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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

765 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Alleinerziehende ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

07.09.2019 um 18:46
@Nursii
Aber auch euch gebührt Respekt, wie ihr das alles managt und organisiert habt. Dieser Thread sollte sich auch nicht gegen die traditionellen Familien stellen oder diese abwerten. Es ging um den Austausch, Tipps und Tricks ;)

Aber vielen dank für deinen Post und auch deine positive Rückmeldung. So etwas gibt Kraft.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

07.09.2019 um 21:40
Sehr gern!

Diese Kommentare wie:“man hätte sich das alles vorher gut überlegen sollen“ geht mir dermaßen auf die Eierstöcke!

Wenn man alle eventualitäten durch geht, dürfte man sich niemals nicht etwas wagen. Könnte schließlich immer was passieren...
Am besten gar nicht mehr atmen- könnte ja sein, dass xy passiert 🙄

Wir haben uns überlegt, ob wir das alles mit Kind schaffen. Und haben uns dafür entschieden, weil wir der Meinung waren, es hinzubekommen, ja.
Trotzdem ist meine Gefühlslage eine andere, als vorgestellt.
Es ist noch mehr Arbeit, als eh schon gedacht.
Das Haus kam kurzfristig dazwischen.
Familienmitglieder sind verstorben. Die Gemütslage dadurch verändert.
Und es fühlt sich sehr, sehr stressig an.
Um Welten „schlimmer“ und schwieriger, als vorgestellt.

Manche Dinge kann man einfach nicht im Vorfeld abwägen. Das Leben läuft einfach nicht nach Plan! Und das ist genau richtig so!


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

08.09.2019 um 22:02
Zitat von NursiiNursii schrieb:Es mag sein, dass der ein oder andere Alleinerziehende alles ganz toll managen kann- darauf darf derjenige natürlich stolz sein. Aber es ist unverfroren jemandem zu vermitteln, dass er zu blöd ist, seinen Alltag allein zu managen - nur weil man selbst alles packt.
Volle Zustimmung!

Vor allem finde ich heftig, dass man von außen oft der Meinung ist, einschätzen zu können, was der jeweilige Elternteil seinem Kind zumuten kann oder nicht. Ich sehe das bei uns auf der Arbeit. Wir sind zwei Mütter, ich ohne Partner, die andere mit. Da wird dann von außen gesagt „aber dann muss halt das Kind mal woanders schlafen“, besagtes Kind schläft aber nun mal nicht ohne Mama, und besagte Mama sagt „Nee, muss das Kind nicht!“.
Jeder Elternteil und jedes Kind ist anders, und was bei dem einen super klappt, ist bei dem anderen einfach nicht umsetzbar. Jeder hat andere Bedürfnisse, und andere Ausgangspositionen, andere Belastungen und andere persönliche Möglichkeiten, damit umzugehen.
Zitat von Lilith101Lilith101 schrieb:Es ging um den Austausch, Tipps und Tricks
Was mir hilft, wenn ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht, ist so ein Mental-Load-Zettel. Alles das, was mir im Kopf rumgeht (du musst morgen noch Brot kaufen, die Lampe im Bad ist kaputt, der Hund muss zum Impfen, bis Mittwoch braucht das Kind zehn ausgeblasene Eier...) aufschreiben. Erstens geht da nix verloren, zweitens ist es aus dem Kopf und geistert einem da nicht abends umher, und drittens macht man damit sichtbar, was man alles tatsächlich leistet, gerade wenn man das Gefühl hat, gar nix geregelt zu kriegen. Was erledigt ist, wegstreichen.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 08:56
Zitat von NursiiNursii schrieb:Wenn man alle eventualitäten durch geht, dürfte man sich niemals nicht etwas wagen. Könnte schließlich immer was passieren...
Am besten gar nicht mehr atmen- könnte ja sein, dass xy passiert 🙄
Ich kann das auch nicht ernst nehmen. Das sind meist Menschen, die selbst keine Kinder haben. Man kann nicht alles mit allen Eventualtitäten durchdenken und planen. Dazu ist das Leben einfach ein Überraschungsei.
Zitat von NursiiNursii schrieb:Das Leben läuft einfach nicht nach Plan! Und das ist genau richtig so!
Da gebe ich dir vollkommen Recht.
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Jeder Elternteil und jedes Kind ist anders, und was bei dem einen super klappt, ist bei dem anderen einfach nicht umsetzbar. Jeder hat andere Bedürfnisse, und andere Ausgangspositionen, andere Belastungen und andere persönliche Möglichkeiten, damit umzugehen.
Ich erlebe das bei mir auf der Arbeit aber genauso. Man möchte mir vorschreiben, was mein Kind in dem Alter muss oder kann und was nicht. Das habe ich schnell abgestellt. Keiner lebt unsere Situation, keiner lebt unser Leben, keiner hat unseren Charakter und mehr muss ich da nicht sagen. Ich bemühe mich das Beste aus allem zu machen, da zu sein, meine Zuverlässigkeit aufrecht zu erhalten und da darf man mir ruhig glauben, wenn das einmal nicht klappt. Dann habe ich mein Bestes getan, aber leider funktioniert es in dem Moment ausnahmsweise einmal nicht.
Zitat von IlvarethIlvareth schrieb:Was mir hilft, wenn ich nicht weiß, wo mir der Kopf steht, ist so ein Mental-Load-Zettel.
Das finde ich eine gute Idee und ich überlege das für mich auch umzusetzen. Hat zwei schöne Vorteile, vielen Dank für den Tipp :)


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 09:13
Hallo!

Ich bin auch alleinerziehend. Meine Tochter ist 5 Jahre alt und geht in den Kindergarten.
Ich arbeite Vollzeit, die Nachmittage ist die Kleine bei den Großeltern. Ich bin sehr froh über
die Unterstützung der Großeltern auf beiden Seiten.
Ich wohne mit meiner Tochter im Haus meiner Exschwiegereltern. Klingt komisch, klappt aber
soweit ganz gut. Die nehmen mir auch echt viel ab, gerade was Arzttermine etc. mit der Kleinen angeht.
Meinen Partner sehe ich nur am Wochenende, da ist es natürlich immer ein Drahtseilakt jedem zeitlich und aufmerksamkeitstechnisch gerecht zu werden.
Aber trotz allem, es ist hart und anstrengend. Kind, Beziehung, Arbeit und vielleicht noch ein klitze kleines Bisschen Zeit für sich selbst oder mit Freundinnen unter einen Hut zu bekommen.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 09:32
@Rhiannon35
Guten Morgen,
da ziehe ich auch meinen Hut, gut wie ihr das macht. Die Eltern meines Ex-Partners haben mich nach der Trennung auch unterstützt. Ich habe zu der Zeit auch schon Vollzeit gearbeitet, die Kleine war drei Jahre alt, ging in die Kita, mein Arbeitsort ist allerdings mit Bahn fast 1,5 Stunden weg. So hab ich sie frühs in die Kita gebracht und der Opa hat sie um 17 Uhr abgeholt, zusammen Abend gegessen bis ich dann 18 Uhr da war.
Auch heute, jetzt ist sie neun Jahre alt, kann ich sie jederzeit bringen, wenn Elternabend ist, Abendtermine der Arbeit. Ich bin so froh sie in der Umgebung zu haben, das macht es mir einfacher. Ohne das wäre ich manches Mal schon sehr aufgeschmissen.

Ich wünsche allen gutes Durchhalten und Weitermachen :) Ich finde es großartig wie ihr das alles macht und leistet.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 09:53
@Lilith101

Zunächst mal ziehe ich den Hut vor allen getrennten Paaren, die zum Wohl ihrer Kinder alles irgendwie gut hinbekommen.

Die Idee, man müsse vor dem Kinderkriegen nachdenken, finde ich reichlich naiv. Natürlich denkt man nach, natürlich bereitet man sich vor. Aber die tatsächlichen Erfordernisse von Kindern unterscheiden sich auch bei nicht getrennten Eltern deutlich von dem, was man sich vorher in vitro ausmalt. Erst recht nach einer Trennung, die man ja kaum vorher einplant.

Was mir in der Diskussion um Alleinerziehende fehlt ist die Frage, warum denn alleinerziehend.

In allen fortschrittlichen Ländern, die sich im Einklang mit EU Recht bewegen, ist das Doppelresidenzmodell mittlerweile Regelfall. Dann ist niemand alleinerziehend, es sei denn ein Elternteil ist verstorben.

Dieses Modell hat den Vorteil das beide Eltern sich mit gleichem Zeitaufwand um die Kinder kümmern, beide auch ein lebendiges Verhältnis zum Kind haben, beide annähernd gleich viel arbeiten können, also später auch vergleichbar Rente erhalten und beide ihre Zeit besser planen können.

Voraussetzung ist aber, das keiner von Beiden zum Zwecke der Selbstverwirklichung weit weg zieht, aber was in Frankreich und Dänemark regelbar ist, müsste bei uns auch regelbar sein.

Gerade Mütter sind oft am Ende gekniffen, wenn sie den Kindesunterhalt, von dem keine Rentenrückstellungen gebildet werden, mit in ihre Planung einbeziehen. Das kann ein herber Einschnitt zur Volljährigkeit werden.

Aber unsere Regierungsdarsteller haben es leider versäumt, im Familienrecht auch hier mal die 50er Jahre ausklingen zu lassen.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:12
@sacredheart
Guten Morgen mein lieber, danke für deinen Zuspruch. Das tut jede/r/m Alleinerziehenden gut zu lesen.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Dieses Modell hat den Vorteil das beide Eltern sich mit gleichem Zeitaufwand um die Kinder kümmern, beide auch ein lebendiges Verhältnis zum Kind haben, beide annähernd gleich viel arbeiten können, also später auch vergleichbar Rente erhalten und beide ihre Zeit besser planen können.
Klingt in der Theorie alles immer so schön, so unkompliziert :) Ich kann es ja nur an unserem Fall festmachen: Der Vater ist bewusst ca. 40 Kilometer weit weg gezogen. Somit kommt das Modell für uns nicht in Frage, denn schon allein das Problem mit der Schule ist nicht zu bewältigen. Da hätten wir als zum Einen die Distanz.

Ich sehe aber noch mehr Probleme: Also Grundvoraussetzungen ist ja sowieso, dass die Eltern im selben Ort wohnen oder zumindest in derselben Stadt mit Teilorten.
Ich könnte mir vorstellen, dass das Kind einfach immer Unruhe erlebt. Zwei Wochen hier, zwei Wochen dort. Spätestens in der Pubertät wird sich das Gefühl von nichtzugehörigkeit, wer bin ich, wohin gehöre ich, was und wo ist mein Zuhause verstärken. Außerdem ist dieses Modell kritisch, wenn sich die Eltern in Erziehungsfragen nicht einig sind oder eben der berühmt berüchtigte Rosenkrieg noch wütet. Das Kind wird nie das Gefühl haben angekommen zu sein, die Stabilität und Routine fehlt. Das sehe ich kritisch.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:22
@Lilith101

40km ist schon sehr weit weg, das hätte ich sicher nicht getan, aber ich kenne natürlich die konkrete Situation nicht.

Das Argument der unterschiedlichen Erziehungsstile möchte ich nicht gelten lassen. Wenn die gleichen Eltern die unterschiedlichen Erziehungsstile in einem Haushalt betreiben, dann geht es, bei räumlicher Trennung dann nicht?
Ich denke, Kinder können damit klarkommen, dass es beim Einen anders läuft als beim Anderen. Damit kommen Kinder sicher besser zurecht, als wenn immer in einem Haushalt Strom in der Tapete ist.

Wenn Kinder zB 4 Tage in der Woche von den Großeltern betreut werden, stellt niemand die Frage nach Erziehungsstilen.

Es gibt ja mittlerweile im fortschrittlichen Ausland längere Erfahrung mit dem Doppelresidenzmodell, beispielsweise in Frankreich oder Belgien. In den weit überwiegenden Fällen funktioniert das gut. Dass es immer Einzelfälle gibt, in denen es nicht funktioniert, macht das Modell ja nicht schlechter.

Es gibt ja auch genug Einzelfälle, bei denen auch das Einzelresidenzmodell sehr schlecht funktioniert und sei es durch aus gutem Grund überforderte Alleinerziehende.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:25
Zitat von Lilith101Lilith101 schrieb:Ich kann das auch nicht ernst nehmen. Das sind meist Menschen, die selbst keine Kinder haben. Man kann nicht alles mit allen Eventualtitäten durchdenken und planen. Dazu ist das Leben einfach ein Überraschungsei.
Wenn man sich vorher informiert, auch und gerade im Internet, was auf einen zukommen kann, wenn man Kinder bekommt, dann kann man es gleich lassen, befürchte ich.

Was bin ich froh, dass ich das damals nicht gemacht habe... und das Internet war damals ganz frisch, von daher... gut so.

Zum Beispiel habe ich gelesen, dass ein Kind -von Geburt bis zum Ausziehen desselben- ungefähr so viel kostet wie ein Einfamilienhaus... na toll... wer hat denn dann noch Lust, Kinder zu bekommen?

Eben die, die sich von solchen dämlichen Nachrichten nicht einschüchtern lassen... natürlich kostet ein Kind Geld und es ist mühsam... aber kann man denn einen Menschen überhaupt in irgendeinen Geldwert hineinfummeln? Aus meiner Sicht... auf gar keinen Fall!

Aber es gibt schon ein paar Ungerechtigkeiten, die ich gerne abgestellt haben möchte... bspw. dass Familien mit Kindern das doppelte bis dreifache bezahlen, wenn sie -weil es nunmal nicht anders geht- in Urlaub fahren wollen... wegen den Schulferien eben. Aber ich weiß auch, dass hier die starke Nachfrage das Angebot regelt und es in einer kapitalistischen Gesellschaft wohl nicht anders gehen wird.

Man kann nix im voraus berechnen, wenn es darum geht, dass man Kinder haben möchte um eben eine Familie aufzubauen.

Die heutigen Alleinerziehenden sind wohl zu 99 % nicht freiwillig alleinerziehend, sondern das Leben lief eben so -man könnte sagen- schief ab... wenn man mit einem Partner ein Kind -oder mehr- möchte, mit ihr/ihm zusammen leben und eine Familie aufbauen will, dann wird man wohl daran denken, dass dies für immer ist... wenn man zu Anfang schon Bedenken hat, dass es nicht klappen wird, dann sollte man es wirklich besser -mit diesem Partner- lassen, aber ansonsten geschieht das alles mit einem guten Gewissen.

Dass es dann anders kommen kann, darüber braucht man eigentlich nicht zu diskutieren.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:35
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:40km ist schon sehr weit weg, das hätte ich sicher nicht getan, aber ich kenne natürlich die konkrete Situation nicht.
Die kann ich dir gern erklären, wenn du interessiert bist. Er hat damals schon direkt eine neue Freundin gehabt, die dort wohnte. Demnach ist er dorthin gezogen. Nun arbeitet er mittlerweile auch dort und nachdem es mit der Freundin aus war, ist er natürlich dort geblieben.

Auf der einen Seite versteh ich das. Gerade neuer Job, neuer Liebe. Das wäre alles mit dem von dir vorgeschlagenen Modell für 2 Leute nicht mehr möglich. Im Alleinerziehenden-Status ist es halt nur einer der zurückstecken muss.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wenn die gleichen Eltern die unterschiedlichen Erziehungsstile in einem Haushalt betreiben, dann geht es, bei räumlicher Trennung dann nicht?
Nein, so ist das gar nicht gemeint. Hier geht es um Konkurrenz. Wenn du auseinander bist, haben die Elternteile oft das Gefühl besser sein zu müssen als das andere, cooler zu sein, mehr zu erlauben, mehr durchgehen zu lassen, mehr zu kaufen. Da hab ich mich vorhin vielleicht falsch ausgedrückt. Aber das hier ist es um was es mir geht. Und damit tut man seinem Kind nichts gutes. Es geht um die Gunst des Kindes. Da vergessen viele Elternteile sogar die Erziehung an sich.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Wenn Kinder zB 4 Tage in der Woche von den Großeltern betreut werden, stellt niemand die Frage nach Erziehungsstilen
Da hast du wohl Recht. Wobei ich es bei Großeltern auch immer noch anders sehe. Diese sind meist auf deiner Seite, du kannst sie auf Dinge leichter ansprechen wie deinen Expartner. Die Gefühlssituation ist eine andere und somit auch die Diskussionen und Gespräche.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Dass es immer Einzelfälle gibt, in denen es nicht funktioniert, macht das Modell ja nicht schlechter.

Es gibt ja auch genug Einzelfälle, bei denen auch das Einzelresidenzmodell sehr schlecht funktioniert und sei es durch aus gutem Grund überforderte Alleinerziehende.
Ja na klar. Es würde sicher Familien geben, in denen das Modell funktioniert. Nur sehe ich da erheblichen Regelbedarf für spezielle Situationen.
Zitat von moricmoric schrieb:Die heutigen Alleinerziehenden sind wohl zu 99 % nicht freiwillig alleinerziehend, sondern das Leben lief eben so -man könnte sagen- schief ab... wenn man mit einem Partner ein Kind -oder mehr- möchte, mit ihr/ihm zusammen leben und eine Familie aufbauen will, dann wird man wohl daran denken, dass dies für immer ist... wenn man zu Anfang schon Bedenken hat, dass es nicht klappen wird, dann sollte man es wirklich besser -mit diesem Partner- lassen, aber ansonsten geschieht das alles mit einem guten Gewissen.

Dass es dann anders kommen kann, darüber braucht man eigentlich nicht zu diskutieren.
Genau so ist es. Die wenigsten entscheiden sich bewusst dazu von Anfang an Alleinerziehend zu sein. Und wenn doch finde ich auch das gut und stark. Es ist nur so, dass man immer so beäugt wird, bewertet, abgestempelt vielleicht auch. Weil du allein nie so leisten kannst, als eine Familie mit beiden Elternteilen. Unsere Gesellschaft stigmatisiert, urteilt, stempelt ab und da hilft es auch nicht uns einzureden, wir seien ja so offen. Nein, sind wir nicht. Und genau diese Menschen machen es uns schwer, verstärken unser schlechtes Gewissen, kratzen an unserem Selbstbewusstsein, machen Tränen wenn die Kinder im Bett sind. Und das finde ich sehr, sehr schlimm. Wie du sagst, die wenigsten sind freiwillig alleinerziehend. Die meisten haben es sich für sich und ihre Kinder anders gewünscht. Und dennoch machen sie weiter. Tag für Tag. Und dafür gebührt ihnen Respekt. So einfach ist das.

:) Danke für eure tollen Beiträge


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:36
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:In allen fortschrittlichen Ländern, die sich im Einklang mit EU Recht bewegen, ist das Doppelresidenzmodell mittlerweile Regelfall. Dann ist niemand alleinerziehend, es sei denn ein Elternteil ist verstorben.
es sind immer noch beide allein erziehend. ich hatte es Dir schon mal dargelegt.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:37
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:es sind immer noch beide allein erziehend. ich hatte es Dir schon mal dargelegt
Im Doppelresidenzmodell?


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:38
@Tussinelda
natürlich, denn wenn der eine die Kinder hat, erzieht er sie alleine, wenn der andere die Kinder hat, auch. Oder siehst Du das anders?


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:42
@Tussinelda
Das ist eine gute Frage, die ich so spontan nicht beantworten kann....

Aber nein ich sehe das nicht so. Bei derzeitigen Alleinerziehenden-Definition ist es einfach so, dass das Kind einen großen Großteil beim einen Elternteil lebt und auch erzogen wird. Im Doppelresidenzmodell wäre das nicht der Fall, deshalb ist mir das auch nicht logisch. Der Erziehungsanteil ist gleichwertig, die Belastung ebenso. Nur weil meine Tochter in den Ferien 3 Wochen beim Vater ist, gilt er in der Zeit auch nicht alleinerziehend.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:49
Zitat von NursiiNursii schrieb:Wenn man alle eventualitäten durch geht, dürfte man sich niemals nicht etwas wagen. Könnte schließlich immer was passieren...
Am besten gar nicht mehr atmen- könnte ja sein, dass xy passiert
Das schon, aber Empfängniskontrolle ist heute hierzulande jezt nicht so die Herausforderung.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:50
Zitat von FedaykinFedaykin schrieb:Das schon, aber Empfängniskontrolle ist heute hierzulande jezt nicht so die Herausforderung.
Darum geht es nicht.


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:51
Zitat von Lilith101Lilith101 schrieb:Es ist nur so, dass man immer so beäugt wird, bewertet, abgestempelt vielleicht auch. Weil du allein nie so leisten kannst, als eine Familie mit beiden Elternteilen. Unsere Gesellschaft stigmatisiert, urteilt, stempelt ab und da hilft es auch nicht uns einzureden, wir seien ja so offen. Nein, sind wir nicht.
Ist das wirklich noch häufig so? Ich kenne schon eine Menge Menschen, die alleinerziehend sind... die berichten mir eigentlich nicht, dass sie einer Stigmatisierung ausgesetzt sind. Eigentlich eher das Gegenteil... man nimmt Anteil daran, weil die wirklich meisten davon wissen, wie häufig dies auch vorkommt in unserer heutigen Gesellschaft.

Hast du das denn so anders erlebt?

Und alleinerziehend muss wirklich nicht ein solches Mißgeschick sein... dass man mit dem einst so geschätzten Partner nicht mehr klar kommt, kann viele, viele Ursachen haben... und keiner ist möglicherweise wirklich Schuld daran... da gibt es oft Grauzonen, die sich nicht so leicht in einer glaubwürdigen Argumentationskette einbetten lassen.

Der ehemalige Partner kann durchaus auch nach der Trennung ein umgänglicher Mensch sein, den man zwar nicht mehr lieben, aber dennoch mit klar kommen kann. Bei manchen Paaren läuft es besser als jemals zuvor, wenn das Intime dann zwangsläufig durch die Trennung ausbleibt... auch die räumliche Trennung kann sich durchaus in diesen Fällen produktiv auswirken.

Wenn natürlich ein totaler Arsch dein Partner war, dann wird sich das auch nach der Trennung nicht bessern, befürchte ich... aber ich denke, das sind die wenigsten. Die meisten Ex-Partner wollen, gerade nach der Trennung mit einem Kind oder Kindern, dass es gut weiter geht... irgendwie und irgendwo. Und viele machen sich große Sorgen und Gedanken darüber, wie sie dem allem gerecht werden können.

Bei uns ist es jedenfalls gut gelaufen... ich habe geholfen, wenn ich konnte und die Hilfe auch gewollt war... sich ständig einzumischen in das Leben meiner Ex-Frau wäre auch nicht gut angekommen... aber wenn sie Hilfe brauchte, dann habe ich auch geholfen... allerdings, und das ist mir ebenso wichtig zu erwähnen...

...meine Ex-Frau und ich werden keine Freunde mehr werden... und das ist für einen vernünftigen Umgang miteinander auch nicht nötig... ich werde immer mißtrauisch, wenn ein getrenntes Paar behauptet, sie wären nun soooo glücklich miteinander und das sie sooo gute Freunde geworden wären und blablabla... ich traue einer solchen Kombination im Nachhinein nicht.... und habe da mehr das Gefühl, dass beide oder zumindest einer davon noch wirkliches Interesse am anderen hat.

Natürlich kann man mit dem Ex-Partner auch nach der Trennung noch eine Art freundschaftliches Verhältnis pflegen, aber nicht in einer solch übertriebenen Art und Weise... das man sich also ständig sieht und so viel Wert auf die Einschätzung und Meinung des anderen legt.

Ich hatte jedenfalls großes Interesse daran, dass meine Kinder wenigstens den Eindruck vermittelt bekommen, dass sie trotzdem noch zwei Elternteile haben, die sich in einer vernünftigen Art und Weise begegnen können...


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:54
@sacredheart
Gründe, warum alleinerziehend und nicht Wechselmodell, sind dir in anderen Threads bereits reihenweise dargelegt worden. Warum nimmst du das nicht einfach mal an?


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Alleinerziehende - Wie managt ihr euren Alltag

09.09.2019 um 10:55
Zitat von moricmoric schrieb:Ist das wirklich noch häufig so? Ich kenne schon eine Menge Menschen, die alleinerziehend sind... die berichten mir eigentlich nicht, dass sie einer Stigmatisierung ausgesetzt sind. Eigentlich eher das Gegenteil... man nimmt Anteil daran, weil die wirklich meisten davon wissen, wie häufig dies auch vorkommt in unserer heutigen Gesellschaft.
Die Erfahrung habe ich damals leider weder in der Kita noch in der Schule gemacht. Das fängt schon mit der Frage an, warum du nie beim basteln dabei bist, keinen Kuchenverkauf übernimmst, solche Sachen.
Zitat von moricmoric schrieb:Bei uns ist es jedenfalls gut gelaufen... ich habe geholfen, wenn ich konnte und die Hilfe auch gewollt war... sich ständig einzumischen in das Leben meiner Ex-Frau wäre auch nicht gut angekommen... aber wenn sie Hilfe brauchte, dann habe ich auch geholfen... allerdings, und das ist mir ebenso wichtig zu erwähnen...
Das ist super, das freut mich. Bei uns läuft es soweit auch, sollte es auch nach 6 Jahren getrennt-sein. Nichtsdestotrotz haben wir noch den ein oder anderen Machtkampf, die Diskussionen über Geld und auch die Betreuung.
Zitat von moricmoric schrieb:Ich hatte jedenfalls großes Interesse daran, dass meine Kinder wenigstens den Eindruck vermittelt bekommen, dass sie trotzdem noch zwei Elternteile haben, die sich in einer vernünftigen Art und Weise begegnen können...
Auf jeden Fall. Das versuchen wir trotz allem auch.


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