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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

137 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: England, Krankenschwester, Lucy ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 04:32
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:DAS würde mich auch interessieren, wie die Station vor Lucys Versetzung eigentlich dachte, ob sie sich überhaupt Gedanken machten.
Was ich bis jetzt gelesen/überflogen habe, sah niemand eine Verbindung zu Lucy.
Es wurden eher die Zustände im Krankenhaus bemängelt. (Hygiene, veraltete/fehlende Gerätschaften, zu wenig Fachkräfte usw.)
Lucy soll von Anfang an auf der Station etwas angeeckt sein bei einigen Kollegen und Ärzten. Sie musste sich dort erstmal beweisen und vielleicht entwickelte sie dadurch auch einen Übereifer, der nicht bei allen gut ankam.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Ich vermute die Stimmung in UK war zu aufgeheizt, um sich solidarisch mit Lucy zu zeigen. Manche sagen ja, es war eine Hexenjagd und Lucy ist auch im Gefängnis nicht sicher.
Ich vermute auch, dass sich Kollegen und Ärzte nicht trauten zu ihren Gunsten auszusagen, weil eventuell berufliche Nachteile befürchtet wurden.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Aber auch wenn Lucy diese Tragödie um die Drillinge irgendwie "aufgeputscht" hat (Dr. Brearey und die Eltern der Drillinge wollen eine Art Energie wahr genommen bzw. Euphorie beobachtet haben.....
Deine Beschreibung dazu ist auch meine Ansicht. Vielleicht wirkte sie leicht hysterisch und sowas kann dann auch schnell kippen und zu diesem roboterhaften Verhalten führen.
Gut vorstellen kann ich mir aber auch, dass man ihr etwas zur Beruhigung gab oder vielleicht nahm sie selbst etwas ein.
Sie fiel ja auch in Ohnmacht und es dauerte, bis sich ihr Kreislauf wieder normalisierte und ihre Bewegungen waren nicht so flüssig wie gewohnt.

Liest man unter den Videos die Kommentare und filtert da die Fanatiker beider Seiten raus, dann findet man auch vernünftige Beiträge, in denen Mängel im NHS beschrieben werden.
Mängel gibt es in allen Krankenhäuser und ob das NHS nun da besonders heraussticht, mag ich nicht zu beurteilen.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 12:17
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Sie fiel ja auch in Ohnmacht und es dauerte, bis sich ihr Kreislauf wieder normalisierte und ihre Bewegungen waren nicht so flüssig wie gewohnt.
Das wusste ich gar nicht, wann war das genau? Wird das in einem der Videos gesagt?

Hast Du eine andere Quelle @Agrimony?


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 13:48
@Cpt.Germanica

In der Hoffnung, dass ich mich hier nicht unbeliebt mache….

Es wurde berichtet, dass L Letby in Ohnmacht fiel, nachdem sie und einige Kolleginnen/ Kollegen versucht haben, einen „ Baby Boy“ wiederzubeleben.
Es ist nicht bekannt, ob sie vor Anstrengung in Ohnmacht fiel, oder aber Verzweiflung.

https://news.sky.com/story/lucy-letby-trial-nurse-accused-of-seven-murders-fainted-after-she-and-fellow-medics-couldnt-revive-baby-court-told-12839124

Die eigentliche Vorgeschichte zur Ohnmacht war wohl diese. Während der Reanimationsversuche, hat sie sich wohl an einer Nadel verletzt.
Anschließend wurden wohl Blutabnahmen erforderlich und dabei ist sie dann in Ohnmacht gefallen.
Daraufhin hat ihr wohl ihr Flirty Lieblings Doktor, eine Fahrt nach Hause angeboten.

https://www.bbc.com/news/uk-england-merseyside-65019048
Der Dr ( verheiratet) mit dem sie über 1300 textmessages austauschte. Der Dr, dem sie bevorzugt berichtete, wenn etwas mit ihren Babys war. Wenn sie nach einem Arzt gerufen hat, dann bevorzugt nach ihm.
Dieser Doktor hat später btw ausgesagt. Es heißt, Lucy hat vor Gericht eigentlich nur zwei x heftige Emotionen gezeigt. Einmal, als man ihr Home gezeigt hat, also ihre Privatsphäre und dann wohl, als es um ihren Dr Love ging.
Der sagte später, Lucy hätte ihn geschickt manipuliert. Er musste sie immer wieder ermuntern und ihr sagen, du bist eine super nurse, an Dir lag es nicht. Seltsamerweise hat sie ihn eben auch immer exakt zu ihrem Problem Babys ausgiebig ausgefragt. Sie muss ein großes Bedürfnis nach Anerkennung gehabt haben, der Dr scheint ihr das gegeben zu haben.
In Fachkreisen nennt man so etwas very needy, sehr bedürftig. Die Anerkennung ihrer Eltern war wohl nicht mehr genug.
Lucy ist damit aufgewachsen, etwas extraordinär besonderes zu sein, dank ihrer Helikopter Eltern. Die es kaum ertragen haben, als sie wegzog.
Ich glaube diese Arbeit da als nurse, ist für Menschen wie Lucy exakt das richtige ( wenn man nicht gerade Patienten umbringt).
Sie suchte Anerkennung, von den Eltern, von den Kollegen, von Dr Love. Wie bekommt man die? Unermüdlicher Einsatz, immer da, überall dabei. Ein Auge auf auf alles, sehr sehr besorgt, immer. Überfürsorglich, Übererfüllung der Aufgaben. Und sich an einer vertrauten Kollegen Schulter männlich, ausweinen und sich loben und trösten lassen.

Also ehrlich? Ich glaube felsenfest, es sitzt genau die richtig Person. Die Person, die sich so langsam in einer Spirale hocheskaliert hat. Zu Hause ein trauriges Dasein, ihr Dr verheiratet, die Eltern haben geklammert, sie durfte nicht richtig erwachsen werden.
Das ist meine Meinung dazu, eine hochqualifizierte Baby nurse mit Abgründen.
Die es dann nicht ertragen konnte, sich Face to Face anzuhören, was sie angerichtet hat. Ich spreche von der Urteilsverkündung. Das war zu viel. So geht es übrigens vielen Straftätern, die während der Urteilsverkündung am liebsten weglaufen würden. Warum? Weil zb Eltern und Freunde erfahren, wer sie wirklich ist, was sie im Detail getan hat. Sich anzuhören was Zeugen über sie so zu sagen hatten, der Richter usw.
Manchen zittern die Beine dabei, manche sacken zusammen, manche kollabieren. Lucy hat sich dem entzogen durch Fernbleiben,
Das sagt eigentlich schon alles. Unreif und ein Zeichen von Eingeständnis der Schuld und tiefer Scham. Oder Verdrängung, wenn ich es nicht anhöre vom Richter, ist es nicht passiert. Tatleugnung. Manche halten das lebenslänglich durch.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 16:56
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:In der Hoffnung, dass ich mich hier nicht unbeliebt mache….
Meinst du, weil du sie für schuldig hältst? Ich schwanke - je nach Bericht - ständig zwischen "sie war es" und "sie war es nicht". Zwischen Deutung eines Indiz als "belastend" und dann wieder völlig "zweideutig".

So auch hier:
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Die es dann nicht ertragen konnte, sich Face to Face anzuhören, was sie angerichtet hat. Ich spreche von der Urteilsverkündung. Das war zu viel. So geht es übrigens vielen Straftätern, die während der Urteilsverkündung am liebsten weglaufen würden. Warum? Weil zb Eltern und Freunde erfahren, wer sie wirklich ist, was sie im Detail getan hat. Sich anzuhören was Zeugen über sie so zu sagen hatten, der Richter usw.
Das ist auch so eine Situation, die ich ihr nicht zwingend zu ihren Ungunsten auslegen kann. Wenn sie das Urteil kommen hat sehen und schon in einer sehr labilen Verfassung war und ohne Hoffnung, kann ich das verstehen. Oft heißt es ja, Angeklagte - ob schuldig oder nicht - sind am besten beraten, zu schweigen; das wäre für mich im Fall der Unschuld auch eine emotionale Belastung, die unabhängig von Schuld oder Unschuld bestünde bzw weit schlimmer im Fall der Unschuld. Ich würde - überspitzt formuliert - irgendwie nervlich kollabieren, meine Unschuld nicht rausschreien zu dürfen. Vielleicht ist es ihr vor/bei der Urteilsverkündung so ergangen? Ich weiß es nicht: Panik vor der gerechten Strafe oder Panik vor einer Fehlverurteilung.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Der sagte später, Lucy hätte ihn geschickt manipuliert. Er musste sie immer wieder ermuntern und ihr sagen, du bist eine super nurse, an Dir lag es nicht.
Hier muss ich aber auch deutlich sagen, dass ich das irritierend finde. Meinte er mit, er war manipuliert von ihrer erkennbaren Bewunderung und Schwärmerei? Ist das nicht eine etwas billige Ausrede? Und wofür? Dass er wiederholt bestätigt, dass sie eine gute Krankenschwester ist? Auch wenn er Verdacht hätte schöpfen sollen?


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 17:46
@klara.verstand
Ich will es mal vorsichtig so formulieren. Im Grunde genommen ist es doch so. Eine gute Verteidigung zeichnet sich dadurch aus, dass sie soggn Löcher bohrt. Auf deutsch, für jedes noch so starke Indiz, kreiert man ein plausible alternative Erklärung. So wie es hier zb eigentlich von @Cpt.Germanica exzellent dargestellt wird.
Du wirst diese Strategie praktisch in jedem Strafprozess finden.
Nur wenn man es dann post trial im gesamten betrachtet, ist eine starke indizienkette präsentiert worden. Einzelne Indizien sind evtl schwach, leicht angreifbar, aber am Ende alles zusammen eben doch sehr powerful.
Es ist irgendwie so Irrglaube, immer zu sagen „ es waren nur Indizien, keine Beweise usw. Was für Beweise werden denn erwartet? Ein Video von einer nurse, die das Baby malträtiert? Zeugen der Taten?
Die meisten Prozesse werden übrigens heutzutage mit starken Indizien gewonnen gewonnen.
In dem speziellen Fall hier, wird ja wohl Netflix häufig zitiert, was den Fall noch mal gepusht hat und möglichst nochmal vor ein Berufungsgericht bringen könnte. Nur wie realistisch ist das denn alles. Der Fall als solches liegt nun erst mal der criminal Revue Commission vor. Die braucht ggf jahrelang sich damit zu befassen, weil es dazu Zeugenbefragungen und Expertenmeinungen braucht. Das kann ewig dauern und die Empfehlung dieser Commission? Da sollte man wohl nicht zu optimistisch sein. Sollte es nun aber dann an ein Berufungsgericht gehen, dann könnte es wiederum Jahre dauern. Die Verteidigung müsste irgendwas wirklich neues aufbieten, um einen Richter zu überzeugen, der Prozess muss nochmal aufgerollt werden. Oft bei derartigen Prozessen, kommt nochmal das gleiche Urteil zustande.
Ich schreibe das nur, weil man derzeit so diskutiert, als wenn das alles Hop Hop geht und Lucy kommt dann frei.
Wie immer nur meine Meinung.

Wenn Du magst verlinke ich Dir gerne was zu Dr. U. Er wurde befragt vor der soggn Thirwall Inquiry. Seine Darstellungen waren eigentlich recht schlüssig, ein verheirateter Mann, der sich womöglich gesonnt hat, in der Abhängigkeit seiner Lucy von seiner Meinung. Sie war so bedürftig und er ist drauf angesprungen. Frage hier zu Baby xxx, er war immer zur Stelle und hat getröstet, Ratschläge gegeben, aufgebaut und ermuntert. Nicht deine Schuld, Du bist so qualifiziert, du hast dein bestes gegeben.
Da haben sich zwei gefunden. Erst als Lucy aufgeflogen ist, wurde ihm klar, was für Fragen zu welchem Baby gestellt wurden. Immer ausgerechnet zu Babys, die in ihrer Obhut eine Krise hatten.
Der muss sich in Grund und Boden geschämt haben, was oder wem er hier Ratschläge gegeben hat. Er war sozusagen noch ein Berater in dem ganzen mess. Win win für beide. Er hatte den netten sidekick, sie hat ihn verehrt und er hat sich schön hinter die Fichte führen lassen.

https://www.bbc.com/news/articles/c78dvpp65vwo


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 18:14
Absolut. Nur:
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Eine gute Verteidigung zeichnet sich dadurch aus, dass sie soggn Löcher bohrt. Auf deutsch, für jedes noch so starke Indiz, kreiert man ein plausible alternative Erklärung. So wie es hier zb eigentlich von @Cpt.Germanica exzellent dargestellt wird.
Du wirst diese Strategie praktisch in jedem Strafprozess finden.
Nur wenn man es dann post trial im gesamten betrachtet, ist eine starke indizienkette präsentiert worden. Einzelne Indizien sind evtl schwach, leicht angreifbar, aber am Ende alles zusammen eben doch sehr powerful.
Es ist irgendwie so Irrglaube, immer zu sagen „ es waren nur Indizien, keine Beweise usw. Was für Beweise werden denn erwartet? Ein Video von einer nurse, die das Baby malträtiert? Zeugen der Taten?
Natürlich. Ich möchte hier nicht in der Position sein, zu urteilen. Nur: War denn die Verteidigung genauso gut im Prozess aufgestellt? Ich glaube auch an Indizienprozesse und bin sicher, dass dieser gut geführt wurde. Aber es war eine Jury beteiligt, es waren Emotionen involviert und womöglich einiges emotionsgeleitet. Wenn die Todesfälle keine andere Alternativerklärung als gewaltsame (vorsätzliche) Tötung zulassen würden, ist und wäre das ein gewichtiger Aspekt. Nach meinem Verständnis will dieses "Expertengutachten" erst jetzt herausgearbeitet haben, dass jeweils eine natürliche Todesursache den Tod herbeigeführt haben könnte. Es gibt also dieses Alternativszenario, will man diese Einschätzung nicht schlechtweg als unseriös qualifizieren. Damit bricht aber ein wirklich entscheidender Aspekkt weg bzw lässt sich erschüttern: Nämlich, ob überhaupt ein Gewaltverbrechen begangen wurde.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 18:44
@klara.verstand
Ich habe mich noch nicht mit diesem internationalen Experten Panel befasst, um dazu eine Meinung bilden zu können. Ich kann dazu nur sagen, aus den Fällen, die ich life via Court TV verfolgt habe (auch soggn Beweisanhörungen), man findet quasi fast immer Experten, die wahlweise für die Anklage oder Verteidigung aussagen.
Da erlebt man dann häufig solche gegensätzlichen Experten Meinungen, wie Tag und Nacht.
Man staunt immer, wie verschieden die Meinungen, zu ein und demselben Sachverhalt sein können, gerade bei Medizinern und Wissenschaftlern oder Traumaexperten, sogar unter forensischen Pathologen usw usw. Erstaunlich immer wieder. Der eine schwört Stein und Bein ( Beispiel) die Ehefrau ist beim Aufprall beim Unfall verstorben, die nächste belegt genau das Gegenteil, Autopsie Ergebnisse sagen, sie wurde gewürgt und vorher brutal geschlagen.


Btw, ich wünsche der verurteilten Frau Letby übrigens unbedingt die Chance auf einen neuen Prozess. Egal wie der dann ausgeht, befürchte ich aber, dass man sich auch danach mit dem Ergebnis nicht zufrieden geben wird, von Seiten der Verteidigung. Das ist ja das Risiko bei so einem Weg. Was passiert, wenn der Richter das Urteil nochmal bestätigt, weil er die „ neuen“ Beweise oder Expertenmeinungen nicht für ausreichend befindet, um einen neuen Prozess anzuordnen.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 21:05
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb am 15.03.2026:Behandlungsfehler: Es gab gefährliche Verzögerungen bei Diagnosen und Behandlungen (z. B. fehlende Antibiotika bei Sepsis).
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Erst als Lucy aufgeflogen ist, wurde ihm klar, was für Fragen zu welchem Baby gestellt wurden. Immer ausgerechnet zu Babys, die in ihrer Obhut eine Krise hatten.
Die Aussage des Arztes ist natürlich etwas zwiespältig zu beurteilen: Warum sollte sich Lethby denn nach unauffälligen Patienten erkundigen? Es liegt Ja in der Natur der Sache, dass man sich nach den Extremfällen erkundigt.
Wenn man sich das Alternativszenario überlegt, dann hätten sich für die Ärzte und die Station noch sehr unangenehme Untersuchungen bezüglich versäumter Diagnosen und unhygienischer Zustände ergeben können… somit macht es schon Sinn, dass niemand für Lethby ausssagen wollte. Eine Vertuschung wäre für mich auch denkbar.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 21:40
@Ghostspider
Da hast Du wohl recht. Der Arzt und seine Aussage waren allerdings nichts ausschlaggebend , für das Urteil. Eine außereheliche Affäre unter Kollegen, welcher Art auch immer, ist kein Beweis für mörderische Aktionen am Arbeitsplatz.
Dieser Aspekt des Dr/ Freundes/ Kollegen spielt nur eine Rolle bzgl eines Motivs.
Man vermutet, dass sie ständige Aufmerksamkeit, brauchte, bzgl ihrer aufopferungsvollen, außerordentlichen Bemühungen am Arbeitsplatz. Besser kann ich es leider nicht umschreiben.
Oder um es anders zu sagen, sie hat Chaos erzeugt, um Anerkennung zu bekommen, Trost und Zuspruch. Den hat sie bevorzugt vom Dr U erhalten.

Was mich mal interessieren würde, was war ihr Motiv, nach der Ausbildung, dort zu arbeiten. So wie ich interpretiere, ist sie dort während ihrer praktischen Ausbildung, regelrecht schlecht behandelt worden, ablehnend usw. Sie war wohl sogar die einzige aus ihrer Truppe, die letztendlich dort geblieben ist. Das finde ich persönlich einen interessanten Aspekt. Wenn das ein unorganisiertes toxisches Arbeitsplatz war, warum hat sie dort einen Arbeitsvertrag unterschrieben? Ihre Freundinnen zumindest fanden das merkwürdig.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 21:44
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:@Cpt.Germanica

In der Hoffnung, dass ich mich hier nicht unbeliebt mache….
Bei mir nicht. Ich persönlich schwanke (zuletzt habe ich wieder zu ihrer Unschuld tendiert) und bin daher umso mehr froh, wenn hier alle Perspektiven beleuchtet werden.


@calligraphie:

Ich spalte meine Antwort mal in verschiedene Beiträge auf, je nach Schwerpunkt.

Erst mal zu Letbys Verhalten vor Gericht:
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Also ehrlich? Ich glaube felsenfest, es sitzt genau die richtig Person. Die Person, die sich so langsam in einer Spirale hocheskaliert hat. Zu Hause ein trauriges Dasein, ihr Dr verheiratet, die Eltern haben geklammert, sie durfte nicht richtig erwachsen werden.
Das ist meine Meinung dazu, eine hochqualifizierte Baby nurse mit Abgründen.
Die es dann nicht ertragen konnte, sich Face to Face anzuhören, was sie angerichtet hat. Ich spreche von der Urteilsverkündung. Das war zu viel. So geht es übrigens vielen Straftätern, die während der Urteilsverkündung am liebsten weglaufen würden. Warum? Weil zb Eltern und Freunde erfahren, wer sie wirklich ist, was sie im Detail getan hat. Sich anzuhören was Zeugen über sie so zu sagen hatten, der Richter usw.
Manchen zittern die Beine dabei, manche sacken zusammen, manche kollabieren. Lucy hat sich dem entzogen durch Fernbleiben,
Das sagt eigentlich schon alles. Unreif und ein Zeichen von Eingeständnis der Schuld und tiefer Scham. Oder Verdrängung, wenn ich es nicht anhöre vom Richter, ist es nicht passiert. Tatleugnung. Manche halten das lebenslänglich durch.
Auf den ersten Blick passt sie damit perfekt in das Bild der "bösartigen Mörderin".

Aber mir scheint manchmal, dass sie eine sehr sensible Person sein könnte.

Die Vorwürfe der Anklage, sie würde immer nur sich im Prozess bedauern, und nicht die toten Babys ... ja Herrgott, ist das nicht irgendwie normal? Was erwartet der Staatsanwalt denn?

Natürlich ist ihr zum heulen, wenn sie ihre Situation betrachtet, wenn sie Bilder aus ihrem alten Leben sieht (als solche von ihrem Schlafzimmer gezeigt wurden wurde sie angeblich auch sehr emotional). Die toten Babys wiederum waren - so hart es klingt - letztlich fremde Menschen, wegen denen sie vor Gericht gezerrt wurde: Da würde mir das heulen auch vergehen, auch - und gerade - als Unschuldige!

Ich persönlich kann daraus keine Indizien für oder gegen Schuld ableiten.
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Das ist auch so eine Situation, die ich ihr nicht zwingend zu ihren Ungunsten auslegen kann. Wenn sie das Urteil kommen hat sehen und schon in einer sehr labilen Verfassung war und ohne Hoffnung, kann ich das verstehen. Oft heißt es ja, Angeklagte - ob schuldig oder nicht - sind am besten beraten, zu schweigen; das wäre für mich im Fall der Unschuld auch eine emotionale Belastung, die unabhängig von Schuld oder Unschuld bestünde bzw. weit schlimmer im Fall der Unschuld. Ich würde - überspitzt formuliert - irgendwie nervlich kollabieren, meine Unschuld nicht rausschreien zu dürfen. Vielleicht ist es ihr vor/bei der Urteilsverkündung so ergangen? Ich weiß es nicht: Panik vor der gerechten Strafe oder Panik vor einer Fehlverurteilung.
Ich picke diesen Deinen Satz @klara.verstand nochmal heraus:
weit schlimmer im Fall der Unschuld. Ich würde - überspitzt formuliert - irgendwie nervlich kollabieren, meine Unschuld nicht rausschreien zu dürfen

Bei ihrem zweiten Prozess (nur Baby K), bei dessen Urteil sie diesmal anwesend sein musste, ist genau das passiert, sie sagte laut BBC nach der Urteilsverkündung zum Richter "Ich bin unschuldig.":
As Letby was taken down from the dock, she turned to the judge and said: "I'm innocent."
Quelle: https://www.bbc.com/news/articles/cljyn2e7l3yo

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"A court artist's impression of Lucy Letby at the sentencing"

Bildquelle: https://www.bbc.com/news/articles/cljyn2e7l3yo


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 21:45
Wegen ihrer Zuneigung zum Doktor? Irgendwie konnte sie ihm so auch beweisen, dass sie zäher ist als die anderen, den nötigen Arbeitsethos hat? Endlich Freiheit von den klammernden Eltern?


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 21:46
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Was mich mal interessieren würde, was war ihr Motiv, nach der Ausbildung, dort zu arbeiten.
Als Antwort auf diese Frage..


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 22:17
@Ghostspider
Na das zb, würde ich bezweifeln. Das der nette Doktor ihr Ansporn war, dort im toxischen Umfeld anzuheuern. Den Doktor hätte sie auch ohne Arbeitsvertrag anflirten können, wenn sie gewollt hätte.
Ich vermute eher, dass es ihr Ehrgeiz war, sich genau dort zu beweisen, Karriere zu machen und sich als unersetzbare Kraft zu exponieren.
Sie galt ja dann auch als wirklich eine der fähigsten Ihres Fachs. Vater und Mutter waren sicher auch nochmal extra stolz.
Für meinen Geschmack, war sie etwas zu eifrig und vorauseilend sogar übergriffig, wenn man den Aussagen mancher Mütter da glaubt. Ihre Hingabe und Aufgabe im Beruf, ist sehr ambitioniert, zu ambitioniert gewesen.
So zumindest erscheint es mir. Wie groß muss bei so viel Übereifer, der Frust gewesen sein, dass keiner richtig honoriert, was sie leistet?
Und dann kommt sie nach Hause und wer wartet auf sie? Eine Katze… oder die Aussicht, für immer , für das Wohlbefinden ihrer Eltern verantwortlich zu sein.
Mit dem Dr Love, waren die Aussichten auch eher trübe, weil sie mit ihm keine Perspektive auf eine Vater Mutter Kind Idylle hatte.
Und am Arbeitsplatz? Lauter glückliche Mütter, evtl sogar mit Vätern und deren Babys. Alles was sie nicht haben würde. Nur ihre Arbeit, über die sich definitiv hat und keiner hat es honoriert.
Daraus erschließt sich mir ein Motiv für ihre Taten.
Etwas Rache an der Welt, Chaos schaffen, dabei helfen, das helfen das Chaos zu beseitigen und zusätzliche Befriedigung zu sehen, dass es nun anderen mal schlecht geht.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 23:02
Gute, dass Du @calligraphie Dr. A (gelegentlich auch Dr. U, "U" für "unknown", weil sein Name anonym blieb) endlich zur Sprache brachtest.

Er ist ja nicht ganz unwichtig für den Fall, als mögliches Motiv für Letbys angeblichen Taten.

Zu meiner großen Schande muss ich gestehen, dass ich ihn in meinem Beitrag über den Prozess (Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 1)) schlichtweg vergessen hatte, obwohl er mir natürlich ein Begriff ist, und dies auch bislang nicht nachgeholt habe.


Hier also Dr. A.:
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Die eigentliche Vorgeschichte zur Ohnmacht war wohl diese. Während der Reanimationsversuche, hat sie sich wohl an einer Nadel verletzt.
Anschließend wurden wohl Blutabnahmen erforderlich und dabei ist sie dann in Ohnmacht gefallen.
Daraufhin hat ihr wohl ihr Flirty Lieblings Doktor, eine Fahrt nach Hause angeboten.

https://www.bbc.com/news/uk-england-merseyside-65019048
Der Dr ( verheiratet) mit dem sie über 1300 textmessages austauschte. Der Dr, dem sie bevorzugt berichtete, wenn etwas mit ihren Babys war. Wenn sie nach einem Arzt gerufen hat, dann bevorzugt nach ihm.
Dieser Doktor hat später btw ausgesagt. Es heißt, Lucy hat vor Gericht eigentlich nur zwei x heftige Emotionen gezeigt. Einmal, als man ihr Home gezeigt hat, also ihre Privatsphäre und dann wohl, als es um ihren Dr Love ging.
Der sagte später, Lucy hätte ihn geschickt manipuliert. Er musste sie immer wieder ermuntern und ihr sagen, du bist eine super nurse, an Dir lag es nicht. Seltsamerweise hat sie ihn eben auch immer exakt zu ihrem Problem Babys ausgiebig ausgefragt. Sie muss ein großes Bedürfnis nach Anerkennung gehabt haben, der Dr scheint ihr das gegeben zu haben.
In Fachkreisen nennt man so etwas very needy, sehr bedürftig. Die Anerkennung ihrer Eltern war wohl nicht mehr genug.
Lucy ist damit aufgewachsen, etwas extraordinär besonderes zu sein, dank ihrer Helikopter Eltern. Die es kaum ertragen haben, als sie wegzog.
Ich glaube diese Arbeit da als nurse, ist für Menschen wie Lucy exakt das richtige ( wenn man nicht gerade Patienten umbringt).
Sie suchte Anerkennung, von den Eltern, von den Kollegen, von Dr Love. Wie bekommt man die? Unermüdlicher Einsatz, immer da, überall dabei. Ein Auge auf auf alles, sehr sehr besorgt, immer. Überfürsorglich, Übererfüllung der Aufgaben. Und sich an einer vertrauten Kollegen Schulter männlich, ausweinen und sich loben und trösten lassen.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Wenn Du magst verlinke ich Dir gerne was zu Dr. U. Er wurde befragt vor der soggn Thirwall Inquiry. Seine Darstellungen waren eigentlich recht schlüssig, ein verheirateter Mann, der sich womöglich gesonnt hat, in der Abhängigkeit seiner Lucy von seiner Meinung. Sie war so bedürftig und er ist drauf angesprungen. Frage hier zu Baby xxx, er war immer zur Stelle und hat getröstet, Ratschläge gegeben, aufgebaut und ermuntert. Nicht deine Schuld, Du bist so qualifiziert, du hast dein bestes gegeben.
Da haben sich zwei gefunden. Erst als Lucy aufgeflogen ist, wurde ihm klar, was für Fragen zu welchem Baby gestellt wurden. Immer ausgerechnet zu Babys, die in ihrer Obhut eine Krise hatten.
Der muss sich in Grund und Boden geschämt haben, was oder wem er hier Ratschläge gegeben hat. Er war sozusagen noch ein Berater in dem ganzen mess. Win win für beide. Er hatte den netten sidekick, sie hat ihn verehrt und er hat sich schön hinter die Fichte führen lassen.

https://www.bbc.com/news/articles/c78dvpp65vwo
Soweit ich weiß gab es zwei Phasen:

  • 1.) Also sie noch auf der Station war; hier haben sie sich aber auch zahlreich über Kinder ausgetauscht, die nie Gegenstand der Anklage wurden.

--> Wenn man nur die Nachrichten betrachtet, in denen es um die angeblich von Letby geschädigten oder ermordeten Babys geht, dann entsteht natürlich ein falscher Eindruck.

Es ist letztlich der gleiche Trugschluss wie die Vorauswahl der betrachteten Fälle die dazu führte, dass Letby bei jedem Vorfall bzw. mutmaßlich unerklärlichen Kollaps anwesend war.

  • 2.) Nach ihrer Versetzung, da hat sie ihn "ausgehorcht" was die internen Ermittlungen gegen sie anbelangt und welche toten Babys man ihr anlastet.

Für mich ganz normale Neugierde (wahrscheinlich aus Sorge getriggert). Eine Serienmörderin hätte ihren medizinischen "Aktenverhau" jetzt entsorgt (oder auch nicht).



Für mich kommt Dr. A. in dieser ganzen Geschichte insgesamt zu gut weg.

Es ist lächerlich ...

Er hat Dienstgeheimnisse verraten indem er sie mit Letby geteilt hat und konnte sich trotzdem als Arzt halten.

Vor Gericht durfte er anonym aussagen, sein neuer Arbeitsort (erneut ein Krankenhaus, aber eines anderen NHS Trusts) darf ebenfalls nicht genannt werden.

Er hat im Prozess weinend das Letby-Opfer gespielt, womöglich nur um Beruf, Karriere und Familie (verheiratet, zwei Kinder) zu retten.

Als er als Zeuge der Anklage aufgerufen wurde hatte Letby einen heftigen emotionalen Ausbruch und hat sogar versucht aus dem Gerichtssaal zu fliehen. Entweder sie hat ihn wirklich geliebt (und eben nicht nur benutzt) oder ihr war in dem Moment klar, dass ihr letzter Unterstützer weg bricht – oder beides (worauf ich tippe). Notizen auf ihren Post-its sprechen übrigens für echte Zuneigung.


Als "Dr. MN" hat er nun sogar seinen neuen Arbeitgeber verklagt, weil der eine interne Untersuchung gegen ihn einleiten wollte, nachdem sich eine Mutter darüber beschwert hatte, dass Dr. A. ehedem vertrauliche Informationen über ihren Sohn per E-Mail und über Facebook mit Lucy Letby geteilt hat.

Dr. MN hat einen formellen Fehler reklamiert, einen Verstoß gegen seinen Arbeitsvertrag, und vor Gericht recht bekommen. Sein Arbeitgeber ist dagegen erfolglos vorgegangen und hat im Februar 2026 vor Gericht erneut verloren.

Der Formfehler: Konkret ging es darum, dass der Trust einen Verwaltungsdirektor als „Fallmanager“ für die Untersuchung eingesetzt hatte. Laut Vertrag (und den speziellen NHS-Regeln für Mediziner) hätte dies zwingend der Ärztliche Direktor persönlich machen müssen, solange dieser nicht krank oder befangen ist.

Die BBC berichtet am 12. Februar 2026 darüber: https://www.bbc.com/news/articles/c0mgz2l3peeo


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

gestern um 23:08
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Na das zb, würde ich bezweifeln. Das der nette Doktor ihr Ansporn war, dort im toxischen Umfeld anzuheuern. Den Doktor hätte sie auch ohne Arbeitsvertrag anflirten können, wenn sie gewollt hätte.
Ich vermute eher, dass es ihr Ehrgeiz war, sich genau dort zu beweisen, Karriere zu machen und sich als unersetzbare Kraft zu exponieren.
Sie galt ja dann auch als wirklich eine der fähigsten Ihres Fachs. Vater und Mutter waren sicher auch nochmal extra stolz.
Für meinen Geschmack, war sie etwas zu eifrig und vorauseilend sogar übergriffig, wenn man den Aussagen mancher Mütter da glaubt. Ihre Hingabe und Aufgabe im Beruf, ist sehr ambitioniert, zu ambitioniert gewesen.
So zumindest erscheint es mir. Wie groß muss bei so viel Übereifer, der Frust gewesen sein, dass keiner richtig honoriert, was sie leistet?
Und dann kommt sie nach Hause und wer wartet auf sie? Eine Katze… oder die Aussicht, für immer , für das Wohlbefinden ihrer Eltern verantwortlich zu sein.
Mit dem Dr Love, waren die Aussichten auch eher trübe, weil sie mit ihm keine Perspektive auf eine Vater Mutter Kind Idylle hatte.
Und am Arbeitsplatz? Lauter glückliche Mütter, evtl sogar mit Vätern und deren Babys. Alles was sie nicht haben würde. Nur ihre Arbeit, über die sich definitiv hat und keiner hat es honoriert.
Daraus erschließt sich mir ein Motiv für ihre Taten.
Etwas Rache an der Welt, Chaos schaffen, dabei helfen, das helfen das Chaos zu beseitigen und zusätzliche Befriedigung zu sehen, dass es nun anderen mal schlecht geht.
Ich finde das ehrlich gesagt eine hervorragende Darstellung und Charakterisierung einer möglichen Lucy Letby, so nachvollziehbar, dass man (ich) kaum "nein" sagen kann.

Wurde das vor Gericht so herausgearbeitet und im Urteil benannt? Oder ist es Deine äußerst plausible persönliche Einschätzung?


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

um 00:16
Immer wieder bei meinen längeren Beiträgen passiert es mir, dass ich etwas für mich Wesentliches vergesse ...

Daher nochmal zurück zu diesem Beitrag: Beitrag von Cpt.Germanica (Seite 5)
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Ich habe mittlerweile weitere Videos des YT-Kanals "Crime Scene 2 Courtroom" angesehen
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Bei dem folgenden ('Lucy Letby - The Unreleased Police Interviews') geht es um Polizeiverhöre, die in gewohnter Weise nachgesprochen werden
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Um es gleich vorweg zu nehmen: Ich habe nichts gefunden, was ich auch nur irgendwie verdächtig finde.

Alle Fragen der Ermittler beantwortet sie für meine Begriffe schlüssig, nachvollziehbar und glaubwürdig. Sie verwickelt sich in keine Widersprüche und bleibt keine Antworten schuldig. (Alles wie gesagt nur meine Wahrnehmung.)
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Auf die Post-its möchte ich im Folgenden etwas näher eingehen
Und das habe ich dann auch getan, aber ohne mein Fazit:

Als Resümee möchte ich daher noch nachliefern, dass für mich persönlich die Post-its zweifelsfrei für eine junge Frau sprechen, die nervlich total am Boden war, aber keinesfalls für eine Mörderin. So schreibt nur eine zu unrecht Beschuldigte, keine Täterin.

Ich möchte sogar so weit gehen, dass die Post-its (in Verbindung mit ihren mündlichen Erklärungen dazu) für meine Begriffe und quasi im Umkehrschluss ihre Unschuld "beweisen".

Mir ist bewusst, dass dies eine steile These ist. Aber die "Logik" der Post-its beißt sich für mich mit den unterstellten Taten.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Den Vermerk "HATE" auf dem grünen Zettel bezeichnet sie als Ausdruck von Selbsthass.
Es stand – und auch das hatte ich noch vergessen zu erwähnen – sogar "Hate myself" auf dem selben Post-it, drei Zeilen direkt über dem umkringelten "HATE":

Screenshot-2026-02-11-at-12.49.17Original anzeigen (2,1 MB)

Quelle (mit weiteren Bildern mit von Letby beschrifteten Zetteln):
https://thetab.com/2026/02/11/i-am-evil-i-did-this-all-of-lucy-letbys-horrifying-confession-notes-in-full


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

um 01:24
Im Folgenden eine Dokumentation der BBC aus dem Jahr 2024, ein Jahr nach dem ersten Schuldspruch gegen Lucy Letby, mit einer Darstellung aller Aspekte, welche die Jury (die Geschworenen) nicht wusste:

Youtube: Lucy Letby: Was die Jury nicht wusste
Lucy Letby: Was die Jury nicht wusste
Externer Inhalt
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Das ganze, fast 16-minütige Video ist so sehenswert, dass ich gar nicht weiß auf welche einzelnen Aspekte ich eingehen soll ...

Daher möchte ich mich auf zwei beschränken:

- Der Ekelmoment (ein Waschbecken mit einem Rückstau von Fäkalienwasser ab Minute 1:31).

- Die Logdaten-Panne (ab Minute 08:25): Die Protokolle der elektronischen Türschlösser wurden von der Polizei für das Gericht fehlerhaft aufbereitet, da Ein- und Austritte teils exakt vertauscht wurden. Das bedeutet: Während die Anklage im ersten Prozess behauptete, Kollegen hätten die Station gerade verlassen (was Letby allein mit den Babys ließ), kehrten sie laut den korrigierten Daten tatsächlich gerade zurück. Das zentrale Narrativ der Staatsanwaltschaft – Letby habe gezielt Momente abgepasst, in denen sie unbeobachtet war – wird dadurch an entscheidenden Stellen ad absurdum geführt.

Auch der Guardian und andere Medien berichteten darüber:

https://www.theguardian.com/uk-news/article/2024/aug/16/evidence-in-first-lucy-letby-trial-was-incorrect-cps-admits
https://www.independent.co.uk/news/uk/crime/lucy-letby-trial-cps-evidence-b2597675.html
https://www.scottishlegal.com/articles/england-cps-admits-evidential-error-in-letby-trial


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

um 01:49
Zitat von klara.verstandklara.verstand schrieb:Ich schwanke - je nach Bericht - ständig zwischen "sie war es" und "sie war es nicht"
So geht es mir auch.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Es ist irgendwie so Irrglaube, immer zu sagen „ es waren nur Indizien, keine Beweise usw. Was für Beweise werden denn erwartet? Ein Video von einer nurse, die das Baby malträtiert? Zeugen der Taten?
Ah, das ist leider extrem häufig zu erleben und lässt mich immer innerlich aufschreien. Es ist dieser unglaubliche Unfug, dass man "Beweise" und "Indizien" als zwei sich meist gegenseitig verneinende in freier Wildbahn vorkommende Dinge versteht. Juristisch korrekt ist dagegen, dass der "Beweis" am Ende einer Hauptverhandlung für die Richter feststehen muss, und der kann und wird allermeist eben aus überzeugenden Indizien bestehen.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Der Fall als solches liegt nun erst mal der criminal Revue Commission vor. Die braucht ggf jahrelang sich damit zu befassen, weil es dazu Zeugenbefragungen und Expertenmeinungen braucht. Das kann ewig dauern und die Empfehlung dieser Commission? Da sollte man wohl nicht zu optimistisch sein. Sollte es nun aber dann an ein Berufungsgericht gehen, dann könnte es wiederum Jahre dauern. Die Verteidigung müsste irgendwas wirklich neues aufbieten, um einen Richter zu überzeugen, der Prozess muss nochmal aufgerollt werden. Oft bei derartigen Prozessen, kommt nochmal das gleiche Urteil zustande.
Ich schreibe das nur, weil man derzeit so diskutiert, als wenn das alles Hop Hop geht und Lucy kommt dann frei.
Wie immer nur meine Meinung.
Das ist ganz richtig. In England geht es keineswegs schneller als in Deutschland, wenn man ein Wiederaufnahmeverfahren erfolgreich führen will, und die Erfolgsaussichten sind auch nicht besser, also sehr schlecht. Mir ist es vergönnt, an zwei erfolgreichen WAVs beteiligt gewesen zu sein, aber das waren jahrelange Unternehmungen. Obwohl ich in beiden Fällen von Anfang an von der Unschuld meiner Mandantinnen überzeugt war. mussten wir ewig warten. Um so aufreibender ist das Schneckentempo der Justiz.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:man findet quasi fast immer Experten, die wahlweise für die Anklage oder Verteidigung aussagen.
Da erlebt man dann häufig solche gegensätzlichen Experten Meinungen, wie Tag und Nacht.
Man staunt immer, wie verschieden die Meinungen, zu ein und demselben Sachverhalt sein können, gerade bei Medizinern und Wissenschaftlern oder Traumaexperten, sogar unter forensischen Pathologen usw usw. Erstaunlich immer wieder.
Das ist eine andere Erkenntnis aus einem langen Juristenleben: ich habe schon so manchen Fall nur durch sog. Gutachter gewonnen, aber war auch oft verblüfft, dass die Gegenseite immer einen anderen präsentieren konnte, der ganz gegenteiliger Meinung war. Irgendeinen findet man immer. Von wegen, die Wissenschaft sei immer eindeutig. Ich habe Mathematiker unter meinen Verwandten, die ich darauf einmal angesprochen habe, aber die grinsten auch nur und meinten, wenn es sein muss, könnten sie auch "beweisen," dass 1+1 keineswegs 2 sei.

Für einen Menschen wie mich, der Jurist geworden ist, weil ich zu dumm für Naturwissenschaften bin, ist das extrem frustrierend. Ich muss mich immer völlig auf Gutachter verlassen und komme mir dann manchmal verlassen vor.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Natürlich ist ihr zum heulen, wenn sie ihre Situation betrachtet, wenn sie Bilder aus ihrem alten Leben sieht (als solche von ihrem Schlafzimmer gezeigt wurden wurde sie angeblich auch sehr emotional). Die toten Babys wiederum waren - so hart es klingt - letztlich fremde Menschen, wegen denen sie vor Gericht gezerrt wurde: Da würde mir das heulen auch vergehen, auch - und gerade - als Unschuldige!

Ich persönlich kann daraus keine Indizien für oder gegen Schuld ableiten.
Ja, ich will es mal hart sagen: dieser ganze Firlefanz, der freilich eine Jury oft beeindruckt, hat für mich zunächst einmal gar keine Bedeutung. Um diesen Fall irgendwie bewerten zu können schaue ich derzeit nur nach den medizinischen Aussagen hinsichtlich der Todesursache der babies. Da scheint ja leider, wie oben schon angedeutet, kein Konsens unter den sog. Fachleuten zu bestehen.

Ich habe nach all den Beschreibungen von LL zwar den Eindruck, dass sie den falschen Beruf für sich gewähllt hat, aber das macht sie nicht zu einer Mörderin. Dazu kommen die hanebüchenen Zustände im Krankenhaus, die leider in England wohl keine Seltenheit sind, und nun angebliche Gutachter, die wissen wollen, dass alle babies ganz natürlich verstorben sind, und nicht ermordet wurden. Angesichts dieser Fakten, lasse ich mich erst einmal gar nicht auf die Kaffeesatzleserei ein, was denn irgendwelche post its aussagen usw. Das wäre erst, wenn notwendig, ein zweiter Schritt.


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

um 02:07
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Ich vermute eher, dass es ihr Ehrgeiz war, sich genau dort zu beweisen, Karriere zu machen und sich als unersetzbare Kraft zu exponieren.
Sie galt ja dann auch als wirklich eine der fähigsten Ihres Fachs. Vater und Mutter waren sicher auch nochmal extra stolz.
Für meinen Geschmack, war sie etwas zu eifrig und vorauseilend sogar übergriffig, wenn man den Aussagen mancher Mütter da glaubt. Ihre Hingabe und Aufgabe im Beruf, ist sehr ambitioniert, zu ambitioniert gewesen.
So zumindest erscheint es mir.
Das glaube ich auch, dass sie sehr ehrgeizig war. Es war ihr Traumjob, den sie mit Hingabe erfüllen wollte.
Zitat von calligraphiecalligraphie schrieb:Wie groß muss bei so viel Übereifer, der Frust gewesen sein, dass keiner richtig honoriert, was sie leistet?
Und dann kommt sie nach Hause und wer wartet auf sie? Eine Katze… oder die Aussicht, für immer , für das Wohlbefinden ihrer Eltern verantwortlich zu sein.
Mit dem Dr Love, waren die Aussichten auch eher trübe, weil sie mit ihm keine Perspektive auf eine Vater Mutter Kind Idylle hatte.
Und am Arbeitsplatz? Lauter glückliche Mütter, evtl sogar mit Vätern und deren Babys. Alles was sie nicht haben würde. Nur ihre Arbeit, über die sich definitiv hat und keiner hat es honoriert.
Daraus erschließt sich mir ein Motiv für ihre Taten.
Etwas Rache an der Welt, Chaos schaffen, dabei helfen, das helfen das Chaos zu beseitigen und zusätzliche Befriedigung zu sehen, dass es nun anderen mal schlecht geht.
Darin sehe ich nun überhaupt kein Motiv.
Sie bekam schon positives Feedback von Kollegen und tlw. den Ärzten und der Krankenhausleitung.
Auch in dem Verwaltungsjob glänzte sie und wurde sehr gelobt.
Zitat von Cpt.GermanicaCpt.Germanica schrieb:Für mich kommt Dr. A. in dieser ganzen Geschichte insgesamt zu gut weg.
Für mich auch, wenn man sich seine gesamte Aussage durchliest, merkt man, wie er sich versucht rauszureden.
Zitat von GhostspiderGhostspider schrieb:Wegen ihrer Zuneigung zum Doktor? Irgendwie konnte sie ihm so auch beweisen, dass sie zäher ist als die anderen, den nötigen Arbeitsethos hat? Endlich Freiheit von den klammernden Eltern?
Soweit ich aus dem "Thirlwall Inquiry Transcripts - The Doctors" herauslesen konnte, kam Dr.A erst im September 2015 in das Krankenhaus.
LANGDALE: Dr U, you worked, we know, at the Countess of Chester between September 2015 and September 2016 as a paediatric Registrar.
DrU: That's right.
Quelle: https://lucyletbyinnocence.com/thirlwall-doctors.html#dr-u


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Lucy Letby - tragisches Justizopfer oder skrupellose Serienmörderin?

um 02:31
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Für mich auch, wenn man sich seine gesamte Aussage durchliest, merkt man, wie er sich versucht rauszureden.
Die R##### verlassen das sinkende Schiff, und Lucy L. geht allein unter.

Das ist schon zum Heulen (für sie).


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