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Was haltet ihr von Abtreibung?

6.444 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kind, Baby, Schwangerschaft ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Was haltet ihr von Abtreibung?

01.03.2022 um 21:53
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Eben. Und allein das ist ja schon ein Argument FÜR Abtreibung.
Naja, man könnte ein solches Kind auch austragen und zur Adoption freigegeben. Das Problem: man weiß nicht, zu wem das Kind dann letztendlich kommt und ob es ihm dort gut geht. Natürlich werden Adoptiveltern gut ausgesucht, aber niemand kann in die Zukunft schauen. Krankheiten, Tod, Armut kann jedem passieren und mit Suchterkrankungen und psychischen Erkrankungen kann auch Gewalt einhergehen.

Für mich wäre das so oder so nichts, ich möchte ja auch keine Schwangerschaft oder Geburt erleben müssen.


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Was haltet ihr von Abtreibung?

02.03.2022 um 00:02
@violetluna

Erstens das und zweitens kommt hinzu, daß die Anzahl der Adoptionen anscheinend überschätzt wird. Ich war erstaunt, daß es nicht mehr sind.
Im Jahr 2020 wurden in Deutschland insgesamt 3.774 Kinder und Jugendliche adoptiert.
Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/237/umfrage/adoptierte-kinder-und-jugendliche/

Auf der anderen Seite leben immer mehr Kinder und Jugendliche in Heimen, die Zahlen steigen seit Jahren. Zwar sind diese Kinder natürlich nicht alle elternlos, einige auch nur kurzfristig untergebracht, aber es wird immer schwieriger Plätze in SOS Kinderdörfern oder Pflegefamilien zu bekommen. Unter diesem Aspekt betrachtet, finde ich es auf jeden Fall verantwortungsvoller eine unerwünschte Schwangerschaft per Abbruch zu unterbrechen, als sich darauf zu verlassen, daß das Kind nach der Geburt auch wirklich in gute Hände kommt.


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Was haltet ihr von Abtreibung?

02.03.2022 um 06:09
Ich denke jede Frau macht das mit ihrem Gewissen aus.
Warum sollte ich da jetzt allgemeine Urteile aussprechen in dem Sinne, was gut und was schlecht sei ?

Im Einzelnen kann ich mit meinen Mitmenschen sprechen und versuchen sie zu verstehen.
Die Konsequenzen aus ihrem Verhalten kann ich ihnen nicht nehmen.


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02.03.2022 um 06:41
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:daß die Anzahl der Adoptionen anscheinend überschätzt wird. Ich war erstaunt, daß es nicht mehr sind.
Es könnte sein, dass es durch Corona gerade in 2020 weniger Adoptionen waren. Man konnte weniger reisen, es gab weniger Eheschließungen.

Viele Kinder werden auch von Stiefelternteilen adoptiert. Sind also nicht völlig ohne "Anhang". Mein Partner adoptierte z.B. seinen ältesten Sohn, als er dessen Mutter heiratete. Da war der Junge 5 1/2 Jahre alt.


https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/statistik-fuer-das-jahr-2020-fast-3800-adoptionen-in-deutschland-17422469.html


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02.03.2022 um 07:38
Zitat von nairobinairobi schrieb:durch Corona gerade in 2020 weniger Adoptionen waren. Man konnte weniger reisen, es gab weniger Eheschließungen.
Geht generell zurück:
Während Adoptionen allgemein weniger werden (in den vergangenen zehn Jahren sind die Adoptionsbewerbungen um 40 Prozent zurückgegangen),
https://taz.de/Statistik-ueber-Adoptionen-in-Deutschland/!5700379/

Und:
Die Zahl der Adoptionen geht in Deutschland aber seit Jahren zurück. 4201 Kinder und Jugendliche wurden 2008 adoptiert, sieben Prozent weniger als im Vorjahr.

Das Verhältnis von Bewerbern pro Kind liegt seit einigen Jahren bei zehn zu eins und damit auf dem tiefsten Stand seit Beginn der Erhebungen 1991, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete.

Mit einem Verhältnis von 19 zu 1 war die Wahrscheinlichkeit, ein Kind adoptieren zu können, 1992 am niedrigsten.
https://www.pfad-bv.de/index.php?option=com_content&task=view&id=123


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02.03.2022 um 08:00
Zitat von KybelaKybela schrieb:Geht generell zurück:
Aus diesem Artikel ergibt es sich ja mit der "Stiefkindadoption" (allerdings ist er vom 06.08.2020 und kann daher das Jahr 2020 natürlich nicht beleuchten). Sie stellen fast zwei Drittel der Adoptionen.
(Übrigens werden ja manchmal auch Erwachsene adoptiert (meist Möchtegernprominente).
Ich kenne auch persönlich eine Frau, die im höheren Alter adoptiert wurde, was Versorgungsgründe hatte.)
2019 waren 63 Prozent aller Adoptionen in Deutschland solche Stiefkindadoptionen. Vor zehn Jahren war es noch etwa die Hälfte. Im März hat das Bundesverfassungsgericht beschlossen, dass die Stiefkindadoption auch für unverheiratete Paare möglich sein muss, was die Zahlen noch mal steigen lassen dürfte.
Quelle: link von @Kybela
https://taz.de/Statistik-ueber-Adoptionen-in-Deutschland/!5700379/



Organisationen wie z.B. diese zeigen Alternativen zu einer Abtreibung auf:

https://www.profemina.org/de-de/abtreibung/alternativen-zur-abtreibung

Die Adoption ist da nur eine Möglichkeit.


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02.03.2022 um 11:41
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Auf der anderen Seite leben immer mehr Kinder und Jugendliche in Heimen, die Zahlen steigen seit Jahren.
Und die Vorgaben das man ein Kind adoptieren kann, werden immer schärfer.
Gefühlt kann man das als normal sterblicher Mensch nicht mehr erfüllen.

Ich hab gerade mal für Österreich geschaut, da ist die Adoptionsrate aktuell wohl hoch, somit geht eine Wartezeit von 2-3 Jahren einher.


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02.03.2022 um 11:56
Zitat von violetlunavioletluna schrieb:Naja, man könnte ein solches Kind auch austragen und zur Adoption freigegeben. Das Problem: man weiß nicht, zu wem das Kind dann letztendlich kommt und ob es ihm dort gut geht. Natürlich werden Adoptiveltern gut ausgesucht, aber niemand kann in die Zukunft schauen. Krankheiten, Tod, Armut kann jedem passieren und mit Suchterkrankungen und psychischen Erkrankungen kann auch Gewalt einhergehen.
Eltern, die ein Baby adoptieren wollen, warten meist sehr lange darauf - einfach, weil es zu wenig Babys gibt, die zur Adoption freigegeben werden. Sie wünschen sich sehnlichst ein Kind und werden sich in der Regel aufopferungsvoll darum kümmern. Natürlich kann niemand in die Zukunft schauen und auch bei gut ausgesuchten Adoptiveltern kann es Schicksalsschläge geben, auch Gewalt gegenüber dem Kind ist natürlich nie ganz ausgeschlossen. Das ist bei den leiblichen Eltern aber nicht anders.


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02.03.2022 um 16:13
Zitat von Kokolores82Kokolores82 schrieb:Und die Vorgaben das man ein Kind adoptieren kann, werden immer schärfer.
Gefühlt kann man das als normal sterblicher Mensch nicht mehr erfüllen.

Ich hab gerade mal für Österreich geschaut, da ist die Adoptionsrate aktuell wohl hoch, somit geht eine Wartezeit von 2-3 Jahren einher.
Das scheint bei uns auch so zu sein. Zudem gibt es wohl die Problematik, daß die meisten ein Baby adoptieren wollen und es nicht genügend Säuglinge gibt. Aber...

Die Anzahl der Abtreibungen liegt seit ca. 5 Jahren konstant bei pie mal Daumen 100.000/pJ. Würden all diese Frauen das Kind austragen und dann zur Adoption freigeben, wer sollte all diese Kinder adoptieren ? Wenn Jahr für Jahr ca. 100.000 Babies salopp gesagt "auf den Mark" kämen, würden etliche in Heimen landen. In 5 Jahren wäre das eine halbe Mio Kinder ohne Eltern, ich kann mir nicht vorstellen, daß die alle Adoptiveltern finden würden, selbst wenn die Vorgaben gelockert werden würden.


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Was haltet ihr von Abtreibung?

02.03.2022 um 19:46
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Wenn Jahr für Jahr ca. 100.000 Babies salopp gesagt "auf den Mark" kämen, würden etliche in Heimen landen. In 5 Jahren wäre das eine halbe Mio Kinder ohne Eltern, ich kann mir nicht vorstellen, daß die alle Adoptiveltern finden würden, selbst wenn die Vorgaben gelockert werden würden.
Ich mache mich damit sicherlich unbeliebt aber ich bin ganz froh darum, dass Adoptiv-vorgaben nicht gelockert werden.


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02.03.2022 um 20:06
Zitat von StreuselchenStreuselchen schrieb:Ich mache mich damit sicherlich unbeliebt aber ich bin ganz froh darum, dass Adoptiv-vorgaben nicht gelockert werden.
Warum, wie sehen die denn in Deutschland aus?


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03.03.2022 um 03:05
@Streuselchen

Was meinst du jetzt genau ? Weil ansonsten nicht sichergestellt werden könnte, daß die Kinder in "gute Hände" kommen ?


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03.03.2022 um 06:22
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Was meinst du jetzt genau ? Weil ansonsten nicht sichergestellt werden könnte, daß die Kinder in "gute Hände" kommen ?
Zum einen das und zum anderen, man darf eben nicht vergessen, dass man "ältere" Kinder oft nicht in "normale" Haushalte mehr vermitteln kann, weil diese evtl. besonders traumatische Erfahrungen machen mussten. Da reicht es dann eben nicht mehr das die Grundvoraussetzungen stimmen würden (... Die an die Eltern gestellt werden)
MMn. geben die - im Vergleich zu den anderen - wenigsten Eltern ihre Kinder freiwillig ins Heim. Die meisten werden dem Jugendamt unter Obhut gestellt, weil Zuhause eine vernünftige Erziehung -und Betreuung nicht mehr möglich war. Und man kann Kindern nicht einfach soo neue Eltern vorsetzen. Ich finde es nur richtig, dass GENAU geschaut wird, wo passt das Kind hinein - wo stimmen die Bedingungen - wo ist genug finanzieller Background - wo ist ein stabiles Elternhaus.
Dafür gibt es strenge Vorgaben. Es gab Zeiten, da waren die Vorgaben nicht so streng und die Erfahrung hat gezeigt > es ging oft nach hinten los. Es ging vielen Kindern sehr sehr schlecht.

Leere Kinderheime stehen nicht automatisch für glückliche, behütete Kinder. Das dachte man aber lange Zeit (in der DDR zB. da wurden Kinder einfach so erstmal Testweise in Haushalte "geschmissen" und wenns nicht klappte, gingen sie eben wieder zurück ins Heim, bis man eine neue Familie fand, wo man es versuchte - natürlich wurde dieses lapidare Vorgehen nie wirklich zugegeben oder öffentlich damit umgegangen. Nein, es sind die Berichte.m der heute erwachsenen Kinder, die verraten, wie es damals wirklich ablief und welche Schäden sie wegen der lachsen Vermittlungen davon getragen haben)

Wie man ja mittlerweile sicherlich weiss, bin ich selbst adoptiertes Kind. Bei MIR ging es gott sei Dank gut.
2 meiner bekannten 6 Geschwister - auch Berliner- mussten im Gegensatz zu mir, als Kleinkinder, ins Kinderheim in Berlin, in der DDR und bevor die ihre endgültigen Eltern fanden, mussten sie durch mehrere Familien in Testphasen und wurden dort, unter anderem, geschlagen und körperlich misshandelt. Es war der endgültigen Adoptivmutter zu verdanken (die ich auch kennenlernte), dass die Kinder dann psychisch aufgefangen und behütet wurden. Sie war ihnen nicht nur Mutter, sondern auch irgendwie Therapeutin. Wer wüsste wo die beiden sonst heute stünden.

Meine anderen 4 Geschwister wuchsen dann in Kinderheimen auf, nach der Wende und konnten, aufgrund div. psych. Auffälligkeiten gar nicht mehr vermittelt werden. Diese "test-zuführungen in irgendwelche Haushalte" wurden auch Gott sei Dank, nach der Wende, jedenfalls mir nicht bekannt, nicht mehr durchgeführt. Weil man die Kinder nicht noch mehr traumatisieren wollte.

Im Zuge meiner Recherche, um eigentlich meine Erzeuger zu finden - fand ich als Erwachsene ja meine Geschwister und war auf div. Seiten unterwegs, wo andere Kinder ebenfalls ihre Familien suchten. Was ich da alles gelesen habe, an Erfahrungen, und wie es für die Kinder war damals in nahezu ungeprüfte Haushalte gesteckt zu werden - allein das Wissen darum, krampft mir bis Heute alles zusammen.
Auch meine Eltern waren eigentlich zu alt zum adoptieren. Vorgaben gab es offiziell auch damals, nur hat sich da kein Schwein dran gehalten. Wie gesagt, es ging auch bei so manchen Kindern gut aus, wie bei mir.
Aber auch bei viel zu vielen nicht! Die haben massiv darunter gelitten, dass sie von A nach B nach C geschickt wurden, solang bis ein Elternpaar gesagt hat "Ja, das behalten wir"

Dann muss man auch im Hinterkopf behalten, dass es sich oft um Geschwister handelt.
Man möchte diese eigentlich zusammen in Haushalten unterbringen. Dafür gibt es dann noch strengere Vorgaben, weil man eben nicht mehr "nur" für ein Kind die Fürsorge zu erfüllen hat, nein, es sind dann mehr. Auch finanziell, es brauch Zeit für die Kinder, es brauch Rückhalte in der Familie.
Und die Vorgaben, die der Staat da macht, sind genau diese Punkte. Was ich auch völlig richtig finde.


Zusammengefasst zeigt die Zeit, dass wenn die Vorgaben für Adoptiveltern allgemein gelockert werden, zu viele Kinder darunter leiden.

Davon muss sich kein Paar persönlich angegriffen fühlen, die einen Kinderwunsch haben, aber den Vorgaben nicht gerecht werden. Das macht der Staat nicht um zu ärgern, sondern um die Kinder vor weiteren Erlebnissen zu schützen. Und damit meint der Staat auch nicht jedes kinderlose Paar persönlich, sondern hält dieses Allgemein. Für jedermann gültig.


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03.03.2022 um 08:34
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Die Anzahl der Abtreibungen liegt seit ca. 5 Jahren konstant bei pie mal Daumen 100.000/pJ. Würden all diese Frauen das Kind austragen und dann zur Adoption freigeben, wer sollte all diese Kinder adoptieren ?
Die ca. 100.000 Abtreibungen pro Jahr in Deutschland könnten natürlich nicht allein durch Adoptionen kompensiert werden. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, die Anzahl der Abtreibungen zu senken. Durch (bessere) Aufklärung und Verhütung könnte so manche ungewollte Schwangerschaft - gerade bei jungen Mädchen - verhindert werden. Eine familienfreundlichere Politik, eine kinderfreundlichere Gesellschaft und unbürokratischere Hilfen bei ungewollter Schwangerschaft würden dazu beitragen, dass aus einer ungewollten Schwangerschaft eine gewollte wird und das Kind ausgetragen wird.

Ich bin der Ansicht, dass viele Frauen, die abtreiben, dies tun, weil sie keine andere Alternative sehen. Solche Alternativen aufzuzeigen bzw. zu schaffen, würde die Anzahl der Abtreibungen senken.


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03.03.2022 um 09:10
Zitat von ElsbethMElsbethM schrieb:Solche Alternativen aufzuzeigen bzw. zu schaffen, würde die Anzahl der Abtreibungen senken.
Natürlich hat das einen Einfluss. Darum soll es ja in den Beratungen gehen, dass die Alternativen aufgezeigt werden.

Aber es gibt eben auch Fälle, da muss die ganze Schwangerschaft verheimlicht werden, daher trauen sich diese Frauen nicht unbedingt an die "Öffentlichkeit".
Zitat von ElsbethMElsbethM schrieb:kinderfreundlichere Gesellschaft
Naja, Gesellschaft sind wir eben alle. Aber das sehe ich genauso, es wäre wünschenswert, wenn Kinder grundsätzlich so richtig von Herzen willkommen wären.


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03.03.2022 um 09:23
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Naja, Gesellschaft sind wir eben alle. Aber das sehe ich genauso, es wäre wünschenswert, wenn Kinder grundsätzlich so richtig von Herzen willkommen wären.
Unsere Gesellschaft entwickelt sich aber leider eher in die gegenteilige Richtung. Kinder sind immer weniger willkommen. Mittlerweile regen sich manche Menschen schon auf wenn Kinder laut auf dem Spielplatz spielen.


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03.03.2022 um 09:54
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Natürlich hat das einen Einfluss. Darum soll es ja in den Beratungen gehen, dass die Alternativen aufgezeigt werden.
Ich selbst habe keine Erfahrung mit Schwangerschaftskonfliktberatung, da ich zum Glück nie ungewollt schwanger war. Was mir aber eine Freundin erzählt hat, die zweimal bei einer solchen Beratung war, war eher ernüchternd.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Aber es gibt eben auch Fälle, da muss die ganze Schwangerschaft verheimlicht werden, daher trauen sich diese Frauen nicht unbedingt an die "Öffentlichkeit".
Für solche Frauen müssen andere Möglichkeiten geschaffen werden und vor allem muss sichergestellt werden, dass Frauen in einer solchen Situation an die entsprechenden Informationen kommen. Es gibt zwar Babyklappen, diese befinden sich aber in einer juristischen Grauzone, und es gibt die Möglichkeit der vertraulichen Geburt. Anonyme Geburten dagegen sind in Deutschland rechtlich nicht möglich.
Zitat von BundeskanzleriBundeskanzleri schrieb:Naja, Gesellschaft sind wir eben alle. Aber das sehe ich genauso, es wäre wünschenswert, wenn Kinder grundsätzlich so richtig von Herzen willkommen wären.
Ja, Gesellschaft sind wir alle und somit sind wir alle gefordert, für Kinderfreundlichkeit zu sorgen.


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05.03.2022 um 17:37
https://www.zeit.de/kultur/2022-03/schwangerschaftsabbruch-paragraph-218-stgb-debatte-abschaffung
Heute ist es Zeit, sich von diesem Argument zu verabschieden und stattdessen deutlich zu machen, dass das, worum es geht, nicht Mitleid ist, sondern die Anerkennung der körperlichen Selbstbestimmung ungewollt Schwangerer.
Quelle:
Die Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu beenden, ist immer gegeben, das liegt "in der Natur der Sache". Sie wird nicht erst vom Staat gewährt, sondern von diesem höchstens unrechtmäßigerweise vorenthalten.
Eine Schwangerschaft ist etwas Persönliches, es spielt sich im Inneren des eigenen Körpers ab, und niemand darf über den Körper einer anderen Person verfügen. Das ist der moralische Maßstab, an dem entlang Maßnahmen und Argumente zum Thema bewertet werden müssen. Der entscheidende Punkt bei Kämpfen für reproduktive Freiheit ist also nicht, aus einer universalistischen Perspektive heraus die Legitimität von Schwangerschaftsabbrüchen zu begründen. Sondern man muss den Spieß umdrehen und deutlich machen, warum es unmoralisch und unethisch ist, wenn Dritte oder die Gesellschaft per Gesetz und Strafandrohung über den Körper von Schwangeren entscheiden wollen.
Hier eine Abhandlung über Abtreibungen, für mich eine gute Argumentation und lesenswert.


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12.03.2022 um 20:28
https://www.zeit.de/zett/politik/2022-01/ulrike-lembke-219a-streichung-werbeverbot-schwangerschaftsabbrueche
Die sogenannten staatlichen Schutzpflichten sind im Grundsatz eine sehr sinnvolle Idee und mittlerweile auch Common Sense. Dass die Schutzpflichten aber ausgerechnet am Beispiel des Schwangerschaftsabbruchs entwickelt wurden, halte ich für misslungen.

ze.tt: Warum?

Ulrike Lembke: Bei der staatlichen Schutzpflicht brauchen wir ein Dreiecksverhältnis, denn die Idee ist: Der Staat wirft sich schützend zwischen Angreifer:in und Opfer. Embryo und schwangere Person sind aber zunächst nicht trennbar, bis zur 24. Woche ist der Embryo außerhalb der Schwangeren nicht lebensfähig. Der Staat müsste sich also in den Uterus der schwangeren Person werfen, um seiner Schutzpflicht nachzukommen. Das Bundesverfassungsgericht geht darauf kaum ein, sondern hält 1993 wie schon 1975 nur daran fest, dass der Staat den Embryo schützen müsse. Das geht aber nur, wenn der Staat der Schwangeren eine Austragungspflicht auferlegt. Es ist vielen Menschen in Deutschland vielleicht nicht klar, aber das Bundesverfassungsgericht hat 1993 festgelegt, dass jede – auch ungewollt – schwangere Person eine Austragungspflicht hat, und es hat diese Auffassung bislang nicht revidiert.
Hier beschreibt die Autorin sehr schön, was hier im Thread schon diskutiert wurde.

Embryo und schwangere Person sind aber zunächst nicht trennbar
bis zur 24. Woche ist der Embryo außerhalb der Schwangeren nicht lebensfähig
Quelle:
Quelle:


Und sie schreibt von der Austragungspflicht, die es im Grunde nach wie vor gibt.
Was ist mit den Schutzpflichten des Staates gegenüber der ungewollt schwangeren Person?

Ulrike Lembke: Zwischen schwangerer Person und Staat gelten die Grundrechte als Abwehrrechte. Der Staat darf also nicht unverhältnismäßig in ihre körperliche Integrität, Autonomie, Intimsphäre und Familienplanung eingreifen. Wie eine Austragungspflicht bei ungewollter Schwangerschaft damit vereinbar sein sollte, hat das Bundesverfassungsgericht nie erläutert. Es hat nur ein Rechtsverhältnis und nur eine Seite der Geschichte geprüft, nämlich die Situation des Embryos.
Weiter schreibt sie, wie es zu der heutigen Gesetzgebung kam und wie es geändert werden kann.


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um 21:24
Es hat ja sicher nun jeder mitbekommen, in welches düstere Mittelalter die USA zurückgeht.

Den einen Tag die Schlagzeile, dass Waffentragen ein Grundrecht ist, den anderen Tag machen sie den Weg frei für rigorose Einschränkungen der Abtreibungsrechte.

https://www1.wdr.de/nachrichten/usa-abtreibung-supreme-court-roevwade-100.html
Was bedeutet das für Frauen in den USA, die eine Abtreibung wollen?

Es wird definitiv schwieriger. Einige streng konservative Bundesstaaten wie Alabama, Oklahoma oder Kentucky haben als Reaktion sofort Gesetze verabschiedet, die Abtreibungen generell verbieten – erste Kliniken mussten bereits schließen. Weitere Staaten werden vermutlich folgen. Es gibt auch einige Bundesstaaten, die den umgekehrten Weg gehen und ein Recht auf Abtreibung festschreiben wollen oder das schon getan haben.
Eigentlich passt das gut zusammen, wenn man es genau nimmt, denn da Schusswaffen die häufigste Todesursache in den USA sind, brauchen sie ja mehr Nachwuchs :kotz:

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/usa-schusswaffen-sind-die-haeufigste-todesursache-bei-kindern-18061836.html

Aber nicht genug damit, nein, es geht gleich weiter:
https://www.stern.de/politik/ausland/usa--erster-oberster-richter-erwaegt-abschaffung-von-rechten-fuer-sexuelle-selbstbestimmung-31988172.html
Darunter das Recht auf Empfängnisverhütung oder die Homosexuellenrechte.
Das zeigt eigentlich sehr deutlich, dass es diesen Menschen ausschließlich um Macht und Kontrolle geht.


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