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Wie sehr schätzt ihr das Leben wirklich?

169 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leben, Glaube, tot ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wie sehr schätzt ihr das Leben wirklich?

30.08.2017 um 15:38
Zitat von Black_CanaryBlack_Canary schrieb: Und ich meine jetzt nicht das Jammern, wenn man wirklich etwas schlimmes erlebt hat!
Was ist denn wirklich schlimm?

Da hat jeder andere Maßstäbe.

Sicher höre ich auch mal von Sachen, wo ich mir meinen Teil denke.

Doch im Grunde entscheidet es jeder für sich selbst und "urteilt" andere Menschen dementsprechend ab.


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30.08.2017 um 15:38
Zitat von Black_CanaryBlack_Canary schrieb:Naja, wir Deutschen neigen schon dazu, zu jammern. Und ich meine jetzt nicht das Jammern, wenn man wirklich etwas schlimmes erlebt hat! Aber das "Ey, die Flüchtlinge kriegen alles von uns in den Arsch geschoben und unsere Rente ist so klein" - DAS ist glaube das, was @Fracturner meint. Das geht einfach gar nicht.
Dann hat Fracturner meinen Beitrag, auf den er sich bezog, wohl falsch verstanden.
Es geht mir nicht um Menschen, die jammern, obwohl es ihnen gut geht, sondern um den simplen Umstand, dass der Rahmen eines Lebens, also seine Lebensbedingungen und Umstände, schlicht nicht grundsätzlich von seiner Herkunft abhängt. Es gibt schlechte Lebensbedingungen auch in westlichen Ländern und wie diese Bedingungen letztlich empfunden werden, ist auch wieder relativ. Jemand, der hier in Armut lebt, hat meiner Meinung nach sehr wohl das "Recht" sich arm zu fühlen, während andere um ihn herum ein besseres Leben führen. Die indischen Kinder ändern an seiner Empfindung nichts. Und deshalb finde ich es auch ein wenig anmaßend, jemandem vorschreiben zu wollen, worüber er jammern darf und worüber nicht. Sollen die Menschen doch jammern! Würde es ihnen gut gehen, hätten sie etwas Besseres zu tun. Natürlich ist das traurig, aber so ist eben das Leben - so kunterbunt und glitzernd, wie manche das gerne darstellen, ist es halt nicht, jedenfalls nicht für den Großteil der Weltbevölkerung.


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30.08.2017 um 15:38
Zitat von KältezeitKältezeit schrieb:Ich gehe nicht nach Hause und denke, dass ich etwas Gutes getan habe, obwohl ich natürlich dafür sorge, dass in meiner Abteilung alles läuft.
Siehst Du. Das mein ich ;)


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30.08.2017 um 15:41
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb: so kunterbunt und glitzernd, wie manche das gerne darstellen, ist halt nicht, jedenfalls nicht für den Großteil der Weltbevölkerung.
@Hyphaema
Mein Leben war das auch nie, ich habs halt bunt und glitzernd gemacht. Warum? Weil ich es so wollte. ich will nicht am Ende meines Lebens dastehen und sagen: Oh Mann, hatte ich ein scheiß Leben. Nee, da weiger ich mich strikt gegen. Aber jedem das seine :)


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30.08.2017 um 15:47
@Black_Canary

Ist doch legitim. Ich spreche hier auch nicht über mein Leben, sondern eine allgemeine Einstellung. Ich bin mit meinem Leben trotz schlechter Bedingungen auch soweit zufrieden, jedenfalls hätte es mich um ein Vielfaches schlimmer treffen können.
Was mich jedoch "nervt" sind diese versteckten "Dann musst du halt etwas aus deinem Leben machen" - Aussagen. Ja, bei manchen oder vielen Leuten mag das geklappt haben - da spielen nicht nur die exogenen Faktoren eine entscheidende Rolle, sondern auch endogene und die sogenannte Resilienz. Dann gibt es allerdings auch Menschen, denen weder ihre engogenen noch exogenen Faktoren entgegen kamen, die nicht so stressresistent sind, die keinen Halt im Leben haben und die so ziemlich aus jedem Raster fallen. Für solche Menschen sind solch süffisante Sprüche ein Schlag ins Gesicht. Die Fähigkeit glücklich zu sein und sich sein Leben schön zu machen, sollte man nicht als selbstverständlich betrachten. So etwas muss auch erst mal aus einem selbst kommen, intrinsisch. Und intrinsische Motivation funktioniert selten, wenn alles außen herum schlecht ist. Und wie gesagt: Ich rede nicht von mir.
Ich habe allerdings eine persönliche Abneigung gegen Romantisierungen und Kitsch jeder Art und dieses "Life is beautiful" ist für mich sowohl das eine als auch das andere.


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30.08.2017 um 15:53
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Und ja, die Natur ist grausam und relativ wenig romantisch.
Die Natur, die alles um dich herum erschaffen hat, vom kleinsten Lebewesen bis zu dem Punkt an dem du mit deiner Familie eine Existenz fristest - die Natur, die alle Gerüche und Sinneseindrücke um dich geschaffen hat, die Natur, die dafür verantwortlich ist dass du als eingenständiges Individuum wahrnehmen und auch BEWUSST Dinge wahrnehmen kannst - diese Natur ist grausam und relativ wenig romantisch? Meine nicht.
Jemand, der hier in Armut lebt, hat meiner Meinung nach sehr wohl das "Recht" sich arm zu fühlen, während andere um ihn herum ein besseres Leben führen.
Aber genau das isses doch "während andere" - Würde jeder in dieser von dir beschriebenen Armut leben, gäbe es doch den diese subjektive Diskrepanz aus Wohlfühlen/ Glücklichsein vs. "Was hat der, was ich nicht hab"? nicht. Und ich weiß von mir, als ich mich in einer akuten Phase befunden hab, hab ich auch nur nach links und rechts geguckt, aber nich in mich hinein.


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30.08.2017 um 15:56
Zitat von knopperknopper schrieb:Muss man aber auch fairerweise dazu sagen, dass solche Bilder dem durchschnittlichen Bürger heutzutage eher nicht begegnen...sondern wirklich nur im Film.
Hierzulande nicht. Aber rede mal mit Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan oder Somalia - dann weisst Du, was Menschen anderen Menschen antun können, was Menschen erleben und ertragen müssen.


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30.08.2017 um 15:58
Zitat von FracturnerFracturner schrieb:Die Natur, die alles um dich herum erschaffen hat, vom kleinsten Lebewesen bis zu dem Punkt an dem du mit deiner Familie eine Existenz fristest - die Natur, die alle Gerüche und Sinneseindrücke um dich geschaffen hat, die Natur, die dafür verantwortlich ist dass du als eingenständiges Individuum wahrnehmen und auch BEWUSST Dinge wahrnehmen kannst - diese Natur ist grausam und relativ wenig romantisch? Meine nicht.
Das ist deine verklärte, romantisierte Sicht auf die Natur.
Die Natur selbst basiert auf physikalischen, biologischen, biochemischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten. Der Natur ist es egal, ob für dich der Duft einer Rose eine entsprechende biochemische Reaktion im Gehirn auslöst und wie du dabei empfindest.
Zitat von FracturnerFracturner schrieb:Würde jeder in dieser von dir beschriebenen Armut leben, gäbe es doch den diese subjektive Diskrepanz aus Wohlfühlen/ Glücklichsein vs. "Was hat der, was ich nicht hab"? nicht.
Stimmt, gäbe ist nicht. Aber diese Armut und jede Menge weiterer Ungleichheiten oder Ungerechtigkeiten, wie auch immer man sie definieren mag (ich halte Gerechtigkeitsempfinden auch für subjektiv), existieren ja trotzdem. Leid existiert überall und Leid ist Leid. Das ist es, was ich aussagen will. Egal, ob jemand vorm Verhungern ist, oder in einer "schnöden" Depression steckt - das Leid ist existent, also kann man es auch nicht wegreden.


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30.08.2017 um 16:04
Natur, das sind auch Mücken, Wespen, Viren, Bakterien, Schimmelpilze, Erdbeben, Stürme, Überschwemmungen - und natürlich die Mitmenschen.

Manchmal kann ich auf Natur getrost verzichten.


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30.08.2017 um 16:11
@Black_Canary
Nö eig echt nicht. Ich bin zufrieden so wie es ist. Ich sage ja nicht das mein Leben scheiße ist :D nur habe ich für mich noch keinen Sinn entdeckt. Vill ändert sich das ja noch mal.
@Kältezeit ja, aber auch da kann man das Gefühl haben nicht wichtig zu sein...


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30.08.2017 um 16:17
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Das ist deine verklärte, romantisierte Sicht auf die Natur.
Die Natur selbst basiert auf physikalischen, biologischen, biochemischen und chemischen Gesetzmäßigkeiten. Der Natur ist es egal, ob für dich der Duft einer Rose eine entsprechende biochemische Reaktion im Gehirn auslöst und wie du dabei empfindest.
Mir doch aber nicht?
Das ist doch der Punkt. Sicher juckt sie die Natur nicht dran, was wonach riechen könnte und wie das der Mensch aufnimmt.
Aber ich nehme es doch auf und verarbeite es. Und wenn es etwas schönes/ angenehmes/ positives ist, kann ich doch dem Kreator, in diesem Zusammenhang der Natur, huldigen. Und trotz Problemen, Schicksalsschlägen und allem drum und dran - halt einfach kein Bilderbuchleben, ist das was die Natur erschaffen hat - meine Existenz - was tolles und wer das ganz subjektiv für sich selbst verneinen kann, der tut mir ernsthaft und herzlichst leid. In keiner Form abwertend gemeint.


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30.08.2017 um 16:28
Zitat von FracturnerFracturner schrieb:Mir doch aber nicht?
Das ist doch der Punkt. Sicher juckt sie die Natur nicht dran, was wonach riechen könnte und wie das der Mensch aufnimmt.
Aber ich nehme es doch auf und verarbeite es. Und wenn es etwas schönes/ angenehmes/ positives ist, kann ich doch dem Kreator, in diesem Zusammenhang der Natur, huldigen. Und trotz Problemen, Schicksalsschlägen und allem drum und dran, ist das was die Natur erschaffen hat - meine Existenz - was tolles.
Darum ging es aber in meinem Satz nicht und auch deine Antwort auf mein Zitat hatte einen anderen Sinngehalt. Du unterstelltest der Natur, etwas Tolles oder Romantisches zu sein. Darauf gab ich dir die Antwort, dass das deine Wahrnehmung ist und nicht die objektive Realität der Natur. Der Natur ist es egal, ob Lebewesen leiden. Was meinst du wieviele Millionen und Milliarden kleinster und größerer Lebewesen täglich sterben, nicht wenige davon unter subjektiv als grausam empfunden Umständen. Was ändert sich für den Planeten? Für den Kosmos? Gar nichts. Die Natur selbst kennt keine Ethik, keine Moral, keine gesellschaftlichen Normen oder Wertigkeiten. Sie urteilt nicht über Leid oder Nicht-Leid. Leben wird erschaffen, Leben vergeht. Ziemlich langweilig eigentlich. Was gewiss ist, ist die Tatsache, dass wir am Ende alle totes Fleisch sind und für den Erhalt des Kosmos niemals eine Rolle spielten. DAS war der Inhalt meiner Aussage, den du "traurig" findest.

Allerdings hast du mit deiner aktuellen Aussage absolut nicht unrecht. Selbstverständlich kannst du die Natur als etwas wundervolles empfinden oder interpretieren. Selbstverständlich kannst du deinem Leben einen Sinn geben und es genießen. Warum solltest du das auch nicht tun dürfen? Nur frage ICH mich halt, wie man darauf kommt, die eigene Existenz, unabhängig davon welchen Umständen man unterworfen ist, als etwas "Tolles" zu sehen. Wieso? Ich persönlich wäre manchmal froh abgetrieben worden zu sein und zwar deshalb, weil mein Leben keinerlei Mehrwert für Irgendetwas hat, weil ich schlicht einfach nur "da" bin, mich Gesetzmäßigkeiten unterwerfen muss, die meinen persönlichen Bedürfnissen zuwider laufen, weil ich auf der Welt gefangen mit inmitten von Individuen, die mir auf die Nerven gehen.
So gesehen vertreten wir wohl 2 recht unterschiedliche Standpunkte, die auf sehr unterschiedlichen Erfahrungswerten basieren. Da kann man nichts machen, schätze ich. Allerdings finde ich beide Standpunkte durchaus legitim - ich spreche niemandem ab, sein Leben schön finden zu dürfen. ^^


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30.08.2017 um 16:40
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Was gewiss ist, ist die Tatsache, dass wir am Ende alle totes Fleisch sind und für den Erhalt des Kosmos niemals eine Rolle spielten. DAS war der Inhalt meiner Aussage, den du "traurig" findest.
@Hyphaema

Es ist gewiss, dass wir alle irgendwann nicht mehr da sind. Ja - und weiter? Das ist nichts neues, so ist nunmal der Lauf der Dinge. Ziemlich unstrittig :) Gerade deswegen ist es mir wichtig, jeden Tag so gut es geht zu genießen und immer etwas zu machen, was mir Freude bereitet - so kann ich am Ende sagen: Jupp, genau so wollt ich das!


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30.08.2017 um 18:40
@Black_Canary

Klar. Dein Leben ist zwar bedeutungslos, aber das hindert dich selbstverständlich auch nicht daran, es so gut es geht zu genießen. Insofern bist du sogar privilegiert, weil du das kannst. Also ist doch alles top! :)
Ich argumentiere auch nicht dagegen, dass man sein Leben genießen soll, sondern dagegen, dass das Leben an sich etwas "Wundervolles" sei. Das ist es nicht per se und im Grunde spielt das Leben eines Einzelnen auch überhaupt keine Rolle.
Dementsprechend schätze ich das Leben nicht. Ich halte es für einen Zufall, für ein Hamsterrad, in dem wir laufen oder aus dem wir aussteigen, das sich aber, egal wie wir entscheiden, immer weiter drehen wird.


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31.08.2017 um 09:44
Zitat von HyphaemaHyphaema schrieb:Das ist es nicht per se und im Grunde spielt das Leben eines Einzelnen auch überhaupt keine Rolle.
@Hyphaema
Aber auch das ist wieder Auslegungssache. Mein Leben ist per se etwas Wunderbares. Aber auch nur, weil ich es zelebriere und es zu etwas Wunderbarem mache :)


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31.08.2017 um 11:47
Wohl alle Menschen möchten ein sorgenfreies Leben voll Glück, Zufriedenheit und Harmonie leben.

Einigen gelingt es, genau das, zumindest ein stückweit, umzusetzen, Anderen wieder nicht.

So einfach geht es dann doch nicht, trotz Bemühungen und für einige eben unerreichbar.


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31.08.2017 um 12:38
@Fracturner
Woher willst du wissen, dass es anderen schlechter geht?
Kennst du @Hyphaema ? Kennst du seine Probleme?

Seine Beschaffenheit und seine Situationen?
Kennst du das, was auch er anderen nicht verrät?

Es ist schon herrlich, sich rauszunehmen, wie ein anderer sich mit seinen Problemen fühlen soll.

Zudem sind Probleme haben kein Wettstreit mit anderen.

-Urteile nie über einen Menschen, wenn du nicht 1000 Schritte in seinen Mokassins gelaufen bist.-


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31.08.2017 um 12:47
hmm wie sehr schätze ich das Leben :ask:

ich finde es oft zu K***** aber nicht so schlimm, das ich dem ein ende machen würde.

Ich glaub es gibt noch viel zu Erleben, Gutes wie auch schlechtes.
Wäre schade drum, es mutwillig wech zu werfen.


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31.08.2017 um 12:56
@sunshinelight
Ich glaube, so hatte @Fracturner das auch gar nicht gemeint^^ Ihm ging es allgemein darum, wie privilegiert wir hier in Deutschland leben.


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31.08.2017 um 13:18
@Black_Canary
Es kann sein, dass manche jetzt hingehen und alles oberflächlich betrachten im Sinne des Systems, aber das alleine macht nicht den ganzen Braten aus.
Im Leben gibt es viele Anteile und dass es hier ein wenig besser ist als z.B. in Amerika, ist klar. Aber heißt es nun, dass man hier jegliches Recht auf Jammern verloren hat und man sich ständig sehr gut fühlen muss?
Im Leben gibt es auch andere Existenzkrisen, andere Probleme, mit denen man sich befassen muss.
Und auch für so viele ist dieses System hier nicht optimal, da jeder Mensch individuell ist und ein System nicht für jedes einzelne Individuum alles zurechtschneiden kann.
Es bleibt also nicht aus, dass so manche auf der Strecke bleiben und auch nicht klarkommen, obwohl es hier um einiges besser ist als woanders.

Wenn einer mit etwas klarkommt und sich darin wohlfühlen kann, ist es super, aber kann nicht erwarten, dass es für jeden anderen auch so super ist.
Zumal sich auch die Lebensverhältnisse bei jedem unterscheiden.

Betrachten wir mal eine Sache: Für Kinder, die es Zuhause mehr als schwer haben, finden Obdach in Heimen.

Ich war in mehreren Heimen und weiß, dass sich das von außen zwar toll anhört, aber die Wirklichkeit ist da anders.

Ich war in einem Heim, dass ich als toll empfand. Alle anderen waren scheiße.

Es hört sich so an:
Ah, toll, die Kinder werden aufgefangen, sie haben ein Zuhause. Was für ein Glück.

Es sieht aber so aus:
Man hat kein Zuhause, sondern Erzieher, die keine Liebe vermitteln und einfach nur Arbeiter sind.
Du bist praktisch eine Nummer.
Ich wurde immer weitergeschickt, weil ich mich nie an das halten konnte, was die Heime von mir wollten.
Ich war einfach zu sehr Mensch, als dass ich mich stumpf als Job präsentieren lassen konnte.
Ein leben lang fremde Menschen --- wahnsinnig toll...
Und wenn du draußen bist, hast du gar nichts.
Denn dann ist keiner mehr zuständig.
Du warst eine Gehaltsgarantie für andere, mehr nicht.

Und dann?
Das System klingt oft besonders toll, aber die Wahrheit sieht oft anders aus.

Und jemand, der mal ein gutes Heim erwischt hat, geht davon aus, dass es alle anderen auch sind und projiziert sein Empfinden automatisch auf andere. Und fängt an, zu vergleichen. Dann kommen Sprüche wie: hab ich auch durch, ist doch nichts wildes.

Deswegen sollte man nie den Fehler machen, sich mit anderen zu vergleichen oder die Härte oder vermeintliche Güte der Länder miteinander zu vergleichen.


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