@Neustarter@perttivalkonen hat in dem Thread "Wurde das Leben auf der Erde von Außerirdischen erschaffen?" mit Hinblick auf Rupert Sheldrakes Überlegungen zu morphischen Feldern u. a. Folgendes geschrieben:
perttivalkonen schrieb am 31.12.2025:Selbst die Naturgesetze unseres Universums haben sich nach ihm so ergeben, daß unter allen möglichen Reaktionsmöglichkeiten sich innerhalb der statistischen Streuung der Variationen schließlich eine besondere Menge gleichartig ausfallender Reaktionen durchgesetzt haben, indem sie durch ihre kritische Masse ein morphisches Feld erzeugten, welche dann alle weiteren Ereignisse beeinflußte und zu den selben Reaktionen brachte. Etwa bei der Gravitation, daß massebehaftete Objekte aufeinander zu fallen (in der Wahrnehmung, daß das kleine Objekt (Stein) auf das große Objekt (Erde) fällt.
Und da ist schon mal ein Problem. Denn wenn die morphischen Felder zu den Naturgesetzen führen, also zu ner Regel ohne Ausnahme bei gleichen Bedingungen (kein fallengelassener Stein fällt von der Erde weg), wieso kommt es dann bei Lebewesen zu Neuerungen? Wieso kamen die ersten neunundneunzig Affen auf den Trichter, im Winter in warmem Thermalwasser zu baden? Zuvor dominierte doch ein anderes Verhalten? Gabs da etwa kein morphisches Feld, das sämtliche Affen zum Badeverzicht zwingt wie die Steine zum Nichtnachobenfallen?
Und es wird noch blöder. Wenn eine Art sich verändert, im Verhalten, Aussehen, in der Anatomie, wasauchimmer, wieso verändert sich dann mal die ganze Art, manchmal aber nur ein Teil davon? Im ersten Fall verändert sich eine Art insgesamt zu einer neuen Art, im zweiten Fall spricht man von Artaufspaltung. Das ist ganz gut und wichtig. Wenn bei irgendner Katastrophe ein paar Arten aussterben, kann so die Artenvielfalt wieder erhöht werden. Ansonsten hätte die Artenvielfalt seit Anbeginn des Lebens sich von Katastrophe zu Katastrophe nur vermindern müssen (und man muß sich fragen, wie am Anfang erst mal die mehreren Arten entstanden sind).
@NeustarterDu hast mit Hinblick auf die Argumentation, die Pertti mit diesen Worten vornimmt, in einer Antwort an mich Folgendes geschrieben:
Neustarter schrieb am 02.01.2026:Er begründet auf der Basis eigener Überlegungen mit Fakten, die er nicht einfach so erfunden hat, warum Sheldrakes Ansatz mit den Morphischen Feldern keinen Anklang in der Wissenschaft gefunden hat, stattdessen aber in der Esoterikszene Anhänger besitzt.
Die benannten Widersprüche bezüglich konstanter Naturgesetze einerseits und variabler evolutionärer Veränderungen andererseits liegen auf der Hand. Wenn gemäß Sheldrake alles durch Wiederholungen nur als Gewohnheiten gefestigt und damit in eine zunehmende Erstarrung getrieben wird, stellt sich tatsächlich die Frage, wie dann überhaupt Neues entstehen kann. Auf diesen Widerspruch hat Pertti hingewiesen und diesen mit Beispielen untermauert.
Wenn die Widersprüche, deren Existenz Pertti suggeriert, existieren und auf der Hand liegen, so müssten diese Widersprüche den prominenten Kritikern Sheldrakes (z. B. Richard Dawkins) aufgefallen sein. Die Information, dass die Widersprüche, deren Existenz Pertti suggeriert, existieren, müsste sich in diesem Fall abseits von Allmy im Internet finden lassen.
Wer die Frage überprüfen möchte, ob die Widersprüche, deren Existenz Pertti suggeriert, existieren, der muss sich einen Überblick darüber verschaffen, welche Aussagen Sheldrake hinsichtlich der Existenz und der Eigenschaften morphischer Felder und hinsichtlich der Existenz und der Wirkungsweise morphischer Resonanz getroffen hat.
Kann man von den Usern verlangen, dass sie diese zeitraubende Recherchearbeit auf sich nehmen?
Nein, natürlich nicht.
Nehmen wir dennoch einmal an, ein User macht sich diese Mühe: Er kauft sich das Buch
Das Gedächtnis der Natur, in dem Sheldrake sein Konzept des morphischen Feldes und sein Konzept der morphischen Resonanz besonders ausführlich beschreibt. Er findet Passagen, die beweisen, dass die Widersprüche, deren Existenz Pertti mit der oben zitierten Äußerung suggeriert, nicht existieren.
Hat er nun die Möglichkeit, mittels des Zitierens der betreffenden Passagen aufzuzeigen, dass die Widersprüche, deren Existenz Pertti mit der oben zitierten Äußerung suggeriert, in Wirklichkeit gar nicht existieren?
Nein, er hat diese Möglichkeit nicht, denn das Zitieren von Büchern ist im Forum nicht erlaubt.
Nemon schrieb am 01.02.2026:jetzt wollte ich mein Suche nach mechanistischen Modellen mal auf Instinktverhalten erweitert haben. Und in der Tat scheint doch alles weitgehend klar.
Nein, es ist nicht alles klar. Es ist nicht klar, wie Instinkte entstehen. Auch die Frage, auf welche Art und Weise die Information über das Handlungsmuster eines Instinktverhaltens in einem Organismus verankert sein kann, ist ungeklärt:
Instinkte sind angeborene Verhaltensmuster, auch bezeichnet als Erbkoordinationen. Diese sind genetisch und neurobiologisch gespeichert und werden auch an die Nachkommen weitergegeben, jedoch ist noch unklar, wie genau die Speicherung der Instinkte funktioniert.
https://www.studysmarter.de/schule/biologie/verhaltensbiologie/instinkt/
Nemon schrieb am 01.02.2026:Sheldrake hat unter diesen Umständen, so meine Vermutung, nur die Chance, dass ein Schuh aus seinen Feldern wird, wenn bspw. seine Rattenexperimente signifikante Resuktate geliefert haben und alles in allem valide sind. Das ist wohl nicht so, wissenschaftlich rigoros betrachtet (auch wenn er dagegen wettert und die Paradigmen-Torposten verschoben haben will).
Das habe ich dann gleich, um es abzukürzen, mal Perplexity Pro gefragt, was zu diesem kleinen Dialog führte:Nemon: ...Brauchen wir angesichts weitgehend geklärter Prozesse hinter dem Instinktverhalten am Beispiel von Tieren noch Sheldrake? Vermutlich nur, wenn wir seine rattenexperimente als signifikant und valide anerkennen. Aber da vermute ich den Schwachpunkt. Denn die Qualität seiner Studien ist dehnbar...
Sheldrake hat die Rattenexperimente, die du meinst, nicht selbst durchgeführt.
Wenn du die Rattenexperimente, auf die du dich beziehst, thematisieren möchtest, dann wäre es sehr hilfreich, wenn du den Usern zunächst einmal einen Überblick über diese Experimente geben würdest. Ohne Vorwissen kann sich niemand erschließen, was es mit bestimmten Informationen, die Perplexity Pro dir gegeben hat, auf sich hat. Die Namen McDougall und Crew z. B. sind diesem Thread bislang kein einziges Mal erwähnt worden.
Nein, für die Erklärung von Instinkten und Formbildung brauchen wir Sheldrake nicht – die Biologie mit Genen, neuronalen Schaltkreisen und Evolution deckt das mechanistisch ab, ohne zusätzliche Felder. Seine Rattenexperimente (basierend auf McDougalls 1920er-Versuchen) sind der Schwachpunkt: Sie zeigen angeblich Lamarck-Effekte (trainierte Ratten vererben Lernen), wurden aber nicht robust repliziert und haben methodische Lücken wie kleine Stichproben, Inzucht-Probleme und Fluktuationen.
Mit diesen Worten stellt Perplexity Pro die Falschbehauptung auf, Sheldrake habe Experimente mit Ratten durchgeführt, die auf McDougalls Studie basieren.