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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

246 Beiträge, Schlüsselwörter: Fleisch, Corona, Schlachthof, Arbeitsbedingungen, Westfleisch, Tönnies

(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:22
kleinundgrün
schrieb:
Wir leben in einer Demokratie. So etwas geht nur, wenn der wählende Bürger die Sinnhaftigkeit solcher Maßnahmen erkennt und unterstützt. Das ist gerade bei Preiserhöhungen ja nicht der Fall. Schau Dir an, welche Diskussionen Preiserhöhungen beim Mineralöl hervorrufen - dabei ist auch dieses gemessen an den realen Kosten viel zu billig.
ist natürlich richtig. Hier ist aber auch mehr Aufklärungsarbeit gefragt....ich weiß diese Videos von der bestialischen Tierhaltung + Schlachtung gibt es ja nun schon viele Jahre aber evt. muss man hier mal klarer aufzeigen wie es denn bei einem "vernünftigen" Betrieb gehen kann.

Klar der Rückhalt in der Bevölkerung muss da sein, denn "brachiale Gesetze" die das Ganze eindämmen und zu zwangsweise höheren Preisen führen, würden wohl einige Bürger rebellieren lassen bzw. hätten etwas von Diktatur. Das geht natürlich auch nicht.
schwierig....
Renasia
schrieb:
Das fände ich auch gut und zumindest dieses Fleisch könnt man dann vermeiden zu kaufen.
Womit der Bürger dann auch wieder ein Stück Verantwortung nimmt.
ja eben! ich würde dann bspw. diese Fleisch / Wurst meiden...weiß nicht wie es bei anderen ist. Mache es ja jetzt bei Lachs bspw. auch schon, nachdem dieser Bericht von den Zuchtfarmen kam.
Ich muss nicht 3 mal die Woche Lachs auf meinem Brötchen zum Abendbrot essen…das habe ich nun auch eingesehen.

Hätte also gewiss eine Auswirkung. Wird man aber nicht machen, da es dann wie gesagt heißt "Pranger" usw...


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:30
knopper
schrieb:
Hätte also gewiss eine Auswirkung. Wird man aber nicht machen, da es dann wie gesagt heißt "Pranger" usw...
Ich finde, man sollte auch noch unterscheiden, ob sich eine Firma an die Gesetze gehalten hat oder nicht. Im zweiten fall sehe ich kein Problem, solche Firmen zu benennen. Im ersten Fall ist es schwieriger.
Auf der anderen Seite wäre es ein Anreiz, sich auch als gewinnorientiertes Unternehmen höhere moralische Grundsätze anzueignen, als gesetzlich mindestens gefordert. Unternehmer sind da schon in einer Zwickmühle. Wenn sie sich moralisch besser verhalten, ist das in aller Regel viel teurer und die Konkurrenz hat einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil. Dann ist der Betrieb zwar moralisch überlegen, aber pleite.
Hier wäre wieder der Konsument gefragt, der solche Dinge mit höheren Preisen belohnt. Aber man sieht ja auch jetzt, dass der Preis oft das entscheidende Argument ist. Wenn das "normale" Hühnchen 2,50 kostet und das Biohühnchen 15,20 (was ein ziemlich realistischer Preis ist, wenn das Tier artgerecht gehalten wird), greifen die meisten trotzdem zum billigeren Fleisch. Selbst diejenigen, die es sich grundsätzlich leisten könnten.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:32
Diese Firmen haben den Prozess der Schlachtung und Zerlegung in so viele Einzelschritte aufgegliedert das wirklich jeder diese Arbeit machen kann. Die Leute lernen einen Handgriff dann kommt der nächste ,nur deshalb funktioniert dieses System. Machen doch alle so Tönnies Westfleisch Wiesenhof .Fleisch darf halt nix kosten nur dann fällt überhaupt Gewinn an. Ist in der Geflügelzucht so beim Tiertransport usw. Kostenminimierung bis zum äussersten.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:33
Man muss sich aber auch im Klaren sein, dass so etwas nahezu zwingend bedeutet, dass Kleinbetriebe noch unwirtschaftlicher werden und vom Markt eher verschwinden.
Auch wenn ich nicht der große Kapitalismuskritiker bin:

Das ist im Kapitalismus nunmal so.

So ein Problem kann man nur Gesamtgesellschaftlich diskutieren, es geht ja letzten Endes nicht bloß um die Unwirtschaftlichkeit: Man kann bei steigenden Ausgaben die Preise erhöhen, muss dann aber feststellen das sie niemand mehr bezahlen kann, da das Gros der Bevölkerung nicht im Reichtum lebt.
kleinundgrün
schrieb:
Massenanbieter sind oft reich. Nur macht dieser Reichtum bezogen auf die vielen Produkte fast nichts aus. Wenn ich 100 Mio. Vermögen habe, weil ich 1 Mrd. mal X verkauft habe, sind das pro X eben nur 10 Cent.
Hier geht es aber nichtbloß um ein Massenprodukt sondern, besonders im Fall Tönnes, um ein Gut des Überlebens (Nahrung). Ob man damit einen Profit in Milliardenhöhe scheffeln darf ist generell erstmal Fragwürdig.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:40
Augenknecht
schrieb:
So ein Problem kann man nur Gesamtgesellschaftlich diskutieren, es geht ja letzten Endes nicht bloß um die Unwirtschaftlichkeit: Man kann bei steigenden Ausgaben die Preise erhöhen, muss dann aber feststellen das sie niemand mehr bezahlen kann, da das Gros der Bevölkerung nicht im Reichtum lebt.
Augenknecht
schrieb:
Hier geht es aber nichtbloß um ein Massenprodukt sondern, besonders im Fall Tönnes, um ein Gut des Überlebens (Nahrung). Ob man damit einen Profit in Milliardenhöhe scheffeln darf ist generell erstmal Fragwürdig.
nun ja....da muss man sich aber auch mal fragen, ob es denn in den 60ern und 70er Jahren in der BRD auch schon so war? Gab es denn da auch schon diese Großfleischbetriebe, wo alles bis aufs Letzt optimiert wurde...oder war es evt. doch noch etwas anders.

Kapitalismus gab es da in Westdeutschland ja auch schon... und niemand ist verhungert oder hatte zu wenig Fleisch. Es geht also auch ohne diese Massenverarbeitung, wie es scheint.
Warum also nicht langsam das Ganze wieder runterfahren und zu diesen Zuständen zurück? :ask:


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 13:52
knopper
schrieb:
Kapitalismus gab es da in Westdeutschland ja auch schon... und niemand ist verhungert oder hatte zu wenig Fleisch. Es geht also auch ohne diese Massenverarbeitung, wie es scheint.
Warum also nicht langsam das Ganze wieder runterfahren und zu diesen Zuständen zurück? :ask:
Weip ich behaupten würde das der Großteil der Bevölkerung damals mehr Geld zur Verfügung hatte. Man wurde nicht in Minijobs gedrängt und hatte mit wenig Lohn bei hohen Kosten auszukommen. Hängt natürlich auch mit dem Wirtschaftswundern und einem rasanten Kapitalanstieg zusammen der es ermöglichte bei hohen Ausgaben immernoch hohe Gewinne zu schöpfen, nicht zuletzt aber auch an einer Riege von Unternehmern die noch eine Moral darin sahen der Gesellschaft etwas zurück zu geben. Damals hat man einen unzufriedenen Arbeiter besser entlohnt weil er unersetzlich war. Heutzutage kannst du essentielle Prozesse auslagern, und ein Arbeitnehmer wird sich kaum beschweren, da es im Falle seiner Entlassung 10 andere gibt die den Job machen können. Der Kapitalismus ( an dem ich im Grinde wie gesagt ja garkeine Kritik üben will) hat einfach eine Form angenommen in der es nurnoch auf die reine Profitgier und Ausbeutung ankommt.

Für den Punkt zurück zu diesen Zuständen bin ich in dem Fall auch.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 14:00
knopper
schrieb:
Warum also nicht langsam das Ganze wieder runterfahren und zu diesen Zuständen zurück? :ask:
Weil genug Leute das kaufen und dann damit eben Geld zu machen ist. Du kannst es drehen, wie du willst, es ist so: Der Käufer ist verantwortlich. ;)


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 14:26
Augenknecht
schrieb:
Der Kapitalismus ( an dem ich im Grinde wie gesagt ja garkeine Kritik üben will) hat einfach eine Form angenommen in der es nurnoch auf die reine Profitgier und Ausbeutung ankommt.
so ist es... er hat eine Form angenommen die im Grunde nicht mehr hinnehmbar ist. Ergebnis sind diese Zustände. Es wäre also evt.an der Zeit doch eine Diskussion zu beginnen das gesamte Wirtschaftssystem hierzulande "umzukrempeln" bzw. anders zu gestalten...auch wenn es nur ein zurück zum "alten Kapitalismus" der 60er und 70er ist.

Leider nicht so einfach, da wir in einer globalisierten Welt leben, und Deutschland dann mitunter nicht mehr wettbewerbsfähig ist.
Skogsdotter
schrieb:
Der Käufer ist verantwortlich. ;)
ja aber doch nur in der Masse....wenn ich allein für mich Verantwortung übernehme und halt "hart verzichte", es aber 99% nicht tun ändert sich überhaupt nichts. Warum also verzichten, wenn andere es auch nicht tun...ist halt die 1. Reaktion.
Daher sage ich ja breitere Aufklärung oder eine evt. Förderung für kleinere Betriebe.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 14:30
knopper
schrieb:
breitere Aufklärung
Die Frage ist ja wie man sich die Aufklärung vorstellt. Viele kaufen aus Geldmangel oder (angebrachter) Sparsamkeit billig ein, was soll da die Alternative sein?


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 14:36
knopper
schrieb:
ja aber doch nur in der Masse....wenn ich allein für mich Verantwortung übernehme und halt "hart verzichte", es aber 99% nicht tun ändert sich überhaupt nichts. Warum also verzichten, wenn andere es auch nicht tun...ist halt die 1. Reaktion.
Weil man eine eigene Moral hat, der man gerecht werden sollte? Ich hab zumindest eine. Du gehst auch nicht wählen, weil deine eine Stimme ja nix ausmacht, was? :D


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 14:58
Augenknecht
schrieb:
Die Frage ist ja wie man sich die Aufklärung vorstellt. Viele kaufen aus Geldmangel oder (angebrachter) Sparsamkeit billig ein, was soll da die Alternative sein?
da geht dann halt nur der "Zwang" heißt Fleisch wird so oder so teurer, ohne Wenn und Aber. Ich denke das würden viele auch ein Stück weit verstehen.
oder nehmen wir den Sprit als Beispiel, würde dieser auch dauerhaft teurer werden so würden sich die Menschen eben anpassen, heißt näher an die Arbeitsstelle ziehen, mehr ÖPNV nutzen, Fahrrad usw... geht natürlich immer nur bedingt, grade wenn man sich bspw. n schönes Häuschen in der Gegend gebaut hat, wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen...ich weiß.
Skogsdotter
schrieb:
Du gehst auch nicht wählen, weil deine eine Stimme ja nix ausmacht, was? :D
selbstverständlich gehe ich wählen...was ausgemacht hat dies aber in der Vergangenheit nie. :D


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 14:59
@knopper
Merkstes?

Dazu zwei Sprüche:

1. Man kann die anderen Menschen nicht ändern, nur sich selbst.

2. Ich betrachte das Elend. Ich trage nicht zu ihm bei.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 15:00
Augenknecht
schrieb:
Das ist im Kapitalismus nunmal so.
Na ja, das ist ja nicht gottgegeben. Das ist eine Konsequenz davon, wie ich das als Gesellschaft regle.
Augenknecht
schrieb:
Man kann bei steigenden Ausgaben die Preise erhöhen, muss dann aber feststellen das sie niemand mehr bezahlen kann, da das Gros der Bevölkerung nicht im Reichtum lebt.
Da bist Du aber mitten im Dilemma. Wenn die Menschen bei "einfachen" Arbeiten mehr verdienen, werden arbeitsintensive Waren halt auch immer teurer. Und man muss auch bedenken, dass Armut und Reichtum in einer Gesellschaft stets relative Werte sind. Jemand kann im Grunde genug Geld zur Verfügung haben, um grundlegende Bedürfnisse (auch das ist interpretierbar) befriedigen zu können und trotzdem arm sein. Weil genügend andere noch mehr haben.
Da kommt man schnell in Diskussionen, wie viel Lohn ist für welche Arbeit gerecht. Und welche Konsequenzen hat das auf die Marktsituation.
Beispiel: Würden Mitarbeiter der Gastronomie gut bezahlt werden, würde ein Schnitzel 30 EUR kosten. Würden Mitarbeiter der Altenpflege gut bezahlt werden, würde diese die Möglichkeiten jedes Normalverdieners weit übersteigen.

Es ist leicht gesagt, dass man Menschen besser entlohnen soll und dass man generell sich bessere Bedingungen wünscht. Aber die Umsetzung dieser Wünsche bedeutet eigenen Verzicht.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 15:06
Renasia
schrieb:
1.) Wussten wir es als Verbraucher wirklich nicht besser oder haben wir einfach die Augen vor der unbequemen Wahrheit verschlossen?
Ich gehe davon aus, dass der Großteil nicht nur die Augen verschlossen hat, sondern sich schlichtweg nicht dafür interessiert. Die interessieren sich nur, sobald es an ihre Portemonnaie geht, das Tierwohl und wie die Menschen dort arbeiten ist vielen einfach vollkommen rille.
Renasia
schrieb:
2.) Ändert sich durch diesen Vorfall euer Fleischkonsum?
Ich esse schon seit längerer Zeit weder Fleisch noch Fisch.
Renasia
schrieb:
3.) Was gehört eigentlich alles mit zu den großen Schlachtbetrieben?
Kauft Metzger Xy sein Fleisch auch dort ein?
Also wenn man beim Metzger kauft, dann ist es ratsam, wenn man sich von dem die Auskunft geben lässt.
Es gibt ja welche, die sind quasi an einen Bauernhof angeschlossen und da kann man sich dann quasi selbst ein Bild machen. Ich gehe davon aus (ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren), dass das Zeug von Tönnies und Konsorten eher im Regal im Supermarkt landet.
Renasia
schrieb:
4.) Wie kann man so was in Zukunft vermeiden / reduzieren?
Zuallererst in dem man kein geldgeiles Arschl*** ist und sich Gedanken um die Tiere und Menschen macht.
Keine Massentierhaltung und faire Bezahlung für die Arbeiter, ebenso ist die Politik gefragt aber mit der zuständigen Ministerin kannst du vergessen, dass sich da irgendwas ändert. Ebenso ist der Verbraucher gefragt und genau der hat das für mich in der Hand. Fleischkonsum reduzieren und beim Metzger einkaufen, nicht ins Supermarktregal greifen. Oder einfach mal an den Fleischtheken in gewissen Läden nachfragen woher das Fleisch kommt und wie die Haltung war. Das Tierwohllabel ist ebenfalls beschiss, die werben unter anderem damit, dass es mehr bietet (ab Stufe 2 glaube ich) als das Gesetz vorsieht. Als Verbraucher denkt man sich dann geil, muss also gut sein aber das ist Unsinn, denn die gesetzlichen Vorgaben sind ein Witz sondergleichen.
Hat sich mal einer angehsen wie die einzelnen Stufen aussehen? Und wie die gesetzlichen Vorgaben sind?
Da wird einem ganz anders, ebenso wenn man mal in diverse Ställe reinschaut.
Vor längerer Zeit habe ich Ställe gesehen, wo Tiere der Stufe 2 gehalten wurden, ich war so sauer, traurig und verzweifelt und da ist mein Entschluss gewachsen: Kein Fleisch, kein Fisch. Ja, zu Anfang ist es schwer, da möchte ich niemandem Märchen erzählen aber mit Willen ist das möglich, notfalls step by step.
Gottolli
schrieb:
Ich finde diese Diskussion wird sehr verlogen geführt da zumindest hier seit Jahren jeder weiss was bei Tönnies abgeht und die Politikk und die Stadt Rheda davon profitiert hat. Machen alle Shake Hands mit dem lieben Clemens und jetzt wo es plötzlich alle betrifft ist er der Buhmann.
Das Gesundheitsamt hat doch die Wohnungen inspiziert und hatte nur Kleinigkeiten zu bemängeln.
Es greifen da sämtliche Zahnräder ineinander, richtig. Da muss also jeder mit anpacken, sonst wird das nix.
knopper
schrieb:
ja aber doch nur in der Masse....wenn ich allein für mich Verantwortung übernehme und halt "hart verzichte", es aber 99% nicht tun ändert sich überhaupt nichts. Warum also verzichten, wenn andere es auch nicht tun...ist halt die 1. Reaktion.
Alles hat mal mit einem einzelnen Menschen angefangen und es ist ja eben nicht nur ein Mensch.
Ich empfehle mal diesen Twitter-Thread zu lesen, was sich ändern würde, wenn man zumindest reduziert Fleisch isst:

https://twitter.com/DerGraslutscher/status/1275006029143650305
Würden alle FleischesserInnen in Deutschland ihren Konsum um nur 10% reduzieren, entspräche die reduzierte Menge Fleisch derselben, als wenn 7 Millionen Deutsche zu VegetarierInnen würden.
Skogsdotter
schrieb:
Weil man eine eigene Moral hat, der man gerecht werden sollte? Ich hab zumindest eine. Du gehst auch nicht wählen, weil deine eine Stimme ja nix ausmacht, was? :D
So kann man das auch formulieren.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 15:07
@kleinundgrün
Dann hast meinen Einwurf im sinne von "Das ist im Kapitalismus halt so" ja perfekt verstanden 👍
knopper
schrieb:
da geht dann halt nur der "Zwang" heißt Fleisch wird so oder so teurer, ohne Wenn und Aber
Da kannst du auch Hardcore Veganismus propagieren und Fleisch direkt verbieten. Was soll denn das für eine Konsequenz sein?

Bei lebensnotwendigen dingen sind künstliche Verteuuerungen sehr schwer umzusetzen.

Ähnlich sehe ich das mit näher an die Arbeit ziehen. Ich pendel zum Beispiel tatsächlich aus der Pampa an meinen Arbeitsort mit dem Auto. Rechne ich nun aber die Spritkosten gegen eine Wohnung in der Stadt kommt mich der Sprit deutlich günstiger. ÖPNV und billigere Wohnungen sind hier eher eine Alternative weil es eben viele Dienstleistungen gibt die auch auf Sprit angewiesen sind, diese würden als Konsequenz daraus auch teurer werden.

Es ist nunmal schwer einen Mittelweg zu finden.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 15:08
Mein Metzger schlachtet selbst.
Tiere kommen aus dem Umkreis und es steht jede Woche dran, wo das Tier herkam.
Wenn ich Geflügel möchte, muss ich das vorbestellen. Wird erst dann geschlachtet.
Auch Wild besorgt er auf Anfrage.

Bei mir gibt es seit Jahren (damaliger Geflügelskandal) nur noch höchstens 2 x die Woche Fleisch.
Ist mehr als doppelt so teuer, wie im Supermarkt - aber das gönne ich mir.
Früher habe ich kein Schweinefleisch vertragen. Bekam schwere Allergien.
Von meinem Haus- und Hofmetzger vertrage ich es ohne Probleme.

In meiner Kindheit gab es nur Sonntags Fleisch.
Wir haben das auch überlegt.
Aber ich kenne viel, die meinen, Fleisch muss es jeden Tag geben.
Und natürlich möglichst billig.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 15:14
Skogsdotter
schrieb:
Merkstes?

Dazu zwei Sprüche:

1. Man kann die anderen Menschen nicht ändern, nur sich selbst.

2. Ich betrachte das Elend. Ich trage nicht zu ihm bei.
ja...nur trotzdem wäre es jetzt falsch hier die volle Verantwortung bei "jedem selbst" zu lassen und an ein Umdenken bzw. Ändern des Konsumverhaltens zu appellieren, aber ansonsten nichts zu unternehmen.
Es würde sich so gut wie nichts ändern.
also es muss schon mehr geschehen als jetzt nur die Moralkeule zu schwingen.
Kürbisgesicht
schrieb:
Alles hat mal mit einem einzelnen Menschen angefangen und es ist ja eben nicht nur ein Mensch.
Ich empfehle mal diesen Twitter-Thread zu lesen, was sich ändern würde, wenn man zumindest reduziert Fleisch isst:
ok das ist schon heftig, hätte ich nicht gedacht.
Augenknecht
schrieb:
Da kannst du auch Hardcore Veganismus propagieren und Fleisch direkt verbieten. Was soll denn das für eine Konsequenz sein?
das wäre sicherlich nochmal was anderes, und so nicht durchsetzbar. Ein Reduzierung des Konsums von 10-20 % könnte man aber durch höhere Preise locker erreichen.
Anthea
schrieb:
Aber ich kenne viel, die meinen, Fleisch muss es jeden Tag geben.
Und natürlich möglichst billig.
hier muss man glaube auch noch unterscheiden ob es jeden Tag ne große warme Fleischmahlzeit ist oder mal n paar scheiben Wurst auf dem Brötchen zum Abendessen.
Ersteres muss nun wirklich nicht sein, sondern wie du schon sagst max. 1-2 mal die Woche.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 15:16
knopper
schrieb:
ja...nur trotzdem wäre es jetzt falsch hier die volle Verantwortung bei "jedem selbst" zu lassen und an ein Umdenken bzw. Ändern des Konsumverhaltens zu appellieren, aber ansonsten nichts zu unternehmen.
Nein, das ist das einzig Richtige. Du bist dafür verantwortlich, was du tust und unterstützt. Du hast einfach mal wieder keinen Bock, was zu ändern. :D


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 15:22
knopper
schrieb:
das wäre sicherlich nochmal was anderes, und so nicht durchsetzbar. Ein Reduzierung des Konsums von 10-20 % könnte man aber durch höhere Preise locker erreichen.
War auch nur überspitzt gemeint von mir 😉 weil das ja häufig eine Forderung ist. Tatsächlich wäre auch ich dafür den Konsum zu senken, aber eine künstliche Preiserhöhung sehe ich letzten Endes immer kritisch, gerade im Bereich des lebensnotwendigen. Da wäre mehr Aufklärung natürlich besser. Gut auch da bekommt man nicht alle zum Umdenken aber ich denke ein Großteil wird da schon mitgehen. Wer aktuelle Diskussionen verfolgt der wird merken das gerade Jugendliche da doch etwas umweltbewusster sind als wir Alten Hasen. Wenn die Generationen nachrücken wird sich ja vielleicht auch von alleine etwas ändern, man denke nur an den Zulauf von FFF.


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24.06.2020 um 15:26
knopper
schrieb:
volle Verantwortung bei "jedem selbst" zu lassen und an ein Umdenken bzw. Ändern des Konsumverhaltens zu appellieren, aber ansonsten nichts zu unternehmen.
Natürlich muss nicht nur der Verbraucher was ändern aber er hat es in der Hand.
Angebot und Nachfrage.
knopper
schrieb:
hier muss man glaube auch noch unterscheiden ob es jeden Tag ne große warme Fleischmahlzeit ist oder mal n paar scheiben Wurst auf dem Brötchen zum Abendessen.
Ersteres muss nun wirklich nicht sein, sondern wie du schon sagst max. 1-2 mal die Woche.
Wurst zählt mit in den Fleischkonsum rein und die ist sogar noch viel schlimmer zu bewerten als Fleisch als solches.
Wenn ich mich recht entsinne sind irgendwas zwischen 200-400 Gramm Fleisch pro Woche und nicht darüber hinaus empfohlen. Allerdings sagt die Verbraucherzentrale etwas von 300-600 Gramm pro Woche. So oder so zählt Wurst auch mit rein.

https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/lebensmittelproduktion/wie-viel-fleisch-ist-das-richtige-mass-553...
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt, Fleisch in Maßen zu essen, insgesamt nicht mehr als 300-600 Gramm (g) Fleisch und Wurst pro Woche für einen Erwachsenen.
Ich bin mir sehr sicher, dass der Großteil weit darüber hinaus kommt.


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