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Was ist gerecht?

387 Beiträge, Schlüsselwörter: Philosophie, Glück, Gerechtigkeit, Egoismus, Rawls, Precht

Was ist gerecht?

30.04.2017 um 20:19
dedux schrieb:Ein Teil dieser Beweglichkeit ist angeboren wobei ich die Fähigkeit zur Empathie und sozialer Nachahmung dazu zählen möchte.
dedux schrieb:Die Grundmoral ist durch das natürliche Sozialverhalten angeboren und wird dann je nach Gegebenheit verfeinert und weiter entwickelt.
Du bringst das mit einer absoluten Gewissheit:
Wo steht das und wer hat das erforscht?
Ich bitte um eine Quellangabe.


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dedux
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30.04.2017 um 20:22
@DieLilly
Ich bin die Quelle und das steht in meinem Post ^^
Ich nutze meinen Verstand, meine Erfahrung, Beobachtung, logisches Denken und Intuition.


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30.04.2017 um 20:26
@dedux
Du behauptest also einfach, dass Moral angeboren ist, begründest das nicht mal und sagst auch noch, dass das logisches Denken ist.

Wenn das Deine persönliche Meinung ist, dann stell das nicht mit absoluter Gewissheit in den Raum sondern kennzeichne das: Meine Meinung ist ... oder Ich glaube, dass ...

Und dann begründe das bitte auch, denn das gebietet der Verstand und die Logik.


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Venom
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30.04.2017 um 20:31
@DieLilly
Ich hätte auch nix dagegen wenn Schwarze und insbesondere damals auf radikale Weise für ihre Freiheit und Unabhängigkeit kämpfen würden, warum denn auch schließlich weiß jeder wie sie leiden mussten unter "White Supremacy"...
Aber sich dann wundern wieso Black Panther Party und danach die radikalere Variante Black Liberation Army entstehen.

Ich verehre aber nicht nur Malcolm X sondern auch Martin Luther King jr. zb.


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dedux
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30.04.2017 um 20:33
@DieLilly
Ich habe die Notwendigkeit des Begründens und Rechtfertigens transzendiert. In meiner Welt ist jegliche Aussage eine Annahme, ob sie jemand vorher schon beschrieben hat oder wissenschaftlich herleitet. Das Erkenntnisvermögen des Menschen an sich begrenzt auch die Fähigkeit, etwas als tatsächliche absolute Wahrheit zu beweisen.

Wir Bewegung uns hier grundsätzlich innerhalb menschlicher geistiger Räume.

Du kannst selbst aus deiner Forderung an mich deinen Status innerhalb der Kohlbergschen Einteilung verorten ;)


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30.04.2017 um 20:34
dedux schrieb:Du kannst selbst aus deiner Forderung an mich deinen Status innerhalb der Kohlbergschen Einteilung verorten ;)
Wo siehst Du mich denn und warum?


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dedux
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30.04.2017 um 20:41
@DieLilly
Ich habe mir das nicht durchgelesen aber nach Leo wären das das Handeln nach Prinzipien, sage ich jetzt mal spontan. Dir gefällt die Form meiner Darstellung nicht, Beweise und Quellen sind Prinzipien wissenschaftlichen Vorgehens.

Ich gehe grundsätzlich nicht wissenschaftlich sondern eher philosophisch mit dem Thema um, daher kann ich das auch nicht in die von dir geforderte Form zwingen. Der theoretisch mögliche Wahrheitsgehalt meiner Aussage ist aber nicht aus formalen Gründen anzweifelbar. Wenn man es doch tut, dann ist man mMn. zu prinzipientreu, was die mögliche Breite der Diskussion verkleinert.


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30.04.2017 um 21:00
dedux schrieb:Ich habe mir das nicht durchgelesen aber nach Leo wären das das Handeln nach Prinzipien, sage ich jetzt mal spontan.
Du sagst, dass ich mich nach meiner Aussage in Kohlbergs Schema selbst einordnen kann, hast aber meinen Beitrag zu Kohlberg gar nicht gelesen.
Ich finde das nicht nett von Dir. Ehrlichgesagt fühle ich mich dadurch ignoriert. Wozu schreibe ich den Beitrag denn? Ich versuche eine fundierte Diskussion zu führen, gehe auf das von Dir gepostete Video ein und denke mir: Wow dEdUx hat sich mit Kohlberg beschäftigt weil das genau zu Rawls passt.
Ich bitte Dich um Deine Meinung zum Video und Du schweifst ab und wirst esoterisch. Möchtest Du Deine Meinung zum Video sagen? Das würde mich sehr interessieren. Warum hast Du es eingestellt? Ich würde mich wirklich freuen wenn Du darauf eingehst.
dedux schrieb:Dir gefällt die Form meiner Darstellung nicht, Beweise und Quellen sind Prinzipien wissenschaftlichen Vorgehens.
Ja Beweise und Quellen sind Prinzipien wissenschaflichen Vorgehens.
Um das geht es auch in Allmystery. Wenn Du hier etwas behauptest, solltest Du auch belegen können wo Du es her hast. Üblicherweise wird so etwas auch von den Moderatoren hier eingefordert. Das ist ein Prinzip von Allmystery: Keine Behauptung ohne Quelle oder Beleg. Persönliche Meinungen sollte man schon als solche kennzeichnen.
dedux schrieb:Der theoretisch mögliche Wahrheitsgehalt meiner Aussage ist aber nicht aus formalen Gründen anzweifelbar.
Da hast Du recht. Dass Du Dir das selbst zusammengebastelt hast, heißt noch nicht, dass es falsch ist. Es wäre aber korrekt gewesen wenn Du dazu schreibst: Meine Meinung.
Dass Du mit Deiner Annahme von angeborener Moral falsch liegst, werde ich in meinen nächsten Posts ausführen. Und werde dazu auch Quellen angeben.


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dedux
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30.04.2017 um 21:09
DieLilly schrieb:Ich finde das nicht nett von Dir. Ehrlichgesagt fühle ich mich dadurch ignoriert. Wozu schreibe ich den Beitrag denn?
Aus meiner Warte ist das Respekt, weil ich direkt davon ausgehe, dass du das Video verstanden hast und deine Aussage so stimmt, dass er Kohlbergs Einteilung beschreibt. Ich prüfe das nicht noch nach und nehme es als gegeben an. Das Video kenne ich und kann daher darauf eingehen.
DieLilly schrieb:Ich bitte Dich um Deine Meinung zum Video und Du schweifst ab und wirst esoterisch. Möchtest Du Deine Meinung zum Video sagen? Das würde mich sehr interessieren. Warum hast Du es eingestellt? Ich würde mich wirklich freuen wenn Du darauf eingehst.
Das Video passte perfekt zu der Aussage im Post darüber, daher habe ich es spontan eingestellt, weil mich der Post daran erinnerte.
DieLilly schrieb:Ja Beweise und Quellen sind Prinzipien wissenschaflichen Vorgehens. Um das geht es auch in Allmystery. Wenn Du hier etwas behauptest, solltest Du auch belegen können wo Du es her hast. Üblicherweise wird so etwas auch von den Moderatoren hier eingefordert. Das ist ein Prinzip von Allmystery: Keine Behauptung ohne Quelle oder Beleg. Persönliche Meinungen sollte man schon als solche kennzeichnen.
Das passt sicherlich auf die Wissenschaftsrubrik aber ich lasse mir das bei "Menschen und Gesellschaft" nicht aufzwingen.
DieLilly schrieb:Es wäre aber korrekt gewesen wenn Du dazu schreibst: Meine Meinung.
Wie ich schon sagte, kümmert es mich nicht, ob es deiner Meinung nach korrekt ist oder nicht, da ich hier meine eigenen Maßstäbe anlege.

Diese Diskussion ist für mich nicht so ernst, wie sie scheinbar für dich ist. Ich schreibe hier aus Spaß und zum Meinungsaustausch.


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30.04.2017 um 22:42
Hier ein Artikel aus der Zeit, der auch sehr verständlich geschrieben ist:

http://www.zeit.de/wissen/2015-05/moral-werte-kultur-emotionen

Der Artikel beschäftigt sich mit der Frage ob Moral angeboren ist oder ein Produkt der Kultur.
Unter den Etoro, einem Naturvolk auf Papua-Neuguinea, ist es üblich, dass Jungen, um in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen zu werden, ältere Männer oral befriedigen! Zugegeben, ein weit hergeholtes Beispiel. Doch man muss nicht in entlegene Winkel der Welt fahren, um Sitten zu finden, die uns hier zu Lande moralisch fragwürdig erscheinen. Koreaner essen unsere treuesten Gefährten – Hunde. Im arabischen Raum verheiraten viele Eltern ihre Töchter nach eigenem Belieben. Und US-Amerikaner befürworten mehrheitlich die Todesstrafe. 
Alleine an diesen Beispielen sieht man: Hier gibt es nichts das angeboren sein kann. Bei uns fällt Kindesmissbrauch unter die schlimmsten moralischen Abartigkeiten. Bei den Etoro ist das normal.

Bei der Entscheidungsfindung werden im Gehirn zwei Pfade beansprucht: Das Denken und das Fühlen. Leider gewinnt im Regelfall die emotionale Seite. Durch Denken würden wir vernüftigere Entscheidungen treffen.
Dual Process Theory ("Zwei-Prozess-Theorie") Sie besagt kurz, dass ethische Fragen im Gehirn zwei verschiedene Pfade aktivieren, einen kognitiven und einen emotionalen. Die Gefühle hätten dabei das letzte Wort: Wir mögen manches zwar vernünftig finden, gut und richtig werde es erst kraft unserer Emotionen.
Auch Kant behauptete, dass ethische Urteile nur dann legitim sind wenn logisch hergeleitet werden:
Kant glaubte, ethische Urteile seien nur dann legitim, wenn man sie als richtig erkenne. Bauchgefühle allein genügten nicht; erst Einsicht in die zu Grunde liegenden Prinzipien mache den Menschen zu einem moralischen Wesen.
Verstand versus Emotion - verschiedene Möglichkeiten zur Entscheidung
Für den Neurophilosophen Jesse Prinz von der New York University zeugt die enge Verbindung von Ekel und Moral im Gegenteil davon, wie stark uns Erziehung und Kultur prägen. Denn was genau dem Einzelnen widerwärtig erscheint, sei nicht weniger flexibel als das soziale Gefüge selbst. Dass sich moralische Emotionen im Gehirn niederschlagen, beweise keineswegs, dass ihr jeweiliger Gegenstand irgendwie biologisch festgelegt sei.

Das Gehirn kann sogar auf verschiedenen Wegen zur gleichen moralischen Bewertung kommen. Das berichten etwa Forscher der kalifornischen Stanford University und der Seoul National University in Südkorea. Sie verglichen die Hirnaktivität von 16 amerikanischen und asiatischen Probanden, während diese moralische Dilemmata bewerteten.


Erklärung der Forscher: Amerikaner ringen stärker mit Für und Wider, weshalb sie im Schnitt auch etwas länger für ihre Entscheidung brauchten, während Asiaten eher Handlungen durchspielen oder vergleichbare Erfahrungen heranziehen. Unterm Strich bewerteten beide Gruppen das skizzierte Verhalten aber ganz ähnlich. 
D.h. zwischen Amerikanern und Asiaten ist der Ablauf im Gehirn unterschiedlich. Wenn es ein angeborenes moralisches Zentrum im Gehirn gäbe, wäre der Ablauf gleich. Sie kommen dennoch zum gleichen Ergebnis, was dafür spricht, dass beide bei dieser Entscheidung die gleiche kulturelle Prägung hatten.


Forscher untersuchten auch im Tierreich. Falls man dort moralisches Verhalten gefunden hätte, hätte man es auch auf Menschen übertragen können und von angeborener Moral gesprochen
Zwar zeigen andere Säuger durchaus Ansätze von moralischer Entrüstung, die der beim Menschen ähnelt. Doch sie bezieht sich allein auf solche Situationen, in denen man selbst zu kurz kommt – von allgemein gültigen Leitfäden keine Spur.
Abschließend kommen die Forscher zu folgender Erkenntnis:
Nicht Gut und Böse selbst sind im Gehirn angelegt, sondern unsere Fähigkeit, sie zu empfinden. Der Mensch ist zur Moral geboren – nur nicht zu einer bestimmten.


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30.04.2017 um 23:32
@DieLilly
Bevor ich hier weiter aushole, hätte ich eine Verständnisfrage:
Nach meinem Eindruck scheinst du davon auszugehen, Moral und Gerechtigkeit seien vollständig logisch objektivierbar und man könne sowas wie eine universelle, absolute Gerechtigkeit festlegen?

Das halte ich persönlich für ausgeschlossen.


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30.04.2017 um 23:43
raitoningu schrieb: Moral und Gerechtigkeit seien vollständig logisch objektivierbar und man könne sowas wie eine universelle, absolute Gerechtigkeit festlegen?
Es ist immer möglich jede Entscheidung logisch herzuleiten.
Bei manchen Entscheidungen dauert es jedoch aufgrund des Denkprozesses länger und manche Entscheidungen sind schwer zu treffen auf Grund der Komplexität (Dilemma).

Ich würde es als universelle Grundlage bezeichnen und die habe ich bereits dargelegt.


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30.04.2017 um 23:54
@DieLilly
Meinst du das hier?
DieLilly schrieb am 21.04.2017:Dazu wäre nur eine allgemein gültige Moralvorstellung nötig, aus der sich alles ableiten lässt:

Ziel ist der Schutz der Menschheit als Ganzes sowie Freiheit und Gleichheit für jeden einzelnen Menschen.
Die Freiheit des Einzelnen ist nur dann beschränkt, wenn sie die Freiheit und Integrität eines anderen einschränkt.
Zum Schutz der Menschheit gehört Klima- und Umweltschutz.
Tiere sind Bestandteil unseres Ökosystems und daher ebenso zu schützen. In Bezug auf Tiere ist jedes unnötige Leid zu vermeiden.

Handle in deinem Verhalten so, dass Du diese Grundsätze nicht verletzt.
Grundsätzlich eine gute Idee, bei näherer Betrachtung enthalten diese Grundsätze aber auch so einige Widersprüche und willkürlich zu beurteilende Variablen. Beispielsweise wirst du immer subjektiv abwägen müssen, ob gerade das Wohl der gesamten Menschheit oder das Wohl des Einzelnen höher zu bewerten ist. Beides geht oft nicht. Was käme denn für dich da an erster Stelle?
Und wer entscheidet, was "unnötiges" Leid ist?


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01.05.2017 um 07:39
DieLilly schrieb:Ich würde mich freuen wenn noch jemand zu Kohlbergs Moralentwicklung mitdiskutieren würde.

In welcher Stufe würdet Ihr Euch sehen und wo wollt Ihr hin?
@DieLilly

Die Frage hat noch keiner beantwortet. Was mich betrifft, habe ich auch meine guten Gründe dafür.

Deshalb dieselbe Frage an Dich zurück : In welcher Stufe siehst Du Dich und wo willst Du hin ?


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01.05.2017 um 07:46
raitoningu schrieb:Beispielsweise wirst du immer subjektiv abwägen müssen, ob gerade das Wohl der gesamten Menschheit oder das Wohl des Einzelnen höher zu bewerten ist.
Das ist richtig. Allerdings ist es nicht ganz SO schwierig. Die Grundpfeiler gibt es ja schon. Die europäische Gesetzgebeung gibt bezüglich Eigentum und Schutz des menschlichen Lebens ja schon das richtige Grundgerüst. (Über das Strafmaß kann man diskutieren, geht mir aber zu sehr ins Detail)

Wo diese Regeln gesetzmäßig angepasst gehören, ist vor allem der Umwelt- und Tierschutz. Hier gehören bessere staatliche Regelungen, die zB. bei der Energieversorgung die Kosten von Opprtunitätskosten (Kernkraft - Risiko, Entsorgung und Nachhaltigkeit) miteinbezieht.
Auch dazu gibt es bereits Studien, die bis ins Detail gehen und rein rationell und nicht nur monetär (geldmäßig) bewerten. Hier ein Beispiel: https://homepage.univie.ac.at/peter.weish/schriften/weish_atomkraft-und-nachhaltigkeit.pdf

Der nächste Punkt ist der Tierschutz:
Auch hier haben wir in Österreich seit ein paar Jahren ein modernes Tierschutzgesetz, das Vorbild für die EU ist.
http://www.bmgf.gv.at/home/Gesundheit/Tiergesundheit/Tierschutz/Tierschutzgesetz/
Ziel dieses Gesetzes ist:
Das Wohlbefinden eines Tieres kommt in der Befriedigung seiner Bedürfnisse und der Abwesenheit von Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwerer Angst zum Ausdruck. Bund, Länder und Gemeinden sind dazu verpflichtet, in der Öffentlichkeit ein Verständnis für den Tierschutz, insbesondere bei der Jugend, zu erwecken und dieses zu vertiefen.
Meiner Meinung nach ist das österreichische Tierschutzgesetz noch nicht perfekt.
Insbesondere was die Haltung von Nutztieren angeht. Die Bedingungen sind noch immer verheerend und entsprechen nicht einem "tierwürdigen" Leben. Auch die Haltung von Tieren in Zoos und Zirkussen gehört überdacht.
raitoningu schrieb:was "unnötiges" Leid ist
Besonder schlimm ist der Tierschutz immer noch im Bereich Tierversuche.
Doch nicht die 890.000 transgenen Labormäuse bestimmen die öffentliche Auseinandersetzung um Tierversuche, sondern zwei Dutzend Rhesusaffen des Bremer Kognitionsforschers Andreas Kreiter. Um zu verstehen, wie aus Sehen Erkennen wird, untersucht Kreiter das Zusammenspiel einzelner Gehirnzellen. Dazu lässt er den Tieren eine Zugangsröhre in die Schädeldecke operieren und eine Halterung an den Hinterkopf montieren. Im Experiment sollen die Affen mit der Bewegung eines Joysticks auf Figuren reagieren, die ihnen auf einem Computerbildschirm gezeigt werden. Dabei ist ihr Kopf im Versuchsstuhl fixiert. So können ins Hirn eingeführte Sonden die Aktivität ausgewählter Zellen exakt messen. Zur Belohnung bekommen die Versuchstiere einige Tropfen Apfelsaft. Das motiviert sie. Denn in der Nacht und am Morgen vor dem Experiment haben sie nichts zu trinken bekommen.
http://www.zeit.de/2014/21/tierversuche-versuchstiere-maeuse-ratten

Unnötiges Leid heißt auch, dass auch Laborratten und Mäuse trotz notwendiger Studien (auch hier: was ist wirklich notwendig) artgerechte (!) Haltung haben.
Wer das unnötige Leid bestimmt: Für alle gesetlichen Regelungen gilt: Der Gesetzgeber - Diese ziehen bei den Gesetzesentwürfen ohnehin Fachmeinungen hinzu. (Hier kann man auch NGOs mit einbeziehen)
Last but not least:
Die Verantwortung des Einzelnen in der Umsetzung (Umweltschutz fängt bei Mülltrennung und Müllvermeidung an)
Diese Regelung (siehe oben) greift besonders im gegenseitigen wertschätzenden Umgang.
Dafür gibt es nämlich keine (oder nur wenn es die Öffentlichkeit, also Medien betrifft) allgemeingültige Regeln.
Ziel ist die maximale Freiheit des Einzelnen und Rücksicht und Respekt von anderen.
Wenn jeder dies konsequent einhalten würde, bräuchten wir gar kein Nichtraucherschutzgesetz.
Hier greift nämlich der gegenseitige Respekt (Störender Rauch und Belastung durch Passivrauchen) und der Aspekt der Gesundheit (Bedienungspersonal in Lokalen).

Freiheut des Einzelnen: Typisches Beispiel wäre Homosexualität - Größtmögliche Freiheit und Gleichheit ist hier zu gewähren und der nötige Respekt aufzubringen. Homosexuelle schränken nämlich niemand anderen in ihrer Freiheit ein.


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01.05.2017 um 08:05
schtabea schrieb:In welcher Stufe siehst Du Dich und wo willst Du hin ?
Ich denke, dass ich in Stufe 6 arbeite. Ich habe erkannt worum es geht und versuche es anzuwenden. Perfekt bin ich noch lange nicht, das dauert sicher jahrelang.
Die Moralbegründung orientiert sich jetzt am Prinzip der zwischenmenschlichen Achtung, dem Vernunftstandpunkt der Moral. Das richtige Handeln wird mit selbstgewählten ethischen Prinzipien, die sich auf Universalität und Widerspruchslosigkeit berufen, in Einklang gebracht, wobei es sich also nicht mehr um konkrete moralische Regeln, sondern um abstrakte Prinzipien handelt (kategorischer Imperativ).
Die Definition für den kategorischen Imperativ nach Kant aus Wiki:
Der kategorische Imperativ (im Folgenden kurz KI) lautet in seiner Grundform: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.“ Er ist im System Immanuel Kants das grundlegende Prinzip der Ethik. Er gebietet allen endlichen vernunftbegabten Wesen und damit allen Menschen, ihre Handlungen darauf zu prüfen, ob sie einer für alle, jederzeit und ohne Ausnahme geltenden Maxime folgen und ob dabei das Recht aller betroffenen Menschen, auch als Selbstzweck, also nicht als bloßes Mittel zu einem anderen Zweck behandelt zu werden, berücksichtigt wird.
Beim Kategorischen Imperativ möchte ich aber einschränken, dass es keine absolut allgemeingültigen Regeln gibt. Die Regeln sind situationselastisch.
Nach Kant würde sich ergeben, dass man nicht lügen darf. Allerdings gibt es Situationen wo lügen zum Schutz vor Verbrechen etc. notwendig ist. (Extrembeispiel: Ich verstecke Anne Frank bei mir auf dem Dachboden und lüge die Behörden an um ihr Lebne zu schützen.)

Das heißt im Prizip ist jede einzelne Situation zu prüfen ob sie moralisch richtig ist.


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dedux
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01.05.2017 um 08:43
DieLilly schrieb:Alleine an diesen Beispielen sieht man: Hier gibt es nichts das angeboren sein kann. Bei uns fällt Kindesmissbrauch unter die schlimmsten moralischen Abartigkeiten. Bei den Etoro ist das normal.
Hier geht man davon aus, dass die Etoro ihre Kinder missbrauchen, es wird also unsere kulturelle Vorstellung als höherwertig angesehen. Für die Etoro ist es ein Ritual und ich gehe nicht davon aus, dass ihre Kinder dadurch traumatisiert werden.
Es handelt sich hier um Boulevard-Argumentation, um eine Zeitung zu verkaufen.
DieLilly schrieb:Bei der Entscheidungsfindung werden im Gehirn zwei Pfade beansprucht: Das Denken und das Fühlen. Leider gewinnt im Regelfall die emotionale Seite. Durch Denken würden wir vernüftigere Entscheidungen treffen.
Es gibt nur einen Pfad, der zwei Komponenten hat, weil Denken und Fühlen untrennbar miteinander verbunden sind. Es ist ein Irrtum zu glauben, man könne Denken und Fühlen trennen und käme dann zu vernünftigeren Entscheidungen. MMn. ist die emotionale Seite überhaupt die Grundlage des Verlangens nach einer Moral, weil sie nach dem Prinzip des Wohlbefindens entscheidet. Reine Verstandeslogik ohne Emotion bedarf keiner Moral, da sie mechanistisch ist.
DieLilly schrieb:Nicht Gut und Böse selbst sind im Gehirn angelegt, sondern unsere Fähigkeit, sie zu empfinden. Der Mensch ist zur Moral geboren – nur nicht zu einer bestimmten.
So sehe ich das auch und habe das mit meinem Hinweis auf Empathie und Nachahmung verdeutlicht. Die Frucht, die aus dieser Grundausstattung erwächst, ist stets ähnlicher Gestalt. Sie sichert friedliches Zusammenleben in größer werdenden Einheiten. Vom Individuum zur Familie, zur Sippe, zum Volk etc.


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01.05.2017 um 08:46
DieLilly schrieb:Ich würde mich freuen wenn noch jemand zu Kohlbergs Moralentwicklung mitdiskutieren würde.

In welcher Stufe würdet Ihr Euch sehen und wo wollt Ihr hin?
Der erste Grund warum ich auf diese Frage nicht antworten kann ist :  Ich halte diese Skala für viel zu schematisch .  Kein Mensch befindet sich auf Stufe 2, 3 oder 6 .  Vielmehr ist es so, dass jede einzelne unserer tagtäglichen Handlungen sich teilweise sehr unterschiedlichen Stufen zuordnen lässt.


Den zweiten Grund habe ich schon in meinem ersten Posting hier angedeutet :
schtabea schrieb:In Deutschland verfügen wir über ein monatliches durchschnittliches Einkommen von 2700 €. Auf der anderen Seite hungern eine Milliarde Menschen, verfügen über weniger als 30 € im Monat . Jeder einzelne von uns könnte daran etwas ändern , indem wir einfach 50, 500 oder 1000 € im Monat für die Hungernden spenden . Aber fast niemand tut das .
Können wir in der westlichen Welt da wirklich von Moral und Gerechtigkeit sprechen ? Können wir uns da selbst auf einer Werteskala von eins bis sechs bei sechs einordnen, während gleichzeitig eine Milliarde Menschen hungern?


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01.05.2017 um 08:51
DieLilly schrieb:Das heißt im Prizip ist jede einzelne Situation zu prüfen ob sie moralisch richtig ist.
Um den nächsten Schritt zu vollziehen ist es mMn. nötig anzuerkennen, dass eine Situation grundsätzlich moralisch in einer Schwebe ist, die niemals vollumfänglich und endgültig bewertet werden kann. Durch die Kunst, einer endgültige Bewertung zu entgehen, kann sich der Umfang und die Komplexität des moralisch-geistigen Gewebes vergrößern.


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01.05.2017 um 10:10
@DieLilly
Danke für deine ausführliche Antwort, leider weicht sie meiner Fragestellung ein wenig aus.

Du hattest die von dir formulierte Maxime als "universelle Grundlage" bezeichnet, da sollte es m.E. eigentlich nicht erforderlich sein, sich auf bestehende Gesetze berufen zu müssen. Welche sicher keine absolute Gerechtigkeit beinhalten, sondern mühsam ausgehandelte Kompromisse unterschiedlicher Interessen in einer Gesellschaft darstellen.

Und wer formell darüber entscheidet, was "notwendig" ist, ist mir schon klar, diese Frage war eher rhetorischer Natur um dir zu verdeutlichen, dass schon allein diese Formulierung eine willkürliche, subjektive Bewertung beinhaltet.


Aber versuchen wir es anders:
Stell dir vor, du wirst zum Alleinherrscher einer fiktiven Gesellschaft ernannt, in der du ähnliche Voraussetzungen und Probleme wie in unserer vorfindest, in der es jedoch keine oder kaum "gerechte" Normen und gesetzliche Regelungen gibt.
Deine Untertanen sind aber grundsätzlich kooperativ und gewillt, alles so auszuführen, wie du es ihnen vorgibst.

Nun möchstest du deine, deiner Ansicht nach absolut logischen und rationalen Grundsätze dort umsetzen, welche aber naturgemäß schon in sich zu Interessenskonflikten führen. Weshalb du dafür erstmal grundsätzliche Prämissen festlegen müsstest, beispielsweise:
- Was wiegt im Zweifelsfall schwerer, das Wohl des Einzelnen oder das Wohl der Gesamtgesellschaft?
- Steht der Mensch über dem Tier, oder sind sie als gleichwertig anzusehen?
- Spielt der Schutz der Umwelt und des Ökosystems nur - wie von dir eigentlich ziemlich egoistisch formuliert - in Bezug auf den Menschen eine Rolle und könnte ansonsten vernachlässigt werden, oder wären die auch unabhängig von den Interessen der Menschheit zu schützen?

Diese Fragen müsstest du ja selbstverständlich absolut gerecht und moralisch eindeutig "richtig" beantworten können, wenn sich beides zweifelsfrei logisch herleiten lässt?


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