emanon schrieb:Du interpretierst auf Basis relativ kompletten Unwissens.
Klar, kann man machen, aber was bringt das letztendlich?
Ich kann mich dafür entscheiden, in Foren oder Kommentarspalten "UNsChUlDsVeRMuTunG" zu krakeelen oder aber nach dem, was ich durch die Spiegel-Recherche, die sehr sparsamen Dementis und die ziemlich unkoordiniert, wenn nicht verzweifelt wirkenden weiteren Aussagen der durch Ulmen beauftragten Pressekanzlei, durch Colliens Dokus mit dem ZDF und durch ihre eigenen Postings erfahren habe, dafür Collien Glauben zu schenken, unabhängig davon was Gerichte irgendwann entscheiden.
Ob ich das bei einer öffentlichen Person tue oder nicht, hängt mit ihrer Glaubwürdigkeit insgesamt zusammen. Collien Fernandes hat mir bislang keinen Anlass gegeben, an dieser zu zweifeln. Weder ist sie bisher in ihrer mindestens 20-jährigen Karriere durch verzweifelte PR-Stunts, fabrizierte Skandale noch durch Vermarktung ihres Privatlebens aufgefallen.
Wenn ich mich also entschieden habe, ihr zu glauben, kann in diesem Fall folgerichtig
in meiner Wahrnehmung Ulmen nicht nichts damit zu tun haben.
Warum sollte sie so etwas ohne handfeste Beweise oder gar wider besseren Wissens öffentlich machen? Nur um ihrem Ex zu schaden? Und sich dafür Morddrohungen und Hassattacken aussetzen? Denkst Du, dass das "Traumschiff" ihre Rolle allein aus Solidarität verlängern würde? Oder dass jetzt zahlreiche andere Rollen- oder Werbeangebote kommen, nur weil sie etwas, was ihr in einer Partnerschaft angetan wurde, öffentlich gemacht hat?
Oder ist nicht eher damit zu rechnen, dass auch ihre beruflichen Chancen in der Zukunft dadurch Schaden nehmen könnten?
Wenn sich dank der Lücken in den Bereichen digitaler Gewalt in unserem Justizsystem hinterher herausstellen sollte, dass CU strafrechtlich mit einem Klaps auf die Finger davonkommt, dann hat uns dieser Fall wenigstens deutlich diese Lücken vor Augen geführt sowie welche Länder es besser machen. Leider braucht es anscheinend den Druck der Öffentlichkeit, bis sich gesetzgeberisch etwas ändert.
Wenn ich so denke, heißt das gleichzeitig nicht, dass ich CU gesellschaftlich vernichtet sehen will.
Aber ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der Opfer Angst haben müssen, öffentlich über ihre Erlebnisse zu sprechen, solange kein gerichtlich verurteilter Täter feststeht.