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Anarchie

306 Beiträge, Schlüsselwörter: Anarchie
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Anarchie

24.02.2005 um 23:35
@hi all

Der Begriff Anarchie leitet sich aus dem Griechischen (αναρχία "Führerlosigkeit") ab und bedeutet eigentlich Abwesenheit von Herrschaft durch einzelne ("Führer").

Oft wird Anarchie verwechselt bzw. (meist von ihren Gegnern) bewußt verfälschend gleichgesetzt mit Anomie (=Gesetzlosigkeit) bzw. Chaos.

Herrschaft, wie wir sie kennen, ist keine zeitlose Institution. Neben und vor allem vor dem welthistorischen Beginn der Herrschaft hat es logischerweise und tatsächlich Anarchie gegeben. Noch bei manchen rezenten Naturvölkern kann von Herrschaft einzelner keine Rede sein. Die Mbuti etwa lebten ohne Macht von Führern, mithin in einer Anarchie. Die Abwesenheit von Gesetzgebern und Gesetzen kennzeichnet das Leben der Mbuti auch als 'gesetzlos'. Aber ohne Ordnung war ihr Leben deshalb mitnichten.

Neben den sozusagen natürlichen Formen der Anarchie außerhalb der Zeiten und Territorien der Einzelherrschaft gibt es die bewusst gewählten Formen der Anarchie innerhalb etablierter Herrschaftsräume; siehe Anarchismus.


Kritik am Anarchismus

Da der Anarchismus keine Staatsform darstellt, er im Gegenteil staatliche Herrschaft ablehnt, fällt der Entwurf und die Umsetzung von Gegenmodellen zu gängigen Staatsstrukturen schwer. Die meisten Gegenmodelle abseits des Anarchismus hinterfragen kaum oder gar nicht den Staat als solches und können daher viel mehr auf einem bestehenden Verständnis aufbauen. Aufgrund der Kritik staatlicher (Herrschafts-)Strukturen an sich kann es auch kein Beispiel eines "anarchistischen Staates" geben.

Für viele Kritiker des Anarchismus stellt sich die Frage, wie Gewaltenteilung, die Gewährleistung der Menschenrechte und der Justiz, der Infrastruktur zur Versorgung der Menschen, der Bildung und anderem im Anarchismus realisiert werden sollten, zumal dann, wenn die Umsetzung des Anarchismus sich auf größere Gesellschaften auswirken soll.

Dennoch gab es historisch mehrere Versuche, anarchistische Strukturen, zumindest in Ansätzen, auch in größeren Gesellschaften umzusetzen, beispielsweise bei der Pariser Kommune 1871, in der Ukraine zwischen 1917 und 1922 durch die Machnotschina, zeitweilig in der Münchner Räterepublik 1919 oder während des spanischen Bürgerkriegs zwischen 1936 und 1939 in Katalonien und dessen Hauptstadt Barcelona durch die CNT. Alle diese Umsetzungsversuche anarchistischer Gesellschaftsorganisation scheiterten in der Regel nicht aus sich selbst heraus, aber teilweise doch relativ schnell durch gewaltsame Niederschlagung von außen. Relativ lange konnten sich das anarchistische Modell der Machnotschina unter den Bedingungen des Russischen Bürgerkriegs sowie der Anarchosyndikalismus in Katalonien unter den Bedingungen des Spanischen Bürgerkriegs halten. Kritiker betrachten diese längerfristigeren Ausnahmen als Nischenmodelle, da die Gegner des Anarchismus zunächst vorrangig andere Feinde hatten, gegen die auch Anarchisten zeitweilig Verbündete waren. In Russland waren diese Feinde die konterrevolutionären "Weißen Armeen", in Spanien waren dies die faschistischen Truppen Francos.

Auch wird den Anarchisten vorgeworfen, dass in den genannten Beispielen die selektive Konzentrierung der "Macht" in bevorzugten, wenn auch bis dahin eher machtlosen Gruppen (Arbeiterräte, Soldatenräte, Gewerkschaften, Partisanenbewegungen) wiederum eine Herstellung einseitiger Herschaftsstrukturen unter Ausschluss weiterer Bevölkerungsschichten darstellte. Weiterhin wird in diesem Sinne behauptet, dass es noch nie, weder aktuell noch historisch eine Gesellschaft ohne Herrschaftsstrukturen gab bzw. gibt. Grundsätzlich unterscheiden sich aber anarchistische Vorstellungen von beispielsweise marxistisch-leninistischen Vorstellungen dadurch, dass sie niemanden ausschliessen wollen (wie bei der Diktatur des Proletariats) und jegliche Machtkonzentration einzelner Gruppen ablehnen (Rätemodell). Räte sollten in allen Bevölkerungsschichten entstehen. Historisch allerdings wandten sie sich gegen diejenigen, die real (nach Ansicht der Anarchisten illegitim) konzentrierte Macht innehatten, und sich durch Anarchisten daher bedroht sahen.

Obgleich Ideen des Anarchismus Impulse für das Herausbilden von Demokratien und Formen des Arbeitskampfes gegeben haben, besitzt der Anarchismus in der Gegenwart kaum Unterstützung in der Mehrheit der Bevölkerung. Zudem wird er oftmals mit einem Zustand des "Chaos" assoziiert. Vorgeworfen wird dem Anarchismus auch ein Teil seiner Geschichte, bei dem viele gewaltsame Anschläge verübt wurden.

Heutzutage stehen auch den Anarchisten nahestehende Gruppierungen wie die sogenannten Autonomen seitens der Gesellschaft in der Kritik wegen ihres teilweise gegnerischen Verhältnisses zum bürgerlichen Recht und dem Gewaltmonopol des Staates.

Diskussionen um den Anarchismus drehen sich auch häufig um die Frage, ob es eine Natur-gegebene (früher Gott-gegebene) Ordnung der Gesellschaft im Sinne einer Hierarchie gibt, die bereits im Wesen des Menschen angelegt sei. Dieser Konflikt spiegelt sich auch in der Wissenschaft, die sich darüber nicht einig ist (vgl. auch Biologismus), aber darauf verweist, dass die Mehrzahl der bisherigen Gesellschaftsmodelle hierarchisch aufgebaut waren.

Wikipedia: Anarchismus


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Anarchie

24.02.2005 um 23:40
@target

Dann sind wir dergleichen Meinung. Wenn man eine totale Anarchie schaffen will, braucht man auch absolut bewusste Menschen. Ohne dieses Bewusstsein sind Regeln natürlich von äußerster Notwendigkeit, will man denn ein friedliches Zusammenleben garantiert haben. Das wollte ich auch nie leugnen. Bis man jedoch ohne Regeln miteinander auskommen kann, wird aber wohl noch eine lange Zeit vergehen müssen.

Sieben Todsünden:

„Reichtum ohne Arbeit. Genuss ohne Gewissen. Wissen ohne Charakter. Geschäft ohne Moral.
Wissenschaft ohne Menschlichkeit. Religion ohne Opfer. Politik ohne Prinzipien.“ (Dalai Lama)


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coelus
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Anarchie

25.02.2005 um 00:03
@jocelyn

Bitte und finde es schön dass wir uns verstehen.

Nun gut, gegen mehr Nachdenken, habe ich mich eigentlich nicht ausgesprochen, oder? ;)

Einen wesentlichen Teil meiner Erfahrungen entspringen tatsächlich aus der Kybernetik. Nicht nur aus der Analyse komplexer Systeme und deren Theorie, sondern auch deren Umsetzung/Realisierung in die Praxis (Technisch). Gerade wegen solchen Erfahrungen und anderen Auseinandersetzungen, entspringen die gemachten Überlegungen und führen (unweigerlich) zu deren Grundsätzen…!

Zum Punkt „Verantwortungsbewusstsein“ unabhängig vom vorherrschenden Gesellschaftssystem, habe ich hier eine Ausführung dargestellt.

Diskussion: Freie Marktwirtschaft - Freie Ideale? der 00:24 Post

Jetzt müsste ich aber gegen Fragen, warum den eine Anarchie diese (welche?) Probleme nicht lösen kann?

Ich habe Frederic Vester nicht gelesen, kann mir aber gut vorstellen, dass er sich mit Steuer- Regelsysteme (Kybernetik) auseinander gesetzt hat und eben auf den Schluss der Grundsätze gekommen ist, die eine Möglichkeit darstellen, um „geniale“ Systeme (Vernetzung) zu bilden… Danke, schaue es mir natürlich an.

MfG coelus


@all

Ich bin nach wie vor zuversichtlich, was das Bewusstsein anbelangt. Je länger wie mehr, haben wir sowieso keine ander "Wahl", ausser wir nehmen die bedingungslose Kapitulation in Kauf, was nichts anderes als unseren sicheren Tod (psychisch als auch physisch) bedeuten würde...

Also brauchts weiterhin den frohen Mut und der Wille zur konstruktiven Tat. ;-)

Ich weiss, dass ich nichts weiss (sokrates)


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Anarchie

25.02.2005 um 01:34
also ich sage anarchismus ist sehr schwer umzusetzen so wie auch der kommunismus. das sind eben extreme formen wozu der mensch nicht oder noch nicht gewachsen ist. in der theorie ist alles so einfach aber praktisch fast unmöglich, doch das liegt nicht am konzept sondern am menschen diese auch auszuführen. ich selber bin für kommunismus doch habe ich trotzdem menge kritik gegenüber kommunistischen oder sozialistischen staaten weil sie einfach nicht nach dem kommunismus arbeiten sondern nur teilweise und dadurch kann es einfach nicht funktionieren. der anarchismus ist einfach zu unglaublich, da stelle ich mir die umsetzung des kommunismus leichter vor im gegensatz zu anarchismus. doch ich finde beides sehr interessant und bin traurig dass die menschen nach soooo vielen jahren immer noch nicht berreit sind oder so unterentwickelt sind um einen anarchistischen oder kommunistischen staat zu gründen. wie armseelig die menschheit doch ist, anstatt immer bessere pc's, chips, autos etc. herzustellen und weiter zu entwickeln, sollten sie sich an sich selber arbeiten und versuchen sich als mensch weiter zu entwickeln. aber ich möchte nicht sagen dass die technischen errungenschafften ein scheissdreck ist im gegenteil doch wir vergessen dass wir nicht nur maschinen weiter entwickeln können wir können uns auch als mensch geistig weiter entwickeln.

Oh wunderbares Glück,Denk doch einmal zurück:Was hilft mir mein Studieren,Viel Schulen absolvieren? Bin doch ein Sklav', ein Knecht.
Oh Himmel, ist das recht?


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scanners
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Anarchie

25.02.2005 um 06:48
@barbudo
Bin deiner Meinung
Anarchie währe vom Grundgedanken her ne gute idee, ich halte aber den kommunismus für genauso undurchführbar.

Warum?

Geldgeil
Egoistisch
Machtbesessen

sind leider immer noch Eigenschaften vieler Menschen,
und solange sich das nicht ändert... müssen wir wohl mit demokratie zurecht kommen...

und selbst die ist in der rtealen umsetzung nur ein abklatsch dessen, was der Begriff an sich verspricht


Rechtschreibfehler könnt ihr behalten !!


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Anarchie

25.02.2005 um 07:21
"Warum?

Geldgeil
Egoistisch
Machtbesessen "

aber das ist nicht überall so, es wird uns hier und der westlichen welt von Grund auf Anerzogen, Konkurrierend, Egoistisch, Gierig usw. zu sein...also kennen wir es auch nicht anders, aber es geht auch anders. Man kann Menschen zu Demokraten, Kommunisten, Faschisten, Kapitalisten usw. erziehen, warum also nicht auch zum aNaRcHiSmUs?

"Freiheit ist nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Konsumgütern!"

"Denken ist der Schlüssel zur Freiheit"
"Deutschland einig Zombieland"


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jocelyn
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Anarchie

25.02.2005 um 07:33
@anarchist Das geht schon, bloß wohl nur in nem abgeschlossenen System mit nicht gerade vielen Leuten. Global müssten ja alle 6 Mrd Menschen (oder wie viele es halt grade sind) auf einmal in dieses Modell übergehen! Das sieht schon schwieriger aus!?

Der Horizont der meisten Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null, und das nennen sie ihren Standpunkt


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coelus
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Anarchie

25.02.2005 um 08:18
Siehst du @NaRcHiSt, am Ende gibt es keine „bessere“ Gesellschaftsform, als den Kommunismus, Anarchie oder Urchristentum, es gibt kein gerechteres System, das man sich für den Menschen denken kann!

Wenn man am diskutieren ist und den Skeptikern die Argumente ausgegangen sind, so bleibt ihnen nur noch, es gehe nicht, weil der Mensch seine Haltung ändern müsse, - was absolut „korrekt“ ist - die Selbstverantwortung übernehmen und das wäre ein Ding der Unmöglichkeit… *-gg*

Wenn wir aber hier nun wieder genau betrachten, wer den zu diesem Schluss kommt, das der Mensch selber das Problem sei, er zu egoistisch sei usw., so sind es eben gerade diese Menschen selbst, die sich das selber auch nicht zu trauen und das sind eben noch viele… So denken die meisten Menschen und solange wie so gedacht wird, ändert sich leider auch nie etwas und das Unterfangen wird demnach auch nicht gestartet!

Man könnte meinen die meisten Menschen sind abergläubisch und glauben noch an irgendwelche „Wunder“ und die „Besserung“ des Menschen werde vom Himmel herab auf ihn regnen…

Betrachten wir die Befürworter, was sind das für Menschen, es sind Menschen, die selbst einen „Inneren“ Prozess erfahren haben und zu unegoistischen Menschen selbst geworden sind, oder auf dem Weg dazu. Nur solche Menschen werden sagen; es ist möglich und ich traue diesen Prozess einer gesamten Menschheit zu, wenn sie sich auch dazu entscheiden würden und den eigenen Prozess der Bewusstwerdung angehen, so würden auch sie erkennen, dass es eben doch möglich ist.

Es ist zu einfach, immer nur zu sagen, es geht nicht, weil die anderen eben noch zu egoistisch seien.

WER aber sind die so genannten ANDEREN?

Die so genannten anderen, sind in Wahrheit sie selbst!

Und solange wie das nicht eingestanden wird, ist es eben wie es IST.

LOVE AND PEACE


Ich weiss, dass ich nichts weiss (sokrates)


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Anarchie

25.02.2005 um 14:06
@coelus: du hast es erfasst...ich selbst habe auch eine solche Bewusstwerdung erfahren, bzw. stecke noch mittendrin...

"Betrachten wir die Befürworter, was sind das für Menschen, es sind Menschen, die selbst einen „Inneren“ Prozess erfahren haben und zu unegoistischen Menschen selbst geworden sind"

-man nennt es Revolte, allerdings reicht es nicht aus wenn nur einzelne Individuen diese Revolte durchleben, es muss mit der gesamten Menschheit passieren, aber wird die Menschheit aus eigenem Antrieb diesem schweren Schritt wagen?-noch zweifle ich daran, eher durch ein prägendes ereignis, wie etwa einen Weltweiten Wirtschaftskollaps, was die menschen mal zum nachdenken anregt, weil die meisten sind anscheinend nicht fähig aus eigenem Antrieb frei zu Denken....

"Freiheit ist nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Konsumgütern!"

"Denken ist der Schlüssel zur Freiheit"
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Anarchie

26.02.2005 um 17:48
@coelus

*applaus*
Was bleibt mir anderes übrig als dir zuzustimmen?

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buddel
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Anarchie

27.02.2005 um 00:54
moin

ich möchte einmal eine lanze brechen für die staatsform, in der wir gerade (zumindest in vielen ländern) leben.
es sind sogar für den ärmsten ( ich spreche wohlgemerk nur für die länder der sogenannten"ersten welt") relativer wohlstand gesichert.
wir hegen keine aggressionen gegen unsere nachbarn.
ärztliche versorgung.
kurzum, noch nie haben die menschen solchen reichtum erlebt.

mhm, müsste man eigentlich mehr abgeben

ah, naja, eigentlich wollte ich nur sagen, daß es immer nur besser wurde, die menschen halten immer die gegenwärtige zeit für die schlechteste und allgemein ist diese art von zusammenleben ja auch erst seit relativ geriger zeit etabliert (bei den meisten),
wir haben ja noch jahrtausende zur entwicklung, das wird schon

hehe

buddel

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Anarchie

27.02.2005 um 01:01
Wer sagte mir mal einst:"Anarchie ist machbar,Herr Nachbar"?*ggg*

Sei vergnügt solange du am Leben bist...

Ptahotep (2400 v.Chr.)


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kilic
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Anarchie

27.02.2005 um 01:52



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buddel
ehemaliges Mitglied

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Anarchie

27.02.2005 um 03:13
moin

naja, mein vorheriger post ist eben ein optimistischer.
ist doch schon mal geil, daß die menschen überhaupt schon mal GEWAGT haben
über eine selbstbestimmung nachzudenken.
wie gesagt, das wird..... nur geduld

buddel

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Anarchie

27.02.2005 um 15:02
Anarchie/Anarchismus

Anarchie ist eine gewaltlose, führerlose Lebensweise, bei der es kein Zwänge, Pflichten oder Kontrollsysteme gibt. Dadurch ist jeder Mensch unmittelbar frei und die Handlungsmöglichkeiten sind unbegrenzt.
Ich denke, dass der Anarchismus ein Gesellschaftssystem ist, welches alleine schon durch die Menschlichkeit und ihre unauswichlichen Eigenschaften zum Zusammenbruch vorbestimmt ist. Denn aus dem Grund, da ein Mensch Konsequenzen nicht zu fürchten braucht, ist gewaltsames und unvernünftiges Handeln eine Folge von Instinkten, Intuition und der entstandenen äußerst negativen Charaktereigenschaften. Dieses Prinzip des Anarchismus könnte nur dann ohne Schwierigkeiten funktionieren, wenn der Mensch kein Charakter hätte, sich der Vernunft immer bemächtigen könnte, kaum Bedürfnisse empfinden würde und generell ein höheres Bewusstsein verfügen würde.
Denn ohne diese Einschränkungen würde diese Gesellschaftsordnung in einem Chaos enden, da das menschliche Handeln immer auch stets verbunden ist mit negativen Eigenschaften wie beispielsweise Angst, Neid, Hass oder Eifersucht. Sicherlich könnte die Anarachie für eine bestimmte Zeit lang funktionieren, doch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Menschen dieser Lebensweise nach kurzer Zeit an der Ohnmacht ihres eigenen Verständisses für Ursache und Wirkung und aufgrund der mangelnden gegenseitigen Kontrolle erliegen, zu hoch, als dass die Anarchie eine gerechte und gute Lebensweise für die Zukunft darstellen könnte.
Hinzu kommt, dass ein Mensch nur übeleben könnte, wenn er nicht alle lebensnotwendigen Aufgaben selbst übernehmen müsste. Da jeder Mensch unabhängig und vollkommen frei ist, würden strukturierte und organisierte Gruppen nur mit viel Glück durch Toleranz, Führsorglichkeit und gemeinsamen Interessen entstehen können.
Wenn der Anarchismus überhaupt für längere Zeit bestehen könnte, dann würde die Summe aller Folgen unmittelbar zum untfortschrittlichen "Sippenleben" zurückführen, welches unabstreitbar durch viele äußere Gefahren bestimmt wäre. Aus dem Grund, dass Menschen aneinander bedingen, ist das Prinzip der Anacharchie schon gebrochen, da gegenseitiges Bedingen in jeden Falle eine Form von Abhängigkeit und mangelnder Freiheit bedeutet. Und Menschen sind leider stets auf ihr eigenes Wohl bedacht und benötigen Regeln, Richtlinien und auferlegte Pflichten, um nicht nur sich selbst zu genügen und auch Tätigkeiten auszuführen, die anderen Artgenossen von Nutzen sind.
Und in einer durch den Anrachismus entstandenen Gruppe/Sippe, in der jeder aus eigenem Wille und Interesse das Nötigste tut, um das Überleben des anderen zu sichern, können Krankheiten, Mörder oder Veränderungen der Umweltbedingungen schon das Aus bedeuten. Man würde sich so zwangsläufig zurück zur Urzeit bewegen, da technologischer Fortschritt und Sicherheit ein unereichbarer Luxus sein würde und somit ein Widerspruch gegen die Anarchie, denn eine geregelte Gruppe mit authoritäten Prinzipien ist letztlich kaum etwas anderes als ein System aus Gesetzen.
Jegliche Art des Fortschrittes könnte nur dann zur Anarchie gehören, wenn viele Menschen zur gleichen Zeit, am selben Ort das Interesse zur gemeinschaftlichen geistigen Ertüchtigung und Entwicklung verspüren. Und dies, ist aufgrund des momentanen und allgemeinen Zustands der Menschheit und dessen Bewusstsein und Wesen undenkbar.
Wenn Anarchie irgendwann in der Zukunft die optimalste Lebensweise sein wird, dann hat sich das Bewusstsein, die Charakterzüge und die Intelligenz der Menschen revolutioniert. Und ich bin nicht abgeneigt, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen.
Der Versuch jedoch, die Anarachie auf die heutige Zeit zu beziehen und als realistische Lösung aller Probleme einzustufen, halte ich für sehr gewagt und unüberlegt.

Lernen ohne zu denken, ist verlorene Müh.
Denken, ohne etwas gelernt zu haben, ist gefährlich.


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Anarchie

27.02.2005 um 17:03
@all, insbesondere @buddel

Das, was du den Reichtum nennst, ist ein oberflächlicher. Niemand will bestreiten, dass die Menschen in dem heutigen System von allen uns in der Vergangenheit bekannten Systemen am besten versorgt sind. Niemand ist in den Industriestaaten dazu gezwungen, zu hungern. Natürlich, wenn man jetzt eine arbeitslose, alleinerziehende Mutter mit 5 Kindern mit dieser Tatsache konfrontiert, wird sie es vermutlich alles abstreiten. Sie wird von Armut reden wollen ohne zu wissen, dass sie selbst Schuld an ihrem möglichen Hunger hat, aber heutzutage sind Handys leider wichtiger als gesunde Nahrung.... das nur am Rande.
Jedenfalls ist für das Überleben heutzutage bestens gesorgt. Da gibt es nichts Vergleichbares in der Vergangenheit. Was aber den meisten entfallen ist: Der Sinn des Lebens ist nicht nur die Erhaltung des Lebens. Was heute fehlt ist die Lebensfreude, die Intimität zwischen den Menschen, die wahre Freiheit, seelischer Frieden, innerer Ausgleich, eine gesunde Umwelt, eine gesunde Zukunft... uvm.
Das Leben ist zu einem Kampf mutiert. Es handelt nur noch vom besser sein als der andere. Das Hauptziel besteht nur noch darin, so viel Besitz, Macht und Prestige anzusammeln, wie wie irgend möglich. Die Wenigsten sind noch zufrieden mit dem was sie haben, die meisten denken nur an die Freude von Morgen ohne die Gegenwart genießen zu können. Der materielle Reichtum nimmt in dem Maße zu, wie der geistige abnimmt. Viele leugnen diese Tatsache, weil sie verblendet sind von ihrem eigenen, hart erarbeiteten glänzenden Schmuck des Materialismus.
Wenn du diese Tatsachen immer noch für weit hergeholt hälst, dann stelle ich dir folgende Frage:
Warum begehen in der "dritten Welt" weniger Menschen Selbstmord als in unserem zivilisiertem Industriestaat?
Die Antwort ist geb ich dir gratis: Im Materialismus haben die Menschen alles, was man gemeinhin zum Leben benötigt. Und trotzdem sind sie unglücklich. Die Menschen haben Zeit gefunden, über den Sinn des Lebens nachzudenken. Sie merken, dass alles, was sie an Wert, Macht, Ansehen besitzen, sie nicht glücklicher macht. Jeder stellt eine Anforderung an das Leben: Glückseeligkeit. Und obwohl die Menschen hier alles haben, sind se unglücklich. Das lässt sie an ihrer Situation zweifeln. Sie wissen nicht mehr, was sie noch tun könnten, um doch noch glücklich sein zu können. Sie finden keinen Weg ihr Ziel zu erreichen, denn sie glauben schon alles erreicht zu haben, was man erriechen kann. Der materielle Reichtum in der Industriewelt ist kaum noch steigerbar und angesichts ihres Unglückes sehen die Menschen nur noch einen Ausweg: Selbstmord. Der Abschied von der Sinnlosigkeit des Lebens. Der Abschied von der inneren Leere, die fast jedem "reichen" Menschen bewusst oder unbewusst zu schaffen macht. Die Menschen haben in unserer Gesellschaft keine Hoffnung mehr auf Besserung.
In Afrika dagegen hat man keine Zeit, sich über den Sinn des Lebens auszulassen, weil man ständig damit beschäftigt ist, das Überleben seiner Familie zu sichern. Sie haben die Hoffnung auf ein besseres Leben noch nicht aufgeben können, weil es für sie noch so Vieles zu verbessern gibt. Die Hoffnung ist in armen Ländern noch erhalten geblieben, Hierzulande schindet sie. Aus diesem Grunde sind die Menschen in Afrika auch weniger unglücklich als manch ein Reicher. Sie können sich wenigsten noch an Kleinigkeiten erfreuen.
In dem Glauben, dass die Materie alles ist, ist das Unglück unausweichlich. Wer sich nur am materiellen Besitz zu erfreuen versucht, muss mit der Zeit besessen und unglücklich werden, weil er merkt dass er dadurch nie glücklich werden kann. Und da man ihm Jahrhunderte lang eingebläut hat, es gäbe außer Materie nichts, ist er unglücklich.

>>>ärztliche versorgung.
kurzum, noch nie haben die menschen solchen reichtum erlebt.<<<

Ich hoffe, dass wäre damit geklärt.

>>>wir hegen keine aggressionen gegen unsere nachbarn.<<<

Wir hegen ständig Aggressionen gegen unsere Nachbarn, im Großen wie im Kleinen. Der eine hat was, was ich nicht habe. Neid entsteht, Konkurrenzdenken wird genährt, der Unmut äußert sich. Bestes Beispiel ist der Irakkrieg: Der wahre Kriegsgrund war wohl das Öl. Jemand anderes hat Öl, also muss man ihn erledigen, denn Amerika, das Land der Länder hat ein Vorrecht auf alles...


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indiona
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Anarchie

27.02.2005 um 19:07
Gut. Wir haben nun also eine Reihe von Leuten die die Erkenntnis bereits haben - aber was nun?

Wie wollen wir diese Anarchie der freien selbstbestimmten Mehschheit herbeiführen?
-> Ruckartig von oben, mit dem Ausruf einer Anarchie? Dann haben wir das bereits beschriebene kurzfristige Szenario vom Chaos - gibt es keine Alternative?
-> Allmählich, abschaffen von Institutionen, Bürokratie, Herrschaft in allen Bereichen, bis nurnoch ein Schritt zur totalen Anarchie nötig ist - aber sind die Menschen dann auch so überzeugt von der Sache?
-> Ruckartig von unten, Errichtung eines Staates im Staat, die BRD einfach ignorieren - eine Anarchie nur für die Überzeugten - wie soll man die Interaktion verhindern?

Wir wissen jetzt langsam wo wir hinwollen ... aber wo müssen wir lang gehn?

Ich sitze hier und brenne danach etwas zu verändern ... aber ich weiß nicht wie. Und das Heer der Sklaven zu sehen wie es von der Freiheit träumt und dann doch wieder die Schaufel in die Hand nimmt treibt mich auch fast in die Verzweiflung ...

Die Skeptiker, die an den Vorteilen einer Anarchie zweifeln, sollten mal über folgenden Satz nachdenken:
Wer sich nicht bewegt spürt seine Ketten nicht.

Bleibe ruhig: In hundert Jahren ist alles vorbei.


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Anarchie

27.02.2005 um 19:17
@slain

>>>Denn aus dem Grund, da ein Mensch Konsequenzen nicht zu fürchten braucht, ist gewaltsames und unvernünftiges Handeln eine Folge[...]<<<

Die Anarchie ist nicht gleichbedeutend mit Konsequenzlosigkeit. In der Anarchie fehlt nur das Privileg, Konsequenzen anzuordnen. Niemand hätte für mein Verständnis mehr das Recht, über andere zu richten, was ja heute leider "Gang und Gebe" ist. Der Staat hat sich das Anrecht vorbehalten, über Falsch und Richtig zu entscheiden und nach seinem ermessen zu bestrafen oder zu belohnen. Das kommt im gewissen Sinne einer demokratischen Diktatur gleich, weil der sich auf eine "von allen gewählte Verfassung" berufende Staat über alles und jeden richten darf und ihn im Grunde niemand daran hindern kann.
In einer Anarchie gibt es kein Vorrecht auf Richtig oder Falsch und aufs Richten über andere. Jeder ist sich sein eigener Richter und handelt nach seinem eigenen Ermessen, und nicht nach dem Ermessen einer über ihn stehenden Institution. Somit ist auch klar, dass wenn jemand in den Augen eines Anderen Unrecht begeht, so muss er die Konsequenzen dieses Anderen tragen. Wenn er dieses Unrecht in einer Anarchie von bewusst gewordenen Menschen begeht, so hat er höchstens mit Verstoß oder Nicht-Beachtung zu rechnen. Wenn er dies allerdings in einer Anarchie von Menschen tut, deren Bewusstsein nicht über das heutige hinausgelangt ist, so wird er wohl sehr viel schlimmere Qualen zu erleiden haben als jene, die er selbst verursacht hat.

Wie du siehst, Konsequenzen wird ein Mensch, egal in welcher Staatsform er sich befindet, immer zu tragen haben.

>>>Dieses Prinzip des Anarchismus könnte nur dann ohne Schwierigkeiten funktionieren, wenn der Mensch kein Charakter hätte, sich der Vernunft immer bemächtigen könnte, kaum Bedürfnisse empfinden würde und generell ein höheres Bewusstsein verfügen würde.<<<

Bei der Vorraussetzung eines höheren Bewusstseins stimme ich dir noch zu. Denn das ist unbedingt von Nöten, will man eine gewaltlose Anarchie erhalten haben. Wenn du aber sagst, er dürfe keinen Charakter haben, ist das ein Widerspruch zur Individualität. Jeder Mensch hat einen eigenen Charakter, eine Individualität. Es ist kein Verbrechen einen Charakter zu haben, solange man diesen mit Hilfe eines hohen Bewusstseins zu kontrollieren vertseht. Damit meine Ich, dass wenn man ein hohes Bewusstsein erlangt hat auch in der Lage dazu ist, seine eigene Individualität zu bewahren ohne den anderen in seiner Freiheit einzuschrenken. Aus diesem Grund ist die Vernunft in einem bewussten Menschen immer genügen vorhanden. Wenn Du sagst, man kann in einer Anarchie keine Bedürfnisse haben, muss Ich dir vehement widersprechen. Unter Bedürfnisse verstehe Ich alle Maßnahmen die der Erhaltung der Gesundheit des Körper-Geist-Seele-Komplexes dienen. Dazu zähle ich nicht die Art Wünsche, die der Gesundheit der Einheit Mensch schaden könnten. Es ist kein Bedürfnis das Handy eines anderen besitzen zu wollen oder seinen Lebensabend an einem 2m mal 2m LCD-Bildschirm zu vergeuden. Das nenne Ich destruktiven Luxus.

>>> Da jeder Mensch unabhängig und vollkommen frei ist, würden strukturierte und organisierte Gruppen nur mit viel Glück durch Toleranz, Führsorglichkeit und gemeinsamen Interessen entstehen können.<<<

Sieh dir die Gemeinschaft der Aboriginies an. Dort existieren keine künstlichen Ketten aus Regeln, Gesetzen und Strafen. Zumindest war das so, bevor die sogenannte Zivilisation ihren Einfluss auf sie nahm. Sie überlebten UND lebten aufgrund des Wissens um die Wichtigkeit des Einzelnen. Sie wussten, dass sie nur durch gegenseitige Hilfe in diesem lebensfeindlichen Outback ihr Überleben sichern konnten.
Künstliche Abhängigkeit ist gar nicht nötig, denn sie ist real. Ein Einzelner könnte ohne den Vorteil einer Gruppe wohl kaum überleben, da kann er sich noch so frei und unabhängig fühlen.
Damit ist auch in einer Anarchie die Gemeinschaft für das Überleben des Einzelnen die größte Vorraussetzung. "Toleranz, Führsorglichkeit und gemeinsamen Interessen" entstehen ganz allein aus dem Grundgedanken des Überlebens heraus. Dazu braucht es nicht viel.

>>>Wenn der Anarchismus überhaupt für längere Zeit bestehen könnte, dann würde die Summe aller Folgen unmittelbar zum untfortschrittlichen "Sippenleben" zurückführen,<<<

Ich sehe keinen Grund, warum es keinen Fortschritt geben könnte. Er dient zum Überleben und zum Verbessern der Lebensverhältnisse, daran würde sich auch in einer Anarchie nichts ändern. Der Fortschritt wäre dann allerdings keine Folge des Konkurrenzdenkens sondern der Nächstenliebe, sofern das Bewusstsein es zuließe. Der Fortschritt wäre dann eine Wohltat für alle und begrenzte sich nicht nur auf Machthaber und Besitzer, weil sie schlichtweg keinen Platz in dieser Gesellschaft hätten.

>>> Aus dem Grund, dass Menschen aneinander bedingen, ist das Prinzip der Anacharchie schon gebrochen, da gegenseitiges Bedingen in jeden Falle eine Form von Abhängigkeit und mangelnder Freiheit bedeutet.<<<

Nein. In der anarchie existieren keine künstlichen, menschlichen Gesetze, sondern die natürlichen. Jeder beugt sich dem anderen um ihm und sich einen Gefallen zu tun. Die Gemeinschaft wird zu einer Symbiose, in der jeder für den anderen da ist. Dort braucht es keine künstlichen Gesetze von oberhalb um den Menschen zu verdeutlichen, dass sie aufeinander angewiesen sind. In einer gesunden Anarchie WEIß jeder von der natürlichen Notwendigkeit des anderen.

>>>Und Menschen sind leider stets auf ihr eigenes Wohl bedacht und benötigen Regeln, Richtlinien und auferlegte Pflichten,<<<

So ist es heute. Leider. Doch das als eine menschliche Grundeigenschaft hinzustellen ist falsch. Diese Eigenschaft des Egoismus ist auf das fehlende Bewusstsein und der fehlenden Eigenverantwortung zurückzuführen. Nicht jeder Mensch ist ein Egoist, was schon die Theorie, dass es eine Grundeigenschaft sei, widerlegt. Menschen sind dazu fähig, ihren Egoismus abzulegen. Und das ist auch notwendig, will man in einer Anarchie als Einzelner bestehen.

>>>Und in einer durch den Anrachismus entstandenen Gruppe/Sippe, in der jeder aus eigenem Wille und Interesse das Nötigste tut, um das Überleben des anderen zu sichern, können Krankheiten, Mörder oder Veränderungen der Umweltbedingungen schon das Aus bedeuten.<<<

Warum sollten Krankheiten das Überleben der anarchistischen Gemeinschaft mehr gefähreden als heute? Wie können in einer Gesellschaft vollkommen bewusster Menschen unbewusste Menschen heranwachsen? Warum sollte eine anarchistische Gesellschaft anfälliger gegen Umweltveränderungen sein? Du stellst es als Tatsache hin, ohne es zu begründen.

>>>Man würde sich so zwangsläufig zurück zur Urzeit bewegen, da technologischer Fortschritt und Sicherheit ein unereichbarer Luxus sein würde<<<

Nächstenliebe und Fortschritt sind kein Widerspruch. Man kann auch aus Liebe zu sich und seiner Umwelt Wissenschaft betreiben. Deswegen wären Technologie und Luxus auch in der Anarchie ohne Vorbehalte möglich.

>>>Und dies, ist aufgrund des momentanen und allgemeinen Zustands der Menschheit und dessen Bewusstsein und Wesen undenkbar.<<<

Da will ich dir auf keinen Fall widersprechen. Im jetzigen Bweusstseinszustand wäre ein Ausbruch einer Anarchie die Ursache für sehr viel Gewalt und kurzfristigem technologischem Rückschritt.
Aber wie sollte die Menschheit je von der Frucht einer friedlichen Anarchie kosten dürfen? Wie kann man das Bewusstsein der Menschen dermaßen anheben? Ich meine, es ist nur durch das Erlernen der Eigenverantwortung möglich, welche wiederrum die Erfahrung der Gesetzlosigkeit als Ursache haben muss.

>>>Der Versuch jedoch, die Anarachie auf die heutige Zeit zu beziehen und als realistische Lösung aller Probleme einzustufen, halte ich für sehr gewagt und unüberlegt.<<<

Für meine Begriffe ist es aber die einzige Möglichkeit, die Menschen an ihre eigene Verantwortung, die auch heute jeder hat aber stets ignoriert wird, zu errinnern.

boah *händeknetet*


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Anarchie

27.02.2005 um 19:34
@indiona

Eine gute Möglichkeit hast du bereits angesprochen: Einen Staat im Staat. Es gibt viele Menschen, die so denken wie Du und Ich. Doch sie sind leider in der Minderheit, weshalb eine plötzliche weltweite Anarchie auszuschließen wäre.
Wenn sich aber genügend Menschen anfänden, die nicht nur über die Anarchie reden wollen sondern auch dazu bereit sind, dieses Konzept mit Gleichgesinnten zu erproben, so gäbe es die Möglichkeit, übers Internet Interessenten ausfindig zu machen. Wenn entgegen meiner Erwartung viele Meschen dazu bereit sind und die Zahl der Interessenten jenseits Hundert ist, so könnte man doch eine eigene Gesellschaft, unbhängig von allen Staaten, in der BRD gründen, ohne dabei seinen momentanen materiellen Lebensstandart aufgeben zu müssen. Wems gefällt: Wir können uns auch weiter südlich ansiedeln, um das Problem der Winterkälte schon mal bewältigt zu haben.

Kurzum: Ich wäre dabei!


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indiona
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Anarchie

27.02.2005 um 19:53
Gut, dann spinnen wir die Idee mal weiter:

Gibt es vielleicht schon Organisationen die einen anarchistischen Staat im Staat erstreben?
Wenn nicht, wie machen wir unser Vorhaben publik? Beziehungsweise, was bieten wir den Interessenten für Informationen? Was ist unser "Konzept"? Wie setzen wir das um? Wie gehen wir mit Widerstand seitens der BRD um? usw. usf.
Vielleicht wäre es aber auch erstmal hilfreich, viele gleichgesinnte zu versammeln und anschließend einige Konzepte auszuarbeiten.

Das mit der Flucht vor der Winterkälte wird aber wohl nen Problem. In der BRD gehts in Richtung Süden immer bergauf - Lawine lässt grüßen.
Aber für den Fall der Fälle hätte ich sogar schon einen Mitstreiter in München im Ärmel. ;)

Bleibe ruhig: In hundert Jahren ist alles vorbei.


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