GrafOskar schrieb:Mir scheint das Problem ist eher die Frage "Wie können wir es dem Täter beweisen?" als die Frage "Wer ist der Täter?" und eine Antwort darauf zu finden kann dauern.
Ja, es spricht Manches dafür, dass die Polizei sich in einer solchen Situation befindet. Und das wäre dann auch schon
ein Grund dafür, dass man sich besonders viel Täterwissen aufhebt. Man hofft vermutlich, dass sich der Tatverdächtige irgendwann "verplappert", also Täterwissen offenbart - entweder im Zuge von Vernehmungen oder im Zuge abgehörter, privater (Telefon-)gespräche. Und ja, dafür braucht die Polizei unter Umständen viel, viel Geduld.
Ich fürchte allerdings, dass es, generell betrachtet, mit fortschreitender Zeit nicht unbedingt leichter wird, einen Tatverdächtigen gerichtsfest zu überführen. Die besten Chancen dafür hat man wohl, wenn die Spuren noch frisch sind, wenn der Tatverdächtige eventuell noch mit Spurenbeseitigung beschäftigt ist, wenn der Tatverdächtige noch mental oder sogar körperlich ("Knalltrauma", Schmauchspuren) von seiner Tat gezeichnet ist und wenn Zeugen sich nocht relativ gut erinnern. Diese Phase ist allerding in unserem Fall hier längst vorbei, und der Täter ist aus seiner Sicht- salopp formuliert - aus dem Gröbsten raus. Wenn ich es richtig sehe, bleiben deshalb der Polizei nicht mehr viele Hoffnungen:
1. Das berühmte und schon erwähnte "Verplappern" des Tatverdächtigen
2. Mitwisser (wenn es sie denn überhaupt gibt)
3. Mittäter (wenn es sie den überhaupt gibt - was ich hier für unwahrscheinlich halte, aber nicht zu 100% auschließen würde)
4. Spätes Geständnis (das man durch ständigen Ermittlungsdruck und Psycho-Tricks zu provozieren hofft)
5. Verdeckte Ermittler
Da der Täter (bzw. die Täter) sich aber bisher als relativ nervenstark und intelligent erwiesen hat, habe ich keine besonders große Hoffnung, dass Tricks wie Telefon-Überwachung oder verdeckte Ermittlungen in diesem Fall funktionieren. Wie ein Täter allerdings auf lange Sicht mit der Schuld und dem Ermittlungsdruck klar kommt, weiß man nie. Es gibt sie ja, diese spontanen Spät-Geständnisse, Jahre oder sogar Jahrzehnte nach einer Tat.