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Dorfgründung in Schweden

125 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Aussteiger, Kommune, Selbstversorger ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 02:50
Hallo liebe Allmy-Gemeinde,

da mich gewisse Gedanken schon seit einiger Zeit plagen, ist es an der Zeit, das hier mal zu thematisieren.
Es geht um die Idee eines "Ausbruchs" aus dem gegenwärtigen Gesellschaftsystem.


Warum "ausbrechen"?

Weil es verdammt schwierig ist, in unter den bekannten gesellschaftlichen Umständen ein harmonisches, selbstorientiertes, naturnahes Leben zu führen.

Ein Großteil der deutschen Bevölkerung lebt in urbanen Räumen, einem Straßennetz inklusive Schilderwald und Häuserschluchten. Ursache für die Urbanisierung war einst das Überangebot an Jobs zu Zeiten der beginnenden Industrialisierung. Auch heute noch ist es schwierig, "auf dem Land" einen Job zu finden. Wer es dennoch schafft, sich ländlich niederzulassen, ohne auf einen guten Job verzichten zu müssen, ist hierzulande umgeben von Feldern und angelegten Waldflächen. Die ursprüngliche Naturlandschaft ist nahezu vollständig verdrängt worden.

Der Zwang, Geld verdienen zu müssen, weil wir permanent genötigt werden, unseren (materiellen) Wohlstand zu erhöhen, führt zur noch immer viel zu langen Regelarbeitszeiten von 40h und mehr. An 5 von 7 Tagen die Woche mehr als 8h zu arbeiten, entspricht schlichtweg nicht unseren technologischen Möglichkeiten und erscheint auf den ersten Blick ziemlich absurd.

Nicht nur die Arbeitszeit, sondern auch die Arbeitsbedingungen könnten schlechter kaum sein. Die meisten Arbeitsmarktteilnehmer sind Angestellte, die vom Endprodukt ihres Schaffens keine echte Vorstellung haben. Die allumfassende Macht heutiger Unternehmen und der grassierende Wahn von der Arbeitsteilung führt zur absoluten Entfremdung.

Auch unser Konsumverhalten ist realitätsfremd. Was wir essen (Massentierhaltung, Monokulturen, Waldrodung..), am Körper tragen (Outsourcing, Ausbeutung von Arbeitern im Ausland, Zerstörung ganzer Volkswirtschaften), was wir an Drogen konsumieren oder im Fernsehen/Internet inhalieren.. der Ursprung ist uns meistens fremd, und damit auch das Produkt selbst und all die negativen Erscheinungen, die seine Entstehung und Auslieferung begleiten.

Die soziale Ungleichheit weltweit ist beschämend, Kriege und Unterdrückung, Armut an der Tagesordnung, während die "erste Welt" an ihrem Konsum und ihrer geistigen Stagnation zu ersticken droht.

Und was haben wir erreicht? Ist der Durchschnittsmensch von heute (global betrachtet!) glücklicher, als der in Sippen lebende Durchschnittsmensch von vor 10000 Jahren? Und das Ökosystem? Ist es gesünder als damals?

Nüchtern betrachtet: Was hat uns dieser Wandel eingebracht?

Nicht viel.
Ich spreche hierbei absichtlich nicht vom Fortschritt der Technik, denn dieser ist neutral zu bewerten, ein Werkzeug, dem wir uns bedienen. Es geht einzig um die gesellschaftliche Dynamik, der Tendenz, dass immer mehr Mensch existieren, die gleichzeit immer mehr beanspruchen und um die daraus resultierende Konsequenzen für uns, die wir in dieser Zeit und an diesem Ort unser Dasein fristen.

Jeder, der ebenso denkt, ist in diesem Thread herzlich willkommen!


Meine Idee ist es, mittelfristig eine Alternative zum gesellschaftlichen "Gefängnis" zu finden und den Rythmus des Lebens selbst bestimmen zu können. Hierfür ist die Gründung einer autonomen, autarken Gemeinschaft eine sinnvolle Alternative. Diese soll aber nicht als Staatsersatz verstanden werden, sondern dient lediglich der gegenseitigen Unterstützung. Man könnte auch "Nachbarschaft" dazu sagen, da jeder für sich frei ist und keine gegenseitige Reglementierung von Nöten sein sollte. Gemeinsame Grundstätze sind hingegen unerlässlich. Beispielsweise ist ein gewisser Einklang mit der Natur einfach eine Notwendigkeit, um nicht das zivilisatorische Schema in kleinerem Maßstab fortzuführen..

Praktisch soll es so aussehen:
In Schweden werden Grundstücke erworben, die nicht zu weit voneinander entfernt sind. Auf diesen werden Häuser errichtet, eigene oder gemeinsame Gärten angelegt usw. Wer sich mit pflanzlicher Nahrung nicht zufriedenstellen lässt und Fische nicht ausstehen kann, kann sich Hühner halten. Auch an Technologie muss es nicht fehlen. Durch den Ankauf von Solaranlagen kann eine gewisse Menge Strom erzeugt werden, der je nach Bedarf vom Besitzer der Solaranlage gegen Waren eingetauscht wird.

Worauf muss verzichtet werden?

Auf übertriebenen Überfluss. Da die Natur uns Grenzen setzt, die wir nicht übertreten und beschädigen wollen, ist ungehemmter Konsum nicht mehr möglich. Auch das alte soziale Umfeld ist nur schwer in diese Geschichte integrierbar..





Nun gut.

Schreibt mir eure Ideen, Wünsche oder Einwände. Wer hat ähnliche Pläne und sie sogar schon weiter entwickelt?

Haut inne Tasten und zeigt mir, dass ich nicht der einzige bin, dem dieser ganze zivilisatorische Quatsch hier zuwider ist..


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 02:54
Zitat von planplan schrieb:Da die Natur uns Grenzen setzt, die wir nicht übertreten und beschädigen wollen
Würden wir immer noch so denken, wären wir immer noch in Höhlen und würden uns mit Keulen die Köppe einkloppen.


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 02:56
@-ripper-

Und das begründest du wie..?


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 02:57
@plan

Schreib die schwedische Landwirtschaftskammer (oder wie immer die dort heißt) an und mach mal. Ich nehme nicht an, dass du hier rekrutieren willst. Also was sollen wir antworten?


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 03:04
@plan

Das Ganze kenne ich irgendwie. Wie hiess das Buch schon wieder...

*grübel*


... genau! Gaviotas hiess es. http://www.amazon.de/Gaviotas-Ein-Dorf-erfindet-Welt/dp/3492055079/ref=sr_1_3?s=books&ie=UTF8&qid=1322359312&sr=1-3

In dem Zusammenhang vielleicht lesenswert. Hier noch der wiki-Link: Wikipedia: Gaviotas

Reizvoll wirkt es ja an und für sich schon, allerdings ist es auch nicht wirklich das Leben, das ich anstrebe.


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 03:06
@Branntweiner

Die Idee mit der Landwirtschaftskammer ist ein erster Anfang.
Es geht in diesem Thread um eine Auseinandersetzung mit meiner Idee, um den Ausbau dieser, um einen Austausch Gleichgesinnter.. nenn es wie du willst. Ich habe keine spezielle Intention. Wir sehen was passiert. ;)


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 03:07
Ich habe Angst allein im Wald zu leben... :(


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 03:47
Ich denke in etwa wie plan.

Dazu muss ich sagen, dass ich beide Seiten kenne. Die der "Armut", als auch die des "Reichtums".
Mir ist dabei aufgefallen, je mehr ich besitze, desto mehr habe ich zu verlieren.
Irgendwann habe ich mich gefragt, für wen mache ich das alles eigentlich?
Stellt mich dieses Leben in Reichtum wirklich so zufrieden? Nein!
Was wir brauchen sind Gleichgesinnte, aber jeder der so denkt wie ich wird wissen, dass es schwer ist, solche Gleichgesinnte in einer Welt des Materialismus zu finden. :)
In meiner Armut hingegen gebe ich mich mit Kleinigkeiten zufrieden und besinne mich auf die Dinge, die wirklich wichtig sind.

Das als kleiner Einblick, warum wir zu solchem Denken gelangen^^

Um wieder auf das Thema zurückzukommen:
Habe mir auch schon einige Gedanken über solche Möglichkeiten gemacht, der heutigen Gesellschaft mit einigen Freigeistern den Rücken zu kehren.
Ähnlich wie in "The Beach", aber auch das kostet seinen finanziellen Preis.

Ich hoffe ja doch irgendwie, dass es mal eine riesen Katastrophe auf der Welt gibt, wonach dann wirklich nur die Stärksten überleben.
Ich habe den Konsum satt.
Ich bin es leid, dass wir hier alles on mas haben und in einer anderen Ecke der Welt stirbt alle 5 Sekunden ein Kind am Hungertod.
Das kanns echt nicht sein.

Nun zurück zur Idee. Wie soll sowas gelingen?

Ich denke in erster Linie benötigt es eine Gruppe von Leuten, die fest davon überzeugt sind, dass das genau das richtige für sie ist.
Über alle weiteren Schritte kann man garnicht reden, wenn die Leute fehlen.
Man benötigt auf jeden Fall ein gewisses Startkapital.

Häuser würde ich z.B. gerne aus Holz bauen, dazu müsste wiederum eine Person anwesend sein, die es versteht, ein Haus zu bauen geschweige denn einen Baum zu fällen.
Dann benötigt man wiederum geeignete Werkzeuge.
Ich denke so ganz ohne Gesellschaft kommt man auf Dauer nicht aus. :)

Leider...


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 04:19
@plan

ahja, grundstuecke, vieh, haeuser... kostet in schweden na mal mindestens ne viertel million euro, wenn genug land mit dabei sein soll pro person (!) wohlgemerkt.

und die arbeitszeiten werden sich wohl kaum auf 8 stunden buero begrenzen, da muss dann ernsthaft geackert werden...

viel spass.

p.s. selten sowas naives gehoert.


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 08:47
tWTnA90 41FIpUvm5uL. SS500


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 09:15
@plan
du traust dir also zu, den Status eines "Gründers" zu erfüllen?
Ich nehme an, du hast deine Reise in dein Unterbewusstsein mit allen höhen und tiefen abgeschlossen?
Ich geh davon aus, dass du alle Vorreiter ordentlich unter die Lupe genommen hast und kannst benennen wo deren Fehler zu finden sind?
Ich frage dich, ob du ernsthaft daran glaubst, starke, gefestigte und reife Persönlichkeiten für dein unterfangen zu gewinnen, damit du not-wendige unterstützung erfährst?

Wenn du das alles mit ja beantworten kannst frage ich dich weiter:

Du glaubst ernshaft dass die in der letzten frage genannten, dieses Feld "gesellschaft" hier verlassen, weil sie nicht mehr daran glauben, dass sich etwas bewegen wird?

Ich schlussfolgere, dass du also nur leute wie du einer bist ereichen kannst?
Menschen die schwach, blind,hilflos und ohne jeden glauben an eine neue Gesellschaft sind?

Bitte was soll aus diesem Chaos denn resultieren dass dann da entsteht?


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 09:24
@Kodyjak
Zitat von KodyjakKodyjak schrieb:Ich hoffe ja doch irgendwie, dass es mal eine riesen Katastrophe auf der Welt gibt, wonach dann wirklich nur die Stärksten überleben.
Ich habe den Konsum satt.
Ich bin es leid, dass wir hier alles on mas haben und in einer anderen Ecke der Welt stirbt alle 5 Sekunden ein Kind am Hungertod.
Das kanns echt nicht sein.
Das hoffe ich schon seit Jahren!!!


@plan
ich bin dabei aber das problem ist tatsaechlich geld, mich kotz auch nur noch alles an , werde mir heut kante oberkante gebn und mich dan entscheiden wie ich dieser gesellschaft den ruecken zukehre


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 09:32
@plan


Da hat @Puschelhasi nicht unrecht. Statt eines 7,5 stündigen Büroarbeitstages mit gemütlichen Kaffeepausen, erwartet dich wahrscheinlich 16 stündige Knochenarbeit am Tag. Naturverbunden ja, doch zu so einem Preis, bei den Möglichkeiten von Heute!
Wenn man sich persönlich die Frage stellt, KANN man diesen harten Weg einschlagen, will man zum Wohle der Natur Leben. Nur gemütlicher oder Stressfreier wird der Alltag davon nicht!
Macht man das dann ziehe ich meinen Hut davor denn ich könnte es nicht.

Man muss dem ganzen aber zu Gute halten, daß man Realitätsnahe lebt und somit ein harter Arbeitstag - den man mit eigenen Augen beobachten kann - durch "Sinnerfüllung" klarer bestimmt und geschätzt wird, als ein 7,5 Stunden Bürojob. Denn da sieht man nicht wofür man arbeitet und bei redet man sich negativ ein, Arbeit muss gemacht werden um sie gemacht zu haben und nicht "damit ich es warm habe", "essen habe"...

Dieser 7,5 Stunden Arbeitstag ist der Luxus den wir uns geschaffen haben, durch gesellschaftliches Zusammenspiel und optimaler Koordinierung - wohlgemerkt nicht Optimal für die Natur!

Das einzige was du mit diesem Dorfprojekt machst ist, du gehst dort hin zurück wo wir schon mal waren. Jetzt ist die Frage wohin sich diese Projekt/Leben entwickeln soll? Will man sich die Lebensumstände verbessern/erleichtern dann sind wir wieder beim 7,5 Stunden Job oder willst du Naturbewusst leben?
plan: Warum "ausbrechen"?

Weil es verdammt schwierig ist, in unter den bekannten gesellschaftlichen Umständen ein harmonisches, selbstorientiertes, naturnahes Leben zu führen.
Willst du Naturbewusst Leben in der Ausführung des Dorfprojektes dann geht das aber nicht in dem Einklang mit "selbstorientiertes Leben"! Die einzige Orientierung die du dann zu befolgen hast ist nicht selbstorientiertes Leben, sondern orientiertes Überleben!
Den ganzen Tag mit Selbsterhalt beschäftigt zu sein, hat wenig mit Freiheiten zu tun, sondern gleicht viel mehr einem Zombiehaften Alltag, der weit von selbstorientierten Leben entfernt ist, es sei denn du siehst im Sinn des Lebens: "Leben des Überlebens wegen" (sehr paralell zu: "Arbeit muss gemacht werden, um sie gemacht zu haben").

Denn gerade das Leben mit meinem 7,5 Stunden Job lässt mir Freiheiten für Selbstverwirklichung. In unserem System und in unserer Kastenstellung darf man sich nicht über zu wenig selbstorientiertes Leben beklagen.

Man darf sich aber sehr wohl die moralische Frage stellen, wie weit ist meine Freiheit auf das Leid anderer aufgebaut und auf das Leid der Natur?

Es gibt, grob gesagt, 3 Faktoren die wir versuchen müssen in Einklang zu bekommen.

Die 1 Welt (also WIR), 3 Welt und die Natur! Dank der TEchnologien die wir uns auf Kosten des Sozialdarwinismus und der Natur - einhand gehend - erarbeitet haben, sind wir auf einem Stand der es uns laut World Food Report 2011 erlaubt 9 oder 12 - weis es nicht genau - Milliarden Menschen Nahrungstechnisch ausreichend versorgen zu können. Tun wir aber nicht!
Auch sind wir in der Lage auf Umweltfreundliche Technologien umzusteigen, tun wir aber auch nicht!

Das ganze tun wir nicht, weil wir (1.Welt), die Bestimmer von Faktor 2 und 3, ein wenig Verzicht üben müssten. Können wir aber nicht, weil wir in unserer Popmedienwelt zu Einzelkämpfer getrimmt werden, verführt werden - Mein Auto, Mein Haus..., Geiz ist geil,... Sozialdarwinismus Ole und das obwohl wir ihn nicht mehr brauchen, Voraussetzung, wir erlernen wieder einen gesunden Realitätsbezug zu entwickeln. Hier dient hoffentlich das I-net als gutes Werkzeug für, da man hier freien Meinungsaustausch betreiben kann und nicht der alten Popmedienwelt ala TV und Zeitungen, die nach Lust und Laune "Zeitgeist" implementieren kann/konnte, ohne kritische Stimmen zulassen zu müssen, ausgesetzt ist.

Moralisch betrachtet mag das Dorfprojekt mit der der Natur in Einklang kommen, zum Preise der eigenen Selbstbestimmung, darüber hinaus entzieht man sich aber auch der Verantwortung, die man gegenüber der leidtragenden Menschen hat.


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 11:08
@plan
Zitat von planplan schrieb:Weil es verdammt schwierig ist, in unter den bekannten gesellschaftlichen Umständen ein harmonisches, selbstorientiertes, naturnahes Leben zu führen.
Du willst also harmonisch, selbstorientiert und naturnah leben, in dem du vor der Gesellschaft, vor dem System weg läufst, das dich zu dieser Einstellung gebracht hat, die du nun jetzt vertrittst?!

Wie willst du harmonisch, selbstorientiert und naturnah leben, wenn selbst diese Lebenweisen vom System geprägt sind? Spiegelst du dann noch immer nicht die Gesellschaft, das System, wo vor du so gerne weg laufen möchtest?! Die Gesellschaft hat auch mal so angefangen. Harmonisch, selbstorientiert und natürlich in einigen teilen des Systemes und nicht harmonisch, nicht selbstorientiert und nicht natürlich in anderen teilen des Systemes bzw der Gesellschaft. So ist es heut immer noch. Wo bei die Waage mal auf der einen Seite viel gewichtiger ist als mal auf der anderen Seite.

Das ist jetzt kein versuch deinen Traum zu zerstören, sondern nur ein kleiner Tipp, das du die angestrebten Lebensweisen schon längst erreicht hast, ohne es zu wissen. Spar dir den Erfahrungsweg und den versuch Harmonie, selbstorientiertheit und naturnahes Leben zu erlangen einfach im Gedanken los.

Kämpf weder gegen diese Gesellschaft, noch wirke mit dieser Gesellschaft. Und du wirst sehen, das du vorher blind warst und nun sehend bist. Das heisst du brauchst nicht irgendwo hin zu gehen, damit es dir besser geht :)


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 11:16
@plan
Zitat von planplan schrieb:Der Zwang, Geld verdienen zu müssen, weil wir permanent genötigt werden, unseren (materiellen) Wohlstand zu erhöhen, führt zur noch immer viel zu langen Regelarbeitszeiten von 40h und mehr. An 5 von 7 Tagen die Woche mehr als 8h zu arbeiten, entspricht schlichtweg nicht unseren technologischen Möglichkeiten und erscheint auf den ersten Blick ziemlich absurd.
Und wenn wir diesen Zwang nicht hätten, könnten sich die wenigsten ein Grundstück in Schweden kaufen....


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 11:19
@plan
Hab letztens in einem Autark Forum gelesen, dass so etwas in Planung ist und die halt noch Leute suchen... Ich meine mich zu erinnern das dies aber in Deutschland stattfinden soll und nich in so einem Großen Stil wie du Dir das vorstellst. Aber vielleicht für dich ein Anfang...
Ich hab das jetzt leider auf Anhieb nicht gefunden, reiche ich nach wenn ichs finde. Ansonsten Google dich mal durch Autark-Foren.

Geld entmachten find ich generell gut, gibt da ja auch div. regionale Tausch-bzw. Verleihbörsen für Gegenstände bzw. Leistungen.


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 11:28
@plan


Mir gehts in diesem so schlimmen System eig. ziemlich gut, aber wenn du meinst so etwas durchziehen zu müssen, nun gut...


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27.11.2011 um 11:38
@plan

Guck mal, du bist nicht alleine

(Mit)Aussteiger gesucht!


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 16:52
@Kodyjak

Bäume fällen um Häuser daraus zu bauen, sollte jeder hinbekommen. In Büchern und im Internet findet man so einiges, um zumindest ein Haus zusammen zu basteln, das für den Anfang einen guten Unterschlupf bietet. Diesen weiterzuentwickeln ist dann nur noch eine Sache der während des Baus hinzugewonnenen Erfahrung und der Notwendigkeiten, die neu entdeckt werden müssen (Kamin, Dämmung, Schutz vor Feuchtigkeit, Fenster, Lüftung etc..). Sich eine Unterkunft zu bauen und Nahrung zu beschaffen, liegt in der Natur des Menschen.

Startkapital ist natürlich eine wichtige Voraussetzung für dieses Unterfangen. Land kostet Geld, auch in Schweden oder anderswo. Bei meinen Recherchen durfte ich jedoch feststellen, dass die Grundstückspreise in Schweden zu stemmen sind, wenn man sich einige Jahre zusammenreißt und das Geld nicht für eine große Wohnung, einen tollen Neuwagen oder teure Elektronik hinauswirft.

Und Werkzeuge sowie andere Gegenstände, die man nicht (sofort) selbst herstellen kann, sollten in gebrauchtem Zustand kostenlos oder zumindest sehr billig zu erwerben sein.

Ach ja.. von wegen Katastrophe und so.. ^^
Nun, auch wenn ich in meinen verbittertsten Träumen diese Szenarien hatte.. wünschenswert ist das ganz sicher nicht. Wie ich bereits erwähnte, die Entwicklung der Zivilisation und all ihre Folgen sind in letzter konsequenz nicht bewertbar. Die Evolution in Frage zu stellen ist tollkühn, denn wer weiß, worauf sie hinausläuft? Vielleicht lohnt sich die Plackerei letztlich, so dass eine Art entsteht, die dem Begriff „Allmacht“ sehr nahe kommt und das Elend, dass die Evolution teilweise hervorgebracht hat, wieder ausgleicht..



@Puschelhasi

Natürlich bin ich naiv, wie könnte es auch anders sein? Ich habe keinerlei Erfahrung in dieser Sache, weshalb ich mit dieser Idee an die „Öffentlichkeit“ gehe um Irrtümer auszuräumen.
Allerdings scheint es mir, dass du ebenso wenig in dieser Materie steckst.
16 h Arbeit? 250000€ für ein Grundstück?
Tut mir leid, aber diese Rechnung geht nicht mal ansatzweise auf..

Wieviel Land benötigt man, um davon leben zu können? Wenn man richtig gut und effektiv anbaut, braucht es keine 1000qm Anbaufläche pro Person, solange die Konservierung der Ernte nicht komplett in die Hose geht. Auf einer solchen Fläche kannst du dermaßen viele Kartoffeln unterbringen, Gemüse anbauen, Obstbäume pflanzen.. davon wirst du definitiv satt. Und wenn das nicht reicht, bedienst du dich einem reichen Fischvorrat aus einem anliegenden See oder Fluss.

Und nun schau doch mal, wieviel ein Grundstück (1200qm ohne Haus), das mindestens 30km vom nächsten Dorf entfernt ist, in Schweden kostet. Für 250000€ kann ich dir mindestens 10 Grundstücke zusammenstellen..

Thema Arbeitszeit. 16 h also?
Wo nimmst du diese Zahl denn her? Aus Geschichtsbüchern, Stichwort Mittelalter?
Informiere dich über das Leben eines einfachen Bauern aus dieser Zeit.. und du wirst feststellen, dass deine 16h Blödsinn sind. Im Frühjahr (Saat) und im Herbst (Ernte) kann es Tage geben, an denen man schufften muss, sicher. Aber nimmt man alle 365 Tage im Jahr, so beträgt der Durchschnitt der (echten, unangenehmen) Arbeitszeit keine 4h pro Tag, will man nicht in „Saus und Braus“ leben..

Beweise mir das Gegenteil.



@raschier

„Schwach, blind, hilflos und ohne Glauben an eine neue Gesellschaft“

Was unterstellst du mir/ uns?
Menschen, die das Ideal einer stetig fortschreitenden Gesellschaft ohne Rücksicht auf Verluste nicht teilen, sind schwach, hilflos, charakterschwach und überdies auch noch blind?
Bemerkenswerte Sichtweise, die du da vertritts, chapeau.






Geht gleich weiter, Essen bereitet sich nicht von alleine zu, nich wahr? ;)


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Dorfgründung in Schweden

27.11.2011 um 16:56
@plan
Zitat von planplan schrieb:so beträgt der Durchschnitt der (echten, unangenehmen) Arbeitszeit keine 4h pro Tag
Hoffnungslos optimistisch. Glaub mir, du hast nicht ansatzweise Vorstellung davon, was so alles schiefgehen kann (und wird, solange man nicht Experte ist). Wenn man so was wirklich durchziehen will, muss man sich bewusst sein, dass man - anfangs sowieso, aber später auch immer noch - SEHR VIEL wird arbeiten müssen.


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