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192 Beiträge, Schlüsselwörter: Arbeit Und Suche

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22.04.2016 um 07:37
@schluesselbund

Als ich 2011 nach einem grossen Krach meine Position im mittleren Management eines grossen Verlagshauses verlassen habe, war ich 56 und bin brav zur lokalen Agentur für Arbeit getapert und hatte eine sehr nette Sachbearbeiterin. Die hat mir ganz klipp und klar gesagt: Sie sind überqualifiziert, überteuert und überaltert. Für Sie gibt's nichts. So haben wir denn alle Vierteljahr gemütlich eine Tasse Kaffee getrunken und und über Kinder, Häuser und Politik unterhalten. Ich habe so getan, als würde ich Arbeit suchen und sie hat so getan, als würde sie mich vermitteln wollen. Nach Ablauf des ALG-1-Bezuges habe ich mich dann abgemeldet.

Da ich wenig Aussicht auf einen brauchbaren Job hatte, suchte ich mir etwas: Hier mal einem kleinen Handwerksmeister die Buchhaltung machen, dort mal für einen Verein Texte für eine Website, mal einen Artikel für ein Anzeigenblättchen. Das ist dann zwar keine Arbeit, die Geld bringt, aber Kontakte und eine gewisse Befriedigung.

Inzwischen arbeite ich in Teilzeit als Betreuer in einer psychiatrischen Einrichtung und ehrenamtlich, mehr als Vollzeit, in der Flüchtlingshilfe. Hin und wieder texte ich auch noch für die Agentur meiner Frau - und dann sind da noch Haus und Garten, Ehe und Familie, Haustiere und Kinder. Das reicht, um abends um zehn todmüde ins Bett zu fallen.


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22.04.2016 um 07:41
@Doors
Respekt dass du dich nicht unterkriegen lässt
:)


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22.04.2016 um 07:46
@CICADA3301

Allerdings habe ich einen Vorteil gegenüber dem arbeitslos gewordenen Bauarbeiter, der arbeitslosen Verkäuferin in den Endfünfzigern: Ich habe eine gewisse ökonomische Unabhängigkeit durch Rücklagen, die ich als "Besserverdienender" bilden konnte, durch ein schuldenfreies Haus und eine gutverdienende Ehefrau. Darüber bin ich auch verdammt froh. Da sind andere deutlich beschissener dran.

Ich kann meine Arbeit also gewissermassen als "Hobby" betrachten - und das muss bekanntlich nicht unbedingt Geld bringen.


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22.04.2016 um 07:48
@Doors
Man liest aber auch dass deine Arbeit die Spaß gemacht hat und du auch nach deiner "aktiven" Arbeitslaufbahn noch es gerne benutzt um anderen zu helfen (gegen einen kleinen Lohn natürlich^^)


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22.04.2016 um 08:19
Wer nach einer Kündigung auf der Suche nach einer neuen Arbeit ist, findet trotz hunderter Bewerbungen keine Anstellung mehr.
Tja Willkommen im Club, man kann Schichtarbeiter für ein witzig niedriges Gehalt oder Bankräuber werden das sind die einzigen Berufe was dauernd stellen suchen.

In Österreich ist jeder 16 Arbeitslos.


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22.04.2016 um 08:29
William93 schrieb:In Österreich ist jeder 16 Arbeitslos.
Jeder ab 16? Jeder 16 Jahre lang arbeitslos? Oder doch nur jeder 16.?


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22.04.2016 um 08:31
Doors schrieb:Jeder ab 16? Jeder 16 Jahre lang arbeitslos? Oder doch nur jeder 16.?
16te :D


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22.04.2016 um 08:33
Ich hatte bisher riesen Glück. Bin nach meiner Ausbildung (Bürokauffrau) noch viele Jahre im Betrieb geblieben und als ich wegen Umzug eine neue Stelle gesucht habe, habe ich auch nicht übermäßig viele Bewerbungen verschickt. Arbeitslos war ich noch nie. Bin sehr dankbar dafür.

Was ich nur gemerkt habe ist, dass es in diesem Beruf oft nur Halbtagsstellen gibt, wo man natürlich nicht so viel Geld rauskriegt. Ist natürlich nicht so toll, wenn man mit dem Gehalt nicht über die Runden kommt.

Ich hatte mein Augenmerk auf eher kleinere Betriebe gelegt. Da muss dann natürlich auch erst mal ne Stelle frei sein. Meist kam die Absage, weil eben einfach niemand gebraucht wurde. Am Ende hatte ich das Glück eine Elektriker zu finden, bei dem ich genau die gleichen Aufgaben wir vorher hatte. Habe also perfekt auf die Stelle gepasst und hatte diese sofort in der Tasche. Hatte dann auch noch zwei weitere Stellenangebote. Aber eine Stelle eben nur Halbtags und bei der anderen Stelle war der Chef so´n Unsympat. :D

@CICADA3301
Das Quali sollte nicht das Problem sein. Als ich mich beworben habe, hat sich kein Schwein für meinen miserablen Realschulabschluss interessiert. Ich glaube es wurde eher geschaut, was für Tätigkeiten ich beim vorigen Arbeitgeber ausgeübt habe, welche Kenntnisse ich dort erworben habe.

Bei uns im Betrieb werden auch lieber Leute für die Ausbildung eingestellt, die keine 16 mehr sind und schon etwas mehr Lebenserfahrung haben. Die letzte hatte vorher auch schon eine andere Ausbildung gemacht. Ich müsst nochmal nachfragen, aber ich glaube wir suchen dieses Jahr wieder nen Azubi fürs Büro (Landkreis Freising). Wäre die Gegend noch interessant für dich?


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22.04.2016 um 09:20
Aber Holla!
Ich habe einen Bürojob und der ist sehr anspruchsvoll.
Da muss man seinen Grips zusammenhalten.
Ohne mich würde hier einiges den Bach runtergehen.
Buchhaltung, Organisation, Geschäftsverkehr, Logistik usw.
Wieso weniger anspruchsvoll.
Ohne seine Sekretärin würde wahrscheinlich der "anspruchsvollste Handwerker" den Bach runtergehen.
Also keine Beleidigungen in Richtung Bürojob.

Ich war nach meinem Schulabschluss auch lange arbeitslos.
Vom Arbeitsamt (ja, das hieß damals noch so) kam nichts bis gar nichts.
Irgendwann hatte ich dann mal einen kurzen Aushilfsjob. Als der beendet war, hatte ich Anspruch auf Arbeitslosengeld. Und da wurde das Amt dann tätig. Ich bekam eine "Umschulung" als Bürokauffrau.
Danach machte ich noch einige Kurse zusätzlich.
Trotzdem fand ich in keinen Job. Ewig viele Bewerbungen geschrieben - nichts.
Also habe ich in den sauren Apfel gebissen und bin weg aus der Heimat. Vom einen Ende der Republik ins andere. Für 1 Jahr wollte ich bleiben und dann mit meiner Berufserfahrung wieder zurück.
Inzwischen bin ich schon seeeehr lange hier und verdiene gut. Zurück gehe ich wohl nicht mehr.

Aber noch ein anderes Thema. Gerade wird mal wieder die "Sau" Rente mit 70 durchs Dorf getrieben.
Wie soll das werden. Wenn teilweise schon 45jährige als zu alt angesehen werden, wie soll das bei einem 70jährigen sein.

Und dann habe ich so Bilder im Kopf: Ein Polizist mit Rollator verfolgt einen Dieb oder eine uralte Krankenschwester sucht mit einer Lupe einen Zugang :)


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22.04.2016 um 09:33
Ich dachte immer Kündigungen haben so ein gewisses schema, wie jmd gekündigt wird: Betriebszugehörigkeit, alter, unterhaltspflichtig, schwerstbehinderung. In der Reihenfolge absteigend.
Kla ist's für den behinderten mega assozial, da denkt man dass die besonderen Kündigungsschutz haben aber wenn der laden zu geht, wird ein schwerstbehinderter der genauso lange da ist wie ein nicht schwerstbehinderter zu erst gekickt...

Nur btw: Wer die Lücke zw dem letzten arbeitslohn und der zu erwarteten Leistung aus der Rentenversicherung schließen will, muss sich doch noch zusätzlich privat versichern


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22.04.2016 um 09:34
Ich habe einen Bürojob und der ist sehr anspruchsvoll.
Da muss man seinen Grips zusammenhalten.


Ja, das stimmt. Unterschätzen darf man diesen Beruf nicht.

Wie das im Alter mal werden soll, frag ich mich auch. Kann mir das gerade nicht vorstellen mit fast 70 noch Vollzeit zu Arbeiten. Man wird im Alter ja nun mal nicht leistungsfähiger. Wenn ich meinen Rentenbescheid so anschaue, muss ich das aber, wenn ich ne halbwegs brauchbare Rente vom Staat bekommen will. (Sorge natürlich privat vor)

Und wie ist das mit Leuten, die körperlich hart arbeiten? Da ist auch irgendwann Schluss.


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Hatori
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22.04.2016 um 09:37
Es sind leider nicht nur manche älteren Menschen, auch viele junge Leute haben Schwierigkeiten, überhaupt eine Ausbildung zu finden... :/
Kann ich leider persönlich bestätigen...


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22.04.2016 um 09:38
@Doors
Mag ich dir von Herzen gönnen, dass du dich fangen konntest. Natürlich hilft der soziale Stand über viel Problematiken hinweg. Was gerade bei weniger gut verdienenden in eine Depression führen kann. Bei Kader Mitarbeitern kann das Gefühl des nicht mehr gebraucht werden's auch zu einer unstabilen Situation führen.

Du schreibst ja, da bin ich zur Agentur für Arbeit gefahren, und nach dem Bezug von ALG 1 habe ich dann Gekündigt. Auch die Sachbearbeiterin wies dich offensichtlich schnell mit den Worten darauf hin zu Alt , über qualifiziert.

Kann es das sein? Erfährt die Gesellschaft einen Strukturwandel?


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22.04.2016 um 09:42
@CICADA3301
Ich wünsche dir für die Zukunft alles gute, und hoffe natürlich dass es mit der Arbeit schnellst möglich klappt.


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22.04.2016 um 09:52
@Doors
Wie meinst du das mit dem abmelden nach Ablauf des alg1 bezugs? Nach einem Jahr haste denen nen neuen Job vorgelegt und somit "ruhe" vor denen gehabt?


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22.04.2016 um 09:56
Man KANN seine arbeitsstelle ja auch zusätzlich sichern indem man an fort und weiterbildungen teilnimmt. Ob das aber garantie ist oder am ende doch nur für "sie sind überqualifiziert" langt hab ich kp
Ich frag mich was diese ganzen frührentner Mitte/anfang 50 ganze Zeit tun?? Haben die so viel beiseite dass die es sich erlauben können


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22.04.2016 um 10:02
@Anthea
Anthea schrieb:Ohne seine Sekretärin würde wahrscheinlich der "anspruchsvollste Handwerker" den Bach runtergehen.
Also keine Beleidigungen in Richtung Bürojob.
Kann ich nur bestätigen. Als Berater habe ich schnell gelernt, dass die Qualität meiner Arbeit beim Kunden erheblich von der Qualität des eigenen Back-Office abhängt. Eine gute Sekretärin, Assistentin oder wie auch immer die Stelle heißt ist eine wundervolle Sache.


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22.04.2016 um 10:09
@CICADA3301
CICADA3301 schrieb:Oder wollt ihr sagen, dass die Leute klug sind die Abitur und Realschule haben und alle anderen dumm sind?
Ich wüsste nicht, derartiges in einem meiner Posts angedeutet zu haben.
Du bist 28, wie du schreibst, da interessiert in der Tat keinen mehr, was du seinerzeit für einen Schulabschluss gemacht hast.

Du hast dich im Bereich München/Straubing beworben. Vielleicht hast du dir hier einfach nur den Radius zu eng gesteckt, denn Deutschland ist groß. Hast du den Meisterbrief? Wenn ja, dann hättest du sowie Abitur.

Wenn man dir keine Umschulung geben will, dann wird das Gründe haben, die du uns allerdings nicht verraten hast, so dass wir dazu nichts sagen können.


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22.04.2016 um 10:13
@apart
apart schrieb:Man KANN seine arbeitsstelle ja auch zusätzlich sichern indem man an fort und weiterbildungen teilnimmt.
Fort- und Weiterbildungen für die AKTUELLE Arbeitsstelle sollten aber vom Arbeitgeber kommen und nicht privat initiiert sein. Private Weiterbildung kann man machen, wenn man eine andere Arbeitsstelle sucht.


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22.04.2016 um 10:50
@apart
Mit Anfang/Mitte 50 in Frührente zu gehen, das dürfte noch nie geklappt haben. Das war mal ab 60 Jahren möglich :troll:


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