Pallas schrieb:Da wurden wir gefragt, wofür wir uns entscheiden wollten und ein junger Mann wollte etwas im künstlerischen Bereich machen (was genau, habe ich vergessen). Jedenfalls meinte die "Betreuerin", ob er sich nicht für Buchhaltung entscheiden will, weil das "männlicher" sei. Ich finde zwar, dass Buchhalter in der Wirtschaft zwar gefragter sind als Künstler, aber die Aussage fand ich doch ein wenig schräg
Wer sich von so etwas beeinflussen lässt, ist mMn aber dann selbst schuld, wenn er nicht zufrieden ist^^
@shionoro Bzgl.: der Förderprogramme für Frauen/Mädchen im MINT Bereich ist mir dieser Zeit Artikel wieder eingefallen:
http://www.zeit.de/karriere/beruf/2013-02/mint-foerderung/seite-2Das ist das Ergebnis, wenn man sich selbst evaluiert:
Glaubt man der internen Evaluation, hatte "Komm, mach MINT" sichtbaren Erfolg. 87.400 Mädchen haben in den ersten drei Jahren an den verschiedenen Projekten teilgenommen. Fast 70 Prozent gaben danach an, eine MINT-Laufbahn anzustreben oder bereits eine eingeschlagen zu haben.
Dann geht es weiter:
Die MINT-Initiativen sieht Jutta Dahlhoff dennoch kritisch. "Der tatsächliche Effekt solcher Projekte lässt sich nicht nachweisen", sagt die Leiterin des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS). Es sei unklar, ob durch die Teilnahme an einer MINT-Veranstaltung die Berufswahl tatsächlich beeinflusst werde. Einer Studie des CEWS zufolge hat sich der Frauenanteil in den MINT-Fächern in den vergangenen 20 Jahren nicht grundlegend geändert.
Das der Einfluss schierig zu bemessen ist, scheint klar. Aus den statistischen Zahlen lässt er sich wohl nicht direkt ablesen.
Die angegebene Studie ist auch verlinkt:
http://www.gwk-bonn.de/fileadmin/Papers/GWK-Heft-21-Frauen-in-MINT-Faechern.pdfIch hab sie nicht gelesen, daher weiß ich nicht, inwieweit die kurze Zusammenfassung in der Berichterstattung stimmt.
Das statistische Bundesamt kann einen besonderen Erfolg der Programme auch nicht bestätigen:
Frauenanteil stagniert trotz Förderung
Das bestätigen auch die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Zwar studieren mehr Frauen Mathematik und Naturwissenschaften, allerdings ist auch die Anzahl der männlichen Studenten gestiegen. So waren 1993 rund 33 Prozent der Studenten in einem mathematischen oder naturwissenschaftlichen Studiengang weiblich, im Jahr 2011 waren es nur vier Prozent mehr. In den Ingenieurwissenschaften stieg der Frauenanteil zwar von 15 Prozent im Jahr 1993 auf 21 Prozent im Jahr 2000. Seitdem stagniert der Anteil jedoch auf diesem Niveau.
Also ich finde den Sinn mancher Programme, kann man schon in Frage stellen, vorallem wenn man die große Anzahl an Initiativen und Programmen betrachtet. Ich habe jetzt leider keine Zahl parat, wie viel Geld dafür ausgegeben wird.
Der Schluss zu dem die Frau vom CEWS kommt, ist halt anders:
"Wir müssen die verkrusteten Strukturen in den Universitäten ändern", sagt Jutta Dahlhoff. Verschulte Strukturen, veraltete Curricula, viel Theorie, wenig Praxis und kaum weibliche Vorbilder – "das schreckt viele Frauen ab".
Also irgendwie sind Frauen doch anders und brauchen andere Umgebungen?