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Odin und die Runen

7 Beiträge, Schlüsselwörter: Germanen, Runen, Odin, Wikinger, Walhall, Nornen, Ragnaräk
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Odin und die Runen

13.04.2017 um 22:45
Hallo, liebe Allmy-Community! ^^
Ich habe eine Frage an die von euch, die sich mit der altnordischen Mythologie auskennen: In Odin's Runenlied heißt es doch, dass er neun Tage und Nächte an der Weltenesche Yggdrasil hing, von seinem eigenen Speer durchbohrt, ein Opfer sich selbst - er nahm wieder Brot noch Met, bis ihm schließlich die Runen geschenkt wurden.

Und gerade dieses Letzte ist es, was mich interessiert: Odin ist doch der mächtigste Gott... WER gibt ihm dann die Runen?

Genauso wie diese andere Legende, in welcher Odin sein Auge für einen Schluck aus Mimirs Brunnen gibt, der ihm Allwissen verleiht: Woher bekommt er dieses Allwissen, bzw. wieso hat er es noch nicht, wenn er doch der oberste Gott ist?


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Odin und die Runen

13.04.2017 um 23:19
Teilantwort: Odin ist weder allmächtig noch allwissend; auch ist er in der nordischen Mythologie nicht das mächtigste Wesen überhaupt. Er ist das Oberhaupt des Göttergeschlechts der Asen, aber nicht größer als die Schöpfung. 


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Odin und die Runen

14.04.2017 um 01:42
Ich kann mich Grubenhund nur anschliessen. Vermutlich gehst du davon aus, das Odin das Universum schuf und ihm somit alles Denkbare bekannt ist, da es ja von ihm kommen muss. Das ist aber ein Irrtum. Vor seiner Geburt existierten einige Welten bereits. Die Erde ebenso, nur als unfertiger Klumpen, den er mit seinen Geschwistern und den Gebeinen des Riesen Ymir erst formen musste, um ihn zu dem zu machen, was heutige Asatru noch immer "Midgard" nennen.


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Odin und die Runen

05.09.2017 um 22:49
Odin mag mächtig sein, aber nicht mächtiger als andere nehmen wir allein die Nornen, die Midgardschlange und viele mehr. Seine Weisheit verdiente er sich, durch kleverness, aber allmächtig ist er keineswegs. Bitte nicht falsch verstehen ich wollte ihn keinesfalls Schmähen


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Odin und die Runen

07.09.2017 um 19:24
the_terminator schrieb am 13.04.2017:Ich habe eine Frage an die von euch, die sich mit der altnordischen Mythologie auskennen: In Odin's Runenlied heißt es doch, dass er neun Tage und Nächte an der Weltenesche Yggdrasil hing, von seinem eigenen Speer durchbohrt, ein Opfer sich selbst - er nahm wieder Brot noch Met, bis ihm schließlich die Runen geschenkt wurden.Und gerade dieses Letzte ist es, was mich interessiert: Odin ist doch der mächtigste Gott... WER gibt ihm dann die Runen?Genauso wie diese andere Legende, in welcher Odin sein Auge für einen Schluck aus Mimirs Brunnen gibt, der ihm Allwissen verleiht: Woher bekommt er dieses Allwissen, bzw. wieso hat er es noch nicht, wenn er doch der oberste Gott ist?
Vielleicht sollte man nicht vergessen, dass es sich bei diesen Mythen um Parabeln handelt, deren Darstellungen symbolischen Charakter aufweisen. Es geht nicht um eine Personifizierung der Geschehnisse, sondern jeweilige Symbole weisen auf Wege hin, zu eigener Erkenntnis bzw. "Erleuchtung" zu gelangen. Die 9 Tage und 9 Nächte, in denen Odin verkehrt herum an der Weltenesche hing, stellen die Lösung eines Dilemmas dar. Das archetypische Tarot hat sich dieser Parabel bedient und sie in der Karte "Der Gehängte" aufgegriffen. Dort wird eine mögliche Interpretation deutlich. Er hängt verkehrt herum am Baum, gefesselt an den Füßen und unter seinem Kopf ein Nest voller Giftschlangen. Was also tun? Er kann sich aus seiner misslichen Lage nicht befreien: Löst er die Fesseln an seinen Füßen, stürzt er in das Schlangennest. Dreht und windet er sich, ziehen sich die Fesseln um seine Füße nur noch fester. Wozu entschließt sich Odin also? Zur Kapitulation (er verweigert Brot und Met). Er opfert sich also der Situation (durchbohrt von seinem eigenen Speer). Er akzeptiert seine Auslieferung, er wehrt sich nicht mehr, er begehrt nicht mehr auf, er kämpft nicht mehr dagegen an, was ihm schließlich einen neuen (umgekehrten) Blick auf die Situation ermöglicht und neue Erkenntnisse beschert (Runen).

Auch in der zweiten Parabel wird deutlich, nicht wer, sondern wodurch Erkenntnis geschenkt wird: durch das Opfern, also Aufgeben, einer Situation, eines Zustandes, eines "Besitzes", an dem man bislang starr festgehalten hat. Immer wieder der Hinweis darauf, dass Erkenntniserweiterung bedeutet, bisherige Sicht-Weisen (z.B. das Auge) zu opfern und aufzugeben, um "wirklich" sehen zu lernen. Mimir als Hüter der Quelle von Wissen und Weisheit nimmt also Odins Auge als Pfand, der nun hellsehen kann. Auch hier spiegelt sich die Weisheit wieder, die wir auch heute kennen: Wollen wir das wahre Wesen der Dinge ergründen, dann müssen wir uns von dem lösen, was nur das Auge erblickt. Denn es sieht nur das Offenkundige, aber nicht das, was zwischen den Zeichen verborgen liegt.


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Sarv
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Odin und die Runen

13.09.2017 um 14:35
the_terminator schrieb am 13.04.2017:Und gerade dieses Letzte ist es, was mich interessiert: Odin ist doch der mächtigste Gott... WER gibt ihm dann die Runen?
Grubenhund schrieb am 13.04.2017:Odin ist weder allmächtig noch allwissend; auch ist er in der nordischen Mythologie nicht das mächtigste Wesen überhaupt. Er ist das Oberhaupt des Göttergeschlechts der Asen, aber nicht größer als die Schöpfung.
@the_terminator
Odin ist verkörperung vom allerhöchsten, repräsentant, also gibt die Schöpfung sich selbst die Mittel um......
traces schrieb am 07.09.2017:Vielleicht sollte man nicht vergessen, dass es sich bei diesen Mythen um Parabeln handelt, deren Darstellungen symbolischen Charakter aufweisen. Es geht nicht um eine Personifizierung der Geschehnisse, sondern jeweilige Symbole weisen auf Wege hin, zu eigener Erkenntnis bzw. "Erleuchtung" zu gelangen.
the_terminator schrieb am 13.04.2017:In Odin's Runenlied heißt es doch, dass er neun Tage und Nächte an der Weltenesche Yggdrasil hing, von seinem eigenen Speer durchbohrt, ein Opfer sich selbst - er nahm wieder Brot noch Met, bis ihm schließlich die Runen geschenkt wurden.
@the_terminator
Odin geschichte dasselbe wie Jesus = Selbstopferung.


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Odin und die Runen

15.09.2017 um 17:47
@traces

Deine Interpretation gefällt mir, sie scheint den parabelhaften Charakter der beiden Geschichten widerspruchslos zu erklären... das Opfer seines Auges als "Aufgeben der herkömmlichen Sichtweise" zu sehen macht Sinn, immerhin ist es ja in allen Kulturen verbreitet, das Göttliche und Übernatürliche als vom Menschen nicht erblickbar und erkennbar zu bezeichnen.


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