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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

103 Beiträge, Schlüsselwörter: Sinn, Zweck, Sinnlosigkeit

Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

13.08.2016 um 15:05
@Izaya

Sinnlos wird vermutlich erst etwas wenn Menschen ein Ziel erreichen wollen, aber genau sehen dass dieses Ziel nie erreicht werden kann und es trotzdem weiterhin versuchen, dann wird etwas sinnlos aus der Sicht von Menschen!


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

13.08.2016 um 16:36
@whiteIfrit
whiteIfrit schrieb:Also sehr wahrscheinlich hat noch nie irgend ein Tier, irgendeinen Gedanken an: Sinnlosigkeit verschwendet!
Vermutlich können sie diesen Gedanken nicht einmal haben! Sie tun es einfach und bereuen nichts!
Dies ist ein darauf, dass die Sinnlosigkeit typisch menschlich ist!
Dazu passt auch Arthur Schopenhauer's Existenzialismus

"Eine schnelle Prüfung der Versicherung, dass der Genuss das Leiden in unserer Welt überwiegt, oder dass ihr Verhältnis auch nur ausgewogen wäre, bestünde darin, die Gefühle eines Tieres, das Gefressen wird, mit denen zu vergleichen, das frisst."


Allerdings auch

"Die Genüsse sind und bleiben negativ. Daß sie beglücken, ist ein Wahn, den der Neid zu seiner eigenen Strafe hegt. Die Schmerzen hingegen werden positiv empfunden. Daher ist ihre Abwesenheit der Maßstab des Lebensglückes. Kommt zu einem schmerzlosen Zustand noch die Abwesenheit der Langeweile, so ist das irdische Glück im wesentlichen erreicht."


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

21.08.2016 um 21:32
Ich halte es da mitunter auch mit Elbert Hubbard, dem Autor eines kleinen Traktats "Jesus war ein Anarchist", der auch sagte:

"Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst ja doch nicht lebend raus".


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

23.08.2016 um 16:53
@Dogmatix

Und was ist, wenn du doch lebend raus kommst ;)

Dann wäre es ein Dilemma, wenn wir uns an nichts erinnern könnten, aus dem vergangenen Leben nichts lernen würden und die gleiche Scheiße immer wieder von neuem beginnt, gefangen in einem unendlichen Karmakreislauf. Einfach nur alles wie gehabt laufen lassen, hilft uns dann auch nicht weiter. Zumindest an unserem Unterbewusstsein müssten wir arbeiten.


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

26.08.2016 um 00:54
@napistum

Interessanter Gedanke. Aber wenn wir uns an nichts erinnern könnten, sehe ich nicht, wieso wir an unserem Unterbewusstsein arbeiten müssten?

Ich weiß eh oft nicht so genau, wo ich gerade bin, im Unter- oder Überbewusstsein.


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

26.08.2016 um 12:09
Jedenfalls sagt Konfuzius:

Wir verstehen das Leben nicht, wie können wir da den Tod verstehen?


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

26.08.2016 um 22:07
@wichtelprinz
@Dogmatix
@whiteIfrit


Absolut nichts macht irgendeinen Sinn, weder Kosmos als Gesamtheit noch die menschliche Existenz - alles hier ist für den luziden Denker absurd und bestenfalls sinnlos. Alles auf diesem Planeten ist zur Vernichtung bestimmt und seit es Bewusstsein gibt haben wir eine neue Hölle unter der Sonne. Seit Jahrmillionen läuft eine Genozidmaschinerie, ein permanentes sich gegenseitig Auffressen, Zerfleischen.
Krankheit, Unsicherheit, Sterben und Tod bestimmten das Leben aller Menschen.
Mein Herz wurde zu Stein als ich realisiert habe, dass alles, woran wir als Kinder geglaubt haben, dazu bestimmt war unsere sinnlose Existenz mit leeren und flüchtigen Vergnügungen zu füllen - angefangen von der Arbeit bis zu den dümmsten Zerstreuungen, unbewusst dessen, dass der Tod uns permanent begleitet, vor welchem wir permanent flüchten.
Wir wandern ziellos mit dem Geschmack eines sinnlosen Lebens durchs Vorzimmer des Nichts, zwischen den Sterbenden und den Toten.


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27.08.2016 um 00:08
@Peisithanatos

Oho. Das wiederum hat zwar meine Sympathie, sehe das aber ein klein wenig anders. Müsste dazu aber etwas länger ausholen. Vielleicht demnächst.
In der Zwischenzeit könnte man diesbezüglich lesen: Schopenhauer. Oder auch die Upanishaden.
Peisithanatos schrieb:dass der Tod uns permanent begleitet, vor welchem wir permanent flüchten
Das nennt Nietzsche den Geist der Rache, des Willens Widerwille gegen die Zeit und ihr "Es war".

Und die Liebe z. B.: die macht für mich schon etwas Sinn.


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

27.08.2016 um 13:28
@Dogmatix

Die meisten Menschen gehen unreflektiert bzw. unbewusst durchs Leben, wie Bioautomaten, die ein vorgegebenes Pflichtpensum erfüllen - sie sehen weder die Fäden an denen sie hängen, noch haben sie die bedeutenden Erkenntnisse verinnerlicht, die für unser Selbstverständnis als Spezies zentral sind.
Was wir als Glück bezeichnen, was uns angenehme Gefühle beschert, resultiert aus dem von der Evolution installierten Motivationsmechanismus in unserem Gehirn - darum tun wir Dinge, tun wir überhaupt irgendetwas. Die kurzen und nichtigen Freuden, die daraus resultieren, sind nicht von Dauer und bald schon versagt der Körper seinen Dienst, nachdem wir mit Nostalgie auf unser vergangenes Leben blicken und es verklären, aber keiner möchte es nochmal durchleben.
Unerfüllte Sehnsüchte und zerstörte Illusionen pflastern den Weg ins Nichts, dazwischen sind wir der völligen Willkür eines unberechenbaren Schicksals ausgesetzt. Dumm kommt der Mensch in die Welt, dumm gehen die meisten aus der Welt und es wird so sein als hat er nie existiert und alle Dinge und Menschen, die wir jetzt sehen, werden bald schon nirgends mehr sein.
Schopenhauer war sicher ein Wendepunkt, denn an den Menschen und ans Leben zu glauben, ist ein intellektuelles Verbrechen und so war dann auch das Leben etwas, was seiner Meinung nach nicht sein sollte.
Abschließend.. es gibt sicher auch Momente des Behagens und der Lust ... aber ich glaube nicht, dass die Bilanz des Gesamtbewusstseins aller Lebensformen am Ende positiv ausfallen wird. So sehe ich die Dinge... nicht dogmatisch, ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

27.08.2016 um 13:57
@Peisithanatos

Danke für die Mühe der Antwort! Hab grad nicht so viel Zeit. Dies:
Peisithanatos schrieb:Nostalgie auf unser vergangenes Leben blicken und es verklären, aber keiner möchte es nochmal durchleben.
d. h. die Frage der Nostalgie und der Möglichkeit einer Wieder-holung ist ein faszinierendes Thema. Wieso aber ist Nostalgie heute ein kultur-psychologisch so grassierendes Phänomen? Sogar in der Populärkultur?

Wie gesagt, sehe das ein bischen anders. Danke und demnächst mehr.


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

29.08.2016 um 13:36
@Dogmatix
Dogmatix schrieb:In der Zwischenzeit könnte man diesbezüglich lesen: Schopenhauer. Oder auch die Upanishaden.
Welche Bücher kannst du da von Schopenhauer empfehlen? Ich hatte mir aus der Bibliothek "Metaphysik der Natur" und "Metaphysik des Schönen" ausgeliehen, muss aber zugeben, dass diese Bücher für mich kaum leserlich sind. Hab halt bisher her nur Bücher über Schopenhauer gelesen, oder zahlreiche Zitate von ihm, aber seine Bücher direkt zu lesen ist für mich schon harter Tobak, seine Metaphysik Bücher scheinen auch schon etwas Vorwissen vorauszusetzen. Die Welt als Wille und Vorstellung werde ich mir wohl als nächstes ausleihen, gilt ja als eines seiner Schlüsselwerke.

Die Upanisaden lassen sich aber nicht innerhalb von ein paar "Tagen" durchlesen, eher Jahrzehnte^^
Die Bhagavad Gita ist auch bedingt zu empfehlen, allerdings muss man bei der ganzen Vedanta Kultur aufpassen, nicht in den Bannkreis des Krisna Kults zu geraten, ich hab halt die Übersetzung von Bhaktivedanta Swami Prabhupada gelesen, und um ihn herum entstand ja die Sekte, derjenigen, die sich selbst Krishnabewusste nennen, umgangssprachlich als "Hare Krishna"(Energie Gottes) bekannt.
Man sollte da schon verschiedene Übersetzungen vergleichen, ursprünglich sinde und die Upanishaden ja mit dem Hinduismus verknüpft, oder Brahmanismus? Ich kriege es grad nicht mehr so gut auf die Reihe, ist schon länger her, dass ich einzelne Abschnitte der Veden und Upanishaden las. Mir das ganze Vedanta(Veda=Wissen, Anta=Ende) drumherum aber auch schon zu Gotteslastig, wenn auch nicht ganz so schlimm, wie Bibel oder Koran. Die Upanishaden enthalten ja durchaus auch philosophische Texte und man könnte Gott auch einfach metagnostisch als Metapher für den Sinn, oder erhabene Prinzipien auffassen, solange man nicht von Krishnas eingelullt wird^^
Aber stimmt, die Uralte Vedanta Kultur soll langeblich ja die Hauptinspirationsquelle von Schopenhauer gewesen sein. Vor allem wenn er vom Erhabenen, oder vom objektiven Weltauge spricht, wobei mir sein antiindividueller/kollektivistischer Objektivismus grad auch überhaupt nicht gefällt, Schopenhauer schien schon ziemlich griesgrämend Lustfeindlich zu sein:

"(...)also das eine Weltauge, was aus allen erkennenden Wesen blickt, aber nur im Menschen so gänzlich frei werden kann vom Dienste des Willens, daß das Bewußtseyn im Erkennen allein besteht: sobald dieser Zustand eingetreten ist(und er tritt ein sobald wir die Dinge ästhetisch d.h. rein objektiv betrachten), dann ist der Unterschied der Individualität und alles sie betreffenden gänzlich aufgehoben: es ist einerlei welchem Individuum das schauende Auge, das rein erkennende Bewußtseyn angehört, ob einem mächtigen Könige oder einem gepeinigten Bettler: es ist dann einerlei ob man den Untergang der Sonne aus einem Kerker zusieht, oder aus einem Palast.* Denn wir sind alsdann auf ein Gebiet versetzt über dessen Gränze weder Glück noch Jammer uns folgen kann: es ist das Gebiet des rein objektiven Erkennens: auf diesem sind wir allemal unserm Jammer gänzlich entronnen, und dies Gebiet liegt uns beständig nahe: allein meistens fehlt uns die Kraft des Geistes, um uns lange darauf zu erhalten(...) " Metaphysik des Schönen, Kapitel 8: Vom subjektiven Antheil des ästhetischen Wohlgefallens

*Das halte ich für einen bloßen Wunschgedanken, wie soll sich jemand, der grad in einer Folterzelle steckt, am Sonnenaufgang erfreuen? Aber sind ja eh alles nur sinnlose Gendankenexperimente, da stellte sich es Schopenhauer zu einfach vor. Seine absolute Objektivität halte ich auch für bloße Angst vor der Erkenntnis des Chaos. Im Omnniversum(Summe aller möglichen Arten von Multiversen) gibt es keine Göttliche Ordnung, also absolute Ordnung. Klar kann der Sonnenuntergang schön sein, ich betrachte ihn zu flüchtigen Zeitpunkten auch genüsslich, aber das bleibt Willkür. Und warum wollen eigentlich alle Lehrer immer das Individuum auflösen, dann bleibt doch nichts mehr von Bedeutung übrig. Denn wenn alles eins ist, ist aber auch alles einerlei und vollkommen belanglos.


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30.08.2016 um 15:30
In der Natur ist nichts sinnlos , nicht einmal der Tod eines Tieres oder einer Pflanze . Das Einzige was sinnlos ist , sind die skurrilen und absurde Gedanken der Menschen ! 😳


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wichtelprinz
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30.08.2016 um 16:10
@NoEresMiAmigo
Nichtvehercso das was als einziger Sinn generieren und erleben kann der Mensch ist?


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30.08.2016 um 16:16
@wichtelprinz
Ich verstehe nur Bahnhof !? 🚉


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30.08.2016 um 17:02
@napistum
napistum schrieb:Und warum wollen eigentlich alle Lehrer immer das Individuum auflösen, dann bleibt doch nichts mehr von Bedeutung übrig. Denn wenn alles eins ist, ist aber auch alles einerlei und vollkommen belanglos.
All das, was die verschiedenen Religionen anbieten, von Ritualen, Meditation bis hin zur "Ich-Auflösung", sind doch nicht mehr als mentale Praktiken, um sich in einer undurchsichtigen und teilweise absurden Existenz zurechtzufinden? Also reine Bewältigungstrategien, ein sich Betäuben und Interpretieren der Welt, so dass man sich darin besser fühlen kann, was nicht unbedingt mit Wahrheit oder Erkenntnis zusammenhängt denn, behagliche Gefühle sind leider kein Wahrheitskriterium.
napistum schrieb:Im Omnniversum(Summe aller möglichen Arten von Multiversen) gibt es keine Göttliche Ordnung, also absolute Ordnung.
Mir erscheint die Natur auch eher indifferent und ateleologisch - es gibt darin kein Zusteuern auf ein Ziel, oder Absichten - die Dinge passieren, weil sie passieren müssen, indem sich Zufall und Notwendigkeit miteinander verschränken.


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wichtelprinz
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ehemaliges Mitglied

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30.08.2016 um 17:30
@Peisithanatos
Peisithanatos schrieb:All das, was die verschiedenen Religionen anbieten, von Ritualen, Meditation bis hin zur "Ich-Auflösung", sind doch nicht mehr als mentale Praktiken, um sich in einer undurchsichtigen und teilweise absurden Existenz zurechtzufinden? Also reine Bewältigungstrategien, ein sich Betäuben und Interpretieren der Welt, so dass man sich darin besser fühlen kann, was nicht unbedingt mit Wahrheit oder Erkenntnis zusammenhängt denn, behagliche Gefühle sind leider kein Wahrheitskriterium.
ich vermag da aber auch eben anderes darin zu erkennen. Auch eben dieses "nicht mehr benennen können", unterordnen, hingeben.
Ich meine, was bleibt einem anderes übrig mit einer Erkenntnis das alles was passiert in der Natur eine Verschränkung von Zufall und Notwendigkeit sind.


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13.09.2016 um 11:39
@napistum

tschuldige für die späte antwort, bin nicht so oft da aus zeitmangel

sinnlosigkeit, macht manchmal spaß und manchmal nicht. das steht fest.

sinnlosigkeit macht sinn, wenn es der seele freude macht... herumalbern, spielen usw harmlose dinge meine ich damit... so kann auch manchmal sinnloses weinen sinn machen, weil es die seele reinigt und einfach dazu gehört

ich glaub es geht um das erfahren, der selbstverantwortung für den sinn im leben... das fühlen der selbstwirksamkeit, wenn man etwas geschafft hat und einem das leben nicht schafft und es keiner schafft uns den sinn zu rauben... insofern wird auch sinnloses in sinnvolles gewandelt...
um es unterscheiden zu können, braucht es beide pole... so hat auch wiederum sinnloses, sinn ergeben...

jetzt hör ich auf, sonst fang ich noch an FAUST zu zitieren ;-) :-)


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

13.09.2016 um 12:25
@Malajka

Ja, sehr schön ausgedrückt :)

Genau, es muss nicht alles "Sinn" ergeben. Unsere zu hoch gesteckten Erwartungshaltungen und Verplantheit verhindern, die Kleinen einfachen "sinne" des Lebens spontan anzunehmen und auch überhaupt Freude empfinden zu können. Ich denke, es kann letztendlich nur unglücklich und sogar vollkommen handlungsunfähig machen, wenn man krampfhaft einen Sinn hinter jeder Handlung sehen will, scheinbar sinnlose Dinge nicht so akzeptieren kann wie sie sind. Aber vielleicht lernt man halt doch was, aus dem vermeintlich sinnlosen.

Wie gesagt, ich glaube der 1 tiefe Sinn des Lebens , der hinter allem steckt existiert nicht. Aber das muss er ja auch auch gar nicht, denn es gibt unendlich kleine Sinne, die für jede Erfahrungswelt was anderes bedeuten. Denen wir manchmal sogar für kurze Zeit begegnen, wenn wir es am wenigsten erwarten. Es sind manchmal wirklich nur Kleinigkeiten, auf die es ankommt und der rastlose Blick auf das vermeintlich große Ganze versperrt uns den Blick auf alle kleinen schönen Dinge, die genau vor unseren Augen liegen, wir aber unentwegt immer wieder verklären. Man muss ja auch nicht den, vielleicht sinnlosen, Blick in die Sterne erklären um darin etwas vage erhabenes zu empfinden.

hm, vielleicht habe ich da Schopenhauer auch mißverstanden, als er vom Sonnenuntergang sprach, fällt mir grad auf.


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Wie viel Berechtigung besitzt die Sinnlosigkeit

07.10.2016 um 21:40
@napistum
napistum schrieb:
hm, vielleicht habe ich da Schopenhauer auch mißverstanden, als er vom Sonnenuntergang sprach, fällt mir grad auf.
Ja, ich denke auch, dass Du ihn missverstanden hast in seiner Aussage. Wobei es wirkich auch nicht grad einfach ist, seinem Gedankengang zu verstehen.


Du schriebst auf diese Aussage von ihm:
Schopenhauer schrieb:
es ist einerlei welchem Individuum das schauende Auge, das rein erkennende Bewußtseyn angehört, ob einem mächtigen Könige oder einem gepeinigten Bettler: es ist dann einerlei ob man den Untergang der Sonne aus einem Kerker zusieht, oder aus einem Palast.*
napistum schrieb:
*Das halte ich für einen bloßen Wunschgedanken, wie soll sich jemand, der grad in einer Folterzelle steckt, am Sonnenaufgang erfreuen? Aber sind ja eh alles nur sinnlose Gendankenexperimente, da stellte sich es Schopenhauer zu einfach vor.
Er stellt es sich eigentlich ganz und gar nicht einfach vor, denn er meinte zu genau diesem Punkt, ich zitiere ihn mal und die wichtigste Aussage fett:
napistum schrieb am 29.08.2016:Denn wir sind alsdann auf ein Gebiet versetzt über dessen Gränze weder Glück noch Jammer uns folgen kann: es ist das Gebiet des rein objektiven Erkennens: auf diesem sind wir allemal unserm Jammer gänzlich entronnen, und dies Gebiet liegt uns beständig nahe: allein meistens fehlt uns die Kraft des Geistes, um uns lange darauf zu erhalten
Mir kam spontan zu Schopenhauers Aussagen eine Erzählung eines Soldaten im Krieg in den Sinn, welche ich in einem Buch einmal las.
Leider weiss ich nicht mehr weder Titel noch Schriftsteller, da es schon seehr lange her ist, als ich es las. Aber diesen Ausschnitt fand ich sehr eindrücklich, und der ist mir gut im Gedächtnis geblieben:

Dieser Soldat also befand sich im Schützengraben, er hatte sich wohl noch in letzter Minute dort hinein retten können, und lag dort nun zusammengekauert und voller Angst. Über seinen Kopf hörte er die Granaten einschlagen und die Luft war erfüllt von allerlei schrecklichen Kriegsgeräuschen und Gerüchen. Er hatte die Augen fest zusammengekniffen, aber irgendwann öffnete er sie und erblickte auf einmal vor sich eine kleine unscheinbare Blume. Wohl ein kleines Gänseblümchen oder dergleichen. Er betrachtete sie voller Staunen, dass sie in diesem kargen Erdreich wuchs und blühte, und konnte den Blick gar nicht mehr abwenden

Dabei vergass er alles andere um sich herum - den Kriegsschauplatz und seine ganze verzweifelte und schreckenerfüllte Lage, in der er sich befand. Allerdings ging es ihm nach einer zeitlang so, wie es Schopenhauer dann ja auch aussagt:
napistum schrieb am 29.08.2016:allein meistens fehlt uns die Kraft des Geistes, um uns lange darauf zu erhalten


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07.10.2016 um 22:34
@elfenpfad

Ja, die Blume im Schützengraben ist auch ein wunderbar passendes Bildnis :)
napistum schrieb am 29.08.2016:Denn wir sind alsdann auf ein Gebiet versetzt über dessen Gränze weder Glück noch Jammer uns folgen kann: es ist das Gebiet des rein objektiven Erkennens: auf diesem sind wir allemal unserm Jammer gänzlich entronnen, und dies Gebiet liegt uns beständig nahe: allein meistens fehlt uns die Kraft des Geistes, um uns lange darauf zu erhalten
napistum zitierte, nicht napistum schrieb ;)


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