Henry_Armitage schrieb:Aber auch einsame Menschen müssen gewisse Dinge erledigen. Falls er Arbeit hatte, werden die Kollegen ihn irgendwann vermisst haben.
Falls er arbeitslos war, muss er sich regelmäßig beim Amt melden. Wenn er sich nicht regelmäßig meldet, wird das Amt dann wahrscheinlich irgendwann die Zahlungen einstellen. Und das merkt wiederum der Vermieter (falls er einen hatte) und die Krankenkasse. Eventuell war er auch schon Rentner, aber selbst dann müsste sein Fehlen irgendwann auffallen. Die Miete (falls er Mieter war) und die Krankenkasse müssen bezahlt werden. Und egal, ob er Mieter war oder eine Eigentumswohunung oder ein Eigenheim besaß, wird irgendwann der Briefkasten überquellen, und das müsste den Nachbarn früher oder später auffallen. Das er obdachlos war, glaube ich, aufgrund der Kleidung, nicht.
Eben. Solche Fälle wo jemand monatelang tot in seiner Wohnung liegt z. B. betreffen ja meist Rentner, bei denen die Rente dann weiterhin fließt und die Miete per Dauerauftrag gezahlt wird. Aber wer noch arbeiten muss o. Ä. da fällt ein Verschwinden auf und hat Konsequenzen.
Ziegenpetra schrieb:Und sicher können all diese Dinge, die du beschreibst passieren; die Frage ist dann aber:
Wer wird bei solchen Vorkommnissen hartnäckig nachhaken?
Die Leute, die ein Interesse an einer endgültigen Regelung der Sache haben. Also, nur mal als fiktives Beispiel: Sollte der Mann mit seiner Familie zerstritten gewesen sein, heißt das noch lange nicht, dass die einfach die Füße still halten wenn er verschwindet. So mancher hat den seit Jahren ignorierten Onkel schon wiederentdeckt, sobald er tot war und ein Erbe lockte. Und dafür muss dann der verschwundene Onkel erst mal für tot erklärt werden.
Genauso übrigens auch, wenn Oma stirbt und der Verschwundene zusammen mit seinen Geschwistern Omas Häuschen geerbt hat. Da kann man dann auch nicht einfach sagen: "Ja, also, unser Bruder...von dem haben wir seit Jahren nix gehört, da verkaufen wir das Haus jetzt einfach und teilen seinen Anteil unter uns auf..."
Deshalb denke ich, ähnlich wie Du, dass es wahrscheinlich bislang nicht funktioniert hat, den Toten mit einer existierenden Vermisstenanzeige in Verbindung zu bringen.
Was nun das Fehlen des Schädels angeht:
Also, nur zur Klarstellung: Ich will damit dem Jäger nichts unterstellen, aber wenn es Leute gibt, die aus irgendwelchen Gründen einen Toten über Jahre hinweg nicht melden, dann halte ich es für möglich, dass es auch
andere Leute (ein unbestimmter Begriff, der ich
nicht auf eine konkrete Person beziehe) gibt, die den Schädel eines im Wald liegenden Toten als makabre Deko für das Bücheregal mitnehmen.