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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

247 Beiträge, Schlüsselwörter: Fleisch, Corona, Schlachthof + 3 weitere

(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 20:29
Zitat von AugenknechtAugenknecht schrieb:Es ist der DURCHSCHNITT. Säuglinge, oder "Menschen im Altersheim die nicht mehr soviel essen" kommen wohl kaum auf über 1 kg Fleisch pro Woche, dazu noch viele Vegetarier und Veganer. 60kg fleisch als Verzehrmenge halte ich für realistisch.
Ich denke eben das die Leute auch im Altersheim über 1kg Fleisch kommen ( bei mir auf Station gibt es keine Vegetarier).
Zum Frühstück kannst du p.P. 1Scheibe Wurst rechnen , zum Abend 2 Scheiben Wurst. Dann 7 mal Woche Fleisch ( Mittags zb Schnitzel, Roulade etc).
Manche essen dann auch 2 davon und teilweise abends dann noch Minischnitzel, Würstchen etc.
Also gehe ich davon aus, das der Normalverbr. über 1 kg kommt.
Stimmt alkerdings, daran das sich auch die Zahl der Veg. erhöht hat, hsb ich nicht gedacht.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 20:34
Zitat von renasiarenasia schrieb:Zum Frühstück kannst du p.P. 1Scheibe Wurst rechnen , zum Abend 2 Scheiben Wurst. Dann 7 mal Woche Fleisch
Eine Durchschnittliche Scheibe Salami wiegt 12Gramm (Grad gewogen, 1A Salami der Marke ja!). Und wenn du mal in den Rewe gehst und dir dort die Packung XXL Schnitzel von Tillmanns holst und siehst was da an Fleisch drin ist bei 500Gramm...


Ich denke nicht das der Bewohner eines Altenheims auf über 1kg Fleisch pro Woche kommt.
Zitat von renasiarenasia schrieb:Also gehe ich davon aus, das der Normalverbr. über 1 kg kommt.
Das muss er auch. Der Durchschnitt sind 60kg pro Jahr, aber das Jahr hat nur 52 Wochen. Das alleine ist schon mehr als 1kg pro Woche.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 21:56
Zitat von renasiarenasia schrieb:Nun zu meinen Fragen:

1.) Wussten wir es als Verbraucher wirklich nicht besser oder haben wir einfach die Augen vor der unbequemen Wahrheit verschlossen?

2.) Ändert sich durch diesen Vorfall euer Fleischkonsum?

3.) Was gehört eigentlich alles mit zu den großen Schlachtbetrieben?
Kauft Metzger Xy sein Fleisch auch dort ein?

4.) Wie kann man so was in Zukunft vermeiden / reduzieren?
1. Das Problem als Verbraucher ist ja, dass Fleisch leider nicht die einzige Baustelle ist - die Textilindustrie verkauft ja auch überwiegend Textilien, die unter echt miesen Bedingungen produziert wurden (auch hippe In-Marken geben nichts von dem immensen Profit ab, die sponsern lieber überreiche Sportler, um ihr Image zu zementieren). Ich finde, du wirst ständig vor irgendwelche Gewissensfragen gestellt: Billigflug - Auto oder Öffi - Fleisch - andere tierische Produkte (Milch, Käse, Eier) - Bio oder konventionell - Plastik/ Glasflasche - faire Schokolade .... Als Verbraucher bin ich auch eigenen Einschränkungen ausgeliefert - das Geld kann nur einmal ausgegeben werden. Daher denke ich, ist es auch ein Selbstschutz, wenn man trotzdem zu den "unkorrekten" Produkten greift.

2. Wir versuchen schon länger, unser Budget für Essen und andere Aspekte (Unterstützung der regionalen Landwirte, Bio, Tierhaltung) irgendwie in Einklang zu bringen. Wir (fünfköpfige Familie - eine volle Vegetarierin) haben daher beschlossen, dass es bei uns nur noch 2x die Woche Fleisch gibt. Praktisch fünf fleischlose Tage für fünf Leute pro Woche - damit haben wir den Konsum reduziert.

3. Falsch finde ich die Gleichung, dass der kleine Metzger immer der Gute ist ... Oder die Fleischtheke im Supermarkt.
Für uns ist es auch so, dass wir einmal die Woche ein Schnellessen kochen, da stehen z.B. Köttbullar bei der Familie ziemlich hoch im Kurs - da kaufe ich halt die Packung für 6€ für ein Kilogramm - ist billig und geht schnell und wird von allen gegessen. Wir wohnen auf dem Land - hier gibt es einen richtig guten Landmetzger mit großem Einzugsgebiet - da kann man auch halbe Kühe kaufen, aber der Preis ist echt heftig - dafür hat man regional und Bioware in einem. Unsere kleine Dorfmetzgerei meide ich - dem traue ich eh nicht, was den Einkauf angeht und oft ist die Ware nicht mehr frisch - außerdem wird sie immer angetatscht, wenn sie eingepackt wird. Das mag ich auch nicht. Zumindest nicht so, wie es da abläuft.

4. Wir sind in Deutschland wirklich niedrige Lebensmittelpreise gewöhnt, das fällt mir immer im Urlaub auf - aber auch, dass sie z.T. ganz massiv angezogen haben. Vieles zieht an - die Mieten, die Energiekosten ... so als deutsche Durchschnittsfamilie bist du immer wieder am Rudern ... Ich kann es ehrlich verstehen, wenn eine Familie, die den Mindestlohn hat, ausschließlich billiges Fleisch kauft, um mit dem gesparten Geld woanders ein finanzielles Loch zu stopfen. Generell kann man natürlich versuchen, durch Kampagnen den Fleischkonsum insgesamt wieder auf ein gesünderes Level zu bringen.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 22:24
Zitat von renasiarenasia schrieb:Etwas spät, aber besser spät als nie.Bin gespannt ob es gemacht wird.
Da wird sich nichts großartig ändern. Ab 2021 soll es dann keine Werksverträge mehr geben. Wer kräht denn dann noch danach? Da interessiert das keinen Mensch mehr. Ist doch dasselbe wie mit der Prämie. Angeblich sollte es sogar die Putzfrau bekommen und was ist, es bekommt so gut wie keiner mehr eine Prämie. Interessiert doch auch keinen mehr.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 22:30
Hab gerade ein Video gesehen bei dem es um den Fleischpreis ging und das ein Anstieg des Fleischpreises ersteinmal nicht viel ändern würde, da der Unternehmer sich den zusätzlichen Gewinn in die eigene Tasche stecken würde und seine Mitarbeiter genauso bezahlen würde wie vorher (warum sollte er denen den auch plötzlich mehr zahlen).
Interessanter fand ich da den Punkt, dass man einfach qualitativ hochwertigeres Fleisch kaufen sollte. Das ist dann auch teurer und die Mitarbeiter werden dann auch von selbst besser bezahlt/behandelt.

Ich weiß das ist hier grad nicht in der Debatte, aber den Punkt finde ich extrem wichtig wenn es um das Thema geht. Deshalb musste ich das mal kurz loswerden. :)


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 22:33
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:Interessanter fand ich da den Punkt, dass man einfach qualitativ hochwertigeres Fleisch kaufen sollte. Das ist dann auch teurer und die Mitarbeiter werden dann auch von selbst besser bezahlt/behandelt.
Ich weiß nicht, ob das zu einem Stück auch ein Wunschdenken ist - nun nach der Coronakrise ist der Arbeitsmarkt angespannt, es ist ein Job, wo du kein großes Fachwissen und keine Deutschkenntnisse brauchst. Solange die Leute für den Preis arbeiten, warum zahlt man ihnen dann mehr? Das wird der Gedanke sein.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 22:37
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Ich weiß nicht, ob das zu einem Stück auch ein Wunschdenken ist - nun nach der Coronakrise ist der Arbeitsmarkt angespannt, es ist ein Job, wo du kein großes Fachwissen und keine Deutschkenntnisse brauchst. Solange die Leute für den Preis arbeiten, warum zahlt man ihnen dann mehr? Das wird der Gedanke sein.
Eben. Die Leute werden ja teils von dubiosen Subunternehmen beschäftigt und diese Mitarbeiter kommen häufig aus Balkanländern etc. Die sind oft gezwungen für so wenig Geld unter diesen Umständen zu arbeiten. Wie du schon gesagt hast, warum sollte der Chef mehr zahlen, wenn die eh keine Wahl haben.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 22:39
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:Interessanter fand ich da den Punkt, dass man einfach qualitativ hochwertigeres Fleisch kaufen sollte. Das ist dann auch teurer und die Mitarbeiter werden dann auch von selbst besser bezahlt/behandelt.
Dafür muss man erstmal an qualitatives Fleisch kommen. Ich habe schon billigste Schnitzel von Tillmanns gegessen, die waren so gut, würd ich wieder essen. Habe umgekehrt auch schon Fleisch vom Metzger zum Apothekerpreis gehabt und mir gedacht: Da kannste auch Schuhe essen.

Das beste Fleisch hatte ich im Prater Riesenrad, aber jedesmal so eine Fahrt buchen wird auf Dauer ein ziemlich teures Vergnügen.
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:Hab gerade ein Video gesehen bei dem es um den Fleischpreis ging und das ein Anstieg des Fleischpreises ersteinmal nicht viel ändern würde, da der Unternehmer sich den zusätzlichen Gewinn in die eigene Tasche stecken würde und seine Mitarbeiter genauso bezahlen würde wie vorher (warum sollte er denen den auch plötzlich mehr zahlen).
Habe ich ja auch gesagt, siehe Tönnies: 7 Mrd Gewinn, aber die Angestellten ausbeuten.

Es ist, ich wiederhole es, eine Perversion des Kapitalismus.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 22:47
Zitat von AugenknechtAugenknecht schrieb:Dafür muss man erstmal an qualitatives Fleisch kommen. Ich habe schon billigste Schnitzel von Tillmanns gegessen, die waren so gut, würd ich wieder essen. Habe umgekehrt auch schon Fleisch vom Metzger zum Apothekerpreis gehabt und mir gedacht: Da kannste auch Schuhe essen.

Das beste Fleisch hatte ich im Prater Riesenrad, aber jedesmal so eine Fahrt buchen wird auf Dauer ein ziemlich teures Vergnügen.
Also soweit ich jetzt verstanden habe ist das hochwertigste Fleisch, das, dass du direkt vom Jäger bekommst. Es hat vorher auf seine natürlichste Art gelebt, hatte wirkliche Bewegung, hat seine artgerechte Nahrung gefressen und das Tierwohl ist m.M.n auch am besten gegeben. Nicht zuletzt wird ein Jäger, denke ich, bei weitem besser bezahlt als einer der bei einem Schlachthof arbeitet.
Was den Geschmack angeht kann ich dir noch nichts sagen. Hab gerade erst bei einem Jäger bestellt der auch einen Internetshop hat und sein Fleisch dort anbietet. Bin jedenfalls mal gespannt wie es schmeckt. Günstig war das nicht. Hab jetzt mit Versand fast 60 Euro gezahlt für
300g Rothirsch-Filet und 1Kg Reh-Keule (Braten), aber da ich nur noch 1x die Woche Fleisch esse reicht mir das dann auch 5-6 Wochen.
Zitat von AugenknechtAugenknecht schrieb:Habe ich ja auch gesagt, siehe Tönnies: 7 Mrd Gewinn, aber die Angestellten ausbeuten.

Es ist, ich wiederhole es, eine Perversion des Kapitalismus.
Leider ja, wobei ich daraus jetzt keine grundsätzliche Kapitalismus-Kritik ziehen würde. Ich bleibe dabei, dass uns die richtigen Rahmenbedingungen helfen würden.
Aber, und das wurde ja auch schon angesprochen (Ich glaub auch von dir), die werden wohl leider noch länger nicht kommen.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 22:56
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:Leider ja, wobei ich daraus jetzt keine grundsätzliche Kapitalismus-Kritik ziehen würde. Ich bleibe dabei, dass uns die richtigen Rahmenbedingungen helfen würden.
Aber, und das wurde ja auch schon angesprochen (Ich glaub auch von dir), die werden wohl leider noch länger nicht kommen.
Ja kam von mir. Soll ja auch keine direkte Kapitalismuskritik sein, sondern (gerade wenn man die Zeit seit Ende des zweiten Weltkriegs betrachtet) eher ein Hinweis darauf das sich die Welt schneller entwickelt und die Zivilisation schneller globalisiert hat als die Politik. Kapitalismus an sich ist ja etwas gutes, nur durch die bestehende Konkurrenz kommt es letzten endes zu Fortschritt, aber die Tatsache das sich globale Kartelle bilden konnten, die immer jemanden finden der es billiger macht, und die von der Politik nicht eingeschränkt werden konnten, weil erst einmal elementare Staatsfragen zu klären waren, hat eine Dynamik in Gang gesetzt die uns die heutigen Zustände beschert hat.
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:Also soweit ich jetzt verstanden habe ist das hochwertigste Fleisch, das, dass du direkt vom Jäger bekommst.
Sicherlich das vernünftigste, aber auf Dauer für die Bevölkerung nicht ausreichend.
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:Nicht zuletzt wird ein Jäger, denke ich, bei weitem besser bezahlt als einer der bei einem Schlachthof arbeitet.
Naja also wenn ich jetzt denke 60€ dafür aber im Zweifel auch 10 Stunden ansitzen. Da ist der Stundenlohn gradezu mikrig. Der Verkauf dürfte wohl nur Nebenerwerb sein (kenne jetzt den Shop nicht wo du kaufst, denke aber es ist ein Privater Verkäufer oder eine Gesellschaft mit Freiberuflern).


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 23:00
Zitat von AugenknechtAugenknecht schrieb:aber die Tatsache das sich globale Kartelle bilden konnten, die immer jemanden finden der es billiger macht, und die von der Politik nicht eingeschränkt werden konnten, weil erst einmal elementare Staatsfragen zu klären waren, hat eine Dynamik in Gang gesetzt die uns die heutigen Zustände beschert hat.
Soweit gehe ich mit dir konform.
Zitat von AugenknechtAugenknecht schrieb:Naja also wenn ich jetzt denke 60€ dafür aber im Zweifel auch 10 Stunden ansitzen. Da ist der Stundenlohn gradezu mikrig. Der Verkauf dürfte wohl nur Nebenerwerb sein (kenne jetzt den Shop nicht wo du kaufst, denke aber es ist ein Privater Verkäufer oder eine Gesellschaft mit Freiberuflern).
Ich weiß nicht wie es bei Jägern genau abläuft, aber ich behaupte einfach mal, dass ein Jäger in Deutschland nicht der schlechtest bezahlte Job ist. Man muss ja auch dazu sagen das ich für 1.300g bestellt habe, aber ein Tier das ein Jäger erlegt gibt ja deutlich mehr Fleisch ab.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 23:12
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:Ich weiß nicht wie es bei Jägern genau abläuft, aber ich behaupte einfach mal, dass ein Jäger in Deutschland nicht der schlechtest bezahlte Job ist.
Hab grad mal geschaut (Mein Vater ist zwar Metzger, arbeutet aber nur mit Bauern), Gehalt sind ca.2200€ wenn man angestellt ist. Ansonsten wie gesagt je nach Zeit des Ansitzens (im Privatvertrieb).
Zitat von Ldex97Ldex97 schrieb:aber ein Tier das ein Jäger erlegt gibt ja deutlich mehr Fleisch ab.
Würd ich nicht sagen, ich würde sogar behaupten das ein Zuchttier am meisten Fleisch abgibt. An einem guten Rind kann man etwa 25-30% verwerten, so kam ich dann auch auf den Schnitt von 220kg bei der Tönnies Rechnung. Während die Tiere im Stall extrem gemästet und aufgebaut wersen muss so ein Reh in freier Wild ja auch für andere Dinge gewappnet sein.

Das billiges Fleisch trotzdem häufig ne miese Qualität hat liegt einfach daran das man dort alles was irgendwie essbar ist reinhaut. Da haste halt fettiges Fleisch, voller Sehnen. Filetieren kostet ja wieder Geld.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 23:16
Zitat von AugenknechtAugenknecht schrieb:Ich habe gerade die Zahlen von Tönnies angesehen:
Die Firma hat 21.000.000 Schweine und 17.000.000 Rinder in 2019 verarbeitet.
Das Gewicht eines Schweins sind Ø20kg, beim Rind Ø220kg.

Das bedeutet 420.000.000kg Schweinefleisch und 3.740.000.000kg Rindfleisch, ergibt 4.200.000.000kg Fleisch in 2019 in Deutschland; nur durch Tönnies.
Tut mir leid, das ist doch alles völlig falsch, was du hier schreibst. Wie willst du über eine Sache diskutieren, die du nicht mal richtig kennst?
20 kg Gewicht sind ein Ferkel, ein Schwein hat ein Schlachtgewicht von 120 kg.
Und bleiben wir beim Schwein, Selbversorgungsgrad von 120 %, das sind alle Schlachtbetriebe, das bedeutet, dass 20 % rechnerisch in den Export gehen, defakto werden aber mehr Teile bewegt, weil sich der Deutsche mittlerweile zu fein ist, etwas "schlechtere" Teilstücke zu kaufen, dafür aber umso mehr Filet.
Ungefähr 42 Millionen Schweine werden in Deutschland geschlachtet, also pro Einwohner etwa ein halbes Schwein.

Bei Rind sieht es ähnlich aus, Rinderschlachtgewicht liegt bei etwa 330 kg.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 23:19
Seit Jahren wird die Aushebelung von Gewerkschaft und Betriebsrat, von den Regierungen in verschiedenen Konstellationen billigend in Kauf genommen.

Die Maßnahmen nun nur auf die Fleischindustrie zu begrenzen, können die sich von mir aus sonst wo hin stecken.
Die sollen mal was Gescheites hinbekommen und das Problem an der Wurzel fassen: Die systematische Aushebelung der Arbeitnehmerinteressen unterbinden.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 23:26
Zitat von MajorQuimbyMajorQuimby schrieb:Bei Rind sieht es ähnlich aus, Rinderschlachtgewicht liegt bei etwa 330 kg.
Ach und du isst Knochen, Fell und Hufe gleich mit? Na lecker.

Warmschlachtgewicht = 300 Kg

- Auskühlverlust 3%

Kaltschlachtgewicht = 291 Kg

- Knochenanteil ca. 25 %

Verkaufsgewicht =218,25 Kg ≈220kg für eine glatte Rechnung.
Zitat von MajorQuimbyMajorQuimby schrieb:20 kg Gewicht sind ein Ferkel, ein Schwein hat ein Schlachtgewicht von 120 kg.
Dann komm ich aber nicht auf die 52kg auf die ich hinaus wollte (für die Relation zu den Ø60kg Verzehr pro Jahr), ließ einfach meine Beiträge, die Zahlen hatten am Ende schon seinen Sinn.
Zitat von MajorQuimbyMajorQuimby schrieb:Ungefähr 42 Millionen Schweine werden in Deutschland geschlachtet, also pro Einwohner etwa ein halbes Schwein.
Es geht um die Firma Tönnies; haben laut Jahresbilanz 21Mio. Schweine verarbeitet.
Zitat von MajorQuimbyMajorQuimby schrieb:Tut mir leid, das ist doch alles völlig falsch, was du hier schreibst. Wie willst du über eine Sache diskutieren, die du nicht mal richtig kennst?
Deine Kritik war arg am Thema vorbei. Aber stell doch gerne selbst eine Rechnung auf, die Faustformeln für den Schlachtverlust kennst du natürlich.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 23:37
Zitat von AugenknechtAugenknecht schrieb:Aber stell doch gerne selbst eine Rechnung auf,
Warmschlachtgewicht 120kg

Auskühlverlust 3%

116,4kg

Schlachtverlust 20%


93,1kg

93,1 x 21Mio ≈ 2 Mrd.

2Mrd. + 3,7 Mrd. = 5,7Mrd / 80 Mio = 71,25kg -20% (wegen Export) = 57kg/Person/Jahr.

Und? Tönnies produziert alleine immernoch soviel wie jeder Mensch in Deutschland im Durchschnitt pro Jahr verzehrt.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

24.06.2020 um 23:52
Zitat von YoooYooo schrieb:Seit Jahren wird die Aushebelung von Gewerkschaft und Betriebsrat, von den Regierungen in verschiedenen Konstellationen billigend in Kauf genommen.

Die Maßnahmen nun nur auf die Fleischindustrie zu begrenzen, können die sich von mir aus sonst wo hin stecken.
Die sollen mal was Gescheites hinbekommen und das Problem an der Wurzel fassen: Die systematische Aushebelung der Arbeitnehmerinteressen unterbinden.
Eines der ersten Dinge die im neuen Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg verboten wurde war übrigens das Recht auf einen Generalstreik
In Deutschland sind Generalstreiks, anders als etwa in europäischen Staaten wie Frankreich oder Italien, juristisch nicht vom Streikrecht gedeckt.
Entsprechende gerichtliche Entscheidungen basieren auf einem Gutachten von 1952 und führten zu dem Urteil des Bundesarbeitsgerichts aus dem Jahre 1955, an denen beide Male Hans Carl Nipperdey zentral beteiligt war.
Hans Carl Nipperdey war übrigens im Dritten Reich der Verfasser des "Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit":
Mit Inkrafttreten dieses Gesetzes wurde das Wirtschaftsleben quasi gleichgeschaltet und auch hier das Führerprinzip eingeführt, wonach der Vorgesetzte als Betriebsführer die absolute Befehlsgewalt innehatte und ihm die Untergebenen als „Gefolgschaft“ (nicht etwa Belegschaft) zu unbedingtem Gehorsam verpflichtet waren. Damit war das Recht und die Möglichkeit zur Beschwerde stark eingeschränkt, das Mitbestimmungsrecht der Arbeitnehmer sogar völlig abgeschafft. Kraft dieses Gesetzes wurden die letzten noch verbliebenen demokratischen Rechte innerhalb des Betriebes beseitigt, außerdem eine Betriebsjustiz eingeführt.
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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

25.06.2020 um 00:53
Zitat von MissGreenMissGreen schrieb:Da interessiert das keinen Mensch mehr. Ist doch dasselbe wie mit der Prämie. Angeblich sollte es sogar die Putzfrau bekommen und was ist, es bekommt so gut wie keiner mehr eine Prämie. Interessiert doch auch keinen mehr.
Doch die ist noch im Gespräch , arbeite im Service im Altenheim u hab vor ca 1,5 Wochen Post dazu bekommen. Allerdings steht noch nicht fest wann es gezahlt wird.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

25.06.2020 um 01:32
Zitat von knopperknopper schrieb:nun ja....da muss man sich aber auch mal fragen, ob es denn in den 60ern und 70er Jahren in der BRD auch schon so war? Gab es denn da auch schon diese Großfleischbetriebe, wo alles bis aufs Letzt optimiert wurde...oder war es evt. doch noch etwas anders.
Tönnies war zunächst ein kleiner, städtischer Metzger in zweiter oder dritter Generation. Erst 1974 wurde die "Firma" Tönnies gegründet und expandierte.

Ich bin ein Kind der 1970er Jahre. Damals wurde in der BRD deutlich weniger Fleisch gegessen als heute. Es war in der Relation zu heute auch teurer, zumindest in meiner Erinnerung.
Freitags gab es grundsätzlich kein Fleisch
samstags gab es Suppe, sonntags den guten Sonntagsbraten. Montags waren dann die Reste vom Sonntag auf dem Tisch, dienstags, mittwochs und donnerstags gab es dann Eintopf, Kotelett, Schnitzel oder Hackfleisch. Meine Mutter kochte Spaghetti Bolognese für 1 Erwachsene und 3 Kinder von einem 1/4 £ - also 125 Gramm - Hackfleisch.
Eine Brühwurst war bei uns was Besonderes. Die gab es mal nicht eben zwischendurch auf die Hand.

Ich bin mir auch nicht sicher, aber ich meine, große Schlachthöfe waren damals nicht privat. Entweder schlachteten die Metzger selbst oder holten die Hälften im Schlachthof, die sie dann verarbeiteten. Natürlich gab es da auch schon Wurstfabriken, aber die Produkte kaufte man dann auch beim Metzger. Abgepacktes Frischfleisch gab es damals nicht im Supermarkt. Aber ich kann mich auch nicht erinnern, seit wann es das gibt.

Ich selbst esse wegen Arthrose kaum noch Fleisch. Allerdings hatte ich für mich persönlich festgestellt, dass ich deutlich mehr Fleisch gegessen habe, wenn ich abgepacktes Fleisch gekauft habe als wenn ich frisches Fleisch nach Bedarf gekauft habe. Da habe ich dann tatsächlich von 500g Hackfleisch Bolognese auf Vorrat kochen wollen und am zweiten Tag war es alle. Wohlgemerkt, von mir alleine gegessen. Also die doppelte Menge von dem Fleisch, das meine Mutter für 4 Personen verwendet hat.

Ich glaube, dass der Fleischabsatz nicht nur durch die geringeren Kosten, sondern auch durch die großen Einheiten der abgepackten Fleischwaren gestiegen ist. Wenn etwas standardisiert abgepackt ist, hört man - glaube ich - schnell auf, darüber nachzudenken, wie viel man davon wirklich braucht.

Zu 1) In der Tönnies-Region gibt es traditionell viele fleischverarbeitende Betriebe. Mir war zwar bewusst, dass es diese Fleischfabrik gibt. Dass dort 7000 Menschen in der Produktion arbeiten, war mir nicht bewusst. Bevor Polen, Rumänien und Bulgarien in der EU waren, haben dort vielfach türkische Leiharbeiter gearbeitet. Ich habe in Erinnerung, dass es damals schon mehrere Verfahren gegen die Verleiherfirmen gab. Diese waren in der Region ansässig und wechselten ständig die Namen. Und da es immer Probleme gab, hat man dann die Werkverträge entwickelt.
Der Werkunternehmer als Subunternehmer muss täglich x Tiere zerlegen, y Schnitzel verpacken, etc.. Dazu stellt er eigene Mitarbeiter ein. Inwiefern es diesen Menschen hier schlechter geht als zu Hause kann ich nicht beurteilen. Mir hat vor ein paar Jahren ein obdachloser rumänischer Tagelöhner erzählt, dass Obdachlosigkeit in Deutschland mit den Hilfsangeboten deutlich besser als das Leben in Rumänien sei.
Ich persönlich finde diese "Saisonarbeit" in der Fleischindustrie gruselig.

Zu 3) Tönnies fährt tatsächlich mehrere Linien von hochpreisigen Spezialaufzuchten bis eben Discounterware. Vor Corona waren sie in den Medien mit besonders schonenden Schlachtverfahren im hochpreisigen Segment. Muss so im Februar gewesen sein. Ich meine, das war ne Reportage. Von daher kann auch der Metzger und die Edelgastronomie von Tönnies beliefert werden. Da hilft nur fragen, wenn man sicher sein will.


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(Billig-)Fleisch-Produktion und -Konsum in Deutschland

25.06.2020 um 07:47
Zitat von TrineTrine schrieb: Ich bin ein Kind der 1970er Jahre. Damals wurde in der BRD deutlich weniger Fleisch gegessen als heute. Es war in der Relation zu heute auch teurer, zumindest in meiner Erinnerung.
Freitags gab es grundsätzlich kein Fleisch samstags gab es Suppe, sonntags den guten Sonntagsbraten. Montags waren dann die Reste vom Sonntag auf dem Tisch, dienstags, mittwochs und donnerstags gab es dann Eintopf, Kotelett, Schnitzel oder Hackfleisch. Meine Mutter kochte Spaghetti Bolognese für 1 Erwachsene und 3 Kinder von einem 1/4 £ - also 125 Gramm - Hackfleisch. Eine Brühwurst war bei uns was Besonderes. Die gab es mal nicht eben zwischendurch auf die Hand.
Genauso war es - bin auch ein 70er Kind :-). Bei uns gab es noch viel Mehlspeisen (Pfannkuchen, etc) von Mo-Do, das war eben auch günstig. Allerdings waren in den 70ern die Strategien völlig gesamt auch völlig anders - wie jemand in einem anderen Thread schrieb "weniger Lametta". Unsere Nachbarn hatten z.B. einen Kirschbaum und den Kindern hingen die Kirschen echt zu den Ohren raus - Kompott, eingelegte Kirschen, Marmelade ...

Kleidung war teuer, wurde daher weitergegeben und zwischen Sonntags-, Schul- und Freizeitkleidung unterschieden. Fleisch und Wurst waren teuer. Man versuchte, mit einem Auto auszukommen. Man investierte 1x für Freizeitgestaltung - aber das musste dann auch halten (z.B. Monopoly). Man kochte viel selbst ein.

Ich kann mich aber noch erinnern, wie bei uns das erste Kaufland (Handelshof) aufgemacht hat - war damals eine Sensation (wir wohnen ja auf einem Dorf, da gab es eben Metzger, Bäcker, kleinen Lebensmittelladen) und wie billig das Fleisch damals war (sicher auch noch ein Lockangebot). Ich kann mich echt erinnern, wie lange die Metzgerschlange damals war und wie begeistert meine Mutter gekauft hat - weil es auf einmal fast egal war, ob man 100g oder 150g kaufte und wir abends alle ein dickes Wurstbrot bekamen. Das war echt ein Happening.
Schon damals war der Bedarf an billigem Fleisch und billigen Würsten da - aber er wurde eben nicht gedeckt, weil das Preisniveau so hoch war.

Ähnlich hat es sich mit Kleidung verhalten ...


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