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Wer oder was wolltet Ihr werden, und wer oder was seid ihr geworden?

219 Beiträge, Schlüsselwörter: Träume, Realität, Wünsche, Perspektiven

Wer oder was wolltet Ihr werden, und wer oder was seid ihr geworden?

26.05.2019 um 18:01
thomas74 schrieb:Kein Cent unnütz … wenn es irgendwie möglich ist, das best angelegte Geld ever.
Bei dem Berufswunsch habe ich Zweifel, ob es sich für s Kind mal rentiert.
Aber eine Ausbildung/Studium und Führerschein geht auf die Kappe von Mama=)


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Wer oder was wolltet Ihr werden, und wer oder was seid ihr geworden?

27.05.2019 um 21:50
Sehr interessanter Thread! :)

Als Grundschülerin wollte ich Lehrerin werden. Richtig hinterfragt habe ich das damals nicht, ich war frisch in der Schule, hatte gute Noten, viel Spaß und tolle Lehrer - das fand ich gut.

Als Teenager habe ich angefangen, mich für Kriminalfälle und insbesondere Strafrecht zu interessieren und wollte über viele Jahre unbedingt Staatsanwältin werden. Nach einem persönlichen Schicksalsschlag habe ich dann leider kurz vor dem Abitur die Schule abgebrochen und der Traum musste begraben werden. Ich habe dann zunächst eine Ausbildung gemacht und einige Jahre bei Gericht gearbeitet, so war ich zwar "mittendrin", aber das hat mich auf Dauer doch eher frustriert als glücklich gemacht, zumal ich noch dazu massiv unterfordert war.

Nachdem mir irgendwann angekündigt wurde, dass mein befristeter Vertrag nicht verlängert werden könne, habe ich mich auf einen Bürojob im Polizeipräsidium beworben. Nach dem Vorstellungsgespräch wurde ich durchs Präsidium geführt, unter anderem auch durchs Führungs- und Lagezentrum (dort, wo die Notrufe eingehen). Als ich in diesem Raum stand, ist mir gefühlt die Kinnlade runtergeklappt, ich war unglaublich fasziniert. Der Beamte hat mir meine Begeisterung wohl angemerkt und sagte: "Das könnten Sie natürlich auch machen, aber dafür müssten Sie Polizeibeamtin sein."

Auf der Fahrt nach Hause war mir der Bürojob schon komplett egal - ich wollte zur Polizei. Unbedingt. Da die Bewerbungsfrist gerade abgelaufen war, habe ich mich ein knappes Jahr lang vorbereitet. Ich konnte Tage vorher kaum noch was essen und war so angespannt, dass ich fast umgekippt wäre. Den schriftlichen Test habe ich mit "sehr gut" bestanden, danach kam der Sporttest - und ich habe vor der Übung so gezittert, dass mir schon alles klar war. Ich war vier Sekunden zu langsam und von jetzt auf gleich raus. Die nächste Bewerbungsrunde ein Jahr später habe ich auch wieder mitgemacht, mir aber kurz vorher einen dreifachen Bänderriss zugezogen. Danach habe ich gedacht, dass es vielleicht einfach nicht sein soll. Wer weiß, wofür es letztendlich gut war...

Ich war dann also immer noch bei Gericht, hatte mit Mitte Zwanzig unfreiwillig eine 50%-Stelle und als kinderloser Single jede Menge Zeit - also habe ich das Abitur auf dem Abendgymnasium nachgeholt und kurz darauf studiert. Heute bin ich Juristin und auch tatsächlich bei der Staatsanwaltschaft. Der Job gibt mir wirklich verdammt viel und auf Dauer ist das sicher der wesentlich bessere Deal, aber so ganz werde ich wohl nie meinen Frieden damit schließen können, dass das mit der Polizei damals nicht geklappt hat. So sehr für eine Sache gebrannt habe ich vorher nicht und nachher auch nie wieder. Im nächsten Leben dann. ;)


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27.05.2019 um 23:27
Vor langer, langer Zeit ;) hab ich mir gewünscht, Archäologie oder Paläontologie zu studieren.
Ich habe dann aber eine Ausbildung zur Kindergärtnerin (in Deutschland ist das Vorschullehrerin, glaube ich) gemacht, weil ich mir irgendwann nicht mehr vorstellen konnte, noch so lange büffeln zu müssen...
Diese Arbeit hat mir Spass gemacht, es war aber auf längere Sicht nicht der richtige Job für mich.

Inzwischen arbeite ich in der Buchhaltung und bin sehr glücklich.


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27.05.2019 um 23:32
Ich hatte Träume und Wünsche, geschafft hab ich garnichts davon. Ich bin unzufrieden mit mir und meinem erreichten Leben. Wenn ich könnte würd ich den Reset Button drücken^^


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thomas74
Mitglied ausgeschlossen
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27.05.2019 um 23:42
Daveman schrieb:Wenn ich könnte würd ich den Reset Button drücken^^
Das klappt wenn man möchte, je eher desto besser. Auf zu neuen Ufern.


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27.05.2019 um 23:55
Mein Sohn wird 7 und hat, seit er 4 ist, den Wunsch Streifenpolizist zu werden. Ich hoffe er behält seinen Wunsch bei :)

Ich kann mich nicht daran erinnern, was ich werden wollte. Ich glaube ich hatte nie wirklich ein Ziel, bis ich mit 15 meine Ausbildung als Hauswirtschafterin angefangen habe. Da bemerkte ich dass das auf keinen Fall der Job fürs Leben ist und ich lieber einen Sozialberuf hätte. Nun, 10 Jahre nach dem Abschluss meiner Ausbildung, mache ich eine zweite Ausbildung zur Kinderpflegerin/Erzieherin und bin sehr glücklich damit.


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28.05.2019 um 08:28
Als Kind wollte ich Lehrerin werden, Tierärztin, Hotelfachfrau und auch Kindergärtnerin. Die zwei Schülerpraktika habe ich einmal in einem Hotel gemacht, danach war für mich klar, nix mit Hotelfachfrau xD das zweite war in einem Kindergarten, das hat mir schon sehr viel Freude bereitet, im Endeffekt war ich zu faul zu studieren, da es wohl nur mit Studium ging.
Da ich mich auch schon immer für den medizinischen Bereich interessiert habe, war ich dann in einigen Zeitarbeitsfirmen als medizinische Schreibkraft eingesetzt und da bin ich heute auch letztendlich gelandet, ich bin Arztsekretärin geworden und es macht sehr viel Spaß. Hätte auch gerne Psychologie studiert, aber ich glaube, ich bin fürs Studieren nicht gemacht, war froh als die Schule rum war ^^ Deswegen bin ich glücklich mit dem eingeschlagenen Weg und würde es nicht ändern wollen.


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28.05.2019 um 08:45
Hi,
also ich hatte eigentlich nie wirklich einen bestimmten Traumberuf. Im Gegenteil, ich weiß immer noch nicht genau was aus mir werden soll. Bisher bin ich immer so durchs Leben getrieben. Erst war ich auf der Hauptschule, danach hab ich mein Realabschluss nachgeholt, da ich nicht wusste wo, oder als was ich eine Lehre anfangen sollte. Danach habe ich mein Fachabitur im wirtschaftlichen Bereich gemacht. Aber auch nur, weil ich mein Realabschluss auf einer Wirtschaftsschule abgeschlossen habe. Momentan bin ich in einer Ausbildung zum Automobilkaufmann die ich in 2 Wochen abschließe. Die habe ich aber auch nur gemacht, weil mein Klassenlehrer im Fachabi, mich quasi vermittelt hat. Er konnte halt nicht verstehen warum ich keinen Ausbildungsplatz gefunden habe, obwohl ich Zuverlässig bin und gute Noten hatte.

Naja ich möchte auf jeden Fall nicht weiter in einem Autohaus arbeiten nach dieser Ausbildung. Ich habe mir vorgenommen, etwas im sozialen Bereich zu machen. Zum mindest probiere ich es aus :D

Ich hoffe ich finde irgendwann das Richtige für mich.

Liebe Grüße


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28.05.2019 um 09:11
Als Kind wollte ich Stewardess werden. :D Hab mir das ganz toll vorgestellt, um die Welt zu reisen. Zum Glück bin ich das nicht geworden. Ich reise lieber in meiner Freizeit.

Der nächste, richtige Berufswunsch, war irgendwas mit Malen/Zeichnen zu machen. Habe dann aber eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht, weil meine Eltern mich in meinem Wunsch nicht gefördert haben und ich auch gar nicht wusste, was für Möglichkeiten ich gehabt hätte. Die Berufsberatung in der Schule war damals auch ein Witz.

Das Gestalterische habe ich dann immer nebenbei gemacht und mir da auch so manchen Erfolg erarbeitet. Inzwischen arbeite ich nebenberuflich für einen Postkartenverlag und verkaufe Bildrechte von meinen Illustrationen. Das gefällt mir schon ziemlich gut so. Und ich bin schon ein bisschen Stolz, dass ich das ganz alleine hingekriegt habe.

Ob mich das hauptberuflich auch so zufrieden machen würde, ist fraglich. Ich glaube ich würde mich immer ziemlich unter Druck setzen. Auf Knopfdruck kreativ sein, ist ja auch nicht so einfach.


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28.05.2019 um 09:15
Ich wollte als Kind immer Pilot werden... wurde natürlich nichts draus^^
Hab dann mit 16. Eine Ausbildung zum Maurer gemacht und wusste sofort am ersten tag das ich den Beruf hasse.
Die Ausbildung hab ich dann aber doch durchgezogen und danach als Hausmeister gearbeitet.

Ich wollte schon immer was mit menschen machen also hab ich alles hingeschmissen und ein Jahres Praktikum im Krankenhaus Gemacht.

Da wurde mir klar das der Pflegeberuf genau mein Ding ist und heute mit 32 mach ich noch eine Ausbildung zum Altenpfleger.

Könnte eigentlich nicht zufriedener sein


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28.05.2019 um 10:07
@laucott


Als Kind wollte ich Lokomotivführer werden. Oder Förster. Oder König.
Später dann ein bedeutender Revolutionär, ein Abenteurer, ein Welt verändernder Journalist oder Autor.

Und? Was bin ich geworden?



ÄLTER!


Aber mal ernsthaft:

Zum Lernen ist man nie zu alt!

Ohnehin wird kaum jemand der heutigen Berufsanfänger den erlernten Job bis zum Lebensende machen (Ausnahmen: Elektriker "Halt' mal die beiden Kabelenden", Dachdecker "Hoppla, hier komm' ich!"), sondern muss damit rechnen, dass Fortbildungen, Umschulungen, Jobwechsel, Zweitausbildungen, Drittausbildungen, Zusatzausbildungen etc. zum Berufsalltag und zur Berufskarriere gehören.

Das gab's aber auch schon früher.

Ich habe nach Abbruch der Schule als Hafenarbeiter gejobbt, dann bei einem Hafenunternehmen im Büro gearbeitet, dann als Freier Journalist, dann als Verlagskaufmann bis ins Management, dann wieder als Journalist, Bürohilfe, Demenzbetreuer und heute als Betreuer in einem niedrigschwelligen psychiatrischen Angebot. Mal sehen, was noch kommt, bis ich keinen Bock mehr habe.

Ein kurzer Rückblick auf meine Berufstätigkeiten mit Bewertungen hinsichtlich Spass und Geld als wesentlichen Faktoren der Arbeit:

Als Hafenarbeiter in einer Doppelschicht stinkende Rinderhäute oder leckende Fässer mit Tierdärmen aus einem Schiffsbauch auf die Hieve stapeln, bis man das Gefühl hat, der Rücken bricht einem durch: Nein, kein Spass - aber bringt Geld.

Als Zivildienstleistender in einer Fachklinik für Suchtkranke den "Benno" geben (Betriebseigener Neger niederster Ordnung) und vom zugekotzten Klo putzen bis zum Abnehmen eines Suizidierten vom Strick die letzten Scheiss-Jobs machen müssen: Nein, kein Spass - und bringt nicht mal Geld.

Als Journalist in Kriegsgebieten im Dreck hocken, auf sich schiessen lassen und anderen beim Sterben zusehen: Nein, überhaupt kein Spass - und kein Geld. Aber politisch notwendig und lehrt einen viel über sich selbst.

Als Lohnschreiber für Provinzzeitungen und Anzeigenblätter zu schreiben, vom Hundersten Geburtstag eines Tapergreises bis zur Jahreshauptversammlung des lokalen Kaninchenzüchter-Vereins: Bringt Spass, weil man viele Menschen kennen lernt und sich kreativ austoben kann - aber Geld? Fehlanzeige!

Als Mitarbeiter eines Kleinverlages täglich um das Überleben des Unternehmens kämpfen: Bringt Spass, wenn man Erfolg hat - aber selbst dann bringt es nicht viel ein.

Im Management eines multinationalen Medienkonzerns Produktion und Vermarktung von wissenschaftlichen Fachzeitschriften koordinieren: Bringt Spass, weil man mit sehr vielen unterschiedlichen Menschen aus allen möglichen Fachbereichen und Ländern zu tun hat. Bringt auch eine Menge Geld - aber ist eben auch Stress pur. 50% der Energie verwendet man auf seine Arbeit, 50% auf die Verteidigung der eigenen Position.

Als "Mädchen für alles" Handwerkern, Landwirten und Vereinen die Büroarbeit machen, sie beim Marketing und der PR-Arbeit unterstützen: Macht Spass, ist vielseitig - aber bringt wiederum nichts ein.

Als Kontaktperson in einer niedrigschwelligen psychiatrischen Einrichtung mit "Irren" Kaffe trinken, reden, ihnen bei Behördenkram helfen: Höchst abwechslungsreich, interessant, weil sich viele unterschiedliche Menschen kennen lernen lassen - aber alles auf Abruf und zum Mindestlohn. Spass und Frust halten sich die Waage.

Für meine Herzallerliebste Werbetexte schreiben: Hurra, was für ein kreatives Betätigungsfeld - wenn nur die Chefin nicht so anspuchsvoll wäre - und die Kundschaft so fantasielos. Nun ja, wie poetisch-phantastisch soll man auch Schraubhaken für die Befestigung von Hochtemperatur-Flüssigkeitsrohren bewerben? "Der hält Ihr Rohr dauerhaft oben, auch wenn es sehr heiss hergeht!"


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28.05.2019 um 21:36
Ich wollte immer etwas kreatives machen, heute sitze ich im Büro und rechne Laborleistungen für Privatpatienten ab :D
Allerdings muss ich sagen das ich viele Jahre mit Herzblut Floristin war, bis die Gesundheit und das Gefühl nicht immer von der Hand in den Mund leben zu können, mich dazu zwangen einen neuen Weg einzuschlagen.
Ich habe mit fast vierzig noch einmal von vorne angefangen. Heute bin ich mit dem Bürojob zufrieden. Vor 20 Jahren wäre ich damit unglücklich gewesen

Ich habe auch immer gedacht ich würde mal Familie haben, aber den Partner mit dem ich mir das hätte vorstellen können habe ich dazu 10 Jahre zu spät getroffen. Manchmal macht mich das etwas traurig, aber eigentlich bin ich wirklich glücklich wie es sich für mich gefügt hat.


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28.05.2019 um 22:04
Doors schrieb:50% der Energie verwendet man auf seine Arbeit, 50% auf die Verteidigung der eigenen Position.
Diese Situation kann aber auch sehr erfüllend sein.
Missesfee schrieb:Ich habe mit fast vierzig noch einmal von vorne angefangen.
Das ist mutig. Finde ich sehr beeindruckend.


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28.05.2019 um 22:19
Ich wollte immer Paläontologe werden. Aber letzendlich bin ich nach der zehnten Klasse auf dem Gymnasium wegen zu schlechter Mathematik und Französischnoten, wie auch psychischen Gründen abgegangen.
Da ich schon immer malerisch und zeichnerisch begabt gewesen bin, konnte ich mit einem Talentnachweis auch mit mittlerer Reife ein Studium bekommen, erst zwei Semester Grafik Design und dann ein Studium in bildender Kunst.
Jetzt arbeite ich als selbstständig Illustrator, auch wenn das wirklich ein sehr schweres Business ist und ich ohne Sozialhilfe nicht auskomme.

Mein Traum wäre es noch immer, Abitur nachzumachen und Biologie zu studieren, um dort in die Herpetologie, Evolutionsbiologie, oder Paläobiologie zu gehen. Nur macht mir meine Mathe- Phobie einen Strich durch die Rechnung. Und dass ich auch nicht sehr stressbelastbar bin (bin auch als arbeitsunfähig bei der Arge geführt)


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29.05.2019 um 12:39
Ich wollte Polizistin werden und später Rechtsanwältin. Das mit der Polizei war spätestens dann nichts mehr für mich, als ich mit 14 auf linken Demonstrationen stand und alles scheiße fand :D

Mit ca. 15 war ich (keine Ahnung,.wie dss überhaupt aufkam) überzeugt davon mit Menschen mit geistiger Behinderung zu arbeiten.

Heute mit Anfang 30 betreue ich Männer mit Autismus in einer geschlossenen Wohneinrichtung. Insgesamt erfüllt mich mein Job, was viele nicht nachvollziehen können. Ich arbeite im Schichtdienst, habe immer wieder mit Fäkalien und Gewaltausbrüchen zu tun. Aber die schönen und witzigen Momente überwiegen und langweilig ist es definitiv nie. Ich hab die Männer sehr ins Herz geschlossen und gehe gerne zur Arbeit. Das ist das wichtigste.

Mein Traum war immer noch ein schönes Haus mit Garten. Stattdessen lebe ich mit meinem kleinen Sohn in einer kleinen Mietwohnung. Mit meiner Teilzeitstelle im sozialen Bereich wird sich das wohl auch nicht ändern...


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29.05.2019 um 13:29
JConstantine schrieb:Mein Traum wäre es noch immer, Abitur nachzumachen und Biologie zu studieren, um dort in die Herpetologie, Evolutionsbiologie, oder Paläobiologie zu gehen.
Noch mal neu zu studiren ist echt keine einfache Geschichte... bei mir wäre es Musik. Ich spiele zwar schon seit fast 40 Jahren Gitarre und in einer Band bin ich auch (meine zweite jetzt). Wir schreiben eigene Songs und so... alles gut... aber mir fehlt dennoch das theoretisch sichere Rüstzeug... mit einem Studium wäre das schon klasse.

Oder Gesang/Piano studieren... oh man, da hätte ich Lust drauf... aber mache ich nicht mehr... bekomme ich nicht mehr hin, bin auch jetzt einfach zu alt dafür. Und... wie soll ich das finanzieren?


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29.05.2019 um 13:32
neonbible schrieb am 24.05.2019:Rein beruflich gesehen wollte ich schon immer Autor werden, später dann zusätzlich Journalist. Ich schreibe zwar rein hobbymäßig Bücher / Kurzgeschichten / Gedichte, konnte mich aber nie dazu überwinden, auch etwas zu veröffentlichen. Na ja, genug Zeit habe ich hoffentlich noch dafür.
Versuch's mal bei www.bookrix.com ... da veröffentliche ich mein Zeug... ist kostenlos und seriös.


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29.05.2019 um 13:39
pinkpony schrieb:Heute mit Anfang 30 betreue ich Männer mit Autismus in einer geschlossenen Wohneinrichtung. Insgesamt erfüllt mich mein Job, was viele nicht nachvollziehen können. Ich arbeite im Schichtdienst, habe immer wieder mit Fäkalien und Gewaltausbrüchen zu tun. Aber die schönen und witzigen Momente überwiegen und langweilig ist es definitiv nie. Ich hab die Männer sehr ins Herz geschlossen und gehe gerne zur Arbeit. Das ist das wichtigste.

Mein Traum war immer noch ein schönes Haus mit Garten. Stattdessen lebe ich mit meinem kleinen Sohn in einer kleinen Mietwohnung. Mit meiner Teilzeitstelle im sozialen Bereich wird sich das wohl auch nicht ändern...
Ich kann das mit dem Job aber nachvollziehen... das ist eine schöne Sache, denn du hilfst wirklich den Menschen... im sozialen Bereich zu arbeiten ist etwas ganz besonderes, wie ich finde. Und etwas sehr wertvolles...

...das wäre so meine zweite Wahl gewesen... but Music was my first love...


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29.05.2019 um 13:48
Ich wollte als Kind immer Pilot werden oder zur Bundeswehr und Soldat sein. Lag wohl daran das ich direkt neben ein Bundeswehr Flugplatz groß geworden bin. Dann Später wollte ich Elektriker werden und hatte auch ne Ausbildung angefangen. Die hab ich dann aber nach fast 2 Jahren abgebrochen weil ich schon mit Bauchschmerzen aufgewacht bin und keine lust mhr auf die Ausbildung hatte. Tja und inzwischen Arbeite ich als Heimerzieher im Kindergarten in einer Krippengruppe und bin hier ganz zufrieden. Zumindest gehe Ich gerne zur Arbeit und hab jeden Tag viel spaß.


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29.05.2019 um 13:48
laucott schrieb:Wie war oder ist es denn bei Dir ?
Wie gesagt, ich habe hier absolut jeden Beitrag gelesen und bin begeistert!


Meine Berufslaufbahn ist bei mir wesentlich unspektakulärer als bei anderen.

Nach meinem ersten Flug mit acht Jahren wollte ich unbedingt Pilotin werden, allerdings interessierte es mich nicht, Passagiere zu befördern, ich wollte mit riesen Frachtmaschinen fliegen.

Das wäre aber niemals möglich gewesen, denn beim körperlichen Eignungstest wäre ich in hohen Bogen hinausgeflogen.
Flugbegleiterin interessierte mich nie – Leute bedienen ist nicht so mein Ding, außerdem hätte ich auch dort den körperlichen Test nicht bestanden - nicht einmal heute, wo das Niveau derart gesunken ist, hätte ich eine Chance.

Ich bin ehrlich: es gab keinen einzigen Beruf, der mich begeisterte und der möglich war. Ich wusste, dass mir der Verdienst irrsinnig wichtig ist.

Um mir meine Urlaube finanzieren zu können, jobbte ich in jeden Schulferien. Dabei war die Arbeit in einem Reisebüro am ehesten mein Geschmack. Aber der Verdienst in dieser Branche war unter aller Sau.
Ich jobbte auch in einem Kosmetiksalon – das liegt mir überhaupt nicht und ich habe auch Null Interesse für diesen Weiberkram (sorry, selbstverständlich gibt es auch viele Männer, die sich dafür begeistern)

Mit 15 Jahren hatte ich die Nase von der Schule derart voll, dass ich mir eine Lehrstelle suchen wollte. Ich suchte aber nur nach Verdienst. Ich kam drauf, dass alles, was ich noch eher bevorzugte, schlecht bezahlt wird.

Da entdeckte ich die Baubranche. Maurer verdienten gut – das wollte ich werden. Ja, ich testete den Beruf sogar ein paar Tage lang – ich bekam sofort die Ernüchterung, dass ich das körperlich nie schaffte, außerdem fiel es mir schwerer als gedacht, in großer Höhe herum zu klettern.

Ich war auf mich selbst so wütend, dass ich das nicht auf die Reihe bekam!

Somit blieb ich in der Schule und nahm mir vor, Fluglotsin zu werden – die bekamen gut bezahlt. Die Auswahlkriterien sind hart und Bewerber gibt es zum saufüttern….
Ich wollte es aber trotzdem.

Dann kam das letzte Schuljahr, nicht nur das, es neigte sich sogar dem Ende zu.
Ich wurde von allen Seiten gefragt, was ich nun nach der Schule machen werde – Lotsin nahm keiner ernst.

Dann sagten zwei Personen in meinem Bekanntenkreis, ich soll dieses Formular ausfüllen und es mit einem Passbild versehen wieder zurückbringen.

Es handelte sich um ein Standard Bewerbungsformular von einem namhaften, großen Konzern. Beim Ausfüllen dachte ich mir, dass ein normaler Sachbearbeiter Bürojob nicht unbedingt gut bezahlt ist.
Ich wusste, dass man in diese Firma nur mit Vitamin B rein kommt, deshalb nahm ich die Bewerbungsunterlagen nicht ernst. Ich füllte sie eher lieblos aus und gab sie den beiden Bekannten zurück.

Schon kurze Zeit später bekam ich einen „netten“ Brief von dieser Firma mit der Aufforderung, zum Aufnahmetest und zum Betriebsarzt zu erscheinen.

Alle (und ich selbst auch) dachten, dass ist das 0815 Programm, was jeder Bewerber durchmacht.
Ich war nicht einmal besonders schön angezogen, als ich zum Termin erschien.
Der Aufnahmetest wurde schon damals am PC durchgeführt und dauerte 2,5 Stunden. Die anschließende Stippvisite beim Betriebsarzt dauerte keine 10 Minuten.

Ich ging heim und dachte, das wars.
Eine Woche später kam ein Brief (ja, damals kamen diese Dinge noch altmodisch per Post) von der Firma.
Ich sagte noch zu meiner Oma: „Das ist jetzt die vorgedruckte Standardabsage, die jeder bekommt“

Als ich ihn öffnete, war ich richtig entsetzt. Es stand: „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir Sie ab… als Karenzvertretung in unserem Unternehmen begrüßen zu dürfen….. Bitte melden Sie sich am…. um…. im Personalbüro und bringen Sie Ihr Schulabschluss- und ein aktuelles Leumundszeugnis mit….“

Ich war schon entsetzt, denn ich wollte Lotsin werden. Dann war noch ein Punkt, der mir sauer aufstieß: ich musste bis Freitag in die Schule und bekam eben an diesem Freitag mein Schulabschlusszeugnis und an darauffolgenden Montag sollte ich bei dieser Firma anfangen - keine Verschnaufpause zwischen Schule und Arbeit!

Meine Oma war so glücklich und froh, dass ich dort aufgenommen wurde. Auch alle Freunde und Bekannten gratulierten mir zum „Lotto Sechser“ – nur ich selbst war unglücklich darüber.

Ich wusste, für die Lotsenausbildung ist mein Englisch noch nicht gut genug, deshalb dachte ich, dass ich bei dieser Firma anfange und nebenbei einen Englisch Kurs besuche und dann die Ausbildung machen wollte.

Ich bedankte mich bei den beiden Herren, denen ich diesen Job zu „verdanken“ hatte und bekam zu hören, dass es denen imponiert hatte, dass ich in jeden Schulferien jobbte – das machte den Eindruck, dass ich „fleißig“ bin – diese Erwartungshaltung erzeugte weiteren Druck in mir.

Dann kam er: der gefürchtete erste Arbeitstag.
Ich ging schon mit einen ganz eigenen, unguten Gefühl hin. Im Personalbüro wurde ich von oben bis unten mit Blicken gemästet. Mir wurde sofort vermittelt, dass das nur eine Stelle als Karenzvertretung ist und ich mir keine Hoffnung machen soll, dass ich nach diesen zwei Jahren weiterbeschäftigt werde.
Ich dachte mir: „Gott sei Dank, hier will ich nicht alt werden….“
Überrascht war ich aber über mein Gehalt, was ich erstmals im Arbeitsvertrag sah. Es war nicht üppig, aber doch mehr als ich gerechnet hatte.

Auch an meinem – mir zugeteilten – Arbeitsplatz bekam ich zu spüren, dass ich nicht in dieses schicki micki Klientel passe – kein Wunder, ich mit meinen alten, einfachen Alltagsfetzen.
Selbstverständlich bekam ich den schleißigsten Haken zugeteilt.

Einschulung – Fehlanzeige! Aber schüchtern war ich noch nie, deshalb habe ich ständig gefragt und alle so lange genervt, bis sie es mir zeigten.
Ich kam schnell drauf, dass diese Arbeit viel zu umständlich erledigt wurde. Ich strukturierte sie für mich selbst um, damit ich es einfacher hatte. Den anderen war es egal, wie ich diese Arbeit erledigte.

Die zwei Jahre vergingen, ich hatte meine Arbeit fest im Griff, aber wohl fühlte ich mich dort nicht. Ich war aber zu faul, mich in Englisch weiterzubilden. Ich verschob es auf die Zeit nach den zwei Jahren.
Ich dachte, wenn ich dann endlich arbeitslos bin, habe ich genug Zeit für Englisch und dann die Lotsenausbildung.

Ich war überglücklich, als nach diesen Jahren endlich mein letzter Arbeitstag anbrach. Die Dame kam von der Karenz zurück und ich ging ins Personalbüro um mich abzumelden.
Dann geschah das, womit ich niemals gerechnet hatte. Ich bekam einen festen, unbefristeten Arbeitsvertrag vorgelegt – inklusive Gehaltserhöhung.

Ich fragte die Dame, wie es das gibt, denn mir wurde am Anfang gesagt, dass ich nach zwei Jahren gehen muss.
Sie sagte mir, welchen Personen in der Firma sich dafür eingesetzt haben, dass ich bleiben soll.

Ich spüre noch heute, wie schrecklich ich mich in diesem Moment gefühlt habe. Für mich brach eine Welt zusammen, ich musste die Tränen unterdrücken – meine Pläne sind in dieser Sekunde zerplatzt.
Ich soll in dieser Firma bleiben, wo ich mich nie wohl gefühlt habe.

Ich weiß bis heute nicht warum ich nicht einfach gegangen bin und „Nein Danke“ gesagt habe.
Ich unterschrieb wie in Trance den unbefristeten Arbeitsvertrag (die Gehaltserhöhung hat sicher die Hauptrolle gespielt)

Ich ging zurück an meinem Arbeitsplatz und wurde gleich gefragt: „Bleibst uns erhalten?“ als ich „ja“ sagte, merkte ich erstmals, dass sich einige ehrlich freuten.
Auch wenn ich entsetzt war, bedankte ich mich bei allen, die sich für mich eingesetzt hatten. Ich ging auch um CEO (der hieß damals noch Direktor), denn er war die Person, die es im Endeffekt zu entscheiden hatte.
Ich war überrascht, dass er so genau Bescheid wusste. Er sagte: „Ich wäre ja blöd, jemanden gehen zu lassen, der Arbeiten selbstständig effizienter macht und nie krank ist“ – erst da erkannte ich, dass es doch nicht unbemerkt blieb, dass ich mir meine Arbeit zurechtbog.

Ich weiß noch, als ich an diesem Tag heimkam, weinte ich Rotz und Wasser und nicht einmal mein Partner (den ich damals erst ein paar Monate kannte), konnte mich trösten.

Er hatte damals erst wegen mir seine Landwirtschaft aufgeben müssen (darüber hatte ich ein sehr schlechtes Gewissen) und war gerade dabei als Quereinsteiger in der KFZ Branche Fuß zu fassen.

Er sagte, dass wir uns selbstständig machen, sobald er sich mehr Fachwissen angeeignet hatte. Dann bin ich diese Firma los.

Ich nahm mein Schicksal an und dachte, wenn ich schon in dieser Firma arbeite, möchte ich gehaltsmäßig ordentlich aufsteigen (ich wusste ja, was hier möglich ist)

Ich erkundigte mich, welcher Posten wie hoch eingestuft ist. Ich bekam heraus, dass die Buchhaltung hohe Einstufungen hatte.
Ich machte es mir zum Ziel, in die Buchhaltung versetzt zu werden. Das war nicht einfach, denn ich hatte keine Ausbildung dafür und scherte mich auch nicht, eine nebenbei zu machen (ich hatte da auch schon mein erstes Kind).
Ich eignete mir Buchhaltungsarbeit an, anfangs musste ich die an mich ziehen, die unbeliebt war.
Ich nervte wieder alle, es mir zu zeigen.

Ich erkannte schnell, dass Buchhaltung langweiliger ist, als meine alte Sachbearbeiterarbeit. Trotzdem blieb ich dran und schaffte es, in die Buchhaltung versetzt zu werden und deren Gehaltseinstufung zu bekommen – und das ganz ohne Ausbildung dafür.

Auch Buchhaltungsintern gibt es verschiedene Einstufungen. Ich fing an, Arbeit an mich zu ziehen, die ein Akademiker macht.
Der ist ein harter Brocken, der niemanden Einblick in seine Arbeit geben wollte – aber ich war härter und brachte ihn dazu, mir seine Arbeit zu zeigen.
Ich bin mittlerweile zwar seine fixe Vertretung, aber ich muss ehrlich zugeben, dass mich diese Arbeit an meine Grenzen bringt und oft überfordert. Trotzdem bleibe ich des Geldes wegen dran.

Enttäuscht habe ich beruflich meinen Partner. Er wollte unbedingt selbstständig werden. Er fühlt sich nicht wirklich wohl an seinem Arbeitsplatz und weiß dass auch mir meine Arbeit nicht gefällt.
Jetzt, im Nachhinein gesehen, weiß ich, dass wir es leicht geschafft hätten. Er ist echt gut bei seiner Arbeit, Firmen wollen ihn abwerben (geht leider nicht, so lange die jüngsten Kids klein sind) und er bekommt laufend Anfragen von Leuten.
Warum habe ich mich dann nicht mit ihm selbstständig gemacht?

Ich hätte ein Haus mit Werkstatt kaufen müssen. Das wäre nur in einer ländlichen Region finanzierbar gewesen und wir hätten Schulden machen müssen. Ich wollte weder am Land wohnen, noch Schulden machen.

Außerdem habe ich immer im Hinterkopf, dass ich einen absolut sicheren Arbeitsplatz habe und dort bis zur Pension bleiben kann.

Ich bin zwar keine Großverdienerin, aber für meine Ausbildung verdiene ich überdurchschnittlich.

In der Firma habe ich – die für mich – höchst mögliche Einstufung erreicht, das Kämpfen hat aber noch kein Ende.
Jetzt möchte ich durchsetzen, dass ich öfter von daheim aus arbeiten kann. Momentan darf ich das leider maximal einmal pro Woche. Durch Urlaube und Krankenstände anderer ist es aber leider nicht jede Woche möglich.
Meine Tätigkeit eignet sich perfekt für Teleworking.
Ich bin eh bekannt dafür, dass ich lästig und hartnäckig bin, bis ich das habe, was ich haben will - ich werde mehr Tele Tage bekommen!

Fazit: ich arbeite seit 23 Jahren in einer Firma, wo ich mich nie wohl gefühlt habe und mache eine Arbeit, die mich nie wirklich interessiert hat (Das ist pervers, ich weiß)
Ich sehe es aber positiv: ich verdiene überdurchschnittlich und konnte drei Kinder mit Vollzeit verbinden (das war nicht immer leicht und erforderte Ellbogentechnik)


Mit meiner - immer schon vorhandenen - Hartnäckigkeit, Durchhaltvermögen und den hinüber weg sehen vieler Dinge werde ich es bis zu meiner Pension durchziehen.


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