin hat alleine in einer Souterrainwohnung gelebt. Eines Abends hat sie Geräusche vor dem Badezimmerfenster wahrgenommen, hat das Licht ausgemacht und durch die Rollladen nach draußen geschaut, die so eingestellt waren, dass zwischen den Lamellen jeweils noch ein Spalt war. Draußen stand ein Typ, der von draußen in die Wohnung schaute und am Wixen war. Sie hat überall das Licht ausgemacht und hat sich in das hintere Zimmer zurückgezogen, total verängstigt. Hat dann ihren Freund angerufen, bis der kam, war der Typ aber natürlich weg. Sie hat Anzeige erstattet, aber es war niemand zu ermitteln.
Ihr Freund musste ab da jede Nacht dort schlafen oder sie bei ihm und sie hat die Wohnung zum nächstmöglichen Termin gekündigt und ist umgezogen, weil sie sich dort absolut nicht mehr sicher fühlte. Sie wusste ja auch nicht, wie oft der Kerl schon dort war, ohne dass sie es bemerkt hat.

Insofern kann so eine "harmlose" Tat eben auch sehr ernsthafte Konsequenzen für das Opfer, sein Sicherheitsempfinden und sein Leben (inkl. deutlichem materiellem Schaden durch Umzug) haben. Deshalb finde ich es wichtig, solche Taten nicht zu bagatellisieren und die Täter als harmlose Spinner abzutun.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 18:21
Zitat von DobieDobie schrieb:Die schlimmste, aber auch lustigste aller Geschichten inklusive verknüpfter Ereignisse über mehrere Wochen hinweg (Kettenreaktion! Karma! Rache der Milchkühe! Erschossenes Auto!) kann ich leider niemals öffentlich erzählen, und auch keinen Fremden. Die ist einfach zu durchgeknallt und hat eben auch wirklich kriminelle Elemente, obwohl wir auch dabei niemandem wirklich geschadet haben - dafür aber, wenn man es so betrachten mag, eine ausgewachsene Kuh einem anderen alten Ford. Der war am Ende mausetot.
Ich finde deine Erzählung äußerst lustig.

Mich erinnert das irgendwie an die Feuerwehr, egal ob Brandbekämpfung, Rettungsdienst oder Katastrophenschutz.

Das ist schon eine lustige Truppe wenn sie keinen Dienst haben - und die Grillabende sind auch sehr nett :-)


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 19:57
Ich hab die Beiträge hier nicht ganz genau verfolgt, aber der Name des Threads hat mir Anlass gegeben.
Ja ich hab da auch eine Situation ständig präsent im Kopf.
Ich war 11 Jahre alt und bin in der Dämmerung etwa 17 Uhr am Freitag in unserem Dorf zu meiner evangelischen Gruppe "Jungschar" gelaufen.
An der Hauptstraße entlang eines eher abgelegeben Bereichs, der ich auf dem Bürgersteig entlang gelaufen bin, ist auf einmal ein sportliches Auto neben mir hergefahren. Im Schritttempo. Immerzu neben mir her. Irgendwann ging die Beifahrerscheibe runter. Ich war dann schon extrem nervös und hab auch nicht verstanden, was die Person zu mir gesagt hat.
Ein roter Kleinwagen fuhr dann zum Glück auf und überholte nicht sondern fuhr im Schritttempo ebenfalls hinterher und blieb dran. Im Nachhinein war das meine Retterin bzw. mein Retter. Der rote freche Kleinwagen fuhr dicht auf ohne den Anschein zu machen, zu überholen und sich aus dem Staub zu machen.
Dieser komische Sportwagen fuhr dann - davon genötigt - irgendwann auch weiter.
Ich bin mittlweile über 40 und denke immer noch an diese Situation von der ich nie irgendwem erzählt hab.
Ich glaube die Fahrerin der Fahrer dieses roten Kleinwagens hat mir vielleicht das Leben gerettet.
Über 30 Jahre später beschäftigt mich diese komische Situation noch.


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06.03.2026 um 20:31
@vorsichtfalle
Zitat von SommerwieseSommerwiese schrieb:ich frage mich bis heute was wohl passiert wäre wenn das andere Auto nicht gekommen wäre? War das Auto wirklich defekt oder bin ich etwas entkommen.... hmm
Hui krass. Genau das denke ich mir bei meiner komischen Begegnung Jahrzehnte später ebenfalls und bin mir sehr sicher, dass ich da nur durch Zufall entkommen bin.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 21:50
Zitat von LeLiLaLeLiLa schrieb:Hui krass. Genau das denke ich mir bei meiner komischen Begegnung Jahrzehnte später ebenfalls und bin mir sehr sicher, dass ich da nur durch Zufall entkommen bin.
ich bin diese Strecke die restlichen Wochen nicht gefahren. Bin einen anderen sehr viel weiteren Weg gefahren mit Beleuchtung und Handynetz und einigen Häusern.
Denke heute würde ich nicht einfach so aussteigen aber wer weiß..Das passiert so automatisch ohne nachdenken, da man im ersten Moment an nichts schlimmes denkt.
Der Gedanke was hätte passieren können gruselt es mich....


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 22:28
Zitat von SommerwieseSommerwiese schrieb:ich bin diese Strecke die restlichen Wochen nicht gefahren. Bin einen anderen sehr viel weiteren Weg gefahren mit Beleuchtung und Handynetz und einigen Häusern.
Denke heute würde ich nicht einfach so aussteigen aber wer weiß..Das passiert so automatisch ohne nachdenken, da man im ersten Moment an nichts schlimmes denkt.
Der Gedanke was hätte passieren können gruselt es mich....
Mein Cousin ist als er Mitte 20 war mal Opfer so einer Autofahrerfalle geworden. Auf einer Landstraße mitten im Wald lag nachts eine Person, am Straßenrand daneben ein umgekipptes Motorrad. Als er ausgestiegen ist, um zu nachzusehen, ob er helfen kann, sprangen zwei Typen aus dem Gebüsch und haben ihm seinen Geldbeutel geraubt.
Seit der Geschichte habe ich mir schon öfter auf nächtlichen Fahrten die Frage gestellt, was ich tun würde, wenn ich jetzt eine hilflose Person - zumindest auf den ersten offensichtlichen Blick hilflos - sehen würde. Heute würde ich denke ich anhalten, die Türen von innen verriegeln und mit dem Handy Hilfe herbeirufen. Damals gab es aber noch keine Handys und mitten in der Nacht jemanden zu finden, der die Tür öffnet, wenn man sturm klingelt, damit er wach wird und man dort Hilfe herbeitelefonieren kann, war sicher auch nicht so einfach.
Das ist das schlimme an solchen Taten, dass dadurch die Hilfsbereitschaft durch Angst geschädigt wird, und Menschen, die wirklich Hilfe brauchen, dann ggfls. erst später welche bekommen, als wenn jemand gleich aussteigt, obwohl es einsam ist.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

06.03.2026 um 23:04
Dazu fällt mir eine sehr unangenehme und gruselige Erfahrung ein, die ich vor fast 20 Jahren gemacht habe, als ich noch nicht lange den Führerschein hatte. Ist lange hängen geblieben, dann habe ich eine ganze Weile gar nicht mehr daran gedacht, bis ich nun wieder daran erinnert worden bin durch diesen Thread.
Spätabends fuhr ich alleine mit dem Auto nach Hause. Kleinstadt, wo dann absolut tote Hose war, die Straßen leer. Die Verkehrsführung war innerhalb des Ortes wegen Umleitung etwas seltsam, sodass ich in einen Kreisverkehr einfahren, einmal eine Runde drehen und dann wieder die gleiche Ausfahrt nehmen musste, durch die ich eingefahren war. Das lag daran, dass man an einer anderen Stelle zuvor nicht links abbiegen durfte eben wegen dieser Umleitung.
Okay, ich näherte mich also dem Kreisverkehr, als plötzlich nah vor mir ein leicht angetrunken wirkender Mann von ca. 55-60 Jahren auf die linke Fahrbahn schlenkerte. Ich verlangsamte und fuhr vorsichtig vorbei. Während ich meine Runde im Kreisverkehr drehte, hatte ich schon ein mulmiges, ungutes Gefühl und war mir ziemlich sicher, dass der Mann auf der Rückfahrt erneut da sein würde. Und so war es dann auch. Ich sah ihn diesmal schon von Weitem am Fahrbahnrand stehen und in meine Richtung blicken. Unmittelbar bevor ich ihn passieren konnte, trat er auf die Fahrbahn und ich musste anhalten. Nun machte er ein paar Schritte auf die Fahrertür zu (hatte ich von innen verriegelt, aber es fühlte sich trotzdem absolut beängstigend an). Ohne viel zu überlegen fuhr ich los, an ihm vorbei. Als ich in den Rückspiegel blickte, wurde ich dann echt panisch: Ich konnte sehen, wie er die Tür eines am Straßenrand geparkten Autos öffnete und einstieg. Nun raste ich nur noch mit überhöhter Geschwindigkeit durch den Ort, um den Vorsprung zu nutzen und diesem gruseligen Typen zu entkommen. Zum Glück war es nicht mehr weit bis nach Hause. Geistesgegenwärtig parkte ich nicht vor dem Haus, sondern zwischen anderen Autos auf einem größeren Parkplatz in der Nähe, schaltete sofort alle Lichter aus inkl. Innenbeleuchtung, die sonst angegangen wäre. Ich zitterte am ganzen Körper und schaffte es gerade noch irgendwie, mit dem Handy meinen Vater zu Hause anzurufen. Obwohl es wirklich nur noch 50m über die Straße zur Haustür gewesen wären, traute mich mich einfach nicht, alleine auszusteigen. Mein Vater kam dann runter und holte mich ab. Das andere Auto fuhr entweder nicht vorbei oder ich habe es nicht bewusst wahrgenommen in meinem Zustand.


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Mysteriöse Beobachtungen, die ihr nie gemeldet habt

07.03.2026 um 20:37
Verrückt, welche gruseligen Erfahrungen man manchmal macht und sich noch Jahre später negativ daran erinnert und sich fragt, was alles hätte passieren können.

Bei uns auf dem Dorf war ich mit dem Bus auf dem Weg in die ca. 4 km entfernte Kleinstadt. Es war abends, aber in meiner Erinnerung noch nicht dunkel. Ich musste am Busbahnhof aussteigen und war allein mit dem Fahrer im Bus. Allerdings fiel mir das erstmal nicht auf. Die Fahrt dauerte ja auch nicht lange und ich hab mir nichts weiter dabei gedacht.

Zu dem Zeitpunkt war ich vielleicht 16 oder 17, das ganze ist schon 30 Jahre her.

Auf einmal sprach mich der Busfahrer an: „Ich hab jetzt Dienstschluss, wir fahren ins Depot.“ Auch da hab ich mir nichts bei gedacht und auch nicht geantwortet. Dann fuhr er rein und das große Tor ging hinter uns zu!

Das war der Moment, wo irgendwas komisch wurde. Ich habe gemerkt: oh Gott, ich bin alleine mit einem erwachsenen Mann in einem geschlossenen Bus, der in einer geschlossenen Riesengarage steht.

Er hat noch irgendwas zu mir gesagt, aber das ist in meiner Erinnerung gelöscht. Ich weiß noch, dass es dauerte, bis er endlich die Bustür geöffnet hat. Auch da kann ich mich nicht mehr richtig dran erinnern. Er hat mich nicht angefasst und vielleicht habe ich das Ganze völlig überinterpretiert, aber ich hatte wirklich schreckliche Angst.

Ich weiß noch, dass wir dann durch eine Seitentür am Busdepot nach draußen gegangen sind. Ich habe noch nie irgendeinem Menschen davon erzählt.


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