Tussinelda schrieb:in diesem Fall ist mMn "Fetisch" aber falsch. Weshalb es mMn so wirkt, als nutze Ulmen dies als Verharmlosung oder Relativierung seiner mutmaßlichen Taten
Diesem Beitrag wurde hier ja heftig widersprochen. Die Formulierung sei nicht relativierend oder verharmlosend, sonder korrekt gewählt.
Wenn ich das jetzt aber hier lese (und hier ist zu beachten, dass es in Anführungszeichen steht, es sich demnach um eine Zitat von CU handelt):
Er habe, schrieb er, in den vergangenen zehn Jahren "leider einen sexuellen Fetisch" entwickelt: Immer wieder habe er auf den Namen seiner Frau Fakeprofile auf sozialen Medien angemeldet, über die Accounts habe er mit Männern gechattet, geflirtet, "bis hin zum Sex-Talk". Allein die Wortwahl "leider" soll ausdrücken, dass Christian Ulmen nicht proaktiv war, sondern quasi passiv von einer Art "höheren Macht" gelenkt wurde, diese Vergehen immer wieder aufs Neue zu begehen.
Quelle:
https://www.n-tv.de/panorama/Ein-Fetisch-allein-macht-keine-Entschuldigung-id30502436.htmldann frage ich mich aber schon, was daran bitte nicht verharmlosend sein soll?
Er schiebt da jede Verantwortung von sich. Er habe halt einen Fetisch entwickelt, nicht anders gekonnt, als seinen Trieben nachzugeben, sei sozusagen durch den Fetisch gesteuert worden....blablabla
Er reduziert sich da selbst auf die Stufe eines Tieres, das durch Reflexe auf seine Triebe reagiert. Der Mensch hat dagegen einen Verstand, ein moralischen, ethisches und soziales Empfinden, einen freien Willen (gut, einige verneinen das...). Er ist in der Lage, die Folgen seiner Handlungen vorauszudenken, abzuwägen und zu bewerten, und seine Entscheidungen dann auf dieser Basis zu treffen.
Außer natürlich er hat leider einen Fetisch entwickelt....
Herr Ulmen war wohl eines von den Kindern, dass seinen Marshmallow immer gleich reingestopft hat, auch wenn er zwei bekommen hätte, wenn er es geschafft hätte, drei Minuten zu warten.
Allein schon diese Wortwahl zeigt für mich, dass er - so wie CF es formuliert hat - überhaupt kein Unrechtsbewusstsein dafür hat, was er getan hat. Und das, obwohl er doch hautnah mitbekommen hat, was diese seine Fetisch-Aktionen bei seiner Frau für Leid, Angst, Traurigkeit, Hilflosigkeit, Verletztheit und Wut ausgelöst haben.
Jetzt sucht er sich halt einen kompetenten Anwalt, der ihn da raushauen soll.