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Depressionen

1.175 Beiträge, Schlüsselwörter: Depression, Depressionen, Traurig, Psychische Störung

Depressionen

12.02.2020 um 16:04
@mumm
das hört sich gefährlich an, dann ist es vielleicht wirklich besser zu lassen, das kann ja Lebensbedrohlich werden, mein Herz hat es leider auch verändert, es hat eine Spezielle Symptomatik die aber lt. Kardiologen unbedenklich ist, was nimmst du denn etwas als Ersatz?


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12.02.2020 um 16:11
@wanagi
Siehe PN .....


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12.02.2020 um 18:42
Cejar schrieb:Hast Du eine ambulante Therapie versucht? Da hat man erst einmal ein paar Stunden, bevor der Psychotherapeut den Antrag an die Kasse stellen muss
Ist für mich schwer erreichbar da ich auf Öffis angewiesen bin und die Fahrkosten recht hoch wären. Lokal... es gibt kaum noch Wartelisten.
mumm schrieb:Wäre Austausch mit ehemaligen Patienten sinnvoll? Selbsthilfegruppen?
Austausch mit befreundeten Psychiatrie Erfahrenen
Ich habe eine soziale Phobie und Anpassungsstörung zur ADHS. Ich halte mich so viel es geht von anderen Menschen fern. Ich mag Menschen nicht und habe laut dem Therapie und Beratungszentrum einen hohen Verbitterungsgrad. Online ists ok weil man selber bestimmen kann wann man nichts mehr aufnehmen kann. Ich kann bei Gesprächen mit vielen Menschen keinem 5 min am Stück folgen. Auch reden vor anderen fällt mir schwer.
wanagi schrieb:wenn man erstmal eingestellt ist denkt man dass man wieder Bäume ausreisen kann und keine Medikamente brauch, das ist aber ein Fehler denn wenn man sie Absetzt kommen all die Symptome mit einem Schlag wieder, dann liegt man wieder Zitternd im Bett...
Ich werde mein eines Medikament auch auf Dauer nehmen müssen aber das ist Ok.
Ich nehme keine ADs sondern ein Amphetamin. Damit habe ich kein Brett mehr vorm Kopf wie vom Methylphenidat.
mumm schrieb:Sex ist zum Glück nicht alles im Leben....
Oder?
Aber die schönste Therapie wenn einen der Kopf fickt ^.^ es trägt zur Ausgeglichenheit bei. Wenns nur grau um mich herum ist dann erhellt es mein Gemüt wenn mich ein einziger Mensch umarmt.
mumm schrieb:Psychische Gesundheit ist mir mehr Wert als Sex.
Siehe oben es hängt doch teils zusammen :)


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12.02.2020 um 19:22
@Glaziola
Soziale Phobie und trotzdem keine Probleme mit Berührung Yeahhhhhhhhhhhhhh Kompliment.
Liebe Grüße
Meine Hormone müssen intensiv wach geküsst werden, bin wählerisch....:-(


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12.02.2020 um 20:03
Mit eine vertrauten Person geht das.
Bei meinem Partner ist es so völlig anders wie ich es bisher kannte. Für mich ist das teilweise verwirrend :D

Was fremde Menschen angeht: anfassen verboten, anquatschen verboten und angucken unerwünscht. Nein ganz so extrem nicht aber einen anderen Menschen berühren oder sich berühren zu lassen widerstrebt mir zu tiefst und wird von mir abgewehrt. Früher wenn "Freundinnen" trösten wollten oder auch meine Mutter dann hieß es von meiner Seite: fass mich ja nicht an. Höre zu aber umarmen nogo.
Bis heute dürfen dies nur meine Kinder und mein Partner. Allerdings wenn ich so drauf bin wie vor ein paar Tagen dann ertrage ich gar keine Nähe.
Das ist meine nächste Baustelle, herauszufinden wie man damit umgeht denn er möchte mir so gerne helfen und für mich da sein, er weiß nicht wie er mir helfen kann oder damit umgehen soll. Ich weiß es ja selber noch nicht mal.

Soziale Phobien gibt es ja unterschiedliche, die bei mir diagnostizierte ist eine Agoraphobie. @mumm
Wählerisch ist doch was gutes oder nicht?


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12.02.2020 um 20:52
@Glaziola
DANKE für deine Antwort. Kannst auch gerne mal PN schreiben.

Agoraphobie / Stichwort?

Wählerisch ist auch Schutz^^.....u. gut.
:Y:


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12.02.2020 um 21:45
mumm schrieb:Agoraphobie
Panik vor und in Menschenmengen. In dem Stimmen und Gesichterwirrwar kann ich nix mehr zuordnen, bekomme immer schlechter Luft und extremen Fluchtdrang. Ein Kinderfest ist z.b. schon höllischer Stress und ich bleibe wenn ich keinen Ersatz für mich finden konnte am Rand stehen und flüchte sobald es der Anstand zu lässt und ich kein schlechtes Gewissen meinem Nachwuchs gegenüber haben muss. Meine Großen nehmen mir es nicht übel wenn ich Schulfeiern meide.

Das Konzert auf dem Männe und ich waren war durch ihn recht erträglich weil ich mit ihm hinter mir auf einer Treppe stand, hätte ich unten vorn an der Bühne gestanden hätte ich wahrscheinlich ne Panikattacke geschoben. Mein Männe wirkt wie ein Fels an den ich mich anlehnen kann und mich beruhigt. Ist ein irres Gefühl.

Ich denke mal dass diese Phobie verstärkt wird durch meine ADHS und der Reizüberflutung, ohne Medis wäre es deutlich schlimmer, durch sie kann ich Reize besser filtern und aushalten.
Meine Hörstörung sorgt auch für Unsicherheit.
Ruhe Stille und viel Abstand zu anderen Mitmenschen sind die perfekten Rahmenbedingungen um draußen zurecht zu kommen.


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12.02.2020 um 22:57
@Glaziola
DANKE für deine Antwort.

Menschenansammlungen , Lärm und Gedränge kann ich auch nicht verpacken.
Panikattacken durch fehlenden Platz und mangelnden Fluchtweg macht mich fertig.
Toll das Du mit deinem Mann zum Konzert gehst.
Das wäre für mich allerdings alleine, ohne Bodyguard ^^ eine Tortur und traue ich mir zurzeit nicht mehr zu.

GLG
Toll das du dich ausprobierst.....ich sollte auch mehr üben......, :-))


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13.02.2020 um 12:35
Glaziola schrieb:ohne Medis wäre es deutlich schlimmer, durch sie kann ich Reize besser filtern und aushalten.
Was sagt denn dein Blutdruck dazu?

Bei mir ist es ja auch so.
Allerdings komme ich kaum noch runter, wenn ich erst mal den Antrieb habe.
Dann nutze ich den "Schwung" und merke nicht mal dass ich Überstresst bin, wegen Dopamin.
Aber ganz böse hinterher.
Bin da richtig zwanghaft.


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13.02.2020 um 16:01
Hyperborea schrieb:Was sagt denn dein Blutdruck dazu?
Zum Amphetamin? Der ist bestens. Beim MPH hatte ich immer Schweißausbrüche und Herzrasen. Hiermit gehts mir körperlich sehr gut.

Oder meinst du solche Situationen? Ich kann es damit besser stoppen dass es nicht ausartet. Tief durchatmen und bewusst runterfahren. Wenn ich alleine unterwegs bin schirmt meine Musik mich von vielem ab.
mumm schrieb:Toll das du dich ausprobierst.....ich sollte auch mehr üben......, :-))
Er nimmt mich da etwas an die Hand ;) er unternimmt gerne was und möchte mich gerne dabei haben... wie könnt man da widerstehen ^.^


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24.02.2020 um 23:29
Hallo zusammen,

ich hatte ja schon öfters hier geschrieben, vielleicht erinnert sich noch jemand ;-)

Viele interessante Beiträge in der Zwischenzeit, leider kann ich momentan nicht auf alle eingehen.
Nur eines möchte ich mal mitteilen um vielleicht auch mal etwas positives in diesen Thread zu bringen. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich seit über 30 Jahren an schweren Depressionen leide und in den letzten Monaten des letzten Jahres die Hölle durchgemacht habe.

Aber. auch das kommt auch vor, mittlerweile ist diese Phase überwunden und es geht mir richtig gut, wie einem "normalen" Menschen. Auch solche Episoden gibt es bei Depressiven, das will ich damit sagen. Es lohnt sich also immer, die schlimmen Phasen irgendwie durchzustehen. Ich weiß genau und aus eigener Erfahrung wie schwer das ist und es hört sich vielleicht auch blöd an. Aber denkt daran, es gibt immer wieder Phasen, in denen sich das Leben lohnt, egal wie beschi...n manche Zeiten sind und es Euch geht. Bleibt dran, alles geht vorbei (und ja, leider kommt es auch irgendwann wieder).

Und ja, ich nehme zur Zeit auch immer noch Medikamente, warum auch nicht. Wenn es dadurch besser ist, ist es doch wunderbar. Ein Diabetiker nimmt ja auch Medikamente, ohne dass ihm irgendwelche Ahnungslose etwas von "Glückspillen" erzählen.

Also, alles gute Euch Leidensgenossen.

lanegan


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25.02.2020 um 08:46
@lanegan

Das freut mich sehr für dich!
Toll, auch etwas Positives hier zu lesen.

Guter Start für mich in den Tag, dankbar dafür bin. Genieße jeden Augenblick, das Leben hat auch im Dunkeln kleine Lichtblicke...Achtsamkeit trainiere ich zurzeit.
LG

Mut wird belohnt, Durchhalten auch....!
Yeahhhhhhhhhhhhhh.


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25.02.2020 um 10:49
@lanegan
Ich freue mich riesig, dass es Dir zur Zeit so gut geht!
Damit machst Du ganz sicher vielen Menschen, die an Depressionen leiden Mut.
Ich wünsche Dir, dass diese Phase lange (wenn möglich, für immer) anhält!

@mumm
Es tut mir leid, dass es Dir im Moment schlecht geht.
Positiv ist, dass Dir @lanegan ´s Post Mut macht.
Ich wünsche Dir vom ganzen Herzen, dass diese schlimme Phase bald vorüber geht.
Ich denke an Dich! Alles Liebe!


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25.02.2020 um 14:27
Durch gewisse Events in der Kindheit und Schicksalsschläge war (oder bin es ggf. noch sehr milde) ich immer oft in Phasen wo ich niedergeschlagen wirkte oder mich so fühlte. Ich glaube das ist in Anbetracht der Umstände oder Schicksalsschläge auch irgendwo nachvollziehbar. Das ging meine Kindheit über so (ab Teenager-Alter) und hielt in unterschiedlichen Phasen oder "Stärkegraden" an bis ich einen passablen Job gefunden habe, wo ich dann ggf. auch Dinge wie durchgängige soziale Interaktion und entsprechend bessere anhaltende soziale Kontakte erfuhr die nach der Schule auch etwas weggebrochen sind.

Ich muss dazu sagen, dass ich nie zum Arzt bin und wegen irgendwas in der Richtung diagnostiziert wurde. Wenn ich also etwaige kategorisierte Krankheiten hatte oder in milden Grundzügen noch haben sollte, wurde da nie was medikamentös behandelt. Falls ja, so neige ich optimistisch dazu zu sagen, dass ich mich durch Wandel der Zeit selbst "kuriert" habe und viele negative Eigenschaften oder Ausblicke langsam losgeworden bin - durch grundsätzlich positive Einstellung zu Dingen auch im Angesicht von schlechten Zeiten (sonst hätte ich z.B. nie die Kraft gefunden mich aktiv auf Stellen zu bewerben). Lebenssinn und -zweck zu haben kann da wohl sehr helfen, denn nach einer Orientierungsphase wo ich gewisse Dinge oder Bereiche ausgeschlossen habe war erst mal die Frage im Raum: "Scheiße, was mache ich jetzt, was spricht mich an?"

War schon nicht einfach aus einer Arbeitslosigkeit heraus mit gewissen Handicaps ständig Absagen zu bekommen, aber ich wurde letztendlich endlich fündig und kam in dauerhafte Arbeit und auch dauerhaft unter Leute mit denen man auch noch im Beruf im Schnitt sehr gut auskommt. Ich glaube das hat mir mittelfristig viel Kraft und Motivation gegeben und mich vielleicht wirklich vor akuten Depressionen bewahrt.

Ich kann aber an sich jedem nur raten, sich im Zweifel Hilfe zu holen und das im Zweifel auch früh zu machen, ehe etwas sich auf so eine Art verschlimmert, dass ein größerer Schaden entsteht - oder gar ein langanhaltender. Aber selbst bei jahrelangen Problemen sehe ich Erfahrungsberichte und Threads wo die Leute es auch nach Jahren geschafft haben, mit gewisser Hilfe oder auch alternativ durch eine richtige Grundeinstellung davon wegzukommen.

Viele haben es auf die eine oder andere Weise geschafft. DU kannst das auch :)

Im Notfall kann es helfen ganz in Ruhe und für sich in "Baustellen" einzuteilen - Dinge die einen stören. Notfalls mit Hilfsmitteln, also z.B. einfach mal aufschreiben, in eine "Mindmap" packen, visualisieren, etc. pp. Baustellen wären dann Dinge die einen stören oder wurmen. Wenn ich halbwegs oder auch genau weiß, was mich stört, weiß ich, was ich ändern möchte und somit kann ich dann ggf. auch definieren oder mutmaßen, wie ich das ändern könnte und in welchem Zeitrahmen.

Ich bin sicherlich kein Experte für so was, denke aber dass es doch ein sehr komplexes Thema bei einem individuellen Menschen sein kann. Jeder hat da wohl andere Ausprägungen und Schwerpunkte und ich finde es kann helfen, sich seiner potentiellen "Baustellen" gewahr zu werden um mittelfristig Änderungen herbeizuführen die einem da helfen.


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25.02.2020 um 16:28
@Warden
@lanegan

Was soll ich sagen? Eure Zeilen zeugen von reichhaltigen Lebenserfahrungen und das sich alles so schnell wieder ändern kann, was gestern noch unabänderlich wirkte.

Klasse, dass ihr sowas teilt und dadurch Mut macht!

Dankeschön dafür!


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25.02.2020 um 20:46
MokaEfti schrieb:Was soll ich sagen? Eure Zeilen zeugen von reichhaltigen Lebenserfahrungen und das sich alles so schnell wieder ändern kann, was gestern noch unabänderlich wirkte.

Klasse, dass ihr sowas teilt und dadurch Mut macht!

Dankeschön dafür!
Schön, dass die Zeilen schon nicht umsonst waren.

Aber klar ist natürlich auch: Jede Person, jede Lebenslage ist anders. Was bei mir meines Erachtens glimpflich/gut ausging, kann bei anderen noch schwieriger sein oder schwieriger zu verbessern sein. Oder halt auch einfacher sein. Kommt halt immer drauf an.

Ich muss auch zumindest bei mir betonen, dass das kein Prozess von heute auf morgen war. Es braucht vor allem Zeit und auch neue Impulse. Oft Externe. Selbst als ich den recht guten Job hatte war noch in einigen Bereichen nicht alles im Lot. Schlechte Eigenschaften haben angehalten und auch da hat es gedauert da erst mal ein Bewusstsein dafür zu bekommen. Aber ich denke jetzt bin ich auf einem guten Weg. Spätestens jetzt. Ich habe viele Dinge geändert und angepackt weil einfach dieses Bewusstsein eingesetzt hat.

Ich will das nochmal betonen. Wer in einer dezenten oder auch tiefen Krise steckt oder gewisse Probleme hat, sollte nicht immer erwarten, dass von jetzt auf gleich alles sofort besser ist. Das kann sogar ein langer und vielleicht anstrengender Prozess sein, und ggf. einer, der erst richtig einsetzt wenn gewisse Dinge erfüllt wurden.

Aber besser spät als nie. Wie gesagt, Baustellen für sich definieren und dann überlegen wie man diese langsam bearbeiten kann. Eine Alternative sehe ich nicht. Jeder kann in Krisen rutschen. Aber in der Regel muss man immer selbst tätig werden um Besserung zu erreichen. Das heißt nicht, dass man alles alleine machen muss - oft braucht man auch eine Hilfe, dezent oder direkt - aber man muss es halt alles machen und ändern wollen. Zwingen kann einer auch nur in den seltensten Umständen.

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Was mich angeht, bin ich nicht mal 30 (aber bald). Ab 11 fingen die Schicksalsschläge mit Toten an. Das ist hart. Da kommt man nicht unbekümmert oder auch ohne Schaden raus, aber wie gesagt, es gibt zwei Optionen. Ich lasse mich komplett hängen oder kämpfe irgendwo. Wenn ich mich hängen lasse, kann ich nicht mehr allzu viel vom Leben erwarten. Ich habe zwar Nachteile erlitten, aber mich am Ende fürs Kämpfen entschieden. Und heute bereue ich es nicht, mit gutem Job, gutem Arbeitsklima und einem relativ angenehmen zufriedenen Leben.

Das ist mir auch nicht in den Schoß gefallen. Positive Grundeinstellung ist das Zauberwort, um langsam alles zum Besseren verändern zu können.


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26.02.2020 um 00:58
Hallo zusammen,
mumm schrieb:Guter Start für mich in den Tag, dankbar dafür bin. Genieße jeden Augenblick, das Leben hat auch im Dunkeln kleine Lichtblicke...Achtsamkeit trainiere ich zurzeit.
Da hast Du recht, das sind gute Techniken. Bleib dran, wenn es Dir hilft. Man kann damit vielleicht keine Depressionen auslöschen, aber es hilft zumindest in den Zeiten, in denen man symptomfrei ist.
FerneZukunft schrieb:Ich wünsche Dir, dass diese Phase lange (wenn möglich, für immer) anhält!
Danke Dir, es ist halt so, es gibt schlimme und bessere Zeiten. Zumindest habe ich das Glück, dass die Krankheit nur schubweise auftritt. Es gibt Zeiten, da bin ich komplett am Ar.... Dann aber andere Zeiten, in denen ich keine Beschwerden habe. Ich hoffe, dass viele andere diese Phasen auch haben. Und vor allem deswegen die Hoffnung nie aufgeben.
Warden schrieb:Falls ja, so neige ich optimistisch dazu zu sagen, dass ich mich durch Wandel der Zeit selbst "kuriert" habe und viele negative Eigenschaften oder Ausblicke langsam losgeworden bin - durch grundsätzlich positive Einstellung zu Dingen auch im Angesicht von schlechten Zeiten (sonst hätte ich z.B. nie die Kraft gefunden mich aktiv auf Stellen zu bewerben). Lebenssinn und -zweck zu haben kann da wohl sehr helfen, denn nach einer Orientierungsphase wo ich gewisse Dinge oder Bereiche ausgeschlossen habe war erst mal die Frage im Raum: "Scheiße, was mache ich jetzt, was spricht mich an?"
Glückwunsch Dir, freut mich wirklich, dass Du das so geschafft hast. Trotzdem möchte ich sagen, dass das keine allgemeine Lösung ist, es hilft leider nicht jedem.
Warden schrieb:Ich kann aber an sich jedem nur raten, sich im Zweifel Hilfe zu holen und das im Zweifel auch früh zu machen, ehe etwas sich auf so eine Art verschlimmert, dass ein größerer Schaden entsteht
Absolut, das ist das Wichigste.
MokaEfti schrieb:Klasse, dass ihr sowas teilt und dadurch Mut macht!
Gerne, es gibt eben auch "normale" Zeiten. Das sollte kein Depressiver je vergessen.
Warden schrieb:Ich will das nochmal betonen. Wer in einer dezenten oder auch tiefen Krise steckt oder gewisse Probleme hat, sollte nicht immer erwarten, dass von jetzt auf gleich alles sofort besser ist. Das kann sogar ein langer und vielleicht anstrengender Prozess sein, und ggf. einer, der erst richtig einsetzt wenn gewisse Dinge erfüllt wurden.
Ein wichtiger Punkt. Ich habe zwar immer noch Depressionen, aber vieles anderes hat sich gebessert. Aber erst nach jahrelanger Arbeit. Ja,Arbeit! Mag sein, wie gesagt, es eliminiert nicht völlig die Depressionen. Aber es hilft, sich außerhalb dieser Phasen gut zu fühlen und nicht als klischeehafter Depressiver zu enden, der immer alles nur negativ sieht. So ist es eben nicht. Depression ist eine Krankheit, keine Charaktereigenschaft.
Warden schrieb:Das ist mir auch nicht in den Schoß gefallen. Positive Grundeinstellung ist das Zauberwort, um langsam alles zum Besseren verändern zu können.
Das ist mir wiederum zu pauschal und zu einfach. Das ist ja eben der Grund, warum viele Leute Depressionen haben. Wenn man so einfach eine positive Grundeinstellung gewinnen könnte, gäbe es nicht so viele Depressive.
Obwohl ich festhalten muss, dass ich eigentlich auch ein positiver, optimistischer Mensch bin. Das und Depressionen schließen sich eben nicht aus. Normalerweise bin ich ein zufriedener und glücklicher Mensch. Nur ab und zu spielt halt einfach die Hirnchemie bekloppt. Wie gesagt, es ist eine Krankheit, keine Charaktereigenschaft. Auch der blöde Kopf kann einfach nur krank werden, wie es andere Organe auch tun.

lanegan


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26.02.2020 um 07:07
@lanegaen
Vielleicht ist "positive Grundeinstellung" nicht der für jeden richtige Begriff, aber ich meine damit nicht nur "frohsein" sondern letztendlich auch den (Rest-)Willen etwas ändern zu wollen bzw. seine Lage zu erkennen und sich Hilfe zu holen.

Ich sehe auf Twitter zB Depressive, die sich ihrer Lage ganz bewusst sind und darüber twittern, erkennen lassen dass sie Job und sonstige professionelle Hilfe und immer mal Lichtblicke haben, aber eben auch scheinbar längerfristig erkrankt sind und weiterhin darunter leiden. Teils Jahre, wenn ich an den Twitter account einer bestimmten Person denke, die sehr transparent über sich berichtet.

Selbst in Falle dieses Nutzers sehe ich da irgendwo eine positive Grundeinstellung, in Teilen. Aber jeder Fall bzw. Krankheitsverlauf wird individuell sein und allgemeine Tipps bleiben nun mal nur abstrakt anwendbar, helfen nicht jedem effektiv weiter.

Aber letztendlich können wir hier als Nutzer auch nur Erfahrungen austauschen die den einen oder die andere ggf. motivieren oder (hoffentlich positiv) erstaunen lassen. Doch wer akut darunter leidet sollte sich nicht scheuen professionelle(re) Hilfe zu suchen, weil das einen vielleicht zielstrebiger und schneller nach vorne bringt, als sich nur mit Nutzern auszutauschen. Das kann man und sollte man ggf. Aber nicht nur, wenn man schwere oder langanhaltende Depressionen hat.

Bei mir persönlich ist es schwer einzuschätzen, ich bin ja nie zu den entsprechenden Fachkräften gegangen, glaube aber dass ich das hin und wieder phasenweise hätte, gerade bei Schicksalsschlägen bzw. wenn es perspektivisch nicht gut im Leben lief. Mittlerweile habe ich das, soweit ich das einschätzen kann, in den Formen nicht mehr erlebt und alles was in die Richtung ging kann man bei mir unter "schlechten Tag gehabt" subsumieren. Und die hat jeder mal.

Aber ich schließe auch nicht aus, so etwas (wieder oder schwerer) bekommen zu können. Wer weiss schon, was das Leben bringt?


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26.02.2020 um 08:48
@Warden

Können wir bitte festhalten, das Phasen der Niedergeschlagenheit und der Unzufriedenheit nicht unbedingt eine Depression sein müssen?

Eine Depression hat auch immer die biochemische Komponente in der Dir Serotonin im Kopf fehlt. Viele Menschen verwässern den Begriff, und jeder der mal eine Zeitlang traurig war, denkt er wisse was eine Depression sei und versucht Ratschläge zu geben, die letztlich darauf hinzielen, das man selber diese Krankheit mental beeinflussen kann (mach Dir schöne Gedanken, such Dir einen geileren Job, gehe mal Hobbies nach, ändere Deine Haltung zum Leben usw).

Das jemand nach Rückschlägen niedergeschlagen ist, das er nach Trennungen traurig ist, auch über ein paar Tage/Wochen ist normal. Eine Depression ist nicht normal, und eine Depression würde Dir schon der allgemeine Hausarzt bei ersten Anzeichen ziemlich zweifelsfrei diagnostizieren könne, ohne das Du bei Fachkräften warst.

Bitte verstehe die Schärfe meiner Worte nicht falsch, aber als langjähriger Depressionskranker wird man immer wieder damit konfrontiert, das die Leute die ab und an mal traurig sind, meinen zu wissen, was in einem vorgeht und wie man da am Besten rauskommt, aber eine Traurigkeit zu überwinden ist was völlig anderes als eine Depression zu besiegen (zumindest für eine Zeitspanne).


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26.02.2020 um 09:15
@Cejar

Ich schreibe es mal ohne den ganzen Beitrag zu zitieren, möchte aber jedem Wort daraus zustimmen.

Ich befinde mich gerade in einem schwarzen Loch und mir fehlt der Kniff Dinge richtig zu fühlen.
Meine gesamte Familie ist für mich da, meine Freunde - jeder macht sich sorgen und nimmt Rücksicht, hat Verständnis.
Und dennoch triggert mich schon die tägliche Fragerei wie es mir geht. Keiner meint es böse mit der Frage sondern ehrlich besorgt - aber ich fühle mich TIERISCH unter Druck gesetzt dadurch und ich möchte schreien "was soll sich seit gestern geändert haben?"
Und es tut mir auch weh, dass ich besorgte Fragen nach meinem befinden so negativ aufnehme und mich unter Druck gesetzt fühle.
Und vorallem hab ich tierische Panik weil ich dann denke das alle nur darauf warten das es mir endlich besser geht. Sinnbildlich zu verstehen : ich steh in der Mitte eines Kreises, den Kreis bilden meine Familie und Freunde. Mit jeder Frage kommen sie ein Stück näher auf mich zu, weil sie mich beschützen wollen. Ich fühle mich dadurch total bedrängt und eingeengt, bekomme keine Luft und finde keinen Ausweg aus der Mitte, in der ich absolut nicht stehen möchte. Über mir blitzt und donnert es, unter mir tun sich Abgründe auf.
Menschen schicken mir lustige Sachen um mich abzulenken weil ich erwähnte, dass ich mich gerade ablenken muss. Sie wollen für mich da sein und unterstützen aber alles was mir geschickt oder gezeigt wird kann ich nicht wahrnehmen bzw nicht aufnehmen weil ich nicht selbst entschieden habe mir das anzuschauen.
Da ich nicht unhöflich oder verletzend sein möchte, schaue ich es mir an.... und lächel oder gebe zu verstehen das ich es aufgenommen habe.
Das kostet mich aktuell alle Kraft und der Kreis wird damit auch wieder enger und enger.
Wenn ich sage "ich kann das gerade nicht" reagiert der ein oder andere beleidigt (verständlich) weil sich gedacht wird "ach, da und da kann sie aber lustig sein, mit mir nicht" - und mir tut es so so so leid, DASS es so ist. Aber wie soll man erklären, das es nicht böse gemeint ist und dass das einzige was mir gerade hilft Dinge sind, die ICH mir aussuche.
Dann kommt das Gefühl wieder in mir hoch das ich eine verkackte Egoisten bin und nicht mehr ganz sauber im Kopf weil ich so ticke.

Ich bin nichtmal traurig im eigentlichen Sinne... weine aber viel, lange und oft weil ich einen fürchterlichen Druck in mir habe der irgendwie raus muss. Schreien hilft nicht, weil mir die Stimme versagt und ich mich in meinem Körper gefangen fühle.
Und in der Stadt, in der ich lebe.

Ich möchte aus mir heraus und aus dieser Stadt.
Am liebsten würde ich meine Sachen packen, meine liebsten ins Auto verfrachten und mich verpissen. Egal wohin.
Aber keiner im Auto soll reden oder versuchen mir zu helfen. Sie sollen nur da sein!

Meine chronische Depression (diagnostiziert) sorgt dafür das ich schwarze Löcher oft in meinem Leben verspüre.
Aber selten war es so schlimm wie es gerade ist.
Ich bin müde und kann nicht schlafen.
Ich habe hunger und kann nicht essen.
Wenn ich essen kann, will ich nicht essen.
Ich will mich bewegen und kann nicht aufstehen - alles geschieht unter Zwang gegenüber den Dingen die ich nicht aufgeben oder aufschieben kann.
Ich bin nicht traurig, muss aber weinen.

Innerlich bin ich leer, hab aber 1000 Gedanken und Gefühle im Kopf / die ich schlicht nicht zuordnen kann.

Der Zustand ist die HÖLLE.
Er vergeht wieder... das weiss ich, das kenne ich.
Aber es macht mich fertig das es jetzt nicht schon so ist.
Und diese Fragen an mich.... obs mir schon besser geht - ich hoffe dass das aufhört und das man mich einfach machen lässt.
Ich würde mir wünschen das der Kreis um mich herum sich etwas lüftet, ohne das die Personen verschwinden. Sie sollen mir nur Luft zum atmen lassen sonst ersticke ich


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