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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

25 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kriminalität, Anders ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

gestern um 18:02
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Wir hatten in der Verwandtschaft (auch 70er) ein Paar, das erst keine Kinder bekommen konnte, nach Fruchtbarkeitsbehandlung hatten sie dann zwei Kinder innerhalb eines Kalenderjahrs, was sie ziemlich überfordert hat. Damit sie "Paarzeit" haben, sind sie sonntags immer zu zweit gemütlich Frühstücken gewesen, die Kids waren daheim im Kinderzimmer eingeschlossen. Heute wäre das Undenkbar, haben aber früher doch einige Leute so gemacht.
Sowas.
Den Eindruck, dass meine Eltern mit mir überfordert gewesen wären, hätte ich nichtmal (meine Mutter war sogar relativ stark (und das meine ich anerkennend) "Öko-Mama", mit viel selber stricken und nähen, Spielzeug selbermachen, natürlich alles selber kochen, keine Fertigprodukte... also schon Zeit und Energie investiert). Da war man aber wohl noch der Meinung, mit Tragen, Stillen würde ein Baby verwöhnt.
Zitat von stef25stef25 schrieb:Ich merke es immer wieder, wenn ich mit meinem besten Kumpel in die Kneipe gehe.
Mir fällt das "anders als andere" darin auf, dass ich nicht "weggehe".
Sehr wohl verlasse ich das Haus, besuche Museen, Bibliotheken, gehe spazieren und wandern, besuche Menschen,... nur der Typ "gemeinsam genutzte Räumlichkeit zum Treffen in ausgelassener Stimmung mit Alkoholkonsum" sagt mir nicht zu. Also: Bar, Kneipe, Club, Weinfeste, Volksfeste, Stadtfeste... (Die Stadtfeste gerade noch, wenn mit Flohmarkt oder Markt kombiniert, und ich schaue dann zu einer Zeit hinzugehen zu der noch kein oder möglichst wenig "Kneipenatmosphäre" herrscht.)
Wann mir das auffällt:
- Smalltalk-Thema "deine Lieblingsbar, dein Lieblingsclub, deine Lieblingskneipe", oder auch wenn jemand einen ernsthaften Tipp möchte, wo man denn hier gut "weggehen" könne
- wenn eine Aktivität die mich eigentlich interessieren würde an so einen Ort verlegt wird, z.B. ein Verein den ich inhaltlich interessant finde sich (auch) so trifft

(Damit will ich dir das "Anderssein" gar nicht absprechen. Es gibt da sicherlich Abstufungen - z.B. Menschen wie du, die hingehen aber sich auf eine bestimmte Person konzentrieren, oder Menschen wie ich, die diese Einzelperson gar nicht in einer Kneipe (= laut, voll, Alkoholgeruch, ggf. Musik, all die Geräusche von Menschen, Zapfanlagen etc.) treffen würden, sondern zu Hause.)
Zitat von watnuwatnu schrieb:- -
Berichte über Eltern, die im Schwimmbad durch das Smartphone abgelenkt sind, habe ich auch in den letzten Jahren gelesen. Z. T. hatten die Eltern noch nicht einmal bemerkt, dass ihr Kind nicht in ihrer Nähe ist, als es von Dritten aus dem Wasser gezogen wurde.
Zitat von watnuwatnu schrieb:Ich kann mich nicht erinnern, dass früher solche Warnungen nötig waren (wie z. B., dass Eltern beim Lesen oder Klönen nicht ihre Kinder vergessen sollen).
Ich frage mich da, ganz ernsthaft, wie es früher mit der Ablenkung durch z.B. Walkman, Hörbücher, gedruckte Bücher ausgesehen hat.
(Vage Vermutung: Kinder die besser und schneller Schwimmen lernten, sodass direkt Schwimmenlernen beaufsichtigt erfolgt und danach wenig(er) Aufsicht nötig war oder auch gar nicht erfolgte weil die Eltern nicht mehr ins Schwimmbad mitgingen.)
Zitat von watnuwatnu schrieb:Oder andere Berufe, in denen sie Gelegenheit haben, unauffällig mit Kindern in Kontakt zu kommen:
Genau das. Und da bringt es m.E. wenig, isoliert vorm "nicht mit Fremden mitgehen" zu warnen. Sollte man natürlich auch. Nur gibt es viele Situationen, in denen die betreffende Person für ein Kind entweder eine bekannte Person aus dem familiären Umfeld, eine Respektsperson (und da zählen Ärzte auch dazu) ist oder es als tatsächlich Fremder schafft, sich einem Kind gegenüber als weniger fremd darzustellen indem eine "Bekanntschaft über sieben Ecken" vorgetäuscht wird oder auch tatsächlich besteht (Arbeitskollege des Elternteils, Verwandter eines Spielkameraden, ... sein oder vortäuschen) oder vorgetäuscht wird eine Respekts- und Vertrauensperson zu sein (vorgetäuschter Polizist, Sanitäter ggf. noch mit "deine Mutter ist im Krankenhaus").
Vor den "Fremden" hat man mich gewarnt. Ob ich bei einer (vorgetäuschten) Respektsperson ("deine Mutter ist im Krankenhaus") mitgegangen wäre? Wahrscheinlich, gerade wenn's ein bisschen plausibel wirkt. Und auf die Idee, dass bei einer Verabredung mit einem anderen Kind es nicht gut ist, mit z.B. jemandem mitzufahren der sich als zu dem Kind gehörig ausgibt (nach dem Motto: "Ah, du willst zum Alex? Ich bin sein Onkel und fahre gerade den Berg rauf!"), wäre ich wohl auch nicht gekommen - Interpretation: Wenn Mama Spielen mit Alex erlaubt, ist die Alex-Familie okay. Da mag in den allermeisten Fällen nichts passieren, dennoch besser: ablehnen.

Kürzlich hatte ich an einem ehrenamtlichen Projekt teilgenommen bei den man Briefe an die Schüler einer Klasse schreibt damit Schüler Berufe im wissenschaftlichen Umfeld "aus erster Hand" kennenlernen (jeder erwachsene Teilnehmer wird einem Schüler zugeordnet, und hat dann einen themenbezogenen "Brieffreund" für ein Schuljahr; Projekt sieht mir vernünftig aus, Briefe werden auch kontrolliert, Adressen sind nicht einsehbar). M.E. sinnvollerweise wurde darauf hingewiesen, keine Kontaktmöglichkeiten außerhalb des Projekts (auch keine vagen, wie z.B. unter welchem Gamer-Namen man ein bestimmtes Spiel spiele, oder Link zur eigenen (beruflichen) Homepage (welche dann meist eine e-Mail-Adresse enthält)) auszutauschen.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

um 13:33
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Ich frage mich da, ganz ernsthaft, wie es früher mit der Ablenkung durch z.B. Walkman, Hörbücher, gedruckte Bücher ausgesehen hat.
(Vage Vermutung: Kinder die besser und schneller Schwimmen lernten, sodass direkt Schwimmenlernen beaufsichtigt erfolgt und danach wenig(er) Aufsicht nötig war oder auch gar nicht erfolgte weil die Eltern nicht mehr ins Schwimmbad mitgingen.)
Wie man in den verlinkten Quellen nachlesen kann, wird die Ablenkung durch das Sphone bzw. die dadurch bedingte Vernachlässigung der Aufsichtspflicht als eigenständiges Problem genannt, und zwar von Personen, die praktische Erfahrung haben (Bademeister/DLRG/KH-Personal).
Ich sehe daher keinen objektiven Grund, das z. B. gedanklich mit der weiteren Ursache "Nichtschwimmer" zu verknüpfen, auch wenn dadurch das Ertrinkungsrisiko erhöht ist.
Am WE ist u. a. ein 4-jähriges Kind im Nichtschwimmerbecken ertrunken (in Ludwigshafen). Aber auch, wenn ein Kind schon schwimmen kann, heißt das nicht unbedingt, dass man es ab dem Zeitpunkt, ab dem es sich über Wasser halten kann, ganz unbeaufsichtigt lassen kann. Es kommt auch auf das Alter bzw. die Fähigkeit, weitere Gefahren einzuschätzen, an.

Auch im u. g. aktuellen Video appelliert der DLRG-Sprecher u. a. an die Eltern und erinnert an ihre Aufsichtspflicht. Dass Risiko für Nichtschwimmer wird an anderer Stelle genannt.
https://www.bild.de/news/6-menschen-am-wochenende-gestorben-dlrg-warnt-eltern-und-schwimmer-vor-toedlichen-sekunden-6a15a23c3985a21ca1651ec1

Ein weiteres, oft unterschätztes Risiko ist die Gefahr, (etwas verzögert) einen Schwächeanfall oder Kreislaufzusammenbruch zu erleiden, wenn man sich nicht langsam abkühlt.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

um 14:47
Zitat von watnuwatnu schrieb:Wie man in den verlinkten Quellen nachlesen kann, wird die Ablenkung durch das Sphone bzw. die dadurch bedingte Vernachlässigung der Aufsichtspflicht als eigenständiges Problem genannt, und zwar von Personen, die praktische Erfahrung haben (Bademeister/DLRG/KH-Personal).
Ich sehe daher keinen objektiven Grund, das z. B. gedanklich mit der weiteren Ursache "Nichtschwimmer" zu verknüpfen, auch wenn dadurch das Ertrinkungsrisiko erhöht ist.
Die Quellen habe ich gelesen.
Einen objektiven Grund, auch die Beherrschung des Schwimmens mit einzubeziehen, sehe ich sehr wohl: Kann das Kind gut (!) schwimmen, kann man es unbeaufsichtigt lassen - was selbstverständlich (!) nicht bei Vierjährigen möglich ist. Auch ein Seepferdchen-Abzeichen ist nicht mehr als: Ein Einstieg ins Schwimmen.
Zitat von watnuwatnu schrieb:Es kommt auch auf das Alter bzw. die Fähigkeit, weitere Gefahren einzuschätzen, an.
Exakt das. Da gibt es aber immer mehr Kinder, die auch im Grundschulalter, Ende des Grundschulalters.... nicht schwimmen können, obwohl diese Kinder gesund sind (also nicht zu den wenigen gehören, die schlichtweg aus medizinischen Gründen das Schwimmenlernen nicht schaffen).
Und aus genau dem Grund beziehe ich
Ich sehe daher keinen objektiven Grund, das z. B. gedanklich mit der weiteren Ursache "Nichtschwimmer" zu verknüpfen, auch wenn dadurch das Ertrinkungsrisiko erhöht ist.
sogar als sehr wichtig mit ein: Bei einem älteren Kind, in einem Alter und mit einem Entwicklungsstand bei dem sicheres Schwimmen möglich ist, auch eine Gefahreneinschätzung die ein Nutzen von Schwimmbädern (Seen, Flüsse sind nochmals eine ganz (!) andere Sache) soweit möglich ist, scheidet es sich mitunter daran: Was hat das Kind gelernt? Schwimmen? Gefahreneinschätzung gelernt?
Da wird es die Kinder geben, bei denen man mitgehen und penibel beaufsichtigen muss. Und diejenigen, bei denen man gar nicht mit ins Schwimmbad mitgehen müsste, oder mitgeht weil man eben auch gerne schwimmt oder das Kind holen und bringen muss, und es ist okay sich im Freibad mal auf die Liegewiese zurückzuziehen.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

um 15:38
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Einen objektiven Grund, auch die Beherrschung des Schwimmens mit einzubeziehen, sehe ich sehr wohl:
Dass zusätzliche Faktoren das Ertrinkungsrisiko der Kinder erhöhen, ändert nichts daran, dass Bundesverbände die Vernachlässigung der Aufsichtspflicht in den letzten Jahren als eigenständiges Problem ansprechen und insbesondere auf eine ablenkende Beschäftigung (Sphone) hinweisen.
Darin sehe ich einen Unterschied zu früher. Evtl. bist du zu jung, um dich selbst erinnern und vergleichen zu können. Selbstverständlich wurde auch früher vor entsprechenden Gefahren gewarnt. Und selbstverständlich gab es auch früher Eltern, die leichtsinniger waren als andere oder aus anderen Gründen nicht genug Verantwortungsgefühl hatten. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass jedes Jahr in den Nachrichten explizit darauf hingewiesen wurde, dass die Eltern z. B. beim Lesen nicht ihre Kinder vergessen sollen.
Edit: Ich werde mich zu deinen eventuellen weiteren "!" nicht mehr äußern.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

um 17:31
@watnu
Selbstverständlich sehe ich darin ein großes (riesiges) Problem. Ich finde es deshalb äußerst sinnvoll dass du auf die Gefahren, auch jene die nichts mit Unaufmerksamkeit von Eltern zu tun haben (Schwächeanfall) hinweist.
Zitat von watnuwatnu schrieb:Edit: Ich werde mich zu deinen eventuellen weiteren "!" nicht mehr äußern.
Musst du selbstverständlich nicht. Es war von mir alleinig konstruktiv hinweisend gemeint, da ich das Problem auf jeden Fall sehe.
(Auch sämtliche Ausrufzeichen waren konstruktiv und nicht irgendwie anderweitig gemeint, u.a., da ich es als sehr bedenklich ansehe wenn Eltern, aber auch andere Personen, ein Seepferdchenabzeichen massiv überschätzen.)

Auch, erst seit einigen Jahren, zusätzlich zu selbst Kinder unbeachtet lassen wie in der Zoo-Situation, bei Spaziergängen: Kindern während des Wartens, z.B. bei einem Termin, standardmäßig ein Smartphone in die Hand drücken, auf dem meist ein gleichzeitig actionreiches und eintöniges Spiel gespielt wird, in dem z.B. immer wieder schnell auf den Bildschirm gedrückt wird damit ein "Held" irgendwelche Blitze wirft. Einige Jahre zuvor habe ich da eher noch z.B. ein mitgebrachtes Buch oder Spielzeug oder eine leise Unterhaltung gesehen. Nicht unmittelbar so gefährlich wie elterliche Unaufmerksamkeit im Schwimmbad, langfristig aber m.E. mit negativen Folgen.
Zitat von watnuwatnu schrieb:Evtl. bist du zu jung, um dich selbst erinnern und vergleichen zu können.
Das vermute ich nicht, da mir der Unterschied drastisch auffällt. Mein Alter: Mitte 40, und mit guter Erinnerung an vieles aus der Kindheit bis zum 2. Lebensjahr zurück, Fotos sind auch noch vorhanden. Der Unterschied zwischen eigenem Aufwachsen (und dem damaliger Spielkameraden, Mitschüler) und dem vieler heutiger Kinder ist ganz deutlich. Schon darin: Handys waren nicht präsent - so eines bekam man, falls es einen Anlass gegeben hat, von unterwegs anzurufen, und es war auch nur dafür gedacht (abgesehen davon: die viel geringere Funktionalität). Eltern hatten damals meist noch gar keines, außer es war beruflich nötig - meine Eltern, "einfache Arbeiter", hatten keines. Und dass man während des Aufpassens auf Kinder gelesen hätte: Nein. Da hat man aufgepasst, und musste das auch oft auf mehrere, z.B. Geschwister oder ein anderes Kind dabei.
Und aber auch: Im Grundschulalter schwimmen zu können war normal (heutzutage können laut Studien bereits viele Viertklässler nicht schwimmen), was mir insbesondere damals auffiel, da ich aufgrund einer Behinderung der einzige Nichtschwimmer meiner Klasse war.
(Der Vollständigkeit halber: Schwimmenlernen habe ich mehrfach, u.a. mit Unterstützung von Physiotherapeuten, versucht. Da es mir nicht möglich ist mich sicher schwimmend zu bewegen, handle ich entsprechend: Ich setze mich keine Situationen aus, in denen Schwimmen generell oder im Notfall nötig ist. Beim kniehohen Thermen-Becken ist Schluss. Situationen wie alkoholisiert irgendwo herumlaufen (Stichwort: in Gewässer fallen) entsprechen nicht meinen Aktivitäten.)


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