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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

112 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Verschwunden, Verschwinden, Ehepaar, Aktenzeichen, Josef, 1965, Gaum

Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

07.12.2012 um 12:00
Ich muss mich immer wieder wundern - auch in diesem uralten Fall - wie Menschen annehmen können, dass Mord irgend ein Problem löst. Er schafft vielmehr weitere Probleme. Und wenn er auch manchmal nicht aufgeklärt wird, muss der Mörder damit leben, das ist alles andere als angenehm.


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Piranha007
ehemaliges Mitglied

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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

07.12.2012 um 12:33
Und wieso hat er sich dann eine Kugel in den Kopf gejagt (so es denn so war)? @Giselle-Sophie

Vielleicht weil er damit nicht leben konnte?


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KonradTönz1
ehemaliges Mitglied

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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

07.12.2012 um 12:41
Piranha007 schrieb:Aber wenn er doch so ein vermögender Mann war, dann hätte er doch seine Frau daheim zurücklassen können. Er hat ja auch so nur einen Bruchteil seines Geldes "verprasst", der Rest war ja in Deutschland (komplette Wohnung mit Wertsachen und restlichen Bankguthaben). Insofern...ist doch unlogisch, dass er sie da erst noch um die Ecke bringen muss.
Wenn man voraussetzt dass er seine Frau wirklich umgebracht hat, konnte er mit seinem Vermögen nicht mehr viel anfangen, weil es seinem Zugriff entzogen war. Ein Versuch Geld in einer Schweizer Bank abzuheben ist ja auch gescheitert. Danach hat er entweder seine auswegslose Lage realisiert und sich selbst getötet oder er wurde von jemandem umgebracht mit dem er evtl. "Geschäfte" machen wollte.
Für mich ist die eigentliche Frage ob und wenn ja warum er am Verschwinden seiner Frau beteiligt war. Damit hat ja letztendlich alles begonnen.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

07.12.2012 um 13:14
Ich denke man kann davon ausgehen das, falls Herr Gaum mit dem Verschwinden von Frau Gaum zutun hat, das dies eine spontane / unüberlegte Tat war. Sonst hätte er ja sich vorab mit etwas mehr Bargeld ausstatten können, das sicher vorhanden war.
Ich vermute das der Versuch aus der Schweiz unter seinem richtigen Namen Geld abzuheben schon ein verzweifelter war, er hätte sich doch als Ex-Banker denken müssen das er da nicht mehr rankommt.
Von daher ist ein Selbstmord nicht auszuschliessen.
Genauso ein Mord wenn er sich mit falschen Versprechungen mit den falschen Leuten eingelassen hat.
Wir werden es nie erfahren.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

05.11.2013 um 11:04
südtiroler schrieb:Ich bin aufgrund der Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchung (Dr. Holzer) und der sonstigen Umstände 100%ig der Ansicht, dass sich Josef G. aufgrund seiner ausweglosen Lage kurz vor Weihnacht 1965 selbst getötet hat. Er hatte kein Geld mehr, konnte nicht mehr zurück in seine wahre Identität und hatte wahrscheinlich auch Gewissensbisse, denn dass er seine Frau Inger G. getötet hat, steht für mich außer Frage. In solchen Extremsituationen neigen Menschen dazu, das eigene Ich vor dem Suizid gänzlich auszulöschen - dazu gehört die Vernichtung sämtlicher Papiere ebenso wie das Abbrennen des Autos. Josef G. wird sich an das Ufer oder auf eine Brücke gesetzt haben, sich Steine in das Sakko gesteckt und dann versucht haben sich mit einem Kopfschuss zu töten. Gegen einen Mord spricht ja auch die Tatsache, dass die Steine viel zu klein waren um einen Körper unter Wasser zu halten, außerdem hätte der Täter/die Täter die ganze Sache wohl professioneller angegangen (richtige Beschwerung des Körpers, gezielter oder mehrere Schüsse usw.).
yep, und vorher einen angesoffen, weil er sich Mut machen wollte. Klingt doch alles sehr plausibel...


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

05.11.2013 um 11:08
In der xy-Sendung sagt der Kommissar noch, für eine Selbsttötung gebe es keinen plausiblen Grund...mit den (Dank xy!) gewonnenen neuen Erkenntnissen, Kellnerin, Kind mit ihr, sieht das natürlich anders aus. Gaum - Dr. Braune...das dürfte er selber gefälscht haben.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

05.11.2013 um 11:53
KonradTönz1 schrieb:Für mich ist die eigentliche Frage ob und wenn ja warum er am Verschwinden seiner Frau beteiligt war. Damit hat ja letztendlich alles begonnen.
ja, und ich denke, dass wir die Frage, mit aller gebotenen Zurückhaltung, angesichts aller Umstände bejahen dürfen. Frau Gaum hatte, wenn die Berichte zutreffen, erin gutes Verhältnis zu ihrer Familie in Dänemark, sie wäre niemals abgetaucht. Interessant, aber angesichts der verstrichenen zeit wohl unbeantwortbar, wäre jetzt: Hatte er vorher noch andere Geliebte, oder hat er die Kellnerin früher kennen gelernt. Wobei ich zu letzterem sagen muss: Eine Komplizenschaft der Kellnerin scheidet für mich aus.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

02.01.2014 um 21:48
Josef G. hatte eine Beziehung zu einer älteren Mitarbeiterin des Bankinstitutes, wo er als Prokurist und Wertpapierspezialist tätig war. Über die Beziehung zu Frau R. wurde seit längerem gemunkelt, auch die Verwandten von Frau Inger G. in Dänemark hatten in diese Richtung eine Ahnung. Frau R. wurde auch später von der Kriminalpolizei in Mannheim einvernommen, sie stellte eine Beziehung auch nicht in Abrede, versuchte diese aber als "platonische" darzustellen. Es gibt auch Hinweise darauf, dass diese Frau R. nach dem Ableben des Josef G. die Kellnerin aus Tirol in Garmisch getroffen hat, um in einem Gespräch nähere Details über das Zusammenleben von Josef G. vom Zeitpunkt seines Verschwindens bis zu seinem Tod zu erfahren. Die Kellnerin lebt übrigens noch, ich bin auch der Meinung, dass eine Komplizenschaft ausscheidet. Josef G. hat auch dieser Frau über Monate ein "perfektes Schauspiel" geliefert. Allerdings hat die Kellnerin ihn nach einigen eigenartigen Zwischenfällen (bei Ausflügen und Grenzübergängen) zur Rede gestellt, G. hat sich aber immer wieder neue Ausreden einfallen lassen. Frau R. dürfte nicht mehr leben, sie wäre heute etwa 100 Jahre alt. Der ganze mysteriöse Fall G. wurde bei Aktenzeichen XY nicht besonders tatsachengetreu dargestellt. So war z.B. im Fernsehfall nie die Rede von der angesprochenen Beziehung zu Frau R., ebenso wurde auch nicht davon berichtet, dass dem Josef G. genau am Tage seines Verschwindens eine Untersuchung in seiner Wohnung durch die Innenrevision seines Dienstgebers angekündigt war. G. wurde vorgeworfen, er habe auf Kosten der Bank überzogene Handwerkerrechnungen abgerechnet - diese Anschuldigungen führten schlussendlich auch zu einem Zivilgerichtsverfahren zwischen G. und einem andern Bankangestellten - das Verfahren wurde eingestellt, weil G. sich ja aus dem Staub gemacht hat. Der Fall ist eigentlich gar nicht mehr so mysteriös - nur das Verschwinden von Inger G. bleibt ein großes Rätsel. Mit größter Sicherheit darf aber angenommen werden, dass Inger G. von ihrem Ehemann zu Tode gebracht wurde. Es liegt auch die Vermutung nahe, dass Herr G. den Leichnam von Frau G. einige Zeit im Auto mitführte und erst kurz vor dem Autounfall an einen geeigneten Platz verbrachte. Was bis heute ebenfalls noch nicht geklärt ist: Warum hat der Opel des Josef G. beim Unfall zu brennen angefangen. Später wurde nämlich festgestellt, dass der Benzintank vollkommen in Ordnung war und sich der Treibstoff sogar noch zur Gänze im Tank befand. Hier vermute ich, dass Josef G. das Fahrzeug bewusst über die Böschung gelenkt und noch vor Eintreffen der Polizeistreife selbst in Brand gesetzt hat, um Spuren zu vernichten. Kurz vor seinem Suizid hat Josef G. das Auto (FIAT) ja auch noch in Brand gesetzt - er hatte in dieser Hinsicht offensichtlich ein besonderes Faible.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

07.01.2014 um 15:56
Oha, da sind jetzt aber eine ganze Menge (zumindest für mich) gänzlich neuer Informationen und Detail dabei. Alle Achtung für diese Rechercheleistung!
Darf man fragen, inwieweit diese Informationen (z.B. das mit Frau R.) als gesichert gelten können?


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

09.01.2014 um 12:57
@südtiroler
Hallo Südtiroler,
auch ich staune ob dieser Fülle von "Neuinformationen". Ich habe sehr viel über diesen Fall gelesen, aber das meiste hier ist mir neu.
Ich kann mich meiner Vorschreiberin @Tripane nur anschließen und dich bitten, uns die Quellen deiner Infos zu verraten.

Danke und FG, Karin


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

15.01.2014 um 18:27
@kf1801 @Tripane

danke für das Lob zur Rechercheleistung. Die von mir kürzlich eingestellten Informationen dürfen als gesichert angesehen werden. Ich habe in den vergangenen Monaten viel Zeit in den Fall G. investiert und neue Quellen erschlossen, die absolut verlässlich und überprüfbar sind. Allerdings habe ich meinen Informantinnen und Informanten absolute Diskretion zugesagt. Frau R. hat sich nach Bekanntwerden des Ablebens von Josef G. in Garmisch mit der Tiroler Bekannten von Josef G. getroffen und mit ihr ein längeres Gespräch über ihn geführt. Sie wollte anscheinend wissen, was Josef G. in den letzten Monaten seines Lebens so alles unternommen hat. Entweder suchte Frau R. einfach nur aus Neugierde den Kontakt mit der Bekannten aus Tirol oder sie hatte finanzielle Interessen (Nachlass).
Josef G. wird von noch lebenden Zeugen als äußerst intelligent und "gerissen" beschrieben, der auch in für ihn schwierigen Situationen (Passkontrollen, Verkehrsunfall mit Verletzung in Innsbruck) äußerst clever reagierte. "Jupp", so nannten ihn seine Bekannten, konnte aber seine Angst in bestimmten Situationen (Uniformierte, Nacht) nicht verbergen. In dem Bankinstitut in dem er arbeitete, hatte er nicht nur Freunde - er galt als fleißig und karrierebewusst, aber auch als nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Seine Frau soll auch nicht die Mimose gewesen sein, wie sie im XY-Fall dargestellt wurde - sie war sehr dominant und stellte die gutbürgerliche Lebensweise Nachbarn gegenüber gerne zur Schau.
In seinen letzten Lebenswochen war Josef G. sicherlich "blank" - die vielen Reisen, die großzügigen Geschenke, die er der Tiroler Bekannten machte, der flotte Lebenswandel - all das hat seine finanziellen Reserven aufgebraucht. Übrigens: Die Schwester von Josef G. dürfte auch noch leben. Von den Verwandten von Inger G. in Dänemark (vor allem ein Bruder hat sich über viele Jahre immer wieder nach dem Schicksal seiner Schwester erkundigt) gibt es in jüngerer Zeit keine Nachrichten mehr.
Ich werde weiterhin am Ball bleiben und die mir zur Verfügung stehenden Quellen nützen.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

17.01.2014 um 03:50
Ja, bitte bleib am Ball, und halte uns auf dem Laufenden, wenn es dir möglich ist. Ich lese deine "Ermittlungsergebnisse" mit großem Interesse und staune immer noch, wie du es hinkriegst, soviel in Erfahrung zu bringen. Und ich nehme an, dass ich damit nicht alleine bin. Gleichwohl verstehe ich aber auch sehr gut, dass du deine Quellen nicht preisgeben kannst, willst bzw. ihnen dies zugesichert hast. So oder so ist es aber eine gewisse Genugtuung, zu sehen wie man (du insbesondere) in einen zunächst derart geheimnisvoll wirkenden tragischen Fall, mehr und mehr Licht hineinbringen kann. Danke nochmal, dass du deine Erkenntnisse mit uns hier teilst!


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

17.01.2014 um 21:36
@südtiroler

Auch von mir zunächst Respekt für diese Rechercheleistung. Ich stimme auch bei den Annahmen zum Tod des Herrn G. - nach dem Fall der Toten in der Kompostieranlage halte ich keinen Suizid mehr für unmöglich - aber was das Schicksal der Inger G. angeht, habe ich noch meine Zweifel.

Was, wenn Inger G. am 3.5. doch entführt wurde und die abgehobenen 20.000 Mark als Lösegeld gedacht waren? Doch dann lief etwas schief und Herr G. wurde davon aus der Bahn geworfen, was auch sein Verschwinden in den kommenden Tagen verursachte. Möglicherweise hat er noch versucht, seine Frau zu finden und wollte die Polizei aus Angst um ihr Leben nicht einschalten. Wie war denn die Ehe der beiden? Probleme gab es wohl nicht, oder? Warum gab es keine Kinder? 1965 war das wohl eher noch keine bewusste Entscheidung - oder doch? Falls nicht, war Herr G. dann unglücklich darüber? Sollte das Kind der Kellnerin tatsächlich von ihm sein, dann müsste die Ursache ja bei ihr gelegen haben.

Ich bin mir bewusst, dass gegen diese Theorie spricht, dass nach Aussage der Familie 15.000 Mark noch in der Wohnung waren. Natürlich könnte man auf die Idee kommen, dass Herr G. einen Mörder gedungen hat, dem er 5.000 Mark zahlte (damals eine nicht geringe Summe). Allerdings weiß niemand, ob das vom Vater in der Wohnung gefundene Geld tatsächlich aus der Abhebung vom 3.5. stammt. Falls nicht, könnte er natürlich nach ein paar Tagen Odyssee / Suche nach seiner Frau gedacht haben, dass ihm niemand glaubt, dass er nicht in das Verbrechen verwickelt ist. Im schlimmsten Fall hat er sie möglicherweise tot gefunden und in seinem Auto transportiert, bis ihm bewusst wurde, dass dies verdächtig wirkt - daher steckte er sein Auto in Brand.

Danach organisiert er sich einen gefälschten Pass, holt das restliche Bargeld aus der Wohnung und fährt er nach Tirol. Bei den ganzen Unternehmungen und Reisen mit der Kellnerin glaube ich, dass dies eher mit 35.000 als mit 20.000 Mark zu bewerkstelligen gewesen wäre.

Dass er sich so schnell mit einer anderen Frau einlässt, wenn er seine doch so geliebt hat - nun ja, es gibt Menschen, die können einfach nicht allein sein. Und es war ja auch nicht nur eine ungetrübte Zeit, die Herr G. mit der Kellnerin verbracht hat. Es bot sich einfach eine nette Möglichkeit, sich abzulenken und zu vergessen. Die Schwangerschaft änderte dann aber alles - die Unbeschwertheit und Unverbindlichkeit der Beziehung wären dahin gewesen. Oder aber Herrn G. wurde dadurch der Verlust seiner Frau, die seine bisher einzige Familie war, noch einmal richtig bewusst und trieb ihn in die Flucht in die Schweiz. Durch das gesperrte Konto wurde dies aber unmöglich und ihn verließen Kraft und Mut, so dass er nur noch Suizid als Ausweg sah. Und um die Spuren der gefälschten Identität zu verschleiern, steckte er auch dieses Auto in Brand ...


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

18.01.2014 um 12:22
@SnowCrash
Also ich bemühe mich noch einmal die zum Teil schon geschilderten, gesicherten Fakten zum Fall G. zusammen zu fassen:
Josef G. hatte sehr wohl Probleme bei seinem Arbeitgeber, interne Revisionen brachten zwar keine Veruntreuung zu Tage, G. hatte aber seine - im Eigentum des Bankinstitutes stehende - Wohnung mit nicht genehmigten Geldern (Handwerkerrechnungen, teurere Möbel) renovieren lassen - just am Tag seines Verschwindens wäre am späten Nachmittag ein Lokalaugenschein in der Wohnung von G. angesetzt gewesen.
Fest steht, dass auch die Ehe von Inger und Josef G. nicht zum Besten stand. Inger hatte Josef während des Krieges in Dänemark (sie war Krankenschwester und pflegte den verletzten Josef G.) kennen gelernt, nach dem Krieg heiratete sie. Freuden gegenüber beklagte sich Inger G. über ihren Mann, ihr war auch das Liebesverhältnis zur Frau R. bekannt. Josef G. wird von guten Bekannten und Arbeitskollegen als intelligent, berechnend und sehr auf den eigenen Vorteil bedacht, beschrieben. Dass Josef G. (auch ohne Leiche) seine Frau zu Tode brachte steht nicht nur für mich außer Zweifel - diesen Verdacht hegten nach Auffinden und Identifizierung seiner Leiche auch die ermittelnden Kriminalbeamten, Bekannte und die Familie von Inger G. Dafür spricht auch die Tatsache, dass Josef G. vom Charakter her vor nichts mehr Angst hatte als den Verlust von seinem Image als angesehener Mann und Banker. So hat er in der Bank seinem Chef einmal mitgeteilt, dass er sich ja gleich eine Kugel in den Kopf jagen könne, wenn bei der Untersuchung gegen ihn was rauskomme. Er plante sich in den letzten Monaten seines Lebens noch einmal alles zu erfüllen was ihm Spaß machte, seine Frau war ihm dabei sicherlich im Wege. Der Fahrer des Dienstfahrzeuges schilderte ziemlich exakt, bei welchen Banken Josef G. am Tage seines Verschwindens Geld behoben hat und dass er ihn am späten Nachmittag zuhause abgesetzt habe - eine Nachbarin der Familie G. sagte aus, dass ihr Inger G. noch erzählt habe, sie habe es eilig, denn sie würde bald mit ihrem Mann wegfahren. So erhärtet sich der Verdacht, dass Josef G. seine Frau unter einem Vorwand (Essenseinladung, Spaziergang) von zu Hause weggelockt und dann getötet hat (er war ja im Besitz von zwei Schusswaffen, wovon er eine davon auch später in Tirol mitführte).
Die Kellnerin hat er tatsächlich erst in Tirol (im Zillertal) kennen gelernt, das steht fest. Fest steht auch, dass das im Jahr seines Todes geborene Mädchen die leibliche Tochter von Josef G. ist. Die Kindsmutter wollte ihre Schwangerschaft ihrem Gefährten mitteilen, falls dieser von seiner Reise in die Schweiz nach Tirol zurück kommt. Als Josef G. dann nicht wie vereinbart zu Weihnachten 1965 nach Tarrenz/Tirol zurückkam, ließ Frau O. T. nach ihm suchen - da er aber auch ihr gegenüber einen Falschnamen benutzte (Dr. Josef Braune), war es ihr unmöglich ihn ausfindig zu machen, außerdem war er im Jänner 1966 ja bereits tot. Erst durch Aktenzeichen XY schloss sich der Kreis - eine Nachbarin von O. T. in Tarrenz sah die Sendung und erkannte Josef G. sofort.
Zu den Finanzen: DM 20.000,00 war damals eine Menge Geld. Die Summe reichte locker aus um einige Monate auf großem Fuß zu leben. Um DM 4.485,00 bekam man damals einen VW Käfer, der durchschnittliche Jahresgehalt eines Arbeiters betrug DM 9.229,00. "Jupp" (so wurde er auch von der Kellnerin gerufen) war in seinen letzten Lebenstagen aber ziemlich blank, so hat er der Kellnerin ein Schmuckstück entwendet, das er ihr in besseren Tagen zum Geschenk machte.
Weitere Informationen folgen!


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

18.01.2014 um 12:40
@südtiroler

Danke schon dafür. Ich glaubte eigentlich alles aufmerksam gelesen zu haben, aber einige Details gab es doch erst jetzt, oder? Zumindest verändert das für mich schon einiges.

Gibt es eine Zeittafel für den 3.5. und / oder die Tage danach? Ich bin z. Bsp. bisher davon ausgegangen, dass das Geld nur bei einer Bank abgehoben wurde.

Hast du eine Erklärung dafür, dass Herr G. die 15.000 Mark in der Wohnung beließ, nachdem er seine Frau verschwinden ließ?


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

18.01.2014 um 18:44
Wahnsinns-Recherche, @südtiroler ! Danke dafür!!!

Der Fall hat mich schon immer interessiert, aber da man im Netz so gut wie nichts finden kann, ist es immer wieder toll, hier auf allmy weitere Informationen lesen zu können.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

22.01.2014 um 21:58
@SnowCrash
Ich versuche, eine Zeittafel für den 3.5.1965 und die Tage danach nach den vorliegenden Erkenntnissen vorzulegen. Vorab möchte ich allen Forumsteilnehmern zu diesem Fall mitteilen, dass ich noch heute, also nach fast 50 Jahren, neue Informationen sammeln und unterlegen kann. Aufgrund neuester Erkenntnisse, wird es immer wahrscheinlicher, dass die damaligen Ermittler (dafür spielen mehrere Faktoren eine Rolle, z. B. keine modernen Hilfsmittel) einiges übersehen haben bzw. nicht dem eigentlichen Fall zuordneten.
Zur Zeittafel:
3.5.1965, ca. 14 Uhr 30:
Josef G. lässt sich vom Fahrer der Rheinischen Hypothekenbank zu seiner Wohnung in die Erzbergerstraße 5, Mannheim, fahren. Er ist aber spätestens nach 3 Minuten wieder beim Auto, kann sich also gar nicht in die Wohnung begeben haben. Der Chauffeur bringt ihn anschließend zur Deutschen Bank in Mannheim, die J. G. kurze Zeit später mit einem Kuvert verlässt. Weiter geht die Fahrt zur Badischen Bank, der er Tage zuvor Pfandbriefe in Höhe von DM 40.000 verkauft hat. Dann lässt sich J. G. wieder zur Rheinischen Hypothekenbank, also seinem Arbeitgeber fahren. Genau zu dieser Zeit, kurz nach15 Uhr 30 wird Inger G. das letzte Mal gesehen, und zwar von der Hausmeisterin im Flur - Frau G. sei zum Weggehen angekleidet gewesen sein. Das Privatauto der G. (ein Opel Kapitän stand untertags meist Frau G. zur Verfügung) war auf Inger G. zugelassen.
3.5.1965, ca. 16 Uhr:
Das Ehepaar G. verschwindet aus der gemeinsamen Wohnung in der Erzbergerstraße 5.
4.5.1965, ca. 9 Uhr 30:
Josef G. meldet sich telefonisch bei seinem Arbeitgeber und gibt an, dass er wegen eines technischen Gebrechens auf der Autobahn festsitze.
7.5.1965:
Ein Prokurist der Rheinischen Hypothekenbank meldet sich bei der Kriminalpolizei und setzt diese vom Fernbleiben des Josef G. von seinem Arbeitsplatz in Kenntnis. Verdacht einer Selbsttötung wird geäußert. Die Wohnung wird noch am selben Tag erstuntersucht, es findet sich aber nichts ungewöhnliches.
8.5.1965:
Der Vater von Josef G. erklärt seinen Sohn als vermisst. Die Wohnung wird im Beisein der Schwester von J. G. neuerlich geöffnet. In einer Schublade finden sich 15.000 DM.
10.5.1965, kurz nach Mitternacht:
Mitbewohner des Hauses Erzbergerstraße 5 hören verdächtige Geräusche, in der Wohnung des Ehepaares G. muss sich jemand aufhalten.
10.5.1965, 2 Uhr 40:
Josef G. verursacht mit dem Opel Kapitän seiner Frau auf der BAB von Mannheim in Richtung Karlsruhe bei der Abzweigung nach Karlsruhe einen Verkehrsunfall. Nach einem Schleudermanöver landet das Fahrzeug im Graben und fängt Feuer. Minuten später sind zwei Polizeibeamte am Unfallort und verständigen die Feuerwehr, die das Fahrzeug löscht. Der Fahrer des PKW weist sich als Josef Gaum aus, ein Alkotest verläuft negativ und J. G. wird vom Abschleppdienst nach Mannheim gefahren. Kurz vor Mannheim gibt er an in Mannheim-Lindenhof zu wohnen, in der Nähe der Speyerer Straße steigt J. G. aus.
11.5.1965:
Josef G. erwirbt in Stuttgart unter dem Namen Philipp Baum einen gebrauchten FIAT 1800 um den Betrag von DM 3.250.
12.5.1965:
Erneut Nachschau in der Wohnung des Ehepaares Gaum. Es wird festgestellt, dass die DM 15.000 verschwunden sind.
16.5.1965:
Josef G. mietet sich unter dem Namen Philipp Baum in einer Pension in Ramsberg/Hippach im Tiroler Zillertal ein.
30.6.1965:
Josef G. mietet sich als Dr. Herbert Braune in Volders/Tirol sein. Dort lernt er wenige Tage später im Gasthof zur Post eine Kellnerin kennen mit der er Ende Juli nach Tarrenz/Tirol zieht.
16.12.1965:
Josef G. verabschiedet sich von seiner Freundin in Richtung Zürich.
23.12.1965:
Josef G. meldet sich noch einmal telefonisch in Tarrenz und kündigt seine Rückkehr für Heilig Abend an. Um 15:00 Uhr spricht Josef G. bei der Schweizerischen Bankgesellschaft in Rorschach vor und weist sich mit einem Reisepass ltd. auf Josef Gaum aus. Er will DM 15.300 von der Badischen Bank beheben. Der Bankangestellte weist darauf hin, dass er zuerst Rückrufen muss. Josef G. verlässt die Bank und nimmt eine Stunde später telefonisch die negative Antwort des Schweizer Bankangestellten entgegen. Josef G. erwidert, er werde persönlich mit der Bank in Deutschland in Kontakt treten.
Gegen 22.00 Uhr wird in Mehrerau, in einem Waldgebiet bei Bregenz, ein brennendes Fahrzeug entdeckt, die Nummerntafel sind abmontiert. Später wird festgestellt, dass es sich um den FIAT 1800 des Josef G. alias Philipp Baum handelte.
28.3.1966:
Aus dem Bodensee (Hafenbecken von Bregenz) wird eine zunächst unbekannte männliche Leiche gezogen. Die Leiche wird einen Tag später in Bregenz obduziert und als Unbekannter bestattet. Erst Monate später veranlasst Interpol Wien eine neuerliche Untersuchung - der Leichnam wird exhumiert und neuerlich untersucht: Es steht fest, der Tote ist Josef Gaum.

Weitere Rechercheergebnisse folgen.


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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

13.02.2014 um 21:21
@SnowCrash
Kurzer Nachtrag: Ich persönlich hege auf Grund neuer Recherche den dringenden Verdacht, dass Josef G. seine Ehefrau Inger G. in der "Blauen Adria", siehe auch: Wikipedia: Blaue_Adria_(Rheinland-Pfalz), versenkt hat. Es ist nämlich erwiesen, dass eine Bekannte von Frau G. im Zuge der Zeugeneinvernahmen aussagte, dass das Ehepaar G. oft zur Blauen Adria fuhr um dort kleine Wanderungen zu unternehmen - oft auch nach Dienstschluss von Herrn G. Außerdem sind es von Mannheim nach Altrip knapp 13 Kilometer, mit einem PKW also in einer Viertelstunde zu erreichen. Was noch bekannt ist: Herr Josef G. war gern gesehener Gast im Hotel Sternen in Ottenhöfen.
Für mich ist es nicht nachvollziehbar, warum damals die ermittelnden Beamten nicht eine Suche im Baggerseegebiet "Blaue Adria" gestartet haben. Sie haben sich immer nur auf die Wohnung und das Bankgebäude konzentriert (da wurde in einem Brunnen erfolglos Nachschau gehalten).
Auch vom zeitlichen Ablauf und den für Josef G. günstigen Rahmenbedingungen würde die Tötung seiner Ehefrau und anschließende Verbringung der Leiche in der "Blauen Adria" gut passen.
Abfahrt von Mannheim, Wohnung Erzbergerstraße: gegen 16:00; eventuell auf der Strecke nach Altrip noch eine Einkehr; dann Spaziergang um den See; es wird langsam abends - weniger Leute unterwegs. Dann das Tötungsdelikt. Josef G. mietet sich wahrscheinlich in einem Hotel unter einem falschen Namen ein oder er fährt zu seiner "Bekannten" und beichtet ihr das Tötungsdelikt. Ich bin überzeugt, dass Frau G. am Grunde der Blauen Adria liegt.


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KonradTönz1
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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

14.07.2015 um 20:42
Ich führe mir in einem Nostalgietripp gerade alte XY-Folgen zu Gemüte - und ich kann mich nicht so recht entscheiden ob dieser Fall, oder der Fall des Bodensee-Friseurs der mysteriösere ist. Beide sind absolute Klassiker, deren Grusel- und Spannungspotential durch die schwarz-weiß-Verfilmung und die psychedelische Filmmusik erst so richtig zur Geltung kommt. Der Fall des Friseurs, der nach einer Reise an den Bodensee genitalverstümmelt (und tot ) aus dem Bodensee gefischt wurde ist noch ein bisschen mysteriöser, weil Sinn und Zweck der Reise des späteren Opfers sowie die Todesumstände komplett im Dunkeln liegen. Im Fall Gaum kann man zumindest schemenhaft eine "runde" Geschichte erkennen: Ein wohlhabender älterer Mann will nochmal ordentlich auf die Kacke hauen und entledigt sich zu diesem Behufe aller Umstände, die ihn daran hindern könnten (zuvörderst seiner Frau...). Trotz dieser halbwegs gesicherten Storyline, ist der Fall aber spannender als der Fall des Friseurs: Alleine schon die Szene in der die Frau "zum letzten Mal" auf der Kellertreppe gesichtet wird, später aber auch der Unfall , nach dem Gaum nur durch einen Abstimmungsfehler zwischen einzelnen Polizeibehörden nochmal entwischen kann.


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KonradTönz1
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Mysteriöser Fall Ehepaar Gaum

14.07.2015 um 21:02
Evtl. habe ich hier doch noch etwas Neues. In der Spätsendung erwähnt Teddy Podgorsky, dass Frau Gaum in einer Pension gesichtet worden sein soll (ab 5:30):
Wahrscheinlich eine Fantomsichtung, bin mal gespannt was in den Folgesendungen noch so kommt...


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