LackyLuke77 schrieb:Unterm Strich lässt sich das Szenario des eskalierten Einbruchs mit den vorhandenen Informationen besser in Einklang bringen als die Tat durch einen Bekannten bzw. den durch einen Bekannten in Auftrag gegebenen Mord.
Weiß nicht, ob ich bei der letzten Beurteilung zustimmen würde. Die Formulierung des Ermittlers mit "durchaus auch denkbar" in der WA klingt dahingehend auch eher so, dass sie die Einbrecher-Theorie für nicht ganz unwahrscheinlich halten, es aber auch nicht ihre erste Vermutung ist. Dass es im direkten zeitlichen Umfeld einer millionenschweren Testamentsänderung zum Mord kommt, ist schon an sich ein ziemlicher Zufall.
Wenn der Einbrecher so professionell und so gut vorbereitet war, dass er selbst ihre Angewohnheit auskundschaften konnte, täglich ihren Verband in der Mülltonne zu entsorgen, und dann in diesen 1-2 Minuten hereinflitzen konnte, stellen sich mir zwei Fragen:
Warum sich auffällig über Tage unmittelbar vor Tat durch die Siedlung fragen, wo die Frau wohnt. Ein Riesengeheimnis wird es vielleicht gar nicht gewesen sein. Gäbe es da nicht auch Methoden, die für einen Profi subtiler wären?
Warum der sehr Mord mit Übertötung, bei dem offenbar alle möglichen Gegenstände ihr über den Kopf geschlagen wurden? Ein Einbrecher, der sie ruhig und gewissenhaft wie ein Profi ausgekundschaftet hätte, müsste im Normalfall so gut vorbereitet sein, dass er mit einer gehbehinderten alten Frau auf eine Art und Weise fertig wird, ohne sie auf sehr emotionale und brutale Weise zu ermorden (und sein potenzielles Strafmaß damit zu vervielfachen). Dass das Notizbuch fehlt und auch das Einbruchspotenzial des Hauses kaum ausgeschöpft würde, sind auch zwei Punkte.
Sicher halte ich es nicht für unmöglich, und meine zwei Fragen schließen es auch nicht aus (Ausnahmen oder plötzliche Zwischenfälle gibt es immer), aber glatt wirkt auf mich auch das Einbruchszenario nicht.
Interessant wäre, mehr zu wissen, auf welche Weise die Spuren der zwei engeren Bekannten "berechtigt" am Tatort waren. Könnte es nur bedeuten, dass man ihnen als häufigen Gästen des Hauses allein wegen der Spuren nichts unterstellen kann?