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Depressionen

2.063 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Depression, Depressionen, Traurig ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Depressionen

27.01.2026 um 18:49
Zitat von AkeleiAkelei schrieb am 07.10.2025:Zum Glück bin ich gläubig, ich freue mich also auf "danach
Das ist eine gute Strategie. Und vor allem du kannst nicht enttäuscht werden, wenn du tot bist, und das erwartete nicht eintrifft.

Schlimm wird es nur, wenn du im Himmel aufwachst, und dort auch depressiv bist, und das bis in alle Ewigkeit...
Schlimmer geht nimmer.

Ich erzähle auch niemanden fremdes von meiner Depression. Denn du wirst behandelt wie ein Aussätziger.

Natürlich ist Depression eine physische Krankheit, denn sie betrifft den ganzen Körper. Dein ganzes Wesen. Eine Erkrankung des Gehirns.

Irgendwann ist auch die Hoffnung, dass es besser wird verbraucht.
Mit am schlimmsten für mich ist, diese fürchterliche Gefühllosigkeit.


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27.01.2026 um 21:47
Zitat von HyperboreaHyperborea schrieb:Irgendwann ist auch die Hoffnung, dass es besser wird verbraucht.
Mit am schlimmsten für mich ist, diese fürchterliche Gefühllosigkeit.
Hast du schonmal Stimmungsaufheller verschrieben bekommen? Ich war auch schwer depressiv mit paranoider Schizophrenie und mir haben sie in ein neues Leben geholfen.

PS: ich habe 2 Suizidversuche hinter mir und weiß wie es ist nur noch schwarz zu sehen. Nach dem letzten bin ich sogar schwerbehindert körperlich da es final sein sollte aber ich hatte tausend Schutzengel wie mir die ärzte sagten .


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27.01.2026 um 22:27
Zitat von rainloverainlove schrieb:Stimmungsaufheller
Selbst Ärzte geben zu, dass Antidepressiva nur einen kleinen Teil der Kranken wirklich helfen.
Natürlich habe ich schon vieles durch. Nur halt die falschen.

Ich finde es traurig, dass du schon zwei Versuche hinter dir hattest. Du hast meine ehrliche Anteilnahme! Und grüße mir deine Schutzengel! 🙏

Man vermutet, ich habe eine neurologische Entwicklungsstörung, ADS, was lange unentdeckt blieb, plus äußere Einflüsse, die mit einem Grund sind. Mein Gehirn arbeitet etwas anders, was in einer normalen Welt nicht gerade so pralle kommt.
Mir sieht man die Depression auch nicht an auf den ersten Blick da ich mich zusammenreißen kann.

Was ich sagen will ist, es sind meist viele Faktoren die eine Depression auslösen und aufrechterhalten. Selbst Prominenz und Reichtum schützen nicht vor Depressionen, wie viele Prominente beweisen.
Otto Normal würde da sagen, was wollen die eigentlich, die haben doch alles, sie können doch gefälligst glücklich sein!
Sowas von Undankbar!
Alles schon gehört.

Es muss noch viel getan werden, um neurologische Erkrankungen in der Öffentlichkeit bewusster zu machen, und von Vorteilen zu befreien.


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27.01.2026 um 22:44
Zitat von rainloverainlove schrieb:PS: ich habe 2 Suizidversuche hinter mir und weiß wie es ist nur noch schwarz zu sehen. Nach dem letzten bin ich sogar schwerbehindert körperlich da es final sein sollte aber ich hatte tausend Schutzengel wie mir die ärzte sagten
Siehst du selber das auch so? Also, dass es Schutzengel waren, die deine Suizidversuche verhindert haben.
Was ich nicht nachvollziehen kann ist, du schreibst, nach dem zweiten warst du schwerbehindert. Wie kann das ein Schutzengel zulassen. Warum hat er dich nicht vorher davon abgehalten?
Kannst du nachvollziehen, wie ich meine Fragen meine? Ich tue mir gerade etwas schwer, die richtigen Worte zu finden.


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28.01.2026 um 00:09
@Karakachanka
Das sind gute Fragen, ich bin gläubig, glaube an Gott, den liebevollen Schöpfer, sowie auch an den Gegenspieler den Zerstörer des guten.
Ich befand mich nach meinem 1. Suizidversuche, kurz danach fast 1.5 Monate in einer Art Wahn.
Dämonen gaben mir Fremdgedanken ein, Gedanken und Bilder, was ich tun soll und ich merkte das damals nicht. Ich befand mich damals in der Psychiatrie und alles würde schlimmer.
Dann kamen 2 Wochen wo ich anfing zu zweifeln.
Ich lag nur noch im Bett, Pfleger fütterten mich weil ich 24h am Tag zwischen heulkrämpfen und Delirien wechselte. Allein daran zurück zu denken lässt meinen Puls auf 120 wachsen.
Der oder die Dämonen flüsterten mir ein dass es nur einen Ausweg gibt und zwar Suizid.
Ich sollte mich aus dem Fenster kopfüber stürzen damit ich mit dem Kopf zuerst aufkommen würde und ich sofort tot wäre.
Sie spielten diese Vision mehrmals ab, meistens wenn ich zweifelte. Ich würde letztlich ferngesteuert, ich verhielt mich, wenn ich zurrückblicke nicht normal, dachte absurd und gestört.
Eines Morgens übernahm es mich völlig, ich versuchte das Fenster aufzureißen aber es ging nicht, es war ja gesichert. Ich ging zum Schwesternzimmer, da dort das Fenster im Sommer immer offen stand. Ich schickte sie unter einem Vorwand zur Seite und stürmte auf das Fenster zu und robbte mich hinaus und fiel. Aus dem 4. Stock auf Pflastersteine unten.

Das nächste sind nahtod und Komaerlebnisse.

Ich weiß nicht wie ich überlebt habe, da ich kopfüber gefallen bin. Die Ärzte sagten, dass ich mich durch irgendwas in der Luft gedreht haben muss.
Ich hatte nicht eine Kopf erletzung. Nur Knochenbrüche, wie Worbelsäule, Becken, Beine, und innere Verletzungen .

Ich saß ein halbes Jahr im Rollstuhl nach 6 Wochen Koma, heute kann ich wieder gehen und bin so froh drüber dass es nicht schlimmer gekommen ist.


Vor 2 Jahren musste ein 5 kg schwerer Bauchtumor und Nebenniere entfernt werden aber ich möchte glücklich leben mit meinen Eltern und strenge mich immer an.



Ich habe soviel Glück erfahren, ich glaube an Schutzengel.



Mani wastete yo


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28.01.2026 um 00:21
Zitat von HyperboreaHyperborea schrieb:Otto Normal würde da sagen, was wollen die eigentlich, die haben doch alles, sie können doch gefälligst glücklich sein!
Kein abgestumpft er Gesunder erkennt die Wahrheit in den Worten eines erkrankten . Sie haben darin keine Erfahrung
. Sie kennen diese Zweifel nicht, da diese erst mit einer Erkrankung kommen.


Auch wenn du schon viel probiert hast, bitte gebe nicht auf. Die Medizin ist heutzutage so weit, das hätte ich selbst nicht gedacht. Glücklich in dieser Zeit zu leben, auch wenn es sich für viele erkrankte wie hohn anhört.
Wenn du solche schlimmen gedankengänge hast und soviel leid erfährst begieb dich zu Ärzten z.b. in eine Psychiatrie und beschönige nichts, schildere alles was dich belastet und verliert niemals die Hoffnung. Ich nehme seit 1 Jahr ein neues Medikament und meine Familie erkennt mich nicht wieder, ich bin viel fröhlich und nehme wieder am Leben Teil, gehe viel spazieren und spiele mit unserer Terrierdame. Ich bin wieder so wie ich früher immer war.


Ich wünsche dir und allen leidenden alles erdenklich gute und Besserung❤️


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28.01.2026 um 00:41
@rainlove
Woher weiss man, dass diese Stimme ein Dämon ist und nicht die eigene Stimme, die einem sagt, dass man "aufgeben" sollte?

Denkst du das, weil du religiös bist?
Zitat von rainloverainlove schrieb:Nach dem letzten bin ich sogar schwerbehindert körperlich
Zitat von rainloverainlove schrieb:Ich saß ein halbes Jahr im Rollstuhl nach 6 Wochen Koma, heute kann ich wieder gehen und bin so froh drüber dass es nicht schlimmer gekommen ist.
Also bist du nicht schwerbehindert seitdem, sondern jetzt körperlich wieder gesund. Richtig?


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28.01.2026 um 11:10
Ich glaube ja langsam ich war im vorigen Leben kein guter Mensch. Das kann die einzige Erklärung dafür sein dass ich das alles aushalten muss.

Man darf ja nirgends sagen wie es manchmal wirklich in einem aussieht.
Das Leben ist ein einziges Masking. Verstecken vor der Welt weils keiner versteht oder falsch reagiert weil die anderen denken man müsse den Betroffenen vor sich selber schützen.

Wenn du sagst dass du wirklich des ganzen müde bist dann kommt man einem mit Sorgentelefon (ist ja auch lieb gemeint) aber 1. möchte ich die mit meiner krassen Art nicht überfordern und 2. schicken die wenns ganz doof läuft n RTW (was für mich das schlimmste,wäre was mir eine helfende Person antun kann).
Ich persönlich finde dass man Menschen die den Weg der Erlösung aus allen wählen ihre Entscheidung gewähren sollte.

Wenn ich mir vorstelle ich muss das alles noch weitere 40 Jahre erleiden dann wird mir noch schlechter zumute.

Und auch mein Umfeld muss das ertragen und tut ihnen immer wieder weh.
Ich weiß nicht ob das der richtige weg für MICH wäre.
Im moment kommen meine Schübe selten aber heftig. Ich verzieh mich dann und man lässt mich in Ruhe. Ich weiß aber dass sie leiden und das tut mir noch mehr weh als meine eigene Existenz.
Ich weiß auch dass meine Depressionen sich mit meiner ADHS angefreundet haben. Die sind beste Bros geworden.
Es tut mir so unendlich leid was für ein Leid ich bei den Menschen erzeuge die ich über alles liebe.


Ich hoffe ich treffe niemanden mit der Aussage, es ist einfach mein persönliches Empfinden und trifft auf niemanden anderen zu. Bei mir helfen auch keine Pillen, ich reagiere paradox auf solche Mittel, ich bekomme Halluzinationen.
Mein verfluchtes krankes Gehirn zerstört alles. Psychisch und Physisch.

Ich habe auch verfluchte Angst vor Demenz.. da durchläuft man sein Leben rückwärts...
Den ganzen Abfuck noch mal durchleben? Bitte nicht. Das ist der blanke Horror.


Aber hey mir gehts eigentlich gut. Ich habe Essen und ein warmes zuhause. Ich lebe nicht in Kriegszuständen.
Ich habe nur ein kaputtes Gehirn das nonstop Tinnitus verursacht, für alle Schmerzen zuständig ist die ich empfinde.
Es könnte mir schlechter gehen.


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28.01.2026 um 11:51
@langweilig

Deinen Beitrag könnte ich so 1:1 unterschreiben.

Und gerade der letzte Absatz zeigt, dass man dennoch das bisschen Leben, das man hat, zu schätzen weiß.
Ich bin auch jeden Tag dankbar dafür, dass ich genug zu Essen und eine Wohnung habe. Gerade wenn man Bilder aus Kriegsgebieten sieht.
Dankbar dafür, noch(!) in einer freiheitlichen Demokratie leben zu dürfen.
Und mir ist ebenso klar, es gibt schlimmere Erkrankungen. Ganzkörpergelähmt, bestimmte Krebsarten, ALS oder ME/CFS.
Gleichzeitig hilft das Wissen darum, dass es anderen Menschen schlechter geht, nicht großartig weiter.

Ich sende dir und (allen anderen Betroffenen hier) mal eine virtuelle Umarmung.


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28.01.2026 um 11:53
Zitat von yariyari schrieb:Also bist du nicht schwerbehindert seitdem, sondern jetzt körperlich wieder gesund. Richtig?
Leider nicht wegen den Verletzungen bin ich heute 50 Prozent schwerbehindert. Wirbelsäule Steiff , gehprobleme und erwerbsunfähig.
Ich bin trotzdem froh, dass ich nicht gelähmt bin.


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Depressionen

28.01.2026 um 20:16
@rainlove
Vielen Dank für deine Antwort!

Wenn ich das lese, dann denke ich auch: vielleicht gibt es Schutzengel wirklich.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, wie ich die richtigen Worte finden soll. Das war ein schrecklicher Horror, durch den du durch musstest. So richtig kann ich mir gar nicht vorstellen, wie schrecklich das gewesen sein muss, glaube ich.
In meinem Leben habe ich das Glück, dass mir bis jetzt nichts passiert ist, das man auch nur annähernd damit vergleichen könnte.

Umso mehr freut es mich für dich, wie du dich ins Leben zurück gekämpft hast und wieder Lebensfreude empfinden kannst, obwohl dann auch noch der Tumor dazu kam.
Du kannst da sehr stolz darauf sein, finde ich.
Ich wünsche dir von Herzen, dass es weiter aufwärts geht für dich und deine Eltern!


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28.01.2026 um 20:48
Zitat von rainloverainlove schrieb:Ich bin trotzdem froh, dass ich nicht gelähmt bin.
Finde es auch stark, dass du das trotz all dem, was dir widerfahren ist, noch etwas positives sehen kannst und es nicht wiederholt hast.


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28.01.2026 um 22:35
Echt mies zu lesen, was manche so durchmachen müssen. Aber es ist schön zu sehen, wie bewusst manche sich ihrer eigenen Verantwortung und deren Einfluss auf sich und andere Menschen sind. Und das viele hier offen teilen.

Es ist wirklich wie ein vergifteten Gehirn, was durch eine teils unbekannte Fäulnis verschlungen wird. Zumindest erscheint es so. Hoffe einfach das wir in Zukunft wirklich komplett rausfinden, was es ist und wie man damit so umgehen kann, das Leben wirklich lebenswert zu machen.

Schon seltsam, wie sehr biologisches Einfluss auf Gefühle usw hat. Ich meine, ja klar, das Gehirn steht in Wechselwirkungen verschiedener Substanzen die unsere Perspektive und Wahrnehmung beeinflussen.
Und auch wenn es das biologisch beschreibt, so spielt es keine Rolle denn für den Moment erleben wir diese Gefühle als Wahrheit, egal ob biologisch oder sonst was bedingt. Da wirkt es fast schon spöttisch, auf solche Dinge es runter zu brechen. Wie ein Klein machen.
Als wäre man selbst eine Krankheit, als wäre man selbst die Fäulnis. Zumindest fühlt man sich dann so!?
Weiß nicht, leide nicht selbst darunter.

Ich möchte hier niemandem zu nahe treten oder klein machen. Ich habe großen Respekt vor Leuten mit Depressionen. Denn das Gefühl, ohne jegliches zutun, einfach den Boden unter sich weggezogen zu bekommen..... Das Gefühl wirklicher Hoffnungslosigkeit, einer Art von Perspektivlosigkeit, muss wirklich eine der schlimmsten dinge sein.

Das die Farben der Welt einfach für den Moment verwelken und ausgrauen....

Ich wünsche aufjedenfall jeden Kraft der so etwas regelmäßig durch machen muss. Eigentlich glaube ich gerade durch solche Momente kann man wachsen, aber wenn es pathologische Züge hat, ist es eher ein zerstören und verkümmern!?

Aufjedenfall Kopf hoch. Wellen ebben ab. Gute Momente kommen und diese können es wert sein.
Vielleicht ist Frieden nicht in der ewigen Ruhe zu finden, sondern im sich finden und irgendwann diese Wellen nicht zu sein, sondern von außen wie ein Zeuge selbst sie zu beobachten!? Ich schreibe das nicht aus Erfahrung, sondern aus ehrlichem Mitgefühl.

Aber was weiß ich schon, ist nur eine Meinung und mir hängt gerade Sahne auf meiner Nasenspitze :3


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29.01.2026 um 18:16
@Okabe

Vielen Dank für deine Worte.
Weißt Du, man kann sich daran auch gewöhnen, so wie Menschen die chronische körperliche Schmerzen haben, sich auch daran gewöhnt haben. Es ist wie es ist. Und die Erinnerung daran, wie es einmal war, verblasst auch.

Ich merke nur, jegliches Aufbäumen und dagegen ankämpfen, macht es nur noch schlimmer.
Und die Gefühllosigkeit schützt. Der Gedanke an den Tod verliert seinen Schrecken. Wenn er kommt, ist er da. Ich begrüße ihn nicht, aber ich weiche ihm auch nicht aus. Und viele Nichtigkeiten haben einfach keine Bedeutung mehr. In meinem Alter muss ich einfach akzeptieren, dass da hinten am Horizont keine Morgenröte mehr ist, sondern ein Sonnenuntergang. Ein leises, langsames verblassen. Und der Tod gehört zum Leben, zum ewigen Kreislauf.

Es war ein langer Weg für mich, mein so sein zu akzeptieren.


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30.01.2026 um 08:19
Ich habe aktuell ein kleines Problem mit meinem Partner. Ich leide ebenfalls an Depressionen und habe aktuell eine leicht depressive Phase. Wir sind im Herbst letzten Jahres in seine Heimatstadt gezogen und ich bin hier noch nicht so richtig angekommen. Ich fühle mich hier nicht völlig fremd, aber mir fehlt noch ein wenig "meins" in meiner neuen Heimat, vor allem soziale Kontakte. Ich bin immer der Anhang, das plus 1. Ich habe nun wieder mit Sport angefangen und besuche wieder meine alte Selbsthilfegruppe an unserem alten Wohnort. Ich denke, dass ich damit wieder auf einem guten Weg bin mich aus meinem leichten Tief rauszukrabbeln. Natürlich löst sich dadurch nicht direkt das Problem mit den fehlenden eigenen sozialen Kontakten, aber es stabilisiert mich und lässt mich auch besser fühlen. Und ich gehe aktuell auch nicht davon aus, dass ich eine neue Therapie benötige (mal davon abgesehen, dass man hier in der Gegend aktuell 2-3 Jahre auf einen Therapieplatz wartet).

Nun habe ich gestern versucht mit meinem Partner genau das zu besprechen. Ich habe ihm eben u.a. gesagt, dass es mir momentan schwer fällt soziale Kontakte zu knüpfen oder Kontakte, die ich über ihn kenne, zu intensivieren. Momentan habe ich dazu nicht die große Lust/Kraft. Hier kam dann schon die Bemerkung "das war ja vorher auch schon so". Solche spitzen Bemerkungen treffen mich dann leider meist persönlich, in Tiefphasen bin ich etwas empfindlich. Er fragte, ob ich nicht nochmal eine Therapie machen wollen würde (um das "Problem" mit sozialen Kontakten anzugehen) und stellte in Frage, ob meine derzeit ergriffenen Maßnahmen ausreichen würden. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich davon ausgehe, dass mein eingeschlagener Weg sich aktuell richtig anfühlt. Daraufhin kam dann leider nichts mehr von ihm und es erzeugte in mir das Gefühl, dass er unzufrieden damit ist / ich seine Erwartungen nicht erfülle und nicht verstanden zu werden.

Generell fällt es mir schwer mit ihm über die Depression offen zu reden, weil er sehr schnell dazu übergeht mir Ratschläge zu erteilen, was ich in seinen Augen besser/anders machen könnte. Manchmal möchte man ja einfach nur gehört werden und im besten Falle Verständnis erhalten ohne direkt wieder in einen Selbstoptimierungswahn zu verfallen (mir geht es zumindest so). Meine Frage ist also, wie schafft ihr es mit euren Nächsten über eure Erkrankung zu sprechen? Wie schafft ihr es, das Gesprochene nicht direkt als Kritik aufzunehmen? Wie schafft ihr es, Verständnis beim Gegenüber zu erzeugen? Oder ist mein Partner einfach etwas unsensibel oder ich viel zu sensibel?


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30.01.2026 um 08:51
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb: (um das "Problem" mit sozialen Kontakten anzugehen) und stellte in Frage, ob meine derzeit ergriffenen Maßnahmen ausreichen würden. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich davon ausgehe, dass mein eingeschlagener Weg sich aktuell richtig anfühlt
Seine Frage war jetzt nicht so abwegig.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:das Gefühl, dass er unzufrieden damit ist / ich seine Erwartungen nicht erfülle und nicht verstanden zu werden.
Naja, verstanden zu werden ist nicht unbedingt das selbe, wie einer Meinung zu sein. Erwartungen seinerseits zu deinem Problem, ich finde du setzt dich selbst unter Druck und schiebst es ein Stück weit auf deinen Partner ab.
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Manchmal
möchte man ja einfach nur gehört werden und im besten Falle Verständnis erhalten ohne direkt wieder in einen Selbstoptimierungswahn zu verfallen (mir geht es zumindest so).
Ja, vielleicht sagst du dies offen deinem Partner? Ich finde es auch toll, wenn mein Partner mal nur zuhört und mich dabei anschaut.


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30.01.2026 um 09:13
@gruselich

Dank dir für deine Rückmeldung. Natürlich war seine Frage nicht abwegig, aber das war leider mehr oder weniger das einzige, was er dazu zu sagen hatte.
Zitat von gruselichgruselich schrieb:ich finde du setzt dich selbst unter Druck und schiebst es ein Stück weit auf deinen Partner ab.
Danke. Ich versuche wieder mehr bei mir zu bleiben und mir selbst zu vertrauen, dass mein eigeschlagener Weg aktuell für mich der richtige ist.
Zitat von gruselichgruselich schrieb:Ja, vielleicht sagst du dies offen deinem Partner?
Schon mehrmals getan :)
Ich hoffe, diese Empfindlichkeit nimmt bald wieder ab und ich nehme nicht alles direkt als Kritik auf.


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30.01.2026 um 12:00
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Generell fällt es mir schwer mit ihm über die Depression offen zu reden, weil er sehr schnell dazu übergeht mir Ratschläge zu erteilen, was ich in seinen Augen besser/anders machen könnte. Manchmal möchte man ja einfach nur gehört werden und im besten Falle Verständnis erhalten ohne direkt wieder in einen Selbstoptimierungswahn zu verfallen (mir geht es zumindest so). Meine Frage ist also, wie schafft ihr es mit euren Nächsten über eure Erkrankung zu sprechen? Wie schafft ihr es, das Gesprochene nicht direkt als Kritik aufzunehmen? Wie schafft ihr es, Verständnis beim Gegenüber zu erzeugen? Oder ist mein Partner einfach etwas unsensibel oder ich viel zu sensibel?
Das ist wirklich ein häufiges Problem. Angehörige wissen oft nicht damit umzugehen und erteilen dann häufig Ratschläge, um wenigstens irgendwas zu tun oder zu sagen. Ich kann mir vorstellen, wie hilflos man sich einer depressiven Person gegenüber fühlen kann, und wie destruktiv deren Gedanken oftmals wirken. Und ja, man selbst ist als Betroffene(r) oft sehr dünnhäutig und sensibel. Dies muss man sich bewusst machen.

Ich rede nicht mehr mit Angehörigen darüber (hab eh kaum Kontakt), nur mit zwei sehr nahe stehenden Personen, die selbst betroffen sind.


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30.01.2026 um 23:16
Zitat von DasdeeeenizDasdeeeeniz schrieb:Schon mehrmals getan :)
Ich hoffe, diese Empfindlichkeit nimmt bald wieder ab und ich nehme nicht alles direkt als Kritik auf
Manchmal hilft es, sich woanders auszuquatschen, z.B. auch bei der Telefon Seelsorge. Ich finde schon, dass man auch Freundschaften aufrechterhalten kann, wenn man nicht in direkter Umgebung wohnt. Meine beste Freundin ist seit fast 10 Jahren schon immer weit weg und wir telefonieren und schreiben uns viel per WhatsApp. So stehen wir uns nah, obwohl wir nicht im selben Land wohnen.


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