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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

72 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kriminalität, Anders ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

05.06.2026 um 13:28
Zitat von soomasooma schrieb: Smartphones Einflüsse hat, kann ich nur vermuten.
Ich meinte schon die nächste "Stufe"/Generation. Dazu Karin Prien, Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend:
Zitat von watnuwatnu schrieb am 01.06.2026:
Das hat dramatische Auswirkungen auf Kinder. Sie können sich nicht gesund entwickeln, wenn sie von den Eltern keinen Augenkontakt und keine mimischen Antworten mehr bekommen.» Vielen Eltern sei das vielleicht gar nicht bewusst. Deshalb müsse man darüber reden.
Quelle:
https://www.news4teachers.de/2025/06/bildung-und-erziehung-fangen-in-der-familie-an-das-werde-zu-oft-vergessen-prien-nimmt-eltern-in-die-pflicht/
Das ist schon erforscht (siehe u. g. weiteren Artikel). In der Quelle wird auch bestätigt, was hier über mehrere Posts nicht ankam: Dass es sich um ein
Zitat von watnuwatnu schrieb am 27.05.2026:eigenständiges Problem
handelt. Auch Konsequenzen werden beschrieben. "Suchtähnlich" würde ich ausklammern, denn die Eltern/Kinder, empfinden ihre eigene Nutzung wohl als normal. Wie geschrieben, fehlt jüngeren Generationen mangels eigenem, bewussten Erleben der Vergleich (vor SPhones und dergleichen gab es schon portable Geräte wie Game Boys usw.).
Die m. E. negative Entwicklung ist nach diesen Infos weiter fortgeschritten, als ich es vermutet habe.
Allgemein: Temporäre Beobachtungen im eigenen Umfeld können täuschen. (Groß-)eltern u. a. Erziehungsberechtigten o. Bezugspersonen würde ich daher empfehlen, die kompletten Artikel zu lesen.
Dass Kinder eine Zeit lang unbeobachtet bleiben, wäre auch vor 20 oder 30 Jahren vorgekommen. Aber nicht in dieser Häufung. Der Sprecher: „Früher waren es Zeitschriften – mit dem Unterschied, dass diese nicht so absorbierend wirkten. Heute sind Eltern oft minutenlang völlig auf die Screens fixiert und bekommen gar nicht mehr mit, was um sie herum geschieht.“

Die Konsequenzen gehen über körperliche Sicherheit hinaus. Wenn Eltern bei der Interaktion mit ihren Kindern regelmäßig unterbrochen werden – oder sie schlicht nicht mehr wahrnehmen –, verlieren Kinder nicht nur ein Gefühl der Geborgenheit. Sie lernen auch weniger. Die Sprachentwicklung verzögert sich, die emotionale Regulation leidet, die Konzentrationsfähigkeit sinkt. Und nicht zuletzt: Die Kinder übernehmen das Verhalten.
Quelle: https://www.news4teachers.de/2025/05/greift-die-debatte-um-handy-verbote-in-schulen-zu-kurz-technoferenz-wenn-eltern-praesent-sind-aber-nicht-wirklich/
Alarmierende Folgen lt. einer internationalen Meta-Studie.
Die Forschung hat einen Namen für dieses Verhalten: Technoferenz. Der Begriff beschreibt die Störung der zwischenmenschlichen Interaktion durch digitale Geräte. Und die Folgen sind alarmierend. Eine internationale Meta-Studie der University of Wollongong in Australien analysierte Daten aus zehn Ländern mit fast 15.000 Eltern-Kind-Paaren. Das Ergebnis: Kinder, deren Eltern häufig auf das Smartphone schauen, zeigen häufiger kognitive Verzögerungen, emotionale Auffälligkeiten und ein schwächeres Sozialverhalten, wie die „tagesschau“ berichtet.

„Die Eltern sind zwar körperlich anwesend, aber emotional abwesend“, beschreibt die Medienpädagogin Prof. Paula Bleckmann von der Alanus Hochschule in dem Beitrag die zentrale Problematik. Für Kinder, insbesondere im Alter bis fünf Jahre, ist das fatal. Gerade in den ersten Lebensjahren basiert die Entwicklung des Gehirns maßgeblich auf emotionaler Bindung, Sprache und Interaktion.

Und das betrifft nicht nur das Krabbelalter. Eine kanadische Studie unter Leitung von Prof. Sheri Madigan (University of Calgary), veröffentlicht im Fachjournal JAMA Network Open, belegt: Auch bei Kindern zwischen 9 und 11 Jahren kann die elterliche Smartphone-Nutzung die psychische Gesundheit beeinträchtigen. Symptome wie Angst, Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit treten gehäuft auf. Während der Pubertät ist Technoferenz mit „höheren Konflikten zwischen Eltern und Kind und weniger emotionaler Unterstützung und Wärme der Eltern“ verbunden, stellte Madigans Team fest.
Quelle: ebda
Zitat von soomasooma schrieb:Ich sehe da ein allgemeines, gesellschaftliches Prolem.
Ja. Das meinte ich auch mit "Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander".
- - - -
EDIT zum Thread-Titel: Wie "anders" man ist, hängt auch von der eigenen Generation ab.


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05.06.2026 um 13:47
@watnu
Ich kann dir nur beipflichten. Auch ich empfinde die Entwicklung äußerst bedenklich. (Klingt evl. "dahingesagt", aber es ist so.)

Insbesondere dieser Abschnitt:
Die Konsequenzen gehen über körperliche Sicherheit hinaus. Wenn Eltern bei der Interaktion mit ihren Kindern regelmäßig unterbrochen werden – oder sie schlicht nicht mehr wahrnehmen –, verlieren Kinder nicht nur ein Gefühl der Geborgenheit. Sie lernen auch weniger. Die Sprachentwicklung verzögert sich, die emotionale Regulation leidet, die Konzentrationsfähigkeit sinkt. Und nicht zuletzt: Die Kinder übernehmen das Verhalten.
Quelle: https://www.news4teachers.de/2025/05/greift-die-debatte-um-handy-verbote-in-schulen-zu-kurz-technoferenz-wenn-eltern-praesent-sind-aber-nicht-wirklich/

Wie muss es auf ein Kind wirken, wenn andauernd niemand reagiert? :( Wenn es niemanden interessiert, wenn man etwas zeigt, fragt, wenn man staunt oder irritiert ist?

Früher war das m.E. eher zeitlich begrenzt: Man sollte als Kind "nicht dazwischengehen", wenn die Eltern telefoniert haben. Mitunter sollte man Eltern auch mal bei einem Hobby nicht stören. Bei einem Termin hatte man sich selbstverständlich auch zu benehmen, sprich, mit zunehmendem Alter leise, zurückhaltend und Sachen besser hinterher fragen. Großer Unterschied:
Bei einer gemeinsamen Unternehmung (Schwimmbad, Zoo, Spielplatz, spazieren gehen) waren aber definitiv nicht die Eltern mit etwas anderem beschäftigt. Auch bei einer ÖPNV-Fahrt oder im Auto auf der Rückbank, und auch beim Warten bei einem Termin nicht.
Genau die Situation, bei denen viele heutzutage schon automatisch zum Smartphone greifen. (Da ich selbst deutlicher Smartphone-Wenignutzer bin (Verwendung: Notfalltelefon, Navigation falls nicht ortskundig, zu Hause und am Arbeitsplatz für 2FA - keine youtube-Videos, kein Social Media, keine "Message-Chats", nicht mit Kopfhörern unterwegs etc.), fällt mir das selbst auf.)


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06.06.2026 um 07:43
@watnu
Ja, das sind leider die Folgen daraus. Fürsorge und Verantwortung zu lernen wird nie initiiert. Wird wiederum (nicht) weitergegeben. Wenn ich da von Degeneration rede oder schreibe, werde ich auch schon mal angegangen, aber genau das ist es.
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Wie muss es auf ein Kind wirken, wenn andauernd niemand reagiert? :( Wenn es niemanden interessiert, wenn man etwas zeigt, fragt, wenn man staunt oder irritiert ist?
In den Öffentlichen kann man das besonders gut beobachten. Mir tut das im Herzen weh, man sieht förmlich, wie der Lernprozess und die Freude daran ersterben. Das ist nie mehr gut zu machen. Im schlimmsten Fall wird das Kind dann noch gerüffelt und zum Stillsein aufgefordert.


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06.06.2026 um 14:10
Zitat von soomasooma schrieb:Ja, das sind leider die Folgen daraus.
Vermutlich sind die Folgen weitreichender als in den Artikeln genannt.
Zitat von soomasooma schrieb:Wenn ich da von Degeneration rede oder schreibe, werde ich auch schon mal angegangen, aber genau das ist es.
Der Begriff "Smombie" klingt amüsant. Aber wenn man bedenkt, welche menschlichen Instinkte und Fähigkeiten von Generation zu Generation immer mehr degenerieren/absterben, kommt der Zombie evtl. immer mehr zum Vorschein.
Wikipedia: Smombie
- -
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Genau die Situation, bei denen viele heutzutage schon automatisch zum Smartphone greifen. (Da ich selbst deutlicher Smartphone-Wenignutzer bin (Verwendung: Notfalltelefon, Navigation falls nicht ortskundig, zu Hause und am Arbeitsplatz für 2FA - keine youtube-Videos, kein Social Media, keine "Message-Chats", nicht mit Kopfhörern unterwegs etc.), fällt mir das selbst auf.)
Und das wird wohl als "anders" (gem. Thread-Titel) empfunden, wenn die Mehrheit zum Handy greift oder das Handy-Verhalten, das die Eltern vorgelebt haben als "normal" übernommen hat.
Wie will man dem noch entgegenwirken? Ich denke, Aufklärung erreicht nur wenige Personen - wie bei anderen Dingen, deren positive Effekte sofort spürbar sind, während sich die negativen Effekte nach und nach einstellen: Z. B. auf die heiße Herdplatte langt man i. d. R. nur einmal. Von schädlichen Getränken Nahrungs- und sog. Genussmitteln die Finger zu lassen, fällt schwerer, weil etwa die Übelkeit, der Kater, die Gewichtsveränderung oder Krankheiten erst später spürbar werden. (Ich schließe mich da nicht aus ;) )


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07.06.2026 um 02:50
Also ich hatte diesbezüglich heute ein positives Erlebnis.
Ich war bei der Konfirmation meiner Nichte.
In der Kirche : Kein Handy
Beim nachträglichen Esssen : Kein Handy

Da waren einige 14 bis 18 Jährige auf der Feier und nicht ein einziges Telefon klingelte , keiner saß vorm Smartphone in der Ecke,. sondern unterhielt sich. Natürlich schauten die ab und an auf ihr Handy, was da wieder auf lautlos rein kam.
Hat mich gewundert, zeigt aber, das die dort anwesenden Jugendlichen gewisse Regeln beachten, wenn sie sie beigebracht bekommen haben .
Ein anderer Neffe, mit dem ich immer im Kontakt bin, 30jährig, geht da auch vernünftig mit um.
Dem schreibe ich und weis, das er dann wenn er in aller Ruhe Zeit hat oder wir verabreden einen Call.
Aber viele Eltern leben auch das falsche Verhalten vor.
Wenn man den Jugendlichen klar macht, warum man in bestimmten Situationen

Es hängt also auch mit den Vorbildern zusammen.
Wenn man so erzogen wurde, das es selbstverständlich ist in gewissen Siztuationen nicht zum Handy zu greifen.
Aber wenn ich meinen Bruder höre , der einen Baubetrieb hat, und seine Mitarbeiter ständig anhalten muß, das die auf dem Bau während eder Arbeitszeit Private Smart Phone Nutzung zu unterlassen haben.
Oftmals ist da nicht einmal Verständnis, das dies bei Teamarbeit unbedingt notwendig ist,das Smartphoneverbot einzuhalten um den Betriebsablauf nicht zu behindern

Schlimm sind auch manche meiner Generation , der Boomer.
Die machen eine Whatsapp Gruppe auf und Müllen die mit irgend welche Videos Bilder usw zu und finden das lustig.
Bin ich ausgestiegern, weil ich neugierig wie ich bin immer schaue wenn ich eine Nachricht bekomme
Irgendwann habe ich gemerkt, das mich das immer aus der Konzentration auf Arbeit herausreis.
Dann aber, habe icch Treffen usw die dort auch verabredet wurden nicht mehr mitbekommen.

Andererseits habe ich von einer Freundin mitbekommen, wie effektiv z.B. Projektbezogene Whatsapp Gruppen sein können und nutze die jetzt oft beruflich .

Am meisten stören mich die Smartphonenutzer, die laut sprechend und schimpfen hinter einem her laufen.
Das will ich doch gar nicht hören
Oder die beinahe Überfahre, weil sie auf dem Fahrad im Berliner Stadtverkehr nebenbei noch das Smartphone vorm Gesicht haben oder Texte schreiben.


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13.07.2026 um 10:45
Ich habe am Wochenende mal wieder gemerkt, wie anders ich bin.
Ich bin mit dem Zug ungefähr 1,5 Std. unterwegs gewesen. Ich habe viel aus dem Fenster geschaut und mir die Umgebung angeschaut.
Ich liebe das. Habe ich schon als Kind gerne gemacht.
Aber: Alle um mich herum - egal wie alt sie waren - starrten nur auf ihr Handy.
Dabei fuhren wir durch so viele schöne Gegenden. Aber keine schaut mal kurz hoch, geschweige denn aus dem Fenster.
Traurig!


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13.07.2026 um 13:49
Zitat von BibibeeBibibee schrieb:Aber: Alle um mich herum - egal wie alt sie waren - starrten nur auf ihr Handy.
In der Tat. War heute morgen beim Hausarzt - 30 Minuten zu früh - wollte er Erste sein.....in Sichtweite Wald, Feld und Flur.
Ausnahmslos jeder, der nach mir kam, hatte das Ding schon in der Hand, tippe und wischte drauf herum als gäb´s kein Morgen mehr...im Wartezimmer ging es dann weiter so.

Auch in der Stadt - im Bus - nahezu überall das gleiche Bild. Wahrnehmung der Umwelt auf ein Minimum reduziert - dieser Eindruck drängt sich einem da förmlich auf...als ich nach dem HA-Besuch noch kurz zum Facharzt fuhr:

Freihändig auf dem Fahrrad - das Smartphone in den Flossen und den Blick starr auf das Display gerichtet.
Zitat von BibibeeBibibee schrieb:Traurig!
Anders kann man es nicht beschreiben.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

13.07.2026 um 14:23
@Funzl
Ich stimme dir zu. Zudem in Wartezimmern (hier jedenfalls; weiß es nicht wie es in Deutschland ist) immer wieder Handy auf volle Lautstärke, klingt nach Spielen oder Konzertmitschnitten. Geräusche die m.E. wesentlich mehr stören als wenn sich z.B. zwei Leute kurz flüsternd unterhalten. Wartezimmer (egal ob Arzt, Behörde) sind hier oft ziemlich laut, und damit meine ich nicht mal ein weinendes Baby oder ein plapperndes Kleinkind, sondern v.a. Handy- und Spielekonsolengeräusche.*
Umgekehrt wurde ich manchmal schon komisch angeschaut, wenn ich in einer Wartesituation ein Buch dabei habe oder auch gar nichts mache. Oder in Bahn, Bus, Flugzeug aus dem Fenster schaue.
Zitat von FunzlFunzl schrieb:Freihändig auf dem Fahrrad - das Smartphone in den Flossen und den Blick starr auf das Display gerichtet.
Hilfe... Selbst wenn das Navigation war: Dafür gibt es Halterungen...

*Aufgrund eigener Geräuschempfindlichkeit und Erziehung lasse ich vermeidbare Geräusche in der Öffentlichkeit - also Musik, Geräusche von elektronischen Spielen ohne Kopfhörer - wie auch aufschiebbare Telefonate (wie etwa "mal quatschen mit der Freundin") in der Öffentlichkeit sein. Mir sind selbst dringende Anrufe in der Öffentlichkeit (etwa aus Zug, Fernbus heraus eine Verspätung durchgeben) unangenehm.
Aufschiebbares Telefonieren, Musik hören, Sprachkurs hören, ein Video anschauen... ist für mich etwas für zu Hause (oder andere geschlossene Räume: Hotelzimmer, oder sofern es beruflichen Zwecken dient der Arbeitsplatz), und dort in Zimmerlautstärke und ggf. mit Kopfhörern.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

13.07.2026 um 14:28
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Umgekehrt wurde ich manchmal schon komisch angeschaut, wenn ich in einer Wartesituation ein Buch dabei habe oder auch gar nichts mache.
Ich saß heute die 20 Min. die ich beim HA noch warten musste, meist mit geschlossenen Augen auf meinem Stuhl - um a.) besser nachdenken zu können, und b.) damit ich mir dieses Trauerspiel der Handy-Abhängigkeit nicht ununterbrochen mit ansehen musste.

Kurz bevor ich aufgerufen wurde, kam der nächste Smartphone-Junkie herein, sah mich mit geschlossenen Augen sitzen und meinte dann:
"Das Wartezimmer ist zum Warten da, nicht zum schlafen"..

Hab´ihn nur angelächelt - und wortlos auf sein Smartphone gedeutet..... ;)


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

13.07.2026 um 14:43
Zitat von FunzlFunzl schrieb:Kurz bevor ich aufgerufen wurde, kam der nächste Smartphone-Junkie herein, sah mich mit geschlossenen Augen sitzen und meinte dann:
"Das Wartezimmer ist zum Warten da, nicht zum schlafen"..
Oh je...
Gerade in einem Wartezimmer würde ich sowieso annehmen, dass jemand aus gutem Grunde mit geschlossenen Augen dasitzt - viele Leute im Wartezimmer sind schließlich krank... Migräne, Schmerzen ausblenden, Übelkeit unterdrücken, sogar Augenprobleme kämen mir da als erstes in den Sinn. Dann als weiteres: Reizüberflutung ausblenden. (Ein Thema das für mich selbst als reizempfindlicher Mensch viel präsent ist.)
Auf die Idee, jemanden derart anzusprechen der sich ruhig und zurückgezogen verhält, käme ich nicht: Derjenige stört niemanden, derjenige will seine Ruhe.

(Selbst Typ "tragbare Disco" (jemand der Musik oder Videos ohne Kopfhörer hört) spreche ich fast nie an, sondern versuche mich wenn möglich umzusetzen. In Wartebereichen wie Bahnhof, Fernbusbahnhof, Flughafen setze ich mich daher durchaus häufig um.)


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

13.07.2026 um 14:52
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Gerade in einem Wartezimmer würde ich sowieso annehmen, dass jemand aus gutem Grunde mit geschlossenen Augen dasitzt - viele Leute im Wartezimmer sind schließlich krank... Migräne, Schmerzen ausblenden, Übelkeit unterdrücken, sogar Augenprobleme kämen mir da als erstes in den Sinn. Dann als weiteres: Reizüberflutung ausblenden. (Ein Thema das für mich selbst als reizempfindlicher Mensch viel präsent ist.)
Auf die Idee, jemanden derart anzusprechen der sich ruhig und zurückgezogen verhält, käme ich nicht: Derjenige stört niemanden, derjenige will seine Ruhe.
Sehe ich ja genauso...aber so´ne " Wichtigtuer" wie diesen komischen Vogel da hat man nahezu überall...


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

13.07.2026 um 14:57
Zitat von FunzlFunzl schrieb:aber so´ne " Wichtigtuer" wie diesen komischen Vogel da hat man nahezu überall...
Leider ja.
Zu Schulzeiten haben sich andere oft einen (dummen) Spaß daraus gemacht, mit den Händen vor meinen Augen zu wackeln (wie ein Scheibenwischer) wenn ich mich in der Pause einfach nur alleine irgendwo hingesetzt habe. Spruch "Haaaallo, auch noch daaaa?"
*kopfschüttel*
Ich wäre klar ein Nutzer für "stiller Wartebereich" und "stiller Pausenraum". Erstaunlicherweise: werden diese denn mal angeboten, finden sich etliche Menschen die diese bevorzugen und auch wie sie gedacht sind nutzen.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

13.07.2026 um 15:43
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Ich wäre klar ein Nutzer für "stiller Wartebereich" und "stiller Pausenraum".
Eine gute Idee. Aber zusätzlicher Raum kostet Geld - und das hat kaum noch einer...auch die Ärzte sparen wo sie können....


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13.07.2026 um 16:12
@Funzl

Das ist mir natürlich bewusst. Bei Wartezimmern wäre ggf. schon eine Trennwand im vorhandenen Wartezimmer eine kleine Lösung.
In Schulen stünden die Klassenzimmer während der Pause zur Verfügung. (Mir ist klar dass eine Aufsicht nötig ist. Lehrer dürften aber auch davon profitieren, dass Schüler, die laute Pausen im Getümmel nicht gut vertragen, nicht nach der Pause mitunter "aufgekratzt" sind.)

Zudem: Es gibt viele Situationen in denen mehrere Pausenräume existieren. Ab und zu habe ich schon gesehen dass einer dieser Pausenräume, oder auch ein Raum der zu der Zeit leer ist, zu einem stillen Pausenraum konvertiert wurde.
Mein vorheriger Arbeitgeber hat einen wenig genutzten kleinen Besprechungsraum zum "silent break room" gemacht. Jemand hat ihn privat um eine Couch, die ansonsten weggeworfen worden wäre, ergänzt.
Ein anderer früherer Arbeitgeber hat im Eingangsbereich eine telefonzellenartige Kabine installiert, zur Nutzung für Telefonate und Telecons wenn man ansonsten Kollegen im selben Büro stören würde.
Welche Art von Arbeitgeber? Softwareunternehmen, staatliche Unis.
Bei Kongressen - finden meist in Kongresszentren oder Hotels mit mehreren Sälen statt - wird nun oft einer der Vortragsräume in der Mittagspause als "silent break room" freigegeben.
(Mein jetziger Arbeitgeber hat das nicht, aber wir haben - sehr kleine - Einzelbüros. Tür zu, und es ist Ruhe. Die Arbeitsplatzausstattung ist hier echt nicht luxuriös, aber das hat man wohl aus gutem Grund als sinnvoll empfunden.)
Es wird genutzt.

Was ich damit v.a. ausdrücken wollte: Nicht Ärzte oder Klein(st)arbeitgeber, die Realität (Platz, Kosten) ignorierend, verpflichten ruhige Wartebereiche einzurichten. Ich weiß dass die oft zu kämpfen haben. Sondern vielmehr darauf hinweisen dass, obwohl viele Menschen als laut erscheinen, solche Räume doch gut genutzt werden, existieren sie, da das Bedürfnis wohl verbreiteter ist als es zunächst erscheint.


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13.07.2026 um 16:31
Ja die Stille Wartezimmer wären ein Traum.

Mittlerweile finde ich es gut das viele Supermarktketten, Baumarktketten und das schwedische Möbelhaus eine "Stille" - Stunde eingeführt haben. Weniger Musik, weniger Kunden, weniger Licht, weniger Durchsagen usw.

Mir tut das sehr gut. Ich komm mit Hektik und lauter Umgebung je nach Tagesform nur bedingt zurecht. Im Zug gehe ich gerne in den Ruhebereich - wobei das ja schon lange keiner mehr ist. Ich werde immer leicht säuerlich wenn irgendwo im Bus / Zug ein Kind schreit, ja ich weiß das Babys sich nicht artikulieren können, aber in einem engen Raum wo man nicht fliehen kann ist das einfach arrrgh....

Es muss bei mir auch immer alles nach Plan laufen , sonst werde ich maulisch. Nein bei mir ist noch kein Autismus diagnostiziert, aber ich denke es spielt eine kleine Form mit, wobei ich als Kind schon ADHS und Dyskalkulie hatte und man Neudeutsch dazu "Neurodivergent" sagt.

Eine Testung auf die obengenannte "Diagnosen" steht noch aus, aber ich hab im Herbst 2027 erst den ersten Termin ... Willkommen im Gesundheitssystem.


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Wann merkt ihr, dass ihr „anders“ als die anderen seid?

13.07.2026 um 17:03
Zitat von Dini1909Dini1909 schrieb:Eine Testung auf die obengenannte "Diagnosen" steht noch aus, aber ich hab im Herbst 2027 erst den ersten Termin ... Willkommen im Gesundheitssystem.
Ja, es dauert... (und das ist misslich). Aus dem Grund wurde ich in Deutschland auch nie getestet, da man (es mag sich geändert haben) oft nur in dem Bundesland, in dem man sich für den Test angemeldet hat, getestet werden kann. Ich bin damals sehr häufig umgezogen, ab dem jungen Erwachsenenalter.
Zu Schulzeiten hingegen stand es gar nicht zur Debatte, obwohl rückwirkend Zeugnisaussagen und andere Verhaltensbeschreibungen schon deutlich in eine Richtung gehen.

(Wo/wie mein Test dann stattfand: Im Rahmen der Teilnahme einer Studie zu Hyperakusis. Man suchte für die Studie Teilnehmer ohne Autismus, mit Autismusdiagnose sowie Personen die bei sich Autismus vermuten und dann getestet werden. Ich stand damals ca. vier Monate vor einem internationalen Umzug - Test mit zwei Terminen an einem Autismusforschungsinstitut (das jene Studie durchführte) fand nach Anmeldung innerhalb weniger Wochen statt, da man dringend noch Teilnehmer suchte. Das Testergebnis war dann eindeutig: Autismus und Hyperakusis; kein ADHS, keine Teilleistungsschwächen. Auf Prosopagnosie wurde nicht getestet, dürfte auf mich aber zutreffen (große Schwierigkeiten menschliche Gesichter wiederzuerkennen/zuzuordnen, trotz sehr gutem Gedächtnis in anderen Bereichen, "normaler Intelligenz" (d.h.: keine unterdurchschnittliche Intelligenz), und mit Brille komplett korrigierter Sehschwäche).)


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13.07.2026 um 18:49
Ich bin bei der Auswahl des Handys anders, und auch mit einem günstigen Modell zufrieden. Es kann alles das was ich brauche.

Design und butterweiches Scrolling wie Animationen da lege ich persönlich nicht viel Wert drauf bei meinen Entscheidungen, eher das es in mein Budget passt.

Natürlich ist mit klar das die Top Modelle von Samsung und Apple besser sind, schnellere Technik und bessere Kamera und mehr spezial Features. Kamera ist klar das die bei einem Top Modell besser ist, aber bei einem günstigen Modell reicht sie mir vollkommen.

Klar soll jeder das kaufen was er persönlich für richtig hält. Gerade bei Handys kaufe ich nicht das selbe Modell was ein anderer hat oder die meisten haben, sondern vergleiche das was der Markt so hergibt.

Amüssant finde ich wenn ich mit jemanden unterhalte der ein Top Modell hat und derjenige hört, das ich mit dem billig Smartphone für 250€ zufrieden bin. Dann regnet es gleich in geladener Stimme Argumente "Mein Top Modell ist doch viel besser und schau Mal wie super und toll und .....". Besonders wenn man dann noch auf ein Feature zu sprechen kommt was sein Top Modell nicht hat, zb fehlt mir die Speicherkarte dann heißt es "das braucht kein Mensch und jeder nutzt die Cloud". Schon die Antwort auf alle Menschen bezogen lässt schon was verlauten, warum sagt so jemand nicht das er es persönlich nicht braucht. Jeder hat doch seine eigenen Wünsche und Vorstellungen.


Ich finde das immer wieder herrlich die Reaktionen zu hören, wie schnell da aus einem fachlich und sachlichen Gespräch ein Trigger wird und die Person gleich überreagiert.


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13.07.2026 um 19:07
@Raspelbeere
Vielen Dank für dein Bericht, ja es ist ein Kraus hier in DE das man so lange warten muss, bzw erst einmal eine Praxis zu finden die eine Erwachsenendiagnostik durchführt. Wobei ich sofort eine haben könnte wenn ich selbst zahle aber 750€ nur für den Test ist mir "sorry" schlichtweg zu teuer. Dann warte ich lieber, es ist ja jetzt auch nicht unbedingt notwendig.
Zitat von geisterhandgeisterhand schrieb:Ich bin bei der Auswahl des Handys anders, und auch mit einem günstigen Modell zufrieden. Es kann alles das was ich brauche.
Das mach ich schon immer, ich brauch ein Handy damit man mich erreichen kann, dann für die sozialen Netzwerke, der Rest mach ich komplett am Laptop. Fotografieren ausschließlich mit meiner Spiegelreflexkamera und die Fotos die ich mit meinem Handy mache, meistens nur irgendein Mist, dafür reicht mein Handy, ich wechsel auch nicht alle zwei Jahre bei Vertragsverlängerung. Ich kann echt nicht die Leute verstehen die gefühlt jedes Jahr sich zum Tag 1 das neuste Iphone für 1700+ € holen, dabei gibt es oft kaum Neuerungen.

Selbe gilt auch für die TV Geräte , es gibt ein SmartTV und in den anderen Räumen wo ein TV steht sind es normale TV Geräte mitunter aus Ebay-Kleinanzeigen aber mit einem Smart-Stick ist das absolut vertretbar.

Das neuste, was sich im Moment hier in diesem Haus bei mir befindet ist glaub ich mein Laptop, wobei ich den auch gebraucht über eine Firma gekauft , die die wieder neuaufgesetzt haben, der Laptop läuft super und hat nur eine kleine Schramme an der Unterseite.


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13.07.2026 um 19:23
Zitat von geisterhandgeisterhand schrieb:Ich bin bei der Auswahl des Handys anders, und auch mit einem günstigen Modell zufrieden. Es kann alles das was ich brauche.
Geht mir auch so. Das, was meiner Nutzung entspricht dürfte jedes Gerät können: gelegentliche Anrufe wenn diese unterwegs sein müssen, gelegentliche Internetbenutzung wenn diese unterwegs sein muss, Navigation (Fußgänger, ÖPNV) wenn ich irgendwo nicht ortskundig bin wie es oft auf Geschäftsreisen der Fall ist, Übersetzung, 2FA/ Onlinebanking, mal ein Schnappschuss (Digitalkamera vorhanden und nutze, wenn geplantes Fotografieren, diese).
Wichtig ist mir: Akku wechselbar, ich nutze Geräte lange. Das letzte Smartphone musste ich "verschrotten" weil der beste Mobilfunkstandard den es hatte nicht mehr unterstützt wurde, das dürfte einiges über die Nutzungsdauer aussagen (die liegt bei mir bei 6 Jahren und mehr, waren auch schon 8).
Insofern gebe ich nicht besonders viel für ein Handy/Smartphone aus; es darf auch gerne ein Gebrauchtgerät sein.

Mehr Geld gebe ich für Geräte aus die ich intensiv und z.T. spezifisch nutze, z.B.:
Laptop (für die Arbeit nötig, selbst anzuschaffen), Lötstation (Hobby, und für das was ich mache, reicht mir nunmal der "Griffel" nicht)...

Bei anderen Geräten überlege ich mir, ob sie denn überhaupt für mich sinnvoll sind. Beispiel: wir schauen evl. einen Film pro Monat, oft nicht einmal so viel (arbeiten beide relativ viel und haben dennoch etliche Hobbies). Wir haben deshalb keinen Fernseher/ Smart-TV, sondern schauen den gelegentlichen Film am Computer. Damit ist dann in der Wohnung auch Platz für anderes, das uns ggf. mehr interessiert. (Uns ist aufgefallen, dass ausgerechnet der Bereich der von unserem Haustier genutzt wird früher durch eine Couch und einen großen Bildschirm/Fernseher eingenommen wurde.)

Insgesamt: Wenn ich es mir leisten kann, gebe ich durchaus mal mehr für einen elektronischen oder auch nichtelektronischen (z.B. Brille) aus. Ich schaue mir aber vorher an, ob sich dadurch zusätzliche Funktionen ergeben, inwieweit ich diese überhaupt realistisch nutzen würde - insgesamt, ob mir das Geld die Sache wert ist.
Mich interessiert es auch nicht, ob durch den Besitz bestimmter Gegenstände oder durch mein Verhalten ich einer bestimmten Einkommens-/Besitzhöhe zugehörig eingeschätzt werde. "Status" bedeutet mir schlichtweg nichts, was sollte ich auch davon haben?
Zitat von Dini1909Dini1909 schrieb:Vielen Dank für dein Bericht, ja es ist ein Kraus hier in DE das man so lange warten muss, bzw erst einmal eine Praxis zu finden die eine Erwachsenendiagnostik durchführt. Wobei ich sofort eine haben könnte wenn ich selbst zahle aber 750€ nur für den Test ist mir "sorry" schlichtweg zu teuer. Dann warte ich lieber, es ist ja jetzt auch nicht unbedingt notwendig.
War im Prinzip bei mir genauso: Die Testung war für mich nicht dringend, da ich z.B. meinen Beruf ohne Einschränkungen ausüben konnte und kann (es ging also nicht um z.B. GdB, Erwerbsminderungsrente), sowie mir der Grund für gewisse "Abweichungen vom Üblichen" schon relativ klar war. Als ich den Aushang der Studie gesehen habe, hat es einfach mein Interesse geweckt und ich habe mir gedacht, ich probiere das jetzt einfach mal aus, und bzgl. der Studie weiterhelfen zu können ist zudem eine gute Sache.


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13.07.2026 um 19:38
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:inwieweit ich diese überhaupt realistisch nutzen würde - insgesamt, ob mir das Geld die Sache wert ist.
Mich interessiert es auch nicht, ob durch den Besitz bestimmter Gegenstände oder durch mein Verhalten ich einer bestimmten Einkommens-/Besitzhöhe zugehörig eingeschätzt werde. "Status" bedeutet mir schlichtweg nichts, was sollte ich auch davon haben?
Das sehe ich auch so, zb reicht mir am Handy eine einfache Kamera voll aus. Habe mich selber sogar dabei ertappt das ich die Bilder eigentlich nie ansehe, vom letzten Urlaub oder sonstwelchen Unternehmungen.

Ich wüsste auch nicht was an einem Handy Status sein soll. Meine Lebensqualität ändert sich da auch nicht, durch materielle Werte. Da ist das menschliche miteinander und Gesundheit wichtiger.


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