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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

1.751 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vertrauen, Missbrauch, Häusliche Gewalt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 12:39
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb:Wie beschissen werden die sich jetzt alle fühlen?
Warum erst jetzt?

War es vorher lustig? Wo wir wieder bei meiner Doppelmoral vom Anfang wären. :'D


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 12:45
Ich denke die Erziehung der Kinder muss im Fokus stehen, die Gesellschaft (Eltern, Schule, Medien, Freunde) erzieht Jungen über Sanktionen dazu, emotionale Verletzlichkeit abzulegen. Wut bleibt oft das einzige sozial akzeptierte Ventil. Diese wird dann zur Durchsetzung von Dominanz genutzt.
Dadurch verinnerlicht diese Generation wieder das patriarchale Machtgefüge und wird es später so weitergeben.

Um das zu durchbrechen muss man Jungen erlauben, alle Gefühle zu zeigen. Erwachsene sollten Jungen trösten, wenn sie traurig sind oder Angst haben, anstatt von ihnen Mut oder Härte zu verlangen. Auch Sätze wie "Jungs weinen nicht" oder Schimpfwörter über Mädchen müssen verschwinden. Jungen sollten mit jedem Spielzeug spielen und im Haushalt mithelfen dürfen. Besonders Väter sind hier wichtige Vorbilder. Wenn Väter im Haushalt helfen und offen über Gefühle sprechen, lernen Jungen, dass Stärke nichts mit Macht oder Gewalt zu tun hat. Am wichtigsten ist, dass Erwachsene Jungen für Mitgefühl loben und wildes oder aggressives Verhalten nicht einfach als normal abtun.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 13:03
Zitat von InterestedInterested schrieb:War es vorher lustig?
Ich kenn die Serie selbst nicht, aber sie kam ja anscheinend gut an.

Was sagte Herr Ulmen 2020 über die Serie:
...
Bisweilen hat sich die „Jerks“-Kritik darauf gerichtet, dass man dem Sexismus oder Rassismus der Hauptcharaktere keinen Raum geben sollte. Die Serie, so Ulmen, lade zu dieser Kritik ein. „Ich finde, ,Jerks’ ist die anti-rassistischste und anti-sexistischste Serie im weltweiten Fernsehen, der Bezugsrahmen ist klar.“ Aber das sei nur seine Sicht auf diese charmante, kleine Serie aus Potsdam.
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/medien/warum-peinlich-so-beliebt-ist-4218337.html

Und Herr Fahri tut 2021 kund:
Die vierte Staffel hat auch wieder einige unangenehme Momente zu bieten. Fahri, du erzählst in der Serie unter anderem, dass du gerne in Phelines Gesicht ejakulierst, obwohl das eigentlich niemand hören will. Woher kommt diese Direktheit?

Fahri: Es geht da um den Wurm, der ich nun mal bin. Eigentlich bin ich nicht mal das. Ich glaube, der Versuch, dieser starken Frau in so einer Demütigungsgeste das Gesicht zuzukleistern, ist der klägliche Versuch, sich selbst größer zu machen, als ich bin. Es ist eine Illusion von Macht. Aber Christian, du kennst mich da besser…
Quelle: https://www.watson.de/unterhaltung/interview/493212505-jerks-stars-klaeren-unangenehme-szene-auf-ins-gesicht-ejakulierst

Vielleicht haben in der Serie ja viele nur sich selbst gespielt?


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17.05.2026 um 13:13
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Um das zu durchbrechen muss man Jungen erlauben, alle Gefühle zu zeigen. Erwachsene sollten Jungen trösten, wenn sie traurig sind oder Angst haben, anstatt von ihnen Mut oder Härte zu verlangen. Auch Sätze wie "Jungs weinen nicht" oder Schimpfwörter über Mädchen müssen verschwinden. Jungen sollten mit jedem Spielzeug spielen und im Haushalt mithelfen dürfen. Besonders Väter sind hier wichtige Vorbilder. Wenn Väter im Haushalt helfen und offen über Gefühle sprechen, lernen Jungen, dass Stärke nichts mit Macht oder Gewalt zu tun hat. Am wichtigsten ist, dass Erwachsene Jungen für Mitgefühl loben und wildes oder aggressives Verhalten nicht einfach als normal abtun.
ja, war hier schon in anderen threads Thema, ABER da entstehen natürlich entsprechende Gegenbewegungen, Stichwort Manosphere......eben weil sich die Gesellschaft, die Anforderungen und Erwartungen, das Männlichkeitbild ändert sehen offenbar manche Männer sich bemüßigt alles zu tun, um toxische Männlichkeit, beschissenes Geschlechterrollenverständnis, Frauenfeindlichkeit usw. zu pflegen, zu untermauern, zu verbreiten


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 13:34
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:ja, war hier schon in anderen threads Thema, ABER da entstehen natürlich entsprechende Gegenbewegungen, Stichwort Manosphere......eben weil sich die Gesellschaft, die Anforderungen und Erwartungen, das Männlichkeitbild ändert sehen offenbar manche Männer sich bemüßigt alles zu tun, um toxische Männlichkeit, beschissenes Geschlechterrollenverständnis, Frauenfeindlichkeit usw. zu pflegen, zu untermauern, zu verbreiten
Grundsätzlich betrifft die Erziehung, wo wie sie kritisiert wird, sowohl Jungen als auch Mädchen, wobei beide Geschlechter mit Macht in eine Rolle gedrückt werden.
Bei Jungs st die Erziehung oft durch das alte Muster erfolgt. Die Manosphäre mMn. ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen und psychologischer Bedürfnisse. Ein Hauptgrund für ihre Entstehung dürfte die gefühlte Statusbedrohung von Männern sein.
Durch die zunehmende Gleichberechtigung der Frauen und dem Wandel traditioneller Rollenbilder bricht bei vielen jungen Männern das erlernte patriarchaische Fundament weg. Sie erleben dadurch eine tiefe Orientierungslosigkeit und wissen nicht mehr, wie eine zeitgemäße männliche Identität aussieht. Die Manosphäre füllt dieses Vakuum, indem sie die Rückkehr zu Dominanz und alter Stärke predigt.
Ein weiterer Grund könnte die persönliche Frustration sein, insbesondere beim Dating. Manche erleben Ablehnung und Einsamkeit. Aber anstatt die Gründe bei sich selbst zu suchen, projizieren sie ihre Enttäuschung auf Frauen und den Feminismus, den sie für ihr Unglück verantwortlich machen.
Das ist Verführungskraft von "Selbstoptimierungsprogrammen" "Alpha-Männer" versprechen ihren Anhängern, dass sie durch Fitness, finanziellen Erfolg und manipulatives Verhalten die Kontrolle zurückerlangen können. Soziale Medien befeurn das. Algorithmen von Plattformen belohnen extreme, emotionale Inhalte. Dadurch können Jugendliche in eine Art digitaler Blase geraten, die Frauenhass und die Opferrolle des Mannes als die "einzige Wahrheit" verkauft. Am Ende scheint für viele Frustrierte die Manosphäre der Ausweg in einer komplexen Welt.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 15:19
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Grundsätzlich betrifft die Erziehung, wo wie sie kritisiert wird, sowohl Jungen als auch Mädchen, wobei beide Geschlechter mit Macht in eine Rolle gedrückt werden.
Bei Jungs st die Erziehung oft durch das alte Muster erfolgt. Die Manosphäre mMn. ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis tiefgreifender gesellschaftlicher Veränderungen und psychologischer Bedürfnisse. Ein Hauptgrund für ihre Entstehung dürfte die gefühlte Statusbedrohung von Männern sein.
Durch die zunehmende Gleichberechtigung der Frauen und dem Wandel traditioneller Rollenbilder bricht bei vielen jungen Männern das erlernte patriarchaische Fundament weg. Sie erleben dadurch eine tiefe Orientierungslosigkeit und wissen nicht mehr, wie eine zeitgemäße männliche Identität aussieht. Die Manosphäre füllt dieses Vakuum, indem sie die Rückkehr zu Dominanz und alter Stärke predigt.
Ein weiterer Grund könnte die persönliche Frustration sein, insbesondere beim Dating. Manche erleben Ablehnung und Einsamkeit. Aber anstatt die Gründe bei sich selbst zu suchen, projizieren sie ihre Enttäuschung auf Frauen und den Feminismus, den sie für ihr Unglück verantwortlich machen.
Das ist Verführungskraft von "Selbstoptimierungsprogrammen" "Alpha-Männer" versprechen ihren Anhängern, dass sie durch Fitness, finanziellen Erfolg und manipulatives Verhalten die Kontrolle zurückerlangen können. Soziale Medien befeurn das. Algorithmen von Plattformen belohnen extreme, emotionale Inhalte. Dadurch können Jugendliche in eine Art digitaler Blase geraten, die Frauenhass und die Opferrolle des Mannes als die "einzige Wahrheit" verkauft. Am Ende scheint für viele Frustrierte die Manosphäre der Ausweg in einer komplexen Welt.
ich weiß. Das bete ich hier seit Jahren rauf und runter und der ein oder anderen Form


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 16:39
Dieses Gewäsch um "toxische Männlichkeit" nervt so ohne Ende. Ich habe in meinem Leben zu genüge auch toxische Weiblichkeit erlebt. Eine Vielzahl psychisch kranker Frauen, insbesondere Narzissstinnen. Alkoholikerinnen, Frauen die - bewiesenermaßen zu Unrecht und letztlich polizeilich und gerichtlich festgestellt - Männern den Missbrauch ihrer Kinder anlasten wollten. Scheißegal, welchen Geschlechts Du angehörst: bist Du ein Arschloch (in welcher Hinsicht auch immer), verdienst Du kein Erbarmen und keinen Täterschutz! Und da gebe ich auch einen Scheiß um unsere heutige Gesellschaft, diese chronisch empörte Gesellschaft!

Das Wichtigste lässt sich auf einen Nenner herunterbrechen: Sigma! Selbstbewusstsein, Resilienz, auch Alleinesein ertragen können. Egal ob es eine Tochter oder ein Sohn ist. Als Vater sollte man ihnen beibringen, selbständig zu sein, sich und Familie verteidigen zu können, ihnen Bildung, Leben mit der Natur, Gerechtigkeitsempfinden und Mitgefühl (ohne zum Weichei zu verkommen) vermitteln. Nicht das Protzen. nicht das Schwätzen sondern Handeln (insbesondere für das eigene Fortkommen)! Nicht um Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts buhlen, wenn es das nicht wert ist (und das ist es heutzutage meist nicht). Das fehlt vor Allem den meisten jungen Männern heutzutage.

Charles Bukowski hat das mal ganz hervorragend in einem Gedicht niedergeschrieben:

Youtube: Charles Bukowski "Their finest art"
Charles Bukowski "Their finest art"
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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 17:10
Zitat von LazarosLazaros schrieb:Dieses Gewäsch um "toxische Männlichkeit" nervt so ohne Ende. Ich habe in meinem Leben zu genüge auch toxische Weiblichkeit erlebt. Eine Vielzahl psychisch kranker Frauen, insbesondere Narzissstinnen. Alkoholikerinnen, Frauen die - bewiesenermaßen zu Unrecht und letztlich polizeilich und gerichtlich festgestellt - Männern den Missbrauch ihrer Kinder anlasten wollten. Scheißegal, welchen Geschlechts Du angehörst: bist Du ein Arschloch (in welcher Hinsicht auch immer), verdienst Du kein Erbarmen und keinen Täterschutz! Und da gebe ich auch einen Scheiß um unsere heutige Gesellschaft, diese chronisch empörte Gesellschaft!

Das Wichtigste lässt sich auf einen Nenner herunterbrechen: Sigma! Selbstbewusstsein, Resilienz, auch Alleinesein ertragen können. Egal ob es eine Tochter oder ein Sohn ist. Als Vater sollte man ihnen beibringen, selbständig zu sein, sich und Familie verteidigen zu können, ihnen Bildung, Leben mit der Natur, Gerechtigkeitsempfinden und Mitgefühl (ohne zum Weichei zu verkommen) vermitteln. Nicht das Protzen. nicht das Schwätzen sondern Handeln (insbesondere für das eigene Fortkommen)! Nicht um Aufmerksamkeit des anderen Geschlechts buhlen, wenn es das nicht wert ist (und das ist es heutzutage meist nicht). Das fehlt vor Allem den meisten jungen Männern heutzutage.
Der Begriff "toxische Männlichkeit" meint nicht, dass Männer per se toxisch sind. Er beschreibt gesellschaftliche Rollenbilder, die Männern selbst schaden wie das Verbot, Schwäche oder Trauer zu zeigen. Wenn Männer Schmerz in Alkohol oder Gewalt ertränken, anstatt sich Hilfe zu suchen, ist das das Ergebnis dieses erlernten Musters. Es geht also im Diskurs um den Schutz der psychischen Gesundheit.

Niemand bestreitet, dass Frauen destruktiv, psychisch krank oder kriminell sein können. Das eine hebt das andere jedoch nicht auf. Zudem beschreibt die Wissenschaft "toxische Weiblichkeit" nich so wie Du sondern als extreme, schädliche Anpassung an traditionelle Frauenrollen (z. B. totale Aufopferung bis zum Burnout oder passive Aggression durch Lästereien). Und: kriminelles Verhalten ist einfach kriminell – egal welches Geschlecht es ausübt. Ein "Arschloch" bleibt ein Arschloch, aber das lenkt doch hier vom eigenlichen Problem ab.

Der "Sigma-Mann" ist ein modernes Internet-Phänomen, das besonders in der Manosphere verbreitet wird. Es beschreibt das Idealbild eines erfolgreichen, extrem unabhängigen und introvertierten Einzelgängers. Im Gegensatz zum dominanten "Alpha-Mann", der ein Rudel anführen und im Mittelpunkt stehen will, bricht der Sigma-Mann laut Theorie aus sozialen Hierarchien aus. Er geht seinen eigenen Weg, ist finanziell sowie emotional autark und schert sich nicht um gesellschaftliche Anerkennung.

Die gesamte sozio-sexuelle Hierarchie (Alpha, Beta, Sigma etc.) basiert auf einer längst widerlegten Wolfsforschung der 1970er Jahre. Wölfe in freier Wildbahn bilden keine starren Alpha-Strukturen, sondern leben in familiären Kooperationen. Die Übertragung auf die hochkomplexe menschliche Psyche entbehrt jeglicher biologischer oder psychologischer Fakten.

Geprägt wurde der Begriff 2010 von Theodore Robert Beale ("Vox Day"), einem rechtsextremen, antifeministischen und rassistischen US-Blogger. Bei ihm waren Sigmas explizit Männer, die Frauen verachten. Auch wenn der Begriff heute oft harmlos als Jugendwort für "cool" oder "unabhängig" genutzt wird, transportiert er in seinen Wurzeln tiefen Frauenhass. Kritiker und Psychologen warnen, dass das Sigma-Ideal als psychologischer Schutzmechanismus dient. Junge Männer, die unter Einsamkeit, sozialer Phobie oder mangelnden Dating-Erfolgen leiden, reden sich damit ein, ihre Isolation sei ein bewusster, cooler Erfolg. Anstatt soziale Kompetenzen zu trainieren, kapseln sie sich weiter ab.

Es ist ironisch, dass du ausgerechnet Bukowskis Gedicht anführst. Bukowski warnt darin vor der blinden, hasserfüllten Masse, die voller Missgunst auf das Individuum blickt. Wenn du aber im selben Atemzug pauschal gegen "heutige junge Männer", "Frauen heutzutage" oder eine "chronisch empörte Gesellschaft" wetterst, betreibst du genau das, was Bukowski kritisiert: Du projizierst kollektiven Groll auf eine vermeintlich feindliche Außenwelt.
Dabei unterscheidet sich das, was du am Ende forderst, gar nicht so sehr von moderner Erziehung. Resilienz, Selbstständigkeit, Mitgefühl, Bildung und Naturverbundenheit sind großartige Werte. Kein Erziehungswissenschaftler will Kinder zu Weicheiern machen.
Der Unterschied liegt im Fundament: Das Internet-Konzept des "Sigma-Mannes" romantisiert Isolation und emotionale Kälte als vermeintliche Stärke. Bukowski selbst war kein cooler, autarker "Sigma", sondern ein tief verletzter, zeitlebens von Bindungsängsten und Sucht geplagter Mann, dessen Isolation kein Lifestyle, sondern ein Schutzmechanismus war.

Man kann also sagen: Begriffe wie 'toxischer Männlichkeit' wollen Vätern und Söhnen nichts wegnehmen, sondern ihnen nur erlauben, neben aller nötigen Stärke auch einfach mal Mensch zu sein.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 18:46
@JosephConrad


Zu Bukowski:

Du hast Bukowskis Gedicht nicht wirklich verstanden. Er warnt vor der durchschnittlichen Masse. Und den Groll, den jemand auf sich zieht, wenn er anders ist und seinen "solitären" Weg geht. Alleinesein bedeutet nicht grundsätzlich Einsamkeit. Ja, Bukowski hat durchaus gelitten, hat vor seinem Durchbruch jeden "Scheiß-Job" gemacht und spät eine kleine Familie gehabt.

Das kann ich aus meiner Sicht durchaus bestätigen. Mit Mitte 50 muss ich mich nicht von einer Partnerin oder anderen Menschen in meinem privaten Umfeld nach ihrem Sinn verbiegen lassen (was einen Unterschied zu gegenseitigem Respekt und alltäglichen Kompromissen darstellt), denn ich versuche auch nicht, jemanden zu verbiegen. Dann bin ich eben weg und bin lieber der einsame Wolf.

Toxische Männlichkeit:

Es ist sehr befremdlich, dass Du hier davon sprichst, die moderne Erziehung würde Resilienz, Selbständigkeit, Mitgefühl, Bildung und Naturverbundenheit fordern. Nun, ich erlebe als Gen X, dass heutige junge Männer als auch junge Frauen ohne Betreuung gar nicht mehr durchs Leben kommen könnten. Das Bildungssystem wird immer schlechter, es ist sogar ein messbarer Intelligenzverfall in den letzten beiden Jahrzehnten zu verzeichnen (was nicht automatisch heißt, dass alle jungen Leute ein Intelligenzdefizit haben). Auch soziale Phobien und psychische Krankheitsbilder nahmen in den letzten beiden Jahrzehnten ganz erheblich zu. Und solche (sagen wir) " erheblichen Fehlentwicklungen" wie "Original Play" haben wohl kaum etwas mit Erziehung zu selbstbewussten, starken, gesunden Menschen zu tun.

Wenn ich mir dann die Schlagworte zum "Sigma" anschaue, kann ich hieran einige Aspekte als nicht so falsch empfinden. Ganz gleich, wer den Begriff zuerst verwendete, hat er sich bereits in der Popkultur verbreitet.
Autonomie: Er strebt nach unbedingter Unabhängigkeit und Freiheit.

Introvertiertheit: Er ist gern allein, wirkt oft mysteriös, verschlossen und zieht soziale Distanz vor.

Fokus auf Erfolg: Das sogenannte „Sigma-Male-Grindset“ beschreibt den extremen Fokus auf persönliche Ziele (Karriere, Sport, Finanzen), bei dem alles andere ausgeblendet wird.

Selbstgenügsamkeit: Er definiert seinen Wert nicht durch Statussymbole oder die Aufmerksamkeit anderer Menschen
Kommen trotzdem noch soziale Kompetenz und Verantwortung (insbesondere für die Familie, Freunde, Kollegen) und einige andere Elemente hinzu, kann ich nur sagen: alles richtig gemacht!

Das ist der Typus, der in der weiblichen Gen-Codierung als Partner gesucht wird. Aber solch ein Typus braucht nicht zwangsläufig eine partnerschaftliche Bindung. Ein Vorteil und es wirkt weiterer Überbevölkerung entgegen. Immer mehr junge Frauen wollen zudem heute keine Kinder oder höchstens eins. Und ein erfolgreicher, selbstbewusster Mann wird immer auch für sein Kind Sorge tragen wollen. Passt dann also schon.


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17.05.2026 um 19:22
Zitat von LazarosLazaros schrieb:Das ist der Typus, der in der weiblichen Gen-Codierung als Partner gesucht wird.
Und das soll in den weiblichen Genen stecken? ???

Wohl kaum.


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17.05.2026 um 19:31
@Lazaros

Dass du dich mit Mitte 50 in deinem privaten Umfeld nicht verbiegen lassen willst, ist völlig o.k: emotionale Autonomie und das Setzen von Grenzen. Genau darin liegt mMn. auch der Kern von Bukowskis Gedicht: Es ist eine Hymne auf die künstlerische und persönliche Freiheit, auf das selbstbestimmte Alleinsein. Bukowski warnt vor der Missgunst der Masse, aber er feiert nicht die Verbitterung. Und genau da liegt mMn. der Unterschied zum "einsamen Wolf" oder dem Internet-"Sigma": Ein wirklich autonomer Mensch ruht einfach in sich selbst. Er braucht keine Feindbilder. Er muss nicht mit Groll auf eine vermeintlich minderwertige Jugend oder das andere Geschlecht blicken, um seinen eigenen Wert zu spüren. Bei dir klingt das gewählte Alleinsein eher wie ein Schutzpanzer gegen eine Welt, die dir zu "empört" geworden ist.
Es ist verständlich, dass du die positiven Eigenschaften (Unabhängigkeit, Selbstgenügsamkeit) des Begriffs ansprechend findest. Aber wenn du selbst sagst, dass "soziale Kompetenz und Verantwortung für Familie und Freunde" dazukommen müssen, dann beschreibst du keinen "Sigma-Mann" mehr. Der "Sigma" der Online-Foren basiert auf dem völligen Ausblenden des Umfelds für den eigenen, egoistischen Erfolg. Wenn du Empathie und Verantwortung hinzufügst, beschreibst du schlicht einen ganz normalen, reifen und introvertierten Mann. Das wird dort nicht gemacht.
Warum also an einem pseudowissenschaftlichen Begriff festhalten, dessen Erfinder damit explizit Frauenhass transportieren wollte?

Auch deine evolutionsbiologische These von der "weiblichen Gen-Codierung" greift mMn. zu kurz. Menschen haben als extrem kooperative Spezies überlebt. Evolutionär gesehen also als Partner, die bindungsfähig, kommunikativ und gemeinschaftsorientiert sind, nicht der unnahbare Einzelgänger.

Dass Diagnosen von psychischen Krankheiten heute bei Jugendlichen zunehmen, liegt mMn. nicht an einer "Verweichlichung" durch moderne Erziehung. Es liegt daran, dass psychische Probleme heute viel mehr enttabuisiert sind. Junge Menschen holen sich heute Hilfe, anstatt, wie es in früheren Generationen oft üblich war, Depressionen und Überforderung in Alkohol, Härte oder familiäre Gewalt zu flüchten. Zu erkennen, wann man Hilfe braucht, ist kein mMn. Zeichen von Schwäche, sondern von echter Resilienz.

Der Fall Fernandes zeigt mMn., warum diese Diskussion kein theoretisches Geschwätz ist: Ulmen galt immer als der reflektierte, moderne Intellektuelle also das exakte Gegenteil eines dumpfen Proll-Alphas. Und nun stehen schwere Vorwürfe von digitaler Gewalt, Identitätsdiebstahl und patriarchalem Besitzdenken im Raum. Das Erschreckende daran ist doch der tiefere Blick auf "Jerks". Dort spielt Ulmen eine fiktive Version seiner selbst, die mit männlichen Abgründen, Lügen und Frauenfeindlichkeit kokettiert. Das Publikum denkt vielleicht, das ist genialer, ironischer Meta-Humor eines aufgeklärten Mannes. Aber es zeigt sich, dass hinter der Maske des vermeintlich harmlosen, reflektierten Intellektuellen genau die gennanten destruktiven Dynamiken lauern.

Das beweist mMn. zwei Dinge: Erstens, dass diese zerstörerischen Macht- und Kontrollmechanismen gegenüber Frauen bittere Realität sind. Und zweitens, dass Schubladen wie "Alpha" oder "Sigma" letztendlich nicht weiterhelfen. Ein Mann kann nach außen hin autark, erfolgreich und "cool isoliert" wirken und doch im Kern nie gelernt haben, Empathie zu leben und seine eigenen Abgründe zu reflektieren, so dass sich dieses patriarchale Besitzdenken irgendwann eine zerstörerisch Bahn brechen kann. Moderne Erziehung will Jungen genau das ermöglichen: Stark zu sein, ohne ihre emotionale Gesundheit zu opfern.


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17.05.2026 um 19:38
Zitat von LazarosLazaros schrieb:Dieses Gewäsch um "toxische Männlichkeit" nervt so ohne Ende.
ja, muss nerven, wenn man einer von denen ist, der ihr offensichtlich frönt


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 19:38
Zitat von LazarosLazaros schrieb:Das ist der Typus, der in der weiblichen Gen-Codierung als Partner gesucht wird. Aber solch ein Typus braucht nicht zwangsläufig eine partnerschaftliche Bindung.
Immerhin gilt das nicht für CU, was in dieser Dystopie für ihn spricht.


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Vorwürfe gegen Christian Ulmen - Der Fall Collien Fernandes

17.05.2026 um 20:14
Zitat von AniaraAniara schrieb:Was gibt es denn neues zu dem Fall?
Das Magazin aspekte vom 15.05.26:
"Hass und Drohungen schlagen nicht etwa den männlichen Tätern, sondern den Frauen entgegen, die über sexualisierte Gewalt sprechen. Salwa Houmsi fragt: Wann wechselt die Scham die Seite?"
Quelle: https://www.zdf.de/reportagen/aspekte-106

Neben dem Fall CF/CU wird u. a. auch der Fall der Daniela Magnani Hüller vorgestellt, die den Femizid-Versuch eines Mitschülers überlebte. Sie drehte eine Doku darüber, die Anfang Mai Premiere hatte (Trailer unter u. g. Link):
"Was an Empfindsamkeit bleibt" sei eine persönliche Perspektive auf ein Phänomen, das sonst nur von außen betrachtet wird. [Ihre Doku…] "soll alle dazu anregen, ins Gespräch zu kommen und genauer hinzuschauen."
Quelle: https://www.sueddeutsche.de/bayern/filme-frauenmordversuch-ueberlebt-was-an-empfindsamkeit-bleibt-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-260508-930-50637

Dem Messerangriff ging Psychoterror voraus, z. B. im Unterricht und als Drohnachrichten in Social Media.
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Zitat von InterestedInterested schrieb:Wo wir wieder bei meiner Doppelmoral vom Anfang wären.
Es ist ein Unterschied, ob etwas fiktiv ist oder auf wahren Ereignissen basiert. Z. B. hätte sich CF in der neuen Serie (Aupair) wiedererkannt und wäre nochmals verletzt worden. (Sie äußert sich u. a. dazu in aspekte.)
Ich könnte mir vorstellen, dass manche Schauspieler mit Gastrollen auch nicht die ganze Serie kennen. Sie müssen ja nur ihren Part beherrschen.
So verstehe ich auch den
Zitat von watnuwatnu schrieb:Comedian Maxi Gstettenbauer (u. a. über seine Rolle in jerks):
Wegen der guten Kritiken habe ich früher auch mal kurz in jerks reingeschaut, konnte aber damit nichts anfangen, weil ich es plump und deshalb langweilig fand. Trotzdem hätte ich wohl nie damit gerechnet, dass Szenen, die inzwischen wegen der Parallelen zum Fall CF/CU beschrieben wurden, zumindest einen wahren Kern haben könnten.
Ich habe (wie wohl viele andere auch) CU die Rolle, die er im wahren Leben gespielt hat, abgenommen.
Es gibt ja z. B. auch psychopathische Killer, die ein sauberes Image haben.

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Zitat von KältezeitKältezeit schrieb:Das sind super Statements!
Das finde ich auch, weil sie nicht aufgesetzt wirken (oder wie von einer KI generiert). Deshalb verlinke ich sie gleich nochmal ;)
Beitrag von watnu (Seite 78)


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