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Familienbande: Netz oder Fesseln?

Alano
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

04.11.2014 um 19:44
für einige ist die Familie Netz, für andere Fesseln, und für andere beides.

Für mich ist meine Familie Netz, wenn es drauf ankommt. Früher war sie aber auch Fessel, als ich jünger war.


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

05.11.2014 um 17:08
Zelda777 schrieb:Wenn man das liest, erkennt man erst wie gut die eigene kindheit war und wie dekadent gut es die heutige jugend hat!
Die "heutige Jugend" hat es nicht unbedingt besser, wenn ich mir z.B. das Leben von Strassenkindern in der BRD oder von illegalisierten minderjährigen Flüchtlingen ansehe.


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lightbeing
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

05.11.2014 um 18:45
Kommt auf die Familie an


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

14.11.2015 um 23:15
Für mich auf jeden Fall ein Netz.


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SoleeLuna
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

15.11.2015 um 01:25
Fesseln. Meine Jugend war die Hölle und selbst heute mit 30 würden sie mir am liebsten vorschreiben welche unterwäsche ich morgens anziehen soll.. Dabei ging es aber nie um sich sorgen machen etc sondern immer nur um kontrolle/neugierde und die eigene ansicht/lebensweise einem überzustülpen (denn die eltern haben ja immer recht nee, egal wie alt das kind ist; man ist schl. immer grundsätzlich erst gestern auf die welt gekommen und hat von nichts ne ahnung).


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Draiiipunkt0
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

15.11.2015 um 01:28
Kommt darauf an, ob die Familie zu einem hält oder nicht.
Falls nicht, sind Freunde mehr wert.


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

03.04.2016 um 18:12
@Doors
fumo schrieb am 20.10.2014:Und, wie war/ist Eure Kindheit so. Erinnernswert im positiven oder negativen Sinne?
Sowohl, als auch, aber von Anfang.
Ich wurde 1970 im Oder-Landkreis in einem Ort Namens Wriezen geboren.
Mein Vater zählte gerade 18 Lenze und machte eine Lehre zum Isolierer, meine Mutter studierte
Ingenieur-Okonomie (ja so hieß das damals), war 23 Jahre alt. Eine fatale Konstellation für meinen Opa,
einem Vorzeigenazi strengster Kajüte.
Er drohte meinem Vater ihn umzubringen sollte er meine Mutter nicht heiraten. Nun so weit so gut.
Irgendwann gingen sie zusammen einen saufen und der Drops war gelutscht.
1972 zogen wir nach Cottbus wo ich dann auch bis 1990 lebte. Für meine Mutter war ich immer ein "Unfall",
(sie wollte nie Kinder) und das hat sie mich auch deutlich spüren lassen. Ganz anders mein Vater.
Ein warmherziger, humorvoller Mann der aber bei Überforderung mit der Erziehung auf Grund seines
recht jungen Vaterseins auch mal den "Harten" raushängen musste und das meinen Hintern desöfteren spüren ließ.
!977 kam ich zum Fussball (Energie Cottbus) ganz zum Wohlwollen meiner Mutter, hatte sie doch jetzt viel Zeit
für sich, ihre Klamotten,ihre Schminke und ihrer allgemeinen Eitelkeit da ich viel unterwegs war mit dem Verein
Es kam wie es kommen mußte, Gegensätze ziehen sich nicht immer an und so wurden meine Eltern 1979
geschieden. Im selben Jahr starb mein Opa, der mich mehr geliebt hat als seine eigene Tochter,
oder den Führer:)
Meine Mutter hat keine Liebe für mich empfinden können, das auch gegenüber mir erwähnt.
Na ja, wenigstens war sie ehrlich und hat diesbezüglich nicht rumgeeiert.
Ich muß ihr aber lassen das Sie in Sachen Erziehung ihre verdammte Pflicht erfüllt hat und entscheidend
dazu beigetragen hat das ich ein recht passabler Zeitgenosse mit grundlegendem Anstand und
gesellschaftsfähigen Benehmen geworden bin. Ihre Lieblingssprüche:
Umgang formt den Menschen,
Ordnung ist das ganze (nee nicht das halbe) Leben,
Wer nicht hören will muß fühlen.
Meine Mutter hat mich also erzogen und mein Vater hat mich mich Liebe überschüttet, also könnte man sagen
eine Art Ausgleich der da stattgefunden hat. Ich hatte ziemlich Freiheiten, auch später als Jugendlicher.
Tja Vater war nicht da und Mutter hats nicht gejuckt wo ich Abends war. Meißtens war ich alleine draussen
denn die Kumpels hatten feste strenge Zeiten daheim.
Als ich 12 war wurde mein Halbbruder geboren, mein Vadda hatte sich nochmal ins Zeug gelegt.
Wieder das gleiche Beuteschema, eine Frau die Probleme hatte ihre Gefühle zu zeigen.
Ach, armes Brüderlein, auch Dir hätten ein paar Umarmungen als Kind gut getan.
Egal, wir sind ein Herz und eine Seele:)
Achso, die zehn Jahre bei Energie waren meine schönsten in der Kindheit, die Trainer sagten ich habe Talent.
Das ich letztendlich Lagerist geworden bin liegt wohl an meiner damaligen Disziplinlosigkeit.


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

04.04.2016 um 02:23
An meine Kindheit erinnere ich mich mit gemischten Gefühlen.
Meine Mutter, Jahrgang 1948, hatte, bevor sie mich bekam, zwei Abtreibungen, sie wurde mit 17 schwanger und ihre Mutter hat sie solange verprügelt, bis sie eine Fehlgeburt hatte, wann sie die Zweite hatte, weiß ich nicht. Sie hatte immer eine bestimmte Vorstellung, wie ein Leben zu sein hat, sie hat Abitur gemacht, studiert, gearbeitet. Mit Anfang 30 fand sie, dass zu einem "erfolgreichen" oder "richtigen" Leben als Frau auch ein Kind gehört. Vielleicht hörte sie auch einfach nur ihre biologische Uhr ticken. Da sie von Männern generell eine sehr schlechte Meinung hat ("die taugen nur für ab und zu mal Sex und um Sachen im Haushalt zu machen, die ich selbst nicht hinbekomme"), suchte sie keinen Mann, um mit ihm eine Familie zu gründen, sondern nur einen geeigneten Samenspender. Intelligent und gut aussehend sollte er sein. Den fand sie in meinem Vater, der damals mit einer Bekannten meiner Mutter zusammen war. Sie spannte ihn ihrer Freundin aus. Als sie schwanger war, sagte sie ihm, dass sie ihn betrogen habe, das Kind nicht von ihm sei, und brach den Kontakt ab. 1980 kam ich zur Welt.

Und da war ich, ein kleines Mädchen, dass ohne Vater und ohne Geschwister bei einer männerverachtenden, kontrollsüchtigen Mutter aufwuchs. Jedenfalls bis ich drei Jahre alt war, da ging meine Mutter wieder arbeiten und ich kam in den Kindergarten und die übrige Zeit zu einer Tagesmutter. Diese hatte selber Kinder und behandelte uns sehr unterschiedlich. Wenn ein Kind etwas angestellt hatte, bekam ich den Hintern voll, ich musste immer meinen Teller leer essen, ganz egal, wie satt ich war, und als ich mich einmal im Schlaf auf das Lieblingskissen meiner Tagesmutter erbrochen habe, wurde ich nicht gepflegt, sondern verhauen. Zum Glück musste ich nicht lange dort bleiben, denn ich erzählte meiner Mutter davon und sie suchte sich umgehend Ersatz.

Meine zweite Tagesfamilie war wundervoll, die Mutter Hausfrau, der Vater Polizist, groß und stark, endlich jemand, zu dem ich aufsehen konnte! Außerdem noch drei eigene Kinder, ein älterer Junge, der große Bruder, den ich mir immer gewünscht habe, eine jüngere "Schwester" und ein Baby, auch ein Junge. Ich habe es dort geliebt.

Da ich meine Mutter kaum sah, hatte ich immer ein sehr distanziertes Verhältnis zu ihr, ich habe nie wirklich Vertrauen zu ihr aufgebaut. Als ich zum Beispiel mit 11 das erste Mal meine Periode bekam, erzählte ich es zuerst meiner Tagesmutter, obwohl ich in dem Alter nicht mehr dort betreut wurde, sondern nach der Schule direkt nach Hause ging. Auf die Idee, es meiner Mutter zu erzählen, kam ich gar nicht. Auch mit anderen Problemen ging ich nie zu ihr, als auch der Kontakt zu meiner Tagesmutter weniger wurde, machte ich alles, so gut es ging, mit mir selber aus.

Keinen Vater zu haben, hat mich immer sehr belastet, als ich jünger war, habe ich meine Mutter noch ab und zu mal nach ihm gefragt, aber nie eine Antwort bekommen. Ich habe mir viele Gedanken gemacht, warum das so war, bis ich zu dem Schluss gekommen bin, dass ich bei einer Vergewaltigung entstanden sei. Da habe ich aufgehört, zu fragen.

Es folgten jahrelange unerkannte Depressionen und andere psychische Störungen, die ich aber vor meinem Umfeld geheim halten konnte, ich wusste selbst nicht, was ich habe, nur dass ich nicht "normal" bin und vertraute mich aus Angst niemandem an.

Meine Mutter war immer sehr zufrieden mit mir, solange ich das tat, was sie wollte und nach ihren Vorstellungen funktionierte. Alles, was ihrer Meinung nach ihren Einfluss auf mich schmälern konnte, wurde von ihr schlecht geredet, in der Hoffnung, ich würde ihrem ständigen Gemecker nachgeben und zum Beispiel den Kontakt zu meinen Freunden abbrechen. Vor Allem, wenn ich mich in einen Jungen verliebt hatte und mit ihm zusammen war, hetzte sie ununterbrochen, was mir die Beziehungen sehr schwer machte.
Als ich mit 18 mit einem 16 Jahre älteren Mann zusammen kam (jaja, der Vaterkomplex), eskalierte es total, sie machte mich nur noch runter und hackte auf mir rum. Ich ging damals noch zur Schule und arbeitete nebenher, und als es mir zuviel wurde, suchte ich mir heimlich eine kleine Wohnung und zog aus. Jedesmal, wenn sie mich besuchte, hagelte es wieder Sticheleien und Vorwürfe, was ich denn mit diesem alten Mann wolle usw… Nie fragte sie, ob ich glücklich sei. Bis mir eines Abends der Kragen platzte und ich ihr an den Kopf warf, dass sie sich nicht zu wundern brauche, schließlich habe sie mir immer einen Vater vorenthalten, ich könne also garnicht wissen, wie ein "guter" Mann zu sein habe. Da endlich sagte sie mir, wer mein Vater ist.

Und sie tischte mir gleich eine dicke Lüge auf. Mein Vater ist Türke. Das stimmt auch noch. Aber laut meiner Mutter sei er sehr strenger Moslem und sie habe Angst gehabt, dass er mich entführt und zwangsverheiratet und sie habe deswegen nie was gesagt, weil sie dachte, dass ich es rum erzähle und er es irgendwann erfährt, dass er eine Tochter hat und mich dann holt.

Ich bat sie, trotzdem den Kontakt zu ihm herzustellen, was sie auch ohne Widerspruch tat. Ich lernte ihn und mit der Zeit auch meine drei jüngeren Halbschwestern kennen und erfuhr so nach und nach die wahre Geschichte. Mein Vater ist Moslem, ja, aber quasi nur auf dem Papier. Seine Töchter können in "wilder Ehe" mit ihren Freunden zusammen leben, sich ihre Freunde auch selber aussuchen, die Nationalität spielt keine Rolle, er will, dass sie glücklich sind. Das war auch dass, was er mich als erstes gefragt hat, als er von meinem älteren Freund erfuhr. Ich sagte ja, und damit war für ihn alles gut.

Die Geschichte ist damit noch nicht zu Ende, aber der Text ist schon lang genug, also höre ich jetzt auf. Zu meiner Mutter habe ich seit Jahren keinen Kontakt mehr, will ich auch nicht, mein Leben ist ohne ihre Fesseln besser. Zu meinem Vater habe ich auch nicht viel Kontakt, aber wenn, dann ist er sehr herzlich. Er interessiert sich wirklich für mich und meine Gefühle, ihn würde ich eher als Netz bezeichnen.


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Pest
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

04.04.2016 um 17:39
@Lalaith
Eine sehr bewegend Familiengeschichte...Da mag man nur alles Gute wünschen!


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

18.04.2016 um 11:38
Kommt darauf an für manche ist es mehr Fessel als Netz je nach dem in welche Familie man hineingeboren wird.

Bei mir ist es so das manche Familienmitglieder mehr Netz sind die Ich mag und mehr Fesseln die Ich nicht mag,aber ist wohl bei jedem so.
Freunde kann man sich eben aussuchen, die Familie eben nicht.......


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

11.10.2016 um 17:20
Phuuu...

Also.
Ich wurde 10 Tage nach der Ausreise aus der DDR, am 22.4.1984 im schönen Marburg geboren.
Meine große sis wurde 1979 geboren und meine Eltern hatten Angst, dass sie im letzten Moment an der Grenze noch in ein Heim hätte kommen können, dank der netten diktatorischen Regierung.
Ich lebte eigentlich sehr bequem vor mich hin, hatte nen guten Draht zu meinen Klassenkameraden, bis bei denen die scheisspubertät anfing und alle durchdrehten. Dies fiel noch auf ne Zeit in der sich meine Eltern n knappes Jahr trennten und ich innerlich daran gefressen habe und das Mobbing immer schlimmer wurde. Dies führte mich zur Hauptschulklasse, in der ich von den asozialsten Mobbern respektiert wurde. Das war... Strange.
Mit nem glatten 2er Schnitt, erweiterte ich danach in 2 Jahren in der BFS auf mittlere Reife.
Es waren 2 Jahre Hölle, die ich nur Dank meinem Willen, hinter dem eigentlich mehr der Druck meiner Eltern hing. Und dies sollte später in der Lehre ne Rolle spielen. Denn....
Ich wurde gedrängt ums verrecken ne Ausbildung anfangen zu müssen und war so Dumm und naiv , nachzugeben.
Ich wollte nach nem Monat abbrechen, lieber Abi oder noch ein paar Praktika machen und beging wieder den Fehler auf meine Eltern zu hören.
So vergingen drei Jahre in denen mein Lehrgeld stetig in Alkohol floss und mich gerne auch mal mit Punker einkuschelte,
Mit 20 entdeckte ich, dass Frauen nicht nur zum Alkoholausschank da sind und reduzierte für meine damalige den Alkoholkonsum. 2 Monate später entdeckte ich Liebeskummer und versuchte mich mit Alk zu betäuben...
Nach Ende der Lehre trank ich endlich nur noch am Wochenende.
Nach zwei Jahren Arbeitslosigkeit, bekam ich meinen Hintern für meine jetzige Frau hoch, zogu ihr nach Mainz und hangelte mich über leiharbeit in die Festanstellung, die nichts mit meiner Ausbildung zu tun hat.
Mittlerweile lebe ich zwangsweise in Bingen, trinke selten, gehe immer noch arbeiten.
Zwei bezaubernde Töchter springen uns durch die Bude und denen funke ich garantiert nicht rein.


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Wanda1981
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

27.02.2017 um 19:46
Ich empfinde Familienbande generell eher als Fessel.
Dieses Gefühl ist in Bezug auf meine Eltern nicht immer ganz so stark ausgeprägt, wie beispielsweise bezüglich meiner Großeltern.
Eine der Hauptursachen ist wohl, dass ich mit letzteren (wie auch mit Tanten usw.) überhaupt keine Gemeinsamkeiten habe - weder was Interessen, noch Charaktereigenschaften oder Denkweisen betrifft. Emotional gesehen sind dies fremde Menschen für mich. Erst vor kurzer Zeit habe ich meine Eltern wieder gefragt, ob sie sich sicher sind, dass ich nicht adoptiert worden bin.


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

27.02.2017 um 22:38
@Wanda1981
Ha, gibts nicht, genau das wollte ich meine Eltern auch schon laenger fragen..( hab mich dann aber doch nicht getraut..).

Stillheimlich habe ich immer schon gehofft, adoptiert worden zu sein, denn dann gaebe es immerhin die Hoffnung, dass es  irgendwo da draussen eine Familie gibt,derer ich mich wirklich zugehoerig fuehle und wo ich akzeptiert werde, wie ich bin...
Wenn ich mit ihnen am Tisch sitze, fuehle ich mich richtig unsicher, angespannt...sie sind oft wie fremde Menschen fuer mich.Und ich kriege auch genau mit, wie sie wirklich ueber mich denken..

Ich fuehle mich oft unheimlich eingeengt durch meine Eltern/Schwester.
Es wird von mir erwartet, dass ich dies und jenes tue(so wie meine brave,folgsame Schwester)und dafuer wird auch gerne mal emotional erpresst.
Was ich moechte oder brauche ist egal.-.-
Hat sich viel Wut aufgestaut ueber die Jahre und oft moechte ich am liebsten einfach nur ganz weit.weg ziehen...


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Ladyghrian
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

07.03.2017 um 15:51
Ich habe bis vor ein paar Jahren immer geglaubt, dass ich eine schöne Kindheit hatte.
Im Laufe der letzten Jahre habe ich viel über meine Kindheit nachgedacht und auch vieles aufgelöst..
Jetzt muss ich zugeben, dass meine Kindheit nicht so schön war.. natürlich gab es auch schöne Momente (mir fallen nur grad keine ein)
Mein Vater dominant, meine Mutter eher unterwürfig.. dazwischen wir 4 Kinder.
Immer hin und her gerissen zwischen den Elternteilen.. da bauten sich auch unter einander Spannungen auf und ich als Nesthäkchen bekam es oft ab..

Ich habe lange Zeit gebraucht um das zu verstehen, was damals war und was ich mit in mein Leben nahm. Mit raus in mein Leben.
Immer wiederkehrende Situationen, die danach schrien.. endlich gelöst zu werden.

Jetzt habe ich einen gesunden Abstand zu allen.. im außen..
Aber auch im Innen.


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

07.03.2017 um 17:51
@Doors

Toller Eingangspost, toller Thread. 


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

07.03.2017 um 18:02
Familie kann beleben, ein Rückhalt bieten, einem schöne Stunden bescheren, helfen kurzum unverzichtbar sein.
Familie kann aber auch falsch, rücksichtslos, bremsend, quasi eine quälende Belastung sein.
Es ist nun eigentlich an jedem selbst sich auf die Familienbande einzulassen oder sich (um seines Willen)
von ihr zu lösen.
Nicht jedem gelingt das.
Viele haben das Gefühl ihrer Familie etwas schuldig zu sein und sind oft Marionetten derer.
Ein Familienleben zu geniessen muß daher ganz von Herzen kommen.
Ich habe schon lange mit meiner Familie gebrochen (ausser meinem Halbbruder) weil ich mich nicht 
verbiegen kann, auch nicht für die bucklige Verwandschaft.


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

18.07.2017 um 02:03
Vorneweg, ich habe eine riesige Familie, interessieren tun sich die meisten aber nicht für mich.
Ich habe eine Tante (die Schwester meiner Mutter)
Einen "Onkel"(Freund der Familie)
Und einen Opa (Vater meiner Mutter)
Meine Eltern und meinen Bruder.
Ansonsten habe ich noch 6 Tanten und 6 Onkels die leben allerdings alle irgendwo in der Slowakei, Tschechien und weiß Gott noch wo. Kennen tue ich nur einen Onkel und eine Tante von der Seite meines Vaters. Und ich habe zwei halb Schwestern die ich nicht kenne da sie kein Interesse haben.
Geboren wurde ich 1995, 11 Monate nach meinem Bruder (meine Eltern haben sich ins Zeug gelegt :D)
Ich war ein gesundes, nerviges Kind. Mit zwei Jahren habe ich ein halbes Jahr in der Slowakei gelebt, da mein Vater von dort kommt.
Aber erinnern kann ich mich nicht wirklich.
Die ersten Erinnerungen in meinem Leben sind auch gleichzeitig die schlimmsten.
So mit vier Jahren wurde ich schwer krank, colitis ulcerosa (chronische Entzündung der Dickdarm), dazu eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und einen beidseitigen Leistenbruch.
Ich lag 7 Wochen im Krankenhaus und war quasi kurz vorm abkratzen.
Meine Mutter war jeden Tag da und meine Oma (zu ihr komme ich später) kam als Begleitperson mit, da meine Mutter sich ja noch um meinen Bruder kümmern musste.
Mein Vater hat mich vill 2-3 besucht, er hat anscheinend lieber getrunken um das zu verarbeiten.
Mein Bruder hat psychisch sehr gelitten, da er natürlich nicht die Aufmerksamkeit bekommen hat die er gebraucht hätte.
So irgendwann war dank Medikamente wieder alles "gut" und ich durfte nachhause.
Dann kam der Rest meiner Kindheit.
Meine Mutter will bis heute nicht wahr haben das mein Vater uns geschlagen hat das die Kochlöffel zerbrochen sind. Er hat getrunken und uns grün und blau geschlagen.
Dann hat meine Mutter ihm die Wahl gegeben, wir oder der Alkohol.
Zum Glück entschied er sich für uns.
Da war ich ca 9 Jahre alt.
Nach dem mein Vater einen Entzug gemacht hatte zogen wir um, allerdings nur wenige Straßen weiter.
So langsam brach die Pubertät an und ich geriet auf die schiefe Bahn, Alkohol, Drogen, Schlägereien, von zuhause abhauen.
Ich hatte täglich Streit mit meinen Eltern, vorallem mit meiner Mutter.
Irgendwann gab meine Mutter auf und meinte nur aus mir wird nix, bis ich 18 bin muss sie auf mich aufpassen und dann schmeißt sie mich raus.
Meine patentante meinte nur sie denkt ich ende auf dem Strich, ja das nenn ich mal aufbauende Worte!
Als ich ca 14 war, war ich in einer Beziehung die fürchterlich für mich war, er hat mich geschlagen und sexuell missbraucht, aber ich konnte mit meiner mutter nicht darüber reden, sie fand ihn ja so toll und ich solle dich bei ihm bleiben.
Zum Glück konnte ich mich von ihm trennen.
Naja so ging es weiter bis ich 17 war.
Ich packte die realschule nicht und musste einen Job suchen, also bewarb ich mich für ein fsj im Krankenhaus, bekam die Stelle und kurz danach begann ich meine Ausbildung zur Krankenpflegehilfe (was mir ermöglichte einen Tag nach meinem 18ten geb auszuziehen, ha Mama du konntest mich nicht rausschmeißen!)
Ich bestand meine Prüfung mit eins und habe das erste mal in meinem Leben vor Glück geweint.
Meine Familie war das erste Mal stolz auf mich!
Ich arbeitete eine weil in dem Job und baute mir erst mal etwas auf.
Dann kam es wie es kommen musste. Erst wurde meine Mutter krank, hautkrebs, sie hat aber alles gut überstanden, dann meine Tante vor zwei Jahren, die Diagnose ALS (die Frau des "onkels")
Diese Familie hat mich fertig gemacht in der Zeit. Jeder heulte sich bei mir aus, für mich hatte keiner ein Ohr.
So pflegte ich meine Tante neben meinem Job noch 1-2 mal die Woche (öfter ging leider nicht wegen der Entfernung)
Mein Bruder beinah sich komplett daneben, kam aber zum Glück nur einmal mit, er ist ein sehr kälter egoistische Mensch.
Als meine Tante starb hatte ich eig keinen Rückhalt der Familie, ich war allerdings der Rückhalt für jeden.
Als das alles einigermaßen verdaut war letztes Jahr der nächste Schock.
Ich befand mich gerade am arsch der Welt für ein Praktikum, ich wusste irgendwas stimmt nicht, da meine Mutter mich dort hin brachte und total komisch war, aber mir nicht sagen wollte was war.
Ich erfuhr das meine Oma Freitags umgekippt war und seit dem im kh war. Gesagt wurde es mir mittwochs, als ich zurück kam.
So es stellte sich raus sie hätte einen Faust großen Tumor im Kopf, sie würde drei Mal operiert und war danach naja, im künstlichen Koma, abhängig von Maschinen.
Aber meine patentante die so eeeetwas esoterisch ist, versuchte jedem zu erzählen das wird schon wieder. Letzten Endes musste ich wieder jedem meine Schulter hin halten.
Ich habe aus all dem gelernt das meine Familie für mich da ist wenn ich bei etwas Hilfe brauche, wie einem Umzug, wenn ich mal das Auto brauche etc, aber emotional ist meine Familie absolut kein Netz für mich.

Verstehen tue ich mich im Übrigen wieder gut mit meinem Vater, dafür hat jetzt meine Mutter ein Alkohol Problem welches sie nicht einsieht.

Abschließend kann ich nur sagen, wir hatten nie viel Geld aber immer was zu essen und saubere Klamotten. An den grundlegenden Dingen hat es also nicht gefehlt, aber es hätte besser sein können


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

24.10.2017 um 15:34
hm ... Famiele Netz usw. Meine Famiele ist tot. Es gibt weder Vater Mutter Geschwister Tante usw. Ich blieb als einzige übrig.


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zer0zzil
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Familienbande: Netz oder Fesseln?

30.10.2017 um 19:25
Mittlerweile........

Mit manch einer Erkenntnis reicher, habe ich erkannt, dass (meine) Familie so nicht existiert, wie ich es mir immer gedacht habe oder wie ich sie empfunden habe.. Eine Illusion sozusagen.. Geprägt von falschen Vorstellungen, Glaubenssätzen und gefüllt von den Erwartungen anderer.. die ich stets nachkommen sollte.

Nach langer inniger Arbeit habe ich sie losgelassen und fühle mich endlich frei.


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Familienbande: Netz oder Fesseln?

30.10.2017 um 20:35
Also Fesseln auf keinen Fall, weil man sich der Familie einfach entsagen kann.


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