salAmandeR32 schrieb am 06.10.2026:Hier ist die Aufzeichnung.
Danke. Sehr eindrückliche 90 Minuten Workshop bei der Reporterfabrik. Ehrlicherweise ist anzumerken, dass das Statement, die Presse-Strategie von CU sei "erbärmlich", sich dort nicht wiederfindet. Meiner Meinung nach ist das, was über die Presse, über die Öffentlichkeit seitens CU bzw. seiner Anwälte zu diesem Fall versucht wird, in die Wahrnehmung zu setzen, ausreichend gefährlich, um es ernst zu nehmen.
Das macht CF, die laut eigener Schilderung aus den Erfahrungen nach ihrer ersten Dokumentation vor Jahren journalistisch gelernt hat, und sehr überlegt ihre zu veröffentlichenden Worte wählt, um sich nicht angreifbar zu machen. CF setzt laut eigener Aussage nur den Satz, nur die Formulierung in die Öffentlichkeit, zum Beispiel über ihren Insta-Account, den sie - Zitat - "im Wortlaut" belegen kann.
Respekt, großen Respekt von mir, diese, ihre Kompetenz kam ja von Anfang rüber, ich vermutete professionellen Beistand; aber auch das Interview nun beim Workshop zeigt, wie sehr ihr die Mechanismen der Gegenseite bewusst sind, sie sie erkennt, sie entlarven kann. Respekt, dass sich CF nicht von ihren Emotionen leiten lässt, aber von ihrer Coolness und Vernunft. Darin, in ihrer Professionalität, ist sie für mich persönlich beispielhaft.
Einige Infos, entnommen dem Workshop-Video, nicht abschließend:
▪︎ Der "Spiegel" hat mit drei von jenen 30 Männern gesprochen, mit denen CU länger gechattet hat.
▪︎ Der "Spiegel" hat die E-Mail von CU an seinen Anwalt "eingesehen", eine Formulierung, die weiter offen lässt, wie das nun abgelaufen sein könnte.
▪︎ CF liegen Teile jenes un-veröffentlichten Interviews der "Zeit" mit CU vor, da die "Zeit" ihr diese für eine Stellungnahme gab. Dazu äußert sich CF wohlweislich nicht im Workshop.
▪︎ CF hatte sich anfänglich gegen eine Verleumdungsklage gegen CU entschieden, was sie nun bereut, was nun rechtlich wohl nicht mehr möglich ist, so habe ich ihre Andeutung verstanden.
▪︎ Die Taktik des "überspezifischen Dementis" der Pressekanzlei von CU, also - Zitat - "haarscharf an der Tatsache vorbei zu dementieren" erfordert von der Öffentlichkeit ein genaues "Hinlesen" - eine Genauigkeit, mit der durch die Taktik gespielt wird und auf Ungenauigkeit in der Rezeption spekuliert wird.
Beschreibung des Workshops:
Über diesen Workshop
Am Anfang war eine klare Nachricht: Christian Ulmen hat seine damalige Ehefrau Collien Fernandes zehn Jahre lang digital missbraucht, Fake-Profile von ihr erstellt, gefakte Nacktfotos verbreitet, Sex - Talks mit Männern in ihrem Namen geführt. Diese Vorwürfe hat Ulmen gegenüber seinem Anwalt gestanden und vor Gerichten nie bestritten. Aus dieser News ist in sechs Monaten ein Geflecht von Fake-News geworden, weil Ulmens Anwalt und Social-Media-Accounts die ursprüngliche Nachricht verfälscht, verbogen, überlagert, variiert haben. Diese Karriere einer News, modellhaft für das Zusammenwirken von Medien und Social Media in der Ära des Digitalen, hat die Reporterfabrik in einer Fallstudie verfolgt. Collien Fernandes spricht über diese Studie und darüber, wie sie nach der Enthüllung von digitaler Gewalt zum Spielball digitaler Medien wurde.
Quelle:
https://akademie.reporterfabrik.org/courses/course-v1:Reporterfabrik+430+2026/about☆
Update, Hauptsacheverfahren Ulmen ./. "Spiegel": nach drei Monaten nichts zu finden im Netz, Stand gestern