Wenn ich mir die derzeitige Haltung der Stadt ansehe, fühle ich mich an Goethes Zauberlehrling erinnert:
Herr, die Not ist groß. Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los.
In die Ecke, Besen, Besen. Seid's gewesen. Man könnte auch sagen,
wer die Öffentlichkeit sucht, muß sie auch ertragen und die lässt sich nun nicht so einfach ausknipsen.
Dwarf schrieb:Ich kann die Kritik ehrlich gesagt nur schwer nachvollziehen. Die Welt steht leider nicht still, auch wenn ein furchtbares Verbrechen geschehen ist. Der Bürgermeister spricht ja ausdrücklich sein Bedauern und Mitgefühl aus. Er hat aber im Rahmen seiner Tätigkeit als Bürgermeister Aufgaben zu erledigen. Dafür wird er bezahlt und die Menschen erwarten von ihm das er seine Arbeit erledigt. Und dazu gehört eben auch die Planung einer Fußgängerbrücke.
Jetzt übertreiben wir aber mal nicht. Als ehrenamtlicher Bürgermeister bekommt er eine Aufwandsentschädigung
https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayKWBG-ANL_3?AspxAutoDetectCookieSupport=1 und diese Fußgängerbrücke ist nun nicht unbedingt das, was den Interessen aller Lichtenberger entspricht. Was klar geworden zu sein scheint, der Fall Peggy hat dem Tourismus außerordentlich geschadet.
Ich denke da geht es auch nicht darum welche Probleme wichtiger sind, sondern vielmehr darum auf welche Probleme der Bürgermeister auch tatsächlich einen Einfluss nehmen kann und welche er lösen kann. Das Verbrechen an Peggy K. kann er vermutlich eher nicht lösen, auch wenn er keine Fußgängerbrücke planen würde.
In der Vergangenheit war es allerdings so, dass sich die Stadtverwaltung eifrigst bemühte, Einfluss auf die Ermittlungsarbeiten zu nehmen. Diese Altlasten sind nun mal da. Der Fall von dem unbescholtenen Bürger, der einer Einladung zur Zeugenaussage nicht folgte und deshalb von Polizei abgeholt wurde, kommt in Teil 6 der Doku zur Sprache. Man wandte sich mit einer Presseerklärung an die "unabhängigen" Medien, was auch immer man darunter verstand. Hier findet sich so einiges unter dem Begriff "Elferrat".
emz schrieb am 26.04.2017:Mit einem "Hilferuf aus Lichtenberg" wenden sich derzeit Bürger und Lokalpolitiker an die Öffentlichkeit. Sie werfen den Ermittlungsbehörden im Fall Peggy einseitige Ermittlungen vor.
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Das Schreiben wurde auf Initiative eines Lichtenberger Stadtrates an die Medien versandt. Es ist von einigen Bürgern und Lokalpolitikern unterschrieben worden, auch Lichtenbergs Bürgermeister Holger Knüppel (CSU/Unabhängiger Lichtenberger Bürger) hat es unterzeichnet.
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https://web.archive.org/web/20170426143712/http://www.br.de/nachrichten/oberfranken/inhalt/hilferuf-aus-lichtenberg-fall-peggy-100.html
Diese Schmutzkampagne war einfach nur abstoßend. Keinesfalls war sie geeignet, den Tourismus, auf den man doch so großen Wert legt, anzuregen.
Die meisten Einwohner von Lichtenberg werden überhaupt nichts mit dem Verbrechen an Peggy K. zu tun haben. Einige wenige, wie z.B. die Frau die vor Frau K. ausgespuckt hat, haben sich falsch und dumm verhalten. Das kann man dann auch zu recht kritisieren und ansprechen. Aber wenn hier den Lichtenbergern pauschal mangelndes Mitgefühl oder Gleichgültigkeit unterstellt wird, dann geht das meiner Meinung nach zu weit. Es sind wie gesagt 20 Jahre vergangen. Was erwartet man nach so einer langen Zeit von Personen, die nicht direkt betroffen sind? Zumal man von außen auch gar nicht beurteilen kann ob ein anderer Mitgefühl empfindet oder nicht. Man kann ja nicht in andere Leute hineinschauen.
All denen, die dem Treiben von Ulvi tatenlos zugesehen haben, denen laste ich eine Mitschuld an Peggys Tod an und ich werfe allen, die zugesehen haben, wie eine leidende Mutter gemobbt wurde, Teilnahmslosigkeit vor.
Ich moniere, dass man den immer noch ungelösten Fall Peggy meint ignorieren zu können und all die unschönen Geschehnisse so vergessen machen möchte. Der Fall Peggy klebt an Lichtenberg wie Pech und die BI wird dafür sorgen, dass sich das nicht ändert, will doch die Rödel immer noch ein Buch darüber schreiben.
Ich frage mich auch inwiefern das irgendeine Relevanz für den Fall hat?
Keine, da hast du Recht. Das hat aber die Höllental-Doku auch nicht.