Voussoir schrieb: Ich glaube ehrlich gesagt auch, dass die Nachfrage gar nicht so riesig ist. Meine Vermutung ist eher, dass viele mit ihrer Familie alle paar Monate aus Langeweile in den Zoo gehen, sowas wie ein Kinobesuch, Schwimmbad, Kirmes in den weil sie sonst nicht wissen, was sie machen sollen, und ein Zoo vergleichsweise viel bietet für wenig Eintritt.
Kinder (zumindest meine, die ziemlich durchschnittlich sind, LOL) haben nur eine gewisse Altersspanne, wo sie den Zoo spannend finde. Kind #1 mochte Zoos nie, ging da lieber auf den Spielplatz und wurde schon früh Vegetarier. Kind #2 und #3 fanden die Wilhelma super und haben oft so interessiert die Schilder gelesen und Tiere beobachtet, gerade im Amazonienhaus, dass man oft an einem Tag gar nicht den ganzen Zoo schaffte, das änderte sich schlagartig. Ich glaube aber, es sind doch auch Leute ohne Kinder, meine Mutter ist eine totale Pflanzenliebhaberin, die fährt nur wegen der tropischen Pflanzen in die Wilhelma, Tiere schaut sie gar nicht an :-). Dann gibt es Leute, die gerne fotografieren ... vermutlich gibt es "den Zoobesucher" gar nicht.
Commonsense schrieb:Der Zoo war früher nach heutigen Gesichtspunkten völlig untragbar. Den damaligen Direktor, Bernhard Grzimek, hätte man heute für völlig ungeeignet erklärt, einen Zoo zu leiten. Ich habe den Mann selbst noch gesehen, als er mit einem Geparden an der Leine im Hanauer Golfclub zu Mittag aß.
Das war aber der Zeitgeist: Zur Einschulung bekam ich einen einzelnen Wellensittich, der vermutlich aus seiner Not heraus so zahm war, dass man das als Bestätigung sah, dass er eine gute Bindung an den Menschen hatte. Ich konnte ihn völlig problemlos mit in den Garten nehmen. Kaninchen wurden damals oft mit Meerschweinchen gehalten, in Minikäfigen. So hatte man zwei Tierarten auf engstem Raum. Hühner waren in Legebatterien.
Schildkröten bekamen ein Loch in den Panzer gebohrt, dass man sie festbinden konnte und sie wurden mit Tomaten und Salat (tot)gefüttert und die Katzenpopulation wurde auf vielen Bauernhöfen durch Ertränken oder Genickbruch stabil gehalten. War damals leider alles normal. Daher finde ich es schwierig, ihm heute mit dem heutigen Wissen Vorwürfe zu machen.