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Emotionales Leiden der Liebe wegen beenden

105 Beiträge, Schlüsselwörter: Liebe, Trauer, Schmerz, Depressionen, Leiden

Emotionales Leiden der Liebe wegen beenden

30.10.2019 um 20:30
flüchtig schrieb:beruflichen wünsche
Sehe ich auch so, dass @Beerus schleunigst handeln sollte, denn das:
Beerus schrieb:In meinen Pausen die immer häufiger werden, gehe ich aufs WC und heule.
Und das:
Beerus schrieb:Manchmal stürme ich auch mit tränen aus dem Gebäude.
wird auf Dauer zu Problemen führen.


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traces
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Emotionales Leiden der Liebe wegen beenden

30.10.2019 um 20:44
@Beerus
Beerus schrieb:Sie bei der Arbeit zu sehen ist sehr hart. Möchte ihr am liebsten um den Hals fallen und sie küssen.
Du möchtest also dem Schmerz um den Hals fallen...
...und erlebst deinen Alltag exakt so, wie sich das anfühlt. Vielleicht hilft es dir, zu erkennen, dass nicht nur der Schmerz DICH derzeit fest im Griff hat, sondern du ihn ebenso.

Nimm ein Blatt Papier und zeichne darauf einen Kreis. Er ist dein Leben.
Zeichne dann darauf ein, wie groß der Anteil darauf war, den deine Partnerin darin eingenommen hat, als ihr noch zusammen wart.

Nimm ein weiteres Blatt, zeichne einen Kreis und trage den Anteil ein, den die Trennung/ der Schmerz/ sie gegenwärtig in deinem Leben einnimmt.

Nimm noch ein Blatt, zeichne einen Kreis und trage den Anteil ein, den Lebensbereiche deines Lebens derzeit einnehmen, die frei von ihr, frei von der Trennung, frei von Schmerz - also davon unberührt und unbelastet sind.


Sollte das Ergebnis aller drei Kreise ähnlich aussehen und der Anteil beim letzten Kreis deutlich weniger als 50 % sein, wird dir ersichtlich, dass es ein Irrglaube ist, dass allein diese Trennung dich unglücklich macht. Ein Irrglaube, dass SIE dich hinter sich gelassen hat, sondern eher du dich selbst. Manchmal begegnet man Menschen und geschehen Situationen, die spiegeln können, wie wir mit uns selbst umgehen. Wie wenig wir in unserem eigenen Leben stattfinden, wie sehr wir Selbstaufgabe manchmal für Liebe halten. Welche Verantwortung übertragen wir anderen Menschen, wenn wir sie zum Zentrum unseres Daseins machen, statt sie - fest in unserem Zentrum stehend - in unserem Leben willkommen heißen?

Es mag schon etwas an dem Spruch dran sein, wenn man sagt, dass man erst lieben könne, wenn man gelernt hat, sich selbst zu lieben. Vielleicht klingt es pathetisch und abgehoben, aber stelle dir dein ganz eigenes Leben mal als eine Wohnung vor. Du hast nun den Wunsch, SIE, deine Partnerin in deine Welt, deine Wohnung einzuladen, sie willkommen zu heißen. Nun betritt sie deine Welt - was findet sie vor? Bedeutet ein Willkommen heißen, zuvor alle Bilder von der Wand zu entfernen, alle Bücher zu entsorgen, den Teppich rauszuwerfen, damit sie allen Raum einnehmen kann, den sie will? Wird sich ein anderer Mensch in einer solchen Wohnung wohlfühlen, die ihm die Verantwortung überträgt, sie selbst mit Leben füllen zu müssen? Eine Wohnung, die nur dann warm ist und in der nur dann alle Pflanzen wachsen, wenn sie da ist, aber sobald sie die Wohnung verlässt, ist alles kalt, grau und welk? Wieviel Anlass geben wir einem anderen Menschen, gern zurückzukehren, sich willkommen zu fühlen, wenn wir uns allerredlichste Mühe geben, alles, was diese Wohnung mit Leben füllt, in Schutt und Asche zu legen? Und wie soll uns ein Mensch finden, wenn wir uns allerredlichste Mühe geben, den Menschen, der wir selbst sind, unsichtbar zu machen?

Hast du neben all dem Schmerz derzeit auch nur ein Quentchen Hoffnung darauf, dass sie vielleicht zu dir zurückkehrt, dann solltest du die Energie, die du derzeit in den Schmerz steckst, dafür verwenden, deine "Wohnung", d.h. dein Leben so einzurichten, dass der Andere genau sehen kann, wer DU bist, wo DU bist und was DICH und DEIN Leben ganz allein für dich ausmacht. Liebe lässt sich nicht betrügen. Sie wählt keinen Platz, den du extra und nur für sie freigeräumt hast, während du selbst nur in der Besenkammer haust. Sie kommt nicht, wenn du nur und extra für sie alles aufgeräumt hast. Die Liebe klopft nur an jene Tür, hinter der auch jemand zu Hause ist und der es sich ganz für sich selbst so eingerichtet hat, dass ER sich mit sich wohlfühlt.

Setze Schmerz also in Aktivitäten um, mit denen du zwei Fliegen mit einer Klappe schlägst. Niemand hat eine Glaskugel, niemand weiß, was die Zukunft bringt. Sicher ist nur: verharrst du, wird rein gar nichts Positives passieren und erst recht nicht das, was du dir ersehnst.
Fang in deiner ganz realen Wohnung gleich heute noch damit an:

Putze - egal wie spät es ist. Räume einzelne Zimmer um. Entsorge, was schon lange kaputt ist oder Dinge, die du dort noch nie leiden konntest. Verschenke Dinge, die du nicht mehr brauchst - mache eine Generalüberholung deiner Schränke, Schubladen - schaffe PLATZ!

Nimm deinen Hund mit ins Bett, heule ihm ins Fell. Richte Heulstunden ein, exakt von 18 - 19 Uhr. Danach ist Schluss (das sagst du der Abhängigkeit, die dir unter der Maske des Schmerzes auf den Pelz kriechen will!).

Metal/ Rock- oder Techno-Mucke in den IPod - und damit wirst du jeden Tag zur Arbeit gehen, es in den Pausen hören genauso wie auf dem Weg nach Hause. Danach schwing dich aufs Rad oder gehe in die Mucki-Bude. Hole allen Schmerz hoch und mache währenddessen Spinning. Der Schmerz kommt wieder, macht aber nichts, denn dann kannst du abends immer nochmal mit dem Hund eine Runde Power-Joggen.

Das ist ein Anfang, die "Bude" wieder auf Vordermann zu bringen....denn eines Tages könnte jemand an deine Tür klopfen. Und es wäre schade, wenn du nicht zu Hause bist.

Alles Liebe dir!


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Emotionales Leiden der Liebe wegen beenden

30.10.2019 um 20:48
@traces
Wow, chapeau!

Einer der besten Beiträge zu dem Thema das ich je gelesen habe.

Danke dafür


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30.10.2019 um 21:56
@traces
Aus deinem Beitrag kann sicher jeder was für sich mitnehmen, das hast Du so anschaulich und treffend geschildert, besser kann man es nicht erklären. Klasse Leistung!


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30.10.2019 um 22:32
Mabel1999 schrieb:Ich kenne den alten Thread und hab auch da was geschrieben.
Ich finde es nervt, dein geschreibe kann man schlecht ertragen immer dieses Hoffnungs bla bla und ich bin an allen Schuld.
Du ersäufst einfach nur in Selbstmitleid das ist alles
Leider kann ich da nur zustimmen. Das geht schon beim Lesen auf die Nerven. Der TE hat keine Selbstachtung und erniedrigt sich permanent. Wie soll man mit einer Person zusammen sein, die nicht mal sich selbst respektiert?
Stonechen schrieb:Liebeskummer ist das eine... das was du da hast ist allerdings schon krank und du solltest dir schleunigst professionelle Hilfe an die Seite nehmen. Du siehst, dass du es alleine nicht schaffst und das ist auch nichts wofür man sich schämen müsste.
Geh zu einem Arzt, schildere dem was du da gerade durchmachst, lass dir eine Überweisung zum. Psychologen geben und dann nimm die Beine in die Hand bevor es zu spät ist.
Dem kann ich nur zustimmen. Normal ist das schon länger nicht mehr. Es hat schon was Masochistisches.


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30.10.2019 um 23:27
Er antwortetet wie immer nur denen die das schreiben was er hören möchte.
Naja, diesen Thread wird er eh wieder schließen lassen wenn seine "Freundin" sich wieder für ein paar Tage erbarmt.


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30.10.2019 um 23:34
Rumo schrieb:Der TE hat keine Selbstachtung und erniedrigt sich permanent.
So ist es.
Und genau daran muss er arbeiten, am Besten mit Hilfe eines Psychologen.
Einen anderen Weg sehe ich nicht.


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31.10.2019 um 01:05
@Beerus

Das klingt alles sehr ungesund, kenne es aus eigener Erfahrung Ich hatte sowas ähnliches auch mal,
Da hilft nur Distanz zu der Person, ansonsten klingt das ja fast wie Stalking, Abhängigkeit... je nach Standpunkt

Und wie schon andere meinten, nimm Dir professionelle Hilfe, geh erstmal zum Hausarzt.

Der wird Dich dann weiterschicken.

Antidepressiva helfen nur bei wirklichen Depressionen, bei "normalen" Leuten haben die keine Wirkung, machen auch nicht abhängig. Ob Du die schon hast, sollen Fachleute beurteilen.
Liebeskummer ist noch keine, es kann sich aber dazu entwickeln.

Johanniskraut ist übrigens auch ein Antidepressiva und hat auch Nebenwirkungen, auch wenn es pflanzlich ist.
Pflanzlich ist nicht das Gegenteil von Chemie, sondern eigentlich dasselbe.


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31.10.2019 um 06:48
@Beerus
Du musst für Dich selbst entscheiden, was für Dich das Beste ist.

Entweder ein ständiges auf und ab. Dafür hast Du Deine "Liebe" stundenweise.

Oder Du machst einen Schlußstrich, leidest einige Zeit extrem, dafür wird es Dir aber langfristig besser gehen.


Sind es Dir diese kurzen Momente mit ihr wirklich wert, dass Du dafür Dein ganzes Leben dahinvegetierst?
ich hatte zwar noch nie in meinem Leben Liebeskummer, aber so etwas hätte ich schon längst beendet.


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31.10.2019 um 20:26
Danke erstmal an eure Antworten. Ich war gestern zu fertig um noch zu schreiben. Ich merke das die ganze Situation an meinen Kräften zährt. Momentan bin ich einer Sucht aus Coca Cola und Junkefood verfallen.

@borabora @flüchtig @Rumo
Es ist nicht meine Absicht mich selbst zu verletzten. Ich möchte einfach nicht etwas aufgeben, was mich Glücklich gemacht hat und somit auch gut getan hat. Es ist ein Zwiespalt, weil ich weiss dass Liebe verletzten kann, auf der andererseits tat mir noch nie etwas so gut wie Liebe. Es ist wie bei einem Kampfsportler. Er weiss, er es besteht die Chance das er verletzt wird, wenn er in den Ring geht, aber dennoch macht er es. Wofür?

@DerHilden
Das könnte tatsächlich das beste sein, auch wenn ich mir irgendwie komisch vorkomme, mir Hilfe zu suchen. Eine Selbsthilfegruppe wäre vielleicht wirklich nicht schlecht um einfach die nächste Zeit durchzustehen.

@lanegan
Das tut mir wirklich leid zu hören. Kann mir den Schmerz gar nicht vorstellen, den du empfunden hast, als sie Schatz am Telefon sagte. Ich an deiner Stelle wäre wohl implodiert.

@traces
Erstmals Vorab für deine Hilfe! Dein Beitrag ist der vielleicht beste den ich in einem Forum je gelesen habe und mich auf jedenfall aufmuntertet. Leider scheint aber der Plan von der „aufgeräumten Wohnung“ nur bedingt bei mir zu funktionieren. Ich entschuldige mich vorab, dass es so lang wird.

Im ersten Kreis würde sie etwa 90% einnehmen. Abgesehen vom Krafttraining und dem Gassigehen mit dem Hund, war ich Gedanklich immer bei ihr.
Der Anteil vom zweiten Kreis nimmt ihn komplett zu 100% ein. Ich kann nichts mehr ohne trauer bewältigen, selbst beim heutigen Training hätte ich vor Wut und Trauer am liebsten die Hantel gegen die Wand gehämmert und alles zerschlagen.
Der dritte Kreis ist leer.
Bevor ich mit ihr zusammen kam, war ich nicht unglücklich (zumindest glaubte ich das), obwohl ich nicht mehr hatte. Erst jetzt ohne sie und nachdem ich mit ihr erleben durfte was liebe ist, merke ich, wie sehr mir das immer Gefehlt hatte. Mein Leben bestand darin mit den Hunden zu laufen, Musik im Zug zu hören, in den Pausen oder beim Warten in Foren zu lesen, Gedanklich drehte sich viel um mein Training, welche Übungen ich ausführen soll, um die richtige Ernährung, ab den Abenden sah ich fern und gelegentlich schrieb ich mit Kollegen, mit denen ich jetzt aber nur oberflächliches gemeinsam habe. Ich fühlte mich nie wirklich Glücklich, ich spürte immer das mir was fehlte, aber es war einfach alles gemütlich und ich wusste auch nicht wie ich etwas ändern sollte. Jetzt durch sie habe ich gemerkt, was es heisst für etwas zu Leben und nicht vor sich hin zu Leben. Ich hatte Ziele, wo ich in Zukunft mit ihr hin will. Verlobung, Heiraten, auf Spanien auswandern. All das fehlt mir jetzt. Ich fühle mich leer und diese Leere füllen Hobbys oder Freunde nicht. Ich habe keine zukünftige Ziele mit meinen Freunden, die mich irgendwo hinbringen. Ich kann zwar schöne Momente mit ihnen erleben, ebenfalls mit meinen Hobbys, aber weiter zu meinem Ziel bringen sie mich nicht und ich Lebe für den Traum von einer Familie, von Liebe und einem Seelenpartner und ich sehe mich bereits im hohen Alter im Garten arbeiten, mit den Enkel spielen oder noch immer die Hand meiner Frau zu halten. Mir ist es egal, ob ich die ganze Welt bereise oder einen Sportwagen fahre, so etwas würde mich nicht Glücklich machen, deswegen kann ich mich damit jetzt auch nicht aufheitern. Meine Freunde können mir auch nicht helfen, ich habe das Gefühl das sie alle zu oberflächlich oder dekadent sind, oder ich aber einfach am falschen Ort in der falschen Zeit lebe. Der Spruch den alle in meinem Umfeld über die Lippen lassen das ich „erst 23 bin und doch erst mal das Leben geniessen soll“ hilft nich nicht. Für mich fühlt es sich so an, als würde ich auf der Stelle treten. Reisen, Partys, mehrere Sexuallpartner sind für mich Sinnbild einer schnelllebigen Welt ohne Verantwortung. Generell fühle ich mich einsam in meiner Welt. Bisher habe ich mich nur von älteren Menschen verstanden gefühlt. Ob es mein lebenserfahrener Lehrer war, meine Ausbilderin die seit über 20 Jahre verheiratet war oder mein religiöser Kollege an meiner jetzigen Arbeitsstelle ist. Meine „Freundin“ war der erste Mensch in meinem alter, von dem ich mich verstanden fühlte. Auch sie fühlt sich einsam, in einer falschen Welt geboren, und pflegt nur Kontakt zu Freunden die 10-20 Jahre älter sind als sie (so wie ihr Ex).

Ich werde deine lieben Ratschläge wirklich beherzigen und habe indirekt schon damit angefangen. Die letzten beiden Wochen habe ich viel altes Zeugs verkauft und bin noch dran, so dass ich nur noch das behalte, was ich in die neue Wohnung nehmen möchte. Das Geld habe ich auf ein Sparkonto eingezahlt. Ich möchte mir bis Ende Jahr ein pölsterchen ansparen, für eine eigene Wohnung und alle Kosten die im neuen Jahr auf mich zu kommen. Mit dem Training habe ich heute auch wieder Angefangen. Im Oktober 2020 möchte ich an der Schweizer Powerliftig Meisterschaft teil nehmen. Aber mehr als das habe ich nicht, eine eigene Wohnung, von der ich spüre das es Zeit für diesen Schritt ist und mein Sport.
Meine Ziele von einer abgeschlossenen Ausbildung, einen Beruf den ich mir mein Lebenlang vorstellen kann (sofern es mich nicht zur Polizei zieht, welche wiederum sehr ähnlich zu meinem jetzigen Beruf ist) und in dem ich aufstiegschance habe, sowie ein eigener Hund.
Was bleibt ist mein grösster Wunsch, der nach einer eigenen Familie, nach etwas festem das halt hat. So war ich aber schon immer. Das erste mal Liebeskummer hatte ich mit 18, ohne das ich verliebt in jemanden war. Es war einfach das Gefühl der Einsamkeit, welches ich danach bis 22 vergrub, mit oberflächlichen Freundschaften und zwei kurzen Affären.

Und zu deiner Frage, ja ich habe noch Hoffnung und möchte mein Leben so in den Griff kriegen, dass ich zuhause sein werde, wenn jemand anklopft.

Entschuldigung das es so lang wurde. Ich danke dir wirklich viel mals für deine Ratschläge. Sie haben mir wirklich geholfen.


@ProzacNation
Danke!
Finde den Spruch am Ende ganz schön und ist auch mein Motto.
Was du schreibst hast stimmt schon. Ich kann mir wirklich gut vorstellen das sie gar nicht weiss, wie ich fühle. Ich denke sie weiss evt gar nicht, was mir an ihr liegt und es wäre vlt wirklich das beste das Gespräch zu suchen. Aber ich möchte halt auch nichts überstürzen und sie einengen


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31.10.2019 um 21:08
Lieber @Beerus

Danke für deine Gedanken! Sie hören sich bereits ganz anders an, als in deinen vorangegangenen Postings...klarer, wahrer. Du hast damit einen ganz großen wichtigen Schritt gesetzt, wahrscheinlich ohne es selbst zu bemerken...
Beerus schrieb:Bevor ich mit ihr zusammen kam, war ich nicht unglücklich (zumindest glaubte ich das), obwohl ich nicht mehr hatte. Erst jetzt ohne sie und nachdem ich mit ihr erleben durfte was liebe ist, merke ich, wie sehr mir das immer Gefehlt hatte.
Das heißt, du bist ihr dankbar, dir gezeigt zu haben, was Fülle im Leben bedeuten kann und wie sehr dir Fülle und Erfüllung in deinem Leben gefehlt haben, schon lange bevor du sie kennengelernt hast. Das ist eine sehr wichtige Erkenntnis. Sie hat dir ein großes Geschenk gemacht, auch, wenn diese Einsicht schmerzt: sie hat dir gezeigt, dass du von Fülle und Leben abgetrennt warst. Und: sie hat dich erleben lassen, wie sich Leben anfühlt, wenn du dich selbst nicht vom Leben abtrennst. Statt also nur in ihre Augen zu schauen: Schau in ihre Hände, was sie dir zeigen.
Beerus schrieb:Mein Leben bestand darin mit den Hunden zu laufen, Musik im Zug zu hören, in den Pausen oder beim Warten in Foren zu lesen, Gedanklich drehte sich viel um mein Training, welche Übungen ich ausführen soll, um die richtige Ernährung, ab den Abenden sah ich fern und gelegentlich schrieb ich mit Kollegen, mit denen ich jetzt aber nur oberflächliches gemeinsam habe.
Eine weitere, sehr wichtige und sehr schwere Erkenntnis, die du getroffen hast und du darfst stolz auf dich sein, dich dieser Wahrheit zu stellen, denn das ist alles andere als leicht: zu erkennen, dass Ablenkung, Pflichten und bloßer Verstand ("was man im Leben tun sollte") die Dinge sind, die dich von deinem Leben und Fülle abtrennen. Du hast also in den Jahren zuvor viele Erfahrungen mit dem gemacht, was Liebe alles nicht ist. Ist es nicht spannend, dass eine solche schmerzhafte Erkenntnis gleichzeitig auch eine Lösung aufzeigt, wie man diese Abtrennung auflösen kann? Durch Hinwendung, statt Ablenkung; durch Muße, statt bloße Pflichterfüllung und Erfüllung der Erwartungen anderer, wie man ein Leben leben sollte, statt Herzensentscheidungen zu treffen und sein Leben danach auszurichten, wohin das eigene Herz ruft...
Beerus schrieb:Jetzt durch sie habe ich gemerkt, was es heisst für etwas zu Leben und nicht vor sich hin zu Leben.
...durch dieses Geschenk kannst du sie niemals verlieren. Sie hat dir damit etwas gegeben, das extrem wertvoll ist. Und du ganz allein darfst entscheiden, was du mit diesem Geschenk machen wirst. Wirst du es ihr aus der Hand schlagen und ihr entgegenschreien: 'Das ist mir egal! Ich will DICH und nicht dieses blöde Geschenk!' - oder wirst du es annehmen, in dem Wissen, dass es keinen größeren Liebesbeweis gibt, und keinen größeren Dank, als etwas daraus zu machen?
Beerus schrieb:Ich hatte Ziele, wo ich in Zukunft mit ihr hin will. Verlobung, Heiraten, auf Spanien auswandern.
Diese Ziele, den Antrieb und die Vorstellung von Zukunft dazu hattest du erst, als sie da war. Und sie zeigt dir derzeit, dass Ziele, Mut und Antrieb nie jenseits von dir liegen dürfen, sondern nur in dir. Erst, wenn deine "Wohnung" damit ausgestattet ist, kann sich ein anderer darin willkommen fühlen.
Beerus schrieb:Ich fühle mich leer und diese Leere füllen Hobbys oder Freunde nicht.
...weil nichts und niemand anderer in deine Wohnung gehört, als du selbst. Eine Wohnung lebt nicht durch die Bücher, die im Regal stehen oder von den Bildern an der Wand. Erst deine Anwesenheit bringt das Leben in die Bude.
Beerus schrieb:deswegen kann ich mich damit jetzt auch nicht aufheitern.
Richtig! Du willst dich nicht länger ablenken oder mit unnützen Dingen füllen. Das ist GUT!
Beerus schrieb:Meine Freunde können mir auch nicht helfen, ich habe das Gefühl das sie alle zu oberflächlich oder dekadent sind, oder ich aber einfach am falschen Ort in der falschen Zeit lebe.
Eine weitere wichtige, wenn auch schmerzhafte Erkenntnis, die dir helfen kann: Du bemerkst also, dass viele Dinge, die es in deiner Lebens-Wohnung gibt, nicht zu dir gehören, dir nicht gefallen, sondern dafür sorgen, dass du dich nicht zu Hause fühlst. Was also würdest du ganz konkret und aktuell brauchen, um dich mehr zu Hause fühlen zu können? Ist es Natur? Ist es ein spontaner Ausbruch, am Wochenende an die Ostsee zu fahren und drei Stunden am Strand zu sitzen? Ist es, das Handy mal auszuschalten? Welcher Ort könnte dir jetzt gerade gut tun? Welche Gesellschaft? Welches Thema?
Beerus schrieb:Meine „Freundin“ war der erste Mensch in meinem alter, von dem ich mich verstanden fühlte.
...sie hat dir also geholfen, mehr zu erkennen, wer du selbst bist, dass du jemand bist und dass du das Bedürfnis hast, verstanden zu werden, gespiegelt zu werden. Und damit hat sie dir ein weiteres, großes Geschenk gemacht: damit hat sich die Tür zu einem Leben geschlossen, in dem man in lauer bequemer Ahnungslosigkeit mitgetragen wurde. Und jetzt stehst du an der Tür zu einem Leben, das du selbst gestalten, steuern und LEBEN möchtest.
Beerus schrieb:Ich werde deine lieben Ratschläge wirklich beherzigen und habe indirekt schon damit angefangen. Die letzten beiden Wochen habe ich viel altes Zeugs verkauft und bin noch dran, so dass ich nur noch das behalte, was ich in die neue Wohnung nehmen möchte. Das Geld habe ich auf ein Sparkonto eingezahlt. Ich möchte mir bis Ende Jahr ein pölsterchen ansparen, für eine eigene Wohnung und alle Kosten die im neuen Jahr auf mich zu kommen. Mit dem Training habe ich heute auch wieder Angefangen. Im Oktober 2020 möchte ich an der Schweizer Powerliftig Meisterschaft teil nehmen. Aber mehr als das habe ich nicht, eine eigene Wohnung, von der ich spüre das es Zeit für diesen Schritt ist und mein Sport.
"Aber mehr als das habe ich nicht" - hältst du das denn für "wenig"?
Du hast begonnen, dich selbst zu entlasten, dich von Last und Unnützem zu befreien, ganz für dich selbst. Du hast Ziele ins Visier genommen, deine Grenzen zu überschreiten und damit einen Erfolg zu erzielen. Du möchtest dir also zeigen, wozu du fähig bist, was du erreichen kannst. Ist das nicht wunderbar? Du hast erkannt, dass Materielles nicht erfüllt - aber du hast ebenso erkannt, dass Materielles genutzt werden will und soll, um dir dabei zu helfen, an den Ort gelangen zu können, an dem du dich zu Hause fühlen und den du dir, ganz wie DU es willst, einrichten kannst. Ist das nicht sagenhaft?

Ich denke, du darfst sehr stolz auf dich sein!
Bleib dran!


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01.11.2019 um 00:09
Beerus schrieb:Ich möchte einfach nicht etwas aufgeben, was mich Glücklich gemacht hat und somit auch gut getan hat. Es ist ein Zwiespalt, weil ich weiss dass Liebe verletzten kann, auf der andererseits tat mir noch nie etwas so gut wie Liebe. Es ist wie bei einem Kampfsportler. Er weiss, er es besteht die Chance das er verletzt wird, wenn er in den Ring geht, aber dennoch macht er es. Wofür?
Liebe bedeutet auch loslassen können bzw. müssen.
Besonders dann, wenn sie nicht so erwidert wird, wie man es gerne hätte, braucht und wieder (garantiert) absehbar Stunden des Leidens u. Alleinseins folgen, was bei euch ja gegeben ist, sonst würdest Du hier nicht darüber berichten.

Richtig wohl fühlst Du Dich nicht u. das sollte es bei wahrer Liebe, die auf Gegenseitigkeit beruhen sollte, nicht geben ;)


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01.11.2019 um 00:14
Hier ist doch alles x mal schon gesagt worden zu dem TE und seiner "sie liebt mich nicht, ich kann nicht ohne sie sein, nie zuvor hatte jemand solch ein herzeleid"-Thematik. In dem Thread davor immer und immer und immer wieder und hier genauso.
Als würde man eine Schallplatte mit Sprung abspielen. Er versteht es ja nicht. Er will es nicht verstehen.


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01.11.2019 um 00:17
Rumo schrieb:Hier ist doch alles x mal schon gesagt worden
Du hast Recht, aber vielleicht fällt dabei ein Satz, der ihn aufrüttelt, endlich das Richtige zu tun.


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01.11.2019 um 00:18
borabora schrieb:aber vielleicht fällt dabei ein Satz, der ihn aufrüttelt, endlich das Richtige zu tun.
Aber nur, wenn er es wirklich will und auch bereit dazu ist. Aktuell ist er das nicht, somit könnte er so einen Satz meiner Meinung nach nicht auf-/annehmen.


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01.11.2019 um 00:20
Ja, ist schlimm, wenn das rationale Denken aussetzt.
So muss man es leider sagen..


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01.11.2019 um 00:21
Man kann einem süchtigen 1000x sagen, dass er keine Drogen mehr nehmen darf, er wird es trotzdem tun, bis er selbst erkennt, dass es ihn völlig zerstört.
Und auf so eine Person einzugehen, ihr auch noch vielleicht Mut zu machen, ihr diese Plattform zu bieten, ist ziemlich falsch und bestätigt nur dafür.


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01.11.2019 um 00:25
Sucht nach einer Frau, die, etwas überspitzt gesagt, Zuckerbrot u. Peitsche erteilt.


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01.11.2019 um 01:14
@borabora @cherry.blossom
@Rumo


Ihr solltet euch mal die Mühe machen und den Dialog zwischen dem TE und@traces
Lesen!
Der TE macht schon kleine Fortschritte!!!"


Weiter so!


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01.11.2019 um 02:09
@Beerus
äh, das war ein missverständnis, oder?

ich wollte einfach nur auf die Wirkung von Antidepressiva aufmerksam machen


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