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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

17 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Essen, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 10:30
In der Aktenzeichen XY-Sendung vom 29. Juli 2026 wurde ein rätselhafter Cold Case aus Essen vorgestellt: die Millionärin Lieselotte Hohlmann ist 1997 in ihrer Villa erschlagen worden. Der Fall wirft bis heute viele Fragen auf - besonders mysteriös ist, dass der Täter Tagebücher des Opfers mitnahm.

Der Fall

Am 27. August 1997 hört eine Nachbarin Hilferufe, kann diese aber nicht zuordnen. Eine Bekannte versucht Lieselotte Hohlmann telefonisch zu erreichen. Da dies nicht gelingt und es sich um ein für sie untypisches Verhalten handelt, beschließt die Frau nach dem Rechten zu sehen. Dabei macht sie eine schreckliche Entdeckung.
Nach der Arbeit fährt sie zu dem Anwesen der Rentnerin. Am schmiedeeisernen Tor klingelt und klopft sie - keine Reaktion. Gemeinsam mit einem Nachbarn klettert Jutta F. schließlich über das Tor. Durch ein gekipptes Fenster im hinteren Bereich gelangt sie in das Haus.

Drinnen macht sie eine Entdeckung, die sie bis heute verfolgt: Hohlmann liegt im Morgenmantel leblos auf der Treppe. "Dieses Bild hat sich eingebrannt. Für immer", sagt sie.
Wer tötete die Millionärin in Essen? (WDR)

Die Ermittlungen

Von Beginn an steht die Frage im Raum, wie der Täter in die Villa gelangte. Die Polizei Essen verfolgt dabei zwei Ansätze.

a) Der Täter war ein Bekannter

Bekannte und Mitarbeiter beschreiben Lieselotte Hohlmann als äußerst vorsichtig: Unangemeldete Besucher wurden von ihr nicht empfangen, zudem protokollierte sie Besuche in Notizbüchern.
Die 78-Jährige notierte alles in ihren zwei Notizbüchern: jedes Telefonat und jeden Besuch, mit Uhrzeit und Datum. Auch Personen, die sich angekündigt hatten, wurden darin namentlich aufgeführt.
Mord an Essener Millionärin seit Jahrzehnten ungeklärt (ZDF)

Brisant: die beiden Notizbücher fehlen. Hätte der Inhalt Aufschluss über die Identität des Täters gegeben?

Als Tatwaffe dürfte Lieselotte Hohlmanns eigener, auffälliger Gehstock verwendet worden sein. Dieser wurde vom Täter mitgenommen und fehlt bis heute.

1000020067

Tatwaffe: Gehstock mit Pferdekopf, Bildquelle: Mord an Essener Millionärin seit Jahrzehnten ungeklärt (ZDF)

b) Einbruch mit tödlicher Eskalation

Die zweite Theorie ist, dass der Täter durch die offene Haustür unbemerkt in die Villa gelangt sein könnte. Hierbei könnte er davon profitiert haben, dass Lieselotte Hohlmann jeden Tag einen Verband an ihrem Fuß anbrachte. Den alten Verband entsorgte sie in der Mülltonne.
Kurz vor der Tat war die Mülltonne von der Müllabfuhr geleert worden - der Verband war das einzige, was sich darin befand. Die Theorie: Der Täter könnte sich im Garten versteckt haben, bis die Witwe das Haus verließ, um den Müll hinauszubringen. Den Moment der offenen Haustür nutzte er, um unbemerkt ins Haus zu gelangen.
Wer tötete die Millionärin in Essen? (WDR)

Zudem fand Eingang in die Ermittlungsakte, dass kurz vor der Tat ein Unbekannter nach Frau Hohlmanns Adresse fragte. Bis heute konnte die Identität des Mannes nicht geklärt werden.
In den Tagen vor der Tat soll ein unbekannter Mann im Alter von etwa 50 bis 60 Jahren im Ortsteil Burgaltendorf mehrfach nach der Adresse von Lieselotte Hohlmann gefragt haben. Er habe angegeben, ein Bekannter der 78-Jährigen zu sein und sie besuchen zu wollen.

Der Unbekannte soll in einer silber- oder pastellfarbenen Limousine mit Stufenheck unterwegs gewesen sein, möglicherweise ein Mercedes oder ein Audi. Aber weder das Fahrzeug noch der Mann konnten identifiziert werden. Sicher sind sich Zeugen nur über eines: Das Auto hatte kein Essener Kennzeichen.
Mord an Essener Millionärin seit Jahrzehnten ungeklärt (ZDF)


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 11:29
Als gelegentlicher Besucher: Interessant, welche Cold Cases es so gab und gibt, die hier noch kaum wer auf dem Schirm hatte!

Den Aspekt der Übertötung würde ich noch erwähnen. Falls es ein Einbrecher gewesen sein sollte, müsste dieser schon in extreme Panik geraten sein. Eine gebrechliche 78-jährige Frau sollte man in Schach halten können, ohne sie zu töten. Zumindest, wenn man von normalen Einbrechern mit minimaler Professionalität ausgeht. Und dann wurde ja auch nur die Handtasche ausgeraubt.

Würde die Übertötung und der auf die Handtasche begrenzte Raub eher dafür sprechen, dass persönliche Beziehungen im Spiel waren? Frau Hohlmann hatte ihr Vermögen ja bereits weitgehend unter mehreren Erben aufgeteilt. Könnte es sein, dass da jemand das Erbe dringend brauchte, oder Frau Hohlmann plante, sich zum Nachteil eines möglichen Erben Dinge anders zu überlegen? So denkt man schnell. Es hieß nach dem Film, die Alibis der Erben seien geprüft worden. Dennoch: Dass die Erben im Film ausführlich vorkamen, könnte darauf schließen lassen, dass man die Option nicht ausschließen sollte. Gerade dass ihr Notizbuch mit möglicherweise entscheidenden Informationen fehlte und dass Frau Hohlmann nur wenige Menschen ins Haus ließ und diese sich schon an der Gartenpforte ankündigen müssen, lässt einen Täter sehr plausibel erscheinen, den sie kannte und der sie kannte (auf jeden Fall ihre Gewohnheit, Besucher und aktuelle Dinge ins Notizbuch zu schreiben).

Auch ein Mitarbeiter, dem sie mit der Kündigung gedroht hatte, kam im Film kurz vor.

Für Einbrecher dürfte eine alleinstehende, kränkliche Millionärin ohne Frage ein gutes Ziel geben. Deshalb war Frau Hohlmann wohl auch selbst so vorsichtig. Zu dem 50- bis 60-jährigen Mann, der nun ja schon im hohen Alter sein müsste: Die Frage wäre da wahrscheinlich, wie bekannt die Adresse von Frau Hohlmann war? Wenn sie im Telefonbuch stand, müsste man als Einbrecher nicht groß auffällige Erkundigungen einziehen, die einen nur verdächtig wirken lassen. Oder war's tatsächlich ein alter Bekannter, mit dem dann ein Streit eskalierte, z.B. weil er sich Geld leihen wollte?

Insgesamt scheint es da viele Optionen zu geben, aber keine (zumindest nach außen hin bekannte) heiße, ganz offensichtliche Spur.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 11:58
Mir war der Fall vor der Ausstrahlung nicht bekannt. Einruch ohne persönlichen Bezug schließe ich aus. Es wurde explizit die Handtasche (oder nur der Inhalt, so klang es im Beitrag), mitgenommen, sonst nichts - da wäre gewiss im Handumdrehen mehr möglich gewesen, da Frau Hohlmann sicher viele weitere teure/werthaltige Dinge im ganzen Haus hatte. Zum Übertöten war ja auch Zeit - wenn man Eile als Argument anbringen will.
Das Übertöten wiederum spricht ebenfalls für persönlichen Bezug.

In der XY-Inszenierung wurden alle Personen, die zu Lebzeiten bereits bedacht wurden, etwas seltsam inszeniert, finde ich.

Was ist mit dem Mitarbeiter, der gekündigt werden sollte? Da wird ein expliziter zeitlicher Zusammenhang nahegelegt und anschließend nichts mehr erwähnt.

Die Notizbücher sind der Schlüssel und die relevante Beute, meine ich. Von diesen wussten alle in ihrem Umfeld.

Gerenell finde ich es traurig, wie angreifbar eine alte, alleinstehende wohlhabende Unternehmerin und Immobilienbesitzerin ist - sie hat sich ja offenbar um ihr Hab und Gut gesorgt und dessen Fortbestand nach ihrem Tod und hatte keine Familie mehr. Das hat sie sich Leute ausgesucht - ob das zu Lebzeiten gut war und ob sie da ein gutes Händchen hatte, ist ungewiss.

Setsam finde ich auch, dass bei einer derartigen Gesamtsituation (immenser Wohlstand und hohes Alter) die Bekannte und Beschenkte nicht die Polizei ruft, sondern mit einem Nachbarn, den sie ja auch erstmal anpsrechen und holen muss, einbricht, als sie einiges seltsam findet (Brennendes Licht, kein Kontakt, Schlüssel steckt von innen). Rettungswagen und/oder Polizei schien keine Option.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 12:04
Auch wenn die Villa vom Täter nicht durchsucht worden ist, hat er doch erhebliche Beute machen können:
Zudem entwendete der Täter nach Erkenntnissen der Polizei aus der Handtasche seines Opfers rund 10.000 D-Mark Bargeld, Goldschmuck und zwei Notizbücher.
Mord an Essener Millionärin seit Jahrzehnten ungeklärt (ZDF)

Es wurde im übrigen DNA gefunden. Dazu sind die Angaben nicht ganz einheitlich, aber im Grunde spricht der bislang ausbleibende Treffer dafür, dass der Täter nicht aus dem ganz engen Umfeld stammen dürfte. Denn diese Personen sind sicherlich zum Abgleich gebeten worden.
Der Polizei liegen zwei männliche DNA-Spuren vor, die bislang keiner Person zugeordnet werden konnten.
Mord an Essener Millionärin seit Jahrzehnten ungeklärt (ZDF)
Der Grund: Asservate aus dem Jahr 1997 wurden erneut untersucht. In der Nähe der Leiche fanden sich drei DNA-Spuren. Zwei konnten Personen zugeordnet werden, die berechtigt vor Ort waren. Eine Spur jedoch bleibt unbekannt.
Wer tötete die Millionärin in Essen? (WDR)


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 13:56
In der Reihe WDR Verbrechen/Mordorte ist dieser Fall schon einmal behandelt worden:

Mysteriöser Mord in Villa / Täter klaut Tagebücher des Opfers

Darüber hinaus war dieser Fall auch bei der Serie von RTL2 "Ungeklärte Morde".


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 15:00
Der Grund: Asservate aus dem Jahr 1997 wurden erneut untersucht. In der Nähe der Leiche fanden sich drei DNA-Spuren. Zwei konnten Personen zugeordnet werden, die berechtigt vor Ort waren. Eine Spur jedoch bleibt unbekannt.
Die Spuren, die "berechtigt vor Ort" sind, dürften dann zu dem Personenkreis gehören, der Zutritt zu ihrem Haus hatte. Wobei solche Spuren für die Personen vielleicht nicht belastend, aber auch nicht entlastend sein dürften.
Zitat von AnGeAnGe schrieb:Setsam finde ich auch, dass bei einer derartigen Gesamtsituation (immenser Wohlstand und hohes Alter) die Bekannte und Beschenkte nicht die Polizei ruft, sondern mit einem Nachbarn, den sie ja auch erstmal anpsrechen und holen muss, einbricht, als sie einiges seltsam findet (Brennendes Licht, kein Kontakt, Schlüssel steckt von innen). Rettungswagen und/oder Polizei schien keine Option.
Wobei ich da die Hemmschwelle verstehen kann, nicht sofort die Polizei zu rufen. Ist vielleicht auch eine individuelle Frage.

Die Friseurin und der Adoptivsohn, wohl die beiden Haupterben, kamen 2008 in der WAZ auch in Interviews zu Wort:

https://www.waz.de/staedte/essen/article1764777/sie-hat-mir-sogar-das-flaeschchen-gegeben.html

https://www.waz.de/staedte/essen/article1712803/mord-in-der-villa.html

Aus dem zweiten Artikel lässt sich schließen, dass es da bereits Ermittlungen und miese Stimmung unter den Erben gab.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 16:15
Ich habe den Beitrag bei Aktenzeichen XY gesehen und ich finde, man kann sich schon relativ gut vorstellen, was hier passiert sein könnte. Wenn man sich die Frage "Cui bono?" stellt, deuten die Zeichen ja schon in eine relativ eindeutige Richtung.


Ich vermute, dass die beiden nicht zuzuordnenden männlichen DNA-Spuren zu Personen entweder aus Christa Piepers oder aus Axel B.s Dunstkreis gehören. Ich stelle mir in etwa folgendes Szenario vor:

Lieselotte Hohlmann überlegt schon seit einer Weile, ihr immenses Erbe doch anders aufzuteilen (diese Vermutung liegt nahe; darauf kamen sicherlich auch die Ermittler; eventuell wurde deshalb die Szene mit dem "Ach, ich liege nachts wach und mache mir Gedanken" bei XY eingebaut). Eine*r der beiden Erben bekommt davon Wind (immer wieder heimliche Blicke in Lieselotte Hohlmanns allgegenwärtige Notizbücher zu werfen, dürfte ein Kinderspiel gewesen sein). Der Erbe/ die Erbin sieht seine Felle davonschwimmen und empfindet immense Wut, möglicherweise auch Verzweiflung (Schulden? Irgendeine Art von Sucht? Andere Gründe, warum man schnell Geld benötigte bzw. zumindest mit dem versprochenen Erbe rechnete?). Eventuell gab es auch Personen im Umfeld eines der Erben, die diese anstachelten oder gar erpressten (zum Beispiel ein neuer Liebhaber oder Ähnliches. Ich hoffe, da hat man gründlich nachgeforscht). Es entsteht der Plan, Lieselotte Hohlmann zu töten. Die Tötung wird von besagter/ besagten männlicher/ männlichen Bezugsperson*en (es gab ja zwei nicht zuzuordnende männliche DNA-Spuren; ob beide tatrelevant sind, ist nicht klar) ausgeführt. Die Übertötung und noch dazu die grausame Art und Weise der Tatausführung sprechen für einen persönlichen Bezug und für eine immense Wut des Täters.

Alternativ wäre natürlich auch noch eine Person aus dem Umfeld des gechassten Geschäftsführers von Lieselotte Hohlmanns Eisenwarenladen denkbar; allerdings muss man sich dann die Frage stellen, warum dieser nicht das gesamte Haus durchsucht hat und sich mit den lediglich 10.000 Euro Bargeld aus der Handtasche sowie den Notizbüchern zufrieden gegeben hat; es wäre ja sicherlich wesentlich mehr in der Villa zu holen gewesen. Der Geschäftsführer war ja auch nicht erbberechtigt, sodass sich für ihn durch Lieselotte Hohlmanns Tod kein wirklicher Vorteil ergeben hätte. Oder hatte er Angst, die im XY-Film erwähnte Wohnung, die Lieselotte Hohlmann für ihn eingerichtet hatte, zu verlieren? Was genau das bedeutet, wurde ja nicht im Detail gesagt, aber da es sich ja wohl um eine Wohnung über dem Geschäft handelte, gehe ich davon aus, dass der Geschäftsführer dort mietfrei wohnen durfte. Im Film wurde ja deutlich gemacht, dass Lieselotte Hohlmann vorhatte, den Geschäftsführer zu kündigen, was vermutlich den Auszug aus der Wohnung bedeutet hätte. Allerdings konnte der Geschäftsführer mitnichten davon ausgehen, dass er nach Lieselotte Hohlmanns Tod seine Position und die Wohnung behalten würde, sodass eine Tötung durch eine Person aus dem Umfeld des Geschäftsführers eigentlich keinen Sinn ergibt.

Ich denke auch, dass die gestohlenen Notizbücher der Dreh- und Angelpunkt sind und in der Frage nach "Cui bono"? meine oben erwähnte These untermauern. Ich vermute, dass Lieselotte Hohlmann Pläne bezüglich der Neuverteilung ihres Erbes in besagten Notizbüchern notiert hatte, die den Verdacht ganz klar auf eine der beiden erwähnten Personen gelenkt hätten. Deshalb sind diese verschwunden. Die 10.000 Euro aus der Handtasche nahm man dann noch aus "low effort" mit, wenn sie schon mal da waren. Danach konnte man ganz entspannt abwarten, bis der Rubel durch die Abwicklung des Erbes rollt...


Die Theorie des unbemerkt ins Haus gelangten unbekannten Täters, der auf der Suche nach schnellem Geld war, sehe ich als zu vernachlässigend an. Zunächst mal konnte er ja gar nicht wissen, wann genau Lieselotte Hohlmann aus dem Haus kommen würde, um ihren Verband zu entsorgen. Und möglicherweise 10 Stunden unentdeckt im Garten zu warten, klingt nicht nach "schnellem Geld". Außerdem stellt sich die Frage, wie der Täter dann überhaupt erstmal in den Garten gekommen ist; in einem der von @baph verlinkten Zeitungsartikel ist von einem zwei Meter hohen Zaun und einer Hündin, die das Grundstück bewachte, die Rede. Hätte diese nicht gebellt, wenn sich ein Eindringling möglicherweise stundenlang im Garten herumgetrieben hätte? Auch hätte ein Gelegenheitsdieb doch wohl mehr mitgehen lassen, als nur die 10.000 Euro Bargeld; laut XY herrschte ja kein Zeitdruck bei der Tatausführung. Und warum hätte er explizit die Notizbücher mitnehmen sollen (obwohl er nicht die ganze Handtasche stahl), das Haus aber nicht nach anderen Wertgegenständen durchsuchen sollen? Für einen fremden Täter brachten die Notizbücher weder einen Nutzen, noch stellten sie eine Gefahr dar. Deshalb ist diese Theorie für mich außen vor.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 16:39
5000€ Belohnung wurden von der StA ausgelobt und keiner der grosszügig bedachten Erben kommt auf die Idee, diese zu erhöhen...- auch denkwürdig.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 16:46
Zitat von LaGiocondaLaGioconda schrieb:Es entsteht der Plan, Lieselotte Hohlmann zu töten. Die Tötung wird von besagter/ besagten männlicher/ männlichen Bezugsperson*en (es gab ja zwei nicht zuzuordnende männliche DNA-Spuren; ob beide tatrelevant sind, ist nicht klar) ausgeführt.
Wie bekommst Du den unbekannten Mann unter, der nach der Adresse von Lieselotte Hohlmann gefragt hatte? Wenn der Täter von einer Person aus dem Umfeld von Frau Hohlmann beauftragt worden wäre, hätte er doch von dieser Person die Adresse erhalten können und hätte nicht mehr in der Nachbarschaft rumfragen müssen.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 16:51
Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:5000€ Belohnung wurden von der StA ausgelobt und keiner der grosszügig bedachten Erben kommt auf die Idee, diese zu erhöhen...- auch denkwürdig.
In dem ersten von @baph verlinkten Artikel steht Folgendes:
Als Axel B. 31 war, wurde die Adoption rechtskräftig, und sechs Monate später wurde Lieselotte Hohlmann ermordet. "Wir wünschen uns sehr, dass der Mord aufgeklärt wird", sagt Vater B.. Daher stamme der Löwenanteil der Belohnung von 50.000 Mark aus seiner Familie
Der Artikel ist von 2008; da die ausgelobte Belohnung allerdings noch in D-Mark ist, ist davon auszugehen, dass diese unmittelbar nach der Tat vom Adoptivsohn ausgelobt wurde und dies im Artikel nur nicht angepasst wurde; das wären dann ja in etwa 25.000 Euro. Warum diese Belohnung vom Adoptivsohn offenbar mittlerweile nicht mehr steht, ist eine interessante Frage - vielleicht hat jemand ja Lust, das bei der zuständigen Kripo zu erfragen.

Die zweite Erbin, Christa Pieper, war laut zweiten verlinkten Artikels im Jahr 2008 65 Jahre alt; das heißt, sie wäre mittlerweile 83 Jahre alt. Möglicherweise ist sie zwischenzeitlich selbst verstorben. Ich nehme an, dass sie nach der Tat gar nicht über die Liquidität verfügte, um eine Belohnung auszuloben; sie erbte ja kein Geld, sondern das Haus, in dem sie laut Artikel dann auch lebte. Das bedeutet also, dass sie kein "flüssiges Geld" geerbt hat.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 16:56
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Wie bekommst Du den unbekannten Mann unter, der nach der Adresse von Lieselotte Hohlmann gefragt hatte? Wenn der Täter von einer Person aus dem Umfeld von Frau Hohlmann beauftragt worden wäre, hätte er doch von dieser Person die Adresse erhalten können und hätte nicht mehr in der Nachbarschaft rumfragen müssen.
Darüber habe ich auch schon nachgedacht. Eventuell hatte die Person nichts mit der Tat zu tun und das Geschehen fand nur zufällig in zeitlichem Zusammenhang statt. Möglicherweise haben Zeugen sich im Tag geirrt. Möglicherweise war besagter gesichteter Mann tatsächlich der in meinem Szenario skizzierte Täter und er hatte die Adresse nur noch ungefähr im Kopf/ hatte den Zettel mit der Adresse verloren. Wobei es dann natürlich wirklich sehr auffällig gewesen wäre, Passanten nach Lieselotte Hohlmanns Adresse zu fragen. Aber vielleicht war es wirklich so banal, dass er die genaue Adresse nicht mehr wusste, aber dachte "Jetzt oder nie"?. Oder es sollte ein Ablenkungsmanöver sein?


Zu welchem Szenario tendierst du denn, @LackyLuke77?


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 17:06
Zitat von LaGiocondaLaGioconda schrieb:Aber vielleicht war es wirklich so banal, dass er die genaue Adresse nicht mehr wusste, aber dachte "Jetzt oder nie"?. Oder es sollte ein Ablenkungsmanöver sein?
Das ist so auffällig und passt überhaupt nicht zu den Notizbüchern, daß ich denke es sollte eine falsche Spur gelegt werden.
Da die DNA nicht zugeordnet werden konnte, kann man auch von einem Auftragsmord ausgehen. Der Auftraggeber kriegt die Notizbücher, der Täter das Geld aus der Handtasche und noch mehr vom Chef.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 17:13
Zitat von baphbaph schrieb:Wobei ich da die Hemmschwelle verstehen kann, nicht sofort die Polizei zu rufen. Ist vielleicht auch eine individuelle Frage.
Ja, mag unterschiedlich sein und situationsbedingt. Ich habe z.B. heute wegen einer auffälligen Beobachtung die Polizei (Dienststelle des Stadtteils, nicht 110) angerufen, wie schon mehrmals in all den Jahren (wohne in Millionenstadt, habe viel erlebt und wurde Zeugin) - ich denke, ich kann gut einschätzen, wo es relevant ist. Im Notfall 110. Sonst Dienststelle. Und einen Fall mit einer alten alleinstehenden Nachbarin hier hatte ich auch, die ich tagelang nicht sah und die Post stapelte sich, das Fenster war unüblich dauerhaft offen etc. Da habe ich bei der Dienststelle angefragt, was ich tun soll und die haben sich um den Sachverhalt gekümmert und sind selbst hingefahren. Das entscheidet die Polizei selbst und die haben ja Erfahrungswerte und ggf. weiter Infos.

Ich meine, dass, wenn man sich sorgt, geht es auch um Zeit und die geht verloren, wenn man mit einem Nachbarn ein Fenster aufbricht und damit auch Schaden verursacht und dann erst später den offiziellen Weg geht. Es gab ja mit dem steckenden Schlüssel schon eine besorgnisgebende Besonderheit. Ich persönlich hätte eine Hemmschwelle, das Hab und Gut einer mir wichtigen Person zu beschädigen und Zeit zu verlieren, wenn vielleicht Not oder Gefahr in Verzug ist.

Aber natürlich handelt jeder aus eigener Erfahrung und Persönlichkeit. Und in diesem Fall kann (!) auch ein anderer Grund für das Agieren bestehen.
Da finde ich die Ausführungen von @LaGioconda und auch die Bemerkung von @Pusteblume82 sehr gut und auch meinen Gedanken enstprechend.

Leider, auch wenn man das nicht wahrhaben will, führen Erbschaften/Vermächtnisse, Schenkungen, Verhältnisse, die auch über und mit Geld existieren oder primär deswegen existieren, besonders, wenn zu Lebzeiten Informationen dazu im Umlauf sind, sehr oft zu Verhalten von Menschen, das man ihnen zunächst nicht zutraut. Und - sehr wichtig - dabei geht es oft um emotionale Dinge (wieviel "Wert" hat Person A und wieviel Person B etc).

Frau Hohlmann hatte ja einen Notar und sich gewiss beraten lassen. Sie hat die monetäre Ebene sehr mit der persönlichen verquickt (Adoption, Freundin), was verständlich ist, da sie ja auch allein war und sich vielleicht familiäre Strukturen gewünscht hat. Ich habe aber das Gefühl, dass sie sich damit zu sehr verwundbar gemacht hat.

Tragisch, da sie ja offenbar nicht blind vertraut hat und ihre Vorkehrungen und Routinen hatte, sich vermeintlich zu schützen.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 17:15
Die in den verlinkten Artikeln von 2008 erwähnte Tatsache, dass Christa Pieper die Villa nicht verkaufte, sondern darin lebte (zumindest ja offenbar über zehn Jahre) spricht eigentlich eher nicht dafür, dass sie dringend Geld benötigte.


Vielleicht war es ja so, dass Lieselotte Hohlmann das Erbe zugunsten von Christa Pieper umstrukturieren wollte ("Die Christa macht immer so viel für mich und kommt ständig vorbei und der Axel bekommt ja sowieso schon so viel") und Axel B. und seine Familie davon Wind bekommen haben?


Aber das ist natürlich alles reine Spekulation. Ich versuche, mir einen logischen Hergang vorzustellen.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 17:24
Zitat von LaGiocondaLaGioconda schrieb:Zu welchem Szenario tendierst du denn
Du hast in Deinem ersten Beitrag schon schön schlüssig argumentiert, im Grunde kann ich mich da größtenteils nur anschließen.

Dass Szenario, in dem ein Einbruch aus dem Ruder gelaufen ist, würde ich aber nicht komplett vernachlässigen. Der Täter könnte die Angewohnheit von Lieselotte Hohlmann den Verband in die Mülltonne zu bringen im Vorfeld ausbaldowert haben. Die Tagebücher könnte er in dem Fall mitgenommen haben, weil er Angst hatte, dass er bei seinen Auskundschaften beobachtet worden ist und deshalb Eingang in die Bücher fand. Es ist aber natürlich schon das deutlich unwahrscheinlichere Szenario.

Wenn eine Person aus Frau Hohlmanns nahem Umfeld einen Dritten für die Tat beauftragt haben sollte, stellt sich natürlich auch wieder die Frage wie dieser in das Haus gelangte.

Unklar bleibt, welche Rolle der unbekannte Mann in dem Ganzen spielt. Eine zeitliche Nähe zur Tat scheint zu existieren und er ist danach wohl auch nicht mehr dort aufgetaucht. Und wenn er nichts mit der Tat zu tun hat, warum hat er sich dann nie gemeldet?


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 17:28
Es gibt ein lokales Blatt namens "Der Burgaltendorfer", Ausgabe 27, offen zu lesen im Internet, wo ein ausführlicher Beitrag anlässlich des XY-Beitrags enthalten ist. Darin sind weitere Informationen, die im XY-Beitrag nicht erwähnt wurden: https://www.burgaltendorf.com/downloads/dba27_neues-layout.pdf


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

um 17:42
Hallo miteinander :)

Ich habe mir den Account extra für dieses Thema erstellt. Meine Idee ist leider überhaupt nicht faktenbasiert, aber ich würde sie trotzdem gern einmal in den Raum werfen:

Der Mann, der 1997 etwa 50 Jahre alt war und nach Liselotte Hohlmanns Adresse gefragt haben soll, könnte rein theoretisch ein Sohn gewesen sein, der- aus welchen Gründen auch immer- erst kurz vor dem Tatzeitpunkt von seiner leiblichen Mutter oder seinem leiblichen Vater (dem verstorbenen Ehemann) erfahren hat. Wahrscheinlich könnte das erste Aufeinandertreffen auch nicht so herzlich oder willkommen verlaufen sein, wie er es sich erhofft hatte. Denkbar wäre beispielsweise, dass er erfahren hat, dass ein mögliches Erbe bereits verteilt worden war oder die Ehe als kinderlos galt.
Man könnte auch überlegen, ob das ein Grund dafür gewesen sein könnte, dass Frau Hohlmann laut eigener Aussage „viel im Kopf“ hatte.
Der Gedanke kommt mir deshalb, weil ich nach dem frühen Tod meines Vaters etwas Ähnliches erlebt habe. Mit Mitte 20 stellte sich plötzlich heraus, dass ich nicht nur einen mir bekannten Halbbruder hatte, sondern dass noch zwei weitere Personen Ansprüche auf einen Teil des „Kuchens“ erheben wollten. Eine dieser Personen verlor völlig die Fassung, als sie nicht das bekam, was sie sich erhofft hatte.
Wie gesagt: Das ist reine Spekulation und ich habe keinerlei Hinweise dafür. Aber die Konstellation erschien mir zumindest denkbar.


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