RomanTisch schrieb:Man sollte mal abwarten , bis die Frau , die gebissen wurde , selbst Stellung dazu nimmt und den Vorfall schildert.
Kann man natürlich machen, aber der genaue Ablauf des Vorfalls ist sowieso völlig unwichtig. Die eigentliche Frage ist eine ganz Andere und die hatte ich schon vor Monaten angesprochen.
"Wollen wir es hinnehmen, dass sich der Wolf hierzulande wieder - ungehindert oder weitgehend ungehindert - ausbreitet, oder nicht?"
Wenn wir das wollen, dann müssen wir es auch - ohne großes Bohei - aushalten, dass es immer wieder einmal Opfer geben wird und wir müssen Maßnahmen ergreifen, die diesem Umstand gerecht werden, z.B. Kinder grundsätzlich nicht mehr alleine und ungesichert in Garten oder Wald spielen lassen, die Nutzung der Wälder als Naherholungsgebiete überdenken und niemals alleine oder wenn, dann nur bewaffnet in die Natur gehen, u.s.w.
So, wie das in anderen Ländern, in denen es solche Spitzen-Prädatoren gibt, auch gehandhabt wird.
Sparen sollten wir uns so einfältige Hinweise, wie... "...sie müssen sich nur groß machen, ruhig bleiben und den Wolf mit möglichst tiefer Stimme ansprechen...", wie ich gerade in einem Interview zum Thema gehört habe.
Wie bitte soll sich ein Fünfjähriger "groß machen" und woher soll er die tiefe Stimme nehmen und erst recht den Schneid dazu, ruhig stehen zu bleiben. Ich wüsste nicht einmal, ob ich selbst als Erwachsener den hätte.
Auch das hatte ich vor längerer Zeit schon geschrieben: "..Wenn das erste Kind vom Wolf angegriffen und schwer verletzt wurde (oder gar Schlimmeres) möchte ich den Wolfs- / Naturschützer sehen, der sich dort nochmal auf eine Bürgerversammlung traut. Ein Besuch in einem hungrigen Wolfsrudel dürfte weit weniger gefährlich sein!".
Ich halte es mit Reinhold Messner, der sinngemäß sagt: "...die Ausrottung der Wölfe vor hundert Jahren war ein Fehler, aber wir haben heute weder die richtige Einstellung, noch die notwendigen Kontrollmaßnahmen für eine Wiederansiedlung. Der Bestand unserer heutigen Kulturlandschaft ist dadurch gefährdet, dass immer mehr Schäfer und andere Weidetierhalter, ihre Tätigkeit bedroht sehen und einstellen und die heute übliche Art der Nutzung der Natur ist damit nicht vereinbar...".
Wir können aber natürlich auch weiterhin so tun, als ob das, was irgendwann einmal geschehen wird, gar nicht möglich wäre...