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Mordfall Hinterkaifeck

47.698 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

30.06.2014 um 22:24
@margaretha
In einem muss ich Dir energisch widersprechen: Ablass und Inquisitionsverfahren
In streng katholischen gegenden gibt es bis heute die Sitte, sich von seinen Sünden freizukaufen. Das ist Fakt. Und im Vatikan existiert auch heute noch eine Inqisizionsabteilung, allerdings unter anderem Namen. Diese beschäftigt sich immer noch ausschließlich um Dämonen und deren Austreibung, bzw Vernichtung. Auch Fakt. Nur weil das Dir nicht bekannt ist, heißt es nicht, dass es dies tatsächlich nicht gibt!


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Mordfall Hinterkaifeck

30.06.2014 um 23:05
@margaretha
Der kleine Martin hat gewußt, dass er keinen Bruder hat und dass also er den Hof erben würde. Abgesehen davon kann man es ihm schon gesagt haben. Wieviel Kinder werden denn von klein auf wie die Kronprinzen erzogen.
Ich hab halt mal nur einen möglichen Werdegang ausgedacht, WENN der Martin der Mörder gewesen WÄRE, dann hätte es so sein können. Genauso wurde doch auch schon Karl Gabriel als möglicher Überlebender und ev. Mörder gehandelt.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.06.2014 um 23:32
@Kailah
Zitat von KailahKailah schrieb:Definitiv ein "Armer" ist doch Viktorias Mann und seine Laager Familie. Sie "schreien: UNRECHT", da sie Sohn, Bruder im "ehrenhaften Krieg" verlieren, während dessen Frau und Vater....
Ja, das sind ja Dinge, die wir so deuten, weil wir über Doppeldeutigkeit nachdenken.
Karl, im Krieg gefallen... ist die Enkelin denn tatsächlich die Enkelin...
Lorenz, ist er der Vater oder hält er nur den Kopf hin...

Aber was heisst dieser Teil vom Psalm denn ohne Doppeldeutigkeit... also die Psalm an sich?
Ich kapiere nicht, wer da was und warum schreit?

Die Starringer (Tochter), weil die Familie getötet wurde?
Die Leute, weil ein Mord in der Mitte ihrer Gesellschaft passiert ist...?

Ich raffe den Teil vom Psalm nicht.


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Mordfall Hinterkaifeck

01.07.2014 um 01:51
@heike75

O.K. - ich denke ich habe Deine Frage nun verstanden:

Die "Armen" sind, ganz allgemein gesprochen, alle Opfer, die Unrecht erfahren und unter diesem Eindruck vergeblich um Gerechtigkeit "schreien". Das "Geschrei der Armen" erhört Gott quasi wie ein Gebet - auch wenn er nicht unmittelbar eingreift und dem Unrecht Einhalt gebietet. "Das schreit zum Himmel", ist ja bis heute eine gängige Redewendung.

Im Fall HK "schreien" also bildlich gesprochen die Leidtragenden; also die Erschlagenen, deren Hinterbliebene und Freunde - oder aber - in einer doppeldeutigen Definition - die durch die HKler Geschädigten.

Im ersten Mordfall der Menschheit (Kain und Abel) "schreit" interessanterweise sogar das vergossene Blut Abels selbst zu Gott - siehe 1. Moses (Genesis) Kapitel 4, Vers 10.
...Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden...
Siehe auch Wikipedia zu "Himmelschreiende Sünde" Wikipedia: Himmelschreiende Sünde

Grüße aus Gröbern


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Mordfall Hinterkaifeck

01.07.2014 um 22:54
Na Donnerwetter, @Kailah, bin schwer beeindruckt!
Danke ;-)


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Mordfall Hinterkaifeck

04.07.2014 um 18:01
/dateien/31345,1404489676,Der VersuchsbauerOriginal anzeigen (0,5 MB)Youtube: Hinterkaifeck "Glutblues"
Hinterkaifeck "Glutblues"



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Mordfall Hinterkaifeck

06.07.2014 um 23:06
@Hauser

Sie mögen die Einwohnerwehren gern verharmlosen, gell?
Die Zeit der Freikorps begann bereits mit dem alliierten Verlangen vom 1. Dezember 1919 nach Reduzierung der deutschen militärischen Stärke auf das im Versailler Vertrag vorgeschriebene Niveau von 100.000 Mann ihrem Ende entgegen zu gehen. Noch hoffte freilich die Reichsregierung mit Blick auf die unsichere innere Lage und die drohend-ablehnende Haltung der Paramilitärs der Auflösung der Freikorps durch Verhandlungen mit den Ententemächten entgehen zu können. Die Alliierten erhöhten jedoch im Frühjahr 1920 ihren Druck und setzten nunmehr eine Frist von vier Wochen für die Auflösung der Wehren. Die grundsätzliche Bereitschaft der Reichsregierung, dies in geregelten und zeitlich gestreckten Bahnen umzusetzen, wurde zum Auslöser des Kapp-Putsches. Danach drängten vor allem die Regierungen im Reich und in Preußen ebenfalls auf eine rasche Auflösung der unzuverlässigen Wehren. Sie konnten sich dazu auf den ultimativen Druck der Entente berufen, die jetzt nur noch eine Übergangsfrist bis zum 1. Januar 1921 akzeptierte.

Der Schock der Münchner Räterepubliken und die politische Rechtsverlagerung im Zuge der Märzereignisse von 1920 schufen demgegenüber in Bayern ein politisch-gesellschaftliches Klima, das hier einem verdeckten Weiterwirken der Verbände entgegenkam. Aus dem Personal der größeren Freikorps rekrutierten sich seit Frühjahr 1919 die Kader zum Aufbau der 7. (Bayerischen) Reichswehrdivision. Die Einsatzerfahrungen der Freikorps aus dem Bürgerkrieg fanden Eingang in die Ausbildungsvorschriften der neu geschaffenen Bayerischen Landespolizei als Bereitschaftstruppe für den inneren Einsatz. Führende Freikorpsoffiziere nahmen in einem breit gefächerten Lager von Einwohnerwehren und Wehrverbänden wichtige Schaltstellen ein und sicherten die Herausbildung Bayerns zu einer rechtsgerichteten "Ordnungszelle" im Reich bis in die Herbstkrise von 1923 paramilitärisch ab.

In enger Zusammenarbeit mit dem Stab der 7. Division gelang es schließlich, Waffen, Ausrüstung und Munition vor der Interalliierten Kontroll-Kommission für die Entwaffnung des Reiches in einem über ganz Südbayern verteilten Netz geheimer Waffenlager zu deponieren und damit für die Wehrverbände verfügbar zu halten. Die Aufdeckung solcher Verstecke zog eine Serie sog. Fememorde gegen die "Verräter" nach sich.
Quelle: Historisches Lexikon Bayerns

Grüße aus Gröbern


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Mordfall Hinterkaifeck

07.07.2014 um 00:47
@Kailah

Ich brauche nicht das Historisches Lexikon Bayerns zitieren, ich besitze Kopien der Unterlagen von Rudolf Kanzler über Neuburg/Schrobenhausen.

Grüße aus Altbayern


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Mordfall Hinterkaifeck

07.07.2014 um 07:33
@Hauser
Ah, ja - schön für Sie.

Und: steht da was andres drin?

Grüße aus Gröbern


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 00:31
@Hauser
.... und erneut - jenseits "trivial ländlich gefackter Bildbearbeitungs-Comic-Attacken" - nichts Neues oder zumindest Verwertbares zur Sache!

Bisher nur ein " Hit & Run" - gell 🙈🙉🙊 ?


Oder??????? 😸


Grüße aus Gröbern


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 09:36
Einen Aspekt der zu der therorie um Erbe noch ausser acht gelassen wurde ist ( soviel ich bisher gelesen habe) auch die damalige inflationsrate.
Durch die Abwertung der Währung hatten sach und Grundbesitz den höchsten wertfaktor.
Bargeld konnte in relativ kurzer Zeit wertlos werden und ein Hof war als Erbe so ziemlich das beste
Er lieferte in den Zeiten Lebensmittel und die konnte man bei Bedarf auch tauschen
Mich würde mal interessieren woher das Geld kam mit dem der Hof gekauft wurde später.
Würde er mit Bargeld oder mit " goldtalern " gekauft.


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 11:29
@itfc
Ich weiss nicht, ob darüber etwas bekannt ist, mit welchen Mitteln der Hof HK bezahlt wurde. Bemerkenswert finde ich jedoch, dass Karl Gabriel Sen. den Hof gekauft hat und ihn so ziemlich genau ein Jahr später abgerissen hat (er selbst mit seinen Söhnen), angeblich, weil keiner mehr hat auf dem Mordhof wohnen wollen. Aber das muss ihm doch vorher, also beim Kauf, klar gewesen sein. Mit welcher Absicht mag er ihn wohl gekauft haben? Verpachtung, Eigennutzung? Bereits ein Jahr später reisst er eigenhändig ab, wofür er bezahlt hat. Beim Abriss findet er und seine Söhne dann die Haue. Zufälle gibts aber auch!? Hier stellt sich auch die Frage: War (außer den Gabrielschen Familienmitgliedern!) irgend jemand anwesend, der bezeugen konnte, dass die Haue an besagtem Ort gefunden wurde? Oder kann sie nicht durch den "Familienclan" dorthin verbracht worden sein?


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 19:37
Erworben wurde der Hof von Josef Gabriel, der ihn für drei Millionen Mark (eine Mio. wurde auf das auf das mitverkaufte Inventar ausgeschieden) der Erbengemeinschaft abgekauft hatte.
Josef Gabriel war zu dem Zeitpunkt 31 und wohl noch ledig, möglicherweise war ja vielleicht zu dem Zeitpunkt doch angedacht das er dort einziehen und den Hof weiterführen wollte oder sollte.
Die Ländereien lagen ja für die Familie recht günstig und das wird schon auchmit ein Grund für den Erwerb gewesen sein. Die 3 Mio sollten laut Kaufvertrag zum 1.11.22 bar an die Verkäufer bezahlt werden:http://www.hinterkaifeck.net/wiki/index.php?title=Vertr%C3%A4ge:_1922-09-22_Kaufvertrag_Hinterkaifeck_an_J._Gabriel
1924 kaufte J. Gabriel dann die Gaststätte Neuwirt in Rettenbach wo er dann ja auch lebte.
Zitat von SchisslerSchissler schrieb:Bemerkenswert finde ich jedoch, dass Karl Gabriel Sen. den Hof gekauft hat und ihn so ziemlich genau ein Jahr später abgerissen hat
1922 prozessiert er gegen den Erbschein,da er in der Kleidung seiner Enkelin einen Beweis gesehen hatte, dass sie nach ihrer Mutter und Hofbesitzerin Viktoria Gabriel verstorben sei und somit er und seine Frau Alleinerben. Ende August wurde seine Klage vom Obersten Langericht was wie ich glaube die allerletzte Instanz war abgewiesen. Allerdings waren Karl und Franziska Gabriel je 1/4 Erben ihrer Enkelin.
Am 22.9.22 wurde der Kaufvertrag HK an Josef vor dem Notariat Schrobenhausen geschlossen.
im Februar ´23 wurde beim Abbruch als erste mögl. Tatwaffe das blutige Bandeisen von Karl sen. gefunden, durch Josef Gabriel folgten dann ebenfalls während des Abbruchs Ende März die Funde eines Taschenmessers und der Reuthaue.
Der Abbruch begann kein halbes Jahr nach dem Kauf.
Zitat von SchisslerSchissler schrieb: Bereits ein Jahr später reisst er eigenhändig ab, wofür er bezahlt hat.
Die Ländereien blieben ja erhalten und die Ziegel wurden wieder verwendet. Angesichts der Inflation hat er da scharfsinnig agiert.
Zitat von SchisslerSchissler schrieb:Beim Abriss findet er und seine Söhne dann die Haue. Zufälle gibts aber auch!? Hier stellt sich auch die Frage: War (außer den Gabrielschen Familienmitgliedern!) irgend jemand anwesend, der bezeugen konnte, dass die Haue an besagtem Ort gefunden wurde? Oder kann sie nicht durch den "Familienclan" dorthin verbracht worden sein?
Das finde ich allerdings auch sehr komisch, P. Leuschner schreibt von Nachbarschaftshilfe beim Abbruch, die ich auch nicht ausschließe. Aber selbst dann ist es ja so das einer die Haue nachts da rein legen hätte können und genialerweise unter Zeugen findet. Selbst ohne Zeugen ist die Flucht nach vorne und ordnungsgemäße Meldung samt Ablieferung bei der Gendarmerie doch völlig unverdächtig. Das der Hof abgebrochen wird war bekannt.

Für mich sind sie jedenfalls keineswegs völlig außen vor.


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 20:34
Wikipedia: Hyperinflation in the Weimar Republic

Eine interessante Tabelle zur inflationsrate 1922 bis 1924.
Im Prinzip hat sich der Wert des.landbesitzes vervierfacht oder noch mehr.
Gerade zum Kauf von hinterkaifeck war die Differenz zwischen Papiergeld und Gold noch relativ gering als später beim Kauf der.Gastwirtschaft.
Wenn er mit Papiergeld bar bezahlt hat war das die beste Absicherung um immer wertloseres Geld gegen sachbesitz einzutauschen.


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 20:38
Er kaufte gerade in einer Zeit als das Geld nach einer ersten inflationswelle relativ stabil blieb, aber anhand der Umstände abzusehen war das es anhand der politischen Lage erheblich schlimmer werden könnte.
War er intelligent genug oder.hatte die.Beziehungen um.eine solche entwichlung abzusehen?


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 20:54
Zitat von itfcitfc schrieb:War er intelligent genug oder.hatte die.Beziehungen um.eine solche entwichlung abzusehen?
Wenn Du heute für "´nen Apfel und ein Ei " eine ETW oder Grundstück kaufen kannst, würdest Du Dir die Chance entgehen lassen?


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Mordfall Hinterkaifeck

12.07.2014 um 20:54
Zitat von itfcitfc schrieb:War er intelligent genug oder.hatte die.Beziehungen um.eine solche entwichlung abzusehen?
Ich glaube nicht, dass es damals nötig war, besondere Beziehungen zu haben, um sich klar zu sein, dass es Probleme gibt oder dass diese gravierender werden.

Anfang der 20er war die politische und wirtschaftliche Lage in der Weimarer Republik sehr labil: Die Demokratie hatte viele Feinde, die keinen Hehl daraus machten, dass sie lieber eine Räterepublik/eine Monarchie/eine rechtsgerichtete Diktatur hätten. Es kam immer wieder zu Straßenschlachten in der Hauptstadt.
Nach dem verlorenen Krieg konnte der Staat die Anleihen nicht zurückzahlen und hatte hohe Sonderausgaben durch Reparationszahlungen. Auch hier war klar, dass dies den Staat finanziell belastet.

Wenn man damals mit halbwegs offenen Augen durch die Welt bzw. durch Deutschland ging, war klar, dass alles auf wackligen Beinen steht.


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Mordfall Hinterkaifeck

13.07.2014 um 00:23
@hallo-ho
@margaretha
@itfc
@Schissler


Na; ein richtiger Fortschritt heute 😊

Grüße aus Gröbern


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Mordfall Hinterkaifeck

13.07.2014 um 15:16
@Kailah
Falls das ironisch gemeint war: Ich bin weit davon entfernt zu sagen, dass heute alles schön und alles gut ist - aber im Vergleich zu damals leben wir heute im Paradies. Glaubt's oder glaubt's nicht :)


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Mordfall Hinterkaifeck

14.07.2014 um 17:39
@hallo-ho

Nein, nein, - war wirklich völlig ohne jede Ironie gemeint.

Grüße aus Gröbern


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