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Wird die Gesellschaft wieder intoleranter gegenüber Minderheiten?

160 Beiträge, Schlüsselwörter: Diskriminierung, Intoleranz, Minderheiten
legat
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Wird die Gesellschaft wieder intoleranter gegenüber Minderheiten?

21.04.2016 um 16:59
stanmarsh schrieb:gepostete Zitat von Cohen-Bendit
Die soziale Entfremdung des Individuums in der urbanen Gesellschaft einer ganzheitlichen Kritik der multikulturellen Gesellschaft im Sinne von Bendit unterzuordnen und die Intoleranz damit zu soziologisch nachvollziehbar zu rechtfertigen, halte ich in dem Sinne für fahrlässig, als dass es Tür und Tor für unlegitime Sätze öffnet wie "Multikulti hat versagt", was im Grunde nur das Eingeständnis des politischen Versagens ist und Rückenwind für nationalistische Bewegungen liefert, die genau auf dieser Welle reiten.


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21.04.2016 um 17:28
man kann ja in keine Stadt/Dorf mehr gehen ohne das man dort Flüchtlinge antrift @pyre
deshalb halte ich deine Aussage die es weniger schlimm erscheinen lässt für nicht grad richtig.
Nur ein weiterer Fall selektiver Wahrnehmung. So wie hier:
Diskussion: Zahl 47

Hat man sich erst einmal auf die Zahl "47" eingeschossen, glaubt man, sie ständig und überall zu sehen. Genauso ist es mit Flüchtlingen.


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Wird die Gesellschaft wieder intoleranter gegenüber Minderheiten?

21.04.2016 um 18:23
Naja, vielleicht zum Thema: Menschen sind halt recht anfällig für irgendwelche Feindbilder, die sie als Sündenböcke missbrauchen und dann für alles Schlechte irgendwie verantwortlich machen können. Menschen, von denen sie sich abgrenzen können, denen gegenüber sie sich moralisch überlegen fühlen und als "Gutmenschen" betrachten können. Früher bspw. das Feinbild der pöööhsen Kommunisten, heute die pöööhsen Terroristen, und natürlich bieten sich da vor allem auch so 'Minderheiten' wie Ausländer, Religiöse, Schwule, Arbeitslose usw. an. Mit der Kreation von Feindbildern steigt natürlich auch die Intoleranz gegen jene Gruppierungen. Und wieso, weshalb, warum das alles wieder so ist, dass die Gesellschaft zunehmend intoleranter wird usf., ist nicht schwierig zu beantworten: Divide et impera!

Und was nun wiederum genau die oberen 1% dazu bringt, die Gesellschaft zunehmend spalten zu wollen, um die unteren 99% wieder stärker unter ihre Kontrolle zu bringen, nunja...
Wikipedia: Neue_Soziale_Bewegungen

@Flatterwesen


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Wird die Gesellschaft wieder intoleranter gegenüber Minderheiten?

22.04.2016 um 07:42
Meine These, warum man gerade in der sogenannten "Unterschicht" fremdenfeindlicher denkt und handelt als beispielsweise in Intellektuellenkreisen oder im Management multinationaler Konzerne, besagt:

Wer "unten" ist, braucht, um sich selbst zu erheben, immer noch einen, der unter ihm ist, auf den er draufstiefeln kann, um sich selbst zu erhöhen.

Ich habe zwar kein Geld, keine, Arbeit, keine Zähne, keine Perspektive - aber ich bin Deutscher, ich bin Herrenmensch, ich bin allemal besser als jeder hergelaufene Kanacke, auch wenn der Universitätsprofessor ist oder Millionen Euro im Jahr verdient.

Dieses Denken war es nicht zuletzt, aus dem sich der Erfolg des deutschen Faschismus mit seinem brachialen Antisemitismus speiste. Ich Herrenmensch - Du Untermensch.


Für die Faszination des Faschismus speziell für Jugendliche gibt es verschiedene Gründe, von denen ich hier wahllos mal einige aneinander reihe:

1. Nazizeit und Krieg sind lange her. Je weiter etwas zurück liegt, desto eher pflegt man sich auf die angenehmen Seiten alter Zeiten zu besinnen.

2. Die Generation der Opfer nationalistischen Grössenwahns ist nahezu ausgestorben. Damit fehlen die Zeitzeugen der Barbarei eines totalitären Regimes und eines Weltkrieges.

3. Der einfache Mensch sehnt sich nach einfachen Lösungen. Er möchte nicht selbst denken, sondern denken lassen, und sei es nur, um hinterher einem Führer, dem er hinterher gelaufen ist, die Schuld in die Marschstiefel zu schieben.

4. Es mag eine Reaktion derjenigen sein, die mit "Freiheit" nichts anzufangen wissen, ausser sie abzuschaffen. Menschen, die nicht gern die Wahl haben, weil sie diese verwirrend finden.

5. Kann auch ein Oppositionsverhalten sein. So wie unsereiner früher gefühlsmässig links war, weil man die Gesellschaft als Fortsetzung des Faschismus mit anderen Mitteln begriff, so sehen mache Rechte heute die Gesellschaft im Würgegriff böser Altachtundsechziger.

6. Jeder Verlierer möchte keiner sein. Wenigstens ein bisschen Herrenmenschentum möcht' schon sein. Wenn man ganz unten ist, oder sich zumindest so fühlt, braucht man jemanden zum draufstiefeln. Das hebt einen höher. Siehe oben.


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22.04.2016 um 08:11
Die Leute lassen sich von denn Medien hetzen, werden von bestimmte Institutionen gelenkt , daß hängt vor allem von der eignen Unzufriedenheit und Bildung zusammen bzw mindere/ niedrige intelligens, und daß wiesen die bestimmte Leute die solche Leute lenken ,es gehört zu Agenda von denen, bloß die sind zu doof so was zu merken , Schafe eben .

Und es gehört eben zur Natur das Schafe geschoren u geschlachtet werden ;) :)

Auch kindischer niederwertigem Egoismus gehört dazu ,SAG mal meint ihr könnten nicht selber mal zum flüchtig werden, meinst in DE kann kein krieg kommen, dann rennt ihr in andren Länder .

Die Welt gehört nicht euch, sondern ALLE Menschen.(damit meine ich die Leute ohne Toleranz)


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22.04.2016 um 08:14
lassen sich lecken
Honi soit qui mal y pense! :D


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22.04.2016 um 08:16
Beschämt sei, wer schlecht darüber denkt


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22.04.2016 um 08:30
@mymar

Wäre jetzt schon schön gewesen, wenn Du Deinen ganzen Text noch mal kritisch durchgesehen hättest, um ihn in eine allgemeinverständliche Form zu bringen.


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22.04.2016 um 14:38
Doors schrieb:Meine These, warum man gerade in der sogenannten "Unterschicht" fremdenfeindlicher denkt und handelt als beispielsweise in Intellektuellenkreisen oder im Management multinationaler Konzerne, besagt:

Wer "unten" ist, braucht, um sich selbst zu erheben, immer noch einen, der unter ihm ist, auf den er draufstiefeln kann, um sich selbst zu erhöhen.

Ich habe zwar kein Geld, keine, Arbeit, keine Zähne, keine Perspektive - aber ich bin Deutscher, ich bin Herrenmensch, ich bin allemal besser als jeder hergelaufene Kanacke, auch wenn der Universitätsprofessor ist oder Millionen Euro im Jahr verdient.
Ich denke dass vor allem im Moment auch ganz banale Probleme der Grund sein können.

Momentan sind die meisten Ausländer die kommen, vor allem die von denen man es mitbekommt, eine direkte Konkurrenz für die Unterschicht.

Vl haben die dann das Gefühl, die Sozialhilfe teilen zu müssen.

Oder aber in 10 Jahren, Konkurrenz von den ganzen Irakern, Afrikaner, Afghanen am Arbeitsmarkt zu bekommen, im Sklavenlohnsektor.

Wer nichts gelernt hat, steht vor diesen Problemen. Wer nichts gelernt hat, gibt dafür aber meist auch gerne anderen die Schuld.


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KillingTime
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23.04.2016 um 10:41
@Warhead
Warhead schrieb:Der Grossteil des Proletariats will offenbar nicht Proletariat sein sondern mündiger Konsument,als solche kritisieren sie nicht mehr die kapitalistischen Ausbeuter,vielmehr treten sie unsolidarisch nach unten...
Ist 'n interessanter Punkt, so habe ich das noch nie gesehen.
Warhead schrieb:unsere Solidarität gehört daher den von euch Getretenen und nicht euch erbärmlichen Klassenverrätern
Inwieweit ich Proletarier bin, könnte man diskutieren, mit einem Opa als Großgrundbesitzer. Wenn das hier 1984 wäre, dann bin ich jedenfalls nicht Angehöriger der Proles, sondern eher der Äußeren Partei.

Aber ich habe mit diesem deinen "euch" ein Problem. Warum denkst du, dass ich Leute trete bzw einem "euch", was immer das auch sein mag, angehöre?


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KillingTime
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23.04.2016 um 11:00
@stanmarsh
stanmarsh schrieb:Menschen tendieren zur Gruppenbildung und grenzen sich gerne voneinander ab. Dorf gegen Dorf, Fußballverein gegen Fußballverein, Bundesländer gegeneinander, usw. Ist vermutlich noch so ein Steinzeitdingens.
Gesellschaften zerfallen, wenn sie zu groß werden. Eine Gesellschaft zerfällt nur dann nicht, wenn sie homogen ist, also bindende Merkmale (Kultur) aufweist. Im Multikulturalismus hingegen ist Gruppenbildung ganz normal, da es eben wenige bis gar keine bindenden Merkmale gibt. Wenn es multikulturellen Gesellschaften nicht gelingt, bindende Merkmale zu entwickeln, zum Beispiel auch den Glauben, dann müssen sie zerfallen. Pseudolinke, die sich gegen eine gemeinsame Leitkultur aussprechen, treiben somit die Spaltung der Gesellschaft aktiv voran.
stanmarsh schrieb:Türken gegen Kurden, Araber gegen Juden, Salafisten gegen Sikhs
Muslime gegen Muslime, hast du vergessen. Der Islam ist jedenfalls kein bindendes Element, denn die innerislamischen Konflikte (Sunniten gegen Schiiten gegen Wahabiten gegen Hanafiten gegen Alewiten usw.) sind evident.
stanmarsh schrieb:Scheint bei uns jetzt Alltag zu sein, kann man jeden Tag in der Zeitung lesen.

Ich fürchte, es gibt auch keine mittelfristige echte Lösung dafür.
Es gibt zwei Lösungsmöglichkeiten: erstens die Errichtung einer Diktatur, die bindende Elemente vorschreibt und Abweichler hart bestraft (das kennen wir aus China, Nordkorea oder auch der DDR), und die zweite Lösung ist die räumliche Trennung der unterschiedlichen Gruppierungen auf verschiedene Länder. Zumindest Letzteres wird ungern von der Politik thematisiert, da Ethnopluralismus als "rechts" gilt.


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Warhead
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23.04.2016 um 14:24
@KillingTime
Der Grossgrundbesitz ist nach deiner Schreibweise weg...Vergangenheit...weshalb du du deine Brötchen durch deiner Hände Arbeit verdienen musst...das macht dich zum Proletarier,auch wenn du dich weiter als ausbeuterischer Oberschichtangehöriger wähnst


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Warhead
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23.04.2016 um 14:33
@KillingTime
Du propagierst ganz offen Apartheid,Rassentrennung und dergleichen


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KillingTime
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23.04.2016 um 15:03
Warhead schrieb:Der Grossgrundbesitz ist nach deiner Schreibweise weg...Vergangenheit...weshalb du du deine Brötchen durch deiner Hände Arbeit verdienen musst...das macht dich zum Proletarier,auch wenn du dich weiter als ausbeuterischer Oberschichtangehöriger wähnst
Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das, was die Kommunisten meinem Großvater gestohlen haben, irgendwann mal wieder meins wird. Außerdem habe ich noch nie jemanden "ausgebeutet", ich glaube das könnte ich mit meinem Gewissen nicht vereinbaren. Das Geld, was ich verdiene, ist immer nur linke Tasche rechte Tasche gewesen, woher oder von wem es letzten Endes kommt, darauf habe ich keinen Einfluss.
Warhead schrieb:Du propagierst ganz offen Apartheid,Rassentrennung und dergleichen
Ich bitte dich! Ganz sicher stehe ich nicht für "Rassentrennung", so ein Schmarrn. Ich sehe aber, dass es hier Konflikte gibt, die aus der nicht richtig funktionierenden Koexistenz unterschiedlicher Kulturen herrühren. Welche Vorschläge hast du denn, damit umzugehen? Alles gleichschalten? Das endet nur wieder in einer Diktatur, und wenns nicht die Roten sind, dann sind's die Braunen. Ich sehe nicht viele Lösungsansätze, aber wenn du eine Idee hast, ich bin ganz Ohr.


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Waldkind
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Wird die Gesellschaft wieder intoleranter gegenüber Minderheiten?

23.04.2016 um 15:08
Gehöre auch einer Minderheit an. Ich schere mich um die Umwelt, rotze nicht auf die Straßen und bemühe mich meinen Mitmenschen höflich entgegenzutreten. Sicherlich wird man schon bald Tomaten nach mir werfen. ;__;


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Warhead
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23.04.2016 um 18:33
@KillingTime
Jaja,die bösen Kommunisten,immerzu bestehlen sie unschuldige,hart arbeitende Unternehmer die nichts anderes getan haben als unter feudalistischen Verhältnissen andere Menschen an den Bettelstab bringen um ganz legal reich und noh reicher zu werden...natürlich im Schweisse ihres Angesichts


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23.04.2016 um 18:39
Möglicherweise wird nicht die Gesellschaft intoleranter gegen Minderheiten.
Sondern die Empfindlichkeit in Bezug auf tatsächliche und vermeintliche Intoleranz, Beleidigung, Benachteiligung und dergleichen steigt?


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KillingTime
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Wird die Gesellschaft wieder intoleranter gegenüber Minderheiten?

24.04.2016 um 11:40
Warhead schrieb:Jaja,die bösen Kommunisten
...lehnen den Eigentumsbegriff ab, also auch den Eigentumsbegriff des deutschen Bauern. Vielleicht ist der Kommunismus was für Leute, die in der Stadt leben und so gar nichts haben, die daran nichts ändern können oder wollen und statt dessen hoffen, dass ihre linke Ideologie ihnen Wohlstand beschert, ohne etwas dafür zu tun. Da ist dann jedes Mittel recht, sogar die Enteignung des deutschen Bauern, der sich noch in der Abendsonne mit der Egge über das Feld quält.
Warhead schrieb:natürlich im Schweisse ihres Angesichts
Wenn meine Großmutter Kopftuch getragen hatte, dann tat sie das wegen der schmutzigen Feldarbeit, und nicht wegen religiöser Befindlichkeiten. Und du hättest mal besser meine Frage bzgl. Lösungsansätze Koexistenz Kulturen beantwortet, anstatt hier herumzupoltern.


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24.04.2016 um 12:36
Ich beobachte das Gegenteil.
die westliche Gesellschaft ist zuletzt immer toleranter geworden.
In den USA wurde letztes Jahr gleichgeschlechtliche Ehen landesweit legalisiert.


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25.04.2016 um 15:19
Eine "einheitliche Kultur", eine "homogene Gesellschaft" gab es hierzulande höchstens scheinbar und auch nur unter erheblichen Zwängen. aber selbst da existierte Unterschiede zwischen "oben" und "unten", zwischen Geschlechtern, Religionen und Regionen. Es gibt und gab halt gewisse Berührungspunkte, temporäre oder punktuelle Gemeinsamkeiten - aber mehr glücklicherweise auch nicht.

Deutsche Mentalität, deutsche Tugend. Da kommt dann immer so etwas wie Sauberkeit, Ehrlichkeit, Pünktlichkeit, Disziplin, Unbestechlichkeit etc.

Aber wem gehören dann eigentlich die Deutsche Bahn (Sauberkeit), die Deutsche Bank (Ehrlichkeit), die Deutsche Post (Pünktlichkeit),die Deutsche Bundeswehr (Disziplin) und der Deutsche Fussball-Bund (Unbestechlichkeit)?

und

"Volkszugehörigkeit" bedeutet doch nicht zwangsweise irgendwelche Gemeinsamkeiten, irgendeine "Nationale Identität" oder gar "Mentalität".

Was verbindete denn den friesischen Halligbauern mit der Münchner Schickeria?
Was habe ich mit Sachsen oder Schwaben gemeinsam: Die Sprache?????
Was verbindet den muslimischen Deutschen in Berlin mit dem katholischen Dörfler in Bayern?
Was verbindet den VW-Vorstand im Puff mit den Nutten?

Ich bin der Meinung, dass irgendwelche zufälligen Geburtsorte oder Herkunftsländer, irgendwelche gewollten oder ungewollten Migrationsbewegungen den Begriff "Volk" als verwendungsunfähig erscheinen lassen.

Ich bin der Meinung, dass ein Staat aus den Menschen besteht, die darin arbeiten, ihre Steuern bezahlen, sich an die Gesetze halten und wählen gehen. Ist meine persönliche Meinung. Wo die Leute herkommen, was sie glauben oder wie sie aussehen, ist mir dabei völlig wurst und schert mich herzlich wenig.

Falls es wen interessiert: Ich bin Südtonderner mit hamburgischem Migrationshintergrund. Aber in allererster Linie bin ich ich.

und

Unterschiedliche Kulturen...
Diese Fragestellung geht von dem meiner Meinung nach falschen Denkansatz aus, dass alle Völker jeweils ihnen eigene Kulturen, Werte, Sitten und Gebräuche hätten, die jeweils alle Inhaber dieser Staatsbürgerschaft teilten oder zu teilen hätten.

Welche Kultur hat der schwule Emo mit dem dachdeckenden Neo-Nazi gemein?
Die Vorliebe für dicke Latten?

Welche Gebräuche hat der nordfriesische Halligbewohner mit dem oberbayrischen Bergbauern gemein?
Das Kassieren von EU-Förderung?

Welche Werte haben Jürgen Fitschen und seine Putzfrau Ayse gemein?
Penible Sauberkeit?

Welche Sitten haben katholische Kinderschänder und autonome Autoabfackler gemein?
Kerzen anzünden?

Das hiesse Regionen, Klassen, Geschlechter, Subkulturen etc., vor allem aber die Tatsache, dass es Individuen gibt, völlig ausser Acht zu lassen.

Wenn ich dem Beispiel meiner Tochter folgen würde und die dänische Staatsbürgerschaft annähme, wäre ich dann "Deutscher" oder "Däne". Hätte das irgendwelche spontanen Auswirkungen auf mich als Person? Würde ich mich ändern? Wäre ich gar nicht mehr ich selbst?

Den Geburtsort haben wir uns alle nicht aussuchen können, unsere Staatsangehörigkeit können wir wechseln - aber würde das unser Ich ändern?


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