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Hündin von Brücke geworfen, jetzt Trauerfeier - einfach übertrieben?

91 Beiträge, Schlüsselwörter: Hund, Tierquälerei, Brücke, Trauerfeier, Tiermord, Mülheim Ad Ruhr

Hündin von Brücke geworfen, jetzt Trauerfeier - einfach übertrieben?

16.01.2019 um 23:06
Meiner Meinung nach ist es ne gute Sache, wenn man trauert. Egal ob es sich um Selbstmörder, Tiere oder Menschen handelt.

Manche vergraben ihre Haustiere auch wie bei Menschen.
Es ist nicht Jedermanns Sache und man muss auch Grenzen kennen (um nen Regenwurm aus dem Garten zu trauern zum Beispiel).

Aber um ein geliebtes Haustier zu trauern finde ich vollkommen in Ordnung. Besonders auch für den Besitzer kann diese Trauerfeier hilfreich sein.

Trauerfeiern sind ja auch sehr wichtig für die Angehörigen.

Und der Besitzer des Hundes, ein Mensch würde ich behaupten ;P, ist ja quasi ein Angehöriger.


Achso und dieses Argument mit dem ,,Ja da hat auch keiner was gemacht'' halte ich als nicht sinnvoll.

Denn nicht das der Hund jetzt ne Trauerfeier bekam ist der Fehler, sondern wenn überhaupt ist der Fehler, dass ein Selbstmörder oder ein Kind KEINE Trauerfeier bekamen.


Da könnte man gleich sagen ,,Oh man in Afrika oder anderen Entwicklungsländern gibt es Kinder die verhungern und kein Essen haben." Ich ess ab jetzt auch nichts mehr. Denn das wär unfair.

Nur weil es woanders schlecht läuft (wie in dem Fall des Selbstmörders), heißt es nicht das das andere Gute dann auch nicht erlaubt ist (im Übertragenen Sinne der Fall mit dem Hund).


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Hündin von Brücke geworfen, jetzt Trauerfeier - einfach übertrieben?

17.01.2019 um 06:47
Ich war am ersten Weihnachtstag mit meinem Hund in einer Notfalltierarztpraxis und habe in der Zeit mitbekommen wie ein völlig fremder Hund eingeschläfert wurde und musste anfangen zu weinen. Und das ging nicht nur mir so, das gesamte Wartezimmer hat geheult, natürlich zum Teil auch, weil einem nochmal vor Augen gehalten wird, daß die Zeit mit dem Hund viel zu kurz ist und uns auch in den nächsten Jahren diese Situation bevor steht. Aber ich war noch Tage danach geflasht, wieviel Empathie es an dem Tag gab.


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17.01.2019 um 06:48
... Wenn ich an den Tag zurückdenke kommen wieder fast die Tränen...


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17.01.2019 um 08:41
Nein, im Gegenteil. Beängstigend fände ich es, wenn Menschen solch eine Untat einfach kalt lassen würde.

Ist doch schön, wenn Solidarität bekundet wird und man gemeinsam zeigt, dass Tiere nicht nur eine Sache sind, derer man sich einfach mal eben (vorallem auf diese besonders grauenvolle Art und Weise) entledigen kann.


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17.01.2019 um 13:27
Solidaritätskundgebung:

Mahnwache vor der Fleischtheke bei Edeka!

Mit dem "Mitleid" für Hunde scheint es mir so zu sein wie mit dem für die Delfine. Die hatten Flipper. Fische haben keine prominenten Identifikationsfiguren. Ausser vielleicht Nemo. Der Hund kriegt Trauerfeiern und Demonstrationen, die arme Sau kommt in die Wurst.


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17.01.2019 um 16:50
Tollwood schrieb am 07.01.2019:Findet ihr so etwas übertrieben?
"Übertreibung" ist ein Begriff dessen Existenzberechtigung ich grundsätzlich in Frage stelle.
Welche Reaktion auf einen Reiz individuell angemessen erscheint ist doch nun berechtigter Weise vollständig individuell.
Tollwood schrieb am 07.01.2019:"Die Gedenkaktion für den toten Hund auf der Schloßbrücke gefällt nicht jedem.
Gab es je irgendwas das "jedem gefällt"? Die Unmöglichkeit es "allen Recht zu machen sollte Grund genug sein die Bedeutung davon in Frage zu stellen.
Tollwood schrieb am 07.01.2019:Als von eben jener Brücke im April ein junger Mann in die Ruhr gesprungen und ertrunken war, seien keine Kerzen aufgestellt worden"
Da es eine selbstauferlegte Übereinkunft gibt über Selbstmorde nicht zu berichten und die meisten Medien sich daran halten zieht sowas auch kleinere Kreise.
Bei einem Menschen ist außerdem anzunehmen, dass es eine "offizielle Trauerfeier" gab und dann ist das wie bei Verkehrstoten:
Manche Angehörige stellen an der Unfallstelle ein Kreuz auf, das passiert allerdings nicht immer um dort zu trauern, sondern weil viele Menschen sich wünschen das aus dem Tod eines Nahestehenden irgendwas "Gutes" rauskommt und ein Kreuz am Straßenrand, das laut genug: "Die Stelle hier ist gefährlich, echt jetzt!" schreit ist ein valides Mittel das zu Erreichen.

Bei Gedenkversammlungen an der Brücke mag es einem Teil der Teilnehmer um eine "Trauerfeier" eines ihnen vermutlich unbekannten Hundes gegangen sein, anderen wohl eher um eine Art "Mahnwache" weil es fraglos keine gute Sache ist, dass sowas überhaupt passiert.
Tollwood schrieb am 07.01.2019:Wenn ein neugeborenes Baby getötet und danach in einem Altkleidercontainer "entsorgt" wird, kräht auch kaum ein Hahn danach
Sorry, aber das ist schlicht und ergreifend nicht wahr.
Wann immer irgendwo eine Babyleiche gefunden und darüber berichtet wird stapeln sich an irgendwelchen Gedenkstätten Spielzeuge und Co, nicht selten in Massen über die jedes Kinderheim, Kinderkrankenhaus usw ziemlich happy wäre.
Tollwood schrieb am 07.01.2019:Haben Tiere, für manche Zeitgenossen mittlerweile einen höheren Stellenwert als Menschen?
Selbst wenn, das hat meist mehr als eine Facette und ist auch nicht von großer Aussagekraft.
AlteTante schrieb am 07.01.2019:Bei menschlichen Mordopfern wird so etwas häufig gemacht. Der Hund wird sozusagen wie ein (menschliches) Mordopfer behandelt. Der Fall ist ja auch so ähnlich.
Mit dem kleinen Unterschied, das man bei einem Mordopfer weiß, dass es Ermittlungen und ein juristisches Nachspiel geben wird, während an diesen Hund nach diesem "Gedenkspektakel" vermutlich keine Rede mehr sein wird.
Picassoratio schrieb am 07.01.2019:Aber die Frage ist,warum der dann nicht das Tier ins Tierheim gebracht hat..
Manche Menschen haben schlicht nicht die "Eier" um ein Tier dort abzugeben und somit zuzugeben sich nicht kümmern zu können oder zu wollen.
Andere scheuen schlicht und ergreifend die Gebühr die sie im Tierheim zahlen müssen, damit ihr Tier aufgenommen wird.
Vorhangschiene schrieb am 09.01.2019:Ich finde es interessant, dass der Erstbeitrag - vielleicht auch unbewusst - intendiert, dass menschliches Leben anders zu beurteilen ist als das Leben anderer Wesen. Wenn dies damit gesagt werden will, würde mich interessieren, woher diese Annahme rührt und ob sich dies wissenschaftlich nachvollziehbar argumentieren lässt.
Ich finde das ganz und gar nicht verwunderlich. Wir leben in einer Gesellschaft in der ein Menschen- und ein Tierleben schon rein juristisch keineswegs miteinander vergleichbar ist.
Da braucht man sich doch nur die Frage zu stellen wie viele der Teilnehmenden an dieser "Trauerfeier"/"Mahnwache" oder wasauchimmer sich beim nächsten Ei, Milchprodukt, Wurstbrot oder auch nur dem Erschlagen einer Fliege/Spinne/Mücke auf einmal doch irgendwelche Gedanken machen, oder man nimmt einfach an, dass das Leben "anderer Wesen" auch ohne Bedeutung für die meisten bleibt nachdem sie an der Brücke um die Wette geschluchzt haben.
Vidamia schrieb am 09.01.2019:Übertrieben finde ich die öffentliche Trauer um diesen Hund nicht, die Menschen drücken so auch aus, dass sie gegen solch grauenhafte Taten sind!
So lange niemand durch dieses Treiben gefährdet oder behindert wird fällt sowas für mich unter "Freie Meinungsäußerung".
Wenn es den Teilnehmern ein gutes Gefühl gibt Geld für Schleifen, Kerzen und Co auszugeben und an der Brücke rumzustehen, dann sollte das deren gutes Recht sein, dessen "Verhältnismäßigkeit" zu beurteilen anderen nicht zusteht.
cejar schrieb:Ich war am ersten Weihnachtstag mit meinem Hund in einer Notfalltierarztpraxis und habe in der Zeit mitbekommen wie ein völlig fremder Hund eingeschläfert wurde und musste anfangen zu weinen...
Aber ich war noch Tage danach geflasht, wieviel Empathie es an dem Tag gab.
Das ist in unserem Kulturkreis irgendwie so ne "Weihnachtssache". Für viele Menschen sind Tragödien und andere unschöne Dinge irgendwie "automatisch schlimmer", wenn sie sich Weihnachten oder einem sonstigen Feiertag zutragen.
Habe ich dieses Jahr, ja auch am eigenen Leib erfahren.
Warum das so ist entzieht sich meinem Verständnis.
Doors schrieb: Der Hund kriegt Trauerfeiern und Demonstrationen, die arme Sau kommt in die Wurst.
Tjo und obwohl das völlig normal ist fühlen sich trotzdem massenweise Menschen provoziert, wenn man Begriffe wie "Doppelmoral" benutzt.
Denn damit, dass Doppelmoral etwas vollkommen menschliches und Normales ist fällt vielen Menschen extrem schwer zu akzeptieren.


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17.01.2019 um 18:09
Ich gehe mal davon aus, dass sich bei Tierschutzvereinen überdurchschnittlich viele Vegetarier und Veganer engagieren, und auch bei denen, die Fleisch konsumieren, bewusster darüber nachgedacht wird. Jedenfalls ist das beim Tierschutzverein und Tierheim Berlin so - da gibt es beim angeschlossenen Imbiss z.B. nur vegetarische Speisen und bei Caterern von Außerhalb, bei irgendwelchen Festen und Veranstaltungen, auch. Außerdem kann man ja durchaus unterscheiden, ob der Tod irgendwie "Sinn" macht (sorry, auch, wenn das manchen Leuten aufstoßen wird: es gibt durchaus die Auffassung, dass es irgendwie natürlich sei, dass Tiere Tiere fressen - und Menschen als Allesfresser halt auch), oder ob ein Tier völlig ohne Zweck getötet wird.

Von daher: Hinweise auf Doppelmoral sind zwar gut - aber über eine Menschengruppe zu urteilen, die man gar nicht kennt und daher gar nicht beurteilen kann, halte ich für nicht besonders schlau. Aber genau das passiert immer wieder. Gerade, wenn es um Tierquälerei geht, kommen immer Kommentare auf: "Nänä, scheinheilig! Da regt er sich auf, aber selber isst er bestimmt Tiere!" ... Wie gesagt, dumm, über jemanden zu urteilen, den man gar nicht kennt.


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17.01.2019 um 18:14
@Fraukie

Ich glaube das hatte in meinem Fall nicht viel mit Weihnachten an sich zu tun, normalerweise hast Du bei einem Tierarzt einen Termin, so daß Du kaum andere Besitzer triffst, sprich Du bekommst das Einschläfern anderer Tiere nicht mit. In der Notfallpraxus waren neben mir locker 20 Leute, die bis zu 5 Stunden gewartet haben.


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17.01.2019 um 19:31
Wen es interessiert, der Halter wurde wohl ermittelt:

https://www.focus.de/wissen/natur/hunde/muehlheim-hund-von-schlossbruecke-geworfen-verdaechtiger-gefasst_id_10161438.htm...

Hier richtet sich die Trauerbekundung meines Erachtens vor allen Dingen auf das Opfer eines Gewaltaktes, ein Opfer, das keine Chance hatte. Und wie dem Artikel zu entnehmen ist, konnten zudem auch zuvor vorgenommene Misshandlungen des Tieres nachgewiesen werden.
Francesca schrieb:Ich empfinde diesen Ausdruck der Trauer als ein gutes Zeichnung der Achtung einem Lebewesen gegenüber, das vollkommen sinnlos einen wahrscheinlich mit sehr viel Angst und evtl. auch Qual verbundenen Tod gestorben ist.

In meinen Augen kann das niemals "übertrieben" sein.
Ja, geht mir genauso. Vollkommen irrelevant, ob es sich um einen Menschen oder ein Tier handelt. Ich fände es schlimm, wenn es niemanden interessieren würde.


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17.01.2019 um 19:39
F.Einstoff schrieb am 07.01.2019:Da Selbdtmörder selten in den Medien Erwähnung finden eundert es mich nicht, dss kaum einer von dem Suizid des jungen Mannes erfahren hat.
Richtig. Medien-Berichterstattungen über Selbsttötungen erscheinen kaum, und zwar deswegen nicht, um den Werther-Effekt zu vermindern. Wenn berichtet wird, so folgt man i.d.R. den Richtlinien des Deutschen Pressekodex.
Bei Suiziden von bekannten Persönlichkeiten verhält es sich anders, da diese Personen öffentliches Interesse erregen (Robert Enke z.B.)

Wikipedia: Werther-Effekt

https://www.presserat.de/pressekodex/pressekodex/#panel-ziffer_8__schutz_der_persoenlichkeit_

http://www.suizidpraevention-deutschland.de/fileadmin/user_upload/Flyer/pdf-dateien/NASPRO-Medienempfehlungen_-_Suizide_...

Um auf den EP zurückzukommen:
Trauer verarbeiten Menschen unterschiedlich; eine Kerze an einem Ort aufzustellen, an dem ein wehrloses Geschöpf (sei es nun ein Mensch oder ein Tier) verabscheuungswürdig zu Tode gebracht wurde, ist ein Zeichen der Anteilnahme und um die Bedrücktheit zum Ausdruck zu bringen. Daran ist rein gar nichts Falsches oder Bedenkliches.

Besser, er, der Täter, wäre von der Brücke gesprungen. Solche Menschen ekeln mich zutiefst an!


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18.01.2019 um 14:00
Es ist jedem selbst überlassen, um wen er warum und wie trauert.
Wenn Leute meinen, sie müssten eine Trauerfeier für einen toten Hund machen, ist das halt so.

Ich persönlich würde das nicht tun.


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18.01.2019 um 14:11
AveMaria schrieb:Hier richtet sich die Trauerbekundung meines Erachtens vor allen Dingen auf das Opfer eines Gewaltaktes, ein Opfer, das keine Chance hatte.
Danke! (mir fehlten einfach die Worte)


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18.01.2019 um 15:37
Doors schrieb:Mahnwache vor der Fleischtheke bei Edeka!
aber nur im asiatischen teil dieser herrlichen erde!

oder gibt's das auch bei den Friesen?


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18.01.2019 um 17:45
Alienpenis schrieb:aber nur im asiatischen teil dieser herrlichen erde!
oder gibt's das auch bei den Friesen?
Nicht überall in Asien. Dafür genausogut in Europa. U.a. in der Schweiz (Appenzeller und Bündnerland). Aber auch da nicht überall, sei der Fairness halber gesagt. Früher auch in Deutschland, 19. Jahrhundert, besonders in Sachsen als Delikatesse verbreitet. Damit die Europäer mal von ihrem hohen Ross runterkommen :P


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18.01.2019 um 18:49
Aloceria schrieb:19. Jahrhundert, besonders in Sachsen als Delikatesse verbreitet.
da wundert mich nun garnichts mehr!

:D


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18.01.2019 um 19:25
Auch wenn ich es selber nicht tun würde, hab ich grundsätzlich kein Problem damit, wenn manche Leute das Bedürfnis haben, Kerzen für einen toten Hund aufzustellen.

Ich bezweifle allerdings, dass die Gedenkveranstaltung auch dann stattgefunden hätte, wenn der Hund durch ein tragisches Unglück versehentlich von der Brücke gefallen wäre. Vielmehr habe ich den Eindruck, dass das, was als Anteilnahme für das traurige Schicksal des Hundes verkauft wird, in erster Linie deswegen durchgeführt wurde, weil es einen eindeutigen Schuldigen gibt. Nämlich den Mann, der den Hund von der Brücke geworfen hat. Meiner Ansicht nach ging es also weniger um den Hund als um den Täter!

Natürlich wird auch damit argumentiert, dass man mit so einer Aktion ein Zeichen gegen Tierquälerei setzen möchte. Das fände ich auch völlig okay so und das mag für die meisten Teilnehmer an der Gedenkveranstaltung vielleicht auch zutreffen. Nur drängt sich mir der Verdacht auf, dass es einem Großteil der Kommentatoren in den sozialen Medien nur ganz am Rande um das arme Tier geht, sondern hauptsächlich darum, eine willkommene Projektionsfläche für ihren tiefsitzenden Menschenhass gefunden zu haben...
Gegen den Mann hatte es nach der Veröffentlichung des Vorfalls durch die Polizei massive Beleidigungen und Bedrohungen in den Sozialen Netzwerken gegeben - teils weit unter der Gürtellinie oder auch strafrechtlich relevant. Auch in manchen dieser Fälle ermittele nun die Polizei, wie ein Sprecher auf Nachfrage sagte
https://www.wr.de/staedte/muelheim/huendin-in-die-ruhr-geworfen-polizei-kann-halter-ermitteln-id216162399.html

Hier ein paar Beispiele zum aktuellen Fall:
-
Werft ihn auch von der Brücke.
-
Eier abschneiden und langsam Verrecken lassen
-
Ich habe selbst 2 kleine Hunde und einen Kaukasischen Schäferhund, was ist das für eine Mistgeburt den müsste man gleich an den nächsten Baum hängen.
-
Ich würde diesen Tierquäler totschlagen
https://wize.life/themen/fahndung/91970/nordrhein-westfalen-mann-wirft-hund-von-bruecke---polizei-meldet-fahndungserfolg

Das ist aber noch relativ harmlos im Vergleich zu dem, was man sonst noch so von Misanthropen im Netz findet, die sich als Tierfreunde tarnen...
Spoiler
m9bwr4gy

u7l66ml3
http://s7.directupload.net/images/140706/u7l66ml3.jpg

Zitat:
Wie sagte einmal eine berühmte Schriftstellerin , ich glaub' es war Paricia Highsmith : Wenn sie auf der Straße eine halbverhungerte Katze sehen würde und ein paar Meter weiter ein halbverhungertes Kind , würde sie sich sofort um die Katze kümmern !
Es wäre schön , wenn es mehr Menschen gäbe , die so denken !
(sic und sick!)

Mal angenommen unter der selben Brücke wäre ein alkoholkranker Obdachloser von Skinheads tot gestiefelt worden...
Dann hätte man vor Ort vielleicht auch Kerzen aufgestellt und Blumen abgelegt, um Anteilnahme zu bekunden und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.
Der Unterschied zum aktuellen Fall mit dem getöteten Hund läge allerdings darin, dass es in den sozialen Netzwerken nicht haufenweise Kommentare mit Folter- und Mordfantasien gäbe, in denen z.B. gefordert wird den Tätern die Eier abzuschneiden und sie langsam verrecken zu lassen!


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18.01.2019 um 19:57
JohnDifool schrieb:Nur drängt sich mir der Verdacht auf, dass es einem Großteil der Kommentatoren in den sozialen Medien nur ganz am Rande um das arme Tier geht, sondern hauptsächlich darum, eine willkommene Projektionsfläche für ihren tiefsitzenden Menschenhass gefunden zu haben...
Die Kommentatoren im Netz haben sicherlich nicht an der Gedenkveranstaltung teilgenommen. Ist doch immer so - online die Klappe aufreißen, real nichts unternehmen, weil es ja mühsamer ist und nicht von der Tastatur aus zu erledigen ist.
JohnDifool schrieb:Werft ihn auch von der Brücke.
-
Eier abschneiden und langsam Verrecken lassen
Sowas liest man auf manchen Nachrichtenseiten auch, wenn es um ausländische Täter oder auch nur Verdächtige geht. Was im Internet teilweise für ein "Diskussions""niveau" vorherrscht, ist abscheulich. Wieso sollte das hier anders sein, wenn es um ein Tier geht? Das sind dieselben behämmerten Leute, die auch sonst hetzen.
JohnDifool schrieb:Mal angenommen unter der selben Brücke wäre ein alkoholkranker Obdachloser von Skinheads tot gestiefelt worden...
Dann hätte man vor Ort vielleicht auch Kerzen aufgestellt und Blumen abgelegt, um Anteilnahme zu bekunden und ein Zeichen gegen Rechtsextremismus zu setzen.
Der Unterschied zum aktuellen Fall mit dem getöteten Hund läge allerdings darin, dass es in den sozialen Netzwerken nicht haufenweise Kommentare mit Folter- und Mordfantasien gäbe, in denen z.B. gefordert wird den Tätern die Eier abzuschneiden und sie langsam verrecken zu lassen!
Jetzt dreh das mal um, ein deutscher Obdachloser wäre von Ausländern totgetreten worden. Da hättest Du binnen 5 Minuten 1000 Kommentare - und einen Großteil verallgemeinernd über die schädlichen, bösen Ausländer.


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18.01.2019 um 23:01
@Aloceria
Aloceria schrieb:Sowas liest man auf manchen Nachrichtenseiten auch, wenn es um ausländische Täter oder auch nur Verdächtige geht. Was im Internet teilweise für ein "Diskussions""niveau" vorherrscht, ist abscheulich. Wieso sollte das hier anders sein, wenn es um ein Tier geht? Das sind dieselben behämmerten Leute, die auch sonst hetzen.
Ja klar! Völlig d'accord!
Aloceria schrieb:Jetzt dreh das mal um, ein deutscher Obdachloser wäre von Ausländern totgetreten worden. Da hättest Du binnen 5 Minuten 1000 Kommentare - und einen Großteil verallgemeinernd über die schädlichen, bösen Ausländer.
Sehr gut erkannt! :)
Die angebliche, emotionale Betroffenheit scheint also in gewissen Kreisen ausschließlich davon abzuhängen, wer Opfer und wer Täter ist.
Sobald nämlich so ein Vorfall nicht in ein simples Gut-Böse-Schema gezwängt werden kann, sinkt das Interesse daran in der Regel ganz rapide.

Das gilt selbstverständlich für alle möglichen Ideologien, Weltanschauungen und moralisch-ethischen Prinzipien.

Sehr auffällig ist allerdings, dass sich Rassisten und angebliche Tierfreunde bezüglich der Anzahl und dem Grad der Menschenverachtung in ihren Hasskommentaren kaum unterscheiden. Gleiches gilt natürlich auch für die Kommentatoren, die für sexuellen Missbrauch von Kindern die Todesstrafe oder noch Schlimmeres fordern.

Dagegen ist mir auf Seiten, die sich für Humanismus, Toleranz und Menschenrechte engagieren, noch kein einziger dieser widerlichen Folter- oder Mordaufrufe aufgefallen! Eben so wenig auch bei Leuten, die z.B. die unhaltbaren Zustände in der Pflege von alten Leuten oder Behinderten anprangern.

Wer kann mir diese Diskrepanz erklären?


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18.01.2019 um 23:52
JohnDifool schrieb:Sehr auffällig ist allerdings, dass sich Rassisten und angebliche Tierfreunde bezüglich der Anzahl und dem Grad der Menschenverachtung in ihren Hasskommentaren kaum unterscheiden. Gleiches gilt natürlich auch für die Kommentatoren, die für sexuellen Missbrauch von Kindern die Todesstrafe oder noch Schlimmeres fordern.
Da haben wir es: Angebliche Tierfreunde. Wobei, selbst, wenn sie es tatsächlich wären oder sind: Wer sagt, dass die Liebe zu Tieren einen Menschen automatisch zur besseren, menschenfreundlicheren, sozialeren Persönlichkeit macht? "Tierfreund" sagt erst einmal nur eine Sache aus, nämlich die Liebe zu Tieren.

Abgesehen davon ist das online sowieso eine ziemlich merkwürdige Klientel. Das kann man, glücklicherweise, nicht mit dem Gros der Gesellschaft gleichsetzen. Ich meine daher, dass es auch über Tierfreunde und Tierschutzvereine in der "realen Welt" nichts aussagt. Das verstehe ich ohnehin nicht an Deinem Gedankengang: Online hetzen die üblichen blöden Leute unter Nachrichtenartikeln, lassen sich emotional von allem Möglichen aufwühlen, egal, ob Tierquälerei, Kindesmisshandlung oder "Ausländerkriminalität", und reagieren dann unreflektiert - aber was sagt das über das Für und Wider zu Veranstaltungen, auf denen auf Tierquälerei aufmerksam gemacht wird, aus?

Oder, noch einmal genauer formuliert: Stimmt Folgendes denn überhaupt?
JohnDifool schrieb:Sehr auffällig ist allerdings, dass sich Rassisten und angebliche Tierfreunde bezüglich der Anzahl und dem Grad der Menschenverachtung in ihren Hasskommentaren kaum unterscheiden.
Vielleicht gibt es schlicht nichts zu unterscheiden, weil das exakt dieselben Personen sind? Irgendwelche Existenzen, die sich die Langeweile und den Frust online mit Hetze unter allen möglichen Themen vertreiben?
JohnDifool schrieb:Dagegen ist mir auf Seiten, die sich für Humanismus, Toleranz und Menschenrechte engagieren, noch kein einziger dieser widerlichen Folter- oder Mordaufrufe aufgefallen! Eben so wenig auch bei Leuten, die z.B. die unhaltbaren Zustände in der Pflege von alten Leuten oder Behinderten anprangern. Wer kann mir diese Diskrepanz erklären?
Dass die üblichen Hetzer sich nicht für Humanismus, Toleranz, Menschenrechte und Behinderte interessieren, sondern lieber ein einfaches Thema mit simplem Gut-Böse-Schema (Kinder und kleine Tiere...) aufsuchen, um dort ihre allgemeine Wut rauszulassen? Das kannst Du nicht dem Thema Tierschutz anlasten.


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19.01.2019 um 01:00
@Aloceria
Aloceria schrieb:Abgesehen davon ist das online sowieso eine ziemlich merkwürdige Klientel.
Naja. Mittlerweile sind sogar noch viel merkwürdigere Gestalten wie ich oder du online. ;)
Aloceria schrieb:Ich meine daher, dass es auch über Tierfreunde und Tierschutzvereine in der "realen Welt" nichts aussagt.
Es war überhaupt nicht meine Absicht alle Tierfreunde und Tierschutzvereine in der "realen Welt" über einen Kamm zu scheren und pauschal in ein schlechtes Licht zu rücken. Dennoch spiegelt das Internet durchaus die "reale Welt" wider, sofern man es sich nicht in irgendwelchen Filterblasen gemütlich macht und in der Lage ist, sich unvoreingenommen zu informieren.
Aloceria schrieb:Dass die üblichen Hetzer sich nicht für Humanismus, Toleranz, Menschenrechte und Behinderte interessieren, sondern lieber ein einfaches Thema mit simplem Gut-Böse-Schema (Kinder und kleine Tiere...) aufsuchen, um dort ihre allgemeine Wut rauszulassen? Das kannst Du nicht dem Thema Tierschutz anlasten.
Ich will dem Thema Tierschutz genau gar nichts anlasten!
Ich hab nur etwas gegen Leute, die den Tierschutz als Deckmäntelchen für ihren Menschenhass missbrauchen.


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