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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

143 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Essen, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 18:53
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:So etwas kann man aber auch benutzen, um diese Leute dann gegeneinander auszuspielen und sie, sagen wir mal, gefügig zu machen.
Ja, das stimmt. Es ist wirklich grausam, was Menschen machen können, wenn es um Erben/Schenken etc geht. Ich kenne das aus eigener Erfahrung in der Familie. Sowas kann - in jede Richtung - ein einziges Schlamassel werden.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 18:53
Zitat von LaGiocondaLaGioconda schrieb:Lieselotte Hohlmann wollte ihr Testament zugunsten ihrer Nichte (also zulasten ihres Adoptivsohns) ändern, da sie wohl nicht mit dem Lebenswandel des Adoptivsohns einverstanden war. Der Termin mit dem Notar, bei dem die intendierte Änderung rechtskräftig geworden wäre, sollte am selben Nachmittag (!!) stattfinden. Ich finde, das spricht schon eine sehr eindeutige Sprache…
Hätte dann nicht eigentlich als erstes dem Notar auffallen müssen, dass bei Lieselotte Hohlmann etwas nicht stimmt? Sowohl im XY-Film als auch in anderen Medienberichten wird immer nur die Bekannte erwähnt. Von einem Notartermin habe ich vorher nie etwas gelesen.
Zitat von LaGiocondaLaGioconda schrieb:Vielleicht war es wirklich so, dass der von Zeugen gesehene Mann der beauftragte Täter war
Da stellt sich dann auch die Frage, wie er sich Zutritt zur Villa verschafft hatte. Wenn sie ihn kannte -obwohl er anscheinend nicht aus Essen kam- hätte er sicherlich vorab einen Termin ausmachen können. Wenn er ihr gänzlich unbekannt war, unter welchem Vorwand gelangte er in die Villa?


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 18:59
Im Artikel von "Der Burgaltendorfer" ist die Rede von mehreren Tatgegenständen, mit denen Frau Hohlmann erschlagen wurde und von Fingerabdrücken in der Dusche, ebenso wie vom Ausschalten der Geräte im Keller. Und eine Nachbarin soll Schreie zur Tatzeit gehört haben.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 19:18
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Hätte dann nicht eigentlich als erstes dem Notar auffallen müssen, dass bei Lieselotte Hohlmann etwas nicht stimmt? Sowohl im XY-Film als auch in anderen Medienberichten wird immer nur die Bekannte erwähnt. Von einem Notartermin habe ich vorher nie etwas gelesen.
Das ist in der Tat eine interessante Frage. Ich dachte zunächst, dass Christa Pieper Lieselotte Hohlmann eventuell noch vor dem Notartermin auffand; allerdings steht im WAZ-Artikel von 2008, dass Christa Pieper gegen 18.00 Uhr zu Lieselotte Hohlmann fuhr und sie in der Folge entdeckte. Wenn der Notartermin am Nachmittag stattfinden sollte, müsste Frau Hohlmanns Nicht-Erscheinen also eigentlich beim Notar aufgefallen sein. Oder sollte der Notar sogar einen „Hausbesuch“ machen? Dann hätte er ja vor verschlossener Tür stehen müssen. Merkwürdig, dass das ansonsten nirgends erwähnt wurde.

Allgemein ist wieder mal sehr ärgerlich, dass in den verschiedenen Quellen unterschiedliche, teils widersprüchliche Informationen kursieren, wie in vielen anderen Fällen, was wirklich nicht hilfreich ist. In dem von Lucky Luke verlinkten WDR-Beitrag ist die Rede von einer nicht berechtigten DNA-Spur, beim ZDF von zwei. In den WAZ-Artikeln wird die Wachhündin erwähnt, beim ZDF keine Rede davon. Im ZDF-Beitrag wird gesagt, dass die Notizbücher aus der Handtasche geklaut wurden, in dem Burgaltendorfer Artikel lagen sie im Auto. In dem Artikel wird auch besagter Notartermin erwähnt, beim ZDF kein Wort davon.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 19:29
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Hätte dann nicht eigentlich als erstes dem Notar auffallen müssen, dass bei Lieselotte Hohlmann etwas nicht stimmt?
Vielleicht war die Bekannte die erste und einzige Person, die etwas unternommen hat? Wäre sie bei einem Notartermin nicht erschienen muss der Notar ja nicht unbedingt eine größere Aktion gestartet haben. Der hätte dann vielleicht angerufen, aber ich glaube nicht, dass er, wenn niemand ans Telefon ging, gleich hingefahren wäre und womöglich auch noch die Polizei gerufen hätte.

Der hat sicher anderes zu tun und es wird wohl auch öfter mal vorkommen, dass Leute Termine vergessen oder nicht absagen wenn ihnen etwas dazwischen gekommen ist.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 19:40
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Vielleicht war die Bekannte die erste und einzige Person, die etwas unternommen hat? Wäre sie bei einem Notartermin nicht erschienen muss der Notar ja nicht unbedingt eine größere Aktion gestartet haben. Der hätte dann vielleicht angerufen, aber ich glaube nicht, dass er, wenn niemand ans Telefon ging, gleich hingefahren wäre und womöglich auch noch die Polizei gerufen hätte.
Das stimmt natürlich. Mich wundert es nur, dass weder in Aktenzeichen XY noch in den Berichten des WDR der nicht wahrgenommene Notartermin Erwähnung findet.

Auch, dass der Täter in der Villa noch geduscht haben soll, wird sonst nirgends erwähnt.

Das...
Zitat von AnGeAnGe schrieb:ebenso wie vom Ausschalten der Geräte im Keller. Und eine Nachbarin soll Schreie zur Tatzeit gehört haben.
... hingegen wird auch so vom WDR kommuniziert:
Möglicherweise ging er direkt in den Keller, wo sich hinter Regalen ein Safe befand. Um jedes Geräusch wahrzunehmen, könnte er Kühlschränke und Truhen ausgeschaltet haben. Vielleicht hörte Lieselotte Hohlmann doch etwas. Ging die Treppe hinunter. Traf im Eingangsbereich auf den Täter. Dort kam es zum Angriff. "Ist auch durchaus denkbar", sagt Ermittler Dustin Wisnewski.
Wer tötete die Millionärin in Essen? (WDR)
Eine Nachbarin hört am 27. August 1997 einen Schrei, kann ihn aber nicht zuordnen. Wenig später macht sich eine Bekannte Sorgen, weil die 78-jährige Lieselotte Hohlmann nicht ans Telefon geht.
Rätselhafter Cold Case aus Essen: Millionärin in Villa ermordet (WDR)


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 19:42
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Da stellt sich dann auch die Frage, wie er sich Zutritt zur Villa verschafft hatte. Wenn sie ihn kannte -obwohl er anscheinend nicht aus Essen kam- hätte er sicherlich vorab einen Termin ausmachen können. Wenn er ihr gänzlich unbekannt war, unter welchem Vorwand gelangte er in die Villa?
Ja, die Frage stellt sich. Allerdings denke ich, dass das nicht unmöglich gewesen sein dürfte, wenn wirklich jemand geplant hatte, ins Haus einzudringen.

- Mit einem Dietrich oder ähnlichem Werkzeug? Im ZDF-Beitrag schließt Lieselotte Hohlmann die Haustür beim Besuch von Christa Pieper unmittelbar nach deren Ankunft zwar wieder ab, was nahelegt, dass sie sich auch tagsüber eingeschlossen hat; allerdings wissen wir ja nicht, ob das an besagtem Tag auch so war. Der nach der Tat von innen steckende Schlüssel kann ja auch vom Täter dort platziert worden sein.

- Vielleicht existierte ja doch noch ein weiterer Schlüssel, von dem Lieselotte Hohlmann nichts wusste. Vielleicht hatte man besagten Schlüssel ja schon sehr lange (zum Beispiel schon zu Lebzeiten von Lieselotte Hohlmanns Ehemann).

- Vielleicht wusste man tatsächlich um die ungefähre Zeit des Verbandentsorgens und plante einen unentdeckten Zutritt ins Haus dementsprechend.

- Vielleicht gelangte der Täter durch jenes Erdgeschossfenster, durch das später auch Christa Pieper und der Nachbar ins Haus gelangten, hinein, und kippte es im Anschluss wieder? Hätte man das feststellen können?


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 19:50
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Mich wundert es nur, dass weder in Aktenzeichen XY noch in den Berichten des WDR der nicht wahrgenommene Notartermin Erwähnung findet.
Sagen wir mal so: Dass da und dort diese oder jene Information fehlt, muss ja nicht heißen, dass sie falsch ist. Nicht jeder Bericht kann und will die Ereignisse des Tages 1:1 erzählen. Und nicht alles ist für die Erzählung relevant. Und da ist es wohl wichtiger, dass sie von ihrer Bekannten tot gefunden wurde.

Und mancher Widerspruch ist vielleicht auch keiner- wenn es z. B. mal heißt, die Tagebücher wären aus der Handtasche geklaut worden, und mal aus dem Auto - vielleicht lag auch einfach die Tasche im Auto. Dann stimmt beides ;)


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 19:53
In einem Artikel der Westdeutsche Allgemeine Zeitung aus dem Jahre 2011 wird der Notartermin tatsächlich auch noch erwähnt:
Fest steht wohl: Unmittelbar vor ihrem Tod hat Lieselotte Hohlmann ihren Notar zu sich bestellt: „Sie wollte Dinge ändern“, sagt Frank Vogt. Ihr Testament? Die Antwort steht wohl in den verschwundenen Tagebüchern.
Die Tatzeit wird aufgrund der Aussage der Nachbarin mit ca. 11 Uhr angegeben.
Als Lieselotte Hohlmann gefunden wird, ist sie schon seit Stunden tot, ergibt die Obduktion. Frank Vogt ermittelt inzwischen seit zehn Jahren in dem alten Fall und glaubt, die Tatzeit mit elf Uhr halbwegs genau bestimmen zu können. Zu diesem Zeitpunkt hat eine Nachbarin einen Schrei gehört. Im Datum kann sie sich nicht irren, versichert sie der Polizei: „An diesem Tag hat meine Tochter den Führerschein gemacht.“
Zwei Mordfälle lassen Polizeibeamten in Essen keine Ruhe (WAZ)


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 21:11
„Der Täter hat offenbar in rasender Wut alles, was er im Flur finden konnte, auf ihrem Kopf zerschlagen“, sagt Vogt später. Unter den mutmaßlichen Tatwaffen war auch ein dreiteiliger verzierter Spazierstock.
Zwei Mordfälle lassen Polizeibeamten in Essen keine Ruhe (WAZ)

Auf den Aspekt möchte ich nochmal eingehen: anscheinend hat der Täter keine Tatwaffe mitgebracht, sondern griff bei der Tatdurchführung auf Gegenstände zurück, die im Eingangsbereich der Villa vorhanden waren.

Das spricht im Grunde eher dagegen, dass der Täter mit einer Tötungsabsicht die Villa betreten hatte, denn sonst hätte er doch wohl eine eigene Waffe mitgebracht.

Bei näherer Betrachtung spricht durchaus manches für den eskalierten Einbruch - wenn da nicht die Mitnahme der Notizbücher wäre.


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30.07.2026 um 21:34
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Das spricht im Grunde eher dagegen, dass der Täter mit einer Tötungsabsicht die Villa betreten hatte, denn sonst hätte er doch wohl eine eigene Waffe mitgebracht.
Das stimmt - und spricht eigentlich auch gegen einen Auftragsmord. Ein "Profi" würde doch wohl eher mit einer Waffe kommen und die Sache so schnell wie möglich erledigen.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

30.07.2026 um 23:01
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Das stimmt natürlich. Mich wundert es nur, dass weder in Aktenzeichen XY noch in den Berichten des WDR der nicht wahrgenommene Notartermin Erwähnung findet.
Ich kann es mir auch so erklären, dass das ZDF und die Ermittler das Augenmerk der Zuschauer nicht zu schnell in eine Richtung lenken wollen, um mehr ergebnisoffene Hinweise zu bekommen. Der Adoptivsohn kommt zwar im Film vor, wird aber in fast auffälliger Weise kaum charakterisiert. Er wabert im Hintergrund herum, sagt ein paar Sätze, das war's. Wenn man als Zuschauer aber erfährt, dass genau am selben Tag ein Notartermin anberaumt war, wo dem Adoptivsohn wohl ein Millionenvermögen verloren gehen sollte, wird man schnell denkfaul: "1+1=2". Und das wollen die Ermittler sicher nicht.

Was das Alibi angeht, so wird dieses sicher geprüft sein: Dass er dann am selben Tag rund 140 Kilometer entfernt in Paderborn weilt, lässt an ein fast zu perfekt austariertes Alibi à la "Columbo"-Mörder denken. Aber es stimmt, müsste dann ein beauftragter Killer nicht professioneller vorgehen? Vielleicht war er aber kein Profi. Oder es sollte eben wie ein schiefgegangener Einbruch aussehen, bewusst nicht perfekt wirken. Mit einer 78-jährigen Frau, die schwer laufen kann, dürfte ein richtiger Killer auf verschiedene Weisen fertig werden.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

31.07.2026 um 05:51
Die These eines Auftragsmords stößt auf mehrere offensichtliche Bedenken:

1. Auftragsmörder sind jenseits der organisierten Kriminalität eine sehr seltene Spezies. Die stehen nicht einfach so parat, wenn man gerade einen braucht.

2. Das Übertöten (in der einen Quelle ist von "rasender Wut" die Rede) spricht klar gegen einen Auftragsmörder. Ich stimme auch der These zu, dass ein Auftragsmörder eine Waffe mitgebracht hätte. Sie hätte eine weniger blutige und schnellere (das Opfer hat ja offenbar noch schreien können) Tatausführung erlaubt.

3. Ein Auftragsmörder hätte, wenn er nach der Tat tatsächlich in dem Haus geduscht hätte, jedenfalls keine Fingerabdrücke hinterlassen. Handschuhe gab es auch schon vor 29 Jahren.


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31.07.2026 um 06:08
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Von Beginn an steht die Frage im Raum, wie der Täter in die Villa gelangte. Die Polizei Essen verfolgt dabei zwei Ansätze.
Im Zweifelsfall so wie wie ihre Bekannte "Jutta" (Christa) zusammen mit dem Nachbarn.
Gemeinsam mit einem Nachbarn klettert Jutta F. schließlich über das Tor. Durch ein gekipptes Fenster im hinteren Bereich gelangt sie in das Haus.
Und/oder in dem Moment, in dem sie ihren Verbandsmüll zur Tonne gebracht hat. Wird hier erwähnt:
Zitat von AnGeAnGe schrieb:Darin sind weitere Informationen, die im XY-Beitrag nicht erwähnt wurden: https://www.burgaltendorf.com/downloads/dba27_neues-layout.pdf



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31.07.2026 um 07:46
Zitat von soomasooma schrieb:Zweifelsfall so wie wie ihre Bekannte "Jutta" (Christa) zusammen mit dem Nachbarn.
Wobei man die Auffindesituation berücksichtigen muss: Lieselotte Hohlmann lag im Eingangsbereich der Villa. Das spricht meiner Meinung nach schon stark dafür, dass Täter und Opfer gemeinsam die Villa betraten oder der Täter vor ihr durch die offene Haustür schlüpfte und ihr dann auflauerte. Wenn vom Täter ein anderer "Eingang" verwendet worden wäre, hätten die beiden auch in einem anderen Bereich der Villa aufeinandertreffen können.

Wenn man mal davon ausgeht, dass der Täter wegen der nicht mitgebrachten Waffe ohne Tötungsabsicht die Villa betreten hatte, stellt sich die Frage, wie es überhaupt so schnell eskalieren konnte. Oder war der Besuch zu Ende und Frau Hohlmann begleitete den Täter zur Tür und weil das Gespräch nicht wie erhofft verlaufen ist, griff der Täter dann an? Frau Hohlmann trug zudem noch ihren Morgenmantel - hätte sie so gekleidet, überhaupt jemanden empfangen?

Vielleicht wurden die Notizbücher auch nicht mitgenommen, weil in diesen verräterisches über den Täter stand, sondern einfach nur als eine Art Trophäe.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

31.07.2026 um 07:58
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Hohlmann irgendjemanden im Nachthemd empfangen hätte.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

31.07.2026 um 10:18
@LackyLuke77

Vielen Dank für die Erstellung des Threads.

Als ich vor der Ausstrahlung darüber las, kam mir der Fall irgendwie bekannt vor.
Offensichtlich hatte ich ihn dann wohl schon einmal hier gesehen:
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Darüber hinaus war dieser Fall auch bei der Serie von RTL2 "Ungeklärte Morde".
Wenn ich es richtig erinnere, stand damals der Gärtner im Vordergrund des FF.
Bei xy kam dieser nur noch in einem Satz der Bekannten vor.
Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:5000€ Belohnung wurden von der StA ausgelobt und keiner der grosszügig bedachten Erben kommt auf die Idee, diese zu erhöhen...- auch denkwürdig.
Das schoss mir tatsächlich auch direkt in den Kopf.
Zitat von LaGiocondaLaGioconda schrieb:Die in den verlinkten Artikeln von 2008 erwähnte Tatsache, dass Christa Pieper die Villa nicht verkaufte, sondern darin lebte (zumindest ja offenbar über zehn Jahre)
Wow. Könnte ich nicht.
Zitat von LaGiocondaLaGioconda schrieb:Lieselotte Hohlmann wollte ihr Testament zugunsten ihrer Nichte (also zulasten ihres Adoptivsohns) ändern, da sie wohl nicht mit dem Lebenswandel des Adoptivsohns einverstanden war.
Die Nichte fand bei Aktenzeichen keinerlei Erwähnung, oder?
Zitat von AnGeAnGe schrieb:Es ist wirklich grausam, was Menschen machen können, wenn es um Erben/Schenken etc geht. Ich kenne das aus eigener Erfahrung in der Familie. Sowas kann - in jede Richtung - ein einziges Schlamassel werden.
Geld verdirbt den Charakter.
Allerdings haben solche Täter diesen wohl nie besessen.
Möglicherweise ging er direkt in den Keller, wo sich hinter Regalen ein Safe befand.
Im FF sagt der Mensch von der Spusi, dass der Safe nicht angerührt wurde. Hmm.
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Bei näherer Betrachtung spricht durchaus manches für den eskalierten Einbruch -
- oder ein eskaliertes Gespräch.
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Wobei man die Auffindesituation berücksichtigen muss: Lieselotte Hohlmann lag im Eingangsbereich der Villa.
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Oder war der Besuch zu Ende und Frau Hohlmann begleitete den Täter zur Tür und weil das Gespräch nicht wie erhofft verlaufen ist, griff der Täter dann an?
Das ist meine Vermutung.
Zitat von AnGeAnGe schrieb:Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Hohlmann irgendjemanden im Nachthemd empfangen hätte.
Nun, wenn sie jemand Vertrautes am Gartentor hätte stehen sehen, würde sie evtl. doch geöffnet haben.


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31.07.2026 um 10:29
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Wenn man mal davon ausgeht, dass der Täter wegen der nicht mitgebrachten Waffe ohne Tötungsabsicht die Villa betreten hatte, stellt sich die Frage, wie es überhaupt so schnell eskalieren konnte.
Die Frage hängt eng damit zusammen, was der Täter wollte: Wollte er, ganz harmlos und ohne Hintergedanken, mit dem Opfer "nochmal über alles reden" (was auch immer das war) - oder hatte er eben den Plan zu klauen oder sonst etwas zu tun, mit dem das Opfer nicht einverstanden war? Wenn sie ihn z. B. beim Klauen erwischt hat (oder beim Durchsuchen) wäre die Eskalation direkt da.
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Frau Hohlmann trug zudem noch ihren Morgenmantel - hätte sie so gekleidet, überhaupt jemanden empfangen?
Es ist natürlich schwierig, sowas zu sagen da man das Opfer nicht kannte, aber ich würde vermuten: Einen Außenstehenden oder "Geschäftskontakt" sicher nicht. Eine "Geschäftsfrau" aus der Generation würde Wert auf korrekte Kleidung legen. Bei Verwandten oder sehr engen Freunden schon eher.
Zitat von LackyLuke77LackyLuke77 schrieb:Vielleicht wurden die Notizbücher auch nicht mitgenommen, weil in diesen verräterisches über den Täter stand, sondern einfach nur als eine Art Trophäe.
Oder auch, um den Verdacht in eine bestimmte Richtung zu lenken. Aber das setzt natürlich voraus, dass der Täter von der Existenz der Bücher wusste. Und ein Gelegenheitseinbrecher hätte das ja nicht gewusst - oder zumindest nicht gewusst, was da genau drin steht.

Allenfalls wäre noch möglich, dass der Täter die Hoffnung hatte, die Notizbücher noch irgendwie anders nutzen zu können. Also dass da irgendwelche Passwörter/PINs drin standen (wofür auch immer...). Aber vermutlich ist das schon wieder zu weit gedacht.


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Ermordete Millionärin, verschwundene Tagebücher: Cold Case aus Essen

31.07.2026 um 10:35
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Aber welche Rolle würdest Du ihm denn dann zusprechen - dass er seine Mutter bzw. die Frau seines Vaters (wenn es ein unehelicher Sohn war) umgebracht hat?

Oder dass er nichts mit dem Mord zu tun hat, sondern sie einfach nur kennenlernen wollte? In dem Fall wäre er aber schön dumm, wenn er sich dann nicht meldet - immerhin wäre ja u. U. auch für ihn ein Anteil am Erbe drin.
Für mich wäre er in dem Szenario tatsächlich ein wahrscheinlicher Täter, allerdings eher im Affekt als mit einer langen Planung dahinter. Er soll ja alles, was er finden konnte, auf ihrem Kopf zerschlagen haben und nicht nur den Spazierstock. Das wirkt auf mich zumindest erstmal eher wie eine emotionale Eskalation als wie eine kalt durchgeführte Tat. Danach könnte er sich an der Handtasche bedient haben, entweder weil er Geld brauchte oder um ein Raubmotiv vorzutäuschen. Bei den Tagebüchern habe ich auch so meine Gedanken. Vielleicht wusste er schon vorher von ihnen, vielleicht hat er aber auch erst in dem Moment etwas darin gelesen und sie dann eingesteckt. Dass er sich danach nie wieder gemeldet hat, fände ich jedenfalls nachvollziehbar. Für mich persönlich ergibt das schon irgendwo Sinn, aber vielleicht ist es auch völlig an den Haaren herbeigezogen und ich bin durch zwei ziemlich eklige Erbstreitigkeiten in meiner eigenen Familie zu sehr geprägt. Deshalb denke ich bei solchen Fällen vielleicht eher in diese Richtung als andere. 🫠


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31.07.2026 um 10:58
Zitat von ZiegenpetraZiegenpetra schrieb:wenn sie jemand Vertrautes am Gartentor hätte stehen sehen, würde sie evtl. doch geöffnet haben
Wobei diese Aussage eigentlich dagegen spricht:
Allerdings beschreiben Bekannte und Angestellte die Millionärin als zurückgezogen und äußerst vorsichtig. Unangemeldete Besucher ließ sie nicht ein. Bevor sie öffnete, prüfte sie durch ein Fenster am Eingang, wer vor der Tür stand.
Wer tötete die Millionärin in Essen? (WDR)

Wer spontan bei ihr vorbeischaute, hatte also schlechte Karten. Und wenn jemand sich vorher bei ihr angekündigt hatte, würde ich davon ausgehen, dass sie sich vor Ankunft des Besuchers für den Tag gekleidet hat.

Bei den Zeugenaussagen ist natürlich zu hinterfragen, ob diese in der getätigten Uneingeschränktheit stimmen. In 99 von 100 Fällen hätte sie einen unangekündigten Besucher nicht hineingelassen, aber vielleicht war an genau jenem Tag eben die eine Ausnahme.
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Allenfalls wäre noch möglich, dass der Täter die Hoffnung hatte, die Notizbücher noch irgendwie anders nutzen zu können. Also dass da irgendwelche Passwörter/PINs drin standen (wofür auch immer...).
Den Gedanken hatte ich auch schon, aber es ist bislang keine Rede davon, dass er z.B. Bankkarten entwendet hätte.

Aufgrund der Brutalität der Tat, der Mitnahme der Notizbücher und Lieselotte Hohlmanns vorsichtigen Charakter spricht auf den ersten Blick schon viel für eine wie auch inmer geartete Beziehung zwischen Täter und Opfer. Aber es gibt auch Punkte, die mich daran zweifeln lassen.


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