Kältezeit schrieb:Da können auch erlernte Verhaltensmuster oder fehlende Impulskontrolle eine Rolle spielen. Auf jeden Fall müssen mehrere Faktoren zutreffen, damit man sich fürs Arschloch-Sein entscheidet.
Und das spricht meiner Meinung an, um den es bei den Vorwürfen u. a. auch geht: hier hat sich jemand über 10 Jahre hinweg immer wieder entschieden, etwas zutiefst abstoßendes auf Kosten eines anderen Menschen zu tun, um sich selber einen Vorteil zu verschaffen.
Es geht hier nicht darum, das einer aus Unsicherheit und Verzweifelung, weil "er nicht die richtigen Worte findet" ausgerasstet und übergriffif geworden ist. Hier hat doch jemand - wenn die Vorwürfe stimmen - über Jahre immer wieder entschieden etwas zu tun, von dem er wusste, dass es einen anderen Menschen total fertig macht, zur Verzweifelung bingt, auf sie bedrohlich wirkt.
Er hat mit 30 Personen eine "Online-Affäre" unter ihrem Namen geführt, und es bei weiteren Personen versucht. Keine Ahnung, über welchen Zeitraum diese Affären jeweils liefen, aber ich gehe mal davon aus, das da nicht nur einmalig oder über zwei, drei Tage hin- und hergeschrieben wurde. Er hat sich also Tag für Tag immer wieder aktiv und bewusst entschieden, sich in den extra dafür unter ihrem Namen angelegten EmailAccount einzuloggen und Konvrsation zu betreiben.
Ein solchen geplantes, immer wieder über Jahre praktiziertes Verhalten damit erklären zu wollen, es habe halt ein "unsicheres Ego" finde ich schon arg bagatellisierend!
Kältezeit schrieb:Es könnte auch ganz anders sein: ich wüsste nämlich nicht, dass die Vorliebe, seine Frau mit anderen Männern "zu teilen", an ein unsicheres Ego gekoppelt ist. Vielleicht war er sich seiner Sache (und seiner Frau) ja im Gegenteil ganz sicher. Schließlich hat er sie Anderen quasi angeboten. Normalerweise passiert das aber (hoffentlich) in gegenseitigem Einvernehmen; hier scheint jedoch der Aspekt, dass die Frau von all dem nichts weiss, im Vordergrund zu stehen.
Eigentlich würde ich die Argumentation auch eher umgekehrt erwarten: Männer mit unsicherem Ego sind eher überdurchschnittlich eifersüchtig, fühlen sich der Zuneigung iherer Partnerin nicht sicher und befürchten ständig, dass sie sich jemand anderem zuwenden könnte. Das letzte was sie unturnend finden würden wäre, die Frau und die Sexualität mit jemand anderem zu teilen. Stattdessen würde ich erwarten, dass sie auf Basis der Partnerschaft/Ehe eher einen Anspruch auf Exklusivität reklamieren würden.