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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

282 Beiträge, Schlüsselwörter: Kinder, Schule, Erziehung, Verantwortung

Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 14:06
Cathryn schrieb:Ich bin der Meinung, dass die Kinder, wenn sie denn von zuhause aus beigebracht bekommen haben, dass die Evolution nicht stattgefunden hat, sondern alles durch eine Schöpfung entstanden ist, nichts dafür können, dass sie so erzogen wurden und man die Eltern verantwortlich machen sollte und nicht die Kinder.

Wie seht ihr das?
Wie sollen die Eltern denn verantwortlich gemacht werden? Die Kinder haben eine schlechte schulische Leistung erbracht. Also wird diese Leistung in Relation zu den anderen Schülern fair bewertet.
Haben die Kinder dadurch einen familiär bedingten Nachteil? Absolut. Die Eltern haben ihren Kindern geschadet.
Aber was ist die Alternative? Schulische Bewertung danach, welchen religiösen Familien die Kinder entstammen? Wäre das gegenüber allen anderen gerecht?
Man könnte natürlich die Kinder aus der elterlichen Obhut entfernen. Aber das wäre nun auch recht hart, solange es bei solchen Auswüchsen bleibt.

Wer Religion in der Schule als "Wissen" anwendet, hat Pech gehabt. In Bio wird der Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis vermittelt. Wer das für sich ablehnt, fällt dann eben auf die Nase. Wer Musik blöd findet, ist dann eben schlecht in Musik, sofern er die entsprechende Transferleistung, etwas blöd zu finden aber trotzdem den Inhalt zu kennen, nicht schafft. Für die Kinder ist das in der Tat schlecht. Aber die Eltern haben es ja in der Hand. Es ist ja nicht so, dass das die Vielzahl der religiösen Menschen nicht hinbekommt. Wer es nicht schafft, Religion und Realität voneinander zu trennen, schafft für seine Kinder einen großen Nachteil.
Vielleicht hilft da ja ein Elterngespräch.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 14:17
@kleinundgrün

Deine Hoffnung in allen Ehren, aber die Idee, die Eltern im Gespräch doch noch von der Evolution überzeugen zu können, teile ich eher nicht. Ich habe einmal im Leben mit Zeugen Jehovas diskutiert, die haben hinterher auch nicht den Wachturm weggeschmissen und den Metal Hammer weiter vertrieben.

Die meisten Fanatiker sind ja auch froh über Reibungsflächen, die sie dann als Missionierung betrachten.

Bezüglich der Schule sehe ich erst mal keinen Fehler. Die können jetzt ja schlecht den Eltern eine '6' geben, so ist es halt.

Und Eltern mit sehr ausgeprägten religiösen Ansichten werden die schlechte Note vielleicht noch als Privileg, als 'Leiden für den Glauben' betrachten, der ihre erleuchteten Kinder aus der Masse hervorhebt. Dennoch würde ich die Kinder immer wenn möglich in der Familie belassen.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 14:24
sacredheart schrieb:Deine Hoffnung in allen Ehren, aber die Idee, die Eltern im Gespräch doch noch von der Evolution überzeugen zu können, teile ich eher nicht.
Sie sollen ja nicht von ihrem Glauben abgebracht werden. Aber man kann mit ihnen über die schulische Zukunft ihrer Kinder reden.
Was meinst Du, wie viele nichtreligiöse Menschen im Fach Religion eben das Zeug gelernt haben, weil es Teil der schulischen Ausbildung war.

Das in der Schule abzulehnen, ist ein Statement, keine Überzeugung. Und Eltern davon abzubringen, ihre Kinder auf Kosten ihrer Zukunft religiöse statements abgeben zu lassen, kann durchaus fruchten. Vielleicht auch nicht, aber dann stehen die Eltern um so mehr in der Verantwortung.

Das Problem ist, dass die Eltern den "Religionskrieg" auf den Schultern ihrer Kinder austragen. Solange das in einem Rahmen bleibt, der durch unsere Verfassung geschützt ist, kann man da wenig machen. Aber natürlich ist es ausgesprochen unschön, Kinder sehenden Auges in so eine Situation laufen zulassen. Das ist im Grund nicht viel anders, als bei Impfverweigerern. Die schaden ihren Kindern auch - aber man muss eben auch eine Grenze zwischen Staat und Eltern ziehen, was die Erziehung und die Sorge um die Kinder an geht.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 14:28
Aktuellster Fall von vielen:

"Vehemente Schulgegner aus Hessen haben vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eine Niederlage erlitten. Das Straßburger Gericht sieht die Rechte der Familie Wunderlich durch die kurzzeitige Unterbringung ihrer Kinder im Heim nicht verletzt. Das geht aus einem Urteil hervor, das am Donnerstag veröffentlicht wurde.

Das Paar aus der Nähe von Darmstadt hatte sich aus religiösen Gründen geweigert, seine vier Kinder in die Schule zu schicken. Die Behörden brachten die Kinder daraufhin 2013 für drei Wochen im Heim unter, um die Schulpflicht durchzusetzen. Die Eltern sehen dadurch ihr Menschenrecht auf Familienleben verletzt."

Quelle und ganzer Artikel hier:

https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2019-01/chulpflicht-homeschooling-hessen-urteil-menschengerichtshof


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 15:46
kleinundgrün schrieb:Was meinst Du, wie viele nichtreligiöse Menschen im Fach Religion eben das Zeug gelernt haben, weil es Teil der schulischen Ausbildung war.
kann ich so nur unterschreiben.

Das ist eine Aussage, mit der die Lehrer ggf. auch in ein Gespräch mit Kindern oder Eltern gehen könnten: das ist der Schulstoff, den haben die Kinder zu lernen und wiederzugeben. Eine innerliche Überzeugung müssen sie nicht entwickeln. Es steht den Eltern und Kindern frei, den Stoff inhaltlich für falsch zu halten, sie müssen ihn trotzdem kennen und wiedergeben können.

Diese Fähigkeit zu differenzieren, ist eine grundlegende Fähigkeiten für Lernende und auch nicht selten tatsächlich anzuwenden. Nehmen wir ein absolut simples Beispiel: wenn ich zum Beispiel im Religionsunterricht über die Weltreligionen lerne, muss ich auch die Grundzüge jeder dieser Religionen erarbeiten, auch im Wissen, dass es jeweils Menschen gibt, die diese Inhalte für die absolute Wahrheit halten, ohne aber dabei automatisch verpflichtet zu sein, diese Inhalte jeweils auch für mich als absolute Wahrheiten zu akzeptieren. Aber ich kann zB. als Nicht-Muslim nicht mich weigern, etwas über den muslimischen Glauben zu lernen, als Nicht-Hindu es ablehnen, etwas über Hinduismus zu lernen.

Und ebenso darf, aber auch muss jemand, der aus religiöser Überzeugung glaubt, dass es keine Evolution gebe, mit dem Thema umgehen: er muss die Grundzüge lernen, sich die Inhalte erarbeiten, muss auch akzeptieren, dass andere diese Dinge für wahr halte, ist dabei aber natürlich nicht verpflichtet, diese Inhalte für sich auch als Wahrheit zu akzeptieren.

Im Gegenzug müssen allerdings auch die Lehrer dies so akzeptieren: die Schule muss diese Dinge lehren und das Lernergebnis auch prüfen, aber sie muss nicht überzeugen. Wenn der Schüler den Stoff wiedergeben kann, ist es in Ordnung, glauben darf er was er will...


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 17:20
Es wäre meiner Meinung nach falsch, die Kinder anders zu bewerten, denn sonst artet so etwas schnell aus und auch andere Kleinigkeiten werden gefunden, die man mit der Religion umgehen kann und das wäre fatal. Andererseits kann und sollte man niemanden bekehren, jeder Mensch darf frei entscheiden, ob und welchen Glauben er hat und das beizubehalten sehe ich als erstrebenswert.

Was aber durchaus möglich ist, wäre eine Stellungnahme o.ä., die betont, dass der Lernstoff, den die Lehrer den Schülern vermitteln auch einfach, ähnlich wie bei Religion nicht das sein muss, was der eigenen Überzeugung, dem eigenen Glauben, entspricht.

Erinnert mich immer so ein bisschen daran, wie bescheuert viele christliche Kindergärten in Bayern doch waren, die niemanden eingestellt haben, der nicht auch je nach dem katholisch/evangelisch war. Ein Bekannter hat mal ne Stelle bekommen und nach einem Jahr haben sie ihm gesagt, wenn er nicht wieder in die Kirche eintritt, wird sein Vertrag nicht verlängert. Wie kann sowas sein? Und wieso denkt man, dass jemand, der nicht an Gott glaubt, nicht trotzdem christliche Werte vermitteln oder die Weihnachtsgeschichte mit den Kids durchgehen kann?


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 17:59
@ahri

"Kirchliche Arbeitgeber dürfen nicht bei jeder Stelle von Bewerbern eine Religionszugehörigkeit fordern. Dies stellte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg am Dienstag zu einem Fall aus Deutschland klar. Zur Bedingung darf die Zugehörigkeit zu einer Konfession nur gemacht werden, wenn dies für die Tätigkeit "objektiv geboten" ist und die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleibt. Ob dies der Fall sei, müsse vor Gerichten überprüfbar sein. (Rechtssache Nr. C-414/16)" Meldung vom 17.4.2018.

Quelle und ganzer Artikel:

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/eugh-kirchliche-arbeitgeber-duerfen-konfession-nicht-immer-fordern-100.html


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 18:05
@Doors

Na das klingt doch gut!


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 18:18
@Cathryn
Wow, was für eine hohlbirnige Familie. Oder besser gesagt die Eltern.
Ob man Kinder bzw. diese Schüler für das was sie beigebracht bekommen haben sanktionieren sollte? Schwer zu sagen glaube ich.
Ich kenne mich da 0 aus aber...gibt es da Experten und Professionelle die da helfen könnten? Die Eltern lassen sich ja auch nicht für ihre dumme Ideologie bestrafen sonst hätte es eventuell auch anders sein können.

Bei Dingen wie Mobbing bin ich aber schon für Sanktionen.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

17.01.2019 um 21:05
Venom schrieb:Ob man Kinder bzw. diese Schüler für das was sie beigebracht bekommen haben sanktionieren sollte?
Mit absoluter Sicherheit nicht!
Glauben darf jeder, was auch immer er will oder beigebracht bekommen hat, solange er damit keinem anderem schadet!

Aber der entscheidende Punkt hier ist doch ein ganz anderer: die Schüler müssen den Lehrstoff lernen. Glauben müssen sie ihn nicht. Wenn die Lerneinheit zum Beispiel "Karl Marx, Kommunismus" lautet, dann muss der Schüler etwas über die Grundgedanken des Kommunismus lernen, Kommunist muss er deswegen keineswegs werden, aber auch als überzeugter Anti-Kommunist darf er nicht die Lernleistung verweigern, wenn die Lerneinheit "Islam" lautet, muss er etwas über Islam lernen, aber deswegen keineswegs Muslim werden, aber auch als überzeugter Atheist darf er die Lernleistung nicht verweigern. Und wenn die Lerneinheit "Evolution" lautet, muss er etwas über Evolution lernen, glauben muss er es aber nicht, aber auch als Kreationist darf er die Lernleistung nicht verweigern.

Die "6" haben die Schüler hier dafür bekommen, dass sie (oder ihre Eltern) glauben, es habe keine Evolution gegeben, das dürfen sie, dafür gibt es, dafür darf es keine Strafe geben. Die "6" ist hier aufgrund der Verweigerung der Lernleistung logische Konsequenz gewesen. Ohne Emotionen und auch ohne "strafenden" Charakter.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 10:25
otternase schrieb:Die "6" haben die Schüler hier dafür bekommen
Da fehlt das "nicht", aber so ist das sehr gut zusammen gefasst.
Die Aufgabe war eben, den Schulstoff so wieder zu geben, wie es durch die Klausur verlangt wurde. Die Frage war ja nicht :"Glaubst Du, dass die Evolution so statt gefunden hat, schreibe Deine Ansicht nieder und begründe sie".

Wie gesagt, hier nichts zu schreiben war eben keine Bearbeitung der Fragestellung, sondern ein religiöses Statement: "Ich glaube nicht, was Du mich unterrichtest". Das kann man machen, die Konsequenz ist aber, dass die Aufgabe damit unzureichend gelöst ist.
Eltern sollten sich gut überlegen, ob das Anbringen solcher Statements es wert ist, zu Lasten ihrer Kinder einen religiösen Überzeugungskrieg zu führen.

Allerdings finde nicht es nicht ganz richtig, dass sie damit niemandem schaden würden. Sie schaden der wissenschaftlichen Ausbildung der anderen, sofern eine religiöse Überzeugung einer einer wissenschaftlichen Erkenntnis gleich gestellt würde. Wenn man sieht, wie neuerdings in den USA an manchen Schulen religiöse Überzeugung wissenschaftlichen Erkenntnissen in einem naturwissenschaftlichen Fach gleich gestellt oder gar vorgezogen werden, fühlt man sich in die Zeit vor der Aufklärung zurück versetzt.
Das ist durchaus etwas, das einer Gesellschaft schadet.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 10:41
Ich schreibe meine Antwort nun mal aus der Sicht einer, viele werden mich wohl ebenfalls als fundamentalistisch bezeichnen, Christin, die die Evolutionstheorie nicht als vollkommene Wahrheit sieht.

Auch ich war natürlich mal in der Schule ;) und war damals noch keine Christin. Ich komme aus einem atheistischen Elternhaus, bzw. meine Mutter hatte den Glauben an "eine höhere Macht". Habe also von Haus aus mitbekommen dass die gängigen Lehrmeinungen wohl auch der Wahrheit entsprechen.
Ich hatte dann auch Bio und Physik im Leistungskurs auf dem Gymnasium und natürlich wurden auch Themen wie Evolution und die Entstehung der Erde behandelt. Wie gesagt damals war ich davon noch überzeugt, für mich kein Problem mitzuschreiben. In meiner Klasse gab es ein Mädchen, welches aufgrund ihres Glaubens auch andere Aufassungen teilt. Damals hatten wir eine wirklich gute Lehrerin die, abgesehen davon dass sie super Unterricht gemacht hatte, auch von Anfang an gesagt hatte

"Wenn ihr andere Meinung seid, als das was ich euch hier beibringe - dann ist das okay. Ich habe den Lehrauftrag euch die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Theorien nahezubringen, wenn ihr aus irgendwelchen Gründen nicht damit einverstanden seid, müsst ihr das für die Klausuren trotzdem lernen. Ihr könnt dann gerne in den Antworten schreiben, dass die Antwort sich auf das bezieht was euch beigebracht wurde, ihr aber andere Meinung seid."

Zur eigentlichen Fragestellung:
Ich finde nicht, dass die 6 eine Strafe ist. Wie andere User hier schon beschrieben haben kommen dann irgendwann alle Gruppierungen von Menschen und wollen besonders bewertet werden. Für nichterbringen der abgefragten Leistung ist die 6 definitiv gerechtfertigt! Als Idee für die Zukunft könnte eine "vereinbarung" in der Art wie es meine Lehrerin gemacht hat helfen - die Kinder können den Vermerk zu Papier bringen, dass sie es anders sehen, aber trotzdem beweisen dass sie den Stoff gelernt haben. Schließlich sollen sie ja auch zu mündigen, selbstdenkenden Menschen heranwachsen. Hier kann es ggf. auch nicht schaden die Eltern mit ins Boot zu holen, dass das so gehandhabt wird (in der Hoffnung dass diese nicht so verbohrt sind dass sie ihre Kinder davon abhalten wollen den Unterrichtsstoff überhaupt in der Form zu hören....)


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 10:57
Bei einer Schularbeit werden Wissen und Fähigkeiten der Kinder bewertet.
Vorher wurden die notwendigen Inhalte im Unterricht drangenommen.
Die Kinder könnten also wissen, dass es Neandertaler und Steinzeit gab sowie Evolution.
Als Theologe hab ich persönlich übrigens niemals verstanden, warum Evolution mit dem christlichen Glauben im grundsätzlichen Widerspruch stünde. Selbst den Verfassern der Schöpfungsgeschichte(n) in der Genesis war klar, das kann man annehmen, dass nicht wirklich die Welt von Gott in 7 Tagen geschaffen wurde mit allem drum und dran.
Die Menschen waren ja auch vor Jahrtausenden nicht einfach blöd, obwohl religiöser. Die Schöpfungsgeschichten haben andere Zwecke, aber das nur am Rande.

Wenn die Kinder die Möglichkeit haben, nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten richtig zu antworten, müssen sie das auch tun. Und wenn sie es nicht wollen, dann gibt es halt eine schlechte Note. Die Schule muss nicht Irrglauben und religiösen Fundamentalismus berücksichtigen.
Wenn das Kind eines NPDlers in der Geschichtsklausur antwortet, dass es den HC gar nicht gab, muss das auch Sanktionen nach sich ziehen.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 11:02
equilly schrieb:"Wenn ihr andere Meinung seid, als das was ich euch hier beibringe - dann ist das okay. Ich habe den Lehrauftrag euch die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse und Theorien nahezubringen, wenn ihr aus irgendwelchen Gründen nicht damit einverstanden seid, müsst ihr das für die Klausuren trotzdem lernen. Ihr könnt dann gerne in den Antworten schreiben, dass die Antwort sich auf das bezieht was euch beigebracht wurde, ihr aber andere Meinung seid."
ja so sollte es im Idealfall ja auch sein. Genau das meinte ich. Der Lehrer ist halt an der Schule mit dem Lehrauftrag angestellt, und diesen muss er halt erbringen.
Kc schrieb:ie Schule muss nicht Irrglauben und religiösen Fundamentalismus berücksichtigen.
Wenn das Kind eines NPDlers in der Geschichtsklausur antwortet, dass es den HC gar nicht gab, muss das auch Sanktionen nach sich ziehen.
gut ja. Wobei man hier sagen muss man beide Sachen also keinen HC und keine Evolution schon unterschiedlich ahnden muss und nicht auf eine Stufe stellen darf....
von meinem Empfinden her.
Das eine war ein Verbrechen, aber Evolutionsleugnung ist lediglich eine überholte Theorie die wissenschaftlich nicht mehr akzeptiert wird.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 11:04
Kc schrieb:Die Kinder könnten also wissen, dass es Neandertaler und Steinzeit gab sowie Evolution.
das ist nicht gefordert. Die Kinder müssen diese Dinge nicht als Wahrheit akzeptieren! Sie müssen nicht "wissen", dass es "Neandertaler und Steinzeit gab sowie Evolution".
Sie müssen nur wissen, dass es eine wissenschaftliche Lehrmeinung gibt, nach der es "Neandertaler und Steinzeit gab sowie Evolution" und weil diese nunmal Thema in der Schule ist, müssen sie die Inhalte dieser Lehrmeinung wiedergeben können. "Glauben" dürfen sie trotzdem, was sie wollen!
knopper schrieb:Wobei man hier sagen muss man beide Sachen also keinen HC und keine Evolution schon unterschiedlich ahnden muss und nicht auf eine Stufe stellen darf....
richtig!


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 11:25
Um es positiv zu sehen: die Kinder nehmen am gesellschaftlichen Leben Teil, gehen in die Schule, und von den verbotenen Neandertalern haben sie insgeheim vielleicht auch schon etwas gelernt.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 12:21
Sterntänzerin schrieb:Die Kinder hätten die Fragen schließlich auch beantworten und noch ein rotziges "So haben Sie uns das beigebracht, auch wenn wir nicht dran glauben" zusätzlich aufs Papier schreiben können.
Das wäre in diesem Fall wohl die beste Lösung gewesen. Und genau das sollte den Kindern auch so von der Schule gesagt werden, damit sie selbst wissen, dass sie die 6 nicht für ihren Glauben (also ihre Meinung) bekommen haben, sondern weil sie die Fragen nicht beantwortet haben.
Sterntänzerin schrieb:Die Kommunikation mit den Eltern kann man sich da meiner Meinung jedoch sparen.
Finde ich nicht. Sonst werden die Kinder noch zu Hause bestraft (im schlimmsten Fall sogar verprügelt), weil sie eine 6 bekommen haben. Oder eben andersherum: Die Eltern halten sie oder auch sich selbst für Märtyrer, weil sie auf ihrer Ablehnung der Evolution beharren, obwohl sie (in den Augen von Kindern und Eltern) deswegen schlechte Noten bekommen. Beide Möglichkeiten wären für die Kinder von Nachteil.

Nicht nur den Kindern, sondern auch den Eltern sollte ausdrücklich mitgeteilt werden, warum sie die 6 bekommen haben und dass das nichts mit ihrem Glauben an sich zu tun hat. Dazu könnte eine schriftliche Notiz ausreichen. Von der Richtigkeit der Evolution überzeugen wird man die Eltern sowieso nicht. Aber vielleicht davon, dass es eben die Aufgabe von Schülern ist, den Lehrstoff zu lernen und in Arbeiten wiederzugeben - unabhängig von der eigenen Einstellung zu dem Lehrstoff.
Sterntänzerin schrieb:Vorsichtig und positiv auf die Kinder einzuwirken, damit die sich auf Dauer eine von ihren Eltern unabhängige Meinung bilden, halte ich hingegen für sehr wichtig.
Durchaus. Fragt sich nur, ob die Kinder es zu Hause wagen dürfen, eine andere Meinung als die der Eltern auszusprechen.
knopper schrieb:Warum wurde das Thema nicht direkt in der Klasse diskutiert, Argumente dafür oder dagegen eingebracht.
Sollen Zehn- und Elfjährige etwa die Arbeiten ihrer Mitschüler bewerten? Ganz davon abgesehen, dass diese dadurch vorgeführt und im schlimmsten Fall dem Mobbing preisgegeben würden.
Oder sollen die Schüler glauben, dass sie selbst entscheiden dürfen, ob eine Frage, die einem nicht gefällt, beantwortet werden muss? Oder die Frage, ob Schöpfung und Evolution in der Schule gleichzustellen sind?
knopper schrieb:Eltern die zeugen sind wird quasi das Sorgerecht entzogen und der Staat übernimmt, aber bei Schweinefleisch und Muslimen wird auf die Wünsche eingegangen.
Warum nicht? So weit es niemandem schadet oder Unsinn verbreitet wird (wie es wäre, wenn die Schöpfungsgeschichte als gleichberechtigte Variante unterrichtet würde), kann man doch auf religiöse Bräuche eingehen. Gerade Kinder in diesem Alter müssen nicht zwangsläufig von der Schule in Gewissensnöte gebracht werden.

Bei der Bluttransfusion ist das etwas ganz anderes. Da geht es um Gesundheit und Leben des Kindes, die ja wohl nicht von dem Gusto der Eltern abhängig sein sollten. Das Recht auf Gesundheit wiegt schwerer als das von anderen Personen auf die Wahrung ihrer Überzeugungen.
knopper schrieb:dass nicht der generelle Eindruck vermittelt werden sollte was die Kinder in der Schule lernen ist die absolute Wahrheit.
Ab und zu mal ein wir wissen es im Moment nicht besser wäre schon an der ein oder anderen Stelle mal angebracht.
Also, uns wurde in den naturwissenschaftlichen Fächern immer klar gemacht, dass der Lehrstoff zwar der aktuellste Stand wäre, aber natürlich irgendwann andere Erkenntnisse kommen könnten.
Ich fände es aber bedenklich, wenn Schülern (gerade in der 5. Klasse) vermittelt werden sollte, dass der Stoff, den sie lehren, nur eine eventuelle Möglichkeit wäre. Kleine Kinder wollen sich darauf verlassen können, dass, was der Lehrer sagt, stimmt. Und ältere würden sich zu Recht fragen, warum sie dann etwas lernen wollen, dessen Wirklichkeitsgehalt fraglich ist.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 14:48
@AlteTante

Ich möchte auch noch mal ergänzen, dass Zeugen Jehovas die Gesundheitsfürsorge immer nur für die sehr überschaubare Zeit einer Transfusion (in aller Regel Stunden, maximal Tage) entzogen wird. Ansonsten kann es sich ja um liebevolle und fürsorgliche Eltern handeln. Von daher halte ich das staatliche Vorgehen da für sehr relativ, angemessen und anlassbezogen.

Die Idee, am Sorgerecht zu rütteln, weil Eltern aus religiösen oder auch traditionellen Gründen Schweinefleisch ablehnen, halte ich, ähnlich wie Du, für vollkommen absurd. Wir essen auch nicht sehr oft Schweinefleisch, dennoch glaube ich, dass meine Kinder nicht gerne deswegen aus ihrer Familie gerissen werden möchten oder gar davon profitieren würden.

Es ist ja auch nicht gerade so, dass billiges Schweinefleisch der Ernährung von Kindern alternativlos zuträglich wäre.


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 15:37
@equilly
Damals hatten wir eine wirklich gute Lehrerin die, abgesehen davon dass sie super Unterricht gemacht hatte, auch von Anfang an gesagt hatte
Eine ausgesprochen tolerante, faire und diplomatische Antwort. Gefällt mir.

@Cathryn

Ich frage mich gerade etwas Anderes: um eine 6 zu erhalten, müsste doch noch viel mehr falsch beantwortet worden sein außer diesen beiden Fragen. Oder bezog sich die gesamte Arbeit auf Evolution und es waren noch mehr Fragen?


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Dürfen Kinder für ihre Erziehung bestraft werden?

18.01.2019 um 16:20
@off-peak

Die Klassenarbeit beinhaltete Fragen zum Leben der Neandertaler, die Entdeckung des Feuers, die Herstellung von ersten primitiven Werkzeugen, das Fertigen von Kleidung, das Jagen und Sammeln, usw., sowie die Abstammung des Neandertalers vom "Primaten" und die Weiterentwicklung bzw. die parallel stattfindende Entwicklung des Homo zum Homo Sapiens.

Die Kinder verweigerten die Antworten auf die Fragen und kommentierten die Arbeit mit "es gab keine Steinzeit und keine Neandertaler weil Gott den Adam geschaffen hat und die Eva aus der Rippe des Adam" bzw. "sowas hat es alles nicht gegeben, Gott hat den Menschen und die Tiere geschaffen".


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