MissMary schrieb:Das finde ich auch äußerst seltsam. Mein Mann ist ja in der Event Branche tätig, da sind die Auflagen inzwischen immens - mitunter fühlt man sich schon gegängelt, aber das Beispiel zeigt wieder, vermutlich besser zu genau als die Sachen laufen zu lassen.
Ich weiß nicht, wie die rechtliche Lage in der Schweiz im Detail ist. In Deutschland ist es jedoch leider eine bekannte Realität, dass man (wenn man beruflich über Jahre in solchen Bereichen tätig ist) bestimmte Mechanismen und Missstände sehr deutlich wahrnimmt. Es kommt vor, dass Dinge möglich werden die unter normalen Umständen nicht zulässig wären. Insbesondere dann, wenn finanzielle Interessen dominieren. Das ist unbequem auszusprechen, aber es gehört zur Realität. Selbstverständlich möchte und kann ich niemandem konkret etwas unterstellen. Ich spreche ausschließlich aus beruflicher Erfahrung.
Umso spannender wird sein, wie der Vorfall rechtlich eingeordnet wird. Ob von Fahrlässigkeit oder Vorsatz ausgegangen wird, welches Strafmaß greift und wie sich dies juristisch überhaupt beweisen lässt. Auch die Frage ob man davon ausgehen muss, dass ein solcher Zustand mit gesundem Menschenverstand als offensichtlich gefährlich hätte erkannt werden müssen, wird dabei eine wichtige Rolle spielen. Eine derart große Decke in einem Kellerbereich, in dem mit brandgefährlichen Stoffen gearbeitet wird, ist hochriskant und aus meiner Sicht schlicht unverantwortlich.
Ich hoffe sehr, dass die Verantwortlichen konsequent zur Rechenschaft gezogen werden und die Geschädigten zumindest eine angemessene Entschädigung erhalten…wohl wissend, dass ein Menschenleben durch nichts zu ersetzen ist. Insgesamt handelt es sich um eine unfassbare Katastrophe die aller Wahrscheinlichkeit nach vermeidbar gewesen wäre.
Gerade im Brandschutz gehören Evakuierungs- und Notfallpläne zum absoluten A und O der Sicherheitsmaßnahmen. Meine Vermutung ist, dass solche Konzepte entweder gar nicht umgesetzt oder lediglich formal abgelegt wurden, ohne Schulung, ohne Einbindung der Mitarbeiter und ohne Vorbereitung auf den Ernstfall. Auch das wäre kein Einzelfall, aber in diesem Kontext fatal.