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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

1.267 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mordfall, Memmingen, daniel emminger ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

03.10.2026 um 10:25
Das mit der Ablenkung funktioniert aber nur wenn der Täter dann keinerlei Bezug zu Jagd oder Sportschützentum hat aber gleichzeitig Zugang zu so einer Waffe und Munition sowie den Umgang damit weil er ja höchstwahrscheinlich einen Schalldämpfer oder Gehörschutz getragen hat was alles sehr unwahrscheinlich ist.

Noch dazu muss er davon ausgehen dass der Nachbar sehr wahrscheinlich ein Alibi hat weil der ja vermutlich nicht alleine auf dem Hof lebt. Also alles nicht sehr wahrscheinlich.


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03.10.2026 um 12:05
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Fuer mich klingt es so, dass die Polizei andere Tatumstaende als Taeterwissen zurueckhaelt.
Damit hast Du sicher Recht. Für mich klingt es sogar so, als hielte die Polizeit in diesem Fall ausgesprochen viele Details zurück: Wir erfahren nichts über das genaue Kaliber der Tatwaffe, obwohl das sicher bekannt ist. Die Tatwaffe wird auch ansonsten eher allgemein als speziell beschrieben, obwohl möglicherweise mehr Wissen vorhanden ist. Zum Beispiel wird nicht eingegrenzt, aus welcher Zeit die Tatwaffe und die Munition stammt, oder wer der Hersteller / Verkäufer sein könnte.

Wir erfahren auch nichts darüber, wo genau im Haus der Leichnam des Opfers gefunden wurde und von wo aus die Schüsse auf das Opfer abgegeben wurden: War der Täter mit im Haus oder hat er durch Fenster oder Tür geschossen? Kamen die Schüsse von vorne oder von hinten bzw. von oben oder unten? Kamen die Schüsse überhaupt alle aus gleicher Entfernung, oder war es ein dynamisches Geschehen, bei dem Opfer und Täter ihre Positionen verändert haben? Und natürlich: Wie viele Schüsse waren es - und wurden außer dem Gewehr noch andere "Tötungsmittel" verwendet (z. B. Messer oder Erdrosselungswerkzeuge).

Die hier im Forum so gerne zitierte Aussage der Polizei, die Tötung sei im Stile einer HINRICHTUNG abgelaufen, sagt bei näherer Betrachtung eigentlich nur sehr wenig aus. Der Begriff "hinrichtungsartig" ist ja nicht definiert, und jeder versteht ihn deshalb anders (was man hier im Forum ja auch sieht). Ich glaube, die Polizeit hat diese Formulierung gewählt, um potenzielle Mitwisser und Zeugen EMOTIONAL zu motivieren, nicht um wirklich etwas über die Tat auszusagen. Potenzielle Zeugen wissen jetzt zumindest: Es war kein missratener Einbruch, kein schnell eskalierender Streit und kein "abgerutschter" Warnschuss, sondern es war eine (extrem verachtenswerte) Tötung mit Vorsatz. Das könnte tatsächlich helfen, jene Mitwisser zu motivieren, die hin- und her überlegen, ob sie ihr Wissen mit der Polizei teilen sollten (weil sie z. B. mit dem - eventuellen - Täter verwandt sind oder weil sie generell Skrupel haben, mit dem Finger auf eine möglicherweise unschuldige Person zu zeigen).

Zusätzlich zu den genannten Details gibt es sicher noch viele andere, die die Polizei uns mitteilen könnte, aber wegen "Täterwissen" nicht mitteilt. Ich finde es interessant, darüber nachzudenken, warum es die Polizei nach meinem Eindruck gerade in diesem Fall für besonders wichtig hält, so wenig Details wie möglich nach außen dringen zu lassen. Mein Nachdenken hat allerdings bis jetzt noch zu keinem befriedigenden Resultat geführt ...


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03.10.2026 um 12:19
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Damit hast Du sicher Recht. Für mich klingt es sogar so, als hielte die Polizeit in diesem Fall ausgesprochen viele Details zurück: Wir erfahren nichts über das genaue Kaliber der Tatwaffe, obwohl das sicher bekannt ist. Die Tatwaffe wird auch ansonsten eher allgemein als speziell beschrieben, obwohl möglicherweise mehr Wissen vorhanden ist. Zum Beispiel wird nicht eingegrenzt, aus welcher Zeit die Tatwaffe und die Munition stammt, oder wer der Hersteller / Verkäufer sein könnte.
Es ist uns doch noch nicht einmal bekannt, ob es Schrot- oder Kugelmunition war.


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03.10.2026 um 12:25
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Zusätzlich zu den genannten Details gibt es sicher noch viele andere, die die Polizei uns mitteilen könnte, aber wegen "Täterwissen" nicht mitteilt. Ich finde es interessant, darüber nachzudenken, warum es die Polizei nach meinem Eindruck gerade in diesem Fall für besonders wichtig hält, so wenig Details wie möglich nach außen dringen zu lassen. Mein Nachdenken hat allerdings bis jetzt noch zu keinem befriedigenden Resultat geführt ...
Mir scheint das Problem ist eher die Frage "Wie können wir es dem Täter beweisen?" als die Frage "Wer ist der Täter?" und eine Antwort darauf zu finden kann dauern.


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03.10.2026 um 12:46
Ich glaube da ist irgendwie mehr im argen. Es würde mich nicht wundern, wenn es nicht ein Täter/Täterin gibt, sondern ein paar mehr.
Als ich übrigens das erste Mal in der Polizeimeldung davon las, dachte ich zuerst an ein Mitglied der Automatensprengerbande. Der sich in einem verlassenen Gebäude vor seinen Komplizen versteckte.


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03.10.2026 um 13:16
Zitat von GrafOskarGrafOskar schrieb:Mir scheint das Problem ist eher die Frage "Wie können wir es dem Täter beweisen?" als die Frage "Wer ist der Täter?" und eine Antwort darauf zu finden kann dauern.
Ja, es spricht Manches dafür, dass die Polizei sich in einer solchen Situation befindet. Und das wäre dann auch schon ein Grund dafür, dass man sich besonders viel Täterwissen aufhebt. Man hofft vermutlich, dass sich der Tatverdächtige irgendwann "verplappert", also Täterwissen offenbart - entweder im Zuge von Vernehmungen oder im Zuge abgehörter, privater (Telefon-)gespräche. Und ja, dafür braucht die Polizei unter Umständen viel, viel Geduld.

Ich fürchte allerdings, dass es, generell betrachtet, mit fortschreitender Zeit nicht unbedingt leichter wird, einen Tatverdächtigen gerichtsfest zu überführen. Die besten Chancen dafür hat man wohl, wenn die Spuren noch frisch sind, wenn der Tatverdächtige eventuell noch mit Spurenbeseitigung beschäftigt ist, wenn der Tatverdächtige noch mental oder sogar körperlich ("Knalltrauma", Schmauchspuren) von seiner Tat gezeichnet ist und wenn Zeugen sich nocht relativ gut erinnern. Diese Phase ist allerding in unserem Fall hier längst vorbei, und der Täter ist aus seiner Sicht- salopp formuliert - aus dem Gröbsten raus. Wenn ich es richtig sehe, bleiben deshalb der Polizei nicht mehr viele Hoffnungen:

1. Das berühmte und schon erwähnte "Verplappern" des Tatverdächtigen
2. Mitwisser (wenn es sie denn überhaupt gibt)
3. Mittäter (wenn es sie den überhaupt gibt - was ich hier für unwahrscheinlich halte, aber nicht zu 100% auschließen würde)
4. Spätes Geständnis (das man durch ständigen Ermittlungsdruck und Psycho-Tricks zu provozieren hofft)
5. Verdeckte Ermittler

Da der Täter (bzw. die Täter) sich aber bisher als relativ nervenstark und intelligent erwiesen hat, habe ich keine besonders große Hoffnung, dass Tricks wie Telefon-Überwachung oder verdeckte Ermittlungen in diesem Fall funktionieren. Wie ein Täter allerdings auf lange Sicht mit der Schuld und dem Ermittlungsdruck klar kommt, weiß man nie. Es gibt sie ja, diese spontanen Spät-Geständnisse, Jahre oder sogar Jahrzehnte nach einer Tat.


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03.10.2026 um 14:15
Die Vorstellung, dass jemand vor und/oder nach der Tat mit einer gewöhnlichen Langwaffe in der Nähe des Tatorts unterwegs war, finde ich relativ unwahrscheinlich.

Dann wurde die Identität des Opfers lange Zeit nicht bekannt gegeben. Dass jemand eine solche Tat mit einer legalen/registrierten Waffe begeht, halte ich ebenfalls für unwahrscheinlich.

Einzelheiten zur Waffe und zum Tatablauf wurden nicht publik.

Ohne die Sache noch schlimmer machen zu wollen, als sie ohnehin schon ist: Ich denke bei der Tatwaffe an eine verbotene Pumpgun, abgesägte Schrotflinte mit Pistolengriff o.ä. - der Schütze richtet ein verheerendes Bild an, zumal in einem Innenraum, und muss auch nicht exakt auf das Opfer zielen, da die Streuwirkung sehr groß ist. Das Opfer dürfte kaum ohne DNA-Abgleich zu identifizieren sein.

Eine solche Waffe lässt sich unauffällig unter der Jacke tragen.

Das lässt aber auch auf etwas anderes als eine Eifersuchtstat schließen. Das sieht dann eher nach OK aus. Wie Herr E. in deren Visier geraten ist, ist mir allerdings schleierhaft.


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03.10.2026 um 16:16
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Ich fürchte allerdings, dass es, generell betrachtet, mit fortschreitender Zeit nicht unbedingt leichter wird, einen Tatverdächtigen gerichtsfest zu überführen. Die besten Chancen dafür hat man wohl, wenn die Spuren noch frisch sind, wenn der Tatverdächtige eventuell noch mit Spurenbeseitigung beschäftigt ist, wenn der Tatverdächtige noch mental oder sogar körperlich ("Knalltrauma", Schmauchspuren) von seiner Tat gezeichnet ist (...). Diese Phase ist allerding in unserem Fall hier längst vorbei, und der Täter ist aus seiner Sicht- salopp formuliert - aus dem Gröbsten raus.
Irgendwas geht immer noch.

Ein Knalltrauma kann verheilen, dann ist der Nachweis schwierig. Ein Knalltrauma kann aber auch Spätfolgen und Schäden verursachen, mittels deren durch Gutachten ein altes Knalltrauma nachgewiesen werden kann, sogar selbst nach Jahren.

Habe dazu mal die KI in Google befragt, Antwort der KI im Spoiler, nicht sehr lang.

SpoilerMeine Frage: Kann ein verheiltes Knalltrauma nachgewiesenen werden?
Ein vollständig und ohne Folgeschäden verheiltes Knalltrauma kann im Nachhinein nicht mehr direkt nachgewiesen werden. Da bei einer vollständigen Heilung die Haarzellen im Innenohr regenerieren und keine organischen oder funktionellen Spuren zurückbleiben, gibt es für Hals-Nasen-Ohren-Ärzte (HNO) keine klinischen Anhaltspunkte mehr.

Hinterlässt das Knalltrauma jedoch bleibende Schäden oder Spätfolgen, lässt sich das Ereignis anhand spezifischer Muster auch Jahre später indirekt sehr gut rekonstruieren.

Wie Schäden eines alten Knalltraumas nachgewiesen werden

Wenn das Gehör nicht vollständig ausheilt, stützen sich Ärzte und medizinische Gutachter (z. B. für Versicherungen) auf folgende diagnostische Säulen: [1, 2, 3]

Die typische „C5-Senke“ im Audiogramm: Bei einem Knalltrauma sterben bevorzugt die Haarzellen ab, die für den Hochtonbereich zuständig sind. Ein Reintonaudiogramm zeigt bei Betroffenen fast immer einen charakteristischen Hörverlust oder Einbruch (eine sogenannte Senke) im Frequenzbereich um 4.000 Hertz (Hz). Andere Formen der Schwerhörigkeit (z. B. Altersschwerhörigkeit) zeigen meist ein anderes, flacheres Abfallmuster. [1, 2, 3, 4]

Messung der otoakustischen Emissionen (OAE): Mit diesem Test kann die Funktion der äußeren Haarzellen im Innenohr direkt überprüft werden. Fehlen die Emissionen exakt in dem geschädigten Frequenzbereich, deutet dies stark auf ein akustisches Trauma hin. [1, 2]

Anamnese und Aktenlage: Für rechtliche oder versicherungstechnische Nachweise ist die Glaubwürdigkeit und der zeitliche Ablauf entscheidend. Ist das Ereignis (z. B. ein Airbag-Unfall, ein Böller oder ein Schuss) dokumentiert oder gab es direkt danach ein Erst-Audiogramm, gilt der Zusammenhang in Kombination mit der 4000-Hz-Senke als medizinisch plausibel nachgewiesen. [1, 2, 3]

Mögliche Spätfolgen, die bestehen bleiben:

Chronischer Tinnitus: Ein dauerhaftes Pfeifen oder Rauschen auf dem betroffenen Ohr.

Hyperakusis: Eine krankhafte Überempfindlichkeit gegenüber alltäglichen Geräuschen.

Dauerhafter Hochton-Hörverlust: Schwierigkeiten, feine Konsonanten (wie f, s, ch) oder hohe Stimmen zu verstehen. [1, 2, 3]
Quelle: Google, KI



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03.10.2026 um 18:17
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:Ein Knalltrauma kann aber auch Spätfolgen und Schäden verursachen, mittels deren durch Gutachten ein altes Knalltrauma nachgewiesen werden kann, sogar selbst nach Jahren.
Interessant! Vielen Dank für die Recherche! Das wäre dann dann zumindest ein weiteres Indiz. Das allein würde logischerweise niemals ausreichen, denn der Tatverdächtige kann sich ja tausend verschiedene Geschichten ausdenken, wie er zu dem Knalltrauma gekommen ist (z. B. Feuerwerkskörper an Silvester direkt neben dem Ohr explodiert). Ich halte es für ausgeschlossen, dass man das ALTER eines Knalltraumas nach so langer Zeit auf den Tag oder nur die Woche genau feststellen kann.

Ich wollte mit meinem Beitrag aber auch gar nicht sagen, dass es jetzt schon völlig unmöglich ist, genug Indizien gegen einen möglichen Tatverdächtigen zu sammeln. Es kam mir mehr darauf an, mal zu zeigen, dass und warum es nicht immer stimmt, dass man nur lange genug ermitteln muss, um zum Erfolg zu kommen. Das ist ja manchmal die Vorstellung, die wir Laien so haben. In Wirklichkeit laufen in Deutschland aber vermutlich einige Mörder frei herum, bei der die Polizei sicher ist, dass sie schuldig sind, aber bei der sie nicht genug Material finden konnte, um eine Anklageerhebung zu erzwingen.


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03.10.2026 um 18:22
@Coscoroba
Ideal wäre natürlich, der Täter könnte durch das nicht verheilte Knalltrauma seinen Beruf nicht mehr ausüben, wäre also gezwungen, dies öffentlich zu machen, gegenüber Versicherungen und Behörden.

Man darf ja mal träumen.


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03.10.2026 um 18:29
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:Ideal wäre natürlich, der Täter könnte durch das nicht verheilte Knalltrauma seinen Beruf nicht mehr ausüben, wäre also gezwungen, dies öffentlich zu machen, gegenüber Versicherungen und Behörden.
Das Knalltrauma hätte er sich ja nur dann eingefangen wenn er ohne Gehörschutz geschossen hätte. Ich denke aber, dass dies nicht sein erster Schuss mit dieser Waffe war und er sich somit für die Tat entsprechend vorbereitet hatte.


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03.10.2026 um 20:50
Zitat von GrafOskarGrafOskar schrieb:Ich denke aber, dass dies nicht sein erster Schuss mit dieser Waffe war und er sich somit für die Tat entsprechend vorbereitet hatte.
Ja, das sehe ich auch so; ganz sicher hat der Täter gewusst, dass er besser einen Gehörschutz tragen sollte. Das hätten ja sogar viele Menschen gewusst, die noch nie eine Waffe in der Hand gehalten haben. Und ein Waffenbesitzer, ob nun legal oder illegal, weiß das bestimmt. Und die Polizei weiß sicher auch, dass der Täter das gewusst hat.

Allerdings hängt es ja von der konkreten Tatsituation ab, ob es dem Täter überhaupt möglich war, einen Gehörschutz zu tragen bzw. rechtzeitig damit zu beginnen. Wenn es zum Beispiel Teil des Tatplanes war, das Opfer an die Haustür zu locken und es in einen kurzen Wortwechsel zu verwickeln (damit sichergestellt ist, dass das Opfer für den Schuss "günstig" steht), dann wäre es schon etwas schwieriger geworden mit dem Gehörschutz - gerade wenn der Täter damit rechnen musste, dass das Opfer durch einen Spion (falls vorhanden) blickt.

Oder, anderes Beispiel: Es ist ja theoretisch auch möglich, dass der Täter ganz offen mit der Waffe ins Haus gegangen ist - vielleicht unter dem Vorwand, dem Opfer etwas an der Waffe zeigen oder sie ihm sogar verkaufen zu wollen. Einen Gehörschutz hätte er dabei dann aber nicht tragen dürfen. Das hätte ihn verraten. Ist jetzt sicher nicht die wahrscheinlichste Variante, aber sie ist auch nicht total absurd, weil ja Vieles dafür spricht, dass Opfer und Täter sich (gut) kannten.

Und man kann auch die Polizei verstehen: Selbst wenn die Chance, dass der Täter KEINEN Gehörschutz getragen hat, sehr klein ist, würde man mit der Knalltrauma-Theorie doch auf jeden Fall an die Öffentlichkeit gehen. Und die Theorie wurde ja auch immer als Theorie dargestellt, nicht als Gewissheit.


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03.10.2026 um 22:05
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:. Ein Knalltrauma kann aber auch Spätfolgen und Schäden verursachen, mittels deren durch Gutachten ein altes Knalltrauma nachgewiesen werden kann, sogar selbst nach Jahren.
Das ist tatsächlich interessant, auch von mir vielen Dank für die Recherche.
Zitat von GrafOskarGrafOskar schrieb:Mir scheint das Problem ist eher die Frage "Wie können wir es dem Täter beweisen?"
Das könnte man wenn man davon ausgeht dass es relativ schnell einen Tatverdächtigen gab denken. Beweisen scheint schwierig da der Täter bisher nicht verhaftet wurde. Aber was würde auch die Tat beweisen? Ein fehlendes Alibi, soll heissen der Täter war zur Tatzeit alleine zuhause beweisst ja meiner Meinung nach gar nichts. Selbst jemand bei dem Angehörige gemerkt haben dass er nachts oder zu einer anderen Uhrzeit sich aus dem Haus bewegt hat muss nicht zwangsläufig der Täter sein. Die Tatwaffe wäre würde ich denken ist der alles entscheidende Punkt, wenn diese aber nicht gefunden wird und es keinen Nachweis gibt wie sie zu jemandem gekommen ist wird es glaube ich schwierig.
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Ja, das sehe ich auch so; ganz sicher hat der Täter gewusst, dass er besser einen Gehörschutz tragen sollte.
Die Frage ist ob ein Gehörschutz nur bei einer Tat innerhalb eines Gebäudes notwendig gewesen wäre und ob der Täter von vorneherein wusste dass sich die Tat im Innern des Hauses abspielen würde.
Ich habe heute nochmal die Az-Sendung angesehen, die Komissarin sagt ca. bei Minute 22.58 dass Herr Emmimger vermutlich in der Nacht vom 31.auf den 01.04. ermordet wurde. Daraus könnte man schliessen dass die genaue Tatzeit nicht bekannt ist, also auch durch eventuelle Nachbarn kein konkreter Schuss zu einer bestimmten Uhrzeit gehört wurde oder ein Schuss gehört wurde und dieser wegen der Nacht im Schlaf zusätzlich zu der Tatsache dass in der Gegend immer mal wieder geschossen wird nicht einer genauen Zeit zugeordnet werden konnte, so würde ich es einschätzen. Ich hätte gedacht dass man auf Grund der Versorgungssituation der Tiere auf dem Hof von Herrn Emminger die ungefähre Tatzeit hätte einschätzen können. Tiere gefüttert und im Stall, z.B. Hühner oder Enten, Tat dann ab Abend des 31.03., Tier laufen bereits auf dem Hof herum, dann eventuell Tat ab morgens 01.04. zum Beispiel


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03.10.2026 um 22:14
Zitat von 321meins321meins schrieb:Das könnte man wenn man davon ausgeht dass es relativ schnell einen Tatverdächtigen gab denken. Beweisen scheint schwierig da der Täter bisher nicht verhaftet wurde.
Das ist richtig. Es gab ingesamt 2 Durchsuchungen dort. Es wurde nie revidiert, dass diese Person nicht mehr tatverdächtig ist.
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Allerdings hängt es ja von der konkreten Tatsituation ab, ob es dem Täter überhaupt möglich war, einen Gehörschutz zu tragen bzw. rechtzeitig damit zu beginnen.
Ich denke inzwischen u.a. beispielsweise darüber nach, ob der Täter ggfs. bei der Tat betrunken oder anderweitig enthemmt war und deshalb die Grenze zu dieser Tat in Rage überschritten hat? Dann denkt man wahrscheinlich nicht mehr an Gehörschutz und solche Dinge ...


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

03.10.2026 um 22:33
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Ich denke inzwischen u.a. beispielsweise darüber nach, ob der Täter ggfs. bei der Tat betrunken oder anderweitig enthemmt war und deshalb die Grenze zu dieser Tat in Rage überschritten hat?
Das glaube ich eher nicht. Der Täter dürfte spurentechnisch keine groben Fehler begangen haben, sonst hätte man ihn heute schon, und das wird in betrunkenem oder anderweitig eingeschränkten Zustand zunehmend schwieriger.


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gestern um 11:58
Zitat von -Dandelion--Dandelion- schrieb:Ich denke inzwischen u.a. beispielsweise darüber nach, ob der Täter ggfs. bei der Tat betrunken oder anderweitig enthemmt war und deshalb die Grenze zu dieser Tat in Rage überschritten hat?
Das könnte durchaus sein. Ich halte es nicht für besonders wahrscheinlich, aber auch nicht für total abwegig.Was man allerdings wohl ausschließen kann, ist, dass der Täter durch Alkohol und/oder andere Drogen SCHWER beeinträchtigt war, und die Tat in diesem Zustand begangen hat. Dafür war das Verbrechen zu komplex, die zurückgelassenen Spuren zu schwach und das Nach-Tat-Verhalten zu unauffällig. Aber manchmal reicht ja eine relativ kleine Dosis Alkohol, um die Hemmschwelle deutlich herabzusenken und auf diese Weise einen Mord "auszulösen". Mit so einer kleinen Dosis wäre der Täter möglicherweise während der Tat noch bei nahezu 100% (kognitiv wie motorisch) und nach der Tat auch schnell wieder komplett "fit" und sortiert, hätte aber eben seine ethischen Skrupel und seine Angst vor Strafverfolgung so weit gemindert, dass ihm das Töten möglich wurde.

Ich stelle mir das - wenig phantasiereich - etwa so vor: Man trinkt wegen eines nervigen Arbeitstages nach Feierabend ausnahmsweise mal zu viel - aber nicht so viel zu viel, dass man große Aussetzer bei Kognition und Motorik hätte; man sitzt friedlich vor dem Fernseher und lässt die flimmernde Dummheit Stunde um Stunde an sich vorbeiziehen. Das macht einen noch agressiver. Und dann kommt PLÖTZLICH wieder mal diese unendliche Wut auf diesen Typen hoch. Diesen Typen, der alles ruiniert hat, und der deshalb irgendwie aus der Welt muss. Der Typ dessen Abtreten man sich in Tagträumen schon öfter mit Befriedigung ausgemalt hat. Und ja, der Typ wohnt nicht weit weg; das Gewehr liegt im Schuppen; Gehörschutz und Handschuhe auch. Es ist Nacht. Warum also nicht gleich ...?

Was ich allerdings überhaupt nicht glaube - Drogenkonsum am Tattag hin oder her - ist, dass die Mordgefühle und -gedanken des Täters erst am Tattag entstanden sind. Ich glaube vielmehr, dass die zerstörerisch-negativen Gefühle des Täters im Hinblick auf das Opfer (z. B. Hass, Eifersucht, Neid) schon Monate oder vielleicht sogar Jahre bestanden und im Gehirn des Täters eigendynamisch quollen und wucherten (wie im vorherigen Absatz beschrieben). Ich glaube auch, dass der Gedanke des Täters, das "Problem" durch einen Mord zu beseitigen, schon deutlich vor der Tat immer mal wieder "hochkam". Vielleicht wurden diese Mordgedanken dabei auch schon recht praktisch und detailliert ...

Aber man verstehe mich bitte nicht falsch: Die in diesem Beitrag beschriebene Theorie ist nicht die von mir favorisierte. Die für mich mit Abstand wahrscheinlichste Variante ist nach wie vor die, dass wir es mit einem sog. "eiskalten" Mord zu tun haben, der bis ins letzte Detail geplant war, und der bei vollkommen klaren Bewusstsein und ohne chemische "Mutmacher" ausgeführt wurde. Auch der Termin der Ermordung war vermutlich genau geplant und hat sich eben nicht durch eine plötzliche Enthemmung "ergeben".

T;D;L;R: Bewusstseinsverändernde Substanzen könnten bei dem Mord eine Rolle gespielt haben. Allerdings ist das eher unwahrscheinlich. Wenn sie doch eine Rolle gespielt haben, dann wohl nur die, dass sie die Transformation bereits bestehende Mordgedanken zu Taten "ausgelöst" haben, und nicht die, dass sie die Mordgedanken erst hervor brachten.


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

gestern um 12:40
Zitat von 321meins321meins schrieb:Die Tatwaffe wäre würde ich denken ist der alles entscheidende Punkt, wenn diese aber nicht gefunden wird und es keinen Nachweis gibt wie sie zu jemandem gekommen ist wird es glaube ich schwierig.
Ja, die Tatwaffe dürfte das entscheidende Beweisstück werden. Der Täter muss die Waffe ja zumindest kurzzeitig in seinem Besitz gehabt haben. Falls in seinem erweiterten Umfeld irgendwann auffällt, dass eine bestimmte Waffe nicht mehr in seinem Besitz ist, könnte es eng werden. Die Polizei hatte ja die Werkstatt eines oder des Tatverdächtigen durchsucht, möglicherweise um Spuren der Vernichtung der Tatwaffe zu finden. Ein Ergebnis dieser Durchsuchung wurde meines Wissens nach nicht öffentlich bekannt gegeben.


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um 05:52
Zitat von LilliVanilliLilliVanilli schrieb: Ebenfalls nach dem, was wir wissen, gab es offenbar kein Kampfgeschehen. D. E. war wohl komplett überrascht,
Ich wuerde sagen, das faellt unter Vermutung.
Es ist zwar naheliegend, dass DE ueberrascht wurde, aber Details zum Tatablauf wie auch zur Uhrzeit wurden nicht bekannt gegeben.
Zitat von CoscorobaCoscoroba schrieb:Ich glaube vielmehr, dass die zerstörerisch-negativen Gefühle des Täters im Hinblick auf das Opfer (z. B. Hass, Eifersucht, Neid) schon Monate oder vielleicht sogar Jahre bestanden
Ja, das war etwas, was in den Taeter gegaehrt hat, so sehe ich es auch.
Ich gehe auch davon aus, dass anderen etwas von einem Konflikt bekannt ist. Aber vielleicht ist der Konflikt so nichtig, dass man sich nicht vorstellen kann, dass jemand dafuer mordet?


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Mordfall Daniel Emminger Bedernau/Kunzach

um 10:01
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Ich wuerde sagen, das faellt unter Vermutung.
Stimmt. Das hab ich wirklich rein aus den Angaben der Kommissarin bei xy und normaler Logik heraus geschlossen. Man muss echt aufpassen... Danke für den Hinweis!


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um 10:35
Mich würden bei dem Fall doch noch einmal einige Dinge genauer interessieren, die zurückliegend wohl schon zur Sprache kamen, aber mMn noch nicht abschließend geklärt sind:

  • Wie waren die Eigentumsverhältnisse des Anwesens, auf dem Herr E. ermordet wurde?
    War das Anwesen gekauft, gepachtet?

  • Wie finanzierte Herr E. Kauf oder Pacht des Anwesens?

  • Wie sieht der Bebauungsplan, der Flächennutzungsplan für das Anwesen aus? Ist das Anwesen evtl. günstig mit der Auflage übergeben worden, den Anschluss an Ver- und Entsorgung auf eigene Kosten zu veranlassen?

Man kann davon ausgehen, dass in unserem Land manche Verstöße, Ordnungswidrigkeiten etc. nur mit geringem Eifer verfolgt werden, aber eine Nutzung von Grund und Boden (Dauernutzung einer als Ferienhaus deklarierten Immobilie etwa) ruft in vielen Bundesländern sofort die Behörden auf den Plan.

Nicht wenige Menschen haben ihr Geld verloren, weil sie davon ausgingen, als Rentner in einem eigens dazu gekauften Ferienhaus dauerhaft leben zu können, und ich weiß aus meiner eigenen Bekanntschaft, dass da wirklich mit einer Vehemenz nachgeforscht wird, die man sich bei wirklich ernsten Vergehen manchmal wünschen würde.

Noch schlimmer: Man erwirbt z.B. eine Wohnimmobilie in einem Gewerbegebiet, betreibt aber kein zugehöriges Gewerbe. Bei solchen Verstößen gehen die Behörden oft rigoros vor.

Man kann in Deutschland vieles tun, aber wehe, man legt sich mit der Raumordnung an.

Kam da Neid auf, weil Daniel E. mit seinem unsanierten Anwesen unbehelligt blieb? Während andere teure Auflagen erfüllen mussten?

Warum war das ggf. so?


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