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Kopftuch aus Solidarität?

1.039 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Österreich, Kopftuch, Solidarität ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 08:37
Jetzt ausgerecht iranische Frauen als Vorzeigefigur der emanzipierten Frau vorzuführen ist ja wohl mehr als lächerlich.
Diese Frauen wurden seit 1979 dazu gezwungen Kopftücher zu tragen und natürlich nimmt man es dann nicht ganz so streng.

Die Lage der Frauen im Iran ist durch gesetzliche und gesellschaftliche Diskriminierung geprägt,[1] eine Gleichberechtigung der Frauen ist im Iran nicht gegeben und wird von der Führung abgelehnt.[2] Menschenrechtsgruppen kritisierten deshalb die Wahl des Iran in die UN-Frauenrechtskommission (2010 bis 2015) durch den Wirtschafts- und Sozialrat.[2] Iran hat neben fünf anderen Ländern die UN-Konvention zur Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau nicht unterzeichnet.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 08:41
Zitat von AbahatschiAbahatschi schrieb: einerseits sollte man Religionsoffen sein und nichts gegen den Islam sagen
Das kann weder gut noch richtig sein. Man muss schon die Freiheit haben (dürfen) zu sagen, was man für richtig oder falsch hält und auch mal kitisieren dürfen, ohne sofort in die rechte Ecke gestellt zu werden.

Ich glaub, genau das nimmt immer weiter zu und ich halte es für eine gefährliche Entwicklung!


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 08:50
Zitat von boraboraborabora schrieb:Man muss schon die Freiheit haben (dürfen) zu sagen, was man für richtig oder falsch hält und auch mal kitisieren dürfen, ohne sofort in die rechte Ecke gestellt zu werden.
Dieser Punkt ist in DE längst überschritten - man merkt ja das daran dass man die Schuld dafür(sic!) den Rechten gibt.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:22
Kommt für mich nicht in Frage, auch nicht aus Solidarität. Anfeindungen sollten trotzdem von der Gesellschaft aufs schärfste abgelehnt werden. Trotzdem symbolisiert das Kopftuch die Unterdrückung der Frau und das in vielen islamischen Ländern und mit so etwas sollte man sich auf keinen Fall solidarisieren, das ist der völlig falsche Ansatz. Religion sollte private Angelegenheit bleiben, denn da gehört sie hin. Wenn sich Frauen freiwillig unterdrücken lassen wollen, dann ist es deren Sache. Da viele Frauen aber auch dazu gezwungen werden, sich zu verschleiern, finde ich diesen Vorschlag von Van der Bellen sehr befremdlich.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:24
@Abahatschi
@borabora
es geht um Anfeindungen gegen muslimische Frauen, weil sie Kopftuch tragen. Ist das immer noch nicht angekommen? Es geht nicht darum, mal wieder angeblich was nicht sagen zu dürfen oder wohl mal was sagen zu dürfen. Kann man mal den Blick von sich abwenden und ihn darauf lenken, dass Menschen angefeindet werden? Sind Anfeindungen egal, wenn es sich um Muslima handelt? Und bezüglich der Anfeindungen spielt es wohl kaum eine Rolle, ob die Frauen gezwungen werden, Kopftuch zu tragen, oder nicht, müssen/dürfen sie angefeindet werden, wenn es unfreiwillig ist oder nur, wenn es freiwillig ist? Hat man das Recht dazu, weil man ja wohl noch was sagen darf? Nein. Hat man nicht und deshalb ist es absolut verständlich, dass jemand, sollten sich die Anfeindungen noch verstärken, sagt, dass man sich dann solidarisch mit diesen Frauen zeigen möge. EGAL aus welchem Grund sie das Kopftuch tragen.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:26
Interessant finde ich immer wieder, dass sich gerade diejenigen, die hierzulande ein eher frauenfeindliches und traditionalistisches Rollenbild vertreten (siehe AfD-Programm) sich in der Kopftuchfrage plötzlich auf Frauenrechte und -freiheiten berufen und zu deren entschiedensten Verteidigern aufschwingen. Lasst mal stecken, Jungs, ihr seid durchschaut!


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:29
Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Frau es gerne tut. Ich weiß aber aber auch, dass es für viele nur ein Modeaccessoire ist.
Im Prinzip ist mir das egal wie jemand rumläuft. Ich habe mit einer mal zusammen gearbeitet, die ziemlich früh geheiratet hat und dann nach der Hochzeit einen trug. Sie erzählte mir was von "ehre" und "stolz". Aber sie machte kein glücklichen Eindruck. Ich war damals die einzige Atheistin zwischen 4 Muslimen und eig. hat man sich respektiert wie man ist. Aber ich würde auch mir nie eins aufsetzen...


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:32
Und wieder das allseits beliebte "IHR seid doch eh alle Rechte" Geblubber. Das manche Menschen die sich eher in der Mitte sehen, einfach nicht die Hirnverrenkung hinkriegen, sich mit etwas zu solidarisieren, was gegen die weibliche Freiheit ist, um sich mit Frauen zu verbrüdern, scheint für manche nicht verstehbar zu sein.

Früher hat sich die Linke mit den Schwachen verbrüdert, mit den Abgehangenen, denjenigen ohne Stimme und heute unterstützen diese solche menschenverachtenden Systeme. Ich kapiere es nicht.


Wie kann man gleichzeitig auf Demos auftauchen die für die Rechte von Homosexuellen abgehalten werden um am nächsten Tag den Islam in all seinen Facetten zu verteidigen?


Es ist immer falsch wenn Menschen körperlich oder seelisch angegriffen werden, aber nur weil das zum Beispiel auch Nazis passiert muss ich mich noch lange nicht mit ihnen fraternisieren.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:33
Finde ich gut. Jede Frau sollte das tragen was sie will.
Ob das jetzt für den anderen sinnvoll ist, ist dahin gestellt.

Aber Respekt ist wichtiger als persönlicher Geschmack.

Außer bei Burka. Das finde ich passt nicht in das Gesellschaftsbild und ist ehr verstörend.
Außerdem ist das Vermummung. Und das ist auch respektlos.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:34
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb: Sind Anfeindungen egal, wenn es sich um Muslima handelt?
Das und das Andere leitest Du aus meinen Beitrag ab?
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:? Und bezüglich der Anfeindungen spielt es wohl kaum eine Rolle, ob die Frauen gezwungen werden, Kopftuch zu tragen, oder nicht, müssen/dürfen sie angefeindet werden, wenn es unfreiwillig ist oder nur, wenn es freiwillig ist?
Wenn man Kopftücher trägt der Solidarisierung wegen, wird man den Frauen nicht gerecht, die es tragen müssen u. für mich spielt
das eine grosse Rolle!


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:36
@borabora

Hast Du denn schon mal Kopftuchträgerinnen gefragt, ob sie "müssen" oder "wollen"?


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:38
@Doors
Es ist ja nicht so, dass Frauen in Deutschland nicht unterdrückt werden sollen. Sie sollen halt nur nicht von anderen unterdrückt werden.
Zitat von EleonoreEleonore schrieb:Ich war damals die einzige Atheistin zwischen 4 Muslimen und eig. hat man sich respektiert wie man ist.
Das ist auch das einzig vernünftige. Und ich kenne es aus meinem Umfeld auch nicht anders, als dass man sich gegenseitig respektiert unabhängig von Religion und Kultur.
Zitat von boraboraborabora schrieb:Wenn man Kopftücher trägt der Solidarisierung wegen, wird man den Frauen nicht gerecht, die es tragen müssen u. für mich spielt
das eine grosse Rolle!
Wieso das? Die Solidarisierung geht gegen Intoleranz und Hass. Frauen die es tragen müssen, werden oft doppelt gegängelt, einmal indem sie es tragen müssen und zudem indem sie sich noch Anfeindungen aussetzen müssen, weil sie es tragen. Die haben Unterstützung vermutlich noch nötiger als die freiwilligen Trägerinnen. Das Kopftuch ist für diese oft der einzige Weg überhaupt am öffentlichen Leben teilzunehmen.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:39
Zitat von DoorsDoors schrieb:Hast Du denn schon mal Kopftuchträgerinnen gefragt, ob sie "müssen" oder "wollen"?
Hast du denn das allumfassende Wissen, dass es nur freiwillig getragen wird? Natürlich gibt es Frauen die ein Kopftuch tragen müssen, hierzulande und erst recht in anderen Ländern.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:41
@cassiopeia88
es wird kein System unterstützt, es werden erst einmal die Frauen unterstützt, die angefeindet werden. Die, die gezwungen sind, Kopftuch zu tragen leiden dann ja sogar doppelt. Aber das übersieht man hier ja gerne. Wenn die Frau gezwungen ist, Kopftuch zu tragen, obwohl sie es nicht will und noch angefeindet wird, weil sie es trägt....ja herrlich, so vertritt man natürlich politische Standpunkte in dem man den Opfern dessen, was man ja anprangert, keine Solidarität gewähren möchte. Die, die es freiwillig tragen, nutzen ihr Recht, unser aller Recht, sich so zu kleiden, wie sie möchten. Keine von beiden soll angefeindet werden.

Wenn man Frauen, die es unfreiwillig tragen vor Anfeindungen schützt, dann macht man, wie ich finde, sehr deutlich, worum es einem geht, dass Menschen hier unbehelligt leben dürfen/können, man vermittelt diesen Frauen Sicherheit und gibt ihnen die Möglichkeit, zu vertrauen und so auch die Möglichkeit, sich gegen das erzwungene Kopftuchtragen zu wehren. Wenn man sie aber auch noch für etwas anfeindet, was sie nicht freiwillig tun, welche Message sendet das? Erklär mir das mal.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:42
Nach meinen Erfahrungen aus der Arbeit mit Geflüchteten:

Frauen aus patriarchalischen Gesellschaften wissen ihre Freiheiten hier zu schätzen und Schritt für Schritt zu erobern.
Fast alle Kopftuchträgerinnen, mit denen ich zu tun habe, tragen inzwischen keines mehr. Dafür benutzen sie Verhütungsmittel, lernen schwimmen und Fahrrad fahren - und löchern mich wegen Ausbildungsplätzen und Arbeit.

Ich sehe Frauen, die merken, dass sie hierzulande mehr Freiheiten haben als in Afghanistan, im Iran, in Somalia oder im Sudan - und die diese Freiheiten nutzen wollen.

Sicher gibt es natürlich auch die anderen, die sich aus Angst und/oder Unsicherheit über soviel ("zuviel?) Freiheit stärker an Traditionen klammern. Vergleichbares habe ich in den 1990ern schon bei Frauen aus der zusammen brechenden UdSSR erlebt.

Ich wehre mich allerdings dagegen, alle muslimischen Frauen als so eine Art vorfrauenbewegter Heimchen am Herd zu betrachten, die sich in alle in ihr Kopftuch mümmeln und Männe machen lassen. Ich denke, so, wie es ultrakonservative europäische Frauen gibt, so gibt es auch progressive aus dem arabisch/afrikanischen Kulturkreis.

Neulich antwortete eine Muslima auf die Frage, warum sie ein Kopftuch trüge, mit der Gegenfrage:

Warum trägst Du eine Hose?

Natürlich wäre ein Verbot religiöser Bräuche und Symbole im öffentlichen Raum oder auch nur im öffentlichen Dienst sinnvoll. Ein Verbot von Religionsunterricht an Schulen wäre ja schon mal ein Anfang. In weiteren Schritten könnten Kruzifixe in der Öffentlichkeit verschwinden, Prozessionen, Kirchengebimmel und der ganze andere Aberglaubens-Schabernack.
Religion ist halt Privatsache.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:42
Zitat von FennekFennek schrieb: Die Solidarisierung geht gegen Intoleranz und Hass.
Ist längst angekommen. Doch sollte man religiose Symbole dafür einsetzen?
Und ist das überhaupt erwünscht oder gern gesehen von den Muslimen?

Ich bin mir keinesfalls sicher.

Warum keine Demonstrationen gegen Fremdenhass veranstalten? Sicher gibt es noch mehr Möglichkeiten.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:42
Zitat von FennekFennek schrieb:Frauen die es tragen müssen, werden oft doppelt gegängelt, einmal indem sie es tragen müssen und zudem indem sie sich noch Anfeindungen aussetzen müssen, weil sie es tragen. Die haben Unterstützung vermutlich noch nötiger als die freiwilligen Trägerinnen.
So ist es. Als ich noch in der fundamentalistischen Bewegung war und jahrelang nach einer Kleiderordnung lebte, brachte das sticheln und so gar nichts. Man fühlt sich da eher in eine Ecke gedrängt und zieht sich in den gewohnten Kreis zurück 


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:42
@Doors
Zitat von DoorsDoors schrieb:Hast Du denn schon mal Kopftuchträgerinnen gefragt, ob sie "müssen" oder "wollen"?
Ich habe das gemacht und habe unterschiedliche Antworten bekommen. 


@Fennek
Zitat von FennekFennek schrieb:Frauen die es tragen müssen, werden oft doppelt gegängelt, einmal indem sie es tragen müssen und zudem indem sie sich noch Anfeindungen aussetzen müssen, weil sie es tragen. Die haben Unterstützung vermutlich noch nötiger als die freiwilligen Trägerinnen.
Man liefert den religiösen Fundis ein Argument und Propagandafutter: "Schaut mal, sogar in Europa fangen die Frauen an Kopftücher zu tragen und ihr wollt sie ablegen?!" Es wäre eine echt "tolle" Botschaft


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:44
Zitat von EleonoreEleonore schrieb:So ist es. Als ich noch in der fundamentalistischen Bewegung war und jahrelang nach einer Kleiderordnung lebte, brachte das sticheln und so gar nichts. Man fühlt sich da eher in eine Ecke gedrängt und zieht sich in den gewohnten Kreis zurück
Und genau so fördert man auch die Entstehung und Stärkung von Parallelgesellschaften. Wenn man andere ausgrenzt, weil sie anders sind, ziehen sie sich oft wieder unter ihresgleichen zurück. Und danach wirft man ihnen vor, sie seien ja nicht bereit sich zu integrieren.


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Kopftuch aus Solidarität?

28.04.2017 um 09:44
Zitat von LemniskateLemniskate schrieb:Meine Oma ging nie ohne aus dem Haus...
mitte der 70er war das aber dann auch vorbei.
Liegt vielleicht daran, dass dann die muslimischen Gastarbeiter kamen und unsere Frauen die Kopftücher ablegten, um nicht mit Muslimen verwechselt zu werden?


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