Raspelbeere
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Welchen Beruf würdet ihr am liebsten ausüben?
um 14:13Dem kann ich zustimmen. Auch früher die Berufsberatung (nach der man sich zwar nicht richten muss, aber die auf Teenager schon einen Einfluss haben dürfte) - gerade bei Mädchen hat man sich dabei nicht viel darum geschert. Halt was zum arbeiten bis geheiratet wird... Zwischen empfohlenen Beruen und meinem tatsächlichen Beruf liegen Welten, nicht nur bzgl. der Qualifikationsstufe, auch bzgl. der generellen Ausrichtung, obwohl rückblickend die Schulleistungen und Interessen bereits mehr zum jetzigen Beruf (sowie, wenn man einbezieht nach Abschluss der Realschule nicht sofort studieren zu können, meinem selbst ausgesuchten Ausbildungsberuf) als zu empfohlenen hindeuteten.MissMary schrieb:Das auch zum Thema "früher war alles besser".
empfohlen: Bürokauffrau, Versicherungskauffrau
entschieden (Ausbildungsberuf): Fachinformatiker
entschieden (Studium): Physik
Interessen im berufswahlrelevanten Alter: Programmieren, selbstständig Dinge im Bereich Mathematik, Physik, Informatik, Technik lernen, Modellbau, Natur
Charakter/Verhalten im berufswahlrelevanten Alter: zurückhaltend, Schwierigkeiten/Unsicherheit im Umgang mit neuen Menschen, Schwierigkeiten damit Menschen anzusprechen sowie zu telefonieren, allgemein wenig Anschluss finden (später: Test auf Autismus verlief positiv); Praktika in typischen kaufmännischen Berufen die ich durchführen sollte fand ich gleichzeitig langweilig und belastend und ich merkte richtig wie sich Probleme, Missverständnisse häufen. Positiv: sehr zuverlässig und korrekt.
Herkunft: Arbeiterkind. (Beide Eltern haben kein Abitur, mein Vater hat keine Berufsausbildung.)
So war es bei mir (Klassenbeste, erstmal Hauptschule, dann immerhin Übertritt auf die Realschule). Eltern dachten, das reicht, und wenn das Lernen so leicht von der Hand geht, wäre ja das Verkürzen der Ausbildung möglich. Die Zeugnisse und Urkunden wurden zu Hause wohlwollend entgegengenommen, und nach jedem Elternsprechtag ein bestimmter Lehrer als "Spinner", "was er sich einbildet" bezeichnet. Ich kann mir gut vorstellen was dieser Lehrer ihnen beim Elternsprechtag jeweils sagte/empfohlen hat.Rick_Blaine schrieb:Haha, allerdings. In meiner Grundschulklasse war ein Mädel die Zweitbeste der Klasse. Die Eltern waren Arbeiter und der Meinung, auch sie solle einen Beruf anstreben, zu dem Hauptschule reicht. Gymnasium, wohin die Lehrer sie senden wollten, sei Firlefanz.
Meine Erfahrung in meinem Bereich, welche Nachteile gibt es:RayWonders schrieb:wenn ich manchmal Dokus anschaue, dann stelle ich mir vor wie toll das Leben als Wissenschaftler sein kann. aber wahrscheinlich ist der Arbeitsmarkt für diese auch ziemlich umkämpft und man muss um Fördermittel streiten für Projekte..
- Häufige Umzüge, oft international; auch bei sehr guten Abschlüssen findet man nicht einfach etwas "in Deutschland", "in Europa", "in der Wunsch-Stadt". Man bewirbt sich weltweit, bekommt meist ein bis zwei Zusagen. In meinem Fall waren das Zusagen für Stellen an renommierten Unis, aber nunmal keine in Deutschland. (Zum Vergleich, zuvor für Industriestellen: ich habe eine konkrete Wunschstelle meist erhalten).
- Hohe Arbeitszeiten, insbesondere internationale Deadlines berücksichtigen individuelle Situationen nicht, kaum Urlaubs-/Krankheitsvertretung möglich. Problematisch, wenn jemand häufiger wegen Krankheit ausfällt.
- Mit Standards, die man ggf. in Deutschland von Büroberufen her kennt, ist eher nicht zu rechnen (von sowas wie Zuschuss fürs Homeoffice, Nachtzulagen, Ruhezeiten nach Reisen oder dergleichen "kann man da oft nur träumen", insbesondere da die Stellen international sind).
Vorteile:
- wirklich etwas erforschen können (mag ich!)
- keine Probleme damit, "ein bisschen anders" zu sein (siehe oben, Autismusdiagnose; bin ziemlich introvertiert, erkenne Leute nicht gut am Gesicht wieder, kann Leute schwer einschätzen - macht in dem Beruf nichts); die Leute sind auch tendenziell direkt, legen nicht alles auf die Goldwaage, hatte und habe auch nie mit Kollegen Probleme, weder im Beruf nach dem Studium, noch im selbst ausgewählten Ausbildungsberuf
- geistig anregend, man lernt immer wieder etwas Neues (mag ich!)
Auf die Idee könnte man kommen; der Mittelweg ist m.E. besser.Jules20 schrieb:Man müsste wohl eine Nische finden, in der es noch nicht so viele Forscher und Wissenschaftler gibt...
Befindet man sich in einer absoluten Nische, wird man zumindest in der Postdoc-Phase Probleme haben, eine Stelle zu finden, da hierbei zumindest in der Physik sehr spezifisch eingestellt wird. Genau das führt auch dazu, dass man mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Stelle "irgendwo" bekommt: genau dort, wo jemand mit exakt der Qualifikation gesucht wird.
Dem kann ich beipflichten.Rick_Blaine schrieb:Ja, meine Tochter ist derzeit auf diesem Weg zu einer Professur, und genau: der ewige Kampf um Fördergelder und gegen die Unibürokratie sei das Nervigste am Job. Aber forschen macht wirklich viel Spass.
Gratulation! Welcher (grobe) Bereich, wenn es dir nicht zu persönlich ist ihn zu verraten?Rick_Blaine schrieb:Ja, meine Tochter ist derzeit auf diesem Weg zu einer Professur, und genau: der ewige Kampf um Fördergelder und gegen die Unibürokratie sei das Nervigste am Job. Aber forschen macht wirklich viel Spass.



