CharliesEngel schrieb:Ehrlich, jetzt kann ich es ja zugeben, zu diesem Vorwurf zu selbst gebastelten Deepfake-Pornos habe ich nie etwas im betreffenden Artikel des Spiegel gelesen. Bis heute habe ich da CU nicht verstanden.
Ich halte das nach wie vor für einen medialen Stunt der Anwälte, die mit Nebensächlichkeiten grundlegende Zweifel an der Haupttat erzeugen wollen. Es scheint ja auch zu verfangen, dass "der Ulmen ist ganz unschuldig" wahrgenommen wird.
Natürlich ist eine Kehrseite der Prominenz, dass bei realem oder vermeintlichen Fehlverhalten ein öffentliches Urteil entsteht, das keinen rechtsstaatlichen Grundsätzen genügt. Da bin ich ein bisschen hin- und hergerissen, aber dafür sind sie halt prominent und bekommen Geld und Ruhm. Höherer Lohn für höhere Risiken. Kann man sich streiten, ob das fair ist.
Aber hier ging es nicht um die Frage, ob Ulmen Pornos verbreitet hat, die den Anschein erwecken sollten, Fernandes sei darauf abgebildet. Es ging um die Nebensächlichkeit ob er Deep-Fakes selbst hergestellt hat, von anderen hergestellte Deep-Fakes verwendet hat oder von irgendwelchen Pornoseiten Filme gesammelt hat, die im geeigneten Kontext hinreichende Ähnlichkeit zu Fernandes aufwiesen und aufweisen sollten. Das macht eine solche Tat nicht grundlegend besser oder schlechter.
CharliesEngel schrieb:Nein, mehr kommt nicht. Ich bin entsetzt, wie sich ein attraktiver, gesunder, intelligenter, wohlhabender Mann derart das Leben vermiesen will, ja will, denn irgendwann wäre es doch aufgeflogen.
Würden Straftäter ihre Taten zuvor rational bewerten, hätten wir viel weniger Straftaten. Irgendwann war das Hirn aus und die erste Tat fand statt. Da ging alles glatt und dann kam die nächste. Das wurde dann immer weniger schlimm in der Wahrnehmung, weil es irgendwann zu einer neuen Normalität wird und irgendwann vergehen Jahre. Täter blenden in solchen Fällen jegliche Empathie für die Folgen ihrer Opfer aus und verdrängen die Risiken einer Entdeckung. Das hat auch wenig mit Attraktivität, Gesundheit, Intelligenz und Reichtum zu tun - als eher mit einem Mangel, die Taten aus Sicht des Opfers zu erkennen oder erkennen zu wollen.
CharliesEngel schrieb:Ihr Weg ist noch lang, sie wird sich noch lange mit dieser unsäglichen Vergangenheit beschäftigen müssen, wenn sie weiterhin kämpfen möchte.
Das kann auch therapeutisch nützlich sein, je nach den Umständen. Auch das Involvieren der Öffentlichkeit kann helfen, in dem Kontext so etwas besser zu verarbeiten. Man kann prima - und sinnlos - über Motive spekulieren. Ich hoffe in solchen Fällen, dass ein Opfer den bestmöglichen Weg findet, mit einer derart traumatisierenden und nicht mehr änderbaren Situation umzugehen.