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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

246 Beiträge, Schlüsselwörter: Fleisch, Corona, Schlachthof, Arbeitsbedingungen, Westfleisch, Tönnies

(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 10:02
Ich hab zu dem Thema nichts gefunden, ausser im Thread Diskussion: Coronavirus (Sars-CoV-2) ,da gingen wir aber doch in den Ot-Bereich, deswegen hier:

Nun , plötzlich wird durch Corona bewusst/ bekannt, dass nicht nur Tiere nicht "artgerecht" ( was schlimm genug ist) gehalten werden, sondern auch Mitarbeiter in Großschlachtereien bei zb Tönnies, Westfleisch unter menschenunwürdigen Bedingungen leben.
Im Falle eines Fernbleibens von der Arbeit wird dem Arbeitnehmer zusätzlich eine Nutzungspauschale von 10 Euro pro Tag für die Nutzung der Wohnung berechnet
Viele hätten von Wohnungen berichtet, die mit acht Personen belegt waren, andere erzählten von Ehepaaren, deren Zimmer "so groß war wie das Doppelbett und wo sie kaum noch etwas anderes unterbringen konnten".
https://www.google.de/search?ei=aQPzXrGJEYTjkgWs2oXYCg&q=tönnies%2C+werksarbeiter%2C+wohnung&oq=tönnies%2C+werksarbeiter...
Teilweise würden sich 16 Personen auf 117 Quadratmetern eine Vierzimmerwohnung teilen­ – 
https://www.topagrar.com/schwein/news/corona-infektionen-jetzt-auch-bei-westfleisch-12055083.html


Nun zu meinen Fragen:

1.) Wussten wir es als Verbraucher wirklich nicht besser oder haben wir einfach die Augen vor der unbequemen Wahrheit verschlossen?

2.) Ändert sich durch diesen Vorfall euer Fleischkonsum?

3.) Was gehört eigentlich alles mit zu den großen Schlachtbetrieben?
Kauft Metzger Xy sein Fleisch auch dort ein?

4.) Wie kann man so was in Zukunft vermeiden / reduzieren?

Interessant ist auch das die betroffenen Firmen ganz plötzlich keine Werksverträge mehr machen wollen:
Die Mitarbeiter würden künftig in der Tönnies-Unternehmensgruppe eingestellt. Zuvor hatte sich der Konkurrent und zweitgrößte deutsche Schlachtbetrieb, Westfleisch, ähnlich geäußert. 
https://www.deutschlandfunk.de/covid-19-toennies-und-westfleisch-wollen-werkvertraege.1939.de.html?drn:news_id=1144109

Etwas spät, aber besser spät als nie.Bin gespannt ob es gemacht wird.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 10:45
Renasia
schrieb:
1.) Wussten wir es als Verbraucher wirklich nicht besser oder haben wir einfach die Augen vor der unbequemen Wahrheit verschlossen?
Wissen konnte das jeder.
Renasia
schrieb:
2.) Ändert sich durch diesen Vorfall euer Fleischkonsum?
Nein. Darauf achte ich schon lange.
Renasia
schrieb:
3.) Was gehört eigentlich alles mit zu den großen Schlachtbetrieben?
Kauft Metzger Xy sein Fleisch auch dort ein?
Da musst Du Xy fragen, woher der sein Fleisch bezieht. Aber grundsätzlich beziehen auch manche kleinen Metzger ihre Ware aus solchen Fabriken.
Renasia
schrieb:
4.) Wie kann man so was in Zukunft vermeiden / reduzieren?
Indem man entsprechende Regeln aufstellt und deren Befolgung kontrolliert. So wie sonst auch.
Renasia
schrieb:
Bin gespannt ob es gemacht wird.
Das wird davon abhängen, inwieweit das gesetzlich geregelt wird und ggf. wie lange so ein Skandal im Bewusstsein der Öffentlichkeit verbleibt. Letzteres vermutlich eher nicht so lange, günstige Preise sind halt oft ein starkes Argument. Ob das nun Klamotten betrifft, die in Asien von Kindern genäht werden oder Fleisch.

Aber eigentlich ist es ganz einfach. Regeln erstellen und deren Befolgung überwachen. Das funktioniert.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 10:53
@kleinundgrün

zu 1) War dir auch bewusst, wie die Werksarbeiter etc untergebracht sind?

zu 3.) Ich glaub gerade das ist ein Problem, weil man gerade beim kleinen Metzger denkt das slles schön regional ist und gesittet zu geht.

zu 4)

Ich glaube das es nicht so einfach ist. Ich arbeite im Altenheim in der Küche, kontrolliert wird meistens, indem das GA sich vorher anmeldet, das heißt man schaut dann vorher das alles richtig ordentlich ist .
Seltenst bekommen wir Überraschungsbesuch, demnach hab ich da meine bedenken.
Also hier müsste m.M. nach viel mehr kontrolliert werden.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:01
Ich denke mal, das weiß jeder, es achtet nur kaum jemand drauf.
Was die Werksarbeiter angeht, ist das auch nicht neu, sowas gibt es in anderen Branchen leider auch gelegentlich.
Ich selbst kaufe wenig Fleisch, dann aber gute Qualität vom Dorfmetzger. Der bekommt alles von kleinen Bauernhöfen der Umgebung, hat selbst auch Tiere und er schreibt an Wurst und Fleisch dran, von welchen Bauern es stammt. Teilweise steht sogar der Name der Kuh dran.
Die Bauernhöfe kann man meist selbst besuchen, das ist so richtig Klischee mit Kühen auf der Wiese (oder auch mal auf der Straße... 😉), Milch direkt ab Kuh getankt usw.... Dorf halt
Abgepacktes Fleisch aus dem Supermarkt kauf ich selten.
Da ist die Auswahl größer, klar, aber brauch ich zehn Sorten Salami?

Vermeiden kann man so Sachen wie derzeit, in dem solche Bedingungen wie in den grossen Schlachthöfen gar nicht zugelassen werden. Preise gingen massiv hoch klar, dann kauft man eben seltener Fleisch, aber gute Sachen. Würde vielen gut tun.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:08
Renasia
schrieb:
.) Ändert sich durch diesen Vorfall euer Fleischkonsum?
1: Die, die es jetzt schon nicht interessiert, wird es auch in Zukunft nicht interessieren. Hauptsache konsumieren und Nach mir die Sintflut.

2: Die, die jetzt schon mit Bedacht und nachhaltig konsumieren, sich auch Gedanken um das ganze Drumherum/Dahinter machen, werden dies auch in Zukunft tun.

3: Die, jetzt schon sparsam leben müssen (Mindestlohn/kleine Rente etc.), aber trotzdem nicht auf Fleisch verzichten wollen, werden auch in Zukunft eher auf billige/günstige Angebote ausweichen.

4: Vielleicht schafft Gruppe 3 ein Umdenken und kauft nur noch Fleisch in Maßen, dafür Hochwertiges, nicht aus Massentierhaltung, wenn Möglichkeiten vorhanden. Viele sind tatsächlich nur auf Supermärkte und Discountern und deren Angebot/Sortiment angewiesen.
Aber egal, woher man letztendlich sein Fleisch bezieht, eine Garantie für Hochwertigkeit hat man trotzdem nicht. Eine nette Oberfläche trübt auch oft die Tiefe.

5: Vegetarier und Veganer werden noch mehr am Rad drehen und sich zu Moralaposteln aufspielen.


Auf Fleisch verzichten werde auch ich nicht. Fleisch aller Sorten gehört zu einer ausgewogenen Ernährung dazu.
Habe aber schon unabhängig von dem Skandal meinen Fleischkonsum eingeschränkt. Fleisch konsumiere ich schon länger nur noch in Maßen. Seit einem Jahr esse ich auch kein bearbeitetes Fleisch und Wurst mehr. Also alles, was auf Haltbarkeit getrimmt ist. So unverabeitet wie möglich versuche ich zu kaufen.
Auf Discounter und Supermärkte werde ich auch in Zukunft zurückgreifen. Lässt sich nicht gänzlich vermeiden. Es sei denn ich würde kompletten Verzicht üben, was ich nicht machen werde.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:09
Mir ist lange bekannt, wie diese Leute untergebracht werden. Das ist nichts neues.
Tönnies beliefert quasi alle größeren Fleischverarbeitenen Firmen. Bei Böklunder bei Schleswig werden ebenso Rumänen in der Produktion eingesetzt und da wird von ganz billig bis wirklich gut alles produziert.

Unser Fleischkonsum wird sich da wenig ändern, da wir auch jetzt schon regelmäßig Tiere aus eigener Haltung essen.
Und reduzieren kann man das wohl nur durch bewussten Konsum.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:18
Ich finde diese Diskussion wird sehr verlogen geführt da zumindest hier seit Jahren jeder weiss was bei Tönnies abgeht und die Politikk und die Stadt Rheda davon profitiert hat. Machen alle Shake Hands mit dem lieben Clemens und jetzt wo es plötzlich alle betrifft ist er der Buhmann.
Das Gesundheitsamt hat doch die Wohnungen inspiziert und hatte nur Kleinigkeiten zu bemängeln.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:29
@Gottoli

Ich komm aus Nrw , nähe Bonn, mir war bisher nicht klar, was bei Tönnies etc abgeht.

Und ich oute mich, ich war tatsäschlich so naiv zu glauben, das der Metzger hier im Edeka (Rasting) wüsste wo sein Fleisch her komnt, wurde zumindest immer so dargstellt, bei was genauerem Suchen, naja irgendwie hängen die wohl doch mit Westfleisch zusammen.

@rhapsody3004

auch wir haben, iwie unbewusst zur Hochzeit von Corona denn Fleischkonsum reduziert. Und versuchen jetzt weiter fleischarm zu essen. Dadurch weniger aber hochwertigeres Fleisch.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:32
Renasia
schrieb:
Und ich oute mich, ich war tatsäschlich so naiv zu glauben, das der Metzger hier im Edeka (Rasting) wüsste wo sein Fleisch her komnt, wurde zumindest immer so dargstellt, bei was genauerem Suchen, naja irgendwie hängen die wohl doch mit Westfleisch zusammen.
Durch die immer strengeren Auflagen in den letzten Jahren vor allem nach dem "Gammelfleisch Skandal" können sich kleinere Metzgereien es schlichtweg nicht mehr Leisten selbst zu schlachten.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:41
Nerok
schrieb:
Durch die immer strengeren Auflagen in den letzten Jahren vor allem nach dem "Gammelfleisch Skandal" können sich kleinere Metzgereien es schlichtweg nicht mehr Leisten selbst zu schlachten.
Dem möchte ich mich anschließen, mein Vater ist nämlich Metzger, und er sagt selbst, wenn er selber schlachten würde, würde das Fleisch so teuer das es kein normal denkender Mensch mehr kaufen würde. Er legt zwar großen Wert auf die Herkunft seiner produkte (Was im Sauerland noch relativ gut funktioniert) kann aber auch nicht immer für alles garantieren.
Renasia
schrieb:
1.) Wussten wir es als Verbraucher wirklich nicht besser oder haben wir einfach die Augen vor der unbequemen Wahrheit verschlossen?

2.) Ändert sich durch diesen Vorfall euer Fleischkonsum?

3.) Was gehört eigentlich alles mit zu den großen Schlachtbetrieben?
Kauft Metzger Xy sein Fleisch auch dort ein?

4.) Wie kann man so was in Zukunft vermeiden / reduzieren?
1) Wir haben die Augen verschlossen. In jeder Branche gibt es eine Art der Menschenunwürdigkeit, in manchen mehr, in manchen weniger; Solange es einen selbst nicht betrifft schaut man doch meistens weg.

2) Nein. Liegt aber daran das ich schon vorher hauptsächlich das Fleisch meines Vaters konsumiert habe, oder mir auch privat etwas beschafft, siehe oben.

3)
Renasia
schrieb:
Ich glaub gerade das ist ein Problem, weil man gerade beim kleinen Metzger denkt das alles schön regional ist und gesittet zu geht.
Dies. Gerade die großen märkte wie Edeka werben ja mit einer Regionalität. Das Thema ist zwar sehr ausführlich aber als kurzer Abriss sei gesagt das es dort nur 4 Regionen gibt und alles innerhalb der Region noch regional ist. Wenn du im Siegerland wohnst und das Fleisch ist aus Hannover ist das noch regional, weil selber Bezirk. Regionale Lebensmittel - Verbraucherzentrale
Der Begriff "Region" ist gesetzlich nicht definiert und wird unterschiedlich verwendet.

Das kann z.B. "regionaler" Kaffee sein, da er in der Nähe geröstet wird - die Kaffeebohnen aber aus Übersee kommen – oder auch Möhren, als Heimatprodukt bezeichnet, aber in über 500 Kilometer angebaut.
4) Meiner (pessimistischen) Meinung nach: Garnicht. Solange man an etwas sparen kann wird gespart. Man kann auch 100€ für das Fleisch verlangen, das wird nichts an den Bedingungen verbessern, solange sich durch Sklaven ähnliche Verhältnisse Geld sparen lässt.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 11:44
Ich habe vor über 20 Jahren Fleischer in einer Firma gelernt die jetzt von Tönnies übernommen und geschlossen wurde.Schon damals hat man ungelernte Gastarbeiter angestellt und dann nach und nach die Fachkräfte wegrationalisiert. Heute kann ein normaler Familienvater davon nicht mehr leben. Das alles weil die grossen Fleischfirmen sich ein Monopol sufgebaut haben. Ist nicht nur Tönnies.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 12:30
Augenknecht
schrieb:
Gerade die großen märkte wie Edeka werben ja mit einer Regionalität.
Wer heutzutage glaubt, wir würden in einer Gesellschaft, in der es ausschließlich um Profitmaximierung geht, nicht pausenlos belogen und betrogen, egal von wem, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen...


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 12:50
@Vomü62

das war aber vor 20J. auch schon so.
Wir mussten auf m Markt ( Nebenjob) immer erzählen das Obst u Gemüse aus eigenem Anbau sei, tatsächlich kam alles vom Großmarkt.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 12:55
Renasia
schrieb:
zu 1) War dir auch bewusst, wie die Werksarbeiter etc untergebracht sind?
Ja. Das war auch schon früher in den Medien. Halt nicht sehr oft. Beim Gemüseanbau ist es ja nicht viel anders. Spargel wäre da als hervorstechender Punkt zu nennen.
Aber da muss man schon auch aktiv werden. Manchmal macht man es sich als Bürger zu einfach und erwartet, dass Informationen geliefert werden. Aber es ist - zumindest zum Teil - auch eine Holschuld.
Renasia
schrieb:
Seltenst bekommen wir Überraschungsbesuch, demnach hab ich da meine bedenken.
Aber genau das kann man ja regeln. Effektive Kontrollen zu etablieren ist ja kein grundsätzliches Problem.
Nerok
schrieb:
Durch die immer strengeren Auflagen in den letzten Jahren vor allem nach dem "Gammelfleisch Skandal" können sich kleinere Metzgereien es schlichtweg nicht mehr Leisten selbst zu schlachten.
Es muss nur genügend Kunden geben, welche das bereit sind, zu bezahlen.

Hohe Preise sind nun mal die Kehrseite höherer Löhne und der Einhaltung von Normen. Menschen würden gerne billig einkaufen aber viel verdienen und sich auf die Qualität der Waren verlassen können. Das ist ein unmöglich zu lösender Zielkonflikt.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:01
Also mir ist an der ganzen Sache auch nicht ganz klar warum jetzt stets und ständig auf den Verbraucher gezeigt wird, nach dem Motto "bitte da seht ihrs, ihr habt es ja so gewollt".

Also 1. bin ich nicht verantwortlich für die Unterbringung der Mitarbeiter, 2. ebenfalls nicht für die artgerechte Haltung der Tiere, denn da wurde ja immer wieder gesagt dass es sehr wohl möglich ist, 3. bin ich nicht der Chef von Tönnies oder irgendein Subunternehmer welche hier die volle Verantwortung tragen und 4. bin ich kein Politiker der einfach die Gesetze nicht anpasst und zur "Fleischlobby" nicht zu hart sein möchte.
Egal welche Diskussion man dieser Tage hört...am Ende kommt immer wieder heraus dass man ja als Verbraucher das billigere Fleisch kauft, und hier der Hauptschuldige an der Ganzen Misere sitzt...sowas ko... mich echt an. :palm:

Einfach mal Nägel mit Köpfen machen, harte Einschnitte bspw. Verbot von Werkverträgen, Verbot von Zeitarbeit in der Branche, Verbot von zu enger Tierhaltung usw... und dem Verbraucher verdammt nochmal ehrlich sagen so geht es nicht weiter, "stellt euch drauf ein dass Fleisch bis zu 70% teurer wird"...oder so.
Einfach mal machen! Warum geht das nicht? :ask: klingt erstmal nach einer einfachen Lösung ja....ist aber dennoch realistisch und machbar, immerhin geht es um die Tiere und letztendlich um die Arbeiter, also Menschen.
Gottolli
schrieb:
Ist nicht nur Tönnies.
jo richtig. Ich wäre übrigens dafür eine komplette Liste von allen anderen Unternehmen, die ebenfalls Fleisch in dem gleichen Maße verarbeiten zu veröffentlichen und aufzuzeigen was da so abgeht. Wirklich von allen! Das alles dann schön übersichtlich Online stellen.

Klingt erstmal nach Pranger und es wird seitens der Unternehmen nen riesen Aufschrei geben, ja. Ist aber dennoch bitter nötig.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:07
knopper
schrieb:
Also mir ist an der ganzen Sache auch nicht ganz klar warum jetzt stets und ständig auf den Verbraucher gezeigt wird, nach dem Motto "bitte da seht ihrs, ihr habt es ja so gewollt".
Eine Teilverantwortung hat der (mündige) Verbraucher schon auch.
Aber natürlich darf sich eine Firma oder eine Gesellschaft nicht darauf zurück ziehen. Ein Staat muss gewünschtes Verhalten eben auch steuern.
knopper
schrieb:
Also 1. bin ich nicht verantwortlich für die Unterbringung der Mitarbeiter, 2. ebenfalls nicht für die artgerechte Haltung der Tiere, denn da wurde ja immer wieder gesagt dass es sehr wohl möglich ist, 3. bin ich nicht der Chef von Tönnies oder irgendein Subunternehmer welche hier die volle Verantwortung tragen und 4. bin ich kein Politiker der einfach die Gesetze nicht angepasst und zur "Fleischlobby" nicht zu hart sein möchte.
Mit dem Kauf solcher Ware unterstützt man natürlich schon auch dieses System. So ganz frei von jeglicher Verantwortung würde ich den Verbraucher eben nicht sehen.
knopper
schrieb:
Einfach mal Nägel mit Köpfen machen, harte Einschnitte bspw. Verbot von Werkverträgen, Verbot von Zeitarbeit in der Branche, Verbot von zu enger Tierhaltung usw... und dem Verbraucher verdammt nochmal ehrlich sagen so geht es nicht weiter, "stellt euch drauf ein dass Fleisch bis zu 70% teurer wird"...oder so.
Völlig richtig.
knopper
schrieb:
Einfach mal machen! Warum geht das nicht?
Wir leben in einer Demokratie. So etwas geht nur, wenn der wählende Bürger die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen erkennt und unterstützt. Das ist gerade bei Preiserhöhungen ja nicht der Fall. Schau Dir an, welche Diskussionen Preiserhöhungen beim Mineralöl hervorrufen - dabei ist auch dieses gemessen an den realen Kosten viel zu billig.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:13
Renasia
schrieb:
Wussten wir es als Verbraucher wirklich nicht besser oder haben wir einfach die Augen vor der unbequemen Wahrheit verschlossen?
Wer bisher nicht wusste wie es in Großschlachtbetrieben zugeht hat es entweder nicht wissen wollen oder ist, um es nett auszudrücken, einfach nicht die hellste Kerze auf der Torte.
Renasia
schrieb:
War dir auch bewusst, wie die Werksarbeiter etc untergebracht sind?
Dass man in solchen Betrieben überwiegend billige Arbeitskräfte aus (Süd-)osteuropa einsetzt ist klar. Und die Arbeits- und Lebensbedingungen von "Billiglohnmigranten" sind im Regelfall auch unter aller Sau. Da braucht man ja nur 1 und 1 zusammenzählen.
knopper
schrieb:
Also 1. bin ich nicht verantwortlich für die Unterbringung der Mitarbeiter, 2. ebenfalls nicht für die artgerechte Haltung der Tiere, denn da wurde ja immer wieder gesagt dass es sehr wohl möglich ist, 3. bin ich nicht der Chef von Tönnies oder irgendein Subunternehmer welche hier die volle Verantwortung tragen und 4. bin ich kein Politiker der einfach die Gesetze nicht anpasst und zur "Fleischlobby" nicht zu hart sein möchte.
Wenn du das Fleisch gekauft hast bist du mit verantwortlich. Und sei es nur moralisch.
Dass du kein Hauptverantwortlicher bist ist ja klar.
knopper
schrieb:
4. bin ich kein Politiker der einfach die Gesetze nicht anpasst und zur "Fleischlobby" nicht zu hart sein möchte.
Du kannst aber Politiker wählen die die entsprechenden Gesetze erstellen.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:14
Vomü62
schrieb:
Wer heutzutage glaubt, wir würden in einer Gesellschaft, in der es ausschließlich um Profitmaximierung geht, nicht pausenlos belogen und betrogen, egal von wem, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen...
Glaub mir, da gibt es genug. Meine Nachbarn zum Beispiel kaufen hier nur beim HiT, weil der Marktkauf ja keine regionalen Produkte hätte, und sind bereit dafür etwas mehr auszugeben. Einmal die Etiketten verglichen: Sie bezahlen beim HiT mehr wie beim Marktkauf für das gleiche Produkt, das übrigens erst aus Bayern nach NRW gekarrt wird, weil es so regional ist.

Die Leute sind leider so gutgläubig und denken das Siegel, Abzeichen und Versprechen schon ihren wahren Kern haben werden.
kleinundgrün
schrieb:
Beim Gemüseanbau ist es ja nicht viel anders. Spargel wäre da als hervorstechender Punkt zu nennen.
Wohin das führt hat man ja gerade beim Spargel bemerkt, als wegen Corona plötzlich die Stecher fehlten.
kleinundgrün
schrieb:
Hohe Preise sind nun mal die Kehrseite höherer Löhne und der Einhaltung von Normen. Menschen würden gerne billig einkaufen aber viel verdienen und sich auf die Qualität der Waren verlassen können. Das ist ein unmöglich zu lösender Zielkonflikt.
Wobei zumindest die öffentliche Diskussion aktuell ja eine andere ist: Fleisch teurer machen damit die Hersteller besser entlohnen können. Wer sich die Umsatzzahlen allerdings mal ansieht, den Reichtum von Familie Tönnies und dann die Unterbringung der Arbeiter sieht, der kann doch unmöglich glauben das teureres Fleisch jetzt bessere Bedingungen schafft. Man sollte erst bessere Bedingungen schaffen und dann die Preise erhöhen, Firmen sollten dazu auch bereit sein ihren Umsatz zurückzufahren.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:18
knopper
schrieb:
Ich wäre übrigens dafür eine komplette Liste von allen anderen Unternehmen, die ebenfalls Fleisch in dem gleichen Maße verarbeiten zu veröffentlichen und aufzuzeigen was da so abgeht.
Das fände ich auch gut und zumindest dieses Fleisch könnt man dann vermeiden zu kaufen.
Womit der Bürger dann auch wieder ein Stück Verantwortung nimmt.
Ganz unschuldig sind Verbraucher auch nicht, wenn sie alles immer billiger wollen.
Augenknecht
schrieb:
Wohin das führt hat man ja gerade beim Spargel bemerkt, als wegen Corona plötzlich die Stecher fehlten.
Hier musste wohl der Spargelhof Ritter zu machen, weil es Probleme mit den Werksarbeitern gab u sie wohl nicht bezahlt wurden.


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24.06.2020 um 13:21
Augenknecht
schrieb:
Wobei zumindest die öffentliche Diskussion aktuell ja eine andere ist
Das halte ich für ein sehr begrenzt lange gültige Aussage. Ich bin mir sicher, dass dieser Eindruck nicht sehr nachhaltig sein wird. Aber ich hoffe, ich irre mich.
Augenknecht
schrieb:
Wer sich die Umsatzzahlen allerdings mal ansieht, den Reichtum von Familie Tönnies
Massenanbieter sind oft reich. Nur macht dieser Reichtum bezogen auf die vielen Produkte fast nichts aus. Wenn ich 100 Mio. Vermögen habe, weil ich 1 Mrd. mal X verkauft habe, sind das pro X eben nur 10 Cent.
Augenknecht
schrieb:
Man sollte erst bessere Bedingungen schaffen und dann die Preise erhöhen, Firmen sollten dazu auch bereit sein ihren Umsatz zurückzufahren.
Die Forderung nach einer Preiserhöhung ist auch völliger Unsinn. Es müssen Regeln fest gelegt werden und diese müssen überwacht werden. Die höheren Preise kommen dann von alleine.

Edit:
Man muss sich aber auch im Klaren sein, dass so etwas nahezu zwingend bedeutet, dass Kleinbetriebe noch unwirtschaftlicher werden und vom Markt eher verschwinden.


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