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Altruismus und Egoismus

Altruismus und Egoismus

25.11.2013 um 21:26
@myriada
myriada schrieb:nur, wir frauen, wir sind meist praktisch orientiert und daher liegt mir das thema hier auf der rein realen, existenten, praktischen ebene sehr am herzen.
Mir auch. Obwohl ich keine Frau bin ;) Dennoch liegt der Ursprung jeder Praxis in den Gedanken. Ich mache auch keinen grossen unterschied zwischen Spiritualität, Philosophie, Praxis und Realität denn sie beeinflussen und bedingen sich gegenseitig.
myriada schrieb: wo ansetzen? wo und wann schon ist das system aus seiner natürlichen ordnung gekippt? kann es überhaupt noch in eine balance gebracht werden? welcher schaden an den seelen der menschen ist überhaupt wiedergutzumachen? oder geben wir alles unbesehen einfach weiter? dann wären die weichen gestellt ...
Viele Kulturen und Königreiche sind in der Menschheitsgeschichte entstanden und wieder Untergegangen. Alles hatte seine Ursachen und Hintergründe. Neue Kulturen und Gesellschaften wurden aus den Lehren der vorangegangenen Fehler gegründet und so ist es auch heute noch...
myriada schrieb:... und ich träume wirklich nur von utopia :(
Etwas anderes ist auch nicht möglich, denn Utopia bedeutet die "Nicht-Örtlichkeit". Vor 500 Jahren beispielsweise war eine Leben wie wir es heute leben eine Utopie. ;)


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Altruismus und Egoismus

25.11.2013 um 21:33
Bumbelbee schrieb:Das Problem ist oftmals der Ansatz des Menschen das Utopia da draussen existieren muss bevor wir es erleben können. Utopia ist nicht da draussen, Utopia ist ein Bewusstseinszustand das da draussen ist "nur" der Spiegel unserer Gedanken.
So ist es und es betrifft auch jede Handlung, sei sie bewusst oder unterbewusst, doch immer sind diese an spezifische Gedanken gekoppelt. Jedes Gebäude das man sehen kann war vorher ein Gedanke, jede Kunst, jede Musik, eben alles positive wie negative das der Mensch schafft entstammt einem Gedanken der zur Idee wurde :)
Bumbelbee schrieb:Der Kampf ist nicht schlecht oder gut, der Kampf ist ein Weg der Erkenntnis. Erkenne den Kampf als das was es in Wirklichkeit ist, seinen Wert dann wird es dich auch nicht mehr stören. Der Schmerz oder die innere Ablehnung dagegen ist selbst ein Kampf, der Kampf gegen den Kampf.
So seh ich das auch und so blöd wie das jetzt klingen mag, eine gewisse Gleichgültigkeit würde diese Kämpfe die sich kausal im Kreise drehen dämpfen oder gar beenden. Nennen wir es eine gleichgültige, solidarische Gelassenheit.
Bumbelbee schrieb:Aus meiner Perspektive sage ich gesunder Egoismus ist gut denn das sind Menschen die für sich selbst sorgen können also werden sie weniger zu einer Belastung. Altruistische Menschen sind auch gut denn sie Sorgen sich für einander. Nimmt das eine oder das andere Überhand führt das automatisch zur Selbstzerstörung.
Und genau diesen Aspekt sollte sich jeder Mensch bewusst machen. Die gesunde Dosis im Leben zu finden kann nicht nur zu einem angenehmeren und ausgeglicheneren Leben führen, sondern auch zu einer selbstlosen Selbstbestimmung, wenn es wirklich zum Bedürfnis wird, im Prinzip Egoismus und Altruismus gemeinsam ihre Stärken in einem Menschen kombinieren und sich in wirklich hilfreichen Taten äußern. So wird man Menschen nicht mehr nur einfach helfen, sondern ihnen Wege zur Selbsthilfe zeigen, Wege wie sie ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen können. Aus diesem Grund bin ich auch gegen manche Hilfsorganisation die einfach nur "hilft" in dem sie wahllos Essen und Güter verteilen. Die Chinesen gehen da in Afrika einen recht interessanten Weg, sie bauen selbst Infrastruktur in manchen Regionen auf die sie nach und nach in die Hände von den einheimischen geben, sie sorgen damit auch im Eigeninteresse auch für Bildung und Versorgung. Sie bekommen günstige Rohstoffe und geben diesen Ländern gleichzeitig gewisse Grundlagen Infrastrukturen und soziale Strukturen zu bilden. Das seh ich förderlicher als das reine Rohstoffrauspumpen ;)
myriada schrieb:ich bin jetzt nicht so der große philosoph :), da erinnere ich mich immer an einen witz eines philosophen, den er mir als erklärung gesagt hat, was ein philosoph nun sei, nämlich: "ein philosoph ist jemand, der in einem finsteren, schwarzen raum eine schwarze katze sucht, die gar nicht da ist"
Der Philosoph sucht und fragt nach der Katze, der religiöse glaubt an die Katze und versinnbildlicht diese, der Erleuchtete sieht Raum und Katze als ein Ganzes im Ganzen, egal ob man sie sehen kann oder nicht. Die Intuition sagt einem, die ist da. Ein Nihilist jedoch setzt sich in die Dunkelheit und streift alles gänzlich ab, wobei Nihilismus und Erleuchtung recht nahe beieinander liegen, denn bei der Meditation begibt man sich in das Reich der Gedankenlosigkeit und reinen Wahrnehmung ohne zu Glauben, doch was folgt ist pure Intuition ein Gefühl der Gelassenheit und Leichtigkeit. Denn man hat etwas erkannt wovor der Nihilist seine Augen verschlossen hat. Alles was ist ist Licht, alles was nicht ist, ist der dunkle Raum.

Das geht dann schon in dieses Thema über:
Diskussion: Wahres Selbst?
Diskussion: Selbsterkenntnis
myriada schrieb:auf der spirituellen ebene, da kenn ich mich ziemlich gut aus und daher sind mir eure antworten was nun die spirituelle betrachtung des themas angeht, sehr wohl gut vertraut. und da kann ich jedem nur vollinhaltlich zustimmen. ich sehe es ganz genau so!
:)
myriada schrieb:nur, wir frauen, wir sind meist praktisch orientiert und daher liegt mir das thema hier auf der rein realen, existenten, praktischen ebene sehr am herzen.
Zum Glück kenn ich meine Anima, was das betrifft bin ich sehr androgyn :)
Ich denke diese Einstellung kann man nicht vom Geschlecht abhängig machen, das ist einfach Rationalismus und Naturalismus :)
myriada schrieb:"wenn einer träumt, dann ist es ein traum. wenn viele das gleiche träumen, dann wird es wirklichkeit"
Und ich sage jeder Traum eines einzelnen und von vielen sind schon Teil der Wirklichkeit. Schon wenn ein Künstler träumt und ein Bild malt oder ein Musiker der durch Träume inspiriert wurde kann schon alleine dies auch zum Teil der physischen und materiellen Wirklichkeit :)

Die Wirklichkeit ist alles was wir erlben können, selbst Halluzinationen und Träume, nur ist unsere Aufmerksamkeit dabei eine unterschiedliche.
Bumbelbee schrieb:Mir auch. Obwohl ich keine Frau bin ;) Dennoch liegt der Ursprung jeder Praxis in den Gedanken. Ich mache auch keinen grossen unterschied zwischen Spiritualität, Philosophie, Praxis und Realität denn sie beeinflussen und bedingen sich gegenseitig.
Es ist alles eins, ein Ganzes :)


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Altruismus und Egoismus

27.11.2013 um 17:10
Bumbelbee schrieb: Dennoch liegt der Ursprung jeder Praxis in den Gedanken.
natürlich ist das so. also krankt alles schon am kranken gedanken, oder?

ich schaue gerne dahinter und weiter nach dem dahinter des dahinter. es gibt für alles was wir denken oder sagen oder tun, einen "grund" - einen persönlichen, einen vorgeschobenen, einen fiktiven usw und so fort - und dahinter gibt es den grund hinter dem grund.

wenn unsere gesellschaft und kultur am egoismus krankt, dann liegt es @Bumbelbee und ich sehe es auch so an den kranken gedanken. nur, was ist es dass die menschen krank oder fehlgeleitet denken lässt? da gibt es also dahinter noch etwas.

da zeigt nur auf, wie schwierig oder praktisch unmöglich es ist, die welt zu einer besseren zu machen. und wie es scheint, lernt man(n), frau nicht aus den lehren und erfahrungen der vorgereihten generationen. was klar ist, denn erfahrungen muss jeder selbst erfahren, nur so wird es im gehirn "festgeschrieben" und die persönlichen erfahrungen werden dann zu grabe getragen.

@cRAwler23
cRAwler23 schrieb:Der Philosoph sucht und fragt nach der Katze, der religiöse glaubt an die Katze und versinnbildlicht diese, der Erleuchtete sieht Raum und Katze als ein Ganzes im Ganzen, egal ob man sie sehen kann oder nicht. Die Intuition sagt einem, die ist da. Ein Nihilist jedoch setzt sich in die Dunkelheit und streift alles gänzlich ab, wobei Nihilismus und Erleuchtung recht nahe beieinander liegen,
:) :) gefällt mir :)


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Altruismus und Egoismus

27.11.2013 um 17:32
myriada schrieb:da zeigt nur auf, wie schwierig oder praktisch unmöglich es ist, die welt zu einer besseren zu machen. und wie es scheint, lernt man(n), frau nicht aus den lehren und erfahrungen der vorgereihten generationen. was klar ist, denn erfahrungen muss jeder selbst erfahren, nur so wird es im gehirn "festgeschrieben" und die persönlichen erfahrungen werden dann zu grabe getragen.
Genau so ist es und das ist auch der Grund warum man Geschichte so authentisch wie nur möglich vermitteln sollte, am besten auch mit Besuchen von Orten die man nicht vergessen sollte. Ein empathischer Mensch wird zur Erkenntnis kommen das sich solch leidvolle Geschichte nicht wiederholen darf. Sie wird es aber, da es immer auch empathielose Menschen geben wird die wissen wie sie Empathen manipulieren können oder gar brechen. Die Erfahrung muss jeder selbst machen um zu lernen, jedoch kann man auch nachfühlen und sich in andere hineinversetzen, so auch vergangene Situationen besser verstehen.
myriada schrieb: :) gefällt mir :)
:)


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Altruismus und Egoismus

27.11.2013 um 21:45
@myriada
myriada schrieb:natürlich ist das so. also krankt alles schon am kranken gedanken, oder?
myriada schrieb:wenn unsere gesellschaft und kultur am egoismus krankt, dann liegt es @Bumbelbee und ich sehe es auch so an den kranken gedanken. nur, was ist es dass die menschen krank oder fehlgeleitet denken lässt? da gibt es also dahinter noch etwas.
Krank ist das was nicht so funktioniert wie ich das möchte oder für "richtig" halte. Darum machen mich Krankheiten auch Krank, ich habe scheinbar keine Macht darüber weil ich sie als "da draussen" Wahrnehme. Der Gedanke meiner Machtlosigkeit macht mich schon Krank, es zerreisst mich förmlich im innern.

Warum denke ich nicht an Gesundheit und Freiheit und suche Wege die in meiner Macht liegen und mich gesund bzw gesünder leben lassen? Da ich gesund leben möchte muss ich automatisch auch darauf achten das meine Umwelt gesund bleibt denn auf ihr baut meine Gesundheit auf. Das ganze wird zum Selbstläufer genau wie egoistische Denkweisen welche ihr vermeintliches Glück auf der Unterdrückung und Zerstörung ihrer Umwelt aufbauen. Ein Egoist ist im Grunde ein armer Mensch denn er Kapselt sich von seiner Umwelt ab und zerstört sich früher oder später selbst ebenso wie der Narzisst. Es ist wichtig das man sich selbst liebt der Narzisst aber ist ein armer Mensch denn er kann nie genug von sich selbst bekommen.

Es liegt nicht in meiner Macht welche Gedanken andere Menschen wählen aber es liegt in meiner Macht meine eigenen zu wählen.
myriada schrieb:ich schaue gerne dahinter und weiter nach dem dahinter des dahinter. es gibt für alles was wir denken oder sagen oder tun, einen "grund" - einen persönlichen, einen vorgeschobenen, einen fiktiven usw und so fort - und dahinter gibt es den grund hinter dem grund.
Der Grund hinter dem Grund hinter dem Grund.... Ich kann soweit schauen bis ich in Myriaden Fraktale und Perspektiven zerspringe und genau dann, dann bin ich nicht mehr denn dann bin ich alles...
myriada schrieb:da zeigt nur auf, wie schwierig oder praktisch unmöglich es ist, die welt zu einer besseren zu machen. und wie es scheint, lernt man(n), frau nicht aus den lehren und erfahrungen der vorgereihten generationen. was klar ist, denn erfahrungen muss jeder selbst erfahren, nur so wird es im gehirn "festgeschrieben" und die persönlichen erfahrungen werden dann zu grabe getragen.
Wie kann ich die Welt besser machen wenn es doch kein gut oder schlecht, richtig oder falsch gibt? ;)


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Altruismus und Egoismus

27.11.2013 um 23:02
myriada schrieb:wenn unsere gesellschaft und kultur am egoismus krankt, dann liegt es @Bumbelbee und ich sehe es auch so an den kranken gedanken. nur, was ist es dass die menschen krank oder fehlgeleitet denken lässt? da gibt es also dahinter noch etwas.
Ich empfehle da die "Dialektik der Aufklärung" und/oder "Der eindimensionale Mensch".


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 12:06
@paranomal
ist das ein buch? ich habe davon nie gehört :(
kannst du das ein bisschen ausführlicher erläutern, worum es da geht? danke.

@Bumbelbee
Bumbelbee schrieb:Krank ist das was nicht so funktioniert wie ich das möchte oder für "richtig" halte. Darum machen mich Krankheiten auch Krank, ich habe scheinbar keine Macht darüber weil ich sie als "da draussen" Wahrnehme
richtig.
im medizinrat ist daher auch der allererste schritt, der getan werden sollte, der schritt des wahrnehmens und annehmens dessen was ist. den IST-zustand akzeptieren, denn der ist-zustand ist ein teil von mir.
Bumbelbee schrieb: Ein Egoist ist im Grunde ein armer Mensch denn er Kapselt sich von seiner Umwelt ab und zerstört sich früher oder später selbst ebenso wie der Narzisst.
das problem dabei ist, dass diese menschen nicht nur sich selbst irgendwann zerstören, sie hinterlassen "verbrannte erde" wo immer sie hinkommen. der schaden, und hier spreche ich auch von immateriellem schaden, ist beträchtlich.
Bumbelbee schrieb:Ich kann soweit schauen bis ich in Myriaden Fraktale und Perspektiven zerspringe und genau dann, dann bin ich nicht mehr denn dann bin ich alles...
wo denkst kommt mein nick her? :)


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 15:33
@myriada
Das sind beides Bücher ja. Aber relativ Komplex, vielleicht würde ich zu dem Thema auch einleitend Webers "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" empfehlen. Da werden zumindest die Ursprünge des Leistungsprinzips (und des damit verbundenen Menschenbilds) aus einem ganz netten Ansatz heraus erklärt, wobei die Rolle der Ökonomen (die sich gern mal Rückwirkend beim Darwinismus bedient haben) dort etwas zu kurz kommt.
Wenn du dich vorher allerdings kaum mit Soziologie und/oder Philosophie beschäftigt hast, dann reichen sicher Sekundärtexte^^


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 17:38
@paranomal
:(
also ich glaub, da reichen mir sekundärtexte. wo finde ich das ganze in kurz und prägnant und verständlich? hast du einen link für mich? ich komm mehr aus der mystiker-und-komplemed-ecke, schreib nur lieber hier ... denn in der anderen kategorie ist's mir zu esoterisch und überhaupt und so :) zu viel unkontrolliertes ego unterwegs dort wo ich so ein bisschen mitlese :)


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 17:41
@myriada
Also da reichen dann sicher erstmal die sehr verkürzten Wikipedia Artikel über die Bücher^^


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 19:43
@myriada

Um es zu "vereinfachen" was @paranomal angesprochen hat:
„Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie wollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen. […] schon der Mythos ist Aufklärung, und: Aufklärung schlägt in Mythologie zurück.“

„Seit je hat Aufklärung im umfassendsten Sinn fortschreitenden Denkens das Ziel verfolgt, von den Menschen die Furcht zu nehmen und sie als Herren einzusetzen. Aber die vollends aufgeklärte Erde strahlt im Zeichen triumphalen Unheils. Das Programm der Aufklärung war die Entzauberung der Welt. Sie wollte die Mythen auflösen und Einbildung durch Wissen stürzen.“

Angesichts des Triumphs von Faschismus und monopolistischem Kapitalismus als neuen Herrschaftsformen, denen die Gesellschaft keinen nennenswerten Widerstand entgegensetzt, unterziehen die Autoren den Vernunftbegriff der Aufklärung einer radikalen Kritik. Sie formulieren die These, dass sich bereits am Beginn der Menschheitsgeschichte mit der Selbstbehauptung des Subjekts gegenüber einer bedrohlichen Natur eine instrumentelle Vernunft durchgesetzt habe, die sich als Herrschaft über innere und äußere Natur befestigte. Aufgrund dieses „Herrschaftscharakters“ der Vernunft sei die Aufklärung in Mythologie zurückgeschlagen. Die „Verschlingung von Mythos und Aufklärung“ (Habermas) habe einen universellen Selbstzerstörungsprozess der Aufklärung in Gang gesetzt. Diesem Prozess durch „Selbstbesinnung“ und Selbstkritik der Aufklärung Einhalt zu gebieten, ist ein zentrales Motiv der Autoren.
Wikipedia: Dialektik_der_Aufklärung
Marcuse konstatiert sowohl in der Wissenschaft als auch im öffentlichen Diskurs ein „eindimensionales“ und „positives'“ bzw. „positivistisches“ Denken. Insbesondere die Wissenschaft flüchtete sich aus Furcht vor Werturteilen oder politischer Einmischung in die Empirie und in quantitatives Denken. Grundsätzliche, qualitative Reflexion der gesellschaftlichen Probleme und Aufgabenstellungen fänden in dieser technokratischen Herrschaftswissenschaft nicht statt. Statt die Ungleichheit im Kapitalismus und die nukleare Bedrohung anzugreifen und zu kritisieren, würden diese Probleme nur verwaltet und somit immer neu reproduziert. Marcuse hebt in diesem Zusammenhang einen vom klassischen Marxismus noch nicht beachteten Kapitalismus-Aspekt besonders hervor: Die Manipulation des Individuums, seine Instrumentalisierung durch die suggestive Kraft der Konsumwerbung.

Herbert Marcuse setzt dem die Negation entgegen: einerseits die Verneinung durch Kritik, andererseits die Weigerung, das Spiel mitzuspielen und die Suche nach dem qualitativ Anderen. Marcuse ist bezüglich der Änderung dieser Verhältnisse sehr pessimistisch und betont die stabilisierende, affirmative Kraft des eindimensionalen Denkens.

„Nur um der Hoffnungslosen willen ist uns die Hoffnung gegeben“.
Wikipedia: Der_eindimensionale_Mensch

Zum Teil teile ich diese Sichtweise auch. Nur ist mir diese Sicht zu pessimistisch geprägt. Für mich ist das rein rationale Denken zu selbstbegrenzend. Wobei ich ein Freund der radikalen Aufklärung bin, wie es schon einst die Illuminaten versucht haben. Die Betrachtungen und Haltung gegenüber der Aufklärung ist jedoch bei beiden obigen Beispielen eher selbstkritischer Natur. Selbstbesinnung und Selbstkritik sind dabei Möglichkeiten diese Sache mit anderen Augen zu betrachten, soweit ich das verstanden habe. Ich denke ich muss das auch noch etwas genauer unter die Lupe nehmen, ich weiß nicht ob das Kritik an der Aufklärung und dem reinen Rationalismus ist oder mehr eine Art Selbstreflexion dieser. Ich gestehe das ich das noch nicht verstanden hab.
„Wie können die beiden Aufklärer, die sie immer noch sind, den vernünftigen Gehalt der kulturellen Moderne so unterschätzen, daß sie in allem nur eine Legierung von Vernunft und Herrschaft, Macht und Geltung wahrnehmen?“
Hmm...


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 20:48
@myriada
myriada schrieb:im medizinrat ist daher auch der allererste schritt, der getan werden sollte, der schritt des wahrnehmens und annehmens dessen was ist. den IST-zustand akzeptieren, denn der ist-zustand ist ein teil von mir.
Genau :)
myriada schrieb:das problem dabei ist, dass diese menschen nicht nur sich selbst irgendwann zerstören, sie hinterlassen "verbrannte erde" wo immer sie hinkommen. der schaden, und hier spreche ich auch von immateriellem schaden, ist beträchtlich.
Das ist eine Sichtweise. Betrachten wir das ganze doch mal von einer anderen Perspektive. Die da draussen Zerstören nicht sondern ich lasse mich zerstören. Wenn ich erkenne das ich in Wirklichkeit der Schöpfer bin dann stellt sich auch die Schuldfrage nicht mehr. Die da draussen sind nicht mehr oder weniger Wert als ich, sie zerstören nur weil sie es können. In Wirklichkeit gibt es keine Schuldigen. Manchmal kann erst aus der Zerstörung von alten Strukturen Platz für neues geschaffen werden. Es ist sogar wichtig denn erst daraus entsteht Evolution.

Gleiches gilt für das Immaterielle.....
myriada schrieb:wo denkst kommt mein nick her? :)
:)


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 21:17
@cRAwler23
cRAwler23 schrieb:„Wie können die beiden Aufklärer, die sie immer noch sind, den vernünftigen Gehalt der kulturellen Moderne so unterschätzen, daß sie in allem nur eine Legierung von Vernunft und Herrschaft, Macht und Geltung wahrnehmen?“
Das ist von Habermas richtig?


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 21:34
@paranomal
Jap Jürgen Habermas

Wikipedia: Jürgen_Habermas

Nen interessanter Grenzgänger zwischen der Philosophie und den Sozialwissenschaften.


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 21:57
@cRAwler23
Er kritisierte halt die Einseitigkeit der Kritik, obwohl die in den späteren Schriften von Horkheimer und Adorno eh nicht mehr so massiv ausfiel. Der dialektische Ansatz war halt mehr Ausgeprägt.


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Altruismus und Egoismus

28.11.2013 um 22:41
paranomal schrieb:Er kritisierte halt die Einseitigkeit der Kritik, obwohl die in den späteren Schriften von Horkheimer und Adorno eh nicht mehr so massiv ausfiel. Der dialektische Ansatz war halt mehr Ausgeprägt.
Ein herrliches aber auch nötiges Paradoxon, Kritik an Kritik. Doch am Ende sind auch sie Jäger von Gedankenkonstrukten mit inneren Widersprüchen hier und da. Mir gefällt die Dialektik, in ihr gibt es interessante, sich wiederholende Muster, egal um was es dabei geht.

Was denkst du denn über diese Sichtweisen und allgemein über den dialektischen Ansatz?


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Altruismus und Egoismus

29.11.2013 um 11:49
@cRAwler23
cRAwler23 schrieb:Um es zu "vereinfachen" was
:)
danke, sehr nett von dir mir den text hier hereinzustellen. insofern ist es einfacher, aber ob es wirklich einfach sein wird das wird sich erst zeigen :) ich bin ja nicht von der philosophentruppe

@Bumbelbee
Bumbelbee schrieb:Das ist eine Sichtweise. Betrachten wir das ganze doch mal von einer anderen Perspektive. Die da draussen Zerstören nicht sondern ich lasse mich zerstören. Wenn ich erkenne das ich in Wirklichkeit der Schöpfer bin dann stellt sich auch die Schuldfrage nicht mehr.
ich unterscheide immer zwischen theorie und praxis. in der theorie bin ich oft ziemlich gut :)

was du schreibst, ist eine mögliche betrachtungsweise, die ich voll akzeptieren kann. lebst du das auch in der praxis? in jeder situation? dann ziehe ich wirklich und ehrlich meinen hut vor dir.

in meiner eigenen welt ist es so, dass ich alles und jedes das geschieht, sowohl mir als auch anderen, als etwas betrachte, dass aus einem gewissen grund so und nicht anders geschieht. diese gründe erschließen sich mir nicht immer. ich versuche, möglichst aus allem zu lernen oder zu erkennen welche lernaufgabe mir durch gewisse menschen, durch situationen etc. "geboten" wird. nicht, dass ich das immer freudig annehmen könnte. das ist nicht fatalistisch zu sehen, nein, überhaupt nicht. obwohl vieles was ramesh s. baleskar sagt, nämlich dass wir nicht die handelnden sind, für mich stimmig ist.

so, nun aber zur praxis. in der realen situation schaffe ich es nicht, zu erkennen dass es nur mein kleines ego-Ich (das that's me) ist, dass betroffen oder verletzt usw. ist. daraus entsteht dann auch schmerz und leid. erst im nachhinein schaffe ich es, mich wieder an das ICH (das I AM) zu erinnern.

egoismus und alle seine kolateralschäden an mensch, tier, umwelt entsprringt für mich dem ego-Ich der menschen. das I AM würde niemals ein anderes wesen schädigen wollen.


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Altruismus und Egoismus

29.11.2013 um 21:27
myriada schrieb:ich unterscheide immer zwischen theorie und praxis. in der theorie bin ich oft ziemlich gut :)
Das muss auch so sein, je besser man in der Theorie ist umso einfacher fällt einem die Praxis. Ich vergleiche das immer mit dem Fahrrad fahren. Nur weil ich Theoretisch weiss wie man Fahrrad fährt heisst das nicht das ich es in der Praxis auch kann. Nein, in der Praxis brauche ich Gefühl und Erfahrung die Theorie hingegen ist dabei mein Werkzeug, je besser das Werkzeug umso schneller kann ich es in die Praxis umsetzen.
myriada schrieb:was du schreibst, ist eine mögliche betrachtungsweise, die ich voll akzeptieren kann. lebst du das auch in der praxis? in jeder situation? dann ziehe ich wirklich und ehrlich meinen hut vor dir.
Es ist ein Werkzeug, mein Gehirn ist ein Werkzeug. Es hilft mir in der Praxis, es heisst nicht das ich "Perfekt" bin, alles richtig mache oder besser bin.

Worum es mir bei diesem Beispiel ging ist die Möglichkeit das Positive im Negativen zu erkennen vom Grössten bis zum kleinsten beinhaltet alles Positiv und Negativ. In der Praxis verhilft es mir aus meinem Leiden zu kommen. Denn Leiden bedeutet Schmerz und Machtlosigkeit. Man ist zerrissen weil man etwas möchte das nicht ist und man nichts tun kann. Für mich ist das kontraproduktiv denn mit dieser Betrachtungsweise entsteht Zerstörung aus Zerstörung. Stattdessen sehe ich es als das was es ist, erkenne denn Nutzen oder die Erkenntnis welche ich daraus gewinnen kann. Mann kann dies auf unzählige Dinge in der Praxis anwenden.
myriada schrieb: ich versuche, möglichst aus allem zu lernen oder zu erkennen welche lernaufgabe mir durch gewisse menschen, durch situationen etc. "geboten" wird. nicht, dass ich das immer freudig annehmen könnte.
Das ist auch ein Weiterverbreitete Ansicht "wir sind nur hier um zu lernen" und ich MUSS freude haben wenn ich was gelernt habe.

Ich frag mich da immer, Mensch wirklich?? Warum bist du so hart zu dir selbst?! Ich denke viel wichtiger im Leben ist das man das tut was einem Spass macht. Mag sich egoistisch anhören ist es aber in Wirklichkeit nicht.

So seltsam das auch klingen mag, manchmal denke ich mir auch das die Erde für das Universum ein wahres Utopia sein muss. Denn hier ist es möglich von der siebten Hölle in den siebten Himmel zu gelange und wieder zurück. Wie eine Achterbahnfahrt im Freizeitpark. ;)
myriada schrieb:so, nun aber zur praxis. in der realen situation schaffe ich es nicht, zu erkennen dass es nur mein kleines ego-Ich (das that's me) ist, dass betroffen oder verletzt usw. ist. daraus entsteht dann auch schmerz und leid. erst im nachhinein schaffe ich es, mich wieder an das ICH (das I AM) zu erinnern.
Mitgefühl ist gut aber Mitleid hilft keinem weiter weil daraus nur wieder "Zerstörung aus Zerstörung" entsteht so sehe ich das.
myriada schrieb:egoismus und alle seine kolateralschäden an mensch, tier, umwelt entsprringt für mich dem ego-Ich der menschen. das I AM würde niemals ein anderes wesen schädigen wollen.
Ich sag mir immer, hät ich kein EGO wär ich kein Mensch ;)


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30.11.2013 um 01:00
myriada schrieb:ich bin ja nicht von der philosophentruppe
Das ist weder ne Truppe noch ein Verein bei dem man bestimmte Auflagen erfüllen und einhalten muss. Schon wenn du dich über grundlegendes in deiner Existenz hinterfragst, gedanklich mit den Möglichkeiten spielst und vielleicht sogar die elementaren Dinge deiner Existenz erkennst, kannst du dich eine Lebensphilosophin nennen, gänzlich ohne theoretischen Oberbau ohne Sachtexte zu kennen und gänzlich frei von Vorgaben und Denkschulen. Philosophie wurde verkompliziert und theoretisiert, somit wurde vielen der Reiz entzogen ganz eigene Philosophien zu ergründen und zu erkennen. :)
myriada schrieb:danke, sehr nett von dir mir den text hier hereinzustellen.
Kein Problem :)


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Altruismus und Egoismus

22.09.2015 um 16:09
@cRAwler23


Ich kann noch nicht so viel kluges dazubeitragen, nur ich fand es spannend zu lesen, und frage mich gerade in wie weit meine gedanken davon entfernt sind.


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