@JosephConradUnd genau da liegt mMn. der Unterschied zum "einsamen Wolf" oder dem Internet-"Sigma": Ein wirklich autonomer Mensch ruht einfach in sich selbst. Er braucht keine Feindbilder. Er muss nicht mit Groll auf eine vermeintlich minderwertige Jugend oder das andere Geschlecht blicken, um seinen eigenen Wert zu spüren. Bei dir klingt das gewählte Alleinsein eher wie ein Schutzpanzer gegen eine Welt, die dir zu "empört" geworden ist.
Es ist verständlich, dass du die positiven Eigenschaften (Unabhängigkeit, Selbstgenügsamkeit) des Begriffs ansprechend findest. Aber wenn du selbst sagst, dass "soziale Kompetenz und Verantwortung für Familie und Freunde" dazukommen müssen, dann beschreibst du keinen "Sigma-Mann" mehr. Der "Sigma" der Online-Foren basiert auf dem völligen Ausblenden des Umfelds für den eigenen, egoistischen Erfolg. Wenn du Empathie und Verantwortung hinzufügst, beschreibst du schlicht einen ganz normalen, reifen und introvertierten Mann. Das wird dort nicht gemacht.
Warum also an einem pseudowissenschaftlichen Begriff festhalten, dessen Erfinder damit explizit Frauenhass transportieren wollte?
Ob Du es "einsamer Wolf" oder "Sigma" nennst. Zweierlei Begriffe, die ich da gleichsetze. Gut, bin ich eben der "einsame Wolf", reif und introvertiert.
Übrigens ein netter Unterstellungsversuch Deinerseits zwischen den Zeilen. Meine ehemalig Stieftochter ist Gen Alpha, mein Neffe ist Genz Z, viele meiner ehemaligen Arbeitskollegen der letzten Firma sind Gen Z und ich komme mit denen sehr gut klar. Aber sie sind tatsächlich objektiv und beklagen, dass das Bildungssystem in den letzten beiden Jahrzehnten enorm abgewrackt ist. Ebenso beklagen sie, dass viele ihrer Generation nicht mehr zu den hellsten Köpfen gehören und ohne Internet als Wissensquelle quasi überhaupt nicht mehr klarkommen.
Und der umgekehrte Flynn-Effekt sollte Dir eigentlich ein Begriff sein.
Und den Schutzpanzer gegen die empörte Welt... Tja, ich muss nur nicht mehr jeden gesellschaftlichen Scheiß mitmachen. Früher nannte man das: "Jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf treiben". Mein letzter "Beziehungsversuch" ist ein paar Wochen her. Nach zwei Wochen (beim ersten Treffen) erkannte ich psychische Probleme, nach eineinhalb Monaten definitiv ein Problem hinsichtlich Perfektion und Erziehungs- und Kontrollzwang. Da ziehe ich dann in meinem Alter die Reißleine. Solchen Trouble braucht man nicht mehr, wenn man älter und gesettled ist.